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Dienstag, 1. Oktober 2024

Nick Cave & the Bad Seeds - Rudolf-Weber Arena - Oberhausen - 24.09.2024

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Konzert: Nick Cave + the Bad Seeds 
Ort: Rudolf Weber Arena, Oberhausen
Datum: 24.09.2024
Dauer: 145 min.
Zuschauer: ca. 10.000


Ein verregneter Abend im Spätsommer, ein grauer Anzug mit Krawatte und eine Multifunktionsarena im Ruhrgebiet sind normalerweise nicht die perfekten Zutaten für ein emotionales und musikalisch hochwertiges Konzert.

Aber wir reden ja hier von Nick Cave, der an diesem Abend seine neue Tournee mit den Bad Seeds, vier Backgroundsänger/innen und Colin Greenwood (Radiohead) am Bass in Oberhausen startet. Thematisch will das so gar nicht in diese schmucklose Halle am Centro passen. 

Wer meint, er bräuchte einen Liter Cola, kann ihn hier für 11,80 EUR erwerben. Ansonsten ist man froh, das grelle Licht des Umgangs zu verlassen und sich in der bereits dunklen Halle auf Dry Cleaning zu freuen. Die haben einen schweren Stand. 


Wer Florence Shaw noch nie live gesehen hat, wird natürlich zunächst etwas verwirrt sein. Die Band versucht gar nicht erst, die Vorfreude der Nick Cave Fans zu stören und spielt ihre 40 Minuten einfach dahin. Schade. Aber wer möchte schon bei Nick Cave als Support fungieren. 

Nichts weniger als eines der Konzerte des Jahres wird erwartet. Hier noch versehen mit der Stimmung des Ungewissen, da die Setlist ja noch nicht bekannt ist. Und ja, es wird viele Premieren geben an diesem Abend. Neun bisher nie live gespielte Songs des Albums "Wild God", dazu Raritäten wie Grindermans "Palace of Montezuma" und "Papa, won`t leave you, Henry". 

Das Konzert ist nicht weniger als ein Ereignis und die hohen Erwartungen werden mehr als erfüllt. Natürlich gleichen viele Elemente der letzten Tourneen mit den Bad Seeds, aber wer möchte darauf verzichten. Schon beim ersten Song nutzt Cave wieder den montierten Catwalk auf dem Wellenbrecher. 


Trotz der fast 2,5-stündigen Show gibt es keine Aufwärmphase. Joy, Frogs und Wild God eröffnen das Set und fühlen sich an wie alte Bekannte. In der bekannten Mischung aus Prediger und Hospitalismus macht Cave Meter um Meter, sucht sich starke Hände zum Abstützen und tadelt nicht textsichere Besucher mit Augenkontakt. 

All dies wäre unnütz, würde es nicht zur Musik, den Texten und der Band passen. Diese spielt in einer überbordenden Perfektion  und treibt Cave immer wieder an, lässt ihm dann wieder viel Raum, um ihn am Ende sicher durch den Wahnsinn der einzelnen Tracks zu begleiten. 


Wer jemals Zeuge einer Live-Version von Jubilee Street wurde, wird sie nie wieder vergessen. Hier zwingt sich Cave immer wieder an den Flügel um die bereits ikonischen Akkorde anzuschlagen, während die Bad Seeds sich dazu in eine Raserei aus Sound spielen. 

Es gibt nur wenige Minuten, die Zeit zum Luft holen lassen. Anders als bei seinen Solokonzerten wirken hier die Balladen, alleine am Klavier, allerdings fast störend. Eher muss man sich in diesen Minuten wieder etwas sammeln als die Ruhe und Klasse der Songs ausgiebig genießen zu können. Einzig "I need you" funktioniert hier für mich in diesem Rahmen, wunderschön illuminiert verliert sich das Licht langsam hinter dem Flügel. 

"Red right Hand" und "The Mercy Seat" treiben danach die Ekstase weiter voran, bevor bei den Zugaben der Gospel dominiert. Es ist ein universelles Stück Musikgeschichte, das hier präsentiert wird. Kein Verständnis der Texte ist notwendig, um die Emotionen zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit zu verstehen. 


Cave und seine Musiker erfinden nichts neu aber kreieren so viel Neues. Am Ende steht man wieder mit seinem leeren Mehrwegbecher im Regen vor der Mehrzweckhalle, aber mit einem Lächeln im Gesicht. Das Leben wird einem so schnell nichts mehr anhaben können.  



Montag, 24. Juni 2019

Nick Cave, Düsseldorf, 16.05.2019

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Konzert: Nick Cave
Ort: Tonhalle
Datum: 16.05.2019
Dauer: ca. 150min
Zuschauer: 1.800 ausverkauft



Nick Cave in der Tonhalle. Es gibt Abende die weniger versprechen. 

Im Rahmen seiner Converations-Tour tritt der Australier diesmal in kleineren Hallen ohne Band auf, um seinem Publikum noch näher zu sein. Ein mehr als puristisches Konzept, lediglich ein Flügel und ein Mikrofon stehen bereit. Dafür dürfen einige ausgewählte Fans an Bistrotischen sogar auf der Bühne sitzen.

Das Konzept lautet wie folgt: Cave spielt Solostücke am Piano und beantwortet Fragen aus dem Publikum ohne Vorauswahl oder thematische Beschränkungen. Leider ging dieses Konzept für mich nicht auf. 



Nach fast jedem Song wurde das Saallicht eingeschaltet und Helfer (mit Neonwesten und blinkenden Schwertern) verteilten die Mikros an die Fragenden. 


Hätte dies in zwei Blöcken (Fragen/Musik) stattgefunden, wäre der musikalische Teil mit Sicherheit beeindruckender gewesen. So führten die dauernden Unterbrechungen zu abrupten Stimmungs- und Themenwechsel.

Dazu gesellte sich ein gewisser Fremdschämfaktor. Leute, die einfach nur nach einem Autogramm fragten oder selbst gemalte Bilder überreichten wechselten sich mit Selbstdarstellern und Fragen in sehr schlechtem Englisch ab.


Erst als Cave das Ganze später als ein, auch für ihn schmerzhaftes aber wichtiges Kunstevent deklarierte, bekam der Abend einen gewissen Sinn. Versteht mich nicht falsch, nichts war verwerflich oder objektiv schlecht an diesem Abend. 



Die Webseite von Nick Cave Red Hand Files (auf der das Bühnenkonzept beruht) macht in seinem Format da mehr Sinn. Zumal Cave an diesem Abend auch auf viele Fragen und Songwünsche nur ausweichend antwortete. 

Musikalisch gab es bis auf die vielen Pausen rein gar nichts zu beklagen. "The Ship Song" gleich zu Beginn, ein T.Rex Cover (Cosmic Dancer). Überragende Versionen von "Into my Arms" und "Jubilee Street" und sogar "Avalanche" von Leonard Cohen. 

Was bleibt, nachdem mit "Watching Alice" der letzte Ton verklungen war ? Die Liebe von Nick Cave zu seinen Fans und deren Treue sind etwas ganz Besonderes. Beide Seiten fühlen sich verstanden und möchten über ihre Emotionen reden und sich austauschen. Mit welchem Weltstar ist das sonst schon möglich.       


Mittwoch, 10. Januar 2018

My Years in List- die 30 besten Konzerte (Oliver Peel)

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Leider habe ich 2017 sehr wenige Konzertberichte geschrieben und dies obwohl ich erneut viele Konzerte gesehen habe. Zwischen 150 und 200 werden es schon gewesen sein, je nachdem ob man Festivalgigs einzeln zählt oder nicht. Da fällt das Festlegen auf die "30 besten" schwierig, aber ein Versuch einer Auflistung nach Güte und persönlicher Präferenz ist dennoch unterhaltsam. Hier nun also meine Liste der Top 30 Konzerte:


01 Benefit Konzert für Erica Buettner, 17. März 2017 
mit Françoiz Breut, Clare Louise, Blondy Brownie, Castus, Le Ton Mité, Brüssel, Belgien, Centre Garcia Lorca

Für diesen Konzertabend bin ich extra spontan nach Brüssel gefahren. Die amerikanische Folksängerin Erica Buettner ist an Krebs erkrankt und da das amerikanische Gesundheitssystem ist, wie es ist, brauchte sie Spenden, um die Behandlungskosten zu bezahlen. Auf die Initiative der besten belgischen Undergroundmusiker, insbesondere Boris Gronemberger von V.O wurde kurzerhand ein Musikabend in einem alternativen belgischen Club organisiert. In künstlerischer Hinsicht war das Ganze ein Genuss. Es gaben sich ganz vorzügliche Musikerinnen und Musiker die Klinke in die Hand und man konnte sehen wie vielfältig und kreativ  die Szene in Belgiens Hauptstadt ist. Viele darunter waren keine "echten" Belgier, sondern Franzosen, die im Vergleich zu Paris günstigerem Brüssel Exil gefunden haben, wie Clare Louise, oder Françoiz Breut.


02 Peter Hook, Trianon, Paris, 28. Oktober 2017

Hooky hatte noch am Nachmittag in einem Plattenladen Autogramme geschrieben, um sein neues Buch "Substance" zu vermarkten und am Abend spielte er dann jenes Album in Gänze. Erster Teil New Order, zweiter Teil Joy Division, beide Teile gleich grandios. Fast drei Stunden baden in Nostalgie. Unfassbar gut!


03 Nick Cave, Le Zénith, Paris, 04. Oktober 2017

Weltweit schwärmte man zurecht in höchsten Tönen von den umwerfenden Konzerten von Nick Cave und seinen Bad Seeds. Zwar war es jeden Abend das exakt gleiche Programm und selbst höchst improvisiert aussehende Passagen waren genauestens einstudiert, dennoch bestachen die Shows durch eine unglaubliche musikalische und emotionale Wucht. Auch ich war begeistert und sah die Show gleich zweimal hintereinander.


04 Fleet Foxes, Trianon, Paris, 20. November 2017

Wer hatte nach der langen Pause eigentlich noch die Fleet Foxes auf der Rechnung? Ich gebe zu, dass ich selbst vorher skeptisch war, wurde aber eines Besseren belehrt. Nie spielten die Fleet Foxes so dynamisch und freudvoll auf, nie zuvor war Robin Pecknold so entspannt und gut gelaunt. Ein Wahnsinnskonzert mit betörend schönen Harmoniegsängen und unzähligen Folkhits.


05 The Shins, Green Man Festival, Wales, 18. August, 2017
Wer hatte eigentlich noch die Shins auf der Rechnung? Die waren doch vor 10 Jahren in, aber inzwischen doch recht out, oder ? Auf in oder out sei geschissen, die Festivalautritte der Band von James Mercer waren der helle Wahnsinn, bei denen vor allem die alten Hits fantastisch klangen. Und seine neue Band war viel fetziger als die träge alte Truppe, die damals mit ihm auf der Bühne stand.


06: Lift To Experience, Green Man Festival, Wales, 18. August 2017

Postrock aus Texas mit dem Countrysänger Josh T. Pearson an der Spitze. Lift To Experience, die sich schon seit Mitte 2000 zurückgezogen hatten, gaben eines ihrer seltenen Konzerte um den Rerelase von "The Texas Jerusalem Crossroads" (2001) zu feiern. Ein richtiges Comeback war es dennoch nicht, weil aller Bandmitglieder ausser Josh inzwischen andere Berufe ergriffen haben und nichts mehr mit dem Musikbusiness zu tun haben. Ich wähnte mich glücklich, diese energiegeladene, packende Vorstellung miterlebt zu haben.


07: Pixies, Lollapalooza Festival, Paris, 23. Juli 2017

Die Pixies werden auch nicht jünger und in letzter Zeit diskutierte man mehr über die Bassistinnen der Pixies als über ihre Musik. Dabei ist diese nach wie vor sensationell gut. Gerade die alten Sachen von den Kultalben kamen sehr gut rüber, Frank Black war in Topform und das Publikum begeistert. Selbst diejenigen, die den Pixies eigentlich ansonsten oft mässige Konzerte attestierten, fanden diesen Festivalauftritt zu recht hervorragend.


08: Motorama, Le Garage, Paris, 26. Juni 2017

Meine Lieblingsband aus Russland spielte einen gewohnten wilden und ultrarasanten Gig in einem undergrundigen Garagenclub und ich tanzte mir mal wieder die Seele aus dem Leib. Die Russen hatten allerdings Pech, ihr Tourbus war kurz zuvor aufgeknackt worden, der Schaden war hoch. Dennoch gaben sie alles. Toll.


09 Albin de la Simone, Paul B, Massy bei Paris 19. Dezember 2017
Albin de la Simone ist ein sehr feingeistiger Chansonier. Seine Lieder sind melancholisch und witzig zugleich, er verbindet Traurigkeit mit Ironie und Humor. Das Konzert war fast komplett akustisch und dauerte um die 2 Stunden. Absolut wundervoll was uns vor den Toren von Paris in diesem schönen Saal geboten wurde.


10 La Féline, La Boule Noire, Paris, 29. November 2017

In England wird La Féline gerade von der Musikkritik in höchsten Tönen gelobt, ihr Album erhielt bei Uncut 9/10 Punkten und bei Mojo 4 von 5 Sternen. Agnès wie La Féline bürgerlich heisst, wird aber in der Tat immer besser. Sie hat Ausstrahlung, Charme und Grips, ihr Frenchpop Tiefgang. Famoses Konzert, das von ihren Fans gefeiert wurde. Und ihre Gruppe spielte auch ausgezeichnet.


11 Juliette Armanet, 26. November 2017, La Cigale, Paris

French Pop ist gerade wieder total angesagt in Frankreich und Juliette Armanet steht zurecht an der Spitze dieses Nouvelle Chanson Revivals. Was für eine Performerin !


12 Future Islands, Green Man Festival, Wales, 18. August 2017

Was für ein Performer dieser Samuel T.Herring! Und wie der tanzt! Das Konzert der Amerikaner Future Islands bei diesem Festival in Wales war absolut umwerfend.


13: The Wedding Present, Petit Bain, Paris, 8. November 2017

Die Weddos feierten 30 Jahre George Best und die Songs dieses Kultalbums klangen immer noch spitze.


14 Slowdive, Rock en Seine Festival, Paris, 27. August 2017

Slowdive spielten in der Abendstunde auf einer relativ kleinen Bühne, euphorisierten aber alle mit ihrem atmosphärischen Dreampop.


15 Peter Perrett, Le Point Ephémère, Paris, 14. November 2017

Der alte Peter ist besser drauf als vor 10 Jahren, das bestätigten alle. Der Sänger der britischen Kultformation The Only Ones bestach mit einem feinen Gig mitsamt seiner Söhne in der Begleitband.


16 The Bats, Petit Bain, Paris, 10. Juni 2017

Die kultigen Neuseeländer hatten ihr aktuelles Album im Gepäck und spielten quasi alles davon + alte Schönheiten. Sehr charmant.


17 Bernard Laviliers, Olympia, Paris, 3. Dezember 2017

Laviliers gilt in Frankreich als Varietée Française, sprich Mainstream, aber wer sich auf diese Etiketten verlässt, verpasst einen grossartigen Musiker und Entertainer, der besonders live Spitzenklasse ist. Seine Begleitband war sehr erlesen, seine tiefe Stimme klang super und am Ende kletterte er sogar auf den Balkon und sang direkt neben mir!


18 Alice et Moi et Uto, Pop-up, 27. April 2017

Die junge Französin Alice macht fast kariös zu nennenden Pop. Dabei legt sie immer eine solche Spielfreude an den Tag, das es schwer ist, ihr zu widerstehen. Auch toll: die an Björk erinnernde Vorband Uto.


19 Einstürzende Neubauten, La Villette, Paris, 28. Mai 2017

Wahnsinn, endlich habe ich mal die Neubauten gesehen! Die deutsche Kultband spielt eigentlich relativ regelmässig in Frankreich und hat hier auch so manche Fans, aber ich hatte sie bis dato immer verpasst.


20 Kate Tempest, Haldern Pop Festival, 12. August 2017

Die Wut und die Wucht mit der die Britin rappte war beeindruckend.


21 Sleaford Mods, Rock en Seine, 26. August 2017

Die beiden Working Class Heroes von Sleaoford Mods sind live brillant und höchst unterhaltsam. Der Sänger schreit sich die Kehle aus dem Leib, der Keyboarder säuft wippenderweise Bier. Hatte sie kurz zuvor auch schon in Wales gesehen. Beide Konzerte höchst cool.


22 PJ Harvey Rock en Seine, 26. August 2017

Polly Jean und ihre Band waren toll wie immer, allerdings war die Show auch wie immer. Hat man einen ihrer Tourneeauftritte gesehen, hat man alle gesehen.


23 Interpol, Trianon, 5 September 2017

Paul Banks hatte Stimmprobleme, ansonsten wäre diese Jubiläumstour für das erste Album "Turn On The Bright Lights" sicherlich in den Top 10 gelandet, bei dem Songmaterial...


24 Superbravo, La Marbrerie, Montreuil bei Paris, 14. September 2017

Nochmal Frenchpop, diesmal mit Superbravo, einem Trio (2 Frauen, ein Mann) welches von der ehemaligen Holden Sängerin Armelle Pioline angeführt wird. Das ist feinster Dreampop mit subtilen Arrangements und guten Texten, der die Leute in der undergroundigen Mabrerie im Pariser Vorort Montreuil beglückte.


25 Fishbach, La Cigale, Paris 14. März 2017

Die junge Flora Fischbach ist DIE Senkrechtstartern der neuen französischen Chansonszene und ihr an Rita Mitsuko erinnernder New Wave Pop begeisterte die altehrwürdige Cigale.


26 Spoon, La Maroquinerie, Paris, 5. Juli 2017

Spoon sind live eine Bank, kommen aber viel zu selten auch Europa. Das Konzert fand an einem der heissesten Tage statt, drinnen herrschten sicherlich auch 40 Grad, aber die Band um Britt Daniel mit seiner Reibeisenstimme zog ihr Programm trotzdem voll durch.

 

27 The National, Le 104, Paris, 22. Juni 2017

Noch heisser als der 5. Juli war der 22. Juni in Paris. 38 Grad Celsius! Drinnen ging es aber einigermassen, bei diesem Testgig um die neuen, zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlichten Lieder zu testen. Ein sogenannter Warm Up Gig, fast intim und wunderschön.

 

28 Julie Byrne, Pop-up du Label, Paris, 31. Mai 2017

Julie Byrne ist eine der betörendsten Folksängerinnen zur Zeit. Sanft, sanfter, Julie Byrne. Das war mehr ein Hauchen als ein Singen. Zum Niederknien.


29 Aldous Harding, Haldern Pop Festival, 11. August 2017

Viele rätselten hinterher wie die unzähligen Grimassen von Aldous Harding während ihres Auftrittes zu deuten waren. Ein Spleen, schräger Humor oder unverfälschter Ausdruck erlebter Gefühle?Wie auch immer, das Songmaterial war so stark, dass man unter dem Strich ein richtig gutes Konzert attestieren konnte.


 

30 Frontier Ruckus, Le Pop In, Paris 31.März 2017

Eine ganz feine Folkrockband, diese Frontier Rucks, aus Michigan. Sie spielten in einem kleinen Clubkeller, legten sich aber ins Zeug, als würden sie in einem grossen Saal vor Tausenden auftreten. Ich liebe sie.


Fünf andere Konzerte, die es auch verdient gehabt hätten, in dieser Liste zu landen

  • The Divine Comedy, Folies Bergère, Paris, 24. Januar 2017
  • The Frank and Walters, Petit Bain, Paris 15. Dezember 2017
  • Gareth Dickson und House Of Wolves, Mains d'oeuvres, Saint Oben bei Paris, 22. Februar 2017
  • Raoul Vignal und Seabuckthorn, Trois Baudets, Paris 3. Mai 2017
  • Agnes Obel, La Philharmonie, Paris, 14. Mai 2017


Dienstag, 19. Februar 2013

Nick Cave & The Bad Seeds, Berlin, 13.2.2013

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Konzert: Nick Cave & The Bad Seeds
Ort: Admiralspalast Berlin
Datum: 13.02.2013 
Zuschauer: ca. 2000 
Dauer: ca. 90 Minuten



Dank an Miriam für ihre Unterstützung.


Zuletzt habe ich es im Jahr 2001 versucht zu einem Konzert von Nick Cave zu gehen. Leider wurde ich damals kurzfristig krank und das Konzert fand ohne mich statt. Jahrelang habe ich das Live-Treiben von Herrn Cave aus dem Blick verloren, bis ich Anfang 2013 auf ein Special Event im Admiralspalast aufmerksam wurde.

Im Admiralspalast (damals noch unsaniertes Metropol-Theater) war ich zuletzt 1999 zu Tom Waits. Ähnlich wie bei dem Konzert von Tom Waits, so waren auch die Karten zu Nick Cave heiß begehrt. Beim Pre-Sale habe ich keine mehr bekommen und beim regulären Verkauf einen Tag später nur mit Glück, denn innerhalb von wenigen Sekunden waren die frei verkäuflichen Tickets ausverkauft Bis zu 300 Euro wurde auf dem Schwarzmarkt für ein Ticket verlangt.

Angesetzt war der Abend als "Special Event", um das neue Album "Push The Sky Away" zu promoten. So fanden sich meine Freundin und ich pünktlich um halb sieben zur Toresöffnung beim Admiralspalast ein - in der kecken Annahme, dass die meisten Konzertgänger wohl nicht so zeitig vor Ort wären. Ein Irrtum, denn als wir ankamen, blickten wir auf eine sicherlich 100m lange Schlange. Ein wenig zu dünn bekleidet, froren wir uns gen Eingang entgegen, was dann doch recht zügig passierte. Glücklicherweise hatten wir sogar Karten für den unbestuhlten Innenraum bekommen, der noch angenehm leer war. 

Der angekündigte Ablauf des Abends war ein kurzer Dokumentarfilm zur Entstehung des neuen Albums sowie deren Live-Präsentation mit Streichern und Chor.

Ein paar Gongschläge später erhob sich der Vorhang und eine große Leinwand kam zum Vorschein. Was soll ich sagen - der Dokumentarfilm bestand aus diversen Interviewschnipseln der Band, die bei den Aufnahmen zum Album entstanden sind. Der Ton war recht leise und die Bilder und Inhalte recht unspektakulär. Im Ganzen ein nettes Promo-Video ohne wirkliche Tiefe, oder bleibenden Eindruck zu hinterlassen.- Aber deswegen war zu diesem Event wohl niemand gekommen.


Mittlerweile hatte sich der Innenraum des Admiralspalast gut gefüllt, aber Gedränge gab es nicht. Das Publikum waren meist Akademiker (oder Musikjournalisten) zwischen 30 und 50 Jahren. Ein entspanntes Miteinander. 

Die obligatorische Umbauphase und dann endlich erhob sich der Vorhang ein zweites Mal. Zum Vorschein kamen ein kleines Klassik-Ensemble sowie ein "Kinder-"-Chor. Nach und nach trudelten weitere Musiker ein, und die ersten Klänge von We No Who U R  begannen. Unter tosendem Applaus, Pfeifen und Johlen kam dann auch Nick Cave hinzu. Was für eine Bühnenpräsenz direkt von Beginn an: Sein eng geschnittener (natürlich schwarzer) Anzug sitzt tadellos, seine Gesten zur Musik sind stimmig, seine Stimme klingt brillant.



Im ersten Teil des Konzerts spielt Nick Cave sein neues Album Stück für Stück "herunter". Herunter spielen bedeutet dabei aber nicht, dass das blutleer, kontur- und lieblos geschieht. Das Gegenteil ist der Fall.

Im Vorfeld gab es (in meinen Augen) überzogene Kritik am aktuellen Album: Es sei zu ruhig, balladenlastig, altersmilde. Diese Kritik kann ich beim ersten Song noch nachfühlen und nachvollziehen, denn man merkt, wie Nick Cave sich erst langsam in das Konzert eingroovt. Stetig steigert sich aber diese Energie, was schon beim vom Kinderchor begleiteten Wide Lovely Eyes zu spüren und zu sehen ist. Die Geschichten seiner Lieder, die instrumentale Begleitung durch das Klassik-Ensemble, der Kinderchor im Hintergrund gepaart mit der stimmungsvollen Beleuchtung im geschichtsträchtigen Admiralspalast transportieren eine an einen Gottesdienst erinnernde Erhabenheit, natürlich auf eine ganz eigene, dämonische und verführerische Art und Weise.

Im weiteren Verlauf steigert sich diese Erhabenheit in eine stärker werdende eruptive Eindringlichkeit, die von Nick Caves steten Lieblingsthemen erzählen, ein Roadtrip zwischen Himmel und Hölle, Schönheit und Zerfall. 

Beschwörerisch folgt Water´s  Edge, dessen tragische Schwere biblischen Ausmaßes mit der letzten Beschwörungsformel förmlich in die Dunkelheit gerissen wird...  It´s the will of love, it´s the thrill of love, but the chill of love is coming down.

Dazu macht das gesamte begleitende und unterstützende Ensemble einen grandiosen Job. Der Klang ist perfekt! Klar, druckvoll und eindringlich. Selbst kleine Nuancen vielfältig eingesetzter Instrumente haben ihre großen Momente und entfalten sich in einem unglaublich fein abgestimmten Zusammenspiel.  

Nick Cave: Der Udo Jürgens der Unterwelt. Sein Ensemble: Die Dämonen der Finsternis... Das Publikum hat längst jeglichen Widerstand aufgegeben, ist nun vollends in die widersprüchliche Welt des Herrn Cave eingesogen und fühlt sich dennoch sichtlich geborgen.


Es ist mein erstes Mal, dass ich ein Live Konzert erlebe, bei dem ein Album in seiner Gesamtheit und im Ablauf durchgespielt wird. Cave und seine Musiker überschreiten das reine "Vorstellen" des Albums, indem es ihnen gelingt, es als Gesamtwerk atmosphärisch, künstlerisch, gestisch und energetisch zu füllen. Aus dem Gesamtwerk wir ein Gesamtkunstwerk.

>Nach kompletter Vorstellung des Albums beginnt der "dritte" Teil des Abends, in dem Nick Cave ein paar seiner "alten" Klassiker nicht nur wie eine lebendige Juke-Box herunterspielt, sondern sie in die vorangegangene Atmosphäre integriert: Klassikensemble und Kinderchor bleiben zumindest anfangs noch mit auf der Bühne und halten die Energie. From Her To Eternity wird glühend ins Publikum gepeitscht. Die für mich schönste Fassung von The Ship Song fehlt ebenso wenig wie das The Mercy Seat gen Ende. Abgeschlossen wird der Abend mit der Zugabe Stagger Lee.

Nick Cave strotzt an diesem Abend vor Energie und Präsenz. Diese Energie überträgt sich ungehemmt auf das euphorische Publikum. Als die Lichter angehen, bleiben noch viele in Saal und fühlen dem Erlebten nach. Es sind diese besonderen Momente, die einen verleiten könnten, selbst unbekannte Menschen in den Arm zu nehmen - einfach nur, weil sie mit einem diese Intensität geteilt haben.

Das Konzert wurde an diesem Abend live in diversen Radiostationen übertragen. Die beeindruckende Aufnahme habe ich verlinkt. 

Beim Anhören der Aufnahme ist es im Nachhinein kaum zu glauben, dass wir vor Ort waren. So einmalig und besonders war dieser Abend.

Nick Cave ist Ende des Jahres auch in Deutschland auf Tour. Dieses Mal leider in größeren Hallen.

Setlist Nick Cave & The Bad Seeds, Admiralspalast, Berlin:

01: We No Who U R
02: Wide Lovely Eyes
03: Water´s Edge
04: Jubilee Street
05: Mermaids
06: We Real Cool
07: Finishing Jubilee Street
08: Higgs Boson Blues
09: Push The Sky Away
10: From Her To Eternity
11: O Children
12: The Ship Song
13: Jack The Ripper
14: Deanna
15: Love Letter
16: Your Funeral...My Trial
17: The Mercy Seat

18: Stagger Lee (Z)





Dienstag, 29. April 2008

Nick Cave, Paris, 29.04.08

14 Kommentare

Konzert: Nick Cave
Ort: Casino de Paris, Paris
Datum: 29.04.2008
Zuschauer: ausverkauft
Dauer des Grauens: knapp 2 Stunden



"Schreibst Du eigentlich nur positive Kritiken?"


Der Unterton in der Frage von Chris, einem 42 jährigen Engländer, den ich kürzlich beim Konzert von Laura Marling kennengelernt hatte, deutete mir schon an, daß er enttäuscht gewesen wäre, wenn ich mit "ja" geantwortet hätte. "Natürlich nicht", entgegnete ich, wies aber darauf hin, daß Christoph und ich uns unsere Konzerte freiwillig aussuchen und nicht von einem Musikmagazin wider Willen dorthin entsendet werden.

Chris hätte seine wahre Freude, wenn er die folgenden Zeilen ließt, denn hier und heute kann ich mit einem üblen Verriss dienen und er fällt mir noch nicht einmal schwer.

Nick Cave hat mir das zweitscheußlichste Konzert meines Lebens beschert, nur knapp hinter den traurigen Spitzenreitern in dieser Kategorie, den abgehalfterten New York Dolls, die ich leider vor zwei Jahren im Olympia erlitten habe.

An dem heutigen Konzert war aber wirklich fast alles grauenvoll. Zunächst einmal hatte ich für meine 60 € wirklich einen beschissenen Platz, aber das passte ja zu Nick's Band, den Bad Seeds (jetzt weiß ich auch, warum die so heißen, obwohl Seeds = Saat, natürlich nichts mit seats = Sitzen zu tun haben). Hinter einem Pfeiler saß ich auf dem Balkon und war eingekesselt von faltigen Rockopis-und Omis, die sich noch einmal locker machen wollten. Ein überaus biederes und unstylisches Völkchen, in den meisten Fällen schon weit jenseits der dreißig (40, 50?), aber bereit, sich einmal im Jahr noch mal ein wenig jung zu fühlen. Man konnte es an ihren feisten Fressen ablesen, daß es ihnen gefiel, "ja, so hat Rock zu klingen", dachten sie sich bestimmt und wackelten mit ihren ergrauten Köpfchen und den ungepflegten, ebenfalls grauen Dreitagebärten im Takt der saumäßig altbackenen Blues-Mucke, die da gespielt wurde. Selten habe ich zudem so spießig gekleidete Frauen bei einem Konzert in Paris gesehen, ich kam mir vor wie in einem Berliner Bus, der im Wedding unterwegs ist. Und alle so alt, grauenvoll! "Mein Gott, wie gerne wäre ich jetzt bei den Kooks oder den Hives", das war alles was ich dachte und ich hatte gut und gerne Lust, nach drei extrem lauten, leider aber auch extrem beknackten Songs zu gehen. Wieso war ich überhaupt gekommen? Nun, als junger Kerl mochte ich gerne den Film "Der Himmel über Berlin" und fand es so unglaublich cool wie der Engel (Otto Sander) bei einem Konzert von Nick Cave teilnahmslos in einem gruftigen Club rumstand und Nick Cave beim Spielen zuschaute. Ja, so stellte ich mir den Berliner Underground vor, dunkel, schmutzig, geheimnisvoll und abgefuckt. Und einer der Helden dieser Szene war Nick Cave. Seitdem sind bestimmt zwanzig Jahre ins Land gegangen und Nick Cave hat immer wieder neue Platten auf den Markt geworfen, die ich mir in unregelmäßigen Abständen gekauft, aber zugegebenermaßen selten gehört habe. Warum eigentlich, komisch nicht? Alle Musikzeitschriften diktieren es einem doch: Nick Cave ist gut, der ist Kult, basta! Also werden immer wieder Alben angeschafft, die dann in der Bude einstauben. Zuletzt erging mir das mit dem Doppelalbum "Abattoir Blues/The Lyre Of Orpheus" so, zweimal gehört und dann wieder vergessen. Bei dem letzjährigen Projekt fand ich schon den Namen so doof (Grinderman= Grinsemann?), daß ich nie in diese CD reingehört habe, "Dig , Lazarus, Dig!!! von 2008 fehlt auch in meiner Sammlung. Beziehunsgweise fehlt eigentlich überhaupt nicht, denn die Stücke, die ich heute davon live gehört habe, fand' ich fast alle zum Kotzen, das Titelstück weit voran. Meine Güte und ich hielt schon die Stones für schlimm und auf ein Konzert von diesen alten Säcken wollte ich wirklich nie gehen! Das Nick Cave ähnlich schauderhaft wie Mick Jagger ist, hätte ich allerdings nicht erwartet! Für den widerwärtigen Oberlippenbart von Herrn Cave fehlen mir ohnehin die Worte. Schnäuzer, nicht zu Unrecht auch Rotzbremsen genannt, sollte man doch wirklich lieber 70 - er Jahre Pornodarstellern, Rudi Völler, Polizisten und Soldaten überlassen, die haben bei Rocksängern nichts zu suchen.

70 - er Jahre ist sowieso ein gutes Stichwort, hier und heute gab es nämlich so einiges von dem Mief jenes musikalisch überschätzten Jahrzehnts zu bestaunen. Die Schlaghosen von Herrn Cave zum Beispiel, die aber noch zu ertragen gewesen wären, da der Mann für seine 50 Jahre noch eine wirklich knackige Figur hat und rank und schlank ist. Schlimmer sind die Mitgröhlpassagen und das Heraushängenlassen des coolen Rockers. "Motherfucker, Motherfucker, Motherfucker", wie oft will Nick das eigentlich noch sagen? Das hatte schon letztes Jahr bei Iggy Pop auf der "Fête de L'huma" unglaublich genervt. Die Posen des Australiers sind ähnlich abgedroschen, genau wie alles hier, inklusive der "I love you-I love you too!" Phrasen, die mit dem Publikum ausgetauscht werden. Aber die ergrauten und sehschwachen Besucher (warum tragen die alle Brille, es gibt doch die Erfindung der Kontaktlinsen?) fressen dem alten Nick aus der Hand, was verständlich ist, da der Großteil der Leute nur auf 2- 3 Konzerte pro Jahr geht, das muß man auskosten.

Ich hingegen tauche nur an drei Stellen auf und das ist immer der Fall, wenn Balladen angestimmt werden: Bei "Jesus Of The Moon", einem wundervollen Stück vom neuen Album, dann beim "Ship Song" (gleich im Anschluß, beste Phase des Konzerts) und einer der Zugaben "Far From Me" vom traumhaften "The Boatman's Call" Album. Zu "Far From Me" spielt Warren Ellis (seinen Zauselbart finde ich tausend mal besser als den Schnäuzer von Nick) einfühlsam Geige, nachdem er sich zuvor auch schon als Querflötenspieler wohltuend hervorgehoben hatte.

Somit kann ich dem Konzert zumindest noch etwas Postives abgewinnen und auch die allerletzte Zugabe "Stagger Lee" geht in Ordnung. Wenn ich allerdings guten Blues-Rock hören will (ich mag dieses Genre durchaus!), dann gehe ich demächst lieber zu den Black Keys, den White Stripes, oder den Kings Of Leon. Und da sind dann auch wenigstens ein paar junge Leute, denn die Jugend von heute (zu denen ich mit meinen fast 37 Jahren definitiv nicht mehr gehöre) weiß eben was gut ist, bei denen gibt es keine Nostalgie um einen Typen , der mal in dem Film "Ein Engel über Berlin" meine Kultfigur war.

Draußen vor der Türe fallen mir übrigens auf der anderen Straßenseite die blutjungen und hochtalentierten französischen Musiker "Coming Soon" auf. Ihnen wird nachgesagt, daß sie ein wenig (oder stark?) nach Nick Cave klängen. Wenn die wüßten, daß sie hundertmal frischer rüberkommen als ihr Idol! Gerne hätte ich es ihnen gesagt, aber dann waren sie auch schon verschwunden...

Setlist Nick Cave & The Bad Seeds, Casino de Paris, Paris:

01: Night of the lotus eaters
02: Dig, Lazarus, dig!!!
03: Tupelo
04: Today's lesson
05: Midnight Man
06: Nobody's Baby now
07: Red right hand
08: Jesus of the moon
09: The ship song
10: We call upon the author
11: Lie down here (& Be my girl)
12: Deanna
13: Get ready for love
14: Papa won’t leave you, Henry
15: More news from nowhere

16: The lyre of orpheus (Z)
17: Far from me (Z)
18:Hard on for love (Z)
19: Your funeral, my trial (Z)

20: Stagger Lee (Z)



Konzerttermine von Nick Cave und den Bad Seeds:

01.05.2008: Forest National, Brüssel, Belgien
03.05.2008: Dublin Castle, Dublin, Irland
04.05.2008: Academy, Glasgow, Schottland
05.05.2008: Academy, Birmingham, Midlands
07.05.2008: Hammersmith Apollo, London, London and South East
08.05.2008: Hammersmith Apollo, London, London and South East
16.05. 2008: Spektrum, Oslo, Norwegen
17.05.2008: Annexe, Stockholm, Schweden
19.05.2008: KB Halle, Kopenhagen, Dänemark
21.05.2008: Tempodrom, Berlin,
24.05.2008: Sazka Arena, Prag, Tschechische Republik
25.05.2008: Gasometer, Wien, Österreich
03.06.2008: In Music Festival, Zagreb, Kroatien
04.06.2008: Arena, Belgrad, Serbien
06.06.2008: Moni Lazariston, Saloniki, Griechenland
07.06.2008: Lycabetus Theater, Athens, Griechenland




 

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