Sonntag, 29. März 2015

Madeline Tasquin, Karlsruhe, 23.03.15


Konzert mit Madeline Tasquin
Datum: 23. März 2015
Dauer: 80 min
Zuschauer: 21


Our heart takes us place our mind can't go.

Unser Herzen hatten sich schon vor einiger Zeit getroffen und verbündet. So war ich ganz aus dem Häuschen, als sich anbahnte, dass ich Madeline Tasquin auch persönlich treffen würde. Ich war so neugierig, ob sie sich wirklich als der Wirbelwind erweisen würde, als der sie mir aus der Ferne erschienen war.  Und wie die von mir so sehr ins Herz geschlossenen Lieder live leben würden!

Karlsruhe war der sechste Tag ihrer ausgedehnten Frühlingstour durch Europa - von ihr liebevoll Springy Tour getauft. Das Europa mit dem Sprachkuddelmuddel, für das Madeline aber ein begabtes und aufmerksames Ohr hat. Sie überraschte uns mit diversen deutschen Ansagen und sang sowohl französisch als auch englisch und entschuldigte sich, dass sie außer einem Seemannslied kein deutsches Lied mitgebracht hätte. Es wurde sehr viel gelacht, geschnipst, mitgesungen und tatsächlich hatte Madeline etwas von einem Duracell-Häschen, allerdings eines das ganz ohne Batterien auszukommen scheint...



Aber der Reihe nach. Das Konzert begann sehr schwungvoll auf französisch. Madeline begleitete sich auf der in letzter Minute noch geborgten Gitarre. Uns wippte sofort der Fuß und der Finger schnipste mit. Dafür gab es verdienten Applaus, fröhliches Pfeifen und Johlen. Dies und viel Lachen waren von Anfang bis Ende Kennzeichen eines ganz besonderen Konzertabends. Etwas nachdenklicher war ihr zweites Lied Free love. Es klang nicht allzu glücklich, aber hatte die für Madeline so typische ausgestreckte Hand im Text: Give me what you got and I make it enough. Auch das Bild,  wie sie für ihren Liebsten in Unterwäsche singt, ließ doch den einen oder anderen Schmunzeln...

Am Klavier gab es schließlich Another trip around the sun. Vielleicht mein liebstes und vertrautestes Lied ihrer letzen EP. Dieser einladende Dreiertakt, die vertrauten Läufe und diese Energie, die sich in diesem Lied entladen, verfehlten nicht ihre Wirkung auf alle anwesenden.



Nach diesem Gefühlsausbruch durfte die mitreisende Ukulele an den Start für zwei Songs.  The panther and I war ihre Antwort auf eine zerbrochene Liebe, nach der sie sich des Panthers als Sinnbild für ihr innerstes unverletztes Selbst besann. So klein sie körperlich erscheint,  traute ich ihr die Raubkatze doch durchaus zu... Anschließend gab es Geplänkel um Orbital velocity. Statt des von ihr gesuchten Astrophysikers, outete sich ein Gast als Astronaut, was wohl ebenso ernst zu nehmen war, wie die Referenz Twinkle little sattelite auf das bekannte Kinderlied. 

Selbst das Gitarre stimmen wurde noch zum Spaß: That is good enough for Rock'n Roll! Ihr Occupy Wallstreet inspirierter Song über die einfachen und wichtigen Dinge im Leben Full belly hatte allerdings einen sehr langsamen Dreiertakt und ein dramatisches Finale inkl. Kinderchor und leuchtenden Feuerzeugen. Ist das in Kalifornien Rock'n Roll?



Anschließend präsentierte sie uns zwei dramatische und mitreißende Stücke am Klavier Silent Spring und Cheap Blue Yarn. Sie werden ihren Platz finden in einer Jazz Oper zum Thema Revolution, an der sie gerade arbeitet. Sie spielt in einer erdachten Welt mit Königinnen, Phönix und Drachen. Die Texte enstehen gerade noch - z.B. auf den langen Zugfahrten. 

Für das nächste Stück hatte die Ukulele wieder Dienst. Über die Eule wurde auf englisch erzählt, aber der Refrain war französisch und wir durften mitsingen üben. Das machte gute Laune! Auch beim Lied über Ahorn und Eiche bleib spätestens im Refrain kein Fuß am Fleck. Leider ging es anschließend schon in den Endspurt. Ein Billy Holiday Song wurde zum Schmachtfetzen und die Uke durfte ein Lied begleiten, das tatsächlich diverse Klischees bediente: ein Song geschrieben auf einer sonnenverwöhnten Veranda mit Einladung zum Pfeifkonzert - whistling is a very serious business - und nur drei Akkorden. Aber was für ein Spaß!


Offensichtlich konnten wir Madeline nicht ohne Zugaben ziehen lassen. Und sie wollte nichts lieber als das: I really just want to be playing. Mit Good night Irene war die erste Zugabe ein super Traditional Folksong. Den Schlusspunkt für das Konzert setzte jedoch eine kraftvolle Piano-Ballade über die Zukunft ohne Wasser auf einer eher nachdenklichen Note. 

Es gab hinterher sehr viel zu reden und zu lachen. Das Konzert und die Künstlerin werden uns alle noch lange im Herzen begleiten. Die letzten Gäste gingen erst zur Mitternachtsbahn.


Setlist:
01: Je me suis fait tout petit (Georges Brassens)
02: Free love
03: Another trip around the sun
04: The panther and I
05: Orbital velocity
06: Full Belly
07: Silent Spring 
08: Cheap blue Yarn
09: Hibou
10: The acorn and the oak
11: Crazy he calls me (Carl Sigman)
12: The front Porch

13: Good night Irene (Z)
14: Idle no more (Z)


Songs for Spring Tourdaten:
18.03. Kafi für Dich Zürich
19.03. OnoBar Bern
21.03. Jazzkeller Sargans
22.03. Werkstatt Chur
23.03. Wohnzimmer Karlsruhe Waldstadt
26.03. La Barricade Nantes
27.03. Le Café Rouge Mécanique Nantes
28.03. T'Es Rock Coco Angers
02.04. Bistrot La Quincallerie Générale Rennes
04.04. La Chapelle de La Cour des Aulnays Challain-La-Potherie
05.04. Le Chat Noir Nantes
07.04. Soirées Cerises Bruxelles
08.04. La Dame de Pique Namur
09.04. Theater De Kapel Groningen
11.04. Cafe Alte Schule Hamborn
14.04. Kultur Lichtung Köln
15.04. Schlegels Dortmund
16.04. Lagerhalle Osnabrück
17.04. Cafe Balu Mönchengladbach
18.04. Le Caf&diskaire Lille
24.04. In The Garden w/ Oscar Philéas Paris
25.04. Le Vieux Léon Paris
01.05. Strudelhof Kaffeehaus Magdeburg
02.05. LernLaden Halle
06.05. Culture Container Berlin

 

0 Kommentare :

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates