Mittwoch, 4. September 2013

Belle & Sebastian, End Of The Road Festival, 01.09.13


Konzert: Belle & Sebastian
Ort: Larmer Tree Gardens (End Of The Road Festival), England
Datum: 01.09.2013
Dauer: 90 min



Unter den vielen Lieblingsbands, die übers Lineup des End Of The Road Festivals verteilt waren, sind Belle & Sebastian mir die liebsten. Wenn ich nach den mir wichtigsten Künstlern gefragt werde (was nicht so oft passiert), kommen die Glasgower grundsätzlich in die Top 5 - als einzige noch aktive Band. Mich verbindet so viel mit ihrer Musik, alleine eine Liste mit all meinen bisherigen Belle & Sebastian Lieblingsstücken würde mich tagelang beschäftigen. Daß wahnsinnig viele von denen beim Wiedersehen auf einem Acker in North Dorset fehlten, machte das Konzert keinen Deut schlechter, als ich es mir erhofft hatte! Es war der letzte Glanzpunkt auf einem ohnehin strahlenden Festival. 


Mit der B-Seite der 2000er Single Legal man, dem Instrumental-Stück Judy is a dick slap begann die Show. Neben den Stammitgliedern der Band (ohne Trompeter und Bassist Mick Cooke!) standen vier Streicher (u.a. Cellistin Sarah Wilson) und ein Bläser auf der Bühne. Als Mick-Ersatz spielte David McGowan (Teenage Fanclub - wenn ich mich nicht total verguckt habe) Trompete und Gitarre.



Es folgte I'm a cuckoo von Dear catastrophe waitress in einer am Ende abgewandelten Version. Ich glaube, es gab eine andere Strophe am Schluß. Die nächsten Stücke gehören alle regelmäßig zum Programm von Belle & Sebastian Konzerten. Another sunny day, das von Stevie Jackson gesungene To be myself completely und Sukie in the graveyard (alle von The life pursuit) und Piazza, New York catcher spielen die Schotten oft. Allerdings fand ich die Version des Lieds über den Baseball-Spieler (Indie-Wissen: Stuart Murdoch ist Fan der Boston Red Sox) ein wenig lahm und zu sehr abgespeckt, dabei ist das Stück einer meiner Lieblinge. Stuart Murdoch hatte beim "Q & A" beim Bowlie 2010 sehr desillusionierend erklärt, wie Setlisten entstehen. "Ich schreibe die am Tag des Konzerts und schreibe die Songs auf, auf die ich Lust habe. Manche spielen wir immer, weil sie gut funktionieren." Offenbar gehörten diese dazu.


Eines der nicht oft gespielten Lieder kam sehr zu meiner Freude danach. The model von der beigen Platte (Fold your hand child, you walk like a peasant), die wie ich finde immer ein wenig unterschätzt wird, mag ich wahnsinnig gerne, hatte es aber noch nie gehört. 

Etwas später folgte Your cover's blown von der Books EP, das durch einen neuen Remix auf der gerade erschienenen Raritätensammlung The third eye center seine Renaissance erlebt. Ob es nun an der Wiederveröffentlichung lag oder ob Your cover's blown ein heimlicher Liebling ist, der Titel kam wahnsinnig gut an und war eines der besten Stücke des Konzerts.


Der Höhepunkt war allerdings das ganz kurze und unendlich schöne Simple things von The boy with the arab strap ("from the green album," wie Stuart Murdoch sagte). Hatte ich mich beschwert, daß meine Lieblinge (Like Dylan in the movies, Fox in the snow, I fought in a war, Belle & Sebastian, Dog on wheels, Lazy line painter Jane, This is just a modern rock song, My wandering days are over, State I am in, Expectations...) nicht gespielt wurden? Spätestens damit war das vergessen, für mich die schönsten anderthalb Minuten des Festivals.



Bei Boy with the arab strap rief Stuart Murdoch (Indie-Wissen: Lieblingskäse Wensleydale Cheese) Tanzwillige aus dem Publikum nach oben, etwas, was B&S seit einiger Zeit machen. Ich war dafür gerade leider zu weit weg, konnte auch nicht erkennen, ob einer meiner Freunde auf die Bühne gerufen wurde. Erzählt davon hat keiner.



Danach ging alles furchbar schnell - viel zu schnell - vorbei. Legal man (das ich nicht so gerne mag), das wundervolle Judy and the dream of horses und die einzige Zugabe Get me away I'm dying - und das Konzert war vorbei. Die Band hatte es eilig, sie war zum Signieren im Roughtrade Zelt eingeteilt.



Schlecht an dem Konzert war eigentlich nur eines. Ich habe wieder unendliche Lust, Belle & Sebastian Konzerte zu sehen und hoffe sehr, daß es nicht wieder zwei Jahre dauert.

Setlist Belle & Sebastian, End Of The Road Festival:

01: Judy is a dick slap
02: I'm a cuckoo
03: Another sunny day
04: The stars of track and field
05: I want the world to stop
06: To be myself completely
07: Sukie in the graveyard
08: Piazza, New York catcher
09: The model
10: If you're feeling sinister
11: Your cover's blown
12: I didn't see it coming
13: Simple things
14: The boy with the arab strap
15: Legal man
16: Judy and the dream of horses

17: Get me away from here, I'm dying

Links:

- aus unserem Archiv:
- Belle and Sebastian, Barcelona, 27.05.11
- Belle and Sebastian, Minehead, 11.12.10
- Belle and Sebastian, New York, 30.09.10
- Belle and Sebastian, Latitude-Festival, 17.07.10 
- mehr Fotos von Belle & Sebastian beim End Of The Road Festival


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