Donnerstag, 15. Juni 2017

Onsind, Köln, 13.06.17


Konzert: Onsind akustisch
Ort: Lauras & Nelles Wohnzimmer, Köln
Datum: 13.06.2017
Dauer: gut 60 min
Zuschauer: gut 30

 

Bei meinem ersten Indietracks (= Indiepop-Wacken) fielen mir drei Sorten T-Shirts auf: eines von The Organ, zwei von Alemania Aachen und ganz viele von Martha. Ich kannte Martha damals nicht (nur meine saucoole Großtante gleichen Namens) und brauchte eine ganze Weile, um zu verstehen, warum die Band aus Durham diesen besonderen Status hat, der sich unter anderem an der Shirt-Frequenz ablesen ließ.

Im März beim Abschluß des FortunaPOP!-Beerdigungs-Festivals spielten Martha als letzte von 28 Bands vor ausverkaufter Scala. Innerhalb der englischen DIY-Punk-Szene sind Martha riesig - und das ist hochverdient.




Beim Booking ist DIY manchmal anstrengend, Martha-Konzerte sind daher nicht ganz einfach zu besuchen, wenigstens nicht bei uns. Als die Juni-Tour aber konkreter wurde und Aachen (heute) bestätigt zu sein schien, waren eine ganze Menge freie Tage im Tourplan. Martha-Fans Laura und Nelle nutzten die Gunst der Stunde und luden Martha zu einem Wohnzimmerkonzert nach Köln ein. Da die Band glaubte, für ein Konzert zu wenig akustische Songs zu haben, sprang Onsind ein. Onsind - das sollte ich dazu sagen - sind die eine Hälfte von Martha, Nathan und Daniel. Die beiden anderen (Naomi und JC) waren zwar auch da, saßen aber zwischen den anderen Gästen auf Sofa und Boden und guckten Onsind zu.

Onsind (und auch Martha) bezeichnen sich nicht als Heavy Punk Bands, sie sehen sich eher in der Tradition von Billy Bragg, wie sicher auch The Spook School, die Tuts oder die zahllosen anderen neuen britischen Bands dieser Szene, die eben nicht nur Lieder über "alles ist scheiße" sondern über Geschlechterindentität, Grenzen, psychische Krankheiten oder die aktuelle britische Politik schreiben.

Das Konzert begann mit Never trust a Tory, das auf der letzten Platte noch Pokémon city limits hieß, Suicide is painful vom Album davor und BA77. Danach spielten die beiden Onsind-Sänger ein erstes neues Lied von einer Platte, die im Herbst erscheinen soll. Nach Mildred von einer EP mit vier Liedern über die Hauptdarstellerinnen oscarprämierter Filme (Misery, Das Schweigen der Lämmer, Fargo und Einer flog übers Kuckucksnest - Mildred), fragten Nathan und Daniel, ob es ok sei, wenn ein paar Martha Lieder folgen würden. JC und Naomi kamen dazu und spielten gleich vier, es war toll und alle funktionieren auch akustisch fantastisch!



Danach setzten sich die beiden wieder, es folgte der nächste Onsind-Schwung, darunter zwei (denke ich) neue Lieder. Irgendwann fragte, Nathan, wie lange sie denn spielen dürften, damit wir keinen Ärger mit der Polizei bekämen, um sich dann aber zu besinnen. "We don't stop for cops."

Zu den Zugaben kam JC zunächst alleine auf die Bühne und spielte noch drei Martha Songs, auch in der Solo-Version! Naomi begleitete ihn bei Dust, juice, bones and hair.

Ganz wundervoll war die Textsicherheit des Publikums bei Bands, die in Deutschland - wie viele, 500 oder 1.000 Menschen kennen. JC hatte einen kurzen Texthänger bei St Paul's..., hätte sich aber locker von seinem Publikum helfen können, wenn das länger gegangen wäre. 


Oh, das war ein großartiger Konzertabend! DIY-Konzertveranstalter sind toll, danke Laura & Nelle! Und jetzt gleich noch mal all die Martha-Lieder in laut und punky.

Setlist Onsind, Wohnzimmerkonzert, Köln:

01: Never trust a Tory (auch: Pokémon city limits)
02: Suicide is painful
03: BA77
04: Magnolia (neu)
05: Mildred
06: Six men getting sick six times (Mendable) (Martha)
07: 1997, passing in the hallway (Martha)
08: Precarious (Supermarket song) (Martha)
09: 1967, I miss you, I'm lonely (Martha)
10: Immature (neu, glaube ich)
11: Heterosexuality is a construct
12: Truth (Arbeitstitel) (neu)
13: God hates facts
14: Dissatifactions

15: St Paul's (Westerberg comprehensive) (Martha) (Z)
16: Dust, juice, bones and hair (Martha) (Z)
17: Ice cream and sunscreen (Martha) (Z)



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