Donnerstag, 26. Februar 2009

Sky Larkin, Köln, 25.02.09

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Konzert: Sky Larkin & Johnny Foreigner
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 25.02.2009
Zuschauer: ca. 60
Dauer: Johnny Foreigner 30 min, Sky Larkin 50 min


Ein zweiter Anlauf! Vor drei Tagen hatten wir Johnny Foreigner und Sky Larkin beim ersten Termin ihrer gemeinsamen Europatour in Amsterdam gesehen. Sky Larkin, deren erste Headlinertour außerhalb Englands dies ist, hatten mich im Paradiso wieder einmal begeistert. Obwohl das Repertoire der jungen Band noch nicht furchtbar groß ist - das fabelhafte Debütalbum The Golden Spike ist vor ein paar Tagen erschienen - war auch mein viertes Konzert der Leedser hervorragend. Ihre Begleiter aus Birmingham enttäuschten unsere hohen Erwartungen allerdings mächtig. Weil ich ihr Album und ihre EP so sehr mag, wollte ich sie aber doch noch einmal sehen, vielleicht wären die Eindrücke ja jetzt andere. Schwedens Kronprinzessin Victoria hat schließlich bei Bekanntgabe ihrer Verlobung auch erwähnt, daß es nicht sofort "Klick" gemacht habe, die Liebe zu Daniel Westling sei langsam gewachsen.

Nachdem ich am frühen Abend Katie, Nestor und Douglas von Sky Larkin interviewt
hatte (folgt in Kürze!), kamen wir ziemlich pünktlich im Raum an. Leider war nicht furchtbar viel los, Aschermittwoch in Köln scheint nicht der beste Termin für Konzerte zu sein...

Um neun kamen die drei aus den Midlands dann ziemlich exzentrisch auf die Bühne. Sänger und Gitarrist Alexei
Berrow trug eine Tiermütze, Bassistin Kelly Southern das schlabbrigste Sweatshirt, das ich je gesehen habe - sexy!

Der Beginn ließ befürchten, daß es genauso würde wie in Amsterdam. Some summer, etwas wohl Neues, war auch im Paradiso der Auftaktsong. Dazu hatte alles sofort den Charme einer öffentlichen Probe und wirkte unfertig. Einer der Hauptkritikpunkt an Amsterdam war, daß JoFo nur vier bekannte Lieder, dazu vier Premieren, teilweise ohne jede Spielpraxis darboten. Der Ansatz, die neuen Sachen live einzustudieren, weil direkt nach der Tour im Studio aufgenommen wird, ist zweifelsfrei pragmatisch. Aber für eine erste echte Europatour taugt er sicher nicht.

Es wurde dann aber heute doch überraschend gut! Woran das so genau liegt, kann ich nur vermuten. Zum einen schienen die zwei Proben nach Amsterdam (vorgestern in Paris - Oliver hat darüber berichtet - und gestern im
Botanique in Brüssel) geholfen zu haben, denn die neuen Lieder saßen deutlich besser. Zum anderen wirkte die Band eine Ecke sympathischer, sogar Kellys Richten der Haare schien seltener und weniger störend zu sein. Egal ob das nun alles Selbsttäuschung war oder nicht, der Auftritt war gut! Natürlich machten mir die alten Lieder eine Ecke mehr Spaß als die unbekannten, die halbe Stunde war insgesamt aber sehr harmonisch (ein passendes Wort, um Johnny Foreigner zu beschreiben!) und extrem kurzweilig. Vor allem hat sie mir sehr viel Spaß auf ein echtes Konzert der Band aus Birmingham gemacht, mit all den tollen Liedern vom Debütalbum!

Vielleicht kann eine kleine Szene die Beklopptheit der Johnny Foreigners am besten beschreiben... Der herrlich
aussehende Roadie (breitkrempriger Hut und lange fizzelige Haare) bastelte gerade an der Bassdrum des Drummers Junior. Der sah ihn da unter seinem Becken kauern und schlug mit ganzer Kraft auf das Ding!

Eine kleinere aber noch schönere Besonderheit sind die vielen winzigen Keyboard-Sequenzen, die auch Junior spielt. Dazu hat er in sein Schlagzeug ein Keyboard eingebaut.

Setlist Johnny Foreigner, Gebäude 9, Köln:

01: Feels like summer
02: Yes you talk too fast!
03: neu (ohne Name)
04: Eyes wide terrified
05: neu (Kingston?)
06: Custom scenes and the parties that make them (neu
)
07: Cranes and cranes and cranes and cranes
08: You're all just jealous

Eine halbe Stunde später war dann Sky Larkin Zeit. Die Band um Sängerin Katie Harkin erhält für ihr Debütalbum The Golden Spike, das sie in Seattle bei Produzentenlegende John Goodmanson (Pavement, Death Cab For Cutie, Nada Surf, Blondie, Sleater-Kinney...) aufgenommen, und das bei Wichita erschienen ist, blendende Kritiken. Und auch live überzeugten mich Sky Larkin bislang restlos.

Das Konzert begann wie das im Paradiso. Die Bandmitglieder standen plötzlich auf der Bühne, frickelten noch etwas an ihren Instrumenten und ließen das dann in den Anfang von Pica übergehen.

Es folgte einer meiner Lieblinge, Antibodies. Mich faszinierte dabei (und immer wieder danach), wie perfekt
Douglas, Nestor und Katie ihre Songs live spielen. Vor allem das wilde Schlagzeugspiel von Trommler Nestor verzeiht eigentlich (aus meiner bescheidenen Laiensicht) keinerlei Fehler. Der Drummer schlägt meist in absoluter Höchstgeschwindigkeit auf seine Trommeln, trotzdem klang alles absolut präzise (oder neudeutsch auf den Punkt). Katie und Douglas harmonieren damit perfekt, sodaß Sky Larkin Konzerte ein lautes aber ein sehr großes Vergnügen sind!

Nach One of two die erste große Überraschung: "Das nächste Leid haben wir noch nicht gespielt, ihr erlebt also eine Premiere", kündigte die Gitarristin Geography an, das auch auf The Golden Spike enthalten ist. Natürlich klang auch dieses Stück vollkommen perfekt und weder
unsicher, noch wie ein Stück Mist, was Nestor befürchtet hatte. Ansonsten spielten Sky Larkin (Konzerttagebuch Wissen: ein Skylark ist ein Vogel - bei uns als Feldlerche bekannt; dazu aber mehr im Interview) die bekannten und liebgewonnenen Hits ihres Albums, unter anderem die Singles Molten und Fossil, I, das sensationelle Somersault, den Ohrwurm Matador und zum Schluß die aktuelle Single Beeline, die im außergewöhnlichsten Format, das ich je erlebt habe, erschienen ist, nämlich als Armbanduhr mit beiliegenden Downloadcodes! Großartig! Die ist aber leider mittlerweile vergriffen und wird sicher ein Sammlerstück.

Zur Zugabe kam Nestor mit Purzelbaum auf die Bühne
zurück - Stars in der Manege. Zugabe war erst einmal Keepsakes, das Lied, mit dem ich die Nordengländer auf einem Sampler des Leedser Labels Dance To The Radio kennengelernt hatte. In Amsterdam war hier Schluß. Das Kölner Publikum, vor allem der britische Teil, machten aber noch so lange weiter Krach, bis Katie & Co. wiederkamen, obwohl die Sängerin gestand, sie hätten gar nichts mehr. Nach kurzen Diskussionen, ein paar abgelehnten Vorschlägen (Wonderwall), englisch-irischen Gesprächen ("Where are you from?" - "grummelgrummel" - "Where?" - "grummel" - "Where's that?" - "Ireland"), Lästereien der Sängerin über Cowboy Dougs Stiefel ("weil wir durch Skandinavien touren sollten wir winterfeste Schuhe mitbringen, Douglas hat Cowboystiefel genommen! Er kam dann und hatte die Jeans reingesteckt!), stimmte Katie Larkin dann Handsome, eine B-Seite von Fossil, I an, ganz ohne Gitarre und sehr akustisch. Wow, bzw. hach, eine echte Perle noch einmal am Ende!

Gotteseidank spielen Sky Larkin sehr gerne in Deutschland. Wir werden sie also wiedersehen. Vermutlich werden sie auch bei einigen Festivals auftreten. Seht sie Euch da an! Diese extrem charmante Band ist extrem lohnenswert!

Setlist Sky Larkin, Gebäude 9, Köln:

01: Pica
02: Antibodies
03: One of two
04: Geography
05: Somersault
06: Summit
07: Octopus 08
08: Fossil, I
09: Matador
10: Molten
11: Beeline

12: Keepsakes (Z)

13: Handsome (Z)

Links:

- Sky Larkin und Johnny Foreigner am 23.02.09 in Paris
- und in Amsterdam einen Tag vorher
- Sky Larkin in Paris im Dezember
- und in Köln bei ihrer Quit yr jobs Tour
- und Brüssel, jeweils mit Los Campesinos!
- sowie als Support von Conor Oberst im Gloria in Köln im September 08
- mehr Fotos von Sky Larkin und Johnny Foreigner im Gebäude 9

Das Interview mit Sky Larkin folgt in Kürze hier!







Mittwoch, 25. Februar 2009

War On Drugs & Elliott Brood & Horse Feathers, Paris, 24.02.09

4 Kommentare

Konzert: War On Drugs & Elliott Brood & Horse Feather
s
Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 24.02.2009
Zuschauer: nicht ausverkauft
Konzertdauer: Horse Feathers ca. 35 Minuten, Elliott Brood ca. 45 Minuten, War On Drugs ca. 55 Minuten



Wir haben auf dem Konzerttagebuch ja schon oft über die Ungerechtigkeiten des Musikbusiness gejammert und uns darüber beklagt, daß es viele vorzügliche Musiker gibt, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen würden. Selten aber war unsere Jammerei so berechtigt wie heute!

Gleich drei hervorragende Acts wurden nämlich heute im Rahmen des Festivals Les Nuits de L'Alligator auf die Bühne der Maroquinerie geschickt und trotzdem war der recht kleine Laden alles andere als ausverkauft. Es gab sogar etliche Leute, die überschüssige Einladungen hatten, die sie bei Gewinnspielen ergattert hatten und nicht los wurden.

Sei's drum, "wer nicht will, der hat schon!", hat mein Vater immer gesagt. Blieben die Genießer und Connaisseure bester Folkmusik halt eben unter sich!

Und zum Genießen war bereits die erste Gruppe, die heuer aufspielte und zwar Horse Feathers aus Portland, Oregan. Horse Feathers werden angeführt von dem bärtigen Akustikgitarristen Justin Ringle und seine filigranen Kompositionen werden im Studio und auch live umgesetzt von einer Cellistin und einem Violinisten. Auf CD sind das Heather und Peter Broderick (im Übrigen selbst tolle Musiker), auf der Tour Catherine O'Dell und Nathan Crockett.

Die drei Musiker verzückten mich ganz außerordentlich, denn die Stimme von Justin war wunderschön, leicht brüchig, aber sehr berührend und die Streicher harmonierten ganz vorzüglich zusammen. Die Cellistin schien noch recht jung zu sein, sie erinnerte mich angenehm an eine frühere Kommilitonin, die ich sehr mochte. Sie spielte sehr gefühlvoll und einfühlsam und sorgte damit für ein wohliges Schaudern in meiner Rückgengegend. Aber auch der Geiger war vorzüglich, ebenfalls ein junger und hübscher Bursche, der bei einem Lied sogar auf der singenden Säge brillierte. Gespielt wurden Songs von beiden bisher verfügbaren Alben, also Words Are Dead (2007) und House With No Name (2008). In der ersten Hälfte ließen mich Working Poor und Curs In The Weeds besonders hellhörig werden, aber der zweite Teil war fast noch schöner. Da wurden nämlich hintereinander die brillianten Stücke Different Gray und vor allem Heathen's Kiss performt. Die traumhafte Ballade Different Gray ist eigentlich tottraurig und ist in diesem tiefmelancholischen Stil wohl nur noch von Anthony und seinen Johnsons zu toppen, während Heathens' Kiss forscher und eindringlicher ist, an manchen Stellen wirkte Justins Stimme gar anklagend, am Ende wird sie aber dann doch wieder sanfter, bevor noch einmal lautere Töne angeschlagen werden. Die Intrumentierung erinnerte mich an Bon Iver und das ist ja wahrlich keine schlechte Referenz!

Horse Feathers - muß man sich unbemerkt merken! Wundervoll!

Setlist Horse Feathers,
La Maroquinerie, Festival Les nuits de L'Alligator, Paris:

01: Helen
02: Finch On Saturday
03: Working Poor
04: Curs In The Weeds
05: Mother's Sick
06: Albina
07: Walking & Running
08: Different Gray
09: Heathen's Kiss
10: Ride To Ride



Setlist Elliott Brood, La Maroquinerie, Festival Les nuits de L'Alligator, Paris:

01: Twill
02: Garden River
03: Acer
04: Wolfgang
05: Without Again
06: The Bridge
07: The Valley Town
08: Cadillac Dust
09: Write It All Down For You
10: Fingers And Tongues

Berichte über Elliott Brood und War On Drugs folgen in Kürze hier.




Dienstag, 24. Februar 2009

Sky Larkin, Johnny Foreigner u.a., Paris, 23.02.09

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Konzert: Sky Larkin & Johnny Foreigner & To Arms ETC & Gemma Ray

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 23.02.2009
Zuschauer: nicht sonderlich viele
Konzertdauer: wie immer pro Band ca. 35 Minuten



Seltsam. Keiner hier?

Als ich zusammen mit meinem Freund Philippe gegen halb neun in die szenige Flèche d'or eintrete, stehen gerade mal geschätzte 20 Leute rum, die darauf warten, daß sich der rote Vorhang für die erste Band des Abends öffnet.

"Les absents ont toujours tort", sagt ein französisches Sprichwort - die Abwesenden haben immer Unrecht. Aber ist das heute wirklich so? Hatten die Zuhausegebliebenen nicht ausnahmsweise Recht?

Ich kann es vorwegnehmen: Diejenigen, die nicht kamen, haben nicht allzu viel verpasst und dies trotz eines Line Ups, das eigentlich Gutes versprach!

Die brünette Engländerin Gemma Ray, die gerade von einer kleinen Deutschland Tournee (Cafe Zapata, Berlin; Grüner Jäger, Hamburg; Karlstorbahnhof, Heidelberg) nach Paris gekommen war, eröffnete das Programm. Sehr gute Kritiken im deutschen Musikexpress für ihr Album The Leader hatten sicherlich mit dazu beigetragen, daß sie Tourdaten für Deutschland bekam.

In der französischen Metropole musste sie zusammen mit ihrer mehrköpfigen Band allerdings vor fast leeren Rängen loslegen. Etwas mehr Interesse hätte die Sängerin und Gitarristin aber schon verdient gehabt. Ihr bluesig angehauchter Indierock war nämlich keinesfalls schlecht, ihre Stimme schön und markant. Den Wildwestmelodien made in London fehlte aber ein wenig Pfiff und vor allem der erste Teil des Sets war ein wenig fad. Dann wurde es aber doch deutlich besser. Mit der Ballade Dry River wurde ich zum ersten Mal neugierig gemacht und das anschließende Rockstück Name Your Lord war sogar richtig gut. Es würde mit seinem markanten Gitarrenriff und der schwülen Wüstenatmosphäre gut in eine der legendären Dessert Sessions von Josh Homme passen. Bring It On Me wiederum erinnerte an einen anderen (ehemaligen) Queens Of The Stone Age Musiker. Ich rede von Mark Lanegan, der zusammen mit Isobel Campbell schon ähnliche Stücke geschrieben hat.

Insgesamt legte Gemma Ray mit ihrer Band einen brauchbaren Auftritt aufs Parkett, aber an ähnliche Acts wie z.B. Howling Bell, The Duke Spirit oder eben Campbell & Lanegan kam das nicht ran.

Setlist Gemma Ray, La Flèche d'or, Paris:

01: Dig Me A River
02: On Your Own
03: Down
04: Tough Love
05: Fist Of Flower
06: Dry River
07: Name Your Lord
08: Bring It To Me
09: So Do I

Weiter ging es mit der Band To Arms ETC. Das Quintett aus London, angeführt von dem oberlippenbärtigen Sänger und Keyboarder Charles Cambell Jones war für mich die positivste Überraschung des Tages. Ihr Stil war nicht so leicht zu verorten. Es gab eine psychedelische Komponente, Harmonien wie man sie von den Beatles kennt, aber phasenweise auch eine noisige Seite. Eine Mischung aus Pavement, der Beta Band, den Beatles und den Super Furry Animals, so in etwa klang das für mich. Und es gibt wohl sogar schon eine LP, die ich zwar nicht gekauft habe, die mich aber dennoch interessieren würde. Schade, daß man die Londoner im dunklen Licht kaum erkennen konnte, denn besonders die schwarzhaarige Keyboarderin Tiia Jaakola (eine Finnin?) war mit ihrem Stewardessen Look und den weißen Pumps sehr süß.

To Arms ETC haben mich neugierig gemacht!

Neugierig war ich schließlich auch auf Sky Larkin, von denen mein Blogger Partner in schöner Regelmäßigkeit in den höchsten Tönen schwärmt. Ich selbst hatte das sympathische Trio aus Leeds im Dezember 2008 zusammen mit Los Campesinos! gesehen und hatte sie in guter Erinnerung, wenngleich ich damals nicht wirklich in Euphorie ausgebrochen war.

Die Band um die liebenswürdige Sängerin und Gitarristin Katie begannen und ob der flotten Rhythmen, der Spielfreunde und des jugendlichen Charms konnte ich die Schwärmerei von Christoph schon ein wenig verstehen. Ziemlich bald störte mich aber das übermäßig wuchtige Schlagzeugspiel von Heißsporn Nestor, der dermaßen hart draufprügelte, daß man die schöne Stimme von Katie kaum noch hören konnte. Er fetzte mir schlichtweg die Ohren weg, so daß ich mich von den Boxen entfernen musste. Im Laufe des recht kurzen Sets begann ich mich schließlich irgendwann fast ein wenig zu langweilen. Zu eintönig und gleichförmig waren die Lieder und es gab auch kaum einen Song, der wirklich hängenblieb. Am ehesten gelang das noch bei den fetzigen Stücken Fossil,I und Beeline, der Rest ging weitestgehend an mir vorbei. Schade, denn stilistisch gefallen mir Sky Larkin eigentlich ziemlich gut. Sie sind jung, frisch und wild und auch sehr nett. Wenn sie es schaffen, mehr punktgenaue Lieder mit Wiedererkennungswert zu komponieren, kann das durchaus noch was mit uns werden...

Es war schließlich schon fast halb zwölf bis das Trio Johnny Foreigner, endlich an den Start ging. Sie hatten wohl keinen richtigen Soundcheck gemacht und die mangelnde Vorbereitung merkte man auch ihrem recht chaotischen Set an, das allerdings energisch und sehr schwungvoll war. Aber auch hier fehlten mir die markanten Songs, an die man sich hinterher erinnert. Ein Höllenlärm, voller körperlicher Einsatz und eine hübsche, gutgebaute Bassistin reichen eben nicht aus, um mich wirklich zu überzeugen. Positiv werte ich allerdings, daß es ein bißchen mehr Abwechslung als bei Sky Larkin gab, weil sowohl der blonde Gitarrist Alexei Berrow, als auch die brünette Bassistin Kelly Southern sangen. Deshalb erinnerte das Ganze auch ein wenig an die Blood Red Shoes, aber nicht so gut eingespielt und auch ohne zwingende Hits wie It's Getting Boring By The Sea oder I Wish I Was Someone Better. Überhaupt schienen sie fast nur neue Sachen zu spielen, die vier letzten Stücke (insgesamt gab es 9 Songs) ihrer Setlist hießen:

- Kingston
- Custom Scenes
- Cranes And Cranes And Cranes And Cranes
- Von Dutch

Davon kennen Fans wohl nur Cranes, oder? Vorher gab es aber zumindest Eyes Wide Terrified, einen ihrer bekanntesten Songs. Trotz der vielen Pannen und den wenig geprobten Stücken war die Stimmung recht gut und man musste konstatieren, daß es sich um das Konzert handelte, das heute abend am besten beim Publikum ankam. Alexei machte am Ende sogar noch einen Abstecher ins Publikum und ließ sich feiern.

Insgesamt war es ein Programm, das viel Lärm, jugendliche Frische und mit To Arms ETC eine recht interessante Entdeckung bot, aber nicht so richtig überzeugen konnte. Ich habe schon bessere Abende in der Flèche d'or verbracht...


Setlist Johnny Foreigner, La Flèche d'or, Paris:

01: Grace (?)
02: Feels Like Summer
03: Yes You Talk Too Fast
04: New Song
05: Eyes Wide Terrified
06: Kingston
07: Custom Scenes And The Parties That Make Them
08: Cranes And Cranes And Cranes And Cranes
09: Von Dutch


- Mehr Fotos von Gemma Ray hier
- Mehr Pics von Sky Larkin hier
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Sonntag, 22. Februar 2009

Sky Larkin, Amsterdam, 22.02.09

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Konzert: Sky Larkin (& Johnny Foreigner)
Ort: Paradiso, Amsterdam
Datum: 22.02.2009
Zuschauer: etwa 60
Dauer: Johnny Foreigner 30 min, Sky Larkin 45 min


Eigentlich sollte der Abend mit Sky Larkin und Johnny Foreigner das zweite Konzert des Tages sein, denn für den Nachmittag hatten wir (begehrte) Karten für Neko Case, die Oliver am Vorabend noch in Paris gesehen hatte. Die Sängerin musste aber leider nach dem Soundcheck einsehen, dass ihre Gesundheit zu angeschlagen war, um aufzutreten. Uns blieb ein Schild auf der Tür mit dem Trost, sie komme im August oder September wieder - und das zweite Konzert im gleichen Club, am Abend.

Und auch das fing anders an als erwartet. Denn leider fehlte Johnny Foreigner vieles von dem, was sie auf Platte so interessant gemacht hatte. Viel Charme war da leider nicht, dafür eine Sängerin, die giggelte und sich ununterbrochen die Haare richtete. Von den acht gespielten Stücken waren vier ganz neu (und wenig geprobt), ein komisches Konzept für die erste Europa-Tour!

Entschädigt dafür haben der wundervolle Saal (mit hohen Decken und Kamin) und die ebenso wundervollen Sky Larkin! Auch auf die hätten wir fast verzichten müssen, denn ihr viertes Bandmitglied, der alte rote Minibus, zerfiel nach anderthalb Stunden Tour. Einen Ersatzbus und einige Stunden später standen die drei Engländer aber auf der Bühne und bestätigten meine (vorsichtig formuliert) extem positiven Eindrücke meiner ersten drei Konzerte der Band.

Alles Weitere später!

Setlist Johnny Foreigner,

01: Some summer (?)
02: Yes you talk too fast!
03: neu und ohne Namen
04: Eyes wide terrified
05: neu (Kingston?)
06: neu (Caston scenes?)
07: Cranes and cranes and cranes and cranes
08: You're all just jealous


Setlist Sky Larkin, Paradiso, Amsterdam:

01: Pica
02: Antibodies
03: One of two
04: Somersault
05: Summit
06: Octopus 08
07: Fossil, I
08: Matador
09: Molten
10: Beeline

11: Keepsakes (Z)

Links:

- Sky Larkin und Johnny Foreigner am 23.02.09 in Paris
- Sky Larkin in Paris im Dezember
- und in Köln bei ihrer Quit yr jobs Tour
- und Brüssel, jeweils mit Los Campesinos!
- sowie als Support von Conor Oberst im Gloria in Köln im September 08




Neko Case, Paris, 21.02.09

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Konzert: Neko Case

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 21.02.2009
Zuschauer: gute Raumauslastung, aber nicht zu voll
Konzertdauer: ca. 65 Minuten



Yeah! Großartig! Ein tolles Weib, diese rote Zora namens Neko Case! Temperamentvoll, humorvoll, charmant und ausgestattet mit einer sensationellen Country-Stimme! Begleitet von einer erlesenen Band schmetterte die Amerikanerin einen stimmungsvollen Hit nach dem anderen und erzählte den entzückten Zuschauern (darunter der tolle Banjospieler Matt Bauer (Alela Diane) und die reizende Folksängerin Erica Buettner, die bald eine Oliver Peel Session spielen wird) jede Menge Anekdoten. Unter anderem erwähnte sie, daß es ihr ausgerechnet in Paris das erste Mal passiert war, daß jemand ihren Busen angegrapscht hat. - "Wann war das? Gestern?", fragte ihre hochunterhaltsame Backgroundsängerin frech. - "Nein, vor ein paar Jahren konterte Neko!"

Demnächst gibt es hier mehr Details.


Pour nos lecteurs francais:

Neko Case a été magnifique! Elle n'a pas simplement une voix country merveilleuse et des morceaux entêtants, mais aussi plein de charme et d'humour. Accompagnée d'un groupe de grande qualité elle racontait sans cesse des histoires drôles, comme par exemple qu'elle s'est fait toucher les seins par un inconnu à Paris il y a quelques années. Apparement elle n'est pas rancunière, puisque elle semblait adorer le public parisien, qui était composé par pas mal d'américains. Quelle voix, quel personnage!

Auszüge aus der Setlist Neko Case, Le Nouveau Casino, Paris:

- Maybe Sparrow
- Hold On, Hold On
- Star Witness
- Margaret vs. Pauline
- People Got A Lotta Nerve (neu)
- Vengeance Is Sleeping (neu)
- I'm An Animal (neu)
- Don't Forget Me (Harry Nilsson Cover) (neu)

Zusätzlich gab es auch noch andere Lieder vom nagelneuen Album Middle Cyclone





 

Konzerttagebuch © 2010

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