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Dienstag, 12. November 2024

Cindy, Amsterdam, 10.11.24

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Konzert: Cindy
Ort: Paradiso, Amsterdam
Datum: 10.11.2024
Dauer: knapp 40 min
Zuschauer: ca. 20



Mit Beginn der Pandemie tauchte
Cindy plötzlich in meiner Musikwelt auf. Vermutlich war der Newsletter von Stephen Pastels Monorail zum zweiten Album der Grund dafür, dass mir ein Freund den Tipp weiterschickte. Kurz danach hatte ich beide Platten und war der Band aus San Francisco bedingungslos verfallen. Wenn ich beschreiben müsste, welche Musik ich liebe (muß ich viel zu selten), kann ich seitdem Cindy-Lieder vorspielen.

Cindy sind Teil der mit Abstand spannendsten Indiepop-Szene, die sich in SF und Oakland gebildet hat. Bands wie Seablite, Artsick, Kids on a Crime Spree, Jeanines, Peel Dream Magazine, Chime School, The Umbrellas oder The Reds, Pinks and Purples sind alle fantastisch und halfen mir durch die schlimmsten Covid-Zeiten. All diese Bands spielten 2022 beim Oakland Weekender, leider musste ich meine geplante Reise dahin kurz vorher absagen.

Obwohl ich plötzlich so viele neue Lieblingsbands hatte, stachen Cindy immer heraus. Wie gut, dass die Band um Karina Gill so wahnsinnig produktiv ist. Seit 2020 sind drei LPs, mehrere Singles und ganz frisch eine EP erschienen - alle fantastisch. Karina Gill ist spätberufen als Künstlerin. Nach einer Trennung zog sie in eine WG, fand dort eine verlassene Gitarre und begann Lieder zu schreiben, die sie auf der Debütplatte Cindy veröffentlichte.


Auf der Bühne des kleinen Saals im Paradiso stand ein spannendes Instrumentarium. Neben Verstärkern waren da drei Mikros, zwei Gitarren und ein Bass, kein Schlagzeug, kein Keyboard. Die Band stand zu viert im Publikum, während die sehr nette Vorgruppe The Hobknobs (NL) spielte, wir waren uns aber nicht sicher, ob alle vier auch auftreten würden. Taten sie, Cindy sind auf der aktuellen Tour Karina Gill (Gitarre), Oli Lipton (Now, Violent Change) und Will Smith (Now) and Gitarre und Bass. Den vierte Platz ohne Instrument nahm Staizsh Rodrigues (Children Maybe Later) ein und spielte Tamburin. Das klingt viel banaler als es war, das Tamburin ersetzte das Schlagzeug. Das wurde so konsequent umgesetzt, dass ein Lied sogar mit dem Tamburin eingezählt wurde. Wie wundervoll!

Das Konzert war so großartig, wie wir es uns erhofft hatten. Cindy setzten die kunstvolle Langsamkeit ihrer Lieder eindrucksvoll auch live um. Auch wenn es entsetzlich war, wie leer der Saal war, half das, weil es während der Stücke extrem still war. Das Publikum war extrem aufmerksam, puh!


Cindy
spielten fast alle Lieder von der neuen EP Swan Lake, die leider schon auf der UK-Tour ausverkauft war. Wahrscheinlich hätte die Band aber auch ausschließlich unveröffentlichte Skizzen spielen können und mich restlos damit begeistert. Es war perfekt, jedes einzelne Lied, auch das kurze Instrumentalstück The birds in Birmingham Park

"Haben wir noch Zeit für ein Lied?", fragte Karina nach dem letzten Stück. "Wollt Ihr ein langsames Stück? Oder ein langsameres?" Es wurde das langsamere Why not now, fantastisch!

In Berlin spielen Cindy heute, andere Deutschland-Termine gab es nicht. Es ist tragisch, dass solch fantastische Bands bei uns nicht stattfinden können. Nachdem ich den Oakland Weekender verpasste hatte, habe ich mir vorgenommen, alle neuen Lieblingsbands irgendwann live nachzuholen. Cindy war nach Chime School und Peel Dream Magazin die dritte und die mit Abstand wichtigste. Mein Konzertjahr ist erfüllt. 

Setlist Cindy, Paradiso, Amsterdam:

01: Take my place
02: Party in the atelier
03: To be true
04: All weekend
05: My friend
06: Violins
07: Seeing double
08: Consolation's test
09: The birds in Birmingham Park
10: St. Mark's
11: Playboy
12: The bell

13: Why not now



Dienstag, 21. Juni 2011

Warpaint, Amsterdam, 19.06.11

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Konzert: Warpaint
Ort: Paradiso, Amsterdam
Datum: 19.06.2011


Kriegsbemalung statt Kostümierung
von Ursula von neulich als ich dachte
 
Ich melde mich immer noch aus Amsterdam.... Als wir gestern Abend wie gebucht die Band The Mummers im Club Paradiso besuchen wollten, wurden wir enttäuscht: Der Auftritt war wegen Krankheit abgesagt. Das war besonders ärgerlich, weil wir zusätzlich zu den Konzertkarten auch eine Monatsmitgliedschaft im Paradiso hatten erwerben müssen (nur Mitglieder dürfen rein), und diese war nun nicht nur überflüssig, sondern auch nicht erstattbar.

Nachdem mein Freund aber so gerne auf Konzerte geht und nach den Irrepressibles vom Freitag keineswegs gesättigt war, wurde plötzlich die Band Warpaint und ihr heutiger Auftritt im Paradiso eine Alternativmöglichkeit: So würde die Mitgliedschaft immerhin noch sinnvoll genutzt werden.

Ich kannte Warpaint, eine amerikanische Frauenband, im Vorfeld überhaupt nicht, war mir aber bewusst, dass
die Band zurzeit in aller Munde (und wohl auch Ohren) ist und von Konzerttagebuch Christoph in höchsten Tönen gelobt wurde ("Aber zur Zeit sind Warpaint für mich die Band schlechthin."). Wer sich für Indiemusik interessiert, liebt dieses Gruppe zurzeit. Schnell wurde noch das Album als Stream auf der Homepage gehört, und ich kam zu dem Schluss, dass mir ein eher ruhig-plätschernder Abend bevor stand.

Im Paradiso wurde wir zunächst mit der "Vorband" Marques Toliver, einem amerikanischen Straßenmusiker (nehme ich an) konfrontiert, der seine inbrünstigen Songs alleine zu Glockenspiel, Zither und Geige vortrug und es dabei schaffte, alle diese an sich leisen Instrumente als Percussion zu nutzen. Ein durchaus sympathischer Musiker, dessen Stilrichtung mit Anleihen bei Beyoncé ("Single Ladies (Put A Ring On It)") und TLC ("Scrubs") nicht ganz die meine war. Dennoch ein interessanter Auftritt.

Dann kamen die vier Damen von Warpaint auf die Bühne, richtig gut sehen konnte ich von unserer Balkonposition aus leider nur die "Hauptsängerin" Emily Kokai, die die hässlichste Latzhose trug, die ich je gesehen habe. Und dennoch hätte man dazu nicht unbedingt Cowboystiefel anziehen müssen.

Die Lieder hatten live, wie mein Freund hinterher sagte, "mehr
Druck" als auf dem Album "The Fool", sprich, sie waren lauter, mit mehr Schlagzeug und in meinen Augen vor allem unwahrscheinlich lang (Wie kann man mit 11 Titeln eindreiviertel Stunden füllen?). Und dabei blieb es aus meiner Sicht auch. Ewig langes Schrammellied reihte sich an weitgehend identisches ewig langes Schrammellied. Ich musste daran denken, wie ich mir Krautrock vorstelle, und ansonsten kam mir ein abgewandeltes Zitat aus Buffy in den Sinn: "I was bored to tears even before the song that wouldn't end!"

Als wir nämlich endlich den Zugabenteil erreicht hatten (aus der gut sichtbaren Setliste wusste ich, dass noch zwei Lieder gespielt werden würden) folgte auf das erfreulich andere, von Emily allein mit Gitarre vorgetragene "Baby", wiederum gefühlt stundenlanges Gewabere, und ich bin mir keineswegs sicher, dass nur noch ein Song vorgetragen wurde. Ich zumindest fühlte mich hinterher um Jahre älter ...

Das Publikum sah das übrigens völlig anders als ich: Die dicht gefüllte Halle war bis auf die zweite Balkonreihe mit begeisterten Zuschauern gefüllt, die sicher auch über eine weitere Zugabe höchst erfreut gewesen wären. Aber Warpaint und ich werden sicherlich keine Freundinnen mehr werden.

Setlist Warpaint, Paradiso, Amsterdam:

01: Stars
02: Warpaint
03: Bees
04: Burgundy
05: Composure
06: Undertow
07: Set your arms down
08: Majesty
09: Elephants

10: Baby (Z)
11: Beetles (Z)


Links:
- aus unserem Archiv:
- Warpaint, Barcelona, 28.05.11
- Warpaint, Frankfurt, 11.11.10
- Warpaint, Paris, 06.11.10
- Warpaint, Brüssel, 16.05.10


Sonntag, 22. Februar 2009

Sky Larkin, Amsterdam, 22.02.09

3 Kommentare

Konzert: Sky Larkin (& Johnny Foreigner)
Ort: Paradiso, Amsterdam
Datum: 22.02.2009
Zuschauer: etwa 60
Dauer: Johnny Foreigner 30 min, Sky Larkin 45 min


Eigentlich sollte der Abend mit Sky Larkin und Johnny Foreigner das zweite Konzert des Tages sein, denn für den Nachmittag hatten wir (begehrte) Karten für Neko Case, die Oliver am Vorabend noch in Paris gesehen hatte. Die Sängerin musste aber leider nach dem Soundcheck einsehen, dass ihre Gesundheit zu angeschlagen war, um aufzutreten. Uns blieb ein Schild auf der Tür mit dem Trost, sie komme im August oder September wieder - und das zweite Konzert im gleichen Club, am Abend.

Und auch das fing anders an als erwartet. Denn leider fehlte Johnny Foreigner vieles von dem, was sie auf Platte so interessant gemacht hatte. Viel Charme war da leider nicht, dafür eine Sängerin, die giggelte und sich ununterbrochen die Haare richtete. Von den acht gespielten Stücken waren vier ganz neu (und wenig geprobt), ein komisches Konzept für die erste Europa-Tour!

Entschädigt dafür haben der wundervolle Saal (mit hohen Decken und Kamin) und die ebenso wundervollen Sky Larkin! Auch auf die hätten wir fast verzichten müssen, denn ihr viertes Bandmitglied, der alte rote Minibus, zerfiel nach anderthalb Stunden Tour. Einen Ersatzbus und einige Stunden später standen die drei Engländer aber auf der Bühne und bestätigten meine (vorsichtig formuliert) extem positiven Eindrücke meiner ersten drei Konzerte der Band.

Alles Weitere später!

Setlist Johnny Foreigner,

01: Some summer (?)
02: Yes you talk too fast!
03: neu und ohne Namen
04: Eyes wide terrified
05: neu (Kingston?)
06: neu (Caston scenes?)
07: Cranes and cranes and cranes and cranes
08: You're all just jealous


Setlist Sky Larkin, Paradiso, Amsterdam:

01: Pica
02: Antibodies
03: One of two
04: Somersault
05: Summit
06: Octopus 08
07: Fossil, I
08: Matador
09: Molten
10: Beeline

11: Keepsakes (Z)

Links:

- Sky Larkin und Johnny Foreigner am 23.02.09 in Paris
- Sky Larkin in Paris im Dezember
- und in Köln bei ihrer Quit yr jobs Tour
- und Brüssel, jeweils mit Los Campesinos!
- sowie als Support von Conor Oberst im Gloria in Köln im September 08




 

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