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Freitag, 16. April 2010

Alexa Woodward & Annie Crane, 15.04.10

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Konzert: Alexa Woodward & Annie Crane

Ort: Le Pop In, Paris

Datum: 15.04.2010

Zuschauer: 20 oder so



Nachdem Daniel Johnston im Bataclan fertig hatte, zog es mich noch in das nicht weit entfernte Pop In. Eine prima Kneipe, sehr urig, hübsche Mädchen, günstiges Bier (für Pariser Verhältnisse) und Konzerte im Keller. Mein Erscheinen hatte einen bestimmten Grund, schließlich wollte ich ich mir selbst schon einmal ein Bild von den beiden Sängerinnen machen, die am Samstag in unserem Wohnzimmer bei der Oliver Peel Session # 22 auftrumpfen werden. Die beiden süßen Chanteusen, Alexa Woodward und Annie Crane gefielen mir auf Anhieb. Zwei Mädchen an Gitarre und Banjo, beide mit lieblichen Stimmen und warmherzigen Songs ausgestattet, wie sollte ich da lange widerstehen? Schon nach ein paar Minuten hatten sie mich eingelullt und ich fraß ihnen aus der Hand. Hach, schön! Isabelle von Pollyanna, die vorher auch aufgetreten war, hatte mir die Girls zugeschustert und ich bereute es keineswegs, zugesagt zu haben. Besonders die Country- Songs von Annie sind ungemein catchy. Wie oft habe ich heute den Ohrwurm Seneca Falls schon gehört? Zehnmal? Fünfzehnmal?

Ich freue mich riesig auf Morgen, das wird ein Fest! Die köstlich duftenden Quiches stehen schon auf dem Tisch! Und Alexa und Annie sind nocht nicht einmal Vegetarierinnen! Sie dürften sich gut mit unserem Kater verstehen, der mag auch nur Fleisch! Baby, es gibt Reis (dem Link folgen und zu Helge ablachen!) gilt also diesmal nicht!



Sonntag, 8. März 2009

Neko Case, Paris, 21.02.09

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Konzert: Neko Case

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 21.02.2009
Zuschauer: gute Raumauslastung, aber nicht zu voll
Konzertdauer: ca. 65 Minuten




Manchmal machen Konzertberichte erst richtig Sinn, wenn man das neue Album des jeweiligen Künstlers gehört hat. In diese Kategorie fällt der Rückblick auf den Gig von Neko Case, die am 21. Februar im Pariser Nouveau Casino spielte. Zum damaligen Zeitpunkt lag mir schlicht und einfach der aktuelle Output von Neko noch nicht vor, da Middle Cyclone erst im März erschienen ist. Inzwischen habe ich die neue Scheibe ein paar Mal gehört und möchte deshalb noch einmal auf jenen Februarabend zurückschauen...

Das musikalische Programm begann mit einem richtig guten Künstler, den man hier nicht unterschlagen sollte. Eric Bachmann, so der Name des Mannes, der mehr Haare im Gesicht als auf dem fast kahlen Kopfe hatte. Aber volles Haar braucht man ja nicht, um erlesene Musik zu machen. Gerade für Folkmusiker wie ihn reicht eine gute Stimme, ein gekonntes Gitarrespiel und intelligente Lyrics. All dies war bei Eric Bachmann, der auch Mitglied der Band Crooked Fingers war, der Fall. Gefühlvolle Songs mit z.T. desillusionierten Texten über das gute Gefühl zu scheitern oder ganz am Ende ein sog. Drinking Song schürten mein Interesse auf eine CD von Eric, der beim glänzenden Saddle Creek Label (Bright, Eyes, Two Gallants, Cursive, u.v.a.) gesignt ist. Am Merchandising Stand gab es aber nur Scheibchen von Crooked Fingers zu erwerben. Vielleicht gibt es seinen Neuling einfach noch nicht und ältere Sachen wie z.B. das Album To The Race von 2006 hatte er auch nicht dabei.

Eric Bachmann ist für Freunde von Micah P. Hinson und Matt Elliott zu empfehlen.

Für den nun folgenden Auftritt von Neko Case wurde natürlich ein wenig umgebaut und es gab Zeit, ein wenig auf- und abzulaufen. Musikalische Folkprominenz hatte sich heute abend eingefunden, u.a. waren Matt Bauer, Solokünstler, aber bisher vor allem als Banjospieler von Alela Diane bekannt und die bezaubernde Erica Buettner, eine junge amerikanische Folksängerin, die in Paris lebt und bald eine Oliver Peel Session in unserem Wohnzimmer spielen wird (hoffe, daß es auch wirklich klappt!) anwesend.

Nicht nur Erica, sondern alle Zuschauer staunten kurze Zeit später Bauklötze als bei Maybe Sparrow zum ersten Mal die wunderbare Contry- Stimme der rothaarigen Neko Case erklang. Wie unfassbar kraftvoll sie sang! Sagenhaft, so etwas kriegen selbst abgebrühte Konzerthasen nicht alle Tage geboten! Wenn der Sturm des FC Bayern München die Durchschlagskraft dieser Stimme hätte, bräuchte Klinsmann um seinen Job beim FC Bayern nicht mehr zu fürchten! Sen -sa-tio-nell!

Aber Neko war nicht alleine gekommen, sie hatte eine Band mit erlesenen Musikern dabei. Von dem graugelockten und bärtigen Pedal Steel Gitarristen Jon Rauhouse wurde sogar behauptet, daß er einer der besten seines Faches sei und schon bei anderen Bands wie z.B. Giant Sand oder Calexico zum Einsatz kam. Jon spielte auch E-Gitarre (im Sitzen!) und Banjo (im Stehen). Auch der deutsche Kontrabassist wechselte ab und zu das Instrument und spielte dann den Bass, den man beim Rock verwendet. Zur Band gehörten auch ein eher unauffälliger Drummer, ein Gitarrist mit Hut (Paul Rigby), der aussah, als wäre er auf Entenjagd unterwegs und eine recht füllige (schwangere?) Backgroundsängerin (Kelly Hogan), die nicht nur eine hübsche Stimme, sondern auch jede Menge trockenen Humor hatte!

Neko und Kelly lieferten sich im Laufe des Konzertes regelrechte Sketchduelle, sie alberten rum wie zwei aufgedrehte Schulfreundinnen und kickten sich den Ball imer wieder hin und her. Auch der Gitarrist Paul war Opfer ihrer Scherze. Neko und Kelly machten sich nämlich über seinen Hut lustig, vor allem aber über sein schokobraunes Jacket. "You should teach Paris how to wear the color brown!", flachsten sie in Richtung des armen Kerls, der sich aber nicht weiter beeindrucken ließ. Schließlich ist er ein sehr wichtiger Teil der Band und verantwortlich für etliche Arrangements. Ein eher ruhiger Zeitgenosse, dieser Paul Rigby.

Ganz im Gegensatz zu Kelly, die jede kleine Pause zwischen den Liedern nutzte, um Anweisungen im Stile einer Stewardess an das Publikum zu geben, beispielsweise die letzte Chance zu nutzen, noch einmal schnell auf Toilette zu gehen, etc. Es war einfach köstlich den beiden "Stand- Up- Comedians" Neko und Kelly zuzuschauen!

Noch besser als die Gags zogen aber die performten Songs. Herausragend waren insbesondere der schmissige Hit Hold On Hold On vom Album Confessor Brings The Flood oder auch das zart melancholische Star Witness vom gleichen Werk. Was aber für Neko und ihre Band noch wichtiger war, war die bange Frage, wie denn die neuen Songs beim Publikum ankommen würden. Sie und Kelly kündigten jeden Neuling verängstigt mit: "scary!, scary! " an, so als hätten sie Prüfungsangst. Das war aber nicht unbedingt nötig, denn besonders People Got A Lotta Nerve zog auf Anhieb ganz beachtlich. Sicherlich das eingängigste Stück auf Middle Cyclone, der Hit des Albums, auf dem Neko immer wieder ausruft sie sei ein : "Man Man Man- eater." Das wesentlich ruhigere, aber sehr schöne Vengeance Is Sleeping hatte es da naturgemäß etwas schwieriger, Wirkung zu erzielen, aber die Chorpassagen wurden deutlich stärker betont als auf dem Album und blieben somit rasch haften. Leider weiß ich nicht sicher, ob der tolle Albumopener This Tornado Loves You gespielt wurde (mir lag schließlich das Album damals noch nicht vor), aber das etwas schwächere I'm An Animal meine ich erkannt zu haben, genau wie die Ballade Dont' Forget Me , eine Coverversion eines Harry Nilsson Songs, die mir eine Spur zu gefühlsduselig war und für mich auch nicht zu den Höhepunkten des neuen Albums gehört.

Unter dem Strich hat sich dieser Abend aber sehr gelohnt, auch wenn die Konzertdauer mit gerade mal einer Stunde und einer einzigen Zugabe doch recht kurz war. Vielleicht war die Gesundheit von Neko bereits etwas angeschlagen. Sie war - obwohl als eitel und leicht divenhaft bekannt - ungeschminkt erschienen und vermittelte den Eindruck, sie sei gerade aus dem Bett auf die Bühne gehopst gekommen. Keine Kritik diesbezüglich, das Touren ist bekanntlich beinhart und periodische Müdigkeit somit unvermeidlich. Umso lobenswerter, daß sich Neko trotzdem so ins Zeug gelegt hat! Und im August tourt sie wieder durch Europa. Wer da nicht gerade im Urlaub, oder auf irgendwelchen Festivals unterwegs ist, sollte sich die rote Zora des Alt- Country auf keinen Fall entgehen lassen!

Auszüge aus der Setlist Neko Case, Le Nouveau Casino, Paris:

- Maybe Sparrow
- Hold On, Hold On
- Star Witness
- Margaret vs. Pauline
- People Got A Lotta Nerve (neu)
- Vengeance Is Sleeping (neu)
- I'm An Animal (neu)
- Don't Forget Me (Harry Nilsson Cover) (neu)

Zusätzlich gab es auch noch andere Lieder vom nagelneuen Album Middle Cyclone

Pour nos lecteurs francais:

Neko Case a été magnifique! Elle n'a pas simplement une voix country merveilleuse et des morceaux entêtants, mais aussi plein de charme et d'humour. Accompagnée d'un groupe de grande qualité elle racontait sans cesse des histoires drôles, comme par exemple qu'elle s'est fait toucher les seins par un inconnu à Paris il y a quelques années. Apparement elle n'est pas rancunière, puisque elle semblait adorer le public parisien, qui était composé par pas mal d'américains. Quelle voix, quel personnage!

Links:

- Mehr Fotos von Neko Case hier
- Videos: Hold On Hold On live, People Got a Lotta Nerve on Q TV





Sonntag, 22. Februar 2009

Neko Case, Paris, 21.02.09

1 Kommentare

Konzert: Neko Case

Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 21.02.2009
Zuschauer: gute Raumauslastung, aber nicht zu voll
Konzertdauer: ca. 65 Minuten



Yeah! Großartig! Ein tolles Weib, diese rote Zora namens Neko Case! Temperamentvoll, humorvoll, charmant und ausgestattet mit einer sensationellen Country-Stimme! Begleitet von einer erlesenen Band schmetterte die Amerikanerin einen stimmungsvollen Hit nach dem anderen und erzählte den entzückten Zuschauern (darunter der tolle Banjospieler Matt Bauer (Alela Diane) und die reizende Folksängerin Erica Buettner, die bald eine Oliver Peel Session spielen wird) jede Menge Anekdoten. Unter anderem erwähnte sie, daß es ihr ausgerechnet in Paris das erste Mal passiert war, daß jemand ihren Busen angegrapscht hat. - "Wann war das? Gestern?", fragte ihre hochunterhaltsame Backgroundsängerin frech. - "Nein, vor ein paar Jahren konterte Neko!"

Demnächst gibt es hier mehr Details.


Pour nos lecteurs francais:

Neko Case a été magnifique! Elle n'a pas simplement une voix country merveilleuse et des morceaux entêtants, mais aussi plein de charme et d'humour. Accompagnée d'un groupe de grande qualité elle racontait sans cesse des histoires drôles, comme par exemple qu'elle s'est fait toucher les seins par un inconnu à Paris il y a quelques années. Apparement elle n'est pas rancunière, puisque elle semblait adorer le public parisien, qui était composé par pas mal d'américains. Quelle voix, quel personnage!

Auszüge aus der Setlist Neko Case, Le Nouveau Casino, Paris:

- Maybe Sparrow
- Hold On, Hold On
- Star Witness
- Margaret vs. Pauline
- People Got A Lotta Nerve (neu)
- Vengeance Is Sleeping (neu)
- I'm An Animal (neu)
- Don't Forget Me (Harry Nilsson Cover) (neu)

Zusätzlich gab es auch noch andere Lieder vom nagelneuen Album Middle Cyclone





Sonntag, 14. September 2008

Conor Oberst and The Mystic Valley Band, Paris, 13.09.08

3 Kommentare

Konzert: Conor Oberst and The Mystic Valley Band
Ort: Le Nouveau Casino, Paris
Datum: 13.09.2008
Zuschauer: ich hatte nicht den Eindruck, dass es ausverkauft war
Konzertdauer: fast 90 Minuten, aber besser als ein Fußballspiel




Vom Band pluckert Reggae-Musik. Erinnerungen an meinen Jamaica-Urlaub werden wach, als einen die Taxifahrer mit Bob Marley (im besten Fall) oder mit saulaut aufgedrehtem Raggamuffin (wenn man Pech hatte) beschallten, sobald man in ihren kleinen alten Ladas Platz genommen hatte, um zum nächsten Strand kutschiert zu werden.

Allerdings befinde ich mich hier nicht in Kingston, sondern in Paris. Genauer gesagt im Nouveau Casino, einem schönen kleinen Club im hippen Oberkampfviertel. Eigentlich hatte ich um diese Uhrzeit (20 Uhr 30) keine Musik aus der Konserve erwartet, sondern Livebeschallung von Sky Larkin. Die sind aber schon verschwunden und man sieht nur noch eifrige Helfer auf der Bühne, die die Umbauarbeiten verrichten. Vielleicht gab es noch eine zweite Vorgruppe, wer weiß? Habe ich alles schon erlebt! Ich wende mich ratsuchend an den Tontechniker, der - ungewöhnlich für das Nouveau Casino- im unteren Teil des Raumes seine Dienste verrichtet und so recht viel Platz für die anderen Konzertgänger blockiert. Er versteht mich nicht, spricht kein französisch. Ich versuch's auf englisch und bekomme die Auskunft: "Conor Oberst is next"!

Dann fange ich halt eben sofort mit dem Hauptgericht an! Ich muss ja nicht immer vorher noch eine Suppe oder einen Salat essen, bevor ich den knusprigen Braten verzehre...

Pünktlich um 21 Uhr gehen die Kerzen der Kronleuchter aus und die Bühne wird in sehr hübsches Licht getaucht. Es wird im Laufe des Abends herrliche Grüntöne geben, aber auch rotes - und rosafarbenes Licht.

Der Auftakt ist wunderbar schmissig! Mit viel Schwung schmettern Conor und seine Jungs (ich habe neben dem Chef fünf weitere Musiker gezählt) das melodieseelige Country-Stück Moab und setzen auch textlich erste Highlights: "There is nothing that the road cannot heal"...

Toll, Roadmovies habe ich schon immer geliebt! Und der Kaktus, der die Atmosphäre noch in Köln unterstrich, fehlt mir in Paris nicht die Spur. In der Spur bleiben in der Folge aber die Musiker, nach dem herrlich relaxten Sausalito gibt es mit Get-Well-Cards einen weiteren Knüller. "I want to be your bootlegger", singt Conor und die musikalische Nähe zu Bob Dylan ist bei diesem (und ein paar anderen) Song (s) nicht zu leugnen. Mister Oberst beschränkt sich aber nicht auf das Kopieren klassischer Country-und Folkmusiker. Der Sound, den er kreiert (ob mit Bright Eyes oder hier der Mystic Valley Band), klingt gleichzeitig traditionell und modern. Countrywurzeln saugt man in Omaha wahrscheinlich schon mit der Muttermilch auf, aber dieses wehleidige Wimmern und Greinen in Conor's Stimme trägt neumodischere Spuren. Irgendwie ist da auch immer ein bißchen Robert "The Cure" Smith und New Wave drin. Das spricht auch junge Leute an, die ansonsten bei Folkkonzerten oft fehlen. Meistens sind diese Konzertabende mit Singer/Songwritern ja so eine Art Treffen für Oberstudienräte und Psychologen mit Birkenstocksandalen, aber wenn der gutaussehende Conor die Gitarre schwingt, lassen sich auch junge attraktive Girlies blicken, die man ansonsten nur bei den Kooks oder den Arctic Monkeys sieht. Eine feine Sache...

Ein paar Biere später (Conor säuft hastig Corona, diese mexikanische Plörre, vielleicht weil ihn das Gesöff an das Land erinnert, in dem dieses Album entstand) kommt mit Cape Canaveral die erste Ballade. Das zauberhafte Stück lässt mich kurzzeitig von einer heißen Wüste träumen und lenkt mich davon ab, dass es in Paris nur noch knapp 20 Grad warm ist.

Im Nouveau Casino ist es aber dennoch stickig, schwitzende Leiber stehen dicht an dicht und können sich kaum rühren. Vielleicht ist deshalb der Applaus nach den Liedern recht verhalten, euphorische Stimmung sieht anders aus. An Conor und seiner Band liegt es aber nicht, die geben alles und haben auch richtig gute Songs zu bieten. Der junge Mann aus Nebraska ist auch etwas verwundert, dass es so ruhig ist und fragt deshalb gleich zwei mal nach: "Are you doing alright?"

Der Mittelteil des Sets wird gleich in doppelter Hinsicht von You Gotta Reason bestritten, aber mir persönlich hat es eher das Ende angetan. NYC - Gone, Gone klingt wie ein bereits gehörter Klassiker und die Singleauskoppelung Souled Out!!! hat sich auch schon in meine Gehörgänge eingebrannt. Dann noch ein traumhaftes Milk Thistle, das auch wieder mit einem tollen Text aufwartet und nur von Conor und seinem langhaarigen Bassisten gespielt wird und es ist erst einmal Schluss.

Der Zugabenteil ist jedoch üppig gehalten und bietet mit Harry Nilsons Everybody Talkin' und Corina, Corina gleich zwei Klassiker des Folkgenres. Und dann noch ein weiterer Doppelschlag: Lenders In The Temple, vorgetragen von Conor und seinem Keyboarder, ist das anrührendste Stück Musik, das ich seit einer halben Ewigkeit gehört habe (in dem textlich von Alphatieren die Rede ist, aber auch von pinkfarbenen Flamingos, die in einer Mall - also Einkaufsmeile- leben) und I Don't Want To Die (In The Hospital) rüttelt noch einmal so richtig auf.

Conor stellt sich auf die Drums, lässt den Rocker, der in ihm schlummert von der Leine und reisst auch seine Kumples mit, die er dann auch ausführlich vorstellt. Einen seinen Gitarristen mag er anscheinend besonders gerne. Er zieht ihn wie einen kleinen Schuljungen zu sich heran, nimmt ihn in den Schwitzkasten und reisst ihm fast die Birne ab. Die Burschen haben sichtlich Spaß gehabt, das merkt man. Und mit Breezy, das Conor am Piano spielt, ist dann nach 90 vorzüglichen Minuten wirklich Schluss.

Ein paar Mädchen warten hinterher noch vor der Tür auf Conor. Der kommt nach einer halben Ewigkeit herausgeschlurft, gibt aber mit seiner übergestreiften Kapuze zu erkennen, dass er in Ruhe gelassen werde möchte. Verständlich...


Setlist Conor Oberst and The Mystic Valley Band, Nouveau Casino, Paris:

01: Moab
02: Sausalito
03: Get - Well - Cards
04: Central City
05: Danny Callahan
06: Cape Canaveral
07: I Gotta Reason # 1
08: Gentleman's Pact
09: I Gotta Reason # 2
10: Sundown
11: NYC - Gone, Gone
12: Souled Out!!!
13: Milk Thistle

14: Everybody's Talkin (Z)
15: Corina, Corina (Z)
16: Lenders In The Temple
17: I Don't Want To Die (In The Hospital)
18: Breezy

Fotos von Conor Oberst und seiner Mystic Valley Band hier




 

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