Sonntag, 2. Dezember 2012

Mina Tindle, Paris, 26.11.12

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Konzert: Mina Tindle (Vorgruppe Judah Warsky)
Ort: Le Trianon
Datum: 26.11.2012
Zuschauer: etwa 1200
Konzertdauer: 90 Minuten


Version française en bas du texte!

Der 26. November 2012. Wieder einmal ein Tag, an dem ich mir selbst anerkennend auf meine Bloggerschulter klopfe. "Haste mal wieder richtig prophezeit, Olli, daß die süße Mina Tindle es mal weit bringt und kanntest sie ja schon wieder vor den anderen." Gut, Eigenlob stinkt, aber der Franzose sagt auch: "on est jamais aussi bien servi que par soi même" (das könnt ihr euch selbst übersetzen, haha!).


Ein Blick in das Archiv des Konzerttagebuchs dokumentriert es genau:  am 15.10.2008 war ich zum ersten Mal auf einem Konzert von Mina Tindle in der Pariser Flèche d'or. Damals gab es von ihr weder eine Single noch eine EP und schon gar kein Album. Der Longplayer ist inzwischen im Frühjahr 2012 erschienen und immerhin vier der sechs Lieder, die sie damals in der Flèche d'or gespielt hatte (Sister, To Carry Many Small Things, The Kingdom, Lovely Day), haben es auch auf die Taranta genannte Platte geschafft.


Dennoch klangen die Songs heute merklich anders, denn es wurde im Laufe der Jahre viel an ihnen rumgefeilt, rearrangiert und neuinterpretiert. Zudem hat sich ihre Livetruppe im Lauf der Jahre auch positionell verändert. Maxime Chamoux ist schon seit geraumer Zeit nicht mehr am Piano dabei und auch Thomas Pirot sitzt nicht mehr hinter den Drums. Geblieben ist der alte Weggefährte Guillaume Villadier an Gitarre, Bass und Ukulele und der Syd Matters-Musiker Olivier Marguerit an Schlagzeug (im Stehen), Keyboard und Trompete. Dieses Power Trio ist inzwischen gut zusammengewachsen und hat gemeinsam unzählige Konzerttermine 2012 absolviert. Sie waren eigentlich überall, nur nicht in meinem Wohnzimmer...






Heute also die bisherige Krönung der Laufbahn von Mina Tindle, das Bespielen der 1600 er Location Le Trianon. Ein prachtvolles, geschmackvoll renoviertes Theater, welches heute wohl etwa 1200 Zuschauer sah. Das Parkett unten war bestuhlt, so als wolle man zum Ausdruck bringen, daß es eine gesetzte Veranstaltung ist, bei dem auch ältere Semester dabei sind und man sich ordentlich zu benehmen hat. So eine Art Diplomverleihung für die Künstlerin im Beisein der Eltern.


Aber das soll mit dem "gesetzte Veranstaltung" jetzt gar keine Verhohnepiepelung sein, im Gegenteil. Die durchgängige Bestuhlung bot den würdigen Rahmen für ein wundervolles Fest. Hier gab es kein Rempeln und Stoßen, keine Kameras oder Smartphones die störend in die Luft gerissen wurden und auch niemanden, der sich vordrängelte. Alle saßen sie friedlich da und guckten mit leuchtenden Augen auf die Bühne und wurden Zeuge des Talentes der jungen Pariserin und ihrer beiden männlichen Mitmusiker.

Trotz der Nervenanspannnung machten die drei Sympathen ihre Sache gut und es half sicherlich auch, daß Olivier Maguerit mit Syd Matters schon im 2500 Zuschauern fassenden Olympia gespielt hatte. Seine Erfahrung und Routine übertrug sich auch auf die Sängerin und Guillaume, der ohnehin immer wahnsinnig lässig und unbeirrbar wirkt.


Stimmlich gab es also keine stressbedingten Wackler bei Mina Tindle und ihre hübsche, leicht jazzig/soulige Stimme kam zur vollen Entfaltung. Musikkritiker vergleichen sie immer wieder mit Feist, manche sogar mit Alela Diane. Zu Alela sehe ich allerdings stimmlich kaum Gemeinsamkeiten. Dennoch gab es aber ein Band, daß Mina mit Alela verband und zwar die Tatsache, daß die Französin im letzten Jahr genau an der gleichen Wirkungsstätte das Vorprogamm der Kalifornierin bestritten hatte. Deshalb sprach Tindle auch von einer Art Jahrestag, der hier gefeiert wurde und von einem irrealen Ereignis, das sie sehr berühre. An den intensiv glänzenden Augen der natürlichen Schönheit konnte man ablesen, daß dies kein blabla war, mehrfach wähnte ich sie am Rande der Tränen, vor allem bei den Danksagungen.


Das Publikum, darunter natürlich viele Bekannte und Freude, retunierte diese Ansprachen sofort mit lautem Applaus, aber es wurde nicht nur für die schönen Reden, sondern selbstverständlich auch für die guten Lieder geklatscht. Für Pan, einen der wenigen französischen Chansons, der gleich zweimal gebracht wurde, einmal relativ zu Beginn und später dann zusammen mit JP Nataf als letzte Zugabe. Für Sister, bei dem das Toypiano so herrlich pluckerte und der Rhythmus gut in die Beine ging (obwohl man sich freilich nicht bewegen konnte). Für Too Carry Many Small Things, der schwungvollen Hitsingle, zu der auch viele Leute mitklatschten oder für The Kingdom, das vor Jahren bereits als Vinylsingle ausgekoppelt worden war.



Mein persönlicher Favorit hieß aber Austin. Damals als B-Seite auf The Kingdom enthalten, wurde der Song seitdem komplett neu arrangiert und deutlich in die Länge gestreckt. Das tat ihm sichtlich gut, denn er brillierte durch Komlexität, eine sich steigernde Dramatik  und eine erstaunliche Wendung gegen Ende, bei dem der "Magier" Olivier Marguerit ein wenig die psychedelische Handschrift seiner Hauptband Syd Matters mit einbrachte.

Austin war auch gleichzeitig letzter Track des offiziellen Sets. Der Zugabenteil wirkte danach wie ein Schaulaufen im Eiskunstlauf. Hier wurde alles aufgeboten, was die Schönheit und Feierlichkeit noch steigern konnte. Eine sizilianische glutäugige Tänzerin zum Stück Taranta, ein mehrköpfiger, absolut traumhaft schön singender Frauenchor, in dem man glänzende Sängerinnen wie The Rodeo, Lidwine und Mitglieder der Band Les Colettes wiederfand, ein Caetano Veloso Cover (Os Argonautas) und das erwähnte französisch gesungene Pan mit dem rauschebärtigen alten Herrn des Indie-Chansons JP Nataf (Archivfoto), den Kenner noch von der Band The Innocents her kannten.

Insgesamt fast 90 Minuten ging das so und ich muss nicht lügen, um zu sagen, daß ich an diesem feinen Konzert mehr Freude als an einem Fußballspiel hatte.

Daß ich hinterher bei der Aftershow kaum mal eine Gelegenheit hatte, Mina Tindle zu ihrem Auftritt zu beglückwünschen, weil immer neue Gratulanten ankamen, war zu verschmerzen. Ich habe sie halt nicht mehr "für mich alleine" , wie damals in der Fleche d'or 2008, als ich ganz locker und ungestört mit ihr plaudern konnte . Aber ich teile sie gerne mit allen, die sie mögen (Mann bin ich ein großzügiger, ja geradezu großmütiger Mensch!) und wünsche ihr auch bei den anstehenden deutschen Konzertterminen den größtmöglichen Zuspruch. Sie wird auch verzaubern, wie eine Tarantel, dessen bin ich mir sicher.

Setlist Mina Tindle, Le Trianon, Paris

01: Allegria
02: Bells
03: The Kingdom
04: Pan
05: Too Loud
06: Henry
07: Sister
08: To Carry Many Small Things
09: Echo
10: Demain
11: Lovey Day
12: Austin

Tanzpassage, 

13: Taranta
14: The Good
15: Os Argonautas (Caetano Veloso)
16: Pan (avec Nataf)

Deutsche Konzerttermine von Mina Tindle: 

08.12.2012: Gebäude 9, Köln
09.12.2012: Jahrhunderthalle, Bochum
10.12.2012: Alte Feuerwache, Mannheim
11.12.2012: Festsaal Kreuzberg, Berlin >> höchstwahrscheinlich in den Comet Club verlegt; erkundigt euch bitte beim Veranstalter

Pour nos lecteurs français:




Le 26 novembre 2012. Un de ces jours où je me félicite moi-même d'avoir découvert l'artiste Mina Tindle si tôt et où je suis content de mes qualités de dénicheur de talents (pour les compliments on n'est jamais aussi bien servi que par soi même, n'est-ce pas?)! J'avais prédit un parcours pareil pour la talentueuse parisienne dès le premier concert que j'ai vu d'elle le 15/10/2008 à la Flèche d'or. À l'époque elle n'avait pas encore de 45 tours, ni de Ep et surtout pas d'album. Mais finalement 4 morceaux qu'elle avait joués à la Flèche d'or ce soir-là, ont fini sur l'album, finalement intitulé Taranta.



Mais aujourd'hui ces belles chansons sonnaient très différemment. Ces dernières années Mina les avait réarrangées, retravaillées et re-interpretées et puis il n'y a plus exactement la même équipe sur scène non plus. Le pianiste Maxime Chamoux (Please Dont Blame Mexico) a quitté l'aventure, le batteur Thomas Pirot (Nelson) ne fait plus partie du groupe non plus et seulement Guillaume Villadier (Sidi Ali), le guitariste/bassiste est resté. Depuis un moment le multi-instrumentaliste Olivier Marguerit (Syd Matters, Chicros, Fugu et plein d'autres) a rejoint le groupe et y joue de la batterie (debout!), des claviers, et de la trompette. Ce "Power Trio" a joué d'innombrables concerts en cette année 2012. Ils étaient vraiment partout (Maroquinerie, Bouffes du Nord, Festival Fnac live, EMB Sannois, Colette, etc) sauf dans mon salon....

Aujourd'hui donc le couronnement de ce très beau parcours au Trianon, somptueux théâtre de 1600 places, récemment rénové avec beaucoup de style et d'élégance. La salle était entièrement équipée de sièges, comme pour une sorte de "remise de diplômes" en présence des parents et des amis!

Le Trianon est le cadre idéal pour un évènement pareil, pas de bousculades, pas de bras levés avec une caméra ou un portable qui bouche la vue, personne ne profitant d'une seconde d'inattention pour se précipiter sur une place laisser vacante. Tout le monde était assis dignement et regardait les yeux brillants la scène et fut temoin du charme et du talent de Mina Tindle et de ses musiciens.


Malgré le stress et la tension, les artistes s'en sortaient très bien et je pense que l'expérience d'Olivier Marguerit qui avait déjà joué avec son groupe Syd Matters au mythique Olympia, y était pour beaucoup. Son calme et sa lucidité se transmettait au reste du groupe.


Vocalement il n'y avait aucun tremblement chez Tindle, et sa belle voix jazzy/soul pouvait se développer pleinement. Des critiques la comparent souvent à Feist et même à Alela Diane. Avec la dernière je ne vois pas trop de similitudes, mais il y a quand  même un lien qui noue Mina et Alela: la parisienne avait fait juste un an avant la première partie de la californienne au même endroit et c'est pour cela que Tindle parlait aussi de ce concert aujourd'hui comme une sorte de premièr anniversaire. Jamais elle n'aurait imaginé de jouer ici comme tête d'affiche, déclara-t-elle émue et la lueur dans ses yeux verts (elle pleurait un peu, non?) nous montrait que ce n'était pas seulement du blabla. Elle reçut beaucoup d'applaudissements chaleureux pour ces petits discours, mais le public n'apprécia pas seulement les remerciements, mais également et surtout les magnifiques chansons plein de grâce et de tendresse.



Les meilleures dans un set bien équilibré furent Pan, mélancolique chanson française, jouée même deux fois, puis Sister, morceau enjoué avec une mélodie irrésistible, le tube Too Carry Many Small Things euphoriquement reçu par le public, et puis The Kingdom, un tres bon vieux titre, sorti en 45 tours sur Sauvage Records il y  deux ans.

Mais le titre le plus remarquable fut Austin. Au départ seulement Face B du single The Kingdom ce titre fut complètement réarrangé depuis et brilla par sa complexité, son changement de rythme et un final fabuleux où on voyait bien  la patte psychédélique de Syd Matters, incorporé par Olivier Marguerit qui faisait sortir des mélodies de toute beauté de son piano électrique.



Austin était également le dernier morceau du set officiel. Vinrent ensuite les rappels avec une danse hypnotique de Moira Cappilli , une amie de Mina ("l'une des femmes de sa vie même) qu'elle avait croisé lors d'un voyage, puis le morceau titre de l'album Taranta et l'arrivée d'un sublime choeur féminin, composé de filles très douées comme The Rodeo, Lidwine, Emma Broughton, Myra Lee, Maeva et deux membres des Colettes (Diane Sorel et Anne Millioud-Gouverneur) C'était la phase la plus solennelle et conviviale du concert où les voix s'entremêlaient parfaitement pour le plus grand joie des auditeurs.

Mais ce n'était pas tout. Pour les deux dernieres chansons Mina changa de langue, laisse l'anglais de côté et interpréta avec plein d'émotion en portugais Os Argonautas, reprise de Caetano Veloso puis en dernier rappel encore une fois Pan cette fois ci avec JP Nataf, chanteur barbu et culte des Innocents.





Au vu de ce magnifique concert, je suis totalement persuadé que son parcours ne s'arrête pas là et je vous donne rendez-vous très bientôt à l'Olympia!



Jens Lekman, Frankfurt, 01.12.12

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Konzert: Jens Lekman
Ort: Zoom, Frankfurt
Datum: 01.12.2012
Dauer: Jens Lekman 85 min
Zuschauer: ca. 200 



Für viele schlechte Eigenschaften kann mal wohl nichts. Einmal neugierig, immer neugierig, keine Ahnung, wie man so etwas abtrainieren könnte. Wie unerträglich das eigene Eigenschaftspaket ist, hängt also wohl vor allem vom Glück ab. Einen der fiesesten Charakterzüge habe ich glücklicherweise nicht, ich bin nicht neidisch. Ob ich immer jedem alles gönne, weiß ich nicht, jedenfalls neide ich es ihm nicht. Dachte ich zumindest. Gestern abend nämlich überfiel mich eine große Neidattacke, als Jens Lekman nach einer halben Stunde Konzert wieder einmal erzählte, daß Kirsten Dunst ihn gut finde. Das gönne ich dem Sänger zwar, ich beneide ihn aber enorm! Ich will das auch, verdammt!

Ich träume zwar als Fan des 1. FC Köln nach dem heutigen Sieg schon wieder von der Champions League, bin ansonsten jedoch so realistisch, daß ich nicht davon ausgehe, daß Kirsten Dunst Konzerttagebuch liest. Aber vielleicht kennt sie ja jemand über ein paar Ecken (Kleine-Welt-Phänomen, ne?), also just in case:

This review is dedicated to Kirsten Dunst!


Wir haben also nicht nur beide eine deutsche Großmutter, wir haben auch den gleichen Musikgeschmack, Kirsten und ich. Jens Lekmans bittersüße Stücke über unglückliche Lieben, aber vor allem über alltägliche Erlebnisse, über das Leben in schwedischen Kleinstädten, die freitäglichen Bingo-Abende oder über Frisörbesuche - wundervoll! Seit vielen Jahren gehört der Sänger aus Göteborg zu meinen liebsten Musikern, dummerweise gab es bisher kaum Chancen, ihn live zu sehen. 2008 hatte ich die Gelegenheit, als Jens mit Band im Mousonturm auftrat. Trotz der vielen Konzerte, die ich sehe, bleibt mir dieser Abend fest in Erinnerung wegen einiger Kleinigkeiten. Mich begeisterte, daß alle Musiker die gleichen Schuhe wie ihr Chef tragen mussten (cremefarbene spitze Halbschuhe), sie kleine Möbelschlüssel um den Hals baumeln hatten und Jens Lekman irgendwann Luft-Glockenspiel spielte!


Im vergangenen Jahr bot das vorzügliche New Fall Festival in Düsseldorf Gelegenheit, den schwedischen Singer/Songwriter endlich wieder zu sehen. Dort wurde er lediglich von einem Schlagzeuger begleitet und spielte einige Lieder vom neuen Album I know what love isn't, das fünf Jahre nach dem Vorgänger Night falls over Kortedala in diesem September veröffentlicht wurde.

Mit dem ersten Stück der neuen Platte begann das Konzert zunächst in Abwesenheit des Sängers. Jens Lekman hatte wieder eine ausgewachsene Band dabei, eine Bassistin, einen Schlagzeuger, einen Keyboarder und eine Geigerin. Every little hair knows your name eröffnet und beendet das Album, der Beginn ist instrumental, das Schlußstück bei gleicher Melodie mit Text.


Nach Higher power vom 2004er Debüt folgten drei weitere Lieder von I know what love isn't, und mit ihnen das zweite Element, was Jens Lekman Konzerte so unterhaltsam macht, die Erklärungen der Songs. Der Titeltrack zum Beispiel handelt von einer Autofahrt mit einer australischen Freundin, mit der Jens über die Möglichkeit sprach, zu heiraten, um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für Australien zu bekommen. Das sei allerdings illegal und er damit der Möglichkeit beraubt, darüber zu reden oder zu singen. "It's hard not to tell a story when you're Jens Lekman!"

Das Stück mit dem fabelhaften Titel The end of the world is bigger than love handelt - natürlich - von gebrochenen Herzen, wie viele seiner Lieder. Weil ihm das ein wenig einseitig zu sein scheint, hat der Schwede aber auch ein Lied über die andere Seite, über die Herzensbrecher geschrieben, das den noch schöneren Namen Some dandruff on your shoulder trägt! Also bei aller Liebe zu Kirsten Dunst, so schwer ist es gar nicht, Jens Lekman zu mögen (auch wenn das neue Album vielleicht nicht nur die Gassenhauer früherer Tage enthält).


Vor dem non-Album Titel Golden key erwähnte er einen kurzen Ausflug ins Schmuckhandwerk und bewunderte den Schlüssel, den ein Zuschauer im Publikum trug.


Die Geschichten über Kirsten Dunsts Besuch in Göteborg und seine Suche nach ihr und über den Besuch bei Freundin Nina in Berlin, die ihm nach ewig langer Busfahrt auf der Türschwelle der Wohnung ihrer Eltern eröffnete, daß sie denen gesagt habe, Jens sei ihr Verlobter, kannte ich schon. Die Stories sind aber so köstlich (egal, ob sie stimmen), daß ich sie gerne wieder hören möchte; genauso wie ich immer wieder Freude am Luftglockenspiel am Ende von The opposite of Hallelujah oder der gemeinsamen Schuhmode (heute weiße Tennisschuhe) haben werde!

Was der Grund dafür war, daß Geigerin Lisa so strahlte, weiß ich nicht. Es war jedenfalls eine große Freude, ihr zuzusehen, es gibt wohl auch in Schweden rheinischen Frohsinn!* Ähnlich viel Spaß machte Bassistin Julia, die ihr Instrument spielte, als sei sie ein 50jähriger Rockmusiker. Ihre Bewegungen waren herrlich altbacken, so etwas sieht man sonst nur bei Rockpalast-Aufnahmen aus den 70ern (denke ich, ich gucke die nicht). Wenn eine zierliche Frau mit Glitzer in den Haaren so Bass spielt, ist das enorm köstlich, ich mochte das wahnsinnig gerne! 

In der zweiten Konzerthälfte kam Jens' Drumcomputer häufiger zum Einsatz. Der Eurodisco-Anteil stieg damit. Einige der Stücke gingen durch den Rhythmus ineinander über, The world moves on und Maples leaves zum Beispiel oder Into eternity und Sipping on the sweet nectar, für das Jens den Rhythmus schneller drehen musste, toll!

Das neue Album ist sicher nicht mein liebstes, die Lieder gefielen mir live aber deutlich besser - wie so oft. Trotzdem sind die alten Perlen wie I saw her on the anti-war demonstration, And I remember every kiss oder Sipping on the sweet nectar, die alle am Ende kamen, unerreicht. Leider ließ Jens Lekman viel zu viele von denen aus (Someone to share my life with, You are the light, Shirin...).

Wenn mein Kirsten Dunst Projekt funktionieren sollte, muß ich mir auch dringend eine so gute Einleitung in die Geschichte überlegen wie Jens: "She said in that interview once - I'm not sure when it was... but it could have been April, 27th 2007, page 48 in the local paper, that she liked my music."

Setlist Jens Lekman, Zoom, Frankfurt:

01: Every little hair knows your name (instr.)
02: Higher power
03: I know what love isn't
04: The end of the world is bigger than love
05: Some dandruff on your shoulder
06: Golden key
07: The opposite of Hallelujah
08: Waiting for Kirsten
09: Black cab
10: I want a pair of cowboy boots
11: The world moves on
12: Maple leaves
13: Into eternity
14: Sipping on the sweet nectar

15: I saw her in the anti-war demonstration (Z)
16: A postcard to Nina (Z)

17: And I remember every kiss (Z)
18: Every little hair knows your name (Z)

Links:

- Jens Lekman, Düsseldorf, 15.10.11
- Jens Lekman, Frankfurt, 24.02.08

Tourdaten:

04.12.12: Ampere, München



* Lisa ist aber sicher nicht die Lisa aus Happy birthday, dear friend Lisa, auf deren Kuchen waren nämlich "too many candles" 



Troy von Balthazar, Karlsruhe, 28.11.12

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Konzert: Troy von Balthazar
Ort: Jubez in Karlsruhe
Datum: 28.11. 2012
Dauer: etwa 70 min
Zuhörer: 30 



The Tigers

I drink to keep the tigers away
I sail my boat across the bay
I do what I can to get through the day
I drink to keep the tigers away
my new car is gold and gray
she always smiles
I always pay
I feel like hell but I look okay
I drink to keep the tigers away
{the tunnel at the end of the light
the tunnel at the end of the light}
I float above the bar like a Manta ray
I always hoped I'd end up this way
I love the music but I hate the pay
I drink to keep the tigers away
my only girl is a bird of prey
I think she works for the C.I.A
get me another beer, I think I'll stay
I drink to keep the tigers away
{the tunnel at the end of the light
the tunnel at the end of the light}


Es gibt Tage, da fällt es schwer daran zu glauben, dass nur Zufall am Werk ist. Nun muss man ja nicht gleich Musik zur Religion erheben, aber sicher ist, dass Musik mitunter an innerste Regionen in uns rührt. Dabei kann sie uns aufwühlen, aber auch heilen und trösten. Und dann wird der Musiker doch zu so etwas ähnlichem wie einem Priester. So deute ich mir zumindest mein Erlebnis im Konzert von Troy von Balthazar

An diesem Tag hatten wir zuvor gefeiert. Dafür gab es mehrfachen sehr guten Grund  und es gab viele liebe Gäste, die die Freude mit uns teilen wollten. Eigentlich also ein froher Tag - insgeheim sogar ein triumphaler. Was sich bei mir jedoch nicht einstellen wollte, war das warme Gefühl der Zufriedenheit und des Glücks über erreichtes. Stattdessen wurden die Verletzungen und die mit streiten und kämpfen verlorene Zeit in ihrer Gesamtheit lähmend spürbar und machten mir das Herz unsäglich schwer. Eine blöde Situation, wenn einem der Verstand sagt, dass man doch nun bitte schön einfach mal stolz sein könnte und man keinem sagen kann, dass man sich am liebsten nur eine Bettdecke über den Kopf ziehen möchte um ungestört eine Runde zu heulen.

Dann saß ich im Jubez und wartete auf den Beginn des Konzertes. Was nicht stimmt. Ich war gar nicht richtig da, sondern in meinen widersprüchlichen Gedanken versunken. Dass ich bei der Feier auch etwas Wein getrunken hatte, machte meinen Kopf auch nicht gerade klarer. Es wunderte mich nicht mal richtig, dass Troy von Balthazar die Bühne betrat ohne dass die angekündigte Vorband gespielt hatte. Und dass er es zu einer Zeit tat als hätte die Vorband gespielt. 50 min Wartezeit waren mir einfach so durchgegangen... 

Ganz unprätentiös betrat er die Bühne vor einem roten Samtvorhang, nahm seine Gitarre zur Hand und begann zu singen. Später wechselte er an ein Keyboard, das er auf den Schoß nahm.  Und er verfremdete seine Stimme manchmal. Er loopte vor unseren Augen oder nutzte eingespielte Soundschnipsel, ein Megaphon und eine Rassel. Die Details sind mir nicht so richtig präsent. Präsent ist nur das Gefühl: der spricht statt meiner und für mich ... The tunnel at the end of the light... Trägt meine ganze Traurigkeit und Verzweiflung vor eine höhere Macht und klagt. All das Durcheinander in mir aus Genugtuung, Stolz, Wut und Traurigkeit kannte er genau und konnte es ausdrücken.

Die Zeilen, die mich unvorbereitet am meisten trafen habe ich oben zitiert. Sie wurden einmal im Übergang als gesprochener Text (weibliche Stimme) eingespielt und später in einer regelrechten Beschwörungsperformance von ihm gesungen. Für alle anwesenden klar DER Höhepunkt des Abends - intensiv, fragil und kraftvoll in einem. Hier gibt es ein Video aus Paris, das auch im Jubez aufgenommen sein könnte. Es beginnt mit dem gesprochenem Text und zeigt auch die Performance von Tigers mit Rasseln und Ghettoblaster auf der Schulter.




Außer mir waren der Einladung ins Jubez leider zu wenige Menschen gefolgt. Die da waren, sind dem Jubez bestimmt eben so dankbar wie ich, dass es immer wieder so tolle Leute und Bands nach Karlsruhe holt. Denn es war mucksmäuschen still und es herrschte eine wahrhaft andächtige Atmosphäre. Und zwischen den Songs wurde der Meister euphorisch gefeiert. Man glaubt gar nicht, dass 30 etwas verlorene Leute in einem Raum für 100 Menschen so eine enthusiastische Stimmung verbreiten können. Über die Zusammensetzung habe ich hinterher noch etwas gerätselt. Denn es waren ganz überwiegend junge Männer da (und manche nicht ganz so junge). Und die Frauen konnte ich an einer Hand abzählen. Insofern war der Austausch über den Äther hinweg putzig, wo andernorts am gleichen Tag vom Publikum gesprochen wurde, das auch auf einem Linuxprogrammierer-Treffen passen würde (*). So in etwa kam das an dem Abend schon hin im Jubez.

Nach etwas weniger als einer Stunde war zunächst Schluss, aber natürlich konnte sich Troy von Balthazar in dieser Atmophäre dem Wunsch nach mehr nicht entziehen und gab ausführlich Zugaben. Und nach dem Konzert war  fast jeder vorn bei ihm, um ein paar persönliche Dankesworte zu sagen und meist auch den aktuellen Tonträger einzupacken, was den Künstler sichtlich freute. 

Es wäre ein zu schönes und unrealistisches Ende, wenn ich nun sagen würde, ich ging erlöst und froh nach Hause. 

Aber die Erfahrung, des verstanden werdens werde ich wohl noch lange als kostbares Gut an meinem Herzen tragen. Und - in jeder Situation - ist Troy von Balthazar ist ein lohnendes live Erlebnis!

(*) Interessant dabei auch: Am "anderen Ort" spielten Mono, die auch im Dezember noch im Jubez Station machen werden. Ich denke, ich werde dann mal schauen, wie es mit den Linux Programmierern an dem Termin in Karlsruhe aussieht ...







Samstag, 1. Dezember 2012

First Aid Kit, Paris, 28.11.12

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Konzert: First Aid Kit (Idiot Wind)
Ort: Le Trabendo
Datum: 28.11.2012
Zuschauer: volle Hütte, bestimmt 600
Konzertdauer: First Aid Kit 75 Minuten



Die Story des Konzertes der beiden nach wie jungen schwedischen Schwestern Söderberg alias First Aid Kit ist relativ schnell erzählt. Genau wie auf dem aktuellen Album The Lion's Roar ragten drei Songs besonders hervor: Der Titeltrack, der melodische Ohrwurm Emmylou und das auf Plate mit Conor Oberst eingespielte Stück King Of The World.


Conor kam heute nicht extra aus Omaha angeflogen, aber dafür gesellte sich Vorgruppensängerin Amanda Bergman aka Idiot Wind, ebenfalls aus Schweden,  zu den Söderbergs hinzu und schmetterte gemeinsam mit ihnen die Songzeilen aus voller Kehle. Eine von ein paar Highlights eines Konzertes, das mir über die gesamte Spieldauer von 75 Minuten aber doch etwas zu brav und zu rund ausfiel. Gesanglich war das eine fabelhafte Leistung, aber die Struktur der Lieder war doch recht herkömmlich,  Überraschungen, oder neue, spezielle Liverversionen, gab es keine. Fein säuberlich wurde das Programm runtergespult, hübsch gesungen und Gitarre bezw, manchmal sogar Autoharp gespielt und das Publikum ordentlich unterhalten. Das war für jeden etwas und so war dann die Zusammensetzung des Publikums auch dementsprechend gemischt. Zu den vielen blonden blauäugigen Schwedinnen (von denen es nie genug geben kann) gesellten sich auch ein paar ältere Semester, die wohl auf Grund der Harmoniegesänge an CSNY oder passenderweise an Emmylou Harris erinnert wurden.

Auch hinsichtlich des Auftetens von Klara und Johanna gab es nichts zu meckern. Johanna ließ ein paar sehr gut formulierte Vorstellungs-und Dankessätze auf französisch vom Stapel und mit sehr viel Geschick und Geschäftssinn wurde auch auf die Deluxe Edition von The Lions Roar passend zum Weihnachtsgeschäft hingeweisen. Das brachte die Leute zum Schmunzeln und verleitete wohl auch einige dazu, hinterher am Merch zuzuschlagen und das Machwerk zu ergattern, das mit 3 neuen Bonussongs (einer davon wurde heute gespielt), einer Live DVD, einem Poster (wow!) und einem Gitarrenplektrum (noch mehr wow!) aufwarten kann.

Und dennoch, meine Euphorie hielt sich in Grenzen: Hauptkritikpunkt: die meisten Songs von First Aid Kit klangen nach wie vor sehr stark nach den Fleet Foxes, die die beiden Mädels zu Beginn ihrer Karriere werbewirksam auf youtube gecovert hatten und dadurch entdeckt wurden. Zwar ließ man heute den Tiger Mountain Peasant Song weg und ersetzte ihn durch America,  ein Cover von Paul Simon ("the best singer/songwriter in the world", wie die Schwedinnen einstimmig meinten), aber sowohl hinsichtlich des Schlagzeugrhythmusses (es spielte heute auch ein Drummer für mehr Wucht) als auch der Art und Weise wie die Stimmen eingesetzt wurden, gab es mehr als deutliche Parallelen zu den Musikern aus Seattle. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis First Aid Kit wirklich ihren eigenen Stil finden. Paradoxerweise klang sogar ihr Cover eines Stückes von Fever Ray (When I Grow Up) eher nach den Fleet Foxes als nach der schwedischen Elektropopmusikerin.


Erwähnen wir aber noch einmal besonders die stärksten Momente. Unbestritten toll die in jeder Hinsicht perfekt vorgetragene Hitsingle Emmylou, bei der Klara ganz hervorragend sang, The Lions' Roar, bei dem die langen dunkelblonden Haare von Johanna in Headbanger-Manier durch die Luft wirbelten und das oben erwähnte King Of The World. Zusätzlich wusste die a capella Ballade Ghost Town zu gefallen, bei der man die Schwestern endlich einmal eng zusammen sah. Ansonsten waren sie mir immer zu weit auseinander. Gemütlicher und herzerwärmender wäre es gewesen, wenn sie immer weniger Sicherheitsabstand zueinander eingehalten hätten.

Unter dem Strich also bei Abwägung aller Pros und Kontras ein ziemlich gutes Konzert, das ich mit 7 von 10 Punkten bewerten würde. Da die beiden Schwestern aber noch so wahnsinnig jung sind und sie zweifelsohne sehr viel Talent haben, ist da in Zukunft noch Luft nach oben. 

Setlist First Aid Kit, Le Trabendo, Paris

01: In The Morning
02: Blue
03: Hard Believer
04: Our Own Pretty Ways
04: Marianne's Son
06: New Year's Eve
07: Ghost Town (akustisch)
08: To A Poet
09: Wolf 
10: When I Grow Up (Fever Ray)
11: Emmylou
12: I Met Up With The King
13: The Lion's Roar

14: America (Paul Simon)
15: Sailor Song
16: King Of The World (mit Idiot Wind)



Royal Republic, Karlsruhe, 30.11.12

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Konzert: Royal Republic mit Gästen The Durango Riot
Ort: Substage in Karlsruhe
Datum: 30.11.2012
Zuschauer: ziemlich volles Haus, wohl etwa 700
Konzertdauer: 30 min + 80 min



"Save the nation!!'' mit diesem netten Ruf wurde ich von drei Mädels vor dem Substage nach Hause entlassen. Und das passte!

Ich bin ziemlich unbeleckt in das Konzert von Royal Republic gegangen. Den Termin hatte ich vor einiger Zeit aus der VISIONS in meinen Kalender übertragen. Als klar wurde, dass mir der Termin gut passt und bevor ich eine Eintrittskarte kaufte, habe ich mir Musikbeispiele angehört, die eine gewisse Erwartungshaltung zur Folge hatten. Und diese ist rundum auf das Beste erfüllt worden. 



Ich lade herzlich ein, darüber die Nase zu rümpfen, aber in der Sparte Alternative Rock habe ich einige wenige Helden und ansonsten überlasse ich dieses Musiksegment sich selbst und enthusiastischen jungen Männern. Dazu kommt, dass ich bisher nur sehr wenige Konzerte solcher Bands erlebt habe, die mich nicht ziemlich frustriert haben. Ich mag nicht niedergebrüllt werden, habe die Ohre nicht im Bauch, ich will nicht rumgeschubst werden und ich fühle mich ohne Bier auf den Klamotten wohler. Dann doch lieber zu Hause die Anlage aufdrehen und da abgehen und mitgrölen. Somit ist es vielleicht nachvollziehbar wenn auch nicht lückenlos logisch begründet, dass dies auch mein erstes Konzert im Substage in Karlsruhe war. Das liegt nicht am Programm dortselbst. Im Gegenteil freue ich mich immer wieder mal darüber, was für tolle Acts die nach Karlsruhe holen, aber der Mut zum Konzert zu gehen, wollte sich dann doch nicht recht einstellen, zumal wenn man dafür zwischen 20 und 25 Euro bezahlt, um sich dann doch nur zu ärgern. Nach dem ersten Versuch muss ich sagen, dass sich diese Hemmschwelle um einiges nach unten verschoben hat. Die positiven Aspekte des Abends, die gar nicht vordergründig mit der Musik zu tun hatten, waren: Es war nicht furchtbar laut (sehr angenehme Überraschung), der Abend begann pünktlich und der Umbau zwischen den Bands verlief flott. Alle Leute am Einlass und von der Security waren sehr nett, entspannt und wirkten kompetent.

Was mich dann doch noch eine Weile beschäftigen wird vor dem Entschluss zum nächsten Besuch im Substage - ich kann bei dieser Art Musik nicht vorn bleiben, wo ich aber gern sein möchte, weil ich sonst vom Konzert nicht viel sehe. Ich hatte mir einen Platz ganz außen rechts gesucht recht weit vorn. Dort war es während der Vorband und bis zur Hälfte des Konzertes ganz okay. Soll heißen, ich konnte gut sehen und einigermaßen fotographieren. Aber dann passierte es immer öfter, dass sich ganze Gruppen neben uns gegenseitig umwarfen und ich derbe an die Wand gedrückt wurde. Bier haben nur die neben mir abgekriegt. Ich habe mich dann nach hinten gerettet, wo es entspannt zuging und auch Platz zum tanzen war. Aber ist das mein Ort wenn ich bei einem Konzert bin? Es fiel auf, dass zumindest bei diesem Konzert rings um mich (sozusagen in Deckung) fast nur Frauen waren, während die ziemlich feuchtfröhlich abgehende Meute sehr überwiegend aus jungen Männern bestand, die sich absolut rücksichtslos benommen haben (und davon wohl wenig mitbekommen haben). Ich kann das nicht wirklich normal finden, zumal wenn es um eigentlich total fröhliche und entspannte Musik geht. Ich werde das nicht ändern können und ich will auch keinem den Spaß verderben. Aber die Konsequenz für mich ist dann, mich aus solchen Events zurück zu ziehen. Wahrscheinlich ist das nicht mal ein Problem für die Veranstalter, die ja ihre Halle auch so füllen können.

Jedenfalls sind die vier Schweden von Royal Republic live erste Sahne und einigermaßen groß (auch wenn sie sich darüber beklagt haben, dass sie ihre Musik schlecht ins Radio bekommen - das spricht nur gegen das Radio!) Dieser Tage spielen sie als Support für die Toten Hosen - heut und morgen z.B. in München und Stuttgart. Und auch aus eigener Kraft in Deutschland vor ausverkauften Häusern. 



Als Vorband (bzw. Gäste) gab es obendrauf noch The Durango Riot - sehr passend weitere sympathische Alternative-Punk-Rocker aus Schweden. Mich haben sie in Musik und vom Gestus her sehr an die erste Scheibe von Mando Diao erinnert. Druckvolle Nummern, die einen abholen und durchpusten. Einfach knackige Tanzmusik. Dazu wirkten sie auf der Bühne auch noch wirklich nett. Hinterher waren sie hinten am Merchtable zu finden und haben mit jedem geschwatzt und Fotos gemacht, der das wollte.


Die gute Stimmung nach dem Set der Vorband war so präsent, dass sogar die Umbauer mehrfach spontan bejubelt wurden.

The Royal Republic zogen zu einer Hymne sehr passend ein und von der ersten Liedzeile an war das Publikum absolut  textsicher dabei. Die Show am Vortag war abgesagt worden, weil der Sänger eine Halzinfektion hat. Davon hat man am Abend in Karlsruhe eigentlich nichts gemerkt. Die 80 min Show waren druckvoll, abwechslungsreich, mit witzigen Ansagen und sehr unterhaltsam. Wasser lief auf und vor der Bühne in Strömen. 


Zur Setlist gehörten Tommy Gun, Underwear, Full steam spacemachine, Addictive (in einer netten akustischen Fassung), Punch Drunk love, Strangers friends lovers strangers, Molotov und andere. Leider konnte ich mir nichts notieren...

Nach Hause begleitet hat mich der Überhit: Everybody wants to be an astronaut aus dem Zugabenteil und der freundliche Ruf der drei fremden Mädels. Es fühlt sich schon so an als wenn so ein Abend die Nation ein bisschen rettet und die beteiligten hinterher davon etwas in ihren Alltag tragen.

Tourdaten The Durango Riot


14.12.2012 Köln - Basement
21.02.2013 Hamburg - Headcrash
22.02.2013 Düsseldorf - The Tube
23.02.2013 Stuttgart - 1210
25.02.2013 München - Kranhalle
26.02.2013 Wiesbaden - Schlachthof
27.02.2013 Heidelberg - Häll
28.02.2013 Berlin - Bi NUU
01.03.2013 Chemnitz - Atomino




Tourdaten Royal Republic

04.12. 2012 Frankfurt - Batschkapp (Zusatztermin)(*)
05.12. 2012 Frankfurt - Batschkapp (ausverkauft)(*)
06.12. 2012 Trier - Europahalle(*)
13.12. 2012 Nürnberg - Löwensaal(*)
17.12. 2012 Lindau - Vaudeville(*)

19.12. 2012 Dresden - Alter Schlachthof(*)
02.02. 2013 Luxemburg - Den Atelier
03.02. 2013 Gent - Vooruit
14.02. 2013 München - Backstage
22.02. 2013 Eindhoven - Effenaar
01.03. 2013 Amsterdam - Melkweg


(*) mit The Durango Riot


 

Konzerttagebuch © 2010

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