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Montag, 16. März 2015

Warpaint, Brüssel, 15.03.15

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Konzert: Warpaint
Ort: Cirque Royal, Brüssel
Datum: 15.03.2015
Dauer: Warpaint 73 min, The Garden 25 min
Zuschauer. vielleicht 1.500 



Nach dem tollen Auftritt von Warpaint im Sommer im WDR Sendesaal bei der c/o pop hatte ich beschlossen, sie auch im November noch einmal in Brüssel zu sehen. Der dortige Saal, der Cirque Royal, ist einer der schönsten Konzertsäle, die ich kenne. Der königliche Zirkus ist kreisrund und wirkt wie die kleine, von jedem Prunk befreite Schwester der Royal Albert Hall. Im Herbst kam mir meine Idee dann plötzlich weniger gut vor. Ich hatte die Amerikanerinnen in der Zwischenzeit noch zweimal gesehen - beide Konzerte waren sehr gut - wollte es aber nicht übertreiben. Sie vermutlich auch nicht, denn das Konzert wurde kurz vorher abgesagt, ein neuer Termin für das Frühjahr angekündigt. Da hatte ich wieder Lust.


Das Konzert am Sonntagabend in Brüssel ist Teil einer weiteren (kleinen) Europatour. Aus ihrer kalifornischen Heimat hatten Warpaint auch einen Support mitgebracht, The Garden, Zwillingsbrüder aus dem Orange County, die "conceptual punk" spielten, so ihre Selbstbeschreibung.  Fletcher & Wyatt Shears begannen mit einigem conceptual Gepose und spielten in den ersten knapp acht Minuten fünf Lieder. Manche der Stücke waren durchaus gut, sie hörten aber in der Regel nach spätestens zwei Minuten auf. Nichts gegen kurze Punkstücke (eines der besten Lieder der Menschheitsgeschichte ist auch nur 2:02 lang - allerdings kein Punk), die The Garden Lieder waren aber unfertige Fragmente (oder ich habe das Konzept nicht verstanden). 


Zu Lied sechs schaltete der dunkelhaarige Zwilling Musik vom Band an, sein blonder Drummerbruder Fletcher stand auf, machte eine Rolle vorwärts über die Bühne und begann mit dem Bruder schönste Ausdruckstänze. Ich bin Siegfried und ich bin Roy. Es war grotesk! Ihr Waldorfschulen-Tanz dauerte einige Lieder lang. Manchmal sang der Bassistenbruder ein paar Worte, mal setzte er sich ans Schlagzeug und spielte ein übertriebenes Playback. Ich vermute, die beiden hatten früher Ferienjobs in einer Piratenshow im heimatlichen Disneyland. Für den Cirque Royal reichte das nicht.


Nach "conceptual" kam gegen Ende wieder etwas "punk". Die letzten wirklich live vorgetragenen Liedchen waren dann auch wieder deutlich besser. Die Kombination aus Bass und Schlagzeug gefiel mir. Aber auch bei den letzten Stücken hatte ich oft das Gefühl, daß ein paar gute Ideen leider nicht weiter ausgearbeitet worden sind.

Wahrscheinlich haben Warpaint sie mit auf die Tour genommen, weil Wyatt und Fletcher ein paar ausgezeichnete Kartentricks beherrschen und jonglierend durch brennende Reifen springen können. So ein Flug und innereuropäische Busfahrten sind lang.

Während The Garden hüpften und tanzten, war der Cirque Royal noch ziemlich leer. Bis neun waren der Innenraum und auch viele der Tribünen so voll, daß es nicht mehr peinlich wirkte. Bis auf einige Lücken auf den oberen, steilen Tribünen und am Rand war der Cirque Royal voll. Von 2.000 möglichen waren vermutlich gut 1.500 Zuschauer da.

Das Konzert begann mit ein paar Minuten Verspätung. Daß mir Warpaint-Auftritte noch nicht aus dem Hals raus hängen, hängt vor allem damit zusammen, daß kein Konzert so ist wie das andere. Die Band variiert nicht nur die Setlisten, auch die Art, wie sie die Lieder spielen, ist immer anders. Elephants, das sie immer im Programm haben, gibt es in zig Versionen. Die Lieder weichen nicht von einander ab, weil Warpaint keine gute Musikerinnen sind, die sie nicht live zweimal gleich spielen könnten. Sie weichen vielmehr ab, weil die vier Frauen so exzellent sind und es können.



Das Brüssel-Konzert begann mit Warpaint, auch in einer Version, die ich noch nicht kannte. Trotz der vermutlich erst kurz vorher erfolgten Anreise wirkte die Band frisch und wach. Nur Bassistin Jenny Lee Lindberg wirkte auf mich angeschlagen. Sie verbrachte den größten Teil des Konzerts unter eine Kapuze, die sie auch aufbehielt, als ihr das Kapuzenshirt selbst zu warm wurde. Im Gegensatz zur Bassistin waren die beiden singenden Gitarristinnen Theresa Wayman und Emily Kokal sehr aufgekratzt, tanzten auffallend viel über die Bühne und schienen großen Spaß zu haben. 


Die erste Konzerthälfte bestand aus einigen der üblichen Verdächtigen (Undertow, Composure, dem Überhit Love is to die), bevor das "neue" No way out, das die Band neulich so vorgestellt hatte, das sie aber auch seit anderthalb Jahren spielt. No way out war sehr gut und ewig lang. Es folgte Intro und damit wieder eine Spielerei. Das Eröffnungsstück der aktuellen Platte würde ich - wäre ich die Band - auf allen Touren zu dieser Platte auch als erstes Stück spielen. Gleich gefolgt von Keep it healthy, da die beiden zusammengehören und ein perfekter Einstieg sind. Das ist der Band offenbar zu langweilig. Im Sommer hatte ich schon bei einem Konzert erlebt, daß Intro mittendrin gespielt wurde, da allerdings von Love is to die gefolgt. Im Cirque Royal spielten Warpaint das Intro / Keep it healthy Doppel. Dann das Doppel-Lied Disco // very und dann - auch das war mir neu - die beiden letzten Stücke der Debüt-EP (Burgundy und Krimson) quasi als Medley nacheinander (aber als ein Lied). Das war spektakulär! Und es passte perfekt, nicht nur, weil die beiden Farben so gut harmonieren.


Theresa kündigte danach noch zwei letzte Lieder an, wurde von Emily aber korrigiert, die sich vorher mit Schlagzeugerin Stella und Jenny Lee besprochen hatte. Ich weiß nicht, ob da die Müdigkeit Streichungen nötig machte. Jedenfalls war auch das letzte Stück Elephants so kurz wie lange nicht mehr (gerade mal fünf Minuten - oft ist es mehr als doppelt so lang). 

Nach den beiden Zugaben Bees und Biggy war endgültig Schluß.

Ich hatte mir vorher (als Gegenmittel gegen meine vermutete Warpaint-Müdigkeit) eingeredet, daß der eigentliche Star des Abends ja der Saal sei und ich viel zu lange nicht mehr in dem Konzerte gesehen hatte. Das war aber Quatsch. Der Star sind die phänomenal guten Liveversionen der wundervollen Warpaint-Lieder. Immer wieder.

Setlist Warpaint, Cirque Royal, Brüssel:

01: Warpaint
02: Undertow
03: Love is to die
04: Composure
05: No way out
06: Intro
07: Keep it healthy
08: Disco // very
09: Burgundy / Krimson (Medley)
10: Elephants

11: Bees (Z)
12: Biggy (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Warpaint, Münster, 06.09.14
- Warpaint, Luxemburg, 25.08.14
- Warpaint, Paris, 24.08.14
- Warpaint, Köln, 20.08.14
- Warpaint, Ewijk, 29.06.14
- Warpaint, Mannheim, 31.05.14
- Warpaint, Barcelona, 29.05.14
- Warpaint, Köln, 23.02.14
- Warpaint, Den Haag, 16.11.13
- Warpaint, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
- Warpaint, Rüsselheim, 20.07.12
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Prag, 10.07.12
- Warpaint, Lüttich, 05.07.12
- Warpaint, Haldern, 13.08.11
- Warpaint, Köln, 28.06.11
- Warpaint, Amsterdam, 19.06.11
- Warpaint, Barcelona, 28.05.11
- Warpaint, Frankfurt, 11.11.10
- Warpaint, Paris, 06.11.10
- Warpaint, Brüssel, 16.05.10



Freitag, 12. September 2014

Warpaint, Münster, 06.09.14

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Konzert: Warpaint
Ort: Skaters Palace, Münster (Visions Party)
Datum: 06.09.2014
Dauer: knapp 90 min
Zuschauer: nicht ausverkauft



So richtig begeistert schien die Visions von ihrer eigenen Party im Skaters Palace in Münster nicht zu sein. In der Skatehalle, die bis auf ein paar doofe Säulen ein gute Ort für Konzerte ist, hing zwar ein großes Transparent des Energiegetränk-Sponsors, von der Musikzeitung war aber nichts zu sehen. Auch die Berichterstattung hinterher deutet nicht darauf hin, daß es sich bei diesem Abend um eine Herzensangelegenheit des Magazins handelte. Es gab nämlich keine. Auch von der anschließenden Party war nichts zu sehen, sie war aus "organisatorischen Gründen" abgesagt worden. Eine Herzensangelegenheit organisiert man anders. Dabei war das Konzert gar nicht schlecht besucht, auch wenn der Skaters Palace nicht ausverkauft war. 

Daß mir Warpaint (musikalisch) wichtig sind, kann ich schlecht verbergen. Nach meiner ersten Kurzbegegnung mit den Amerikanerinnen als Vorgruppe von Wolf Parade Anfang 2010 folgten viele eindrucksvoll gute Konzerte; in letzter Zeit fast zu viele. Die besorgten mails meiner Visions-Party-Verabredung konnte ich aber beruhigend beantworten - nein, ich hatte noch nicht genug. Warpaint machen es einem einfach, sie häufiger zu sehen, da sie nicht nur den Aufbau des Auftritts sondern auch den einzelner (oder vieler) Lieder konzerttäglich variieren. Wenn man die Musik der Gruppe also mag (und sie nicht per se langweilig findet), kann man sie ruhig immer mal wieder angucken.

Die beiden Vorgruppen erzeugten diesen Wunsch bei mir nicht. Die erste, der Sänger Mat Reetz, klang nach Brian Molko, die zweite, Blaenavon, zu pathetisch. 

Meine Versuche, vorher rauszufinden, wann die Bands auftreten, waren erfolglos. Der Veranstalter wollte oder konnte das nicht verraten. Wenn man nicht in der Stadt wohnt, in der ein Konzert stattfindet, können solche Informationen ganz wichtig sein. Deutschen Veranstaltern ist es aber offenbar zu spießig, bekanntzugeben, wann die Hauptgruppe anfängt. Andere Länder mit einer besseren Konzertkultur sind auch da kundenfreundlicher.


Warpaint traten um kurz vor zehn auf. Seit einer Weile spielt die Band nicht mehr das Stück Intro (das auch das erste Lied der aktuellen Platte ist) am Anfang. Obwohl es auf dem Album wundervoll in Keep it healthy übergeht, wird dieser Anfang live meist so nicht mehr gespielt. Stattdessen hatte Keep it healthy eine andere, offenbar improvisierte Einleitung. Das z.B. meinte ich damit, daß keines meiner Warpaint-Konzerte wie das andere ist. Auch wenn Keep it healthy einer meiner Lieblinge ist, wurde es ab Composure und Undertow, die übergangslos nacheinander gespielt wurden, richtig gut. Bees und Hi am Anfang des Konzerts sind vermutlich ein wenig zu ruhig oder harmlos; der Schwung kommt mit Composure. Das war auch diesmal deutlich.


Danach ließ das Tempo (im übertragenen Sinne) nicht mehr nach. Love ist to die wird erstaunlicherweise immer besser, je öfter ich es höre. Das anschließende Drive ist eine Art verborgener Schatz auf der neuen Platte. Ich habe das Stück lange nicht richtig wahrgenommen, es ist aber live enorm gut und fällt trotz der vielen Perlen deutlich auf. Und auch wenn Disco/very in meinen Augen eines der schwächeren Lieder der Band ist, war das Doppel Beetles und Disco mit einem improvisierten Übergang und 15 Minuten Spielzeit hervorragend.



Auch der Mann mit Konzert-Tourette und ohne Deo, der vor Beginn den armen Ordner immer wieder anbrüllte, wann "die Frauen" denn endlich kämen, ob die "ihre Tage haben, oder was?", schien zufrieden zu sein. Überhaupt war das Publikum scheinbar sehr glücklich. Der Applaus nach den Liedern wurde immer länger und ausgelassener. Spätestens bei der unsäglichen Aufforderung von Bassistin Jenny Lee Lindberg (mit geringeltem Rock, geringelten Socken und riesiger Brille), rhythmisch mitzuklatschen, schienen die Münsterländer beweisen zu wollen, daß sie Partypeople sind. Das klang schon ziemlich nach dem Rheinland im Februar! 

Wie neulich in Köln, kam zunächst Gitarristin Emily zu den Zugaben zurück und spielte alleine Baby, dessen Instrumentierung an Scout Niblett erinnert. Leider konnte das verliebte Pärchen (eher Paar) neben mir sich endlich gut unterhalten, weil es jetzt auf der Bühne leiser war. Das Gespräch war aber schnell vorbei, denn das wundervolle No way out (bestes Stück!) und ein 14 Minuten langes Elephants waren wieder ordentlich laut.

Früher haben Warpaint Elephants oder Beetles durch Improvisationen in die Länge gezogen. Zur Zeit machen sie es mit beiden Liedern. Allerdings schienen sie bei Elephants diesmal am Ende den Faden zu verlieren. Die letzten Minuten waren ein wenig unstrukturiert und albern, aber eben auch wieder ganz anders als jede Version bisher! Nein, es stimmte, ich hatte wirklich noch nicht genug. Auch das Konzert in Münster empfand ich als kurzweilig und musikalisch sehr gut! Schade, daß das von der Visions vermutlich niemand selbst erlebt hat!

Setlist Warpaint, Visions Party, Skaters Palace, Münster:

01: Keep it healthy
02: Bees
03: Hi
04: Composure
05: Undertow
06: Love is to die
07: Drive
08: Beetles
09: Disco / very

10: Baby (Emily solo) (Z)
11: No way out (Z)
12: Elephants (Z)

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Warpaint, Luxemburg, 25.08.14
- Warpaint, Köln, 20.08.14
- Warpaint, Ewijk, 29.06.14
- Warpaint, Mannheim, 31.05.14
- Warpaint, Barcelona, 29.05.14
- Warpaint, Köln, 23.02.14
- Warpaint, Den Haag, 16.11.13
- Warpaint, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Prag, 10.07.12
- Warpaint, Lüttich, 05.07.12
- Warpaint, Haldern, 13.08.11
- Warpaint, Köln, 28.06.11
- Warpaint, Amsterdam, 19.06.11
- Warpaint, Barcelona, 28.05.11
- Warpaint, Frankfurt, 11.11.10
- Warpaint, Paris, 06.11.10
- Warpaint, Brüssel, 16.05.10






Mittwoch, 3. September 2014

Rock en Seine, troisième jour, Paris, 24.08.14

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Rock en Seine, troisième jour, 24.08.2014


Le troisième jour à Rock en Seine était le seul ou il n'y avait pas une seule goutte de pluie, il restait sec durant toute la journée.


Blood Red Shoes


Je suis le chemin de ce (toujours) jeune duo explosif de Brighton depuis quelques années maintenant et je les avais vus plein de fois. Par contre mon dernier concert de Blood Red Shoes remonte à 2010. Depuis ils ont continué de jouer énormément de festivals, publié de nouveaux albums et leur show est désormais ultra bien huilé. Heureusement c'est n'est toujours pas devenu trop lisse, ils n'ont pas du tout abandonné leur son brut, direct et abrasif. Bien sûr j'étais très content d'entendre leur vieux tube "I Wish I Was Someone Better" qu'ils ont joué très tôt dans le set (en deuxième position), mais les nouveautés m'ont également plu. 



Blood Red Shoes est un groupe qui n'invente rien et oscille toujours entre le grunge rock de Nirvana et le blues rock de Queens Of The Stone Age, mais qui charme pas sa fraicheur, sa simplicité et authenticité. On sent qu'ils s' amusent toujours comme des gamins et qu'ils n'ont pas du tout envie d'apprendre un "vrai métier " Steven Ansell comme employé de banque? Improbable ! Laura -Mary Carter vendeuse de fringue ? Never ! Ces deux là vivent leur rêve de rock star, et même s'ils vont probablement jamais atteindre le statut de tête d'affiche à Rock en Seine ils ont prouvé qu'ils sont le groupe idéal pour faire vibrer une grande scène tôt l'après -midi. C'était dynamique, rafraichissant et bien sympa. Un très bon début pour cette longue dernière journée.

Setlist

01: Welcome Home
02: I Wish I Was Someone Better
03: Don't Ask
04: Red River
05: Speech Coma
06: Cold
07: The Perfect Mess
08: This Is Not For You
09: Black Distractions
10: An Animal
11: Light It Up
12: Je Me Perds

Cloud Nothings:

Un autre groupe grunge rock juste après le Blood Red Shoes, c'était trop de bruit pour un tendre comme moi. J'ai regarde deux morceaux ("Pattern Walks" et "Stay Useless") du groupe de Dylan Baldi, après je me suis dépêché de courir vers la scène Pression live pour plus de douceur avec To Kill A Young qui jouaient en même temps.

Setlist:

01: Pattern Walks
02: Stay Useless
03: Psychic Trauma
04: Separation
05: Fall In
06: No Thoughts
07: I'm Not Part Of Me
08: Wasted Days

To Kill A King


Un groupe de Leeds (empruntant leur nom d'une scène dans Hamlet) qui avait pourtant très peu de choses a voir avec les formations cultes de cette ville, Gang Of Four, Kaiser Chiefs ou iliketrains. Chez eux c'était plutôt du folk pop à la Mumford and Sons, un style qui était ultra en vogue en 2011, mais qui connait un assez net déclin depuis. Peut être les jeunes gens se lassent déjà du revival folk dans le style des Fleet Foxes, Bon Iver, etc. et veulent de nouveau des groupes qui font plus de bruit. Moi personnellement je vais jamais me lasser de belles harmonies vocales et des chansons intemporelles que peuvent produire les bons groupes folks. Et To Kill A King m'ont également charmé avec ces qualités là. Leur chanteur Ralph Pelleymounter était très bavard et attachant (presque un brin trop jovial) et affichait un grand sourire tout au long de ce concert ensoleillé, plaisant et ludique.

Les morceaux venaient du premier album "Carnivals With Cutlery" et après cette prestation réussie qui a été énormément appréciée par le public parisien j'ai vraiment envie de me le procurer !

Belle découverte !

Petit Fantôme


Belle découverte aussi dans le cas des français Petit Fantôme, même si j'avais déjà lu leur nom dans la presse spécialisée (les Inrocks avaient donné 5/5 pour leur premier EP, téléchargeable gratuitement sur le net) depuis un moment et je savais qu'ils ont joué au Pitchfork Festival en 2013 et au Point Ephémère début 2014.

Il s'agit en fait du projet de Pierre Loustaunau, membre de François and The Atlas Mountains et François même joue également dans Petit Fantôme, tout comme l'excellent batteur Jean Thévenin.

Un groupe qu'on pourrait qualifier de pop psychédélique, mais qui est finalement difficile a mettre dans une case. Il y a juste trop de styles qui se mélangent chez eux. Il y des éléments du french new wave revival, de la pop électro, de le dream pop et du kraut rock.  C'était très coloré en tout cas, riche musicalement et mélodiquement très séduisant. Puis il y avait de petits détails comme une trompette qui faisaient aussi le charme de ce groupe surprenant qui peut certainement aller loin.

Leur morceaux étaient catchy et directs sans être trop plats ou formatés pour les radios mainstream, chez eux il reste toujours de la place pour des expérimentations sonores. En live ils peuvent encore progresser, mais j'étais déjà impressionné par leur savoir-faire technique et de leur talent de composition. On va les revoir !

Warpaint

J'avais des grandes attentes pour ce concert des quatre musiciennes de Los Angeles qui jouent sous le nom de Warpaint. Pourtant les filles signées sur le prestigieux label Rough Trade ne m'avaient jamais encore 100 % convaincu avant. Je les avais vues au Festival des Inrocks à la Cigale, au Haldern Pop Festival en Allemagne au End Of The Road Festival en Angleterre en 2013, et a chaque fois il manquait quelque chose pour parler d'un grand concert. C'était toujours plaisant, le son cold wave bien séduisant, mais jamais renversant. Mais pour cette fois-ci à Paris j'étais très optimiste de vivre quelque chose d'exceptionnel, parc que mon ami blogger Christoph ne cessait pas de parler d'une manière élogieuse de tous les concerts qu'il avait vu d'elles ces dernières semaines et mois.

Mais hélas! Après 3 morceaux seulement c'était déjà évident qu'une nouvelle fois le grand concert attendu n'aura pas lieu. Comme souvent les filles restaient loin derrière, montraient aucune expression de visage, ne jouaient pas vraiment libérée  et communiquaient nullement avec le public. Chacune d'elles jouait dans son coin, la timidité et nervosité était palpables.

C'est certainement pour cela que Emily Kokal, une de deux chanteuses a dit: "I feel a litte bit shy, we all should maybe dance a litlle more." Et après ce moment il y en effet eu une amélioration de la prestation scénique à observer. Les musiciennes communiquaient plus entre elles, bougeaient mieux et affichaient même de temps un temps un petit sourire timide (surtout Théresa Wayman qui commençait à prendre plaisir à 'être là)

Avec "Love Is To Die" elles interprétaient aussi leur meilleur titre jusqu'alors. Chant doux et enchanteur (un peu comme les Au Revoir Simone), guitares mélodramatiques, batterie subtile, ce titre avait tout pour plaire.

La deuxième moitié de ce concert assez court était donc nettement mieux que la première, mais malgré les améliorations scéniques Warpaint avaient du mal à se libérer complètement. Elles restaient quand même souvent dans leur bulle, évaluaient dans leur propre monde rêveur et regardaient plus leur batteuse que le public. Il fallait attendre le dernier titre "Elephants", une chanson de leur premier EP de 2009, avant que le quatuor oublie tous ces blocages et joue vraiment avec enthousiasme et passion. Enfin elles exploitaient à fonds leur grand potentiel, enfin le courant passait et enfin il y avait une vraie bonne ambiance dans le public. Le morceau durait très longtemps, presque 10 minutes de sueur, d'emphase et de frénésie, c'était absolument spectaculaire et j'aurais souhaité un concert aussi passionnant dès le début. 

Warpaint vont se produire le 24 novembre au Trianon, on va voir si elles seront enfin capables de me faire vibrer durant tout un concert.

Setlist

01: Keep It Healthy
02: Bees
03: Undertow
04: Love Is To Die
05: Disco/Very
06: No Way Out
07: Elephants

Brody Dalle


Tout le monde connait les Queens Of The Stone Age et leur charismatique chanteur Josh Homme, moins de gens connaissent son épouse Brody Dalle qui menait avant le groupe The Distillers.

Tout comme Josh, Brody n'est pas du genre ballade romantique à la Coldplay, chez elle c'est l'énergie brute, le rock abrasif, la rage et la violence. La chanteuse blonde et très tatouée chantait a plein poumons et se montrait aussi agressive sur scène qu'une Courtney Love ou une Beth Ditto. Pourtant les chansons sonnaient agréablement mélodieuses, malgré leur style plutôt punk rock il y avait aussi un côte pop bien sympa. On ne s'ennuyait pas une seule seconde, donc, et le concert est passé super vite, preuve qu'il n'y avait pas de temps morts.

Une très bonne prestation qui a mis quasiment tout le monde d'accord. Les réactions étaient très positives après.

Thurston Moore:

Bien que classé aussi punk, la musique de Thurston Moore était beaucoup plus expérimentale et moins directe que celle de Brody. Chez le leader de Sonic Youth il y avait systématiquement de longues phases instrumentales ou lui, ses deux musiciennes et l'excellent batteur Steve Shelley s'amusaient à maltraiter leurs instruments et à pratiquer parfois même une sorte de free jazz. C'était un concert pour des fans de Thurston qui suivent l'éternel adolescent partout. Le grand public n'était pas très présent, certains ne savaient même pas que Thurston Moore est dans Sonic Youth.


Lana Del Rey


On peut souvent lire que Lana Del Rey chante ultra faux et que c'est juste un produit marketing d'un manger mégalo. Le club de haters est aussi grand que le club de fans. Mais moi je ne peux pas confirmer qu'elle chante faux. Je l'ai vu une fois au concert (Canal +, "album de la semaine") et là sa voix fonctionnait à merveille, elle interprétait brillamment ses tubes "Blue Jeans" ou "Videogames".
Depuis cette date promo s'est passé pas mal de temps, Lana avait sortie son deuxième album "Ultraviolence" et grâce à ses tournées dans le monde entier elle a eu le temps de roder ses performances scéniques. C'était donc avec une a priori plutôt positif que j'attaquais ce concert de la chanteuse qui suscite tellement de controverses.

C'était pas simple de se frayer son chemin vers la grande scène parce que tout le monde voulait voir l'américaine. Certains par curiosité, d'autres juste pour se moquer d'elle après et le reste par amour pour sa musique. Elle était là avec son groupe étonnement rock (au moins par rapport aux disques assez doux) et jouait la diva de Hollywood triste, en manque d'amour. Un rôle qui lui collait à la peu, même si on en sait pas du tout si cela a un rapport avec sa vraie vie. Elle crée un mystère, se veut classe, mais aussi un brin vulgaire et bad girl. Un produit marketing, donc ? Hmm, c'est possible, mais elle chantait extrêmement juste en tout cas et ses tubes ("Ultraviolence", "Blue Jeans", "Summertime Sadness" et bien sur "Video Games") étaient juste imparables. Tout de suite le club de ses haters soupçonnait du playback, disait que c'était impossible pour elle de chanter aussi bien. Une attaque ultraviolente, probablement pas justifiée parce que les spécialistes voulaient bien admettre que les chœurs venaient d'une bande, mais affirmaient avec fermeté que le reste était du live.

Partons du fait qu'il n'y avait pas de playback (le doute profite à l'accusé), le concert était irréprochable en ce qui concerne la musique même (bémol sur les paroles assez cliché et bling bling parfois: " I want money, power, glory" ou "I'm a sad girl, I'm a bad girl") Après on peux bien sur discuter si c'était vraiment nécessaire de fumer d'une manière tellement ostentatoire, de jouer le rôle de la diva à mort jusqu'à en frôlant parfois le ridicule et de signer des autographes et poser avec ses fans pour des selfies pendant que ses musiciens continuaient à faire le clown sur scène à la dernière chanson.

P. S.: Apparemment la chanteuse a eu aussi froid comme nous car elle a annulé son concert ultra privé le lendemain au Trianon: "extinction de voix". Après tout ça c'est pas la fin de controverses pour Lana Rel Rey, ça c'est sur.

Stephen Malkmus & The Jicks:



Tous ceux qui avaient pris plaisir à voir Thurston Moore sur la même scène (Pression live) un peu plus tôt, étaient en grande partie également présents pour le concert solo du chanteur de Pavement. C'était quasiment le même public, des trentenaires et quadragénaires nostalgiques du rock us des années 90 et fans d'un son lo-fi et noisy joué avec la plus grande coolitude et nonchalance au monde. 

Le concert était bien et divertissant, mais court, surtout pour ceux qui comme moi venaient de loin (de la grande scène) après le concert de Lana Del Rey. Quel contraste ! La diva bling bling mainstream et le leader simple et attachant d'un grand groupe underground, vraiment pas grand chose à voir ces deux là !

La Roux

Ne perdant pas beaucoup de mots pour ce concert dont j'ai seulement vu les deux derniers morceaux (dont le tube "Bulletproof"). Le revival eighties éléctro à la Yazoo ou The Human League n'est vraiment pas ma tasse de thé et j'étais donc mal parti pour apprécier la prestation de La Roux qui surfe sur la vague de ce revival.

Queens Of The Stone Age 

Valeur sûre du rock depuis environ 15 ans, la machine à riffs ultra bien huilé de Josh Homme a tellement de confiance qu'ils ont eu le courage de jouer un de leurs tous meilleurs morceaux "No One Knows" en deuxième position. Ça veut tout dire.



Dienstag, 26. August 2014

Warpaint & Amatorski, Luxemburg, 25.08.14

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Konzert: Warpaint (& Amatorski)
Ort: den Atelier, Luxemburg
Datum: 25.08.2014
Dauer: Warpaint 80 min, Amatorski knapp 30 min
Zuschauer: 400 - 500 



Eigentlich hatte ich gar nicht zu diesem Konzert fahren wollen, ich versuche nämlich, Bands nicht häufiger als zweimal pro Jahr gezielt zu sehen, um mir den Spaß an ihnen nicht zu nehmen - Ausnahmen sind Festivals und Slowdive. Bei Festivals auf eine Lieblingsband zu verzichten, überfordert meine Selbstdisziplin, bei Clubshows, die eine Anreise erfordern, ist das einfacher. Nach dem Warpaint-Konzert vor ein paar Tagen im Sendesaal des WDR im Rahmen der c/o pop wäre ich nicht auf die Idee gekommen, die Amerikanerinnen sofort wieder zu sehen. Wir verabredeten stattdessen, im November in den Cirque Royal zu fahren, weil das schließlich einer der schönsten Konzertsäle Europas ist. Als ich nach dem genauen Termin dieses Warpaint-Auftritts suchte, kam mir in den Sinn, daß ich auch im Herbst die heißgeliebten Amatorski in Brüssel sehen wollte und suchte stattdessen nach dem Datum dieses Konzerts. Auf der Amatorski-Website fand ich dann aber eine Information, die mich überforderte. "25.08. den Atelier, Luxemburg w/ Warpaint" - zwei Lieblingsbands, die ich nie in einem Zusammenhang gebracht hätte, an einem Abend gemeinsam. Auch wenn meine Selbstdisziplin dominierender wäre, da käme ich nicht niemals dran vorbei. 

Außerdem wäre es unhöflich den Lieblingskünstlern gegenüber.

Das Atelier war noch sehr leer, als Amatorski um halb neun auf die Bühne kamen. Ich habe die belgische Band schon in einigen Konstellationen erlebt, zuletzt zweimal als Trio. Heute fehlte Schlagzeuger Christophe Claeys. Aber da Sängerin Inne Eysermans und vor allem Gitarrist Sebastiaan Van Den Branden auf der Bühne so viele Dinge gleichzeitig machen, fiel das nicht schrecklich stark ins Gewicht. Das Programm war offenbar ein wenig an die Duo-Situation angepsst worden. Warszawa, das bisher immer gespielt wurde, ist offenbar zu zweit nicht machbar. Aber obwohl Amatorski nur zwei Platten veröffentlicht haben, können die Belgier ganz offensichtlich auf einen riesigen Vorrat an großen Hits zugreifen. Statt Warszawa war Anthem Teil des kurzen Auftritts. Das in dieser Form unveröffentlichte Lied, das auf U-Turn und das wundervolle Duett Wildbirds folgte, ist eine Schönheit auf den zweiten Blick. Aber was für eine! Auf der ersten Platte tbc war eine verhutschelte Vorgängerversion ein hidden track. Die Überarbeitung mit viel Klavier wird hoffentlich auch veröffentlicht, es wäre eine elende Verschwendung, das nur live zu spielen!



Es ist eine Wonne, Amatorski zuzusehen. Die Musiker aus Gent bedienen meist mehrere Instrumente gleichzeitig. Inne sitzt hinter ihrer Keyboard-Burg und spielt häufig mit je einen Hand eines ihrer Instrumente, während Sebastiaan auch schon einmal synchron Keyboard und Gitarre (singend) bedient.


Diese leider viel zu unbekannte Band ist solch eine unglaubliche Perle! Trotzdem ist es keine richtig gute Idee, die Belgier als Vorgruppe anzusetzen, weil die Gefahr groß ist, von ihnen trotz der ruhigen Lieder an die Wand gespielt zu werden.

Setlist Amatorski, den Atelier, Luxemburg:

01: U-Turn
02: Wildbirds
03: Anthem
04: Boy / girl
05: Fragment
06: Hudson
07: Never told

Es muß allerdings viel passieren, daß Warpaint blass gegenüber einen Vorgruppe wirken, dafür sind die Shows des kalifornischen Quartetts und vor allem das Songmaterial zu gut! Ich weiß nicht recht, ob es an Amatorski, an mir oder an Warpaint lag, daß der Anfang - fast die erste Konzerthälfte - wenig Eindruck auf mich machte. Wenn es an der Band und nicht an meiner etwaigen Warpaint-Müdigkeit (Himmel hilf!) lag, war die Ursache dafür vielleicht der Unterschied zwischen Paris am Vortag und dem bei weitem nicht ausverkauften und sehr wenig euphorischen Club in Luxemburg heute. Mir fiel nicht auf, daß die vier Frauen schlecht gelaunt wirkten, die Lieder zündeten einfach nicht. Aber dafür die Ursache zu benennen fällt mir extrem schwer, weil so etwas ja immer auch an mir selbst liegen kann. 


Das, was dem großen Teil des Publikums an Euphorie fehlte, hatten eine Handvoll junger Engländerinnen drei- und vierfach intus. Sie nervten auf unerträgliche Weise mit Wolfsgeheul oder dem Versuch, den Anfang von Composure an den falschen Stellen nachzusingen, es war gruselig. So Fans gönnte ich nicht mal U2, Nickelback oder Bon Jovi. Ich war ganz froh, daß mein alter Liebling Billie Holiday nicht wie geplant als Zugabe gespielt wurde. Die Nerv-Frauen, die sich zielsicher wieder von mir Freakmagneten angezogen fühlten, hätten das (und auch Baby, das in Köln die ruhige Zugabe war) locker versaut. 


Nach einer Weile, vielleicht nach Undertow, spätestens mit Love is to die hatte das Konzert mich. Love is to die ist allerdings auch einer der grandiosesten Livelieder des Jahres, wenn mal jemand endlich diese Jahresrückblick-Rubrik einführen mag. Nicht so toll funktionierte Disco / very, es war das lahmste Lied des Abends. 

Beetles danach kam mir noch einmal länger vor als zuletzt. Neben Elephants scheint das Stück im Moment von Warpaint regelmäßig live in einer nicht enden wollenden improvisierten Version gespielt zu werden. Nachdem nach dem langen Rumgejamme, das Motiv des Lieds wieder aufgegriffen wurde und Gitarristin Theresa noch einmal die normale Strophe singt, improvisierten Warpaint diesmal noch einmal weiter und machten das Lied noch länger. Auch Elephants als zweite Zugabe dauerte zwölf, dreizehn Minuten, ohne jedoch an irgendeinen Punkt Gefahr zu laufen, langweilig zu werden. Da ging es dann auch zumindest mir so, daß ich keine Augen für Details hatte, weil ich der Musik zuhörte. Im ersten Teil war das noch anders, da war das Konzert weit weniger packend, was ich bisher bei Warpaint nicht erlebt hatte. Da "weit weniger packend" aber immer noch so viel besser ist als das, was viele andere Bands abliefern, und weil die zweite Hälfte Warpaint-Standard (also toll!) war, war es kein schlechtes Konzert! Und wegen Amatorski ein sehr gelungener Ausflug!

Setlist Warpaint, den Atelier, Luxemburg:

01: Intro (vom Band)
02: Keep it healthy
03: Bees
04: Hi
05: Composure
06: Undertow
07: Love is to die
08: Drive
09: Disco / very
10: Beetles

11: No way out (Z)
12: Elephants (Z)

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Warpaint, Köln, 20.08.14
- Warpaint, Ewijk, 29.06.14
- Warpaint, Mannheim, 31.05.14
- Warpaint, Barcelona, 29.05.14
- Warpaint, Köln, 23.02.14
- Warpaint, Den Haag, 16.11.13
- Warpaint, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Prag, 10.07.12
- Warpaint, Lüttich, 05.07.12
- Warpaint, Haldern, 13.08.11
- Warpaint, Köln, 28.06.11
- Warpaint, Amsterdam, 19.06.11
- Warpaint, Barcelona, 28.05.11
- Warpaint, Frankfurt, 11.11.10
- Warpaint, Paris, 06.11.10
- Warpaint, Brüssel, 16.05.10

- Amatorski, Frankfurt, 12.08.14
- Amatorski, Hilvarenbeek, 21.06.14
-
Amatorski, Stuttgart, 04.10.13
- Amatorski, Wien, 03.10.13
- Amatorski, Frankfurt, 30.09.13
- Amatorski, Wiesbaden, 07.02.13
- Amatorski, Wiesbaden, 07.02.13

Tourdaten Warpaint:

- 03.09.14 Stuttgart - LKA Longhorn
- 06.09.14 Münster - Skater's Palace (Visions Party)
- 23.11.14 Frankfurt - Batschkapp



Donnerstag, 21. August 2014

Warpaint, Köln, 20.08.14

3 Kommentare

Konzert: Warpaint
Ort: Klaus-von-Bismarck-Saal im WDR Funkhaus, Köln (c/o pop)
Datum: 20.08.2014
Dauer: gut 85 min
Zuschauer: knapp 500




Am Festival der Kölner Musikmesse c/o pop mag ich so ganz besonders, daß die Bands im immer guten Line-Up auch einmal an Orten spielen, an denen sonst keine Indie-Konzerte stattfinden. Einmal im Jahr sind Flaschenbier und nicht Weinschorle oder Sekt das Konzertgetränk in der Philharmonie, in der ich vor ein paar Jahren einen atemberaubenden Auftritt von Beirut gesehen habe. Bei einer früheren c/o pop hatte ich auch schon einen Abend in einem Sendesaal verbracht, in dem des Deutschlandfunks spielten damals Austra. Mein diesjähriger Festivaleinstieg fand im großen Sendesaal des WDR am Wallraf-Platz statt, mit den bewährten Warpaint aus Los Angeles, einer Band, die ich in den vergangenen gut vier Jahren sehr oft, glücklicherweise (für mich - vermutlich nicht für unsere regelmäßigen Leser) aber noch nicht zu oft gesehen habe.

Radio-Sendesäle haben den riesigen Vorteil, daß sie für bestmögliche Livemusik gebaut worden sind. Im Klaus-von-Bismarck-Saal finden überwiegend klassische Konzerte statt, er ist Heimat des WDR Funkhausorchesters, er hat Auftritte von Künstlern wie Igor Strawinski erlebt und galt nach seiner Einweihung fünf Jahre nach Kriegsende als modernster Sendesaal Europas. Ich war nicht sicher, ob das Konzert bestuhlt sein würde, die Fotos, die ich vorher gesehen hatte, machten diesen Eindruck. Allerdings dachte ich, daß die Stühle wohl rausgeräumt werden würden, wenn ein Pop-Konzert angesetzt ist. Das war natürlich Unsinn, die Sitzreihen sind fest eingebaut, sogar die Bezüge sind aus einem Material, das die besondere Akustik des Raums fördert. Daß die Bierflaschen daher im Treppenaufgang geleert werden mussten, machte Sinn.


Warpaint begannen um zwanzig nach neun. Wie schon bei meinem letzten Konzert der Amerikanerinnen begannen sie ihren Auftritt nicht wie auf der aktuellen (zweiten) Platte. Dort sind Intro und Keep it healthy ein Song-Doppel, das, wie ich immer dachte, zusammengehört. Beim Down The Rabbit Hole Festival in Ewijk in den Niederlanden spielten Warpaint das instrumentale Intro mitten im Konzert, heute ließen sie es komplett weg. Keep it healthy klang für mich anfangs ein wenig flach oder dumpf, jedenfalls hinter meinen Erwartungen an die besondere Akustik des Saals. Das legte sich glücklicherweise schnell, ab Bees klang des Konzert wundervoll und glasklar.  


Erstaunlicherweise war auch das Publikum sehr viel angenehmer, als es Festivalzuschauer oft sind. Wenn die Gäste nicht speziell wegen einer Band sondern wegen der Gesamtveranstaltung oder schlimmer, wegen des "Events" kommen, ist die Aufmerksamkeit dem Nachbarn gegenüber oft höher als für die Musik. Auch Fachbesucher einer Musikmesse bzw. Konferenz tragen meist nicht zu meinem Spaß an einem Konzert bei, weil sie gerne die angenehme Umgebung nutzen, um sich über das zu unterhalten, über das Fachbesucher einer Musikmesse so sprechen. Offenbar ist die neue Politik der Festivalmacher, keine Festival-Tickets und stattdessen Karten für die einzelnen Veranstaltungen zu verkaufen, ein guter Filter!

Lediglich bei Baby, der ersten Zugabe, die Gitarristin Emily alleine vortrug - dem mit Abstand leisesten Stück des Abends - unterhielten sich die beiden Typen (ohne Kinderstube) in Reihe sechs (dritter und vierter Platz von rechts)* so viel zu laut, das es nervte.

Warpaint spielten eine wenig überraschende Mischung aus Liedern der beiden Platten und der EP (Beetles), sowie das (immer noch?) unveröffentlichte No way out. Das ist es auch nicht, was die Band auch beim x-ten Mal für mich noch spannend sein lässt. Die vier Musikerinnen variieren nahezu jedes Stück von Konzert zu Konzert. Es gibt keine zwei identischen Warpaint-Auftritte. Ich bin musikalisch weit ahnungsloser als die Mehrzahl der Besucher gestern; ich halte aber das für ein Zeichen dafür, wie gut ausgebildet und talentiert die Musikerinnen sind, daß es ihnen so leicht fällt, Teile der Stücke immer wieder zu improvisieren. Und wie clever, daß sie mit dieser Strategie die zwangsläufig aufkommende Routine abmildern!


Was Warpaint heute alles anders gespielt haben als sonst, ist vermutlich nur für mich interessant, daher dazu erst später im Nerd-Anhang mehr. Aber wenigstens so viel: fast keines der Lieder hatte ich in der heutigen Version schon einmal gehört. Die letzte Zugabe Elephants spielen die vier Frauen aus Kalifornien gerne in einer ewig langen Version mit einem gejammten Mittelteil, der irgendwann wieder im Thema des Songs endet. Heute war Elephants zwölf Minuten lang. Ähnlich ausgedehnt und frei abgewandelt spielten Warpaint Beetles, das sie lange nicht gespielt hatten und erst kürzlich wieder ins Programm aufgenommen haben. Das Lied endete irgendwann scheinbar, wurde beklatscht, dann aber wieder aufgegriffen.


Ich kann solches Gejamme eigentlich nicht leiden; die Vorstellung, bei einer spontanen Jam-Session von irgendwelchen Instrumente-Göttern anwesend sein zu müssen, ist für mich das, was für Arachnophobikern eine riesige haarige Spinne ist. Merkwürdigerweise gibt es Bands, bei denen ich so etwas mag. James hatten vor vielen Jahren eine Platte mit solchen Kram, die mir gefiel - und eben Warpaint live.


Bis einschließlich Composure (dem vierten Lied) saß das Publikum. So ein Saal ist auch auf die Zuschauer einschüchternd. Aber Konzerte dieser Art im Sitzen sind nicht das Wahre, also folgten alle gerne der Aufforderung der Band, doch nach vorne zu kommen oder aufzustehen. Von da an wurde es noch einmal eine Ecke besser. 

Beim letzten Kölner Auftritt in der Live Music Hall (die das exakte Gegenteil des Klaus-von-Bismarck-Saals ist) war Bassistin Jenny Lee Lindberg grippekrank, worunter das Konzert ein wenig litt. Heute wirkten alle vier frisch und spielfreudig wie immer. Von Routine oder Runterspielen einer Pflichtveranstaltung war nichts zu spüren, obwohl die Band auf Dauertour ist.

Natürlich war bei dieser c/o pop Eröffnung der Saal der große Star. Warpaint waren von dessen Klasse aber keinen Deut entfernt und ein würdiger Festival-Headliner! A propos head... War das eine Kopfnuss, die sich Theresa und Jenny Lee bei Elephants gegeben haben? Ich glaube schon. Auch das gab es vermulich im Sendesaal des WDR noch nicht!

Der Nerd-Teil (bitte nicht weiterlesen):

Neben der zwölf-Minuten-Version von Elephants und dem wild variierten Beetles klang auch kaum eines der anderen Liedern wie auf Platte. Bees hatte ein (mir) komplett neues Ende. Bei Composure gab es in der Mitte eine lange Pause, in der Schlagzeugerin Stella, Bassistin Jenny Lee und Gitarristin Emily auf den Einsatz von Theresa links warteten, den diese aber ewig herauszögerte. Undertow hatte ein enorm schnelles (und schneller werdendes) Ende, Love is to die mündete in einen neuen Schluß (mit "ba ba ba baaa" Gesang). Disco/very hatte einen komplett neuen Beginn - No way out ebenso, wobei mir das off-beat Schlagzeug dabei zu wild klang.

Setlist Warpaint, c/o pop, WDR Sendesaal, Köln:

01: Keep it healthy
02: Bees
03: Hi
04: Composure
05: Undertow
06: Love is to die
07: Drive
08: Disco/very
09: Beetles

10: Baby (Emily solo) (Z)
11: No way out (Z)
12: Elephants (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Warpaint, Ewijk, 29.06.14
- Warpaint, Mannheim, 31.05.14
- Warpaint, Barcelona, 29.05.14
- Warpaint, Köln, 23.02.14
- Warpaint, Den Haag, 16.11.13
- Warpaint, Larmer Tree Gardens, 31.08.13
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Rüsselsheim, 20.07.12
- Warpaint, Prag, 10.07.12
- Warpaint, Lüttich, 05.07.12
- Warpaint, Haldern, 13.08.11
- Warpaint, Köln, 28.06.11
- Warpaint, Amsterdam, 19.06.11
- Warpaint, Barcelona, 28.05.11
- Warpaint, Frankfurt, 11.11.10
- Warpaint, Paris, 06.11.10
- Warpaint, Brüssel, 16.05.10
- mehr Fotos vom Konzert von Warpaint bei der c/o pop 
- das Programm der c/o pop 

Tourdaten Warpaint:

- 25.08.14 Luxemburg - den Atelier (mit Amatorski)
- 03.09.14 Stuttgart - LKA Longhorn
- 06.09.14 Münster - Skater's Palace (Visions Party)
- 23.11.14 Frankfurt - Batschkapp


* 118 und 119

 

Konzerttagebuch © 2010

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