Samstag, 9. Juli 2016

Alejandra Ribera, Karlsruhe, 08.07.16


Eröffnung des Zeltivals mit Alejandra Ribera
Ort: Tollhaus in Karlsruhe
Datum: 8. Juli 2016
Dauer: 60 min
Zuschauer: etwa 1000


Dass endgültig Sommer geworden ist, daran werde ich jedes Jahr auf Schönste erinnert durch den Beginn des Zeltivals. Die vier verrückten Wochen, wo sich das Tollhaus von seiner ganz besonders einladenden Seite zeigt. Dieses Jahr hatte ich die Vorfreude-Veranstaltungen noch weitestgehend links liegen gelassen, aber den offiziellen Auftakt mit Alejandra Ribera wollte ich mir doch gern ansehen.


Das Team des Tollhauses macht ja prinzipiell eine ganze Menge Sachen richtig gut. Im Rahmen des Zeltivals legen dann alle noch eine Schippe drauf und wenn dann auch noch so ein Bilderbuch-Sommerwetter obendrauf scheint, ist es nicht übertrieben, das Ergebnis paradiesisch zu nennen. 


So lag über dem Gelände - trotz ausverkauftem Haus - eine Gelassenheit und Heiterkeit, die das wahre Markenzeichen von einem gelungenen Festival für mich ist.  Eine Mischung von Fans, die der konkreten Musik wegen da waren, wie Leuten, die sich dem Tollhaus verbunden fühlen und sich dann bei solchen Gelegenheiten einfinden, um die anderen zu sehen und sich das Neuste zu erzählen. Sie alle fanden ihren Platz und waren letztlich auch eingeladen durch das dafür gewählte musikalische Programm.


Auch auf der Bühne war es eine Mischung aus verschiedensten Einflüssen. Die Stimme von Alejandra Ribera mal keltisch raunend, mal spanisch nuschelnd, doch als Sängerin immer ganz und gar im hier und jetzt auf das Publikum und den Song hin fokussiert mit allen Fasern des Körpers bis in die Zehenspitzen. Innig und werbend und ihr Herz entblößend. Zunächst ließ sie auch die Musik ganz für sich sprechen bevor sie sich ein Herz fasste und sehr nervös etwas deutsch ausprobierte - um dann doch lieber auf englisch auszuweichen (nachdem klar war, dass das Publikum sie dann auch versteht).


Ich hatte viel Freude dabei, die Körperlichkeit ihres Gesangs ganz nah zu sehen und auch daran dem Mann am Kontrabass auf die Finger zu schauen. Der Herr an der Gitarre von mir aus links wirkte im Trio recht abgeklärt und wie der Ruhepol - zu ihm gingen denn auch immer wieder die Blicke der beiden anderen, wenn es drauf ankam oder sich nicht ganz richtig anfühlte.


In Summe fand ich das sehr sympatisch und vermutlich auch sehr konsensfähig, es fehlte mir aber der rechte Biss bzw. die Stelle, wo mich ein Lied mal so richtig einfängt, dass ich aufhöre zu beobachten.



Tourdaten:
9./10.07. Rudolstadt TFF
28.07.     Riehen Stimmen Festival
30.07.     Nürnberg Bardentreffen
31.07.     Friedrichshafen Kulturufer
11.09.     Witzenhausen  Tag des offenen Denkmals



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