Freitag, 15. Juli 2016

Interview: Lush


Interview: Lush
Ort: Primavera Festival, Barcelona
Datum: 03.06.2016
Anwesend: Emma Anderson (Gitarre, Gesang), Phil King (Bass) und Christoph (Konzerttagebuch)



"Du wirst kein Wort rausbringen," sagte mir eine Freundin, als ich von meinem Interview mit Lush erzählte und auch ich hielt das nicht für unwahrscheinlich. Lush sind meine Beatles, die liebste meiner Lieblingsbands, deren Musik mich seit den ersten Veröffentlichungen begleitet. Auch in den 20 Jahren seit ihrer Auflösung, die knapp zwei Jahre nach dem Selbstmord ihres Schlagzeugers Chris Acland passierte, hörte ich ganz regelmäßig Lush. 

Wegen der dramatischen Umstände des Bandendes schien eine Reunion grundsätzlich ausgeschlossen. "Das wird wegen Chris nie passieren," war herrschende Indie-Meinung. In den vergangenen Jahren konnte man (so man es wollte) aber viel zwischen Interview- und Facebook-Zeilen lesen und sich eine Rückkehr der Shoegaze-Sterne vorstellen. Mein Puls war dauerhaft auf eine höhere Stufe gesprungen, als Emma Anderson vor zwei, zweieinhalb Jahren bei Facebook gefragt hatte, ob jemand ihr eine wirklich innovative Bandwebsite nennen können. "Asking for a friend." 

Seit Spätherbst gibt es Lush offiziell wieder. Im April spielte die Band ihr erstes Konzert nach 20 Jahren im Londoner Club Oslo, es folgte eine Tour durch Nordamerika, die beiden größten Headlineshows der Karriere im Londoner Roundhouse (Berichte hier und hier) und die späte Bestätigung fürs Primaverafestival. Kurz vor dem Auftritt auf der Geheimbühne traf ich Emma und Phil zu einem Interview. Das gestaltete sich erst schwerer als gedacht, weil überall Bands spielten und alles viel zu laut war. Wir gingen dann hinter die Geheimbühne, auf der gerade Los Hermanos Cubero spielte, eine sehr traditionell klingende spanische Band. 

Emma Anderson: die sind nicht so laut, das sollte gehen. 
Phil King: von wo in Deutschland kommst du? 

Aus der Nähe von Köln. 

Phil: Gibt es das Luxor noch in Köln? 

Ja. Da habt ihr zweimal gespielt, glaube ich? Einmal mit den Pale Saints als Support. 

Emma: Auf jeden Fall mehr als einmal. 

Ich habe euch damals verpasst, weil ich in einer kleinen Stadt studiert habe, von der aus Köln oder Frankfurt schwer zu erreichen waren. 

Phil: wie hieß der Club in Frankfurt noch mal? Der an den Gleisen? 
Emma: Batschkäpp. 

Dafür habe ich das jetzt nachgeholt und euch bei der Warmup-Show im Oslo und den beiden Konzerten im Roundhouse gesehen. 

Emma: Oh, danke! Wie war das für euch, nach zwanzig Jahren wieder als Lush auf der Bühne zu stehen? 

Emma: Merkwürdig aber gut. Ziemlich merkwürdig. 
Phil: Großartig war es! 
Emma: Es war gut, daß wir das Warmup-Konzert in London gemacht haben. Ursprünglich sollte es vor den ersten Konzerten der Tour in Amerika stattfinden, wir wollten unseren Comeback-Auftritt aber unbedingt in London haben. 
Phil: Die Resonanz war sehr gut, das Publikum phantastisch!

Fortsetzung hier



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