Sonntag, 31. Juli 2016

Soda Fountain Rag, Ripley, 30.07.16


Konzert: Soda Fountain Rag
Ort: Midlands Railway Centre, Ripley (Indietracks)
Datum: 30.07.2016
Dauer: knapp 35 min
Zuschauer: 400 vielleicht





"Wird trotzdem gut" war die einhellige Meinung am Samstagmorgen, als wir über das Lineup der beiden Haupttage des Indietracks Festivals sprachen. Der Indietracks Geburtstags-Ausgabe fehlen die großen Namen neben Saint Etienne. In den letzten Jahren spielten eine ganze Menge bekanntere Bands in Ripley, gerade am zehnten Geburtstag fehlten all die, die unsere Fantasien so hervorgezaubert hatten. Wird trotzdem gut.


Zwanzig Stunden später kann ich mich nicht entscheiden, mit welchen Berichten ich anfangen soll (naja, habe ich ja schon). Zu viele irre tolle Konzerte. Wie machen die das bloß immer wieder? Secret Shine, die ich eigentlich nicht gucken wollte, weil ich sicher war, daß ich eh nicht in die kleine Kirche reinkäme, denn vermutlich würde jeder die Sarah-Records-Band sehen wollen. Wahnsinn! Expert Alterations, die ich wegen Bearsuit (parallel) nicht sehen wollte. Perfekt! Emma Pollock, in deren Ansagen ich mich unsterblich verliebt habe! Dirty Girl als erste Band auf der Hauptbühne - sehr nervös aber auch sehr gut. Die wundervollen Jessica and the Fletchers und Honey Joy, die beide unter dem miesen Sound der Innenbühne litten, davon abgesehen aber toll waren. Die große Geburtstagsparty mit Saint Etienne! Und Flowers! Live spielen Flowers jeden in Grund und Boden! Sängerin Rachel könnte wohl auch Kleinanzeigen vorlesen und würde damit beeindrucken! 


Soda Fountain Rag hatte ich auch nicht eingeplant. Ich wollte lieber draußen Vacaciones aus Murcia angucken, entschied mich aber um und wurde dafür belohnt. 

Soda Fountain Rag ist die Band der Norwegerin Ragnhild Iveranna Hogstad Jordahl, die seit 2010 keine Musik mehr veröffentlicht und vor fünf Jahren zuletzt Konzerte gespielt hat. Für mich war das nicht entscheidend, ich kannte sie auch vorher nicht, habe aber eine Menge verpasst.


Ragnhild wurde live von einem Gitarristen, einem Bassisten (Alessandro Paderno und Fabio Benni - oder umgekehrt) und einer Keyboarderin (Moa Paulin Hanson) begleitet. Die Sängerin selbst stand vor einem Mini-Schlagzeug, bediente beim Singen die Bassdrum und schlug meist einhändig auf Trommel oder Becken ein.

Soda Fountain Rags Lieder sind perfekte Popsongs mit oft sehr bitteren (und langen) Texten. Ragnhilds Stimme hat etwas Strahlendes, klingt begeistert, das ist eine Quatsch-Beschreibung, ich weiß, leider kann ich es nicht anders ausdrücken. Die Sängerin erzählt Geschichten, die Melodien passen sich denen an, haben immer wieder Brüche, sind aber trotzdem im besten Sinne eingängig. Und als wäre das alles nicht genug, hat Ragnhild Liedtitel wie Pretty girls make mojitos, You are not invited to my wedding, Are philosophers lonely? oder Pirate love mit dem Hinweis, das Wort "pirate" mit jedem passenden Wort zu ersetzen. Eine ihrer Platten heißt Reel around me. Bester Albumtitel ever.




Soda Fountain Rag spielten vor allem Lieder vom neuen Album Extra life, die alle toll waren. Dazu kamen ein paar ältere Sachen, u.a. zum Schluß. "It's the last song. And it's the same song as always because I haven't written a better song, yet." Es war Don't kill the clowns, und auch wenn ich dieser Aussage nicht unbedingt zustimme, war das wirklich der beste von vielen großartigen Titeln. 


Und natürlich wussten es die Indietracks-Booker besser. Das war kein "wird trotzdem gut" Konzert, das war ein Knüller!

Setlist Soda Fountain Rag, Indietracks, Ripley:

01: Extra life
02: Love song for the geek
03: I sit and wait for what?
04: Go!
05: You can't stop me
06: Whisper me away
07: Angry girl
08: I go too far
09: It fell apart
10: Oh-oh!
11: Pretty girls make mojitos
12: Don't kill the clowns



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