Sonntag, 21. September 2014

Cayoux, Karlsruhe, 19.09.14


Konzert: Cayoux
Ort: Karlsruher Waldstadt (bei Nicola)
Datum: 19. September 2014
Dauer: 70 min
Zuschauer: 20


For this is the beginning of forever and ever
It's time to move over... (Glory Box, Portishead)


Wieder ein Abend, an dem mir Glück in den Schoß gelegt wurde und die  Reflektionen der eigenen Passion als Anstiftung wohlgelungen zu mir zurückkehrte.

Cayoux fand ich, als ich im Sommer 2013 überlegte, ob es sich lohnt, extra einen Tag früher nach Weimar zu fahren, um ein Nachmittagskonzert von Orph mit zu erleben. Dort gab es einen Nachmittag Sommermusik mit ansässigen Bands - jede würde ohnehin "nur" ein Festivalfenster spielen und so würde es sich nur lohnen, um dort noch Freunde zu treffen oder weitere interessante Musik zu finden. Aus der Fahrt wurde dann nichts, aber die gerade erschienene CD konnte ich immerhin bekommen.



Als Cayoux dann im Winter 2014 auf dem Rückweg von einer Tour in der Schweiz an Karlsruhe vorbeikommen würden, warf ich das Lasso aus und fragte, ob es einen Stop in der Waldstadt geben könnte. Es folgte ein legendäres Konzert. Und ein weiteres Mal fühlte ich mich als Glückpilz, als ich im April etwas spontan (sprich kurzfristig) ein Konzert für meine Familie und Freunde in Weimar organisieren wollte und Cayoux dafür gewinnen konnte (die anschließend alle anwesenden um den kleinen Finger wickelten).



Nun kam das erste Mal die Frage von Cayoux - sie wären in Stuttgart und könnten noch einen Stop in Karlsruhe einlegen. Klar, dass ich mir Mühe gab, das Realität werden zu lassen, auch wenn ich voraussichtlich selbst gar nicht in Karlsruhe sein würde. Zum Glück hatte sich Nicola schon im Juni bei mir gemeldet: Sie wohne auch in der Waldstadt und könnte sich gut vorstellen, ihr Wohnzimmer für Konzerte zu öffnen. Gerade kurz vorher war es zu einer Absprache mit Arpen gekommen für den November und als ich für den 19.9. fragte, hatte ich am nächsten Tag ein - Ja machen wir gern

Insofern war dies sowieso ein besonderer Abend, weil Premiere mit fremden Leuten bei Nicola, unser Kennenlernen, ein Wiedersehen mit ans Herz gewachsener Musik und lieb gewordenen Menschen und auch, weil es sooooo schön ist, wenn die eigene Passion geteilt wird.


Das Konzert war vom ersten Ton an wieder sehr besonders. Zwar zeigten sich in den ersten zwei Songs noch etwas die innere Zappeligkeit, weil die Autofahrt von Stuttgart nach Karlsruhe mal wieder über 2 Stunden gedauert hatte und damit alles etwas später wurde als geplant, aber selbst in dieser Verfassung gelang es ihnen locker, sogleich das Publikum auf ihre Seite zu ziehen.

Spätestens mit der gelesenen Passage von Momo waren alle hier und auf den Punkt aufmerksam und für Halo von Beyoncé gab es die ersten Anfeuerungsrufe. Es ist doch immer wieder spannend, beim neu ankleiden von Liedern dabeisein zu dürfen. Irgendwie rührt das auch an den inneren Spieltrieb in uns allen... Northern Lights kriegte sie auch wieder alle. Es ist einfach ein Zaubersong.


Mein Knaller des Programms war Glory Box. Ich liebe Portishead immer noch heiß und innig und neben Wandering Star ist das mein allerinnigst geliebter Song. Die Version von Cayoux erzeugte knisternde Spannung und das Gefühl, unvernünftig volles Risiko zu gehen in Herzensdingen. Die Verletzbarkeit, die doch gleichzeitig eine unfassbare Stärke der Sängerin im Lied wird. In meinen Ohren und in meinem Herzen konnte das voll neben dem "Original" bestehen. Das war mein schönstes und überraschendstes Geschenk des Abends!

My funny Valentine war vor Konzertbeginn gewünscht und flugs in die Setlist integriert worden. Mit Temperament ging es schließlich in das Ende des Konzertes und bis in die Zugabe. Live goes easy on me, bleibt im Ohr hängen und Feeling good entfaltet immer seine Wirkung auf mich. Spätestens nach dem hören stimmt die Aussage. Hier durften wir auch ein bisschen mittun. Klatschen und pfeifen und nicht nur wie Honigkuchenpferde grinsen.

Beeindruckend für mich immer wieder neben den tollen Songs auch die künstlerischen Fähigkeiten. Die Wandelbarkeit der Stimme von Annika Bosch und die verschiedenen Stimmen des Kontrabasses, die Marcel Siegel dem Holzkoloss entlocken kann... Ein rundum gelungener Konzertabend ging damit zu Ende und ich denke, Nicola und Stefan haben ihre Entscheidung nicht bereut.


Setlist

01: Cracked
02: Teardrops
03: Momo
04: Halo (Beyoncé)
05: Northern Lights
06: Intro
07: This place
08: Glory Box (Portishead)
09: Embrace the Change
10: Zu schnell
11: My funny Valentine (aus Babes in Arms)
12: Schlaflied
13: Live goes easy on me
14: Feeling Good (Nina Simone)

15: Mr. Bojagles (Jerry Jeff Walker, Z)



Nächste Tourdaten:
10.10. Heimathirsch Köln
13.10. Domkeller Aachen  (fällt leider aus)

Aus unserem Archiv:
Cayoux, Wohnzimmerkonzert #30, 24.01.14
Cayoux, Weimar, 26.04.14



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