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Samstag, 6. Mai 2017

Esben And The Witch, Köln, 22.04.17

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Konzert: Esben And The Witch
Ort: Underdog Recordstore & artheater, Köln
Datum: 22.04.2017
Dauer: 16 min & knapp 80 min
Zuschauer: ca. 200 bis 250 (artheater)



Als ich Esben And The Witch 2011 zum ersten Mal im Gebäude 9 in Köln sah, war ich nicht komplett überzeugt. Man hörte Sängerin Rachel zu wenig und es fehlte eine ganze Menge Düsternis in der Liveversion der Musik des wichtigsten Vertreters des Genres Nightmare Pop. Bei zwei Konzerten danach (u.a. wieder im Gebäude 9) war das anders, seitdem fresse ich der Band aus Brighton, die mittlerweile in Berlin lebt, aus der Hand. Daß ich eines ihrer Konzerte der kurzen Deutschland-Tour sehen musste, war klar. Nur welches nicht. Trotz des Parteitags der widerlichen AfD blieb eigentlich nur der Samstag, was den Vorteil hatte, auch gleich noch das kurze akustische Konzert der Briten vor dem Underdog Recordstore zu sehen. Der Auftritt auf der Ritterstraße fand im Rahmen des Record Store Days statt. Die drei Bandmitglieder saßen dazu auf Stühlen auf der Straße, von Plattenkäufern (und deren Kinder) umzingelt und spielten unverstärkt vier ihrer Stücke. Auch wenn es so leise war und Konzentration erforderte - und über Köln Hubschrauber schwebten, war Rachels Stimme enorm eindrucksvoll!

Leider dauerte das Underdog-Konzert nur eine gute Viertelstunde - das erste Lied am Abend war fast gleich lang. Aber es war wundervoll! Vor allem zeigte es die Bandbreite der Band. Drei der vier Lieder (Dig your fingers in, The fall of Glorieta Mountain und den Marching song) spielten sie am Abend noch einmal. Der Marching song war abends gleich, die beiden anderen komplett anders arrangiert, also vor allem verstärkt und wuchtig und wirkten dadurch wie komplett andere Stücke.

Schön war auch, daß die drei Musiker sich mit dem Gitarrendienst abwechselten. Neben der akustischen Gitarre kam nur noch ein kleiner Synthesizer zum Einsatz. Und Rachels Wahnsinns-Stimme!



Setlist Esben And The Witch, Underdog Recordstore, Köln:

01: Dig your fingers in
02: They use your smiles to bury you
03: The fall od Glorieta Mountain
04: Marching song


Am Abend mussten wir nach Ehrenfeld. EATW spielten im artheater, in dem zur Zeit eine ganze Menge spannender Konzerte stattfinden. Erst sah es nicht so aus, als lockte die Band viel mehr Zuschauer als zuletzt 2014 im Gebäude 9 (da waren gerade mal 140 gekommen). Doch irgendwo waren wohl noch ein paar Busse angekommen, als es um halb neun losging, war der Saal ziemlich voll.

Das erste Stück Sylvan ist so etwas wie die Wave-Version einer Rockoper. In uneklig. Das Lied dauerte gut elf Minuten und war atemberaubend gut! Danach spielten die Esbens Marking the heart of a serpant. Damit waren gut 20 Minuten des Konzerts schon vorbei - und die A-Seite der aktuellen Platte Older terrors abgehakt. Meinetwegen hätten die beiden Lieder auch jeweils 20 Minuten dauern dürfen, sie boten die perfekte Stimmung, um sich in ihnen fallenzulassen. Das ist natürlich eine widerliche Musikjournalisten-Floskel, beschreibt es aber leider ganz gut. Die Musik der Brightoner ist perfekt als Soundtrack für Fahrten über isländische Lava-Landschaften oder durch die Eifel. Bei Marking the heart of a serpant gibt es in der Mitte einen Wahnsinns-Bruch, die zweite Hälfte ist eigentlich ein eigenes Lied, Wave-Opera eben. Wobei diese zweite Hälfte schon fast nach Metal klingt, auch wenn ich da kein Experte bin, weil mein Leben komplett ohne stattgefunden hat.



Danach kam eines der Nachmittags-Lieder, Dig your fingers in. Rachels Gesang unterschied sich nicht viel von der gehauchten Version am Nachmittag. Aber die lauteren Instrumente und vor allem das Schlagzeug erzeugten einen ganz anderen Song. Danach kam ein zweites Lied vom vorletzten Album (No dog) und dann ein neues Lied (Dull gret heißt das wohl).

Das wunderschöne The fall of Glorieta Mountain stellte mitten im Set einen der Ruhepunkte dar, mit akustischer Gitarre und ganz wenig sonst. Danach folgte wieder so ein Monster vom neuen Album (The wolf's sun), es ist ganz erstaunlich, wie viel Abwechslung eine Band, die auf dem Papier irgendwann eintönig klingen müsste, mit ihren wenigen Mitteln erzeugen kann. Obwohl das Konzert 80 Minuten dauerte, kam es mir vor, als sei gerade eine Dreiviertelstunde vorbei, als das letzte Stück The jungle vorbei war. 


Zur Zugabe kam der Schlagzeuger nicht zurück. Rachel und ihr Gitarrist spielten den Marching song in einer der nachmittäglichen sehr ähnlichen Version. 

Oh, war das gut!


Setlist Esben And The Witch, artheater, Köln:

01: Sylvan
02: Marking the heart of a serpant
03: Dig your fingers in
04: No dog
05: Dull gret
06: The fall of Glorieta Mountain
07: The wolf's sun
08: The jungle

09: Marching song (Z) 

Links:

- aus unserem Archiv:
- Esben & The Witch, Köln, 19.10.14
- Esben & The Witch, Esch-sur-Alzette, 08.05.13
- Esben & The Witch, Lörrach, 02.03.13
- Esben & The Witch, Paris, 21.02.11
- Esben & The Witch, Köln, 13.02.11



Dienstag, 21. Oktober 2014

Esben and the Witch, Köln, 19.10.14

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Konzert: Esben and the Witch (& coctail twins)
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 19.10.2014
Dauer: Esben and the Witch 65 min, coctail twins 33 min
Zuschauer: 140



Vor anderthalb Jahren spielten Esben and the Witch zum letzten Mal im Gebäude 9. Einige Freunde von mir waren da und schwärmten hinterher vom düsteren Auftritt der Briten. Ich hatte die Band zwar 2011 schon einmal im Gebäude gesehen, da hatten sie mich aber noch nicht richtig überzeugt. Trotzdem hatte mir mein Bauchgefühl im vergangenen Winter gesagt, ich solle gefälligst zu Esben and the Witch gehen, dummerweise hatte ich dies aber ignoriert und mich stattdessen für alt-j im E-Werk entschieden. Spätestens als ich im Mai 2013 Esben and the Witch in Luxemburg gesehen habe, war mir dieser Fehler bewußt.


Also war das Ticket für dieses Mal schnell gekauft. Daß dies eine gute Entscheidung war, war nicht erst am Abend selbst klar. Denn einige Tage vorher wurden die wundervollen coctail twins aus Köln als Support bekanntgegeben, ein "Doublefeature" nach meinem Geschmack!


Die coctail twins sind eine neue Band von Leuten mit Musik-Erfahrung. Daß es durchaus sinnvoll sein kann, nicht schon als Teenager seine Band zu gründen, zeigen die ausgefeilten Songs der Kölner. Sometimes the waves oder Rooms made of dust oder auch Waiting for the birds (Dreamed) sind große Knüller, die mich bei meinen beiden ersten Konzerten der coctail twins in diesem Jahr schon begeistert hatten. Aber eben auch das (offenbar neue) Stück Western horizon, bei dem Bassist Mike auf einer Pauke trommelte, war irre gut. Ich vermute, daß es auf der am 21.11. erscheinenden zweiten EP (Below Zero) veröffentlicht werden wird. Also auch der Nachschub taugt enorm viel! Als Außenstehender kann man ja nie einschätzen, wie lange die ersten Songs einer neuen Band gereift sind. Die echte Hürde sind dann die Stücke, die danach erscheinen. Wenn die das Niveau halten, ist die Gruppe gut. Western horizon war ein so großer Hit, daß es keine besonders verwegene Vorhersage ist, daß die neue EP toll wird!


Meine beiden ersten coctail twins Konzerte fanden im Tsunami (erstes Konzert überhaupt) und im Rahmen der c/o pop in einem Sneakerladen statt. Ich hatte beide Male nichts von der Band gesehen und auch eingeschränkten Sound. Diesmal war es hervorragend. Den coctail twins stand die große Bühne im Gebäude 9 ausgezeichnet, den Liedern tat der aber vor allem der gute Sound gut.


Ein sehr klug gewählter Support für Esben and the Witch, den ich mir aber auch mit einer miesen Hauptgruppe begeistert angesehen hätte!

Setlist coctail twins, Gebäude 9, Köln:

01: Big nothing
02: Perfume well
03: Sometimes the waves
04: Waiting for the birds (Dreamed)
05: Rooms made of dust
06: Western horizon
07: Ice machine


Esben and the Witch haben im September ihr drittes Album (A new nature) veröffentlicht, das in Zusammenarbeit mit Steve Albini entstanden ist. Mir fiel beim ersten (von wenigen)* Hören auf, daß die Platte noch um einiges düsterer klingt als die Vorgänger. Zehn, vierzehn Minuten lange Lieder mit krachenden Gitarren-Parts. Ob das Albinis Handschrift ist, kann ich nicht beurteilen, es entfernt die Band aber von jeder Gefahr, sich dem Indie-Mainstream anzubiedern.


Nach dreißig Minuten Konzert hatte das Trio vier Lieder des neuen Albums gespielt. Eine Viertelstunde später, mit The jungle einen fünften Titel von A new nature. Danach verließen die drei Musiker aus Brighton die Bühne, um ein paar Augenblicke später wiederzukommen und "some old songs now" anzukündigen. Der Stil änderte sich, die Düsterkeit blieb. 

Diese kurze best-of in den Zugaben war brillant. Ich habe auch die alten Platten der Band zu lange nicht gehört. Es stellt sich dann bei mir immer dieses "das gibt's ja auch noch" Gefühl ein. 

Das Konzert war kurz aber hervorragend! Die Düsternis, die langen krachenden Instrumentalpassagen des ersten Konzertteils, bei dem ich das Gefühl hatte, die Band spielte die fünf Lieder am liebsten am Stück ohne Pausen (wie sie es mit Dig your fingers in und No dog taten). Es war - Journalistenfloskel - ungemein intensiv und packend. Die Zugaben erledigten den Rest. 

Setlist Esben and the Witch, Gebäude 9, Köln:

01: Press heavenwards
02: Dig your fingers in
03: No dog
04: Blood teachings
05: The jungle

06: Marching song (Z)
07: The fall of Glorieta Mountain (Z)
08: Smashed to pieces in the still of the night (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Esben & The Witch, Esch-sur-Alzette, 08.05.13
- Esben & The Witch, Lörrach, 02.03.13
- Esben & The Witch, Paris, 21.02.11
- Esben & The Witch, Köln, 13.02.11
- coctail twins, Köln, 23.08.14
- coctail twins, Köln, 23.03.14


* in den letzten Wochen höre ich abwechslend die Vaselines und Allo Darlin', andere haben es dagegen extrem schwer.


Mittwoch, 8. Mai 2013

Esben and the Witch, Esch-sur-Alzette, 08.05.13

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Konzert: Esben and the Witch
Ort: Rockhal-Café, Esch-sur-Alzette
Datum: 08.05.2013
Zuschauer: 18
Dauer: 60 min



Als eine Band um neun Uhr auf die Bühne des Rockhal-Cafés kletterte, war ich überzeugt, daß es eine Vorgruppe sein müsse. Esben and the Witch sahen im Februar 2011 ganz anders aus, als ich sie im Gebäude 9 gesehen hatte. Der Vorgruppen-Gitarrist hatte eine starke Ähnlichkeit mit seinem Kollegen von der englischen "Nightmare-Pop" Band, aber das musste Zufall sein. Vor zwei Jahren hatte mich das Trio aus Brighton nicht restlos überzeugt, weil es es nicht schaffte, ihren herrlich düsteren Sound live hervorragend umzusetzen. Rachel Davies' Stimme war kaum zu vernehmen, es war mir deutlich zu viel "Witch" im Kölner Auftritt. In Erinnerung war mir geblieben, daß die Sängerin am Schlagzeug gesessen hatte und ihre beiden Kollegen Gitarren bedienten.

Die Sängerin des heutigen Supports, die eine tolle Kurzhaar-Frisur trug, stand rechts und spielte Gitarre und Bass. Schlagzeuger war ein Mann mit Schnauzbart und kurzrasierten Haaren - komplettiert wurde die Gruppe vom Esben Lookalike an der Gitarre links.



Das Rockhal-Café ist Teil des Rockhal-Komplexes und dient als Restaurant des Kulturzentrums. Der lange schmale Laden wird von einer Bar, die fast über die ganze Längsseite geht, dominiert. Gegenüber stehen Tische, an denen einige wenige Leute saßen, die zum Essen gekommen waren. Als das Konzert um neun begann, standen kaum mehr als eine Handvoll Zuschauer vor der Bühne. Weil die sogenannten Showcases im Café keinen Eintritt kosten, ließen sich die Esser auch nebenher beschallen, einige von ihnen verließen dann aber schnell den Raum, weil es recht laut wurde.


Ich kannte die beiden erste Stücke nicht, und obwohl (haha!) die Stimme der Sängerin klar und verständlich war, war deutlich, daß dies keine Vorgruppe sondern Esben and the Witch waren. Iceland spar und Slow wave stammen vom zweiten Album Wash the sins not only the face, das bereits im Januar erschienen ist, an mir aber vorbeigegangen war. Hätte ich da noch Zweifel gehabt, spätestens mit dem Marching Song, der folgte, wurde es vertraut. Das Lied, das - was die Band sicher oft aber nicht gerne hört, an Christine von Siouxsie and the Banshees erinnert, war ein erster echter Knüller.



Das Niveau blieb danach verdammt hoch. Viele der mir neuen Stücke waren bereits beim ersten Hören Hits. Deathwaltz, Yellow wood oder das abschließende Smashed to pieces in the still of the night, das zigmal die Melodie wechselte, waren allesamt großartig! Entweder habe ich den Auftritt heute komplett anders wahrgenommen als den im Februar 2011 oder Esben and the Witch haben einen großen Sprung in ihrer Livequalität hingelegt! Das einstündige Konzert heute war hervorragend - womit ich nicht ansatzweise gerechnet hatte. Umso mehr ärgere ich mich, vor ein paar Monaten ihren Gebäude 9 Auftritt zugunsten der (live) langweiligen Alt-J auszulassen. Das wird mir sicher nicht mehr passieren.

Esben and the Witch sind wieder eine dieser Bands, denen Nörgler um die Ohren hauen, sie klängen zu sehr nach ihren stilistischen Vorbildern (allen voram Siouxsie). Natürlich ist Rachels Stimme der der Wave-Ikone nicht unähnlich, aber solche Vergleiche sind banal und unkreativ (und Kritiker, die die verwenden, machen genau das, was sie der Band vorwerfen). Solange es keine Coverband ist, hört man doch ohnehin all das raus, was man raushören möchte. Wenn ich eine Gruppe mag, sind meine Assoziationen selbstverständlich auch positiv. Mir ist es noch nie passiert, daß mich ein Konzert begeisterte und ich dachte "super, die klingen ja wie Nickelback!". Heute habe ich ein ums andere Mal I Like Trains rausgehört - oder British Sea Power (Yellow wood!).

Dieser Tourauftakt der zweiten europäischen Tour 2013 war also restlos überzeugend und hätte weit mehr als 18 Zuschauer verdient gehabt. Weil es gratis war, sind der Band wenigstens so keine großen Eintrittseinnahmen durch die Lappen gegangen - und die Merchverkäufe (u.a. ihres aktuellen Albums als Deluxe-Version mit CD und 7") sahen nach einem deutlich größeren Konzert aus.

Eines der besten Konzerte, die ich 2013 gesehen habe.

Setlist Esben and the Witch, Rockhal-Café, Esch-sur-Alzette:

01: Iceland spar
02: Slow wave
03: Marching Song
04: Lucia, at the precipice
05: Deathwaltz
06: Despair
07: Yellow wood
08: Eumenides
09: The fall of Glorieta Mountain
10: Smashed to pieces in the still of the night

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Esben and the Witch, Lörrach, 02.03.13
- Esben and the Witch, Köln, 13.02.11
- Esben and the Witch, Paris, 04.11.10
- Esben and the Witch, Haldern, 13.08.10


Montag, 4. März 2013

Between the Beats Festival, Lörrach, 02.03.13

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Konzerte: Garda, Esben and the Witch, The Whip
Ort: Burghof in Lörrach
Datum: 02.03.2013 (dritter Tag des Between the Beats Festivals)
Zuschauer: etwa 250
Konzertdauer:  45 min, 60 min,  60 min 


Im Moment fühle ich mich manchmal als würde ich aus einem langen Schlaf erwachen. Überall gibt es diese tollen Festivals und wenn man die Enthusiasten dahinter sieht, dann glaubt man wieder an das Gute im Menschen. 

Oder ist es wirklich so, dass es das bis vor kurzem so nicht gab?

In Lörrach war es dieses Jahr wohl tatsächlich der erste Versuch, den zentral gelegenen Veranstaltungsort Burghof für so ein Festival zu nutzen. Ich hatte mir nach Bekanntgabe vorgestellt, mir in den ersten Frühlingstagen ein paar Tage frei zu nehmen und mir tagsüber wandernd oder Bilder in Basel ansehend abends noch das tolle Lineup zu gönnen. Dann blieb von dem ganzen schönen Plan nur noch der Samstag übrig. Und den wollte ich dann auch unbedingt wahrnehmen - einerseits um Garda wieder einmal live zu sehen und andererseits, um diesen Veranstaltungsort kennen zu lernen. Ich hatte schon so lange über Plänen, Übernachtungsangeboten und Zugverbindungen verbracht - das musste doch für etwas gut gewesen sein!


Mein spontaner erste Gedanke beim Betreten des Burghofs war dann: was für ein wunderschöner Veranstaltungsort! Zwei etwas getrennte aber ineinander verwobene Räume mit zwei Bühnen. Der Raum in seiner Gesamtheit sehr einladend und anheimelnd und doch repräsentativ. Platz zum stehen, sitzen und lümmeln. Ein langer Bartresen mit freundlicher Bedienung. In modernen Häusern findet sich das leider sooo selten. Dafür von mir volle Punktzahl! Dazu sehr sympathische Festivalorganisatoren, die vor allen Konzerten selbst ein paar nette Worte gefunden haben und faire Preise für Eintritt und Getränke. 



Es gab außerdem konkrete Anfangszeiten für alle Bands. Und dieser Plan wurde sehr genau einghalten. Dazu ein wirklich sehr, sehr gutes Lineup.


Zu Garda waren wir am Anfang (gegen 19:30 Uhr) etwa 50 Zuhörer am Schluss vielleicht um die 100. Das Set durfte nur genau 45 min dauern, aber diese Zeit nutzten die Dresdner um sich in bester Weise zu präsentieren.

Garda waren an diesem Abend zu sechst auf der Bühne. 
Kai Lehmann (akustische Gitarre und Gesang) hatte

Frank Heim an Gitarre und Steelgitarre
Lars Hiller  an Gitarren
Cornelia Mothes  an Tasten und mit Gesang
Karsten Pretschner  am Bass
Ronny Wunderwald  am Schlagwerk




um sich geschart. Ich hatte sie zuletzt vor 11 langen Monaten in Karlsruhe gesehen, wo sie gerade frisch auf Tour für die damals neue Platte "A heart of a pro" gegangen waren. Alles war noch ganz frisch und ziemlich aufregend. Im Vergleich dazu wirkten sie in Lörrach souveräner und hervorragend aufeinander eingestellt. Das Set begann eher ruhig. Aber schon im zweiten Song folgte der erste Gefühlsausbruch, bei dem die ganze Truppe einstimmte und die Pauke treibt und dessen Schnipsel mir noch am nächsten Tag als Ohrwurm nachging: All that we need is a promise not to cut ourselves up, cut ourselves up...  


Dann folgte schon das innige Gallows mit einem Piano-Intro zum dahinschmelzen. Bei Vessels wurde es dann wieder etwas schneller - fast schon upbeat im Kontext von Garda. Und in Maps & Maths wippte das innerliche Tanzbein mit. Black ist geprägt durch den typischen Klang der Steelgitarre und einem fast bluesiges Outro, das sich dann aber unversehens doch zu ziemlich extrovertiertem Krach hin aufbaut. Ganz dramatisch und geheimnisvoll begann das Stück 00:00 mit Becken, die von einem Bogen gestrichen werden. Hinzu trat die akustische Gitarre und wenig später die Stimme von Kai Lehmann. Dann das Piano ganz minimalistisch. Erst später löste sich diese Spannung etwas und weitere Stimmen und Instrumente dürfen hinzutreten. Vielleicht mein liebstes Lied überhaupt.

Es gab recht sparsame Ansagen - wohl um die Zeit für die Musik zu sparen und diese für Garda sprechen zu lassen.

Ich war nach dem Konzert jedenfalls sehr, sehr froh, dass ich mir diese Gelegenheit nicht hatte entgehen lassen, diese Band wieder einmal live zu sehen.


Setlist Garda:

Upper/lower water course (ahoap)
Oh Euphoria my dear (ahoap)
Gallows (ahoap)
A heart of a pro (ahoap)
Vessels (ahoap)
Maps & Maths (dtd)
The City is ours (dtd)
Black (ahoap)
00:00 (ahoap)

(dtd) = Album "Die, technique, die" von 2008
(ahoap) = Album "A heart of a pro" von 2012

 

Aus unserem Archiv:

Garda in Karlsruhe, 20. April 2012
Garda in Paris,  15. Oktober 2008




Als zweite Band des Abends ab 20:30 Uhr spielten Esben and the Witch auf der großen Bühne. Die große Bühne für die große Band - dabei sind das ja nur drei Leute und es gab nur wenig aufzubauen. Ein überschaubares Schlagzeug mit Keyboard daneben und zwei Mikrophständer. Halbe Kinder warteten ganz aufgeregt am Bühnenrand, dass das Konzert beginnen würde. 
Dann betraten

Rachel Davies (Gitarre und Gesang) und
Daniel Copeman mit Thomas Fisher (Gitarren, Keyboard, Schlagzeug)


die Bühne und alle Fans waren es hochzufrieden. Ganz verzückt schauten und hörten die meisten zu. Die Bühne war die meiste Zeit sehr, sehr dunkel. Das unterstützte die düstere Stimmung der Musik. Mir selbst gefiel es noch weniger als auf CD, denn live fand ich es eher noch langweiliger als auf der Konserve. Es war auch zu laut (Ohrstöpsle unumgänglich).  Dazu kam, dass Rachel sehr häufig zu tief sang und ich das nicht gut leiden mag, wenn man den Ton nicht trifft. Einziges Highlight für mich war The fall of Glorieta mountain.




Setlist Esben and the witch:

 
Iceland Spar (sins)
Slow wave (sins)
Marching song (cries)
Lucia, at the precipice (cries, bonus)
When that head splits (sins)
Eumenides (cries)
Despair (sins)
Yellow wood (sins)
Deathwaltz (sins)
The fall of Glorieta Mountain (sins)
Smashed to pieces in the still of the night (sins)

(cries)= Album "Violet Cries" 2011
(sins)= Album "Wash the Sins Not Only the Face" 2013


Aus unserem Archiv:

Esben and the witch in Paris, 21. Februar 2011 
Esben and the witch in Köln, 13. Februar 2011
Esben and the witch in Paris, 14. November 2010

Den Kehraus gaben The Whip. Eigentlich hatte ich Mitte der 90er Jahre aufgehört tanzen zu gehen als Techno Einzug in die Disco hielt, weil ich diese Art von Musik nicht verknusen konnte und bis heute nicht wirklich für Musik halte.

Dafür hat mir das Set eigentlich ganz schön viel Spaß gemacht. Zwei Gründe sprachen in meinem Herzen nämlich für diese Truppe: 

1) eine wahnsinnig tolle Schlagzeugerin und damit ein lebendiger Beat - ich habe ihr die ganze Stunde ganz fasziniert zugeschaut.

2) die Band brachte wirklich alle zum tanzen und es war ein großer Spaß, das mit anzusehen. Die gute Laune war förmlich mit Händen zu fassen.



Die Organisatoren zogen ein positives Fazit der drei Tage und gelobten, auch im kommenden Jahr ein Between the Beats auf die Beine zu stellen. Ich freu mich schon darauf. 

Würde mir aber einen abendlichen Bus nach dem Festival nach Freiburg wünschen.

Hier ein Interview, um die Personen hinter dem Festival etwas besser kennen zu lernen.




Dienstag, 22. Februar 2011

Esben & The Witch, Paris, 21.02.11

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Konzert: Esben & The Witch

Ort: Point Ephémère, Paris
Datum: 21.02.2011
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft, aber voll, etwa 250-300
Konzertdauer: eine Stunde, zusätzlich gab es zwei Vorgruppen


Ha, das ist ja fast schon absurd, daß ich von den Engländern Esben & The Witch immer nur halbe Konzerte sehe und hinterher nicht so recht weiß, was ich von denen zu halten habe. Zum dritten mal hintereinander (Haldern Pop Festival 2010, Festival des Inrocks Paris, Ende 2010, heute in Paris) bekomme ich nur rund eine halbe Stunde Musik von den Brightonern mit.

In Haldern kam ich nicht schnell genug ins Spiegelzelt, beim Festival des Inrocks war die Show ohnehin nur sehr kurz und an diesem 21. Februar 2011 kam ich erst um 22 Uhr eingetröpelt, weil ich vorher noch bei der TV-Show von Keren Ann bei Canal + war. Ein dreifacher coitus interruptus also und so etwas ist ja bekanntermaßen ziemlich unbefriedigend.

Nach wie vor frage ich mich, was ich von Esben & The Witch zu halten habe. Ihre Shows erinnern mich in manchen Momenten an eine Teufelsaustreibung und auch Sado-Masochisten dürften auf ihre Kosten kommen. Wenn Rachel Davies, die einzige Frau in der dreiköpfigen Band, auf die Trommeln einprügelt ("be quiet, be quiet!"), dann werden Sadofans bestimmt ganz neidisch auf die Felle und würden gerne ihren nackten Hintern hinhalten. "Ja, meine Gebieterin, knall richtig fest drauf, das mag ich!" - "Gut du hast es so gewollt, du Waschlampen. Peng, peng!" - "Oh danke, du bist so gut zu mir!" ...

Daß Esben / The Witch eine Modeerscheinnung sind, steht für mich außer Frage. Sie gehören zu einer Art "Post Fever Ray"-Bewegung, genau wie Zola Jesus, Glasser, oder Austra. Hier wie dot ist alles düster, mystisch, okkutltisch, tribalisch und 80 er Jahre infiziert. Donnernder Elektro Pop wird mit Post Punk vermischt und dieser schwazre Cocktail scheint den Nachtschattengewächsen unter den Indie-Fans zu gefallen. Ich selbst kann mich selbst nach dem dritten Mal an keinen einzigen Song erinnern, der mir im Gedächntis haften geblieben wäre. Da ich als Fan von Joy Division und The Cure aber mit elektronischen Post Punk, solange er düster und nicht zu bombastisch ist, etwas anfangen kann, habe ich mir das Album Violet Cries zugelegt und werde nun demnächst dann endlich wissen, ob das Ganze nur eine Mogelpackung für Mondanbeter, oder aber Musik mit Substanz ist.

Und wie die Bandmitglieder eigentlich aussehen (so!), wird man live wohl kaum ergründen können, weil der blaue oder tiefrote Nebel ihre Gesichter fast unkenntlich macht. Was wir auf dem Konzerttagebuch von Laserstrahlen halten (ja die gab es, genau wie bei Fever Ray, nur nicht so ausufernd), sollte klar sein: Nichts! Schon damals im Kino fanden wir das immer doof. So.

Setlist Esben & The Witch, Le Point Ephémère, Paris:

01: Argyria
02: Marching song
03: Chorea
04: Hexagons IV
05: Marine fields glow
06: Lucia, at the precipice
07: Warpath
08: Battlecry/Mimicry
09: Eumenides






Montag, 14. Februar 2011

Esben and the Witch, Köln, 13.02.11

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Konzert: Esben and the Witch
Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 13.02.2011
Zuschauer: sehr gut gefüllt
Dauer: Esben and the Witch 50 min., Vorgruppe zu lange


Vor zwei Wochen erschien das Debütalbum des Brightoner Trios Esben and the Witch auf Matador. In Haldern hatte ich keine Gelegenheit, die Band zu sehen, weil sie im Zelt spielte und ich das im vergangenen Jahre mied, um mich nicht über Schlangen und dämliche Wartereien ärgern zu müssen. Also war erst heute meine erste Berührung mit den wichtigsten Vertretern des Genres Nightmare Pop, so jedenfalls nennen die Engländer ihren Stil. Hätte ich mich vorher noch weniger mit ihnen beschäftigt, hätte ich schon beim Annähern ans Gebäude 9 gedacht, die Band spiele bereits, Nightmare Rock (eher) könnte nämlich auch eine gute Beschreibung der Musik sein, die da um neun begonnen hatte. Da das aber weder düster war, noch einem Hype entsprechend ankam, musste es sich um eine nicht angekündigte Vorgruppe handeln.

Soul Irgendwas hießen die Kölner wohl, ich habe es nicht richtig verstanden; den Grund, warum sie vorher aufgeboten wurden, übrigens auch nicht. Die ersten beiden Lieder klangen nach den Soundtracks der ersten Schimanski Tatorte (Chris Norman und andere Unmusiker), dann brüllte jemand aus dem Publikum "viel schneller!" nach vorne, der Sänger griff das auf und versprach, es würde jetzt schneller. Die Geister, die er rief... Es wurde nicht unbedingt schneller, es wurde fieser, es folgte ironiefreier, seelenloser 70er Jahre Gitarrenrock. Solche Musik hat sicher ihre Berechtigung, es gehen ja auch Leute zu Nickelback oder den Scorpions, aber sie passt doch bitteschön nicht ins Gebäude 9 vor Indiepublikum. Im Zelt einer Eifeldisko kommen die großen Rockgesten sicher prima an, vor Leuten, die auch jenseits der Kirmes Konzerte sehen, wirkt so etwas albern. Wenn mein Patenkind mit seiner elektrischen Pappgitarre, die es Weihnachten gab, Rockstar spielt, macht er exakt die Posen, die vier Erwachsene da fabriziert haben.

Aber weil die Vorgruppe aus Köln stammt und bestimmt furchtbar nett ist, will ich mal nicht zu gemein werden.


In der Pause wunderten wir uns dann darüber, daß restlos alles, was auf der Bühne gestanden hatte, abgebaut wurde, einschließlich des sagenhaft großen und aufwendigen Schlagzeugs. Nur zwei Laternen, die rechts und links davon geleuchtet hatten, blieben. Esben and the Witch brauchen trotzdem nicht furchtbar viel Aufbau, lernte ich in der sympathisch kurzen Umbauphase. Drei Mikros, ein Keyboard, eine Trommel in der Mitte und viele Gitarreneffekte links, mehr nicht.

Esben and the Witch sind die beiden Gitarristen Thomas Fisher und Daniel Copeman und Sängerin und Trommlerin Rachel Davies.

Live klingen Esben and the witch deutlich düsterer als auf Platte. Das kann gut sein, wie bei I Like Trains zum Beispiel, heute bedauerte ich es, weil düsterer in erster Linie bedeutete, daß es weit weniger klar klang, die Lieder hörten sich matter an, deutlich matter. So wie das Licht so runtergedimmt war, daß man die Musiker kaum einmal wirklich erkennen konnten, schienen auch die Stücke gedämpft zu sein.

Dieses Matte führte dazu, daß die monotonen Phasen, die es auf Platte gibt, verstärkt wurden, es wurde manchmal ziemlich ereignislos eintönig. Natürlich ist Eintönigkeit nicht direkt langweilig, The xx machen gelangweilt klingend fabelhafte Livemusik. Bei Esben and the Witch fehlte mir aber das ein oder andere Mal der Pepp.

Aber es war trotzdem kein schlechtes Konzert. Die minimalistischen Lieder der Band sind dafür zu gut. Minimalistisch bezieht sich dabei auf den Klang der Stücke, nicht auf ihre Struktur, denn die ist vielfach komplex, hat Melodien, die sich
immer wieder ändern. Dabei sind die vorher erwähnten xx keine gute Referenz, weil deren treibenden Rhythmen viel neuer klingen. Esben and the Witch erinnern mich in ihren besten Momenten an Siouxsie & the Banshees und in den glücklicherweise extrem seltenen schlechten an Evanescence.

Daß Soundeffekte auch live eine große Rolle spielen würde, hatte ich erwartet. Der
linke Gitarrist (ich weiß leider nicht, wer von beiden das war) spielte dann auch dauern an seinen Effekten und wurde zwischen den Stücken manchmal herrlich hektisch, rannte hin und her, weil er irgendeinen Regler noch verändern musste. Gegen Ende des Sets zog er einen Kopfhörer auf, den er dann auch beim folgenden Stück trug, als Gitarrist auch eher ungewöhnlich. Am schönsten waren aber die Stücke, die er auf unverstärkter Gitarre spielte. Sein Instrument war kaum auszumachen, es schien ihn aber nicht nervös zu machen, war also offenbar keine Panne sondern ein gewollter Effekt - herrlich! Vielleicht wäre das auch ein Stilmittel für die Vorgruppe.

Setlist Esben and the Witch, Gebäude 9, Köln:

01: Argyria
02: Marching song
03: Chorea
04: Hexagons IV
05: Marine fields glow
06: Lucia, at the precipice
07: Warpath
08: Battlecry/Mimicry
09: Eumenides

10: Swans (Z)



Freitag, 5. November 2010

Festival des Inrocks 1. Tag, 04.11.10

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Konzert: Festival des Inrocks, erster Tag mit Beach House, Midlake, Anna Calvi, Espen & The Witch und anderen

Ort: La Cigale & La Boule Noire, Paris
Datum:04.11.2010
Zuschauer: jeweils ausverkaufte Locations
Konzertdauer: Konzerte von 18 Uhr bis Mitternacht


Wenn Al Qaida gestern eine Bombe auf die Pariser Cigale geworfen hätte, wäre ein Großteil der Pariser Indieszene ausgelöscht worden. Alle waren sie da: Musiker, Labelleute, Journalisten Fotografen, Blogger, Fans. Das alljährlich im November in Paris und anderen Städten Frankreichs stattfindene Festival des Inrocks ist eines der ganz großen Highlights des Musikjahres. Ich liebe die Atmosphäre, die Stimmung, das ganze Drumherum. Man trifft so viele bekannte Gesichter, in der Regel nette, fachkundige Freaks, die ebenfalls den ganzen Tag nur an das Eine denken (und ich meine jetzt nicht Sex oder Fußball). Aber wie waren die Konzerte? Hielten sie, was sie versprachen? Auf Grund des Zeitdrucks (gleich geht schon der zweite Festivaltag los) kann ich zunächst nur ganz kurz resumieren.

John Grant: Habe ich bewusst ausgelassen. Ein Mädchen im Forum des Veranstalters Les Inrocks brachte das Problem auf den Punkt "Ich dachte jeden Moment, jetzt würde der Kerl anfangen, Candle In The Wind zu singen. Will heißen: John Grant klingt nach Elton John und Billy Joel. Igitt!

The Acorn: Die Kanadier mit dem deutschstämmigen Sänger wurden als erst aufs Publikum gehetzt. Leider habe ich sie verpasst.

Esben & The Witch: Ein Konzert (Foto rechts) in der kleinen Boule Noire. Düster, tribalisch, okkultisch, dämonisch, spannungsgeladen. Definitiv eine Band, die ich mir noch einmal bei einem "richtigen" Konzert ansehen muss!

Beach House: Für mich die Enttäschung des Tages. Ausgerechnet beim Hit Norway war der Sound beschissen und auch sonst war das Ganze nicht perfekt ausbalanciert. Victoria mühte sich zwar nach Kräften, wirbelte wieder ihr Haar wild durch die Luft und hopste wie ein Känguruh, aber ihre Stimme war heute nicht gut geölt. Leider nur gehobenes Mittelmaß.

Midlake: Das beste Konzert des Tages. Die Texaner haben mich bisher immer auf CD restlos überzeugt, aber live fehlte stets ein Tick Dynamik. In der Cigale boten sie aber ihre famosen Lieder (Roscoe, Head Home) in einer deutlichen rockigeren Version und schafften es so, das Publikum mitzureißen. Einen umfeierten Gastauftritt hate Jason Lytle von Granddaddy (Am 180).

Setlist Midlake, La Cigale, Paris:

01: Fairest Way (neu)
02: Children Of The Ground
03: Winter Dies
04: My Young Bride
05: Roscoe
06: Core Of Nature
07: Dawn Has Arrived (neu)
08: Am 180 (Grandaddy)
09: Head Home

10: Branches


Anna Calvi:

Auf die zierliche Blondine mit dem Dutt muss man aufpassen. Die elegante Frau hat Potential. Ihr Konzert in der restlos überfüllten Boule Noire, das sie zusammen mit einem Drummer und einer Harmoniumspielerin bestritt, war aber zu kurz (nur 5 oder 6 Lieder), um voll auf seine Kosten zu kommen. Kürzlich hatte sie bereits im Vorprogramm von Grinderman für postive Schlagzeilen gesorgt. Wir werden sicherlich noch so einiges von ihr hören, Anna hat ein feuriges Temperament und eine kraftvolle Stimme...



 

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