Mittwoch, 18. November 2015

Ash, Köln, 17.11.15


Konzert: Ash (vs. We Are Scientists)
Ort: Luxor, Köln
Datum: 17.11.2015
Dauer: knapp 60 min
Zuschauer: 400 vielleicht (ziemlich voll)



2001 bin ich einer Freundin zuliebe, aber natürlich auch wegen der Vorgruppe, zu einem ähmmm Robbie Williams Konzert ins Müngersdorfer Stadion gegangen. New Order waren als Support für den Ex-Boyband-Tänzer angekündigt worden - es wurde mein bisher bitterstes Konzerterlebnis. Das Publikum bestand mehrheitlich aus sektschwangeren RTL-Mitarbeiterinnen, die natürlich noch nie von New Order gehört hatten. "Perlen vor die Säue geworfen" ist eine sehr euphemistische Beschreibung des Auftritts. Bernard Sumners Laune sank von Ansage zu Ansage. "Das nächste Lied werdet ihr auch wieder nicht kennen. Es war ein Hit in Europa. Blue Monday." Bitter! Wenn "fremdschämen" nicht 

Immerhin hatte der Tag etwas Gutes. Ich stand auf dem Rasen, auf dem Toni Schumacher, Dieter Müller, Heinz Flohe, Poldi, Pierre Littbarski und Thomas Häßler geglänzt haben. Und die andere Vorgruppe, die ich nicht erwartet hatte. "We are Ash" [nicht Äsh] sagte Sänger Tim Wheeler irgendwann mitten im Konzert, nachdem sie bereits Hits wie Goldfinger, Burn baby burn und A life less ordinary gespielt hatten und bei meiner Begleitung und mir Glückseligkeit erzeugt hatten. Die großartigen Ash als Überraschung serviert zu bekommen! Wow!


Meine nächsten Ash-Konzerte kamen erst 2007, danach wurde es wieder still um die Band mit den riesengroßen Rocksongs und der noch viel größeren Platte 1977.

Um neun Uhr wurde es laut, von Band ertönte ein (glücklicherweise sofort als harmlos zu identifizierender) Knall und Ash kamen auf die Bühne und begannen mit dem schönen Instrumental-Stück Evel Knievel. Seit dem Ausstieg von Charlotte sind Ash wieder die drei ursprünglichen Musiker, Sänger Tim Wheeler, Bassist Mark Hamilton und Schlagzeuger Rick McMurray. Vermutlich ist auch die Rollenverteilung seit Bandgründung gleichgeblieben. Tim läuft und hüpft während der Stücke über die Bühne (ist dabei ein wenig ruhiger geworden), während Bassist Mark die 20 ekligsten Rockstargesten nachstellt. Das Posen des langhaarigen Bassspielers und die fiesen Animationen (etwas vorsingen und das Publikum singt nach, die Mitklatschdinge) sind eigentlich nicht tolerierbar. Bei Ash stören sie mich aber nicht, warum auch immer. Auch die vielen schiefen Töne vor allem am Anfang machten nichts. Bei A life less ordinary singen Tim und Rick. Beide trafen nicht alle Töne, gemeinsam klang es manchmal wie Kassetten, die damals zu lange im warmen Auto lagen. Aber mein Gott, wer Lieder wie Goldfinger oder Kung Fu geschrieben hat, kann sie ruhig ein wenig schief singen.


Mit Kung Fu wurde das Konzert toll. Nach dem Lied von 1977 kamen nur noch Hits. Let's ride von der aktuellen Platte Kablammo! funktioniert live ausgezeichnet, Evil eye, Oh yeah, Orpheus, Shining light, das Lufthol-Stück Machinery und danach Girl from Mars. Das war schon enorm stark!

Um uns rum standen textsichere Briten und textsichere Deutsche, die eine Stimmung erzeugten, die verdeutlichten, daß nicht nur wir vor allem (oder nur) wegen der Vorgruppe gekommen waren!

Setlist Ash, Luxor, Köln:

01: Evel Knievel
02: Cocoon
03: A life less ordinary
04: Go! Fight! Win!
05: Goldfinger
06: Free
07: Kung Fu
08: Let's ride
09: Evil eye
10: Oh yeah
11: Orpheus
12: Shining light
13: Machinery
14: Girl from Mars

Links:

- aus unserem Archiv:
- Ash, Köln, 19.09.07
- Ash, Hohenfelden, 19.08.07
- Ash, Wiesbaden, 04.05.07
- Ash, Köln, 03.05.07

- We Are Scientists, Oxford, 06.03.14
- We Are Scientists, Highfield, 15.08.08
- We Are Scientists, Luxemburg, 21.06.08
- We Are Scientists, Paris, 16.11.06
- We Are Scientists, Köln, 14.11.06


(zu wenig Photos... das Luxor erlaubt hat seine Kamera-Toleranz verschärft - bestimmt aus Sicherheitsgründen. Mir wurden "zwei oder drei" Bilder zugestanden, beim nächsten Mal dürfe ich aber diese Kamera (mit festem Objektiv und alles andere als professionell) nicht mehr mitnehmen. Kölns härteste Tür, die ich aber künftig nicht mehr so oft von innen sehen werde)


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