Freitag, 4. Juni 2010

Beach House, Paris, 03.06.10


Konzert: Beach House (White Hinterland)

Ort: Le Trabendo Paris
Datum: 03.06.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: 65-Minuten


Résumée en français ci-dessous!


Orgasmisch, galaktisch, einfach unbeschreiblich toll!!!

Das Konzert von Beach House hat mich in eine andere Spähre katapultiert, ich war eine gute Stunde lang dem Paradies sehr nahe. Ganz klarer Fall: die Band aus Amerika ist besser als Schokolade, Twitter, Ragdollkatzen, ja besser als Sex!

Man merkt es meiner Wortwahl vielleicht ein wenig an: ja, ich bin ziemlich bekifft vor Glück aus dem Trabendo getorkelt und habe auch eine Weile lang Sternchen gesehen, so schön war das Ganze! Schwer zu sagen, ob mein Schwelgen in Superlativen nüchtern betrachtet gerechtfertigt ist, aber was spielt das in diesem Moment schon für eine Rolle? Einen Rausch gilt es auszuleben und nicht durch erbsenzählerische Abwägung kaputtzutrampeln. Also schwärmen wir mal so richtig schön. Die Stimme von Victoria Le Grand: Der Wahnsinn! Mal versoffen, mal sirenenhaft, aber immer genau ins Schwarze treffend. Der Sound im Trabendo: Brillant! Zudem wurden die Regler voll aufgedreht, so daß mich Victoria stimmlich zu Kleinholz hackte. Ich dachte jeden Moment, mein Trommelfell könnte platzen, aber das wäre mir auch Wurst gewesen. Die Bühnendeko: die bunt klitzernden Lametta-Bäumchen passten perfekt zum sahnig gerührten Schwebesound mit der kitschigen Note. Die Ausstrahlung der Sängerin: umwerfend sinnlich! Was für ein Charisma! Und wie sie ihre Lockenmähne nach hinten warf, sensationell! Manchmal glaubte ich der junge James Hetfield würde hinter einer Orgel headbangen. Die Gitarrenparts von Alex Scally: hochmelodiös und himmelhoch jauchzend! Der zusätzliche Drummer: eine enorme Bereicherung. So hatte das Konzert richtig viel Bums. Also kein lahmer, verhuschter Dreampop, sondern Lieder die mit Düsenjägerkraft in die Lüfte donnerten! Die Songs: allesamt Killer! Egal ob Norway, House of Chambers, Gila, oder Silversoul, jeder Hieb ein Treffer!

Kurzum: Eines der schönsten, intensivsten und berauschendesten Konzerte, das ich je in meinem Leben gesehen und gehört habe. Votum: 5 Sterne! Und Norway ist jetzt schon Livesong des Jahres für mich.

Und wie war White Hinterland im Vorprogramm?:

Nicht uninteressant. Ich weiß, daß dies eine dumme Floskel ist, die man verwendet, wenn man sich einen Verriss nicht zutraut, aber hier passt das mit dem interessant schon ziemlich gut und ist nicht negativ gemeint. Man muss wissen, daß. Casey Dienel, die sich hinter dem Moniker White Hinterland versteckt, ihren Stil radikal geändert hat. Machte sie auf dem Vorgängeralbum noch Pianofolk hat sie nun das Fach gewechselt und spielt seit dem Erscheinen von Kairos Eletropop/Dreampop mit experimenteller Note (ein bißchen wie Tune-Yards). Keine leicht verdaubare Kost, aber ich warne davor, sie deshalb vorschnell abzuhaken. Casey hat viel zu viel Talent, um oberflächlich mit ihr umzuspringen. An Kairos muss man sich in der Tat noch gewöhnen und die meisten Leute im Trabendo zeigten hinterher mit dem Daumen eher nach unten, aber ich gebe nicht so schnell auf. Außerdem ist das Vorgängeralbum Phylactery Factory ein Gedicht und hat mit Hometown Hooray ein ganz entzückendes Lied zu bieten.

Pour nos lecteurs français:

Un des concerts le plus intense, beau et enthousiasmant que j'ai jamais vu! Beach House est vraiment le groupe de l'année pour moi. Tout d'abord parce que leur album Teen Dreams est une pure merveille, mais surtout parce qu'on live c'est encore mille fois mieux! Pendant une bonne heure j'étais sur mon petit nuage et complètement hypnotisé par cette musique planante, reveuse et envoûtante. La voix superbe de Victoria Le Grand m'a donné des frissons et j'ai adoré de la voir faisant du "headbanging" derrière sa orgue comme si elle était une chanteuse de metal. Cette fille c'est la classe absolue, elle est cool, jolie et sensuelle, mais aussi teriblement attachante et gentille. Et elle parle pas mal français d'ailleurs. "Je vous aime" disait elle en quittant la scène, mais je pense que c'est réciproque. Une énorme claque ce concert!!

Setlist Beach House, Le Trabendo, Paris:

01: Walk In The Park
02: Lover Of Mine
03: Gila
04: Better Times
05: Norway
06: Silver Soul
07: Master Of None
08: Astronaut
09: Used To Be
10: Zebra
11: Heart Of Chambers
12: Take Care

13: Real Love
14: 8 Mile Stereo

Aus unserem Archiv:

Beach House, Paris, 24.05.08
Beach House, Paris, 20.02.10


Deutsche Konzerttermine von White Hinterland:

07.06.2010: Übel & Gefährlich, Hamburg
08.06.2010: NBI, Berlin




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