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um
00:43
Konzert: Hanne HukkelbergOrt: Stadtgarten Köln (Konzertsaal)Datum: 25.05.2009Zuschauer: gut 60Dauer: 95 min
Eigentlich war wirklich kein Konzertwetter. Der bisher heißeste Tag des Jahres machte auch bis halb neun keine Anstalten, nachzulassen. Konsequenter wäre es
sicher gewesen, sich auf die Stadtgartenterrasse zu setzen, statt drinnen eines der vielen Konzerte zu sehen. Dieser Gedanke kam mir aber auch nicht ansatzweise, denn zu sehr hatte ich mich gefreut, endlich einmal Hanne Hukkelberg zu sehen, von der mir mein Kollege Oliver schon so oft vorgeschwärmt hatte.* Die früheren Köln-Besuche der Norwegerin hatte ich verpasst, umso lieber war mir die Gelegenheit, sie nun erleben zu können, trotz Biergartenwetters. Sommerabende kommen wieder, das hat uns Al Gore versprochen.
Als wir um kurz vor halb neun ankamen (und nicht ganz sicher waren, ob es im Stadtgarten oder im Studio 672 sein würde), waren noch nicht viele Zuschauer da, obwohl das Konzert ohne Vorgruppe zwischen halb und viertel vor neun beginnen
sollte. Gleichzeitig mit der Band füllte sich der Konzertsaal des Stadtgartens aber dann doch etwas mehr, sodaß es nicht mehr peinlich leer aussah. Und weil ein paar damit anfingen, setzten sich vorne die meisten Besucher auf den Boden.
Hanne Hukkelberg hatte vier Musiker als Begleitung mitgebracht. Neben einem Schlagzeuger waren dies zwei Gitarristen und eine Keyboarderin. Die sehr kleine Sängerin spielte zunächst kein Instrument, wobei das so nicht stimmt, da ihre Stimme häufig instrumentengleich eingesetzt wird.
Auf der Bühne stand außerdem ein beeindruckender Flügel, der aber nicht zum Tourgepäck der Norweger gehörte. All die besonderen Instrumente, von denen ich in
älteren Konzertberichten schon einmal gelesen hatte, fehlten mir aber, es gab zum Beispiel kein Fahrrad...
Zunächst lebte die Musik also von der besonderen Stimme Hannes, begleitet von klassischer (Pop, Rock oder was auch immer) Instrumentierung. Die Gitarren klangen dabei herrlich roh und passten wegen des Kontrasts zu Hannes manchmal an Björk erinnernder Stimme perfekt!
Eine ganz andere Assoziation kam mir in den Sinn, wenn es lauter wurde. Da erinnerten mich Passagen dann an die frühen Siouxsie and the Banshees. Bandy riddles, eines der ersten Lieder, war klanglich nicht weit von Hongkong Garden weg.
Dabei spielte Hanne eine dritte Gitarre. Dreifach scheppernd, nur mit Schlagzeug und zweiter Stimme der herrlichen Keyboarderin, das hatte ganz viel! Bandy riddles war einer meiner liebsten Titel des Abends!
Und danach kam wieder die experimentell klingende Hanne Hukkelberg; es wechselte wunderbar zwischen lauteren, rockigen und leisen, jazzigeren Stücken, die dann eher an die viel zitierten CocoRosie erinnerten. Eines dieser ruhigen Lieder, das mir besonders gefiel, war Cast anchor vom ersten Album Little Things.
Nach einem Ausflug an den Flügel (The northwind), folgte ein Stück auf Norwegisch. Begleitet wurde die Sängerin hierbei von ihren Mitmusikern pfeifend! Nicht andrewbirdstreberhaft, sondern sehr zurückgenommen pfeifend, um präzise zu sein.
Und nach einigen weiteren Stücken vom neuen Album Blood From A Stone kamen dann auch endlich die "besonderen" Instrumente! Hanne eröffnete No one but yourself mit einer Blockflöte, die sie in Deutschland gekauft habe. Ein wundervolles Stück, nicht nur wegen der Tröte! Im anschließenden Pixies Cover Break my bod
y bediente die Sängerin ein Percussion-Dings, das wie ein Mörser (das Küchengerät) aussah. Die Version der Norwegerin kennt man ja bereits von ihrer zweiten Platte, live begeisterte sie mich aber noch mehr!
Zweimal kam die Band noch raus, um Zugaben zu spielen, zum Abschluß ein weiteres Lied in ihrer Muttersprache. Wundervoll!
Auch wenn ich mich damit als Banause oute: die lauten Lieder gefielen mir besser als die ganz zurückgenommenen. Von der neuen Platte, die ich noch nicht kenne, waren so auch die beiden Krachmacher meine Highlights, Bandy riddles und In here / out there. Aber laut oder leise: ein tolles Konzert einer außergewöhnlichen - und außergewöhnlich guten Künstlerin! Aber neben dem Musikalischen gab es natürlich
auch noch ein paar erzählenswerte Sachen. Zum einen nämlich die Keyboarderin, die unglaublich einschüchternd wirkte. Hätte die einmal "Buh!" gerufen, wäre vermutlich der halbe Saal vor Schreck rausgerannt! Die Frau mit lustiger Frisur (Modell Assipalme seitlich) trug (vielleicht) bunt-fleckige Strumpfhosen (alternativ hatte sie viele Tattoos oder blaue Flecken auf den Beinen), eine Bluse Modell Ferienlager Aufseherin und einen sexy 80er Jahre Minirock. Das Outfit war lustig - aber nicht beängstigend. Das war ihr Blick. Denn der hatte etwa herrlich Irres! Super!
Und dann war da noch der Mann, der eine besondere Sorge hatte... Hanne sagte (recht dezent), daß man hinterher CDs verkaufe und dankbar für jede Unterstützung wäre, worauf besagter Mann besorgt (während des Konzerts) nachfragte, ob sie die denn wohl auch unterschreibe. Sie tat - und er war beruhigt!
Setlist Hanne Hukkelberg, Stadtgarten, Köln:01: Midnight sun dream02: Seventeen03: Balloon04: Bandy riddles05: Berlin06: A cheater's Armoury07: Ease08: Cast anchor09: The northwind10: Bygd til by11: In here / out there12: Blood from a stone13: Salt of the earth14: No one but yourself15: Break my body (Pixies Cover)16: Crack17: Ticking bomb (Z)18: All day and all of the night (The Kinks Cover) (Z)19: Boble (Z)
Links:
- Hanne Hukkelberg in Paris (07.05.07)
- und in München am 14.04.07
um
18:27
Konzert: Erica BuettnerOrt: Ein Wohnzimmer, irgendwo in Paris, Oliver Peel Session # 6Datum: 24.05.2009Zuschauer: 20Konzertdauer: 45 Minuten
Erica Buettner habe ich im vor ziemlich genau einem Jahr kennengelernt. Allerdings noch nicht persönlich, sondern als aufmerksamer Beobachter ihres Konzertes in der Pariser Belushi's Bar. Ein junger, folkbegeisterter Franzose namens Mika hatte den Folkabend (21.05.2008) organisiert und sogar das Kunststück vollbracht, die renommierte Meg Baird (vormals Espers) und die hochtalentierte Sharron Kraus für das wunderbare Konzert zu gewinnen. Erst als Erica ein par Monate später solo im Pop In auftrat, ergab sich ein Plausch und die liebenswürdige Amerikanerin mit Wohnsitz Paris war mir auf Anhieb sympatisch.
In den folgenden Wochen tauschten wir ab und an E-Mails aus und ich verfolgte ihren Werdegang weiterhin aufmerksam. Leider gingen mir ein paar ihrer in kleineren Cafés stattfindenden Konzerte durch die Lappen, aber als This Is The Kit und The Hand zusammen im Pop In ein begeisterndes Konzert gaben, sah ich Erica wieder, denn sie half ihren Freundinnen an der Querflöte aus. Auch bei anderen Konzerten (Antony & The Johnsons, Neko Case, Aimee Mann) trafen wir uns zufällig, allerding als Zuschauer, da die Amerikanerin genau wie ich gerne selbst zu Liveshows geht.Am 25.04.2009 gab es dann aber endlich wieder die Gelegenheit, Miss Buettner auf und nicht nur vor der Bühne zu erleben. Zusammen mit ihrem neuen Bassisten Romain performte sie in der urigen Künstlerscheune des 1 bis und präsentierte auch einige neue,
mir bis dahin unbekannte Songs. Ich erfuhr, daß ihr erstes Album so gut wie fertig sei, daß sie aber noch ein Label suche und sich der Release somit verzögere. Glücklicherweise verzögerte sich eine Sache aber nicht weiter: die Oliver Peel Session in unserem heimischen Wohnzimmer (!), auf die ich mich mit der Sängerin seit einiger Zeit geeinigt hatte, ohne einen genauen Termin zu finden.
Der 24. Mai wurde gewählt und somit kam es lediglich zwei Tage nach dem fulminanten Auftritt von Pollyanna in unseren vier Wänden bereits zur nächsten Session. Im Bestreben es der Künstlerin und den Gästen so angenehm wie möglich zu gestalten, hatten wir bergeweise Crêpes vorbereitet und jede Menge Getränke geordert. Alles war angerichtet, als Erica schließlich am 24. Mai an unserer Haustüre klingelte. Vorher nicht ahnen konnten wir aber,
daß dieser Sonntag einer der heißesten des Jahres sein würde! Die Temperaturen waren auf weit über 30 Grad geklettert und in unserer Bude herrschte ein Luft zum Schneiden. Umso erfreuter waren wir, daß die meisten Gäste auch wirklich eintrudelten und nicht Ausreden vorschoben, um heimlich ein Picknick im Freien zu machen, was ich ihnen gar nicht hätte verübeln können! Circa. 20 Gäste fanden sich schließlich bei uns ein und gegen 17 Uhr 30 konnte es dann endlich mit Musik losgehen.
Ich hatte die Künstlerin kurz unseren Gästen vorgestellt, erläutert, daß Erica aus Connecticut stamme, seit vier Jahren in Paris lebe, 24 Jahre alt sei und schon in etablierten Locations wie der Maroquinerie, dem Pop In und der Belushis's Bar aufgetreten sei und außerdem eine kleine Hollandtournee mit Françoiz Breut auf ihrem Habenkonto verbuchen könne. Zudem erwähnte ich, daß sie ein Lied zu dem Sampler Les Filles Fragiles- die zarten, bzw empfindlichen Mädchen - beigetragen hat.
Der Titel passt denn auch auf das Wesen von Erica Buettner ziemlich gut. Sie macht den Eindruck einer äußerst sanftmütigen, ruhigen und für ihr Alter sehr reifen und intelligenten Person. Ein gutes, ausgefeiltes Songwriting ist für sie wichtig, sie will nicht nur für ihre wundervolle Stimme geschätzt werden, sondern vielmehr für ihre poetischen Geschichten, die sie zu erzählen hat.
Deshalb erläuterte sie auch in einem sehr ordentlichen französisch jeweils, um was es in dem jeweiligen Song gehe. Zuhören war also angesagt, aber das war bei unserem ungemein aufmerksamen und mucksmäuschenstillen Publikum (war ihnen allen zu heiß?) ohnehin selbstverständlich. Gespannt und feierlich lauschten Muiskfans im Schneidersitz auf dem Boden oder bequem auf dem Sofa (privilegierte Plätze!) den betörend schönen, manchmal traurigen Stories von Erica und bestaunten das feinfühlige und sehr gekonnte Gitarrenspiel der Blondine, die nicht nur mit der Hitze, sondern auch mit den Miaulauten unseres aufgedrehten Katers D'Artagnan klarkommen musste. Der Stubentiger versuchte so einige Male, der Sängerin mit der sanften die Show zu stehlen, aber es gelang ihm nicht!
Erica sang von einem Reisenden, der die Konflikte dieser Welt sieht und versucht, dennoch stark zu bleiben (Time Travelling), versetzt sich in die Rolle eines Vogels und sinniert darüber, wie man auf begangene Fehler reagieren kann (Our Most Fragile Things) ), oder besingt die erste, unschuldige Liebe (True Love And Water) und griff bei When It Goes auch einmal zum Banjo, daß sie herrlich pluckern ließ. Einer meiner Lieblingssongs war das recht neue Artic Dogs, daß auf Platte sicherlich einen psychedelischen Einschlag haben wird, den man heute akustisch nur erahnen konnte. Auch der Text ist spannend und nahegehend ("
Stay awake we're trying to survive though the ice is cracking we are still alive stay awake don't let yourself go numb feel and feel until all feeling's gone; in the very source of cold we will make a space for warmth digging like the arctic dogs...")
Gegen Ende des circa. 45 minütigen Sets war dann die Zeit für Coverversionen gekommen. Das herrliche Elliott Smith Cover Between The Bars kannte ich schon vom Pop In her, aber heute intonierte sie diesen modernen Klassiker besonders einfühlsam und berührend. Und da sie so gut französich spricht, bot sie den Franzosen in unserem Wohnzimmer auf meinen etwas vorlauten Zuruf hin auch eine Coverversion in der Sprache Molière's,
ursprünglich gesungen von Marie Laforêt. C'est Julien hieß die hübsche Ballade, die das traumhaft intime und hingebungsvolle Konzert beendete.Hätte Erica bereits eine CD zu verkaufen gehabt, sie wäre weggegangen, wie warme Semmeln!Setlist Erica Buettner, Oliver Peel Session # 6, Paris:
01: Time Travelling
02: Our Most Fragile Things
03: Better Than It Really Is
04: True Love And Water
05: When It Goes
06: Arctic Dogs
07: No Land's Man
08: Between The Bars (Elliott Smith Cover)
09: C'est JulienAchtung: Liebe Damen und Herren von Morr Music. Erica Buettner ist sehr an ihrem feinen Label interessiert, sie mag ihre Künstler außerordentlich gerne und würde sich bei ihnen gut aufgehoben fühlen. Sie hat ihr erstes Album komplett fertig, sucht aber noch ein Label. Bitte benachrichtigen sie bei Interesse das Konzerttagebuch oder die Künstlerin selbst. Danke!-
Mehr Fotos von der Oliver Peel Session mit Erica Buettner hier- Videos: Erica Buettner singt C'est Julien von Marie Laforêt und die Katze miaut. Traumhaft! When It Goes, Erica Buettner am Banjo. Hach, schön!
um
14:57
Konzert: Sessions Boutiques Sonores mit: New Pretoria, Pokett, This Is The Hello Monster, Maison Neuve, Exsonvaldes, Arch Woodmann u.a.
Ort: Boutique Lalala Barcelona, Paris (biggest Lalala cabin Show)
Datum: 23.05.2009
Zuschauer: wie viele passen in so eine kleine Boutique? 25? 30?
Konzertdauer: 7 (!) Stunden
Schon einmal ein Konzert gesehen, bei dem die Bands in der Umkleidekabine einer Modeboutique spielen? Nein? Ich vorher auch nicht! Die umtriebigen Mädels und Jungs der Promoagentur Les Boutiques Sonores (spezialisiert auf französische und intenationale Indiebands) haben diese abgefahrene Idee in die Tat umgesetzt und an einem heißen Mai-Samstag 7 Stunden lang Künstler in die Kabine gepfercht. Ein großer Spaß für alle Beteiligten und ein weiteres originelles Konzept! Jede Gruppe hat ungefähr vier Lieder performt, mehr Zeit war nicht, denn es gab sehr viele Teilnehmer, die um das Interesse der amüsierten Zuschauer-und Hörer buhlten. Den Start machten New Pretoria aus Paris. Zu meiner Freude spielten sie ausschließlich französische Chansons, die die brünette Sängerin mit dem quitschgelben T-Shirt vortrug. Der eigentliche Hauptsänger Stephan kauerte der weil am Boden, während sein Kollege an der akustischen Gitarre ebenfalls französisch sang. Auf MySpace klingt das Ganze anders, dort sind die Songs ausschließlich auf englisch gehalten. Grundsätzlich und auschließlich in der Sprache Shakespeare's singt der bärtige Singer/Songwriter Pokett, der auch das wunderbare Album On Concrete von Pollyanna produziert hat. Man übertreibt nicht, wenn man ihn den französischen Elliott Smith nennt, denn seine Lieder sind so wundervoll melancholisch und berührend, daß man unweigerlich an den viel zu früh verstorbenen Amerikaner denken muss. Pokett ist aber auch immer für einen Gag und eine trashige Coverversion zu haben. Heute überraschte er die amüsierten Besucher mit einem Cover von... Anastacia. Zum Glück klang seine Neuinterpretation von I'm Outta Love ganz anders als das Original.Am Rande bekammen wir später dann noch das Set der aufstrebenden Exsonvaldes mit. Die Pariser Band hat soeben ihr zweites Album Near The Edge Of Something Beautiful veröffentlicht und glänzende Kritiken von der Zeitschrift Les Inrockuptibles bekommen. Sogar die berühmt-berüchtigte Blogothèque ist von den Jungs begeistert. Auch ich bleibe hier am Ball, genau wie bei Maison Neuve, einer spitzenmäßigen Gruppe, die diese Woche im Vorprogramm von The Pains Of Being Pure At Heart an den Start gehen wird.Prima, diese Kabinensessions! Fotos folgen!
um
00:19
Konzert: PollyannaOrt: ein Wohnzimmer, irgendwo in Paris (Oliver Peel Session # 5)Datum: 22.05.2009Zuschauer: 20Konzertdauer: 1 Stunde
Wow! Das war richtig großartig! Trotz zahlreicher Störaktionen unseres überdrehten Katers D'Artagnan boten Isabelle und David von Pollyanna vor begeisterten Zuschauern ein ganz hervorragendes und äußerst filigranes Konzert. Ich wußte gar nicht, daß es möglich ist, in diesem besonderen Rahmen soviele Finessen und Feinheiten einzuarbeiten.
David spielte nicht nur meisterlich Gitarre (ein nagelnes Modell aus New York mit super Klang!) und Ukulele (famos, seine Technik!), sondern auch Melodica und Glockenspiel. Und die Klöppel des Glockenspiels hatten es auch unserem Katerchen angetan, er wirbelte sie im hohen Bogen durch die Luft und Isabelle,
die auf das Wundervollste sang, hatte Probleme ihr Lachen in den Griff zu kriegen und sich auf den Text zu konzentrieren. Jeder hatte hier und heute seinen Spaß und dies trotz der Vielzahl an melancholischen Liedern. Grandios auch der Abschluß: Auf eindringlichen Wunsch performten die beiden Sympathen noch spontan das Young Marbel Giants Cover Brand-New-Life, was ihnen den verdienten tosenden Applaus einbrachte.Merci mille fois Isabelle et David!Setlist, Fotos, Videos und ein komplett ausformulierter Bericht folgen in Kürze!-
Mehr Fotos von der Oliver Peel Session mit Pollyanna hier
um
01:08
Konzert: L'Ascensationelle des Boutiques Sonores, mit Arch Woodmann, Jordan, Fairguson, (und Montgomery und Fordamage, die habe ich aber nicht mehr gesehen)Ort: Le Glaz'Art, ParisDatum: 21.05.2009Zuschauer: recht gut gefüllter Laden
An Christi Himmelfahrt beehrten fünf tolle Indiebands aus Frankreich das Glaz'Art und das Ganze kostete auch nur 5 Euro Eintritt. Aber jede einzelne Band war so viel mehr als 1 Euro wert! Hier und heute wurden aufstrebende Bands präsentiert, die in den nächsten Monaten und Jahren noch von sich reden machen werden. Besonders Arch Woodmann,
über die wir bereits auf dem Konzerttagebuch berichtet hatten, bestätigten den guten Eindruck, den ich von ihnen im Point Ephémère vor ein paar Wochen gewonnen hatte. Mehr noch, sie waren noch besser als ich das in Erinnerung hatte. Ihr zwischen Folk, Noise-und Postrock angesiedelter Sound ist sehr komplex, ausgeklügelt und voller Finessen.
Ursprünglich wohl lediglich das Projekt des Franzosen Antoine, kann man inzwischen von einer vollwertigen Band sprechen, in der fünf junge Musiker hochinspiriert zu Werke gehen. Vor allem die süße Flötistin Lucie, die auch für herrlichen Glöckchenklang sorgt und der bärtige Gitarrist, der sein Arbeitsgerät teilweise mit einem kleinen metallenen Stab
(wie nennt man so etwas genau?) bearbeitete*, verdienten sich Bestnoten. Das Quintett, das aus der Bretagne und der Normandie stammt, performte Songs von seinem vorzüglichen Album Draped Horse Blue Licorne Argentée Feather Blue, von denen mir das an My Bloody Valentine erinnernde Hunter und das abschließende All Parades And Marches besonders gefielen. Klarer Tip!
Mit den anschließend startenden Jordan tue ich mich da etwas schwerer. Nicht, weil sie schlecht wären, sondern weil ihr Musikstil, der stark von Bands wie At The Drive In und den Blood Brothers beeinflusst ist, nicht unbedingt mein Lieblingsgenre ist. Will heißen: Es wird mir zu viel gebrüllt und gekrächzt, das vertragen meine alten Ohren nicht mehr so gut. Allerdings konnte ich heute doch auch einige melodische Parts raushören und live sind sie absolut druckvoll und energisch. Deshalb sollten deutsche Fans von At The Drive In bzw. Mars Volta auch die folgenden drei Konzerttermine von Jordan in ihrem Kalender eintragen:09.06.2009: Astrastube, Hamburg10.06.2009: Lokal, Berlin12.06.2009: Hempels, Augsburg
Fairguson waren schließlich ganz wunderbar. Eine mehrköpfige Band, zu deren countrylastigen Klängen man so richtig genüßlich schwofen kann. Ich glaube die Jungs hören privat die gleiche Musik wie ich, den man kann gut einige meiner Lieblingsbands heraushören, z.b. Syd Matters, H-Burns, Grandaddy, Midlake und Vetiver. Besonders schön war es für mich, vor dem Konzert ein paar Takte mit dem Keyboarder zu wechseln, der im Rollstuhl sitzt.
Als ich ihm erzählte, daß ich sie schon einmal im Pop In gesehen hatte und sehr mochte, war er aufrichtig gerührt und faltete seine Hände zum Dank wie ein Priester. Ich finde es ganz großartig, daß die anderen Bandmitglieder ihn so toll integrieren, es ist wahrlich nicht so leicht, als Körperbehinderter auf die Bühne und die Kabinen zu kommen. Er ist auf die Hilfe der anderen angewiesen und die Jungs sind in der Hinsicht ganz prima, ganz wie ihre wunderschöne Musik. Bravo! Und Homecoming ist für mich jetzt schon eines der Lieder des Jahres.Pour nos lecteurs français: Chronique à venir.- Mehr Fotos von Arch Woodmann hier
- Mehr Fotos von Jordan hier
- Mehr Fotos von Fairguson hier* diese Technik kann mann auch in einer charmanten Balkon Session bewundern. Arch Woodmann /From These Lands.
Toll! Klick!-
eine weitere Outdoor Session mit Arch Woodmann auf einem kalten Pariser Balkon im Januar. Der arme Kerl friert ganz offensichtlich. Aber er hat ja Ohrenschützer. Prima! Klick!