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Montag, 26. November 2012

Hanne Hukkelberg, 21.11.12

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Konzert: Hanne Hukkelberg
Ort: L'Espace B
Datum: 21.11.2012
Zuschauer: verdammt, leider nur 25
Konzertdauer: eine Stunde


Endlich mal wieder Hanne Hukkelberg live in Paris!



Von ihrem Auftritt im Vorprogramm von Wilco 2012 mal abgesehen, war die talentierte Norwegerin nun seit nunmehr fünf (!) Jahren nicht mehr in der Stadt des Lichts. Ein so langes Fernbleiben müsste ja eigentlich zu einem riesigen Publikumsinteresse führen, aber die Qualitäten der zierlichen Skandinavierin sind wohl nicht ganz nach Indie-Paris vorgedrungen. Lediglich 25 Fans fanden sich im Espace B ein, viel zu wenig um eine angemessene Kulisse für eine solche Ausnahmekünstlerin zu bilden.

Ich selbt trudelte auch ziemlich spät am Ort des Geschehens ein, weil ich vorher noch bei einem Showcase der Wienerin Clara Luzia war. Zu Hanne kam ich dann aber doch noch pünktlich, nahm auf einem einsamen Stuhl am linken Bühenrand Platz und versuchte mich nur auf das Konzert zu konzentrieren und alles andere auszublenden. Ich sah nicht in den fast leeren Zuschauerraum, störte mich auch nicht weiter an dem funzeligen roten Licht, welches das Fotografieren enorm erschwerte und riss mich zusammen, um nicht über den saturierten und zu basslastigen Sound zu fluchen. Gerade in den ersten dreißig Minuten kamen verzerrte und dröhnende Geräusche aus den Boxen und minderten den Hörgenuss. Das war schon etwas bitter, zumal Hukkelberg mit eigenem Soundmenschen angereist war.

Im zweiten Teil des Konzertes waren aber weniger störende Töne zu beklagen und man hörte auch die fabelhafte Stimme von Hanne nuancierter.


Hukkelberg, ihre sexy Drummerin/Keyboarderin (die rosa Strumpfhose, der knackige Hintern, wow!) und ihr dezent agierender Gitarrist spielten allerdings auch deutlich lauter auf, als ich das erwartet hatte. Hier und heute hörte man weniger Jazz oder Folk wie in den frühen Tagen, sonderen düsteren, gefahrverheißenden Indierock mit verzerten Gitarren im Stile von PJ Harvey in ihrer rebellischen Phase. Besonders die Drummerin war angriffslustig, hieb mit viel Wucht und im Stehen auf ihre Drums ein und stieß bisweilen martialische Kampfschreie aus. Auch Hanne selbst intonierte nicht so samtweich wie insbesondere auf ihren ersten beiden Alben, sondern sang oft  mit weitaufgerissenem Mund. Ihre stimmliche Bandbreite war beeindruckend. Sie beherrschte alle Töne. Die hohen, die weichen, die choralen. Mal klang sie eher wie St Vincent, dann aber auch wieder wie Björk, meistens jedoch wie sie selbst. Hanne ist einzigartig, das sollte man wissen,


Die Stimmung der Lieder war oft schwer und schwül, fast stonerrockig. Man fühlte sich dann wie auf einem Roadtrip durch die Wüste in Mexico, mit schweren müden Augen, einem alten Wagen und Angst im Bauch. Kennzeichend dafür der starke Track Bandy Riddles, der schleppend begann, aber gegen Ende sehr druckvoll wurde.


The Time And I What We Make wiederum trug Spurenelemente der verwunschenen, psychedelischen Welt von Grizzly Bear ins sich und war nur schwer zu greifen. Ohnehin war das hier kein kommerzielles Popkonzert mit runden Popmelodien und Texten zum Mitsingen. Das wäre der Norwegerin zu banal, bei ihr ist alles vielschichtig, um die Ecke gedacht und dadurch teilweise etwas sperrig. Daran sollten sich aber wahre Fans nicht stören, im Gegenteil. Wer Hukkelberg genießen will, muss ihren Liedern Reifezeit lassen, sie an sich wachsen lassen.


Typisch für die meisten Stücke war, daß sie höchstens mittelschnell voranschritten, sich aber in schöner Regelmäßigkeit verdichteten, wie zum Beispiel das hervorragende Midnight Sun Dreams.


Anrührendstes Lied im Set war allerdings die traumversunkene Ballade Erik von ihrem letzten Album Featherbrains, von dem die meisten Songs stammten. Schön aber, daß mit Break My Body auch ein alter Liebling gespielt wurde. Er klang etwas anders als auf Platte, aber Hukkelberg hat sich eben weiterentwickelt, ist nur noch ansatzweise die klassisch ausgebildete Jazzmusikerin, die sie mal war.

Abschließend möchte ich auch das kampfeswütige My Devils nennen, das so klingt wie Bat For Lashes, wenn diese gut wäre. Einer der einprägsamsten Songs in einem Set, das zwar nicht unbedingt euphorisierend, aber sehr intensiv war. Sacken lassen und die CDs immer mal wieder hören, so die Devise. Und Hanne, lass uns nicht wieder fünf Jahre auf dich warten!

Setlist Hanne Hukkelberg, Espace B, Paris

01: Featherbrain 
02: Seventeen
03: Bandy Riddles
04: Salt Of The Earth
05: The Time And I What We Make
06: Noah
07: Midnight Sun Dream
08: No Mascara Tears
09: No One But Yourself
10: Erik
11: Too Good To Be Good
12: Break My Body
13: My Devils

14: You Tube
15: I Sing You




Dienstag, 26. Mai 2009

Hanne Hukkelberg, Köln, 25.05.09

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Konzert: Hanne Hukkelberg

Ort: Stadtgarten Köln (Konzertsaal)
Datum: 25.05.2009
Zuschauer: gut 60
Dauer: 95 min


Eigentlich war wirklich kein Konzertwetter. Der bisher heißeste Tag des Jahres machte auch bis halb neun keine Anstalten, nachzulassen. Konsequenter wäre es
sicher gewesen, sich auf die Stadtgartenterrasse zu setzen, statt drinnen eines der vielen Konzerte zu sehen. Dieser Gedanke kam mir aber auch nicht ansatzweise, denn zu sehr hatte ich mich gefreut, endlich einmal Hanne Hukkelberg zu sehen, von der mir mein Kollege Oliver schon so oft vorgeschwärmt hatte.* Die früheren Köln-Besuche der Norwegerin hatte ich verpasst, umso lieber war mir die Gelegenheit, sie nun erleben zu können, trotz Biergartenwetters. Sommerabende kommen wieder, das hat uns Al Gore versprochen.

Als wir um kurz vor halb neun ankamen (und nicht ganz sicher waren, ob es im Stadtgarten oder im Studio 672 sein würde), waren noch nicht viele Zuschauer da, obwohl das Konzert ohne Vorgruppe zwischen halb und viertel vor neun beginnen
sollte. Gleichzeitig mit der Band füllte sich der Konzertsaal des Stadtgartens aber dann doch etwas mehr, sodaß es nicht mehr peinlich leer aussah. Und weil ein paar damit anfingen, setzten sich vorne die meisten Besucher auf den Boden.

Hanne Hukkelberg hatte vier Musiker als Begleitung mitgebracht. Neben einem Schlagzeuger waren dies zwei Gitarristen und eine Keyboarderin. Die sehr kleine Sängerin spielte zunächst kein Instrument, wobei das so nicht stimmt, da ihre Stimme häufig instrumentengleich eingesetzt wird.

Auf der Bühne stand außerdem ein beeindruckender Flügel, der aber nicht zum Tourgepäck der Norweger gehörte. All die besonderen Instrumente, von denen ich in
älteren Konzertberichten schon einmal gelesen hatte, fehlten mir aber, es gab zum Beispiel kein Fahrrad...

Zunächst lebte die Musik also von der besonderen Stimme Hannes, begleitet von klassischer (Pop, Rock oder was auch immer) Instrumentierung. Die Gitarren klangen dabei herrlich roh und passten wegen des Kontrasts zu Hannes manchmal an Björk erinnernder Stimme perfekt!

Eine ganz andere Assoziation kam mir in den Sinn, wenn es lauter wurde. Da erinnerten mich Passagen dann an die frühen Siouxsie and the Banshees.
Bandy riddles, eines der ersten Lieder, war klanglich nicht weit von Hongkong Garden weg. Dabei spielte Hanne eine dritte Gitarre. Dreifach scheppernd, nur mit Schlagzeug und zweiter Stimme der herrlichen Keyboarderin, das hatte ganz viel! Bandy riddles war einer meiner liebsten Titel des Abends!

Und danach kam wieder die experimentell klingende Hanne Hukkelberg; es wechselte wunderbar zwischen lauteren, rockigen und leisen, jazzigeren Stücken, die dann eher an die viel zitierten CocoRosie erinnerten. Eines dieser ruhigen Lieder, das mir besonders gefiel, war
Cast anchor vom ersten Album Little Things.

Nach einem Ausflug an den Flügel (The northwind), folgte ein Stück auf Norwegisch. Begleitet wurde die Sängerin hierbei von ihren Mitmusikern pfeifend! Nicht andrewbirdstreberhaft, sondern sehr zurückgenommen pfeifend, um präzise zu sein.

Und nach einigen weiteren Stücken vom neuen Album Blood From A Stone kamen dann auch endlich die "besonderen" Instrumente! Hanne eröffnete No one but yourself mit einer Blockflöte, die sie in Deutschland gekauft habe. Ein wundervolles Stück, nicht nur wegen der Tröte! Im anschließenden Pixies Cover Break my bod
y bediente die Sängerin ein Percussion-Dings, das wie ein Mörser (das Küchengerät) aussah. Die Version der Norwegerin kennt man ja bereits von ihrer zweiten Platte, live begeisterte sie mich aber noch mehr!

Zweimal kam die Band noch raus, um Zugaben zu spielen, zum Abschluß ein weiteres Lied in ihrer Muttersprache. Wundervoll!

Auch wenn ich mich damit als Banause oute: die lauten Lieder gefielen mir besser als die ganz zurückgenommenen. Von der neuen Platte, die ich noch nicht kenne, waren so auch die beiden Krachmacher meine Highlights, Bandy riddles und In here / out there. Aber laut oder leise: ein tolles Konzert einer außergewöhnlichen - und außergewöhnlich guten Künstlerin! Aber neben dem Musikalischen gab es natürlich
auch noch ein paar erzählenswerte Sachen. Zum einen nämlich die Keyboarderin, die unglaublich einschüchternd wirkte. Hätte die einmal "Buh!" gerufen, wäre vermutlich der halbe Saal vor Schreck rausgerannt! Die Frau mit lustiger Frisur (Modell Assipalme seitlich) trug (vielleicht) bunt-fleckige Strumpfhosen (alternativ hatte sie viele Tattoos oder blaue Flecken auf den Beinen), eine Bluse Modell Ferienlager Aufseherin und einen sexy 80er Jahre Minirock. Das Outfit war lustig - aber nicht beängstigend. Das war ihr Blick. Denn der hatte etwa herrlich Irres! Super!

Und dann war da noch der Mann, der eine besondere Sorge hatte... Hanne sagte (recht dezent), daß man hinterher CDs verkaufe und dankbar für jede Unterstützung wäre, worauf besagter Mann besorgt (während des Konzerts) nachfragte, ob sie die denn wohl auch unterschreibe. Sie tat - und er war beruhigt!

Setlist Hanne Hukkelberg, Stadtgarten, Köln:

01: Midnight sun dream
02: Seventeen
03: Balloon
04: Bandy riddles
05: Berlin
06: A cheater's Armoury
07: Ease
08: Cast anchor
09: The northwind
10: Bygd til by
11: In here / out there
12: Blood from a stone
13: Salt of the earth
14: No one but yourself
15: Break my body (Pixies Cover)
16: Crack

17: Ticking bomb (Z)
18: All day and all of the night (The Kinks Cover) (Z)

19: Boble (Z)

Links:

- Hanne Hukkelberg in Paris (07.05.07)
- und in München am 14.04.07




Dienstag, 8. Mai 2007

Hanne Hukkelberg, Paris, 07.05.07

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Konzert: Hanne Hukkelberg
Datum: 07.05.2007
Ort: Le Divan Du Monde, Paris
Zuschauer: circa 80


Aus diversen Gründen, die nicht unbedingt auf einem Konzertblog erkläutert werden müssen, war ich heute eher trauriger und genervter Stimmung, trotz der eigentlichen Vorfreude auf Hanne Hukkelberg. Ich erwähne das, weil der Gefühlszustand vor einem Konzert immer auch einen Einfluss auf die Laune während des Gigs haben kann. Ziemlich betrübt kam ich dann auch an der Türe des im Pigalle-Viertels gelegenen Divan Du Monde an. Als ich in meine rechte Gesäßtasche griff, um die dort verstaute Eintrittskarte dem Einlasser vorzuweisen, wurde mein Zustand auch nicht besser. Im Gegenteil, ich fühlte bei dem Griff nämlich...nichts! Das Billet muss mir aus Versehen herausgefallen sein...

Was tun? Wie ein begossener Pudel nach Hause trotten und Trübsal blasen? Oder ein neues Ticket kaufen? Ich entschied mich für die zweite Variante, weil die Hörproben, die ich von den beiden Alben "Little Things" und "Rykestrasse 68" gemacht hatte, extrem vielversprechend waren und mir auch eine Aufbesserung der Tournee-Kasse von Hanne Hukkelberg sinnvoll und verdient erschien. Ich kann es schon vorab sagen: ich hatte richtig entschieden! Bevor die kleine Norwegerin allerdings auftrat, gab es statt einer Vorgruppe die Austrahlung einer Reportage vom Coachella Festival 2005 auf einer Video-Leinwand. Das war auch ein Novum für mich! Zunächst langweilte ich mich etwas, aber dann wurde die Sache doch ziemlich lustig, denn Noel "Oasis" Gallagher wetterte in gewohnt direkter und unverblümter Art, gegen die politischen Statements, die der ebenfalls auftretende Saul Williams zum Besten gab. "Hey, sorry, aber ich gehe doch nicht zu einem Gig, um die politischen News vorgetragen zu bekommen", knurrte er dem Reporter in einem Backstage-Interview zu dem Thema ins Mikro. Das erinnerte mich an ein anderes Bonmot, dass Noel in Richtung Bono, verlauten liess: "Lass uns mit der Politik in Ruhe und spiele "One" ( "Bono shut up and play "One"!).

Danach bekam das überwiegend hinter Biergartentischen sitzende Publikum (ich Depp stand natürlich blöd rum, weil schon alle Stühlchen besetzt waren) noch Ausschnitte von Auftritten von Bright Eyes, Pixies, Red Hot Chilli Peppers, Arcade Fire und den Flaming Lips zu sehen. Das war durchaus kurzweilig, vor allem der spektakuläre Auftritt von Wayne "Flaming Lips" Coyne, dem Oberguru der Musikszene. In einer überdimensionalen Luftblase (die aber aus Kunststoff war) bewegte er sich crowdsurfend über das johlende Publikum. Das war wirklich total abgefahren, aber auch "Rebellion" von Arcade Fire kam extrem gut. Meine Laune war inzwischen schon etwas besser geworden. Nach dem mir elend lang erscheinenden Filmabspann wurde dann die Leinwand nicht mehr gebraucht, schliesslich kam von nun an nichts mehr aus der Konserve. Im Gegenteil, es war alles sehr originell was Hanne und ihre vier musikalischen Begleiter uns da so bieten sollten. Beim ersten Blick auf die Bühne hatte mich schon ein auf Sattel und Lenkrad abgestelltes, altes Klapperfahrrad stutzig gemacht. Wozu sollte das denn wohl gut sein? Ich würde es bald erfahren: es diente als Musikinstrument! Wie so einige andere kuriose Dinge auch. Zum Beispiel wurde der Deckel eines Mülleimers "zweckentfremdet". Oder eine einem Apfel täuschend ähnlich sehende Rassel benutzt! Auch ein liebliches Glockenspiel kam zum Einsatz, neben Akkordeon, Tuba, Piano, Kastagnetten und und und...

Eine wundersame Welt in die uns das zierliche Persönchen mit dem süssen Pferdeschwanz da entführte... Begann auch schon ganz esoterisch mit einem Meeresrauschen bei dem Eröffnungsstück "Berlin". Berlin, da hat sie gelebt ein halbes Jahr lang und es hat ihr anscheinend so gut gefallen, dass sie gleich ihr zweites Album nach einem Stassenzug im Prenzlauer Berg benannt hat: Rykestrasse (68). Ganz in der Nähe wohnt ja auch meine Schwester. Hallo Karin übrigens, geht's Dir gut?

Berlin muss einer Norwegerin paradiesisch billig vorkommen, wenn man allein die Immobillienpreise von Oslo und Berlin vergleicht, von den Lebenshaltungskosten ganz zu schweigen...

Falls ihr Hanne Hukkelberg noch nicht kennt, fragt ihr Euch vielleicht, wo man sie musikalisch einordnen kann. Hmm, vielleicht hilft ein wenig Namedropping. CocoRosie zum Beispiel, Stina Nordenstam, Joanna Newsom, Brisa Roché, auch Björk könnte man da nennen. Das sind aber wirklich nur Orientierungshilfen, denn der Stil der Norwegerin ist doch sehr eigen. Beim Stück "Obelix" zum Beispiel, habe ich mich gefragt, wie sie (oder ihre Freundin am Glockenspiel) das Katzenschnurren zu Beginn so gut hinbekommt. Vielleicht sollte ich demnächst mal meinen Kater d'Artagnan mitnehmen? Auch das imitierte Schreibmaschinengetippe auf "The Northwind" war klasse und dann dazu noch das wundervolle Akkordeon. Da könnte ein alter Seebär schon melancholisch werden. Ich wurde das übrigens auch, aber auf relative angenehme Weise, die Musik wirkte wie Balsam auf meine Nerven. Kurios auch, das komplett auf norwegisch gesungene Stück "Boble". In dieser Sprache hatte ich bisher noch kein Stück live dargeboten bekommen!

Ganz konzentriert darauf, wie Hanne die Speichen des Fahrrades bearbeitete, um Töne zu erzeugen, bekam ich gar nicht so richtig mit, dass sie mit "Break my body" ein Pixies-Cover spielten. Dafür erkannte ich allerdings die zweite Cover-Version des Abends, die als erste Zugabe gespielt wurde. Es handelte sich um "All day and all of the night" von den Kinks! Mit "Words" ging dann ein fabelhaftes Konzert zu Ende, das den Tag mit einer versönlichen Note beendete.

Setlist Hanne Hukkelberg:

01: Berlin
02: Cheater's
03: Cast Anchor
04: Pirate
05: Balloon
06: Obelix
07: Boble
08: Ease
09: Professor
10: Northwind
11: Break My Body (Pixies Cover)
12: Ticking Bomb

13: All day and all of the night (Kinks Cover) (Z)
14: Words (Z)

von Oliver

Links:

- Hanne Hukkelberg in München



Freitag, 27. April 2007

Konzertrückblick: Hanne Hukkelberg, München, 14.04.07

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Konzert: Hanne Hukkelberg
Ort: Ampere München

Datum: 14.04.2007


Unter gleichsam geistlichem Beistand fand das Konzert von Hanne Hukkelberg im Ampere am 14.04.07 statt, hatte sich doch 'Monsignore Mühlich' unter die ca. 100 Zuhöhrer gemischt. Und wie ich vernehmen konnte, folgte er damit dem Tip eines guten Bekannten. Da mich sein aufdringliches Gequatsche in Folge nervte, entfernte ich mich und suchte ein weniger unaufgeräumtes Plätzchen in der nur mäßig gefüllten Location auf, konnte aber den Herren während der Veranstaltung häufiger in Begeisterung verfallen sehen.


Unter einem gleichsam schlechten Stern stand das Konzert, da in der anliegenden Muffathalle ein Nachwuchsband Wettbewerb stattfand, zu dem als Stargast Adam Green geladen war. Die Veranstaltung war kostenlos und so verlief sich der eine oder andere Unentschlossene doch noch in die falsche Veranstaltung. Aber: das euphorische, kundige Auditorium machte die Leere im hinteren Publikumsbereich allemal wett. Denn die Band spielte ein hochkonzentriertes, musikalisch ausgereiftes, feinädriges Set. Unter Einsatz diverser Klanginstrumente in Symbiose mit dem oktavenübergreifenden, dynamischen und Grenzen auslotenden, narrativen Gesang Hannes und der prima Zweitstimme der Line Horntveth fanden die Songkonstruktionen schnell eine aufmerksame, begeisterte Zuhörerschaft. und tatsächlich gelang es den fünfen, die hochsensiblen Stücke in realiter wie 1:1 vom Tonträger erstehen zu lassen. Das hervorragende, peinlich genaue abgestimmte Zusammenspiel der Musiker war nur eine der notwendigen Voraussetzungen hierfür. Vielmehr stand die Lust und Liebe an der Beschäftigung mit Klängen und dem Ineinanderfügen von tonalen Erzeugnissen im Vordergrund. ob es ein Kinderklavier, die Speichen eines Fahrrads, der Mülltonnendeckel oder eines der diversen Percussiongeräte war, alles fügte sich, ordnete sich in die Klangfamilie ein.

Die wirklich kleine Hanne Hukkelberg taute während des Konzertes zunehmend auf, erlaubte sich den einen oder anderen Spaß und kommentierte Ereignisse, die den Abend ornamentierten: Stöckelschuhe, die auf dem Gang zum Klo hallten, das Noisegewitter der Boxen mitten in einem Titel, den Jubel des Publikums. Zum Dank gab es denn auch zwei Zugaben.

Meine Highlights waren "Ticking bomb", "The north wind", das Pixies-Cover "Break my body" und "Ease". Wobei ich mir gewünscht hätte, dass Hanne öfter ihre Stimme in den mittleren Höhen bewegt hätte, da sie dort, kraftvoll, energisch singend, noch mehr Gänsehaut, Wohlgefühl erzeugen kann. Weitere Titel waren: "Cast anchor", "Words & a piece of paper", "Berlin", "Cheater's armoury", "The pirat".

Die außerordentlich sympathische Band:
Hanne Hukkelberg - voc, violin, perc, bicycle
Line Horntveth - fl, voc, tuba, toy piano
Thomas Helland - keys, acc, g, voc
Henning Sandsdalen - g, b
Peter Baden - dr & perc
Anders Aasebøe - sound engineer

von Eike von das Klienikum

Foto: Eike



 

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