Freitag, 25. Mai 2007

Slint "Performing Spiderland", Paris, 24.05.07

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Konzert: Slint, "Performing Spiderland"
Datum: 24.05.2007
Ort: Le Bataclan, Paris
Zuschauer: die Stehränge waren gefüllt, die Sitzplätze oben waren allerdings leer


An einem brütend heißen Tag war meine Motivation zugegebenermaßen nicht besonders hoch, ein Konzert in einem dunklen und stickigen Konzertsaal zu sehen. Hinzu kam noch, daß mit Slint, die ihr legendäres Album "Spiderland" performen würden, eine äußerst schwarze und depressive Gruppe auf dem Programm stand. Zur Vorbereitung auf den Gig hörte ich im Laufe des Tages mehrfach das Album, hatte aber oft Lust, die Musik zu wechseln...

Der strahlende Sonnenschein passte irgendwie nicht zu diesem gruseligen schwarzen Monster "Spiderland". Vielmehr wären heute eher die Shins der richtige Soundtrack zur Untermalung des Tages gewesen. Fast etwas widerwillig betrat ich dann äußerst frühzeitig die "Dunkelkammer" Bataclan, obwohl mir der Sinn eher nach einem Grillabend stand (obwohl man in Frankreich nicht grillt, das überlässt man den Teutonen...).

Bekleidet war ich - wie sich herausstellen sollte - genau passend, nämlich von Kopf bis Fuß in schwarz! Schwarzes Shirt, Hose, Schuhe, Uhr, Militärkappe. Die anderen Leute im Bataclan sahen genauso aus, bloß, daß sie teilweise noch tätowiert waren, oder Ziegenbärte wie Nick Oliveri oder Ralf Zacher trugen. Auffallend war, daß sich kaum eine Frau hierhin verlaufen hatte, Slint scheint wirklich was für harte Männer zu sein. So, wie ich also ;-) Ich muß wirklich einen grimmigen Eindruck hinterlassen haben, denn ein paar Franzosen fragten mich allen Ernstes, ob ich von der Security sei. So etwas ist mir noch nie passiert, bei meiner geringen Größe von 1,75 cm ja auch verständlich. Wahrscheinlich spielten sie auf meine breiten Schultern an, hoffe ich zumindest, wenn es auf den Bauchansatz bezogen war, wäre es weniger schmeichelhaft gewesen...

Wie auch immer, da stand ich nun, eigentlich ein zahmes Lamm, zwischen allerlei finsteren Zeitgenossen und passte auf, daß ich dem Kleiderschrank mit dem roten Ziegenbart neben mir nicht beim Photographieren ausversehen auf die Füße trat. Die Vorgruppe, die ich noch fast komplett mitbekam, war dann zum Glück die frühe Ankunft wert. Die dreiköpfige Band namens Warehouse 99 Project spielte harten, straighten (Post)-Rock, im Stile von Bands wie Sonic Youth oder Tortoise, stimmlich manchmal auch wie The Fall. Überflüssig zu erwähnen, daß die Band natürlich komplett in schwarz gekleidet war. Der Sänger nörgelte und schrie also wie ein junger Mark. E. "The Fall" Smith in sein Mikro und eine flotte Bassistin spielte so allerlei schön-gemeine Bassläufe. Inzwischen hatte ich mich auch akklimatisiert und genoß das Set, auch wenn die Temperaturen in dem Saal tropisch waren. Das Trio gefiel mir so gut, daß ich ihnen ihre CD "Social Leper's Club" abkaufte.

Die harten, depressiven Klänge von Warehouse waren dann auch die richtige Einstimmung auf die Kultband Slint. Der im Foyer ausliegende Flyer bot ein paar interessante Informationen zu der Bandgeschichte und dem Album "Spiderland". Da hieß es u.a.: "In 1990, Slint recorded the landmark 'Spiderland' album in Chicago with Brian Paulson both engineering and mixing. This release, in particular, became an independent music touchstone, loved and admired by hundreds of thousands of fans and emulated by a generation of musicans. The following year, the year in which 'Spiderland' was issued by Touch and Go, Slint broke up. For almost fourteen years, the members did not perform together as Slint."

Verblüffend, oder? Da legt die Band mit ihrem zweiten Album (das Debüt hieß "Tweez") ein Meisterwerk vor und dann trennen die sich auf der Höhe ihres Erfolges... Wenn ihr richtig nachgerechnet habt, wird Euch aufgefallen sein, daß sie schon vor 2007 mal wieder aufgetreten sind und zwar 2005. 2007 touren sie aber ausgiebiger durch einige Städte dieser Welt, ihr altes Album im Gepäck.

Los ging es mit "Breadcrumb Trail", logisch, ist ja schließlich der Opener des heute zu performenden Albums. Schon an den ersten Gitarrenriffs (dieses "bling-bling-bling") wurde das Stück erkannt. Zufällig hatte sich heute keiner hierhin verlaufen, das war klar. Sofort wurde der Saal in eine gruselige, mystische Atmosphäre getaucht, die man als eiskalt und abweisend beschreiben könnte, wäre es nicht so affenheiß gewesen...

Sänger Brian McMahan brummelte mir den Rücken zugewandt, seine Textzeilen ins Mikro. Die Luft war zum Schneiden, was nicht nur an den Temperaturen lag. Bei "Nosferatu Man" wurde die schleppende und schwüle Musik zum ersten Mal massiv beschleunigt, zumindest phasenweise. Schreie mischten sich in den Sprechgesang, die Gitarren und das Schlagzeug explodierten, das Tempo wurde peu a peu höllisch erhöht. Ich sah mich um und erblickte Männer mittleren Alters energisch mit den Köpfchen wippen. Da kam mir folgendes in den Sinn:vielleicht sollte ich mal eine Wette bei Thomas Gottschalk einreichen. "Oliver Peel wettet, daß er zwanzig Musikgruppen an der Körpersprache ihrer Fans erkennen kann." Werden die Häupter geschüttelt, muß es sich zumindest um eine Post-Rock Band handeln. Schwierig wird es nur bei den Shins. Wahrscheinlich bietet ein andächtig-schmachtender Blick einer blonden Frau Anhaltspunkte für die Lösung...

Während die Typen im Publikum da so Köpfchen-Schüttel-Dich spielten, verließ ich meinen Platz in der ersten Reihe kurzfristig, da ich Angst hatte, mein Gehör zu verlieren, als beim Stück "Don, Aman" nach 4 1/2 eher schleppenden Minuten die Gitarren lospolterten, als würde hier Metallica spielen. Oder Venom... Kennt die noch jemand? Waren mal berühmt-berüchtigt als lauteste Band der Musikgeschichte. Eben von jener Band trug Bassist David Pajo, der in den letzten Jahren auch (sehr ruhige) Soloplatten veröffentlicht hat, amüsanterweise ein T-Shirt.

Von der Bar aus betrachtete ich in der Folge die Performance des Stücks "Washer", bei dem zwei Bandmitglieder, unter ihnen Brian McMahan, eng zusammenkauerten. "Don't be afraid when it's dark outside", heißt es da unter anderem. Wenn man das Lied so hört könnte man allerdings zu Recht Angstzustände bekommen, dermaßen gespenstisch ist die Stimmung dieser Gruselnummer.

Als "Good Morning, Captain"einige Zeit später verklungen war, fragte ich mich, ob es noch weiterginge, schließlich waren alle Lieder von dem Album "Spiderland" gespielt worden.

Es ging weiter und zwar nahtlos, die Band hatte wohl keinen Bock effektheischend die Bühne zu verlassen, nur um kurze Zeit später wieder aufzutauchen. Gespielt wurden noch "Glenn", "Rhoda" und "Kings Approach", das Tempo wurde noch einmal angezogen, schleppende Passagen kamen in diesem Teil seltener vor. Auch ohne diese drei Bonus-Titel wäre das Konzert schon mystisch-schön gewesen. So wurde der "Albtraum", in den man sich bei Slint freiwillig fallen läßt, noch etwas verlängert.

Auch ich halte Spiderland spätestens jetzt für ein bahnbrechendes, komplexes Meisterwerk der düsteren Sorte. Und das Ganze in Konzertform geboten bekommen zu haben, war schon etwas Besonderes.

Slint "Performing Spiderland" auch noch in folgenden Städten:

28. Mai, Bologna, Italien
29. Mai, Rom, Italien
31. Mai, Barcelona, Spanien, Primavera Festival

Setlist Slint:

01: Breadcrumb Trail
02: Nosferatu Man
03: Don, Aman
04: Washer
05: For Dinner
06: Good Morning, Captain

07: Glenn
08: Rhoda
09: Kings Approach

von Oliver



Mittwoch, 23. Mai 2007

Windmill, Jeremy Warmsley & Milenasong, Paris, 22.05.07

9 Kommentare
Konzert: Windmill & Jeremy Warmsley & Milenasong
Datum: 22.05.2007
Ort: Le Divan Du Monde
Zuschauer: 60 vielleicht


Heute steppte in Paris musikalisch so richtig der Bär! So traten die wiederformierten Smashing Pumpkins im ausverkauften Grand Rex auf, die kanadische Kultband Do Make Say Think (ähnliche Liga wie A Silver Mt. Zion) gab sich in der Maroquinerie die Ehre und die Senkrechtstarker von den Bishops versprühten ihren 60s Charme im Nouveau Casino.

Auf Anraten meines fachkundigen Blogger-Freundes Eike hatte ich mich jedoch in das stimmungsvolle Divan Du Monde zu Windmill begeben. Eike hatte mir vor ein paar Wochen schon von der britischen Band vorgeschwärmt und mich gebeten, ihr hochgelobtes Debütalbum "Puddle City Racing Lights" für ihn zu kaufen. Zu meiner Überraschung und Freude bekam ich die heiße Ware aber bereits vorab in der Fnac in die Hände...

So war ich dann auch als einer der Wenigen durch mehrfaches Durchhören der CD gut auf das Konzert vorbereitet.

Vor Windmill traten aber zunächst noch zwei andere Künstler in dem wunderbaren, barartigen Raum auf. Als Allererste durfte Milenasong ran. Wie ich von zwei netten Mädchen, die mit mir einen der gemütlichen Kaffeehaustische teilten, erfuhr, lebt die Sängerin, die hinter dem Namen steckt, in Berlin. Allerdings ist die brünette Sirene keine Deutsche, sondern stammt wohl aus Norwegen. Dies ist zwar auf ihrer MySpace Seite nicht so explizit beschrieben, aber die Einflüsse, die sie für ihre Musik angibt, deuten doch deutlich darauf hin. Wer nennt sonst schon Edvard Munch und Ozeane und vor allem Fjorde als Inspirationsquelle?

Entsprechend weltentrückt und experimentell war dann auch der Stil der Sängerin, die von einem Herren an der Gitarre begleitet wurde. Sofort kamen mir Assoziationen zu anderen "verrückten" Skandinavierinnen in den Sinn, vor allem natürlich Björk. Aber auch CocoRosie scheint nicht so abwegig zu sein. Dennoch, man muß etwas weiter suchen, um ähnliche Künstlerinnen zu finden. Kennt jemand hier Mia Doi Todd? Wenn nicht, dann sage ich nur kurz, daß sie ebenfalls einen schwarzen, depressiven Folk spielt. Oder kennt jemand Marissa Nadler? Nein? Dann lest ihr den Blog nicht regelmäßig, denn ich habe kürzlich über die Sängerin berichtet ;-) Mit Marissa Nadler hat MilenaSong das sirenhafte gemein, diesen Gesang, der fast wie ein Echo ins Mikro gehaucht wird. Nur dass das hier heute eine Spur experimenteller war. Mir hat es auf jeden Fall nicht schlecht gefallen, aber bevor ich mir die CD "Not sure yet" in Ruhe ansehen konnte, wurde sie schon wieder von dem Merchandising Stand abgeräumt...

Als Nächster durfte der Brite Jeremy Warmsley zeigen, was er kann. Und das ist einiges, ich hatte das Gefühl ein großes musikalisches Talent vor mir zu haben, das mit Sicherheit noch für so einige Furore in der Musikwelt sorgen wird. Das Problem war bloß, daß ich seinen Stil nicht wirklich mochte. Das Set erinnerte an Rufus Wainwright, einen anderen Wunderknaben, dessen Talent, ja Genie, ich nicht bestreite, der mir aber eine Spur zu schwülstig-barock ist. Wenn ich schon Namen in die Runde werfe: Patrick Wolf könnte man auch nennen, zumal auch Jeremy Warmsley elektronische Elemente in seinen modernen Folk mit einbezieht. Das Debütalbum von Hern Warmsley, der übrigens lustigerweise zur Hälfte Franzose ist (mütterlicherseits) ist bereits erschienen, es heißt "The art of fiction" und dürfte all denjenigen gefallen, die die von mir zuvor genannten Künstler schätzen.

Dann war die Stunde von Windmill gekommen. Es begann auch gleich mit einer lustigen Einlage, denn die fünf Musiker zogen mit aufgespannten weißen Regenschirmen auf die Bühne! Damit hatten sie schon einmal die Lacher auf ihrer Seite. Während das Publikum noch ein wenig die Schirme bewunderte, legte Sänger Matthew Thomas Dillon gleich los und gab eine kurze Acapella-Nummer zum Besten. Sofort wurde deutlich, welch unglaubliche Stimme der Mann hat. Sehr hoch und vollkommen schräg! Auch hier mag ein Vergleich zu bekannten Bands behilflich sein, ich denke da an Mercury Rev, die Flaming Lips, Clap Your Hands Say Yeah oder die Talking Heads. Genannte Gruppen, sind dann auch als Einfluss angegeben. Eigentlich erstaunlich, daß Windmill aus England kommen, schien mir doch dieser kauzige Stil etwas typisch Amerikanisches zu sein. Sei es drum, jeder bezieht seine Einflüsse daher, wo er will. Schließlich gibt es ja auch (leider) deutschen Hip Hop, oder gar Reggae (Gentleman, brrr.)...

Nachdem die Regenschirme zusammengeklappt waren und die Acapella- Version verhallt war, konnte es dann richtig losgehen. "Asthmatic" wurde zum Aufgalopp gespielt, ein stimmungsvolles Lied, mit Piano, lieblichen Chören (die heute von Tracey Browns eingesungen wurden) und natürlich der unverkennbaren Stimme von Matthew. Ich fragte mich mehrfach im Verlauf des Abends, wie der Brillenträger so hoch kam. Wie macht der das? Einfach verblüffend, auch wenn das mit Sicherheit nicht jedem gefallen wird.

Was ich mich noch fragte: wo hatte Mitsängerin und Keyboarderin Tracey ihre Jeans her? Völlig durchlöchert war das gute Stück! Nicht das mich so etwas in Zeiten eines David Beckham schockieren könnte, aber ihre Jeans schlug wirklich alle Rekorde, ihre Knie sagten mir buchstäblich "Hallo". Soll jetzt aber nicht von ihrer wunderbaren, warmen Stimme ablenken und schon gar nicht von ihrem äußerst liebenswürdigem Wesen. Zur Band gehörte desweiteren auch noch ein Bassist, eine blonde Cellistin, die die wunderbaren Streicherparts besorgte und ein Drummer, der in einem "Käfig aus Glas" saß! Nein, nein, ich erzähle keinen Blödsinn, Porl Rider, so heißt er, saß wirklich hinter Plexiglas, warum weiß kein Mensch. Vielleicht ist er bissig, oder wirft mit seinen Drumsticks nach den anderen? Aber Scherz bei Seite, es handelte sich wohl eher um eine weitere Showeinlage...

Keine Show, oder zumindest nicht gespielt, schien mir das Wimmern und Klagen in der Stimme von Sänger Matthew zu sein. Mit Inbrunst trug er so melancholisch-schöne Titel wie das tolle "Boarding Lounges" vor. Nach dem ebenfalls traurigen "Newsflash" war die Band dann aber der Meinung, das es jetzt mal an der Zeit sein, einen "happy" Song zu spielen, nämlich den Opener des Albums "Tokyo Moon". Dieses Stück sorgte dann auch für Stimmung und gute Laune unter allen Anwesenden, bevor mit "The Planning Stopped" wieder mächtig auf die Tränendrüse gedrückt wurde. Das schmachtende Element wurde vor allem durch das wundervolle Cello-Spiel verstärkt. Ich schloß meine Augen und ließ mich von der Stimmung gleiten, es war für mich ein Highlight des Konzerts gekommen. Ähnlich gerührt war ich dann noch einmal gegen Ende, als die Ballade "Fashion House" erklang. "How you gonna pay the bills" hieß es da unter anderem, das ging schon unter die Haut.

Abgeschlossen wurde das gelungene Konzert dann von "Shutters", einem Stück, das angeblich in sieben Minuten geschrieben wurde, extra für die japanische Edition des Albums. Dafür war es aber eigentlich gar nicht so schlecht!

Merkt euch den Namen: Windmill!

Setlist Windmill:

00: Spectacle (45 second acapella)
01: Asthmatic
02: Fluorescent Lights
03: Boarding Lounges
04: Newsflash
05: Tokyo Moon
06: The Planning Stopped
07: Tilting Trains
08: Fit
09: Plastic Pre-Flight Seats
10: Replace Me
11: Fashion House
12: Schutters

Keine Zugabe übrigens, es wurde durchgespielt, bis sie kein Lied mehr hatten...

von Oliver



Dienstag, 22. Mai 2007

Someone still loves you Boris Yeltsin & Irving, Köln, 21.05.07

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Konzert: Someone still loves you Boris Yeltsin & Irving

Ort: Gebäude 9 Köln

Datum: 21.05.2005

Zuschauer: nicht viel mehr als 50


Meine letzte Demo war eine Mahnwache. Vor dem sowjetischen (!) Konsulat (oder war es noch die Botschaft?) fand die 1991 statt, um Solidarität mit dem beputschten Gorbatschow zu demonstrieren. Weiter östlich unterstützte ihn ein damals noch wenig bekannter, lustig aussehender Politiker deutlich energischer: Boris Jelzin. Jelzin war vor seinem Tod zwar aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden (außer, man ist Tennis-Freund), hatte aber in Springfield, Missouri noch Freunde, die gleich ihre Band ihrer Jelzin-Liebe widmeten. Ich habe vor einiger Zeit von Someone still loves you Boris Yeltsin gehört und mir irgendwann (zu Lebzeiten Jelzins*) das Debütalbum der Band gekauft, das ich sehr mag. Als ich dann sah, daß SSLYBY ins Gebäude 9 nach Köln kämen, habe ich eine Karte dafür gekauft. Das war voreilig, denn vorgestern fragte mich eine Bonner Freundin, ob ich schon ein Ticket hätte, da sie zwei Gästelistenplätze bekommen hätte. Sie wollte aber wegen der Vorgruppe Irving das Konzert sehen. Irving ist eine meiner Lieblingsbands (seit gestern), vorher kannte ich sie allerdings noch nicht. Aber zwei unterschiedliche Gruppen, derentwegen Leute zu diesem Konzert gingen, sind ja schon nicht so schlecht.

Vor dem Gebäude 9 war es warm und leer. Als ich ankam, liefen da nur ein paar Bandmitglieder und einige verstreute Besucher rum. Statt um neun sollte es dann auch erst um zwanzig nach neun losgehen, das verzögerte sich aber alles noch, so daß die erste Band (Irving) dann erst um zwanzig vor zehn begann. Irving kommt aus Kalifornien, macht aber keinen Surferkram sondern wundervollen Indie-Pop. Die Band klingt also eher nach Schweden als nach Kaliforniern. Irving besteht aus fünf Musikern, den beiden Sängern (und Gitarristen) Steven und Brian, Bassist Alex, Schlagzeuger Brent und Keyboarder Aaron. Und die fünf schienen trotz der 50, allerhöchstens 60 Zuschauer, riesigen Spaß zu haben. Steven kündigte auch schon an, daß er vielleicht betrunken werden könnte, denn er hatte ein Zahnproblem (er zeigte genau, an welchen Zahn) und konnte nichts essen. Aber das "Saion Kolsch" schmeckte ihm offenbar gut. Er wollte dann auch genau wissen, wie man das ausspricht, ob Sion vielleicht Löwe bedeute und ob Cologne jetzt Koln oder Köln heiße. Überhaupt waren die Irvings sehr redselig. Das war unglaublich sympathisch. Sie ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als wohl einiges schiefging. Das Schlagzeug bewegte sich zum Beispiel. Das sorgte aber eher für Erheiterung bei der Band. Steven hatte schon am Anfang erzählt, daß seine Pedale nicht funktionierten. Irgendwann brüllte er die mit einem herzhaften "Fuck you" an. Damit war das dann erledigt.

Tja, und die Musik? Die war einfach großartig. Die beiden (Haupt-) Sänger harmonieren stimmlich toll. Stilistisch sind die Shins oder Peter, Björn & John sicher nicht so weit von Irving weg, es ist aber schon sehr eigenständig. Und es kam verdammt gut an bei den wenigen Zuschauer. Irving haben wohl bisher zwei Studioalben und eine EP veröffentlicht. Das schönste Lied war für mich "The gentle preservation of children's minds" (vielleicht wegen Seelenverwandschaft). Für "I want to love you in my room" entschuldigte sich Steven. Über das Thema singe er nicht gerne. Hach, es war einfach ein traumhaftes Konzert. Und wer (wie ich bis gestern) Irving nicht kennt, hat wirklich etwas Tolles verpaßt. Also der Plan für heute: Mindestens die aktuelle Irving CD kaufen!

Da ich die Liedtitel nicht kannte, habe ich Steven hinterher nach der Setliste gefragt (er saß da am Merchandising Stand und filmte die Zuschauer, die aus dem Saal kamen!). Er war wahnsinnig freundlich und sagte, er käme direkt wieder, lief zum Tourbus und brachte mir eine ziemlich angeschlagene Setlist, die sie in Wien gespielt hätten. "We didn't play 'Hail Mary' today, it's a Thermals' cover. And we played some other songs tonight." Aber sonst sei es ungefähr das Set.

Setlist Irving (allerdings Wien):

01: Sitch
02: If you say jump I will say no
03: She's not shy
04: Care, I don't care
05: Hail Mary
06: The gentle preservation of children's minds
07: Jen, nothings matters to me
08: Love
09: The curious thing abaout leather

Nach dem ersten 45-minütigen Konzert kam dann um zwanzig vor zehn Someone still loves you Boris Yeltsin. Gesehen hatte ich die Band noch nicht, der Sänger sah aber schon einmal sympathisch nerdig nach dem Gitarristen (oder Bassisten?) von Belle & Sebastian aus. Neben ihm (den Namen weiß ich nicht, der Grund dafür kommt noch) besteht die Band aus einem zweiten Gitarristen, einem Bassisten und einem Schlagzeuger. Der Schlagzeuger hatte mich gleich besonders beeindruckt. Bei einem der ersten Lieder (ich glaube "Oregon girl") trommelte er in einem Wahnsinnstempo auf sein Schlagzeug ein. Ich hatte das Gefühl, daß es auch der Band schwerfiel, ihm zu folgen.

Die Lieder der Band klingen live weniger zurückhaltend und schüchtern als auf CD. Auch wenn die Musik dadurch etwas weniger popig klang, war es toll. Bis Lied sieben spielten sie also ein schönes Lied nach dem anderen und begeisterten das Publikum. Nach "House fire" wurde dann ein wenig gewechselt: Der Schlagzeuger stand auf, nahm die Gitarre entgegen und stellte sich ans mittlere Mikro. Der bisherige Sänger ging zum Bass, der Bassist setzte sich ans Schlagzeug. Und als wäre das das normalste, was so bei Konzerten passiert, spielten sie dann so weiter! Ohne Kommentar, ohne Qualitätseinbußen, einfach so! Und das wenige
Publikum dankte es mit großer Freude. Der Ex-Schlagzeuger bemerkte das auch, denn er lobte uns: "We love Germany more than we love Boris Yeltsin!"

Von der Begeisterung war die Band offenbar ziemlich überrascht. Sie kamen zwar zu einer Zugabe ("Anne Elephant" und eine sensationelle Coverversion von "Mr. Wendell" von Arrested Development), als sie danach aber lautstark zu mehr Zugaben zurückgefordert wurden, sagten sie, daß sie eigentlich keine Lieder mehr hätten. Sie spielten dann "We can win Missouri" und "Accident" (ein altes Lied) und hatten dann wirklich nichts mehr. Das war also wohl auch für SSLYBY ein schöner Abend, was nur fair war, da wir ein perfektes Doppelkonzert mit wahnsinnig netten Bands hatten.

Setlist Someone still loves you Boris Yeltsin Köln:

01: What'll we do
02: Oregon girl
03: I am warm & powerful
04: Pangea
05: Yr broom
06: We can win Missouri
07: House fire
08: Modern mystery
09: Lower the gas prices Howard Johnson
10: You could write a book
11: Half awake
12: Let's get tired
13: Oceanographer**

14: Anne Elephant (Z)
15: Mr. Wendell (Z)

16: We can win Missouri (Z)
17: Accident (Z)

Die nächsten Termine:

Links:

- hier sind mehr Fotos
- und hier kommen ein paar Videos

* Meine Schreibweise wechselt zwischen der deutschen und der englischen Version
** Dank an Philip von SSLYBY für die Ergänzung der Setlist




Montag, 21. Mai 2007

Two Gallants, Paris, 20.05.07

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Konzert: Two Gallants
Datum: 20.05.2007
Ort: L'Européen, Paris
Zuschauer: leider nicht ganz ausgelastet


Die Handzettel, die man ungefragt vor Konzerten in die Hand gedrückt bekommt, landen ja in schöner Regelmäßigkeit in Sekundenschnelle auf dem Boden - oder im nächsten Papierkorb. Neulich vor der Boule Noire bekam ich aber zur Abwechslung mal was Interessantes zugesteckt: "Two Gallants à l'Européen de Paris, Set acoustique!", las ich da auf dem aufgeweichten Fetzen. Das machte mich natürlich neugierig, ich orderte umgehend Karten.

An einem völlig verregneten Sonntag, an dem bis zum Abend das einzige Highlight der sensationelle Sieg von Roger Federer gegen Rafael Nadal in Hamburg war, begab ich mich ziemlich trantütig Richtung Place de Clichy. In der kleinen Rue Biot befindet sich der an einen Fernsehraum eines Gymnasiums gelegene Saal des Européen. Hier hatte ich zuletzt vor zwei Jahren Joanna Newsom gesehen, das war mir noch in guter Erinnerung, ansonsten ist das Programm dort aber eher mau. Ich stapfte die Treppe nach oben und ließ mich drinnen angekommen in einen der bequemen, roten Sessel fallen. Sich bei einem Konzert etwas Rumzulümmeln, tut auch mal gut, zumindest, wenn man müde und verpennt ist, wie ich das nun einmal war.

Die ersten Lieder der Two Gallants aus San Francisco, bestehend aus dem Sänger und Gitarristen Adam Stevens und dem Drummer Tyson Vogel, gingen in der Folge dann auch etwas an mir vorbei. Nicht, daß das an der tollen Band gelegen hätte, nein, nein, es lag vielmehr an der Gemütlickeit meiner Sitzgelegenheit und der Schwere meiner Augenlieder. Zudem handelte es sich ja auch um ein akustisches Konzert, sprich um ein solches, bei dem auf die elektrische Gitarre verzichtet wurde. Stattdessen hatte sich Adam reichlich mit diversen Mundharmonikas eingedeckt, die er auf dem Boden neben seinem Stühlchen in kleinen, weißen, rechteckigen Kästchen deponiert hatte. Spektakulär war, dass er seine "Arbeitsgeräte" während des Abends mehrfach wechselte, anscheinend gibt es auch da kleine (oder große?) Unterschiede, was den Klang betrifft...

Drummer Tyson hingegen, headbangte mit seiner langen Haarsträhne gewohnt wild an seinem Schlagzeug rum. Hochinteressant, wie der junge Bursche dieses Instrument behandelte, mal strich er mit seinen Drumsticks nur über die Pauken, mal trommelte er, wie von der Tarantel gestochen, drauflos. Dennoch, richtig gepackt hatte es mich erst ab Stück vier, was auch daran lag, daß gleich der Opener "All Your Faithless Loyalties" von der neuen EP "The Scenery Of Farewell" stammte, die noch keinem bekannt war, da sie erst am 4. Juni 2007 erscheinen wird.

Lied vier erkannte aber jeder im Raum, es war die herzerweichende Country-Ballade "Steady rollin". Plötzlich war ich hellwach und sang aus voller Kehle Textzeilen mit: "I shot my wife today, dropped her body in the frisco bay, I had no choice it was the only way, Death's coming, I'm still running. Out walzing with the holy ghost..." Es war herrlich, wer kann bei solch süß-sauren Texten schon sein Grinsen verkneifen?

Ich war jetzt tief in die Atmosphäre des Konzerts eingetaucht, stellte mir eine Wildwestlandschaft in den USA vor und sah mich gedanklich mit den Two Gallants in einem Cowboy-Saloon Whiskey trinken. Am liebsten hätte ich mit meinem Sitznachbarn geschunkelt, doch der zeigte sich ziemlich reserviert. Vielleicht hätte er vorher einen Jeam Beam zu sich nehmen sollen? Das Konzert wurde in der Folge immer besser, vor allem weil sich eine junge Cellistin zu den Herren dazugesellte und die Stücke wunderbar dramatisch unterstrich. Auf Anhieb angetan hatte es mir ein Stück namens "Linger on", das so anrührend war, daß noch dem härtesten Cowboy Tränen in die Augen stiegen. A propos Tränen: wenn man Sänger Adam so zuhörte, konnte man das Gefühl kriegen, er würde jeden Moment losweinen, so dermaßen steigert er sich in die Lieder hinein! Sah im Übrigen nicht nach gespielten Emotionen aus, ich nahm ihm das Leiden zu 100 % ab.

Fabelhaft war auch ein weiteres neues Stück, "Seems like home to me", das man auf der Homepage der Two Gallants legal und gratis runterladen kann! Ab und zu dann auch mal wieder Songs von dem zweiten Album "What the toll tells", vor allem "The Prodigal Sun", allerdings nicht das rockige "Las Cruces Jail." Stattdessen "Crow Jane" vom 2004er Debüt "The Throes". Auch dies wunderschön.

Leider dauerte das Konzert nicht allzu lange, aber dafür war es sehr intensiv. Eine der Zugaben kam dann noch einmal von "The Throes", ich spreche von dem Herzenswärmer "Nothing to you".

Unter verdientem Applaus verließen dann schließlich die beiden punkigen Cowboys die Bühne. Hach, was war das schön!

Auszüge aus der Setlist Two Gallants:

- All Your Faithless Loyalties
- Some Slender Rest
- Threnody
- Steady Rollin'
- Linger On
- Seems Like Home To Me
- The Prodigal Sun
- Crow Jane

- Nothing To You (Z)

Konzertermine Two Gallants:

22.05.07: Wien (WVK)
23.05.07: Genf (Alhambra)
14.07.07: Dour-Festival, Belgien
02. - 04.08.07: Haldern-Pop Festival!

von Oliver



Polarkreis 18, Köln, 20.05.07

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Konzert: Polarkreis 18

Ort: Underground Köln
Datum: 20.05.2007
Zuschauer: 3/4 voll


Vor einigen Wochen fand im Gebäude 9 in Köln ein intro-intim-Abend u.a. mit Polarkreis 18 statt. Ich hatte vorher nur von der Band gelesen (und kannte nur ein Lied) und war sicher, daß das nichts für mich wäre. Der Auftritt der Dresdner hat mich aber vollkommen überzeugt. Am Tag nach dem Konzert habe ich ihr Album bei iTunes gekauft und seitdem sehr oft gehört. So war es auch keine Frage, daß ich den heutigen Auftritt der Band, die in den letzten Tagen u.a. auch in Paris gespielt hat, sehen wollte.

Viertel nach acht kam ich im Underground an, die Vorgruppe sollte um halb neun beginnen. Wegen der sommerlichen Temperaturen war der kleine Club noch sehr leer. Das änderte sich langsam, und als die Vorgruppe (vier junge Frauen) auf die Bühne stieg, war der Raum einigermaßen gefüllt. Bis auf Sängerin Charlotte trugen die Musikerinnen Tartan-Miniröcke und sahen damit schon ein wenig punkig aus. Die Musik der Black Sheep ist Pop, der auch gut ankam, mir aber zu brav war. Daran änderte auch das Punk-Gewand nichts, das über die Pop-Songs gezogen wurde (z.B. das wilde Headbangen der Bassistin Aurora). Wie ich eben gesehen haben, waren The Black Sheep schon Vorgruppe von Silbermond. Das kann ich mir auch gut vorstellen. Charlotte stellte die Band übrigens vor mit den Worten "Wir sind The Black Sheep aus Köln und spielen heute als Support von Polarkreis 7." Obwohl das letzte Lied "Touching me" hieß, haben die Kölnerinnen mein vorgruppenphiles Herz nicht berührt. Allerdings ging das anderen anders, denn die Stimmung war durchaus gut.

Setlist The Black Sheep Köln:

01: My answer
02: Smash my heart
03: Use your wings
04: Try
05: Come out now
06: Touching me

Weil wohl das Mischpult zu klein war (ich könnte jetzt auch über albanische Grammatik reden, davon habe ich ähnlich viel Ahnung wie von Mischpulten), mußte Polarkreis 7 ähh 18 einiges neu ausrichten, wodurch sich der Auftritt verzögerte. Aufgebaut wurde von der Band selbst. Sänger Felix (in Flip Flops) und Kollegen erledigten alle Vorbereitungen selbst. Felix entschuldigte sich dann auch für die längere Vorbereitung. Sehr sympathisch alles.

Gegen viertel vor zehn kamen die Bandmitglieder dann umgezogen (wieder in weißen Hemden und Hosen, Christina) auf die Bühne. Polarkreis 18 treten live zu sechst auf. Ich hatte mehrmals gelesen, die Band bestehe aus fünf Mitgliedern (u.a. auf ihrer myspace-Seite). Heute jedenfalls waren neben Felix ein zweiter Gitarrist, ein Bassist, der Schlagzeuger und zwei Keyboarder dabei. Ich denke, daß das auch die Besetzung bei meinem ersten Konzert der Sachsen im Gebäude 9 war. Was ich im Gegensatz zu damals vermisste, war das Horn, das vor allem bei dem unfassbar guten "Dreamdancer" eingesetzt wurde. Hier übernahm Felix den Horn-Part mit seiner Stimme. Im letzten Konzertbericht habe ich die noch als Nervstimme bezeichnet. Das ist ganz großer Blödsinn gewesen, die Stimme ist fantastisch!

Ich glaube zwar weiterhin, daß Polarkreis 18 nicht massentauglich sind, dafür ist die Musik zu anspruchsvoll. Mich haben die traumhaften Melodien aber auch heute wieder fasziniert. Allerdings ist der kleine Club für diese Art Musik meiner Meinung nach schlecht geeignet, nicht nur, weil es auf der Bühne manchmal eng wurde. Ich denke, die Musik enfaltet sich in einem großeren Raum deutlich besser. Meine Vorfreude auf Haldern ist heute jedenfalls weiter gewachsen. Ich hoffe allerdings, daß Polarkreis 18 nicht zu früh angesetzt werden, denn das ist keine Nachmittagsband, die Musik paßt besser zu einem dunklen Abend als zu Sonne (ich war erst einmal in Haldern...)

Das Set bestand zum großen Teil aus Liedern der CD der Band. Beim vorletzten Stück verließen Felix und (soweit ich das gesehen habe) der zweite Gitarrist die Bühne und ließen den Rest der Band weiterspielen (laut Setlist "Trio song" aber zu viert gespielt). Der reguläre Teil endete dann mit dem tollen "Comes around". Zur ersten Zugabe kam Felix alleine auf die Bühne, setzte sich ans Keyboard und spielte die Stärke seiner Stimme (nur eben keyboardbegleitet) perfekt aus. Nach der zweiten Zugabe "Look" endete das Konzert nach gut einer Stunde. Eine wirklich tolle Band, die ich nur jedem empfehlen kann! Ich denke allerdings, daß die Kaugummis, die ich vorher an der Tankstelle gekauft hatte, mit Geschmackrichtung "Polar ice" nicht nach ihnen benannt sind. Da sind auch 14 Stück drin.

Setlist Polarkreis 18 Köln:

01: Somedays sundays
02: Dreamdancer
03: Stellaris
04: Crystal lake
05: Phil song
06: Under this big moon
07: Trio song
08: Comes around

09: Felix solo (Z)
10: Look (Z)

Links:

- Polarkreis 18 im Gebäude 9 (diese verdammten Zahlen alle)
- mehr Fotos


 

Konzerttagebuch © 2010

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