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Montag, 10. März 2014

Anna Calvi, Au Revoir Simone, St. Vincent, Paris, 14.02., 16.02., 18.02.14

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Konzerte: Anna Calvi, Au Revoir Simone, St. Vincent
Orte: Le Trianon, Le Trabendo, La Cigale, Paris
Daten: 14., 16. und 18.02.2014
Zuschauer: Anna Calvi und Au Revoir Simone ausverkauft, St. Vincent nicht ausverkauft
Konzertdauer: Anna Calvi: etwa 1 Stunde 10, Au Revoir Simone 1 Stunde 15, St. Vincent 1 Stunde 20

Klassischer Hattrick! Drei Konzerte in Folge, die ich alle als etwas gekünstelt, zu stark einstudiert und seelenlos empfand: Anna Calvi, Au Revoir Simone, St. Vincent. Wo ist da die Natürlichkeit geblieben? Ich bin sicher, daß jedes Konzert von diesen drei Acts auf der jeweiligen Tour exakt gleich klingt. Das ist fast wie Fließbandarbeit, die Konzerte sind handwerklich tadellos gemacht, werden aber dennoch irgendwie runtergeritten, ein aufgesetztes Lächeln (Au Revoir Simone), oder eine übertriebene Rockstarpose eingenommen (Anna Calvi, St. Vincent), aber echte Emotionen kommen da kaum auf. Zumindest nicht bei mir.

Nun, ich bin sicherlich etwas hart in meinem Urteil, aber das sind eben die Eindrücke, die ich von diesen Konzerten gewonnen habe. 

Gehen wir vielleicht mal chronologisch vor:

Anna Calvi im Trianon, 14.02.2014:

Anna Calvi spielte im wundervollen Theater Trianon gleich zwei ausverkaufte Shows hintereinander. Etwa 3000 Leute wollten also Anna live sehen, beindruckend.

Ich war beim ersten Konzert am 14. Februar dabei und von der technischen Klasse von Anna Calvi begeistert, aber in emotionaler Hinsicht letztlich kaum bewegt. Deutlich zu erkennen war hier, daß jedes Hochreißen der Gitarre, jeder Ausfallschritt, ja selbst die Mimik komplett einstudiert waren. Nun sah ich Anna Calvi nicht zum ersten Mal. Insgesamt komme ich auf mindestens 5 Konzertbesuche. Neu war allerdings, daß ich sie in einer solch großen Venue erlebte. War ich vorher immer nahe dran, stand ich dieses mal recht weit von der Bühne entfernt. Mein Platz war wahrlich nicht toll, ich stand außerhalb des eigentlichen Publikumsbereichs, umringt von vielen Leuten, mit mitelmäßigem Blick und an dieser Selle nicht perfektem Sound. Oliver Peel im Abseits. So oder so ähnlich war das.

Aber davon unabhängig erinnerte mich der Auftritt an etliche andere, die ich von Calvi bereits gesehen hatte. Das langweilte mich, obwohl sie wie immer hervorragend (wenngleich wahnsinnig theatralisch) sang, perfekt Gitarre spielte (der Wahnsinn, was sie da drauf hat!) und natürlich auch wie aus dem Ei gepellt aussah.

Hohes Niveau, das Abend für Abend abgerufen wird, aber nicht wirklich der Inbegriff für Rock'n Roll is wie ich ihn verstehe. Wo ist da Platz für Improvisation, für eine spontane Änderung der Setlist, für eine ungeplante Aktion, für irgend etwas in dieser Richtung? Nicht vorgesehen. Da wird keinerlei Risiko eingegangen. Alles muss perfekt sein. Genauso perfekt wie die Haare und die Klamotten. Hochglanzbluesrock für Modemagazine. Wenn Anna Calvi nicht so klein wäre, könnte sie selbst noch auf dem Catwalk laufen und unser Karl Lagerfeld würde mit seinen beknackten Halbhandschuhen dastehen und Beifall klatschen.

Wobei man definitiv nicht sagen konnte, daß nur die jeweiligen Alben Note für Note nachgespielt wurden. Da gab es durchaus längere Versionen mit ausgeprägten Gitarrenparts so zum Beispiel bei dem vorzüglichen I'll Be Your Man, das mit einem langen Instrumental begann und in der Folge zwischen explosiven Ausbrüchen und ruhigen, sinnlichen Phasen hin und her tänzelte.

Sehr sexy und PJ Harvyesk (aber auch stonerrockig a la Queens Of The Stone Age) Love Of My Life. Da stöhnte sie ähnlich wie eine Maria Sharapova auf dem Tennsicourt, fast so als würde sie ein Oliver Peel persönlich rannehmen.

Nach Piece By Piece kam bei Carry Me Over erneut sehr langer Instrumentalpart in der Mitte, der deutlich von der Albumversion abwich. Ähnliches Bild bei dem das offizielle Set abschließenden Love Wont Be Leaving.

Dazwischen coverte sie sehr sinnlich und sexy Bruce Springsteen (Fire) und liefert mit A Kiss To Your Twin eine hübsche Ballade ab.

Desire war sogar richtig groß, besonders die Harmoniumpassage am Anfang klang herrlich feierlich.

Was allerdings auffiel war, daß sich viele Stücke untereinander ähnelten. Die aufgebaute Dramatik wurde ein bißchen mit Ansage erzeugt, das folgte vieles einem ähnlichen Strickmuster zwischen ruhigen Passagen und feurigen Ausbrüchen.

Da ich das alles schon kannte, konnte mich Anna eben nicht wirlich aus der Reserve locken, selbst wenn ich die 2. Zugabe Blackout nach wie vor umwerfend fand.

Setlist Anna Calvi

01: Suzanne & I
02: Eliza
03: Sing To Me
04: Suddenly
05: Cry
06: Rider To The Sea
07: First We Kiss
08: I'll Be Your Man
09: Love Of My Life
10: Piece By Piece
11: Carry Me Over
12: A Kiss To your Twin (Ballade)
13: Fire (B. Springsteeen)
14: Desire
15: Love Won't Be Leaving

16: Bleed Into Me
17: Blackout
18: Jezebel

Au Revoir Simone, Paris, Le Trabendo, Paris, 16.02.2014


Die Show zum aktuellen Album von Au Revoir Simone hatte Christoph Konzerttagebuch ein paar Tage vor mir bereits in Köln gesehen. Er fand sie langweilig, belanglos, das synchrone Wippen der Sängerinnen machte ihn sogar seekrank. Er stellte die These auf, daß die Platten des weiblichen Trios toll seien, die Band live aber nicht überzeugen könne.


Und in der Tat, den Vorwurf der Belanglosigkeit kann man Au Revoir Simone durchaus machen. Wobei man dabei aber selbstverständlich die Alben mit einbeziehen sollte, denn die sind nun einmal eher leichte Kost, gar seicht wenn man besonders kritisch ist. Die Liveautfritte spiegeln letztlich nur den Charakter der Alben wieder, wobei ich finde, daß die drei Mädels aus New York das Beste aus dem Studiomaterial herausholen und live eher stärker als auf Platte sind. Sie wippen hinter ihren Keyboards wild rum, ja stimmt, aber was sollten sie sonst machen? Statisch bleiben wie Kraftwerk? Wäre cooler, aber auch spannender?



Mein persönliches Problem beim Konzert in Paris war eh ein anderes. In meiner Umgebung wurde sehr laut geplaudert. Drei Italienerinnen hinter mir plapperten ohne Unterlass, kommentierten ein ums andere Mal das gute Aussehen der New Yorkerinnen  auf der Bühe (kein Wort zur Güte der Lied hingegen) und sangen auch (leider falsch!) mit. Das nervte irgendwann so sehr, daß ich mich bald woanders hinstellte, aber auch da wurde ungeniert geschwatzt. Das Publikum fiel wirklich unangenehm auf. Optisch eine Mischung aus Hipstern und Modeblogerinnen (was ja eigentlich wurscht ist), vom Verhalten her einfach nur respektlos. Als ginge es nur ums Sehen und Gesehenwerden. Haben Au Revoir Simone ein solches Publikum verdient? Sind sie etwa gar selbst oberflächlich und arrogant? Au weia, das würde ich ihnen nicht unterstellen wollen! Nur weil sie hübsch sind, müssen sie noch lange keine kratzbürstigen Diven sein. Andererseits spielen sie auch perfekt die Rolle der drei dauerlächelnden Charme-Prinzessinen. Das gehört bei ihnen einfach dazu. Warscheinlich ist ihnen in der Tat oft zum Lächeln zumute, weil sie es lieben auf der Bühen zu stehen, aber ich bin auch davon überzeugt, daß sie selbst dann lächeln würden, wenn es ihnen mal nicht so gut geht (Tod der kleinen Katze oder so...) Anders als eine Scout Niblett die beim letzten Konzert mürrisch dreinblickte, weil sie kränkelte und keinen Bock hatte dies zu kaschieren.




Aber reden wir mal von den performten Songs. Waren die wirklich nur so mittelmäßig wie Christoph sagte? Weil das neue Album nicht so doll ist? Kann ich nicht bestätigen. Stücke wie Crazy, Just Like A Tree oder Someboy Who sind äußerst catchy und stehen den alten Nummern in nichts nach. Man musste freilich das aktuelle Album ein paar mal gehört haben, um das Material live vollends zu genießen. Also Belanglosigkeit hin oder her, die gespielten Lieder waren keineswegs schlecht und wenn das Publikum nicht so genervt hätte, wäre es möglich gewesen, sich diesem gezuckerten Dream Pop vollends auszuliefern.



So aber wurde der Genuß getrübt, wenngleich ich dieses Konzert von Au Revoir Simone als besser und berührender empfand als die Shows von Anna Calvi und von St. Vincent. In manchen Momenten wurde mir durchaus deutlich, warum ich diese Band mag und warum sie so viel Erfolg hat. Da wurde eine Unschuld und Sorglosigkeit vermittelt, die wohltuend wirkte und gute Melodien haben Erika, Anne und Heather sowieso. Wenn es so sahnig gerührt kredenzt wurde wie bei Another Likely Story oder The Lead Is Galloping ("just put your hands up") wurden gar hohe Gipfel erklommen. Dahinplätschernde Stücke wie Let The Night Win oder We Both Know waren aber in der Tat Rohrkrepierer.



Nach knapp einer Stunde wurde das offizielle Set mit dem flotten Shadows abgeschlossen, zum dem die Zuschauer deplatzierterweise mitklatschten. Hier wurde auch etwas Bass gespielt und der ansonsten durchgängig synthetische Sound um ein organisches Element bereichert.


Die erste Zugabe All Or Nothing war dann ein wirkliches Highlight, hier wurden gekonnt zackige Rythmen mit einem ohrwurmigen Refrain und melancholisch-luftigen Parts verbunden. Stay Golden im Anschluß daran sehr getragen und sentimental, bevor mit Knight Of Wands dann noch einaml das Tempo angezogen wurde.

Leider entsprach die Setliste bis auf das I-Tüpfelchen anderen Setlists der aktuellen Tour, was meine These bestätigt, daß da jeden Abend das Gleiche runtergeleiert wird. Kann man nach 4 Alben nicht zumindest ein wenig abwandeln?

Setlist Au Revoir Simone

01: More Than
02: Just Like A Tree
03: Gravitron
04: Another Likely Story
05: Tell Me
06: Let The Night Win
07: Only You Can Make Me Happy
08: We Both Know
09: The Lead Is Galloping
10: Anywhere You Looked
11: Crazy
12: Somebody Who
13: Shadows

14: All Or Nothing
15: Stay Golden
16: Knight Of Wands

St. Vincent, La Cigale, Paris, 18.02.2014


St Vincent stand am 18.02.2014 in der ehrwürdigen Cigale auf dem Programm. Ein wundervolles altes Theater in dem ich zuletzt Bill Callahan gesehen hatte. Heute setzte ich mich zum ersten Mal ganz nach oben auf den Balkon und hatte eine super Sicht.


Visuell wurde dann auch einiges geboten. Wobei mir persönlich der bloße Anblick der hübschen Annie gereicht hätte. Die Räkelnummer auf den weißen Treppenstufen, das übertheatralische Gitarrenspiel, die perfekt durchinszenierte Choreographie, die geprobten Tanzschritte, all dies hätte sie für mich nicht aufbieten müssen.

So erinnerte mich dann auch dieses Spektakel an jene großer Mainstream Pop Diven wie Madonna (der Song Prince Johnny erinert sogar musikalisch an die Ciccone) oder Gwen Stefani. Eine große amerikanische Show, die wenig Freiraum ließ für Natürlichkeit oder charmanten Amateurismus. Zugeben, aus künstlerischer Sicht war das gut gemacht, allein schon atemberaubend wie Annie mit ihren hohen Boots so flink laufen und hüpfen konnte und wie elegant und grazil sie sich in einer Szene die Treppenstufen runtergleiten ließ. Aber: wer brauchte das? Ich jedenfalls nicht.


Zumal mir auch die Musik nicht immer wirklich zusagte. Zwar war das Gitarrenspiel von Annie technisch brillant, aber das Ganze war mir viel zu funkig (Funk mochte ich noch nie), klang zu sehr nach Prince und David Bowie in der Glamphase, strotzte nur so vor (freilich gewollten) Disharmonien und Brüchen. Es wirkte, als wolle uns die Künstlerin auf fast streberhafte Weise zeigen, was sie alles so drauf hat. Dabei wussen wir doch alle längst, daß sie ein großes Talent ist. Mir persönlich hätten etwas eingängigere Lieder besser gefallen. Das neue Material sagte mir kaum zu.



So hatte das Konzert für mich dann auch die besten Momente, wenn alte und ohrwurmige Klassiker wie Cruel oder Cheerleader kamen, bei denen auch mal ein Refrain haften blieb. Ansonsten wurden oft Lieder zerhackt, überfrachtet und mutwillig ihrer Melodie beraubt. Kritiker stehen auf so was, kriegen eine feuchte Hose und schwärmen von der unglaublichen Kreativität, ich aber sehnte mich nach richtigen Songs. 



Schon der erste Titel Rattlesnake gab mir fast Kopfschmerzen und endete mit einem krachigen Gitarrenpart äußerster Theatralik. Besser aber Birth In Revers, der mit seinen abrasiven Riffs an die Gang Of Four erinnte.


Das für mich gelungenste Lied des neuen Albums war Huey Newton, da spielte Annie nämlich zumindest im ersten melancholischen Part ihre schöne Stimme aus, bevor der zweite Teil mit saftigen Gitarren aufwartete.

Hatte das Konzert also musikalisch ein paar gute Momente, irritierte mich durchgängig die Kühle, die von dem Vortrag ausging. Ich merkte quasi nie eine direkte Verbindung zwischen Musikerin und dem Publikum und hatte den Eindruck, daß man in jeder Stadt der Tour exakt das Gleiche sehen würde.

Vielleicht gab es auch deshalb diese seltsame Phase, in der Anne scheinbar spontan Fragen in die Runde warf, obwohl sie noch nicht einmal die Antworteten abwartete. Ob jemand schon einmal das Gefühl gehabt hätte, die eigene Hand gehöre jemand anderem, war eine der Fragen und ein paar Leute im Publikum hoben ihren Arm in die Höhe. Ich war mir sicher, daß sie exakt die gleichen Fragen jedes Mal stellen werde, deshalb hörte ich da gar nicht richtig hin. Es wirkte, als wolle sie krampfhat versuchen, ihre kühle Show etwas aufzulockern.

Nach den gespielten 80 Minuten war ich deshalb nur mittelmäßig begeistert. Das Publikum tobte, aber ich war mir nicht sicher, ob ich St.Vincent in absehbarer Zeit noch einmal live sehen wollte. Ihre Entwicklung geht leider Eichtung Showstar und somit gen Mainstream. Eher nix für mich. Schade.

Setlist St. Vincent

01: Rattlesnake
02: Digital Witness
03: Cruel
04: Birth In Reverse
05: Regret
06: I Prefer Your Love
07: Pieta
08: Laughing With A Mouth Of Blood
09: Surgeon
10: Cheerleader
11: Every Tear Disappears
12: Prince Johnny
13: Year Of The Tiger
14: Black Rainbow
15: Marrow
16: Huey Newton
17: Bring Me Your Lovers
18: Northern Lights
19: Krokodil

20: The Bed
21: Your Lips Are Read 







Samstag, 15. Februar 2014

Bill Callahan, Paris, 12.02.14

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Konzert: Bill Callahan
Ort: La Cigale
Datum: 12.02.14
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut 100 Minuten



Sehr unterschiedliche Meinungen zum Konzert von Bill Callahan hinterher. Die einen wollten ein durchgängig großartiges Konzert gesehen haben, andere bemängelten die ausufernde Länge der Stücke und das Fehlen von alten Klassikern (vor allem von Smog), die Qualität der Begleitband (einer redete gar von Dilettanten die auf unerträgliche Weise die begnadeten Jazmusiker raushängen ließen), wieder anderen lästerten, jedes Lied hätte eigentlich gleich geklungen und das Set sei monoton und repetitiv gewesen.

Und wer hat recht?

Hmm. So etwas gibt es in der Populärmusik nicht. Niemand hat das alleingültige Urteil. Natürlich wiegt die Meinung eines Oliver Peel zum Beispiel wesentlich schwerer als die eines dahergelaufenen Hipsters (hahaha!), aber ansonsten darf hier jeder nörgeln oder loben wie er will.


Außerdem: was heißt schon monoton? Bill Callahan war immer schon monton. Er ist der Meister der gepflegten Langeweile, jawohl. Ähnlich wie Lambchop. Deshalb ist er ja so genial. In der heutigen Welt werden ja die beknacktesten Bands und Acts dafür gelobt dynamisch und unterhaltsam zu sein. Dynamisch und energiegeladen, pahaha, das ist nicht lache! Ist das eine Qualität? Palma Violet sind das auch und trotzdem scheiße. Unterhaltsam? Wer braucht das? Geht doch besser zu Beyoncé oder Lady Gaga!

Nein, bei Bill geht es nicht um Hipness, Rumgehampel und Show, bei ihm zählen nur Stimme und Texte. Die musikalische Untermalung ist fast nebensächlich. Callahan ist in erster Linie Geschichtenerzähler und wer keine Lust hat zuzuhören, schlittert halt eben am Konzert vorbei. Ich hingegen war von Anfang an "voll drin". Schon als er The Sing, den genialen Opener des aktuellen Albums Dream River anstimmte und croonte: the only words I've said today are beer and thank you" glänzten meine Augen und stiegen Glücksgefühle in mir auf. Wie cool er da stand. Kerzengrade mit ernstem trockenem Blick. "Beer and thank you" wiederholte er. Seine
Hand flog über die Gitarrensaiten, die dreiköpfige Begleitband spielte ihren Part mit Feuereifer. Meine Welt war in Ordnung. Zwar hatte ich einen wirklich nervigen Pfeiler in meiner Blickrichtung zur Bühne, aber das war zu verschmerzen, die Sessel waren bequem. Die Veranstalter hatten entschlossen, die Cigale komplett zu bestuhlen. Eigentlich nicht so mein Fall, diese "gesetzten Konzerte", aber aufgrund meiner üblen Frühjahrsmüdigkeit (ich Optimist, es ist noch tiefster Winter!) fand ich es in diesem Falle gar nicht mal so schlecht. Ohnehin war ich froh, noch in letzter Sekunde eine Karte für dieses ausverkaufte Konzert bekommen zu haben. Bill Callahan ist in den letzten Jahren die Karriereleiter nach oben geklettert. Bei seinem Konzert im Européen 2008 waren wir vielleicht 400, hier sicherlich 1200, eine schöne Steigerung. Die Aktie Bill Callahan ist rentabel und ich würde sie auch jetzt nocht nicht abstoßen, ich denke da ist mittelfristig noch mehr drin. Kursziel: 2500 Leute.

Zu gut ist einfach das Songmaterial von Bill, zu stark und klug seine Texte, zu charismatisch dieser Musiker, obwohl er stets unterkühlt und sehr reserviert wirkt. Nur ins Ausnahmefällen sagt er mal ein zwei Sätze, ansonsten schweigt er und blickt sauertöpfisch drein. Eine Art James Dean der Folkmusikszene. Ein gut aussehender Mann mit seinen grauen Haaren und dem hübschen Gesicht und somit ganz anders als die ganzen anderen Folkbarden mit ihren langen Bärten und ihren hippiesken Klamotten. Callahan ist eben eine Klasse für sich, jemand mit vielen Alleinstellungsmerkmalen, der keinen besonderen Moden folgt, keinen Stil spielt, bei dem Schreiberlinge von Pitchfork eine feuchte Hose bekommen, keiner der um Aufmerksamkeit heischt. Jemand, der 10 glänzende, von Kritikern überschwänglich gelobte Alben unter dem Moniker Smog gemacht hat, ohne daß sich ein größeres Publikum dafür interessiert hätte. Wofür ein mittelmäßig talentierter Grünschnabel wie Jake Bugg ein Album brauchte, nämlich eine 1000 er Venue zu füllen, hat Callahan 14 Alben und ebenso viele Jahre gebraucht. Bei ihm ist der Erfolg gewachsen, man vermeide also das Wort Hype in seinem Zusammenhang.

Sicherlich, er wird heuzutage auch ein gewisses Eventpublikum anziehen, das sich immer blicken lässt, wenn irgend jemand angesagt ist. Die meisten Leute heute in der Cigale schienen aber dennoch Kenner zu sein. Man sah so einige Vertreter von hochrangigen Labeln, sei es Domino, City Slang oder EMI France, aber auch altgediente Bogger und Folkmusikfans. Das Fachpublikum war also in der Überzahl und honorierte die Brillanz von Callahan und seinen Mitmusikern.

Allerdings waren die Meinungen zu den Begleitmusikern wie oben geschildert gespalten. Der Gitarrist sei mies, oder auch: der Drummer taugte nichts, solche Kommentare hörte und las man hinterher. Ich persönlich konnte da keine handwerklichen Schwächen ausmachen, für mich klang das erlesen. Allerdings stimme ich zu, daß die Instrumentalparts teilweise zu lange ausgedehnt wurden und es zu viele freejazzige, improvisierte Passagen gab, vor allem gegen Ende. Da wurde es in der Tat etwas zäh (vor allem bei Please Send Me Someone To Love und dem scheinbar nie endend wollenden Seagull), fehlte die Zeit für Zugaben, in denen man gerne alte Perlen von Smog oder auch Stücke wie Eid Ma Clack Shaw oder den Diamond Dancer gehört hätte.

Dafür war allerdings der Beginn fulminant. Nach The Sing kamen hintereinander weg Javelin Unlanding und America und gleich danach Dress Sexy. Eine fulminante Phase. Javelin ist mit seiner famosen Gitarrenmelodie ohnein das markanteste Stück des aktuellen Albums und die Liverversion des zynisch bitteren America (von Apocalype) hatte mächtig Druck unterm Kessel und klang metallisch, noisy, und feeback geschwängert. "I watch David Letterman in Australia, oder what an army, what an air force... I never served my country, america america ... ain't enough to eat" diese Textzeilen sind bereist jetzt Kult. Der Gitarrensound hierzu war wirklich unfassbar. Überhaupt klang das ganze Set wesentlich lauter und rockiger als die ruhigen Alben (und es gab auch keine Flöten wie auf Dream River) und wäre der Drummer nicht fast durchgängig mit Schneebesen und Bongos zu Werke gegangen, wären manche Titel regelrecht explodiert.

Der Mittelteil mit Spring, Dover und einem furiosen Ride My Arrow waren ebenfalls spektakulär, bevor mit One Fine Moment erstmals ein sehr langatmiges (15 Minuten!), wenngleich schönes Stück kam. 



Mit der von Sometimes I Wish I Were An Eagle entlehnten Too Many Birds wurde es wieder erstsahnig. Eine herzzerschmetternde Ballade voller Poesie und Wehmut, die bei manchen Weinkrämpfe auslöste. "Too Many birds in one tree" if you could only stop your heart beat for one heartbeat" intonierte Bill mit seiner Baritonstimme und man schmolz dahin.


Tja und danach zerfaserte das Ganze etwas, wurden die Instrumentalpassgen zu lange ausgekostet, fast nicht endende wollende Soli angestimmt und beinahe freejazzig musiziert.


 

Interresanterweise wurde der sonst so statische Amerikaner gerade in dieser Endphase etwas beweglicher. Er wippte ab un an dazu leicht auf der Stelle, poste bei den langen Gitarrenparts ein wenig und kam auch näher an den Bühenrand. Seine Mimik wurde leicht expressiver und er redete sogar ein wenig. Daß es schön sei, an einem "rainy day in old Paris" zu spielen, in diesem herrlichen Theater La Cigale. Er habe sich immer gefragt was das heiße: Cigale? Das sei nicht mit Seagull (= Möwe) zu verwechseln, ja? Eine Cigale sei ein Insekt, das habe er inzwischen gelernt. Diese Geschichte schien in sehr zu belustigen, er integrierte sie in das letzte Lied Winter Road ein und sang: "La seagull eats La Cigale", oder auch "Steven Seagul eats La Cigale, La Cigale eats us all." Ein Beweis dafür, daß der Bursche durchaus Humor hat, selbst wenn er auch in dieser Phase nicht lächelte und sein Pokerface behielt.


Etwas nervig war allerdings die langatmige Vorstellung der  Begleitmusiker, die in bester (bzw. schlechtester ) Jazz/Blues-Musiker-Manier lange Soli dazu spielten.

Zeit die fehlte, denn es gab keine einzige Zugabe, obwohl die Zuschauer langanhaltenden Applaus spendierten. Über ein Stunde für lediglich 12 Lieder, abgesehen von Postrockkonzerten wo das üblich ist, eher eine ungewöhnliche Sache.

Mein fünftes Konzert von und mit Bill Callahan war unter dem Strich vielleicht nicht das Beste von ihm, aber trotzdem überdurchschnittlich gut. Bis zu Too Many Birds war es geradezu perfekt und hätte eine 10/10 verdient. So war es letztlich eine satte 8/10.


Auch sein Support, der Schotte Alaisdar Roberts, wusste zu gefallen zumindest mir. Die meisten anderen Leute lästerten über den schottischen Barden, seinen Akzent und seine mittelalterliche Weise zu singen. Nur mittelmäßig war in der Tat sein Maler. Maler? Ja richtig gelesen, Alasdair hatte einen Freund auf die Bühne eingeladen, der Zweige und Blätter auf eine Leinwand pinselte, ohne daß ich da besonderes Talent entdecken konnte. Wer brauchte das?

Setlist Bill Callahan

01: The Sing
02: Javelin Unlanding
03: America
04: Dress Sexy For My Funeral
05: Spring
06: Drover
07: Ride My Arow
08: One Fine Morning
09: Too Many Birds
10: Please send Me Someone To Love (Percy Mayfield)
11: Seagull
12: Winter Road

Konzerttermine Bill Callahan 

14.02.2014: Kulturkirche, Köln
15.02.2014: Heimathafen, Berlin
16.02.2014: Freiheiz, München


Samstag, 3. August 2013

Rodriguez, Paris, 05.06.13

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Konzert: Rodriguez
Ort: La Cigale, Paris
Datum: 05.06.2013
Zuschauer: 1.500, ausverkauft
Konzertdauer: 70 Minuten



Das Leben ist kein verfickter Kinofilm, das konnte man an jenem 5. Juni 2013 wieder einmal gut beobachten. Kino fand ich schon immer doof und daran ändert auch die Tatsache nichts, daß der Film über das Leben des Sixto Rodriguez eigentlich schön gemacht war. Die Betonung liegt auf eigentlich. Zu den interessanten und sich aufdrängenden Fragen, was der Bursche in der Zeit nach den gefloppten beiden Alben zwsichen Anfang der Siebziger Jahre und 1996 so getrieben hat, gibt er nämlich keine Auskunft. Es wird einfach unterschlagen, daß der Musiker schon Anfang der 1980 er Jahre durch Australien getourt ist, neben Südafrika das zweite Land, in dem er zum Kulthelden avancierte. Auch zu seiner Ehe erfährt man kein Wort, nur seine Töchter dürfen mit tränenverhangenem Blick davon schwärmen, wie gut ihre Daddy gewesen ist. Das glaubt man ihnen aufs Wort, sie gucken schließlich so treu und aufrichtig. Und Sixto selbst ist in dem Fall auch auf Understatement getrimmt, sagt er habe eigentlich auch auf dem Bau ein gutes Leben gehabt und könne sich nicht beschweren. In dem Film ist er ein durch und durch guter, untadeliger Mann, immer bescheiden, immer ehrbar und authentisch, nie mit seinem Schickal hadernd (dabei ist er laut Aussagen aller Beteiligten doch ein muskalisches Genie). Jemand, den man sofort als Onkel adoptieren würde. So weit so gut.


Leute, die nach dem Film allerdings ein Happy End im wahren Leben erwartet hatten, wurden massiv enttäuscht. Alle Festivalauftritte beim Coachella, Primavera und auch in anderen Orten wurden gecancelt, die beiden nicht abgesagten Konzerte im großen Pariser Zenith waren mittlere Kastastrophen. Die Zuschauer erlebten am 3 und 4 Juni 2013 einen abgehalfterten Mann mit Hut, der sich kaum selbstständig auf den Beinen halten konnte, mit dünner Stimme sang und manchmal neben die Saiten seiner Gitarre griff. Ein trauriges Bild. Manche fluchten hinterher lauthals, andere flüchteten wortlos aus dem Saal. Eher betretenes Schweigen herrschte hinterher vor dem Zénith. Wie konnte das passieren? Wie konnte der Sänger seine fantastischen Lieder so versemmeln? Wieso spielte die Begleitband so schwach?

Angeblich wurde erst am Tage selbst zum ersten Male zusammen geprobt, aber was viel schlimmer wog: ganz offensichtlich war der Sugarman stark betrunken gewesen. Ein Ordner sagte nur kopfschüttelnd: "Teufel Alkohol hat ihn wieder heimgesucht."


Was? Von einem Alkoholproblem hatte der Film natürlich keine Silbe erwähnt, aber unpopuläre Seiten einer Person anzusprechen ist ja in diesen geschönten Dokufilmen eher verpöhnt. So ist Kino. Aber: das Leben ist eben kein verfickter Kinofilm!


Wie würde es also nun in der Cigale werden, dem wunderbaren mittelgroßen Theater im trubeligen Pigalle-Viertel? Würde sich Sixto über Nacht zusammenreißen können und plötzlich ein super Konzert aufs Parkett legen? Ich hatte große Zweifel. Zweifel die dazu führten, daß ich mich selbst dabei ertappte, am Tage des Konzertes um 17 Uhr zur Cigale zu latschen, ein Ticket herauszukramen und es fast einer älteren, Karte suchenden Dame anzubieten. Ich hatte den regulären Preis dafür bezahlt, 25 Euro. Wegen der irrsinnigen Nachfrage waren die Preise aber auf ebay teilweise auf über 300 Euro gestiegen. Mit Gewinn verkaufen wollten ich trotzdem nicht, ich bin schließlich kein verfickter Schwarzhändler. Aber irgendwie überkam mich Wehmut und ich behielt die Karte. Die Hoffung stirbt zuletzt, vielleicht würde das Konzert ja doch wieder Erwarten ganz gut werden? 


Ich fuhr erst einmal wieder nach Hause und kam um halb neun zurück zur Cigale. Als ich in den Saal eintrat, wurde gerade das zweite Lied angestimmt. Ich hörte ganz genau hin und war echt verblüfft, daß Rodriguez heute ganz offensichtlich besser sang als am Vortage. Ich sah mich um und auch das Publikum schien zufrieden und freudiger Stimmung zu sein. Allerdings muss man dazusagen, daß das Publikum in der Cigale in der Regel sehr dankbar ist. Die Leute kommen um sich zu amüsieren und lassen sich nur schwerlichst die Laune verderben. So jubelten und gröhlten sie auch dann, wenn sich Sixto den Wein aus einem Plastikbecher auf ex in den Rachen schüttete. Er trank also auch heute. Natürlich. Wie soll er auch über Nacht wieder trocken geworden sein? So was ist völlig unrealistisch. Das Leben ist eben kein verfickter Kinofilm. 


Es war sicherlich eine bewußte Vorsichtsmaßnahme seines Teams, ihm nicht direkt die ganze Pulle hinzustellen, sondern immer erst zu warten, bevor er ungeduldig: "more wine, more wine!" rief und dann sein kleines Plastikbecherchen voll bekam. Dies trat ungefähr nach jedem zweiten oder dritten Lied ein. Wieviel der Künsterl vorher schon getrunken hatte, ist mir nicht bekannt. Aber er bekam das Konzert trotzdem irgendwie gewuppt. Sein Gesang war zwar nicht genauso gut wie auf Platte, aber dorch insgesamt sehr ordentlich und markant. Eine ganz klare Steigerung zum Vortage. Auch die Begleitband konnte folgen, die zahlreichen guten Songs wurden in der Mehrzahl ansprechend performt.


Natürlich musste man viele Dinge wieder ausblenden, um die Sache zu genießen. So war zum Beispiel Rodriguez nicht wirklich in der Lage mit seinem Publikum zu kommunizieren. Er war schlichtweg zu betrunken dazu, war nur auf sich selbst fixiert und schien vom Drumherum nicht viel mitzukriegen. Auch auf die Bühne stürmende Fans bemerkte er nicht. Jammerschade, wenn man bedenkt, wie toll es für ihn hätte sein können, die vielen fröhlichen Gesichter zu sehen. Wobei das mit dem Sehen so eine Sache ist, da der Mann aus Detroit schon seit einiger Zeit fast gänzlich erblinded ist. Dies führte auch dazu, daß er manchmal neben dem Mikro stand und es permanent suchte. Um es finden, schlug er oft mit der Hand nach vorne und hörte dann, wenn er es traf. Seine Erblindung hätte ihn natürlich definitiv auch im nüchternen Zusatnd gehandicapt, aber in Kombination mit dem Alkohol schien er nicht selten völlig orientierungslos. Auch wirkte er ausgezerrt (wenngleich für sein Alter erstaunlich muskulös), müde und traurig und war wacklig auf den Beinen.


Aber konzentrieren wir uns doch lieber auf die positiven Aspekte. Die gab es nämlich auf jeden Fall. Manche (aber selbst bei viel Wohlwollen nicht alle) Songs kamen nämlich sehr gut rüber, insbesonder der hervorragende Rich Folks Hoaxs, der Hit I Wonder und das ganz wundervolle Cover Sea Of Heartbreak. Damit brachte er mich wirklich zum Schmelzen, der Evergreen klang so herrlich sanft, warmherzig und melancholisch. Ein großer Moment.


Luft anhalten war beim legendären Song Sugarman angesagt. Das Gitarrenintro zog Rodriguez über alle Maßen in die Länge und jeder wartete gespannt wie er das erste Wort des Lieds, mämlich.. klar!... Sugarmen herauskriegen würde. Würde er seinen bekanntesten Song versemmeln? Nein! Als er endlich anfing zu singen, klang die Stimme fast wie auf Platte, wenngleich Sixto das Lied nicht durchgängig auf höchstem Niveau sang.

Warum dann noch ein Cover* von La Vie en Rose gespielt werden musste, erschloss sich mir nicht so ganz. Vielleicht war das ein Geschenk des Künstlers an sein französisches Publikum, aber das hätte sicherlich lieber Originalmaterial des Amerikaners gehört. Der brabbelte dann auch einmal eine längere Ansage ins Mirko, aber bei aller Konzentration konnte ich nicht verstehen, was gemeint war. Es war irgendwie eine Liebesbotschaft, aber den Wortlaut kapierte ich nicht. Ansonsten beschränkten sich die Worte des Sängers auf den lustig-ironischen Satz: "Yes, I know it's the drinks, but I love you back!" Der gefiel ihm offensichtlich, er brachte ihn gleich mehrfach.


Und er hatte es auch verdient geliebt zu werden, denn wer will einem 70 zigjährigen Mann, der sein ganzes Leben hart gearbeit hat, von seiner Plattenfirma betrogen wurde und überhaupt viel Pech hatte, übel nehmen, daß er im Spätherbst seiner Karriere nicht mehr die volle Leistung bringen kann? Wer will ihm ankreiden, daß er nicht mehr in der Lage war, die zahlreichen Konzerte und Festivalauftritte zu absolvieren und dadurch wieder dem Alkohol verfallen ist? Zudem soll er auch schon Alzheimer haben. Nein, das Leben ist kein verfickter Liebesflm, es gab auch kein klassisches Happy End, aber zumindest eine sehr nahegende Szene am Schluss. Sixto hatte seinen letzten Song gesungen, sein Team kam ihm zur Hilfe um ihn von der Bühne zu geleiten, aber er hielt einen Moment inne, deute den Helfern an, kurz stehenzubleiben und blickte gerührt Richtung Publikum, als wolle er ihm noch ein letztes Mal danken. Tränen stiegen in mir auf, denn ich merkte, wie brutal hart das alles für diesen Ausnahmemusiker war. Sein Erfolg kam zu spät und zu plötzlich, aber er schien trotz allem irgendwie dankbar zu sein. 


Tosender Applaus setzte ein und ich spürte, daß ich den wahnsinnig charismatischen Mann mit dem schwarzen Hut wohl das letzte Mal live gesehen hatte. Für eine neue Tour lässt sich der Bursche sicherlich für kein Geld der Welt von geldhungrigen Veranstaltern auf die Bühne jagen. Ich kann ihn gut verstehen, er ist alt, müde und passt auch nicht in die schnellebige Musikwelt. Und als Held mit Heiligenschein in einem Kinofilm taugt er wie man gesehen hat auch nicht. Aber der echte Rodriguez ist mir mindestens genauso lieb wie der nette, untadelige Mann in dem Streifen. Ich mag ihn, für seine Stärken, aber auch für seine Schwächen.

Rodriguez ist ein Großer  und jetzt lasst ihn in bitte in Ruhe und hört seine Platten!


Anmerkung: die beiden Videos unten stammen von 2009. In jenem Jahr war er ausgezeichnet in Form, sein Pariser Konzert von 2009 war mein persönliches Konzert des Jahres. (Bericht darüber hier)





* ein anderes Cover war Like A Rolling Stone von Bob Dylan im Zugabenblock.



Samstag, 2. Februar 2013

Sophie Hunger, Paris, 29.01.13

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Konzert: Sophie Hunger
Ort: La Cigale, Paris
Datum: 20.01.2013 
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: hmm, fast zwei Stunden, kann das sein?


Kein Walzer für Niemand aber rote Stöckelschüchen und ein hübsches schwarzes Spitzenkleid. Ein gutes Tauschgeschäft? Hmm, nicht wirklich. Am liebsten hätte ich beides gleichzeitig gehabt, aber trotz ein paar Reinrufern, die am Ende energisch den Walzer forderten, bekamen wir mit Train People lediglich eine andere Ballade. Immerhin. 
   
Mehr zu Meckern gab es allerdings nicht, das Konzert von Sophie Hunger in der wundervollen Cigale war erneut ein rauschendes Fest. Was erlebte man nicht alles?! Szenenapplaus während der Stücke nach genialen Instrumentalpassagen der Band! Lachkrämpfe, als Sophie ein paar wirre Dinge auf französisch zur Freiheitsstatue erzählte, die freiwillig oder unfreiwillig komisch waren. Strahlende Fans, die gänzlich auf ihre Kosten kamen. Songs in vier verschiedenen Sprachen englisch, deutsch, französisch, swyzerdütsch. Trombonensoli, Vintageklavierklänge, Hammondorgel, Cello, Klarinette, etc. Pop, Jazz, Blues, Indierock, Folk. Über mangelnde Abwechslung konnte man sich wahrlich nicht beschweren. 


Es war wieder einmal ein typisches Sophie Hunger Konzert. Eines, bei dem sich die Schweizerin in einen regelrechten Rausch spielte und am Ende völlig frei und unbeschwert auftrumpfte, so daß ihre Spielfreude regelrecht greifbar war. Eines, bei dem man bei manchen Balladen wieder einen dicken Kloß im Hals hatte und die Emotionen hochkochten. Eines, bei dem eine wunderbare Symbiose mit dem Publikum eingegangen wurde.


Am Ende kriegt die Hunger das Publikum immer, so war es vorher, so war es auch an jenem 29 Januar in Paris. Wahrscheinlich ist es ihr schüchternes, manchmal fast linkisches Auftreten, ihre liebenswürdige Bescheidenheit, ihre Gerührtheit ob des großen Applauses. Wenn sie sich am Ende immer auf den eigenen Brustkorb schlägt, sieht man in ihren Augen die Tränen hochsteigen. Da ist sie dann immer ganz überwältigt und lässt sich zu recht feiern. Kaum jemanden lässt das kalt.

Ihre Band hält ihr musikalisch immer den Rücken frei, so daß sie sich auf ihren Gesang konzentrieren kann. Die Jungs und das eine Mädel (Sara Oswald am Cello) spielten erneut überragend gut und hatten einen großen Anteil an dem Triumph. 
  
    
Konzerte dieser Art sieht man (sehe ich) ja eher selten. Viel Jazz, viel Blues, alles eigentlich nicht ganz meine Welt, aber bei Sophie Hunger bin ich davon immer total gefesselt. Dabei sind die Texte z.B. ja nicht immer unbedingt erstklassig. Wobei sie schon wieder so wenig konkret sind, daß man vieles reininterpretieren kann. Bei "Das Neue" etwa, fragt man sich, ob das Gesellschaftskritik ist, oder einfach nur ein tragisches Liebeslied. Z'Lied vor Freiheitsstatue, vorgetragen im a-capella-Chor ist auch von zwiespältigen, schwer verständlichen Lyrics durchzogen. "Mir ist schwindlig, aber schwindlig bin i net." Ja was denn jetzt, schwindlig oder nicht? Bin ich immer noch nicht draus schlau geworden, aber Sophie weiß sicherlich, was sie damit meint. Und der schwyzerdütsche Akzent hat durchaus Sexappeal. Aber ist Hunger nicht verheiratet? Ich habe keine Ahnung. Einen Ring, der verdammt nach einem Hochzeitsring aussieht, trägt sie zumindest. An ihrer rechten Hand im Übrigen. Der Franzose trägt wie fast die gesamte Welt L'alliance links. Nur in Deutschland ist das anders und wohl eben auch in der Schweiz. Ein französischer Freund sagte mir hinter halb scherzhaft: "Na ja ihr Deutschen und ihr Schweizer seit halt politisch rechts drauf, ihr denkt immer nur ans Geld." Da erinnerte ich ihn daran, daß in Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg nur zwei Sozialisten zum Präsidenten gewählt wurden, in Deutschland aber drei Sozis am Ruder waren. Da verstummte sein Lächeln plötzlich, aber er meinte: "In Frankreich stehen die Rechten weiter links als bei euch in Deutschland. Ich dachte mir: "was Sarkozy weiter links als Merkel?", ging darauf aber nicht mehr weiter ein.

Aber was ist dran an den Klischees über die Schweizer? Sie seien konservativ, sicherheitsverliebt, materiell veranlagt, wahnsinnig langsam, würden andere gerne überwachen und maßregeln (Ähnliches sagt man uns Deutschen auch nach).


 


Nun, langsam ist sie wirklich manchmal, die Sophie Hunger. Die Vorstellung der Musiker dauert bei ihr gut und gerne mal 20 Minuten. Bis alle Instrumente und Heimatsorte der Musiker aufgezählt sind, das braucht nun mal seine Zeit, you know?

Aber konservativ und pedantisch ist sie sicherlich nicht. Eher freiheitsliebend, sehr freiheitsliebend. So freiheitsliebend, daß sie nach den Konzerten nie raus an den Merch kommt und sich grundsätzlich nicht blicken lässt. Zufälligerweise hatte ich mich mit einem Freund nach dem Konzert festgequatscht und selbst nach vergangenen dreißig bis vierzig Minuten kamen zwar die Musiker der Band raus und stiegen in den Bus, aber nicht die Sängerin selbst. Ähnlich war es schon vor ein paar Monaten im Café de la Danse gewesen. Fans warteten  sehr lange vergeblich auf ein Autogramm oder Erinnerungsfotos.

Nun gut, sie hat dafür aber ihren Job sehr gut gemacht und der Rummel um ihre Person ist ihr sicherlich ein wenig zuviel. Kann man verstehen.




Ob sie ein Wunderkind ist, wie man manchmal lesen kann? Nun, eigentlich nicht. Wenn man sie mit ihrem Landsmann Federer vergleicht, dann ist das schon eine andere Sache. Bei Roger sieht alles so spielerisch, so leicht und locker und unangestrengt aus, daß man wirklich das Gefühl hat, einem Genie zuzusehen, dem Gott alles geschenkt hat. Bei Sophie merkt man trotz des zweifelsohne großen Talents auch die Arbeit die dahinter steckt, die Akribie, das viele Üben und den vollen Einsatz. Die Gitarre bearbeitet sie mitunter wie einen Gegner, an dem man Frust ablässt. Der Gesang ist manchmal forciert. Allerdings bewegt sie sich ähnlich wie Roger federleicht und elegant. Selbst mit ihren Stöckelschuhen verlor sie in der Cigale nie die Balance, schwebte förmlich über das Parkett. Am Ende war sie so aufgedreht, daß ihre Augen fast herausfielen vom vielen Nach-oben -gucken (eine etwas seltsame Macke von ihr). Da rockte sie mit ihrer Band zu der alten Fischer Hymne Speech tierisch ab. Eine perfekte Dramaturgie, die ich inzwischen durchschaut habe. Sophie Hunger versteht es glänzend, dem Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle aus Balladen und Rocknummern zu präsentieren, früh von der Bühne zu gehen, um später zahlreiche umjubelte Zugaben präsentieren zu können und den Eindruck zu vermitteln, das am Ende sei alles ein großzügiger Bonus. Also kein Wunderkind, aber wie für die Bühne geschaffen und von ihren jeweiligen Bands (seit dem neuen Album sind Flury und co. nicht mehr dabei) so großartig in Szene gesetzt, daß man immer das Fazit zieht: Weltklasse!

Und der Walzer für Niemand? Den kriegt wohl nur das Publikum in Deutschland, gemein so was!

Auch ganz schön, das Statement von Sophie Hunger zu diesem Konzert bei Facebook:

"Chers Parisiens. Merci infiniment pour ce concert incroyable et pour tous vos mots gentils. Vous nous avez fait voler hier soir. Et maintenant c'est définitif: la Cigale c'est ma scène préféré."

Setlist Sophie Hunger, La Cigale 2013, Paris

01: Rererevolution
02: Can You SeeMe?
03: Shape
04: Manhattan
04: Holy Helles
06: Heharum
07: Protest Song
08: Le Vent Nous Portera (Noir Desir)
09: My Oh My
10: Das Neue
11: 1983
12: Personal Religion
13: Citylights
14: Z'Lied Vor Freiheitsstatue

15: Monkeys
16: Souldier
17:Like Like Like 

18: The Fallen
19: Trainpeople

20: Speech (Fischer) 

Aus unserem Archiv:

Sophie Hunger, Berlin, 19.11.12
Sophie Hunger, Paris, 10.11.12
Sophie Hunger, Paris, 09.03.12
Sophie Hunger, Paris, 06.12.10
Sophie Hunger, Paris, 02.06.10
Sophie Hunger, Köln, 29.09.09
Sophie Hunger, Köln, 09.05.09
Sophie Hunger, Paris, 23.03.09 









Dienstag, 13. November 2012

The Maccabees & Spiritualized, Paris, 08.11.12

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Konzert: The Maccabees & Spiritualized (Team Me, Citizens!)
Ort: La Cigale, Paris, Festival des Inrocks
Datum: 08.11.2012
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft
Konzertdauer: The Maccabees 45 Minuten, Spiritualized eine knappe Stunde



Seltsam zusammengewürfeltes Line Up an jenem Donnerstag in der Pariser Cigale beim Festival des Inrocks. Zwei junge britische Bands (Citizens! und The Maccabees), die besonders den 16 jährigen Mädchen im Publikum gefielen, eine norwegische Band, die viel zu früh angesetzt war und bloß 25 Minuten spielen durfte (Team Me) und ein kultiger Headliner zum Abschluß (Spiritualized), der vor allem alte Säcke wie mich anzog. Kein Wunder, daß sich die Cigale nach den an dritten Stelle auftretenden Maccabees sichtlich leerte und die älteren Leute bei Sprittualized fast unter sich blieben.


Aber kommen wir sofort zur Sache, erwähnen kurz, daß ich die erfrischende Team Me verpasst habe, Citizens! so grottenschlecht und poserhaft waren, daß ich die Flucht Richtung Bar ergriff und steigen sofort mit den Maccabees ein.


Die Maccabees also, einstige Oliver Peel Lieblingsband der jungen britischen Post Punk Revival Szene hatte mich beim Haldern Pop Festival 2012 nicht vollständig überzeugt. Zu episch und breit ist ihr Sound mit dem dritten Album geworden, zu wenig war übrig geblieben von den kurzen, messerscharfen Riffs, der schrammeligen Unbeschwertheit der Jugend und den rasant schnellen Songs der ersten zwei vorzüglichen Longplayer. Stattdessen tragen sie nun Spurenelemente von Coldplay in ihrem Sound, sind weit entfernt von der Gang Of Four, die man vor allem beim ersten Album als Referenz nennen konnte. 

Ob es heute anders, sprich besser, im Idealfall sogar so euphorisierend wie vor ein paar Jahren werden würde?


Besser ja, euphorisierend nicht wirklich. Letztlich sahen und hörten die Zuschauer ein recht gutes Konzert, das logischerweise bei den alten Hits seine Highlights erfuhr, aber beim Spielen des neuen Materials auch nicht miserabel wurde. Also so schwach sind die neuen Stücke nun auch nicht. Die Single- Auskopplung Pelican ist sogar ein veritabler Knüller, hätte auch gut auf Colour It In oder Wall Of Arms drauf sein können und Feel To Follow gefiel nach verhaltenem Start mit seiner rasanten Tempobeschleunigung am Ende und seinen spacigen Gitarren. 


Der Sound der Gitarren ist es letztlich auch, der sich im Vergleich zu früher geändert hat. Sie klangen geleckter, runder, weniger zackig und roh als zuvor, was zur Folge hatte, daß das ganze Set eine Spur zu glatt und poliert wurde. Weniger Punk, mehr Pop, so der stilistische Werdegang, den man auch an den Frisuren ablesen konnte. Sänger Orlando Weeks trug früher ganz unpretentiös raspelkurze Haare, nun aber ähnlich wie Gitarrist Hugo White (was für ein posender Schönling!) eine Schmalztolle, die sicherlich mit viel Gel getrimmt wird.

"If you have no kind words to say than just say nothing?" Soll ich also nichts mehr sagen, wenn mir nichts mehr Positives einfällt? Doch, denn es gab ja noch ein paar positive Dinge. Precious Time z.B. das kam fast noch genauso scharf und berauschend rüber wie damals und Love You Better war ebenfalls tadellos gealtert.

Nach lediglich 45 Minuten war dann aber auch schon Schluß und ich immerhin um die angenehme Erkenntnis reicher, daß ich die einst so heiß geliebten Maccabees noch nicht völlig abschreiben muss. Das war ein kompakter Auftritt, tighter und mehr auf den Punkt gebracht  als In Haldern und durchaus stimmungsaufhellend.

Was nach 15 Minuten Umbauarbeiten folgte, gehörte sicherlich zu den Highlights der diesjährigen Ausgabe des Festivals. Spiritualized aus England hatte ich vor ein paar Jahren mal beim Haldern Pop Festival gesehen, aber ich habe seltsamerweise kaum noch Erinnerungen daran, weder gute noch schlechte (ist das der Beginn von Alzheimer oder war ich damals blau?). 
  
Insofern wusste ich nicht so recht, was mich heute erwarten sollte, obwohl mir natürlich klar war, daß nun Spacerock bzw. Shoegaze auf dem Programm stand. Aber das sind ja immer solch vage Begriffe, daß sie kaum zur genauen Beschreibung dienen. Zunächst einmal fiel auf, daß die Truppe sehr vielköpfig war und insgesamt 7 Musikerzählte.Bandchef und Sänger Jason Pierce saß mitsamt Gitarre auf dem Schoß ganz links vom Zuschauer aus auf einem Hocker und hatte zwei soulige Backgroundsängerin hinter sich stehen, die aber glücklicherweise relativ dezent agierten und mit der Kraft ihrer Stimmen nicht unnötig protzten. So blieb genug Platz für die einzigartige Stimme von Jason. 

Der Kerl hatte ein ganz außergewöhnliches, leicht verrauchtes Kehlchen und klang nach vielen Kultsängern gleichzeitig. Nach Loud Reed, aber auch nach David Bowie, Jeff Tweedy und Richard Ashcroft. Das beeindruckte mich und sofort war mir klar, daß ich das Konzert mögen würde. Es war dann auch nicht weiter schlimm, das das Intro zum ersten Lied Hey Jane ellenlang wurde, daß es Balladen gab, die textlich und musikalisch knapp an der Kitschgrenze vorbeischrammten (beispielsweise So Long You Pretty Thing und Jason weder "guten Tag", noch "auf Wiedersehen" oder "danke" sagte und durchgängig stoisch und unnahbar blieb. Seine Stimme machte das alles wett und die spacigen Gitarren kamen einfach spitzenmäßig rüber. Ich will ja hier nicht mit dem vielzitierten Spruch von der Wall Of Sound kommen, kenne mich mit Phil Spector auch viel zu wenig aus, aber als Beschreibung passte das ziemlich gut zu dem Gehörten. 


Wer die Gabe dazu hatte, ließ sich von den Gitarren stimulieren und nickte wild entschlossen mit dem Kopf im Takt, wem das nicht zusagte, der verließ den Saal. Und in der Tat gab es nicht wenige, die die Cigale vorzeitig verließen, warum auch immer. Blieben also die Fans, die Labelleute von Domino und ein paar Neugierige unter sich und erlebten eine packende Schlussphase, die aus zwei alten Songs bestand. Zuvor war bis auf Ausnahme von Electricity quasi das ganze neue Album Sweet Heart Sweet Light durchexerziert worden. Take Your Time (von Lazer Guided Melodies) fing auf fast peacige Weise sehr lahm an (klar, man sollte sich auch ja auch Zeit lassen!) und wurde dann... nein, falsch! Das Stück wurde nicht schneller, plätscherte fast sieben Miunten lang vor sich hin, hatte aber dennoch eine tranceartige, hypnotische Wirkung.

Für mehr Tempo und Druck sorgte schließlich der alte Klassiker aus den 1990er Jahren Electric Mainline. Der rein  instrumentale Song schoß den Vogel am heutigen Abend ab! Ebenfalls langsam und repetitiv beginnend, etnwickelte sich der Song mit Einsetzen des Schlagzeuges und den immer lauter werdenden Gitarren zu einer brachialen Noisekeule, die mir fast den Schädel in zwei Teile spaltete. Ich stand gleich neben den Boxen, bekam so richtig was aufs Trommelfell. Das war geil, geil, geil!

Ein famoser Abschluß eines Konzertes das man auf jeden Falls als gut, mit etwas Wohlwollen sogar als sehr gut bezeichnen konnte. In Noten ausgedruckt: 8/10.

Setlist Spiritualized, Festival des Inrocks, Cigale, Paris 2012

01: Hey Jane
02: Electricity
03: Too Late
04: Headin' For The Top
05: Freedom
06: I Am What I Am
07: Mary
08: So Long You Pretty Thing
09: Perfect Miracle
10: Take Your Time
11:Electric Mainline

12: Ladies & Gentlemen (vorgesehen, aber nicht gespielt)







 

Konzerttagebuch © 2010

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