Donnerstag, 7. Juni 2012

Kings Of Convenience, Barcelona, 02.06.12


Konzert: Kings Of Convenience
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 02.06.2012
Zuschauer: viele Tausend
Dauer: 75 min


Ich denke, es lag an der Björk-Absage, daß einige der Bühnenansetzungen des Primavera Festivals (vorsichtig ausgedrückt) mutig waren. Am deutlichsten wurde das bei den Kings Of Convenience auf der San Miguel Hauptbühne. Zwar war für eine komplette Band aufgebaut, die ersten neun Lieder lang standen aber nur Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe mit ihren Gitarren auf der riesigen Fläche. Da die beiden Norweger oft gerne nah beieinander standen, wurde die Größe der Bühne noch absurder. Ich wußte, was mich erwartet, ich habe die Platten des Duos und habe sie es auch schon einmal live gesehen. Auch wenn das Primavera Publikum insgesamt gut vorbereitet schien, glaube ich, daß es viele überraschte, wie lofi Eirik und Erlend auftreten. Die Simon & Garfunkel Assoziationen, die sich mir einstellten, sind sicher nicht Resultat meiner großen Phantasie, sie liegen auf der Hand. Dazu Erlends wehende Locken, die zigtausend Zuschauer, der Auftritt entbehrte nicht einer großen Komik!

Die beiden spielten mit der Situation, baten die Menschen auf der Wiese hinten zu winken (was durch babylonische Sprachverwirrung auch die Zuschauer vorne ausrasten ließ). Ich bin sehr sicher, daß die Kings Of Convenience aus Norwegen großes Publikum* gewohnt sind. Auch wenn wir Mitteleuropäer viele skandinavische Bands bei uns erleben, wissen wir in den wenigsten Fällen, wie groß die in ihrer Heimat sind. Daß Kent zum Beispiel vor 20.000 Zuschauern spielen, hatte ich nicht geahnt, bevor ich das erfahren habe. Es würde mich also nicht wundern, wenn auch die Kings Of Convenience in Norwegen vor ähnlich großen Menschenmengen aufspielen. Sie wirkten jedenfalls extrem lässig und souverän. Das allerdings kann auch an ihrer Musik liegen...

Mit Boat behind kam die Band und es wurde ein wenig lauter und schmissiger. Es lag aber nicht nur daran, daß das Stück das beste des Konzerts war, Boat behind ist ein schönes Beispiel für die großen Songwriter Qualitäten des Duos aus Bergen. Natürlich könnte auch dieses Lied die Titelmelodie einer 70er Jahre Kreuzfahrt-Soap sein, aber es würde sie alleine deshalb sehenswert machen!

Ob die Macher es ironisch fanden, die Kings Of Convenience zur besten Zeit auf die größte Bühne anzusetzen oder diese Idee aus Verlegenheit entstanden ist, weiß ich nicht. Ich mag die Band, ich mag ihre langsame Musik, besser gepasst hätten sie aber in einen anderen Rahmen.

Setlist Kings Of Convenience, Primavera Sound Festival, Barcelona:

01: My ship isn't pretty
02: Cayman Islands
03: Love is no big truth
04: Me in you
05: 24 - 25
06: I don't know what I can save from you
07: Failure
08: Homesick
09: Mrs. Cold
10: Boat behind
11: Rule my world
12: Misread
13: I'd rather dance with you


* siehe auch hier


1 Kommentare :

gudrun.thaeter hat gesagt…

Kings of Convenience sind mir auch supersympatisch und es ist interessant zu lesen, dass sie sich von der Festivalbühne nicht haben beeindrucken lassen.

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates