Sonntag, 11. April 2010

The Slapstickers, Koblenz, 10.04.10


Konzert: The Slapstickers
Ort: Café Hahn, Koblenz
Datum: 10.04.2010
Zuschauer: 100 bis 120 (nicht ausverkauft)
Dauer: 90 min


Skakonzerte haben wir nicht oft hier; einmal Madness, soweit ich mich erinnere. Die bekanntesten Vertreter dieses jamaikanisch-englischen Musikstils haben auch das bisher einzige Ska-Konzert gespielt, das ich bisher gesehen habe; vor ein paar Jahren in Bonn. Tiefer als zu den Specials und Madness bin ich selbst nie in den in Jamaika entstandenen Stil eingestiegen, ich bin also allenfalls gelegentlicher Mainstream-Ska-Hörer.

Im Café Hahn war ich bisher nicht. Und ich hatte mir etwas ganz anderes darunter vorgestellt. Statt in einem Bistro mit kleiner Bühne standen wir plötzlich in einem wundervollen großen Konzertsaal mit hoher Decke, rotem Vorhang und tollem Licht, einer Koblenzer Version des Kölner Gloria.

Obwohl die Bühne recht groß ist, wurde es eng... Eine anständige Ska-Band muß schließlich eine Menge Musiker unterbringen. Bei den Slapstickers aus Köln waren das neun. Neben Schlagzeug, Gesang, Bass und Gitarre standen links die vier Bläser (Trompete, Posaune, Tenor- und Altsaxophon) und ein Keyboarder bzw. Organist (sein Korg-Keyboard klang nämlich wie eine Kirmesorgel - großartig!).

Der Saal des Café Hahn ist riesengroß, er fasst sicher deutlich über 500 Zuschauer.* Bevor das Konzert begann, verliefen sich die 120 bis 150 Besucher* im Saal - es sah schrecklich leer aus. Als es dann aber losging, sammelte sich entgegen normaler Gewohnheiten doch alles im vorderen Drittel des Raums, und es sah auch für die Band vermutlich sehr zufriedenstellend aus.

Ich kannte vorher nichts von der Band, wußte nicht, wie viele Platten sie bisher veröffentlicht haben, wie genau ihr Stil ist. Mit Ska ist das bei mir nämlich so eine Sache. Sobald es zu reggaehaft wird, schwindet meine Begeisterung sehr schnell. Reggae ist - amateurhaft erklärt - als langsame Form aus dem Ska entstanden. Und gerade dieses Langsame, Lässige an dieser jamaikanischen Musik finde ich ziemlich schauderhaft. Die Slapstickers waren zwar lässig aber nicht langsam. Und nicht leise. Vor allem die vier Blasinstrumente machten ordentlichen Krach.

Richtig viel kann ich zu den einzelnen Stücken nicht sagen; das ist beim ersten Hören nicht einfach. Aber sie machten tolle Stimmung und waren trotz der ähnlichen Rhythmen keine Minute langweilig. Da war es auch dann ganz gut, daß es nicht schrecklich voll war, denn vorne tanzte jeder.

Ein einziges Lied gefiel mir nicht richtig, weil es zu lahm war und zu sehr Gentleman-Reggae war, den Namen habe ich mir nicht gemerkt. Aus den vielen mitreißenden Liedern ragten ein paar hervor: ich mochte Trip to Barcelona, Never grow up und vor allem I.D.I.O.T. ganz besonders.

Als ich Madness 2006 auf der Bonner Museumsmeile gesehen habe, liefen da fast nur Menschen in schwarzen Polohemden mit Hosenträgern, zu kurzen Jeans und für die Jahreszeit zu warmen Stiefeln rum. Solches Klischee-Ska-Publikum gab es heute überhaupt nicht. Das war natürlich etwas schade, weil es dadurch weniger zu sehen gab. Trotzdem hatte ich heute mehr Spaß als bei Madness. Also hat die ehemalige Madness-Vorgruppe offensichtlich alles richtig gemacht!

Setlist The Slapstickers, Café Hahn, Koblenz:

01: She's an alien
02: Groove attack
03: The boys are back
04: Shine on
05: Turn it on
06: Forget it
07: Never grow up
08: Mr. D-Minor
09: Vision
10: Not anyone else
11: Take a ride
12: Here we go
13: Desperado II
14: Underwater love
15: I.D.I.O.T.
16: Do anything
17: Trip to Barcelona
18: Mountains
19: Counting memories
20: Rudeboy's symphony

21: Nine cowboys (Z)
22: Palermo nocture (Z)

23: 2-tone army (Z)
24: Ska Konzert (Z)

Fotos folgen!

* ich kann so etwas nicht schätzen



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