Sonntag, 21. Februar 2010

Chokebore, Brüssel, 20.02.10

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Konzert: Chokebore
Ort: Botanique, Brüssel (Orangerie)
Datum: 20.02.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft aber recht voll
Dauer: 73 min


Ehrlich gesagt sind Chokebore in ihrer aktiven Phase vollkommen an mir vorbeigegangen. Mein Musikgeschmack war damals (noch deutlich) englandlastiger als heute, und zu der Handvoll US-Bands, die ich wirklich wahrgenommen hatte, gehörte die zu den "zehn unterbittlichsten und großartigsten Gitarren-Bands der ausgehenden neunziger Jahre" (spiegel.de) zählende Band nicht. Daher war weder Wehmut noch alte Verbundenheit Antrieb, das Brüsseler Comeback-Konzert der auf Hawaii gegründeten Indie-Band zu sehen. Es war ein mail bei last.fm, das ich für mich mit "warum eigentlich nicht?" beantwortete.

Meine Neugierde hatte aber natürlich vor allem die Tatsache geweckt, daß Chokebore Frontmann Troy von Balthazar vor kurzem eine Oliver-Peel-Session im mittlerweile in Paris sehr bekannten Wohnzimmer von Oliver gespielt hatte - (als erster Kumpel von Kurt Cobain).

Zum Konzert dann in Kürze!

Setlist Chokebore, Botanique, Brüssel:

01: Ciao L.A.
02: Little dream
03: A taste for bitters
04: Popular modern themes
05: Geneva
06: Narrow
07: Thin as clouds
08: Days of nothing
09: Sections
10: Lawsuit
11: Police
12: Bad things
13: Alaska
14: Get blonder
15: Person you chose
16: It could ruin your day
17: The perfect date

18: One easy pieces (Z)
19: You're the sunshine of my life (Z)
20: ? (Z)



Beach House, Paris, 20.02.10

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Konzert: Beach House

Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 20.02.2010
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut 70 Minuten



Petit résumé en français en bas du texte.



Ein Konzert zum Dahinschmelzen! Victoria Legrand hat mich im Null Komma Nix um den kleinen Finger gewickelt und ich fraß ihr über 1 Stunde aus der Hand. Die hübsche Sängerin der Band Beach House (sie war viel attraktiver als ich das in Erinnerung hatte) bot stimmlich Kaviar für die Ohren. Je nach Tonlage klang ihr Goldkehlchen nach Amy Winehouse (das versoffen, bockige Element), Alela Diane (das Stolze, Erhabene), Hope Sandoval (das Sirenhafte, Verhuschte) oder Cat Power (das Gehauchte, Sinnliche). Den Zuschauern in der Pariser Maroquinerie blieb ob dieser Qualitäten die Spucke weg und mit offenem Munde starrten ein paar hundert Musikfans auf die Bühne, wo Victoria hinter ihrem Keyboard manchmal regelrecht headbangte. Ihre langen, lockigen Haare warf sie unglaublich lasziv nach vorne und wieder zurück und erotisierte mich damit regelrecht. Die beiden Herren der Schöpfung verblassten neben soviel lässiger Erotik und Ausstrahlung, obwohl Alex Scally wunderbar melodisch-melancholische Riffs beisteuerte und der Drummer (den es damals noch nicht gab) für einen gewissen Wums sorgte. Live war das Ganze also etwas druckvoller als auf den ruhigen Alben und langweilig war der zartschmelzende Dream-Pop keine Sekunde. Dafür war das Liedmaterial einfach zu stark. Alte Klassiker wie Gila oder Heart Of Chambers begeisterten genauso wie luftige Schönheiten des neuen Albums, Norway und 10 Mile Stereo allen voran. Die plüschige Atmosphäre der Musik wurde zudem wunderbar durch die Bühnendeko und das puffige Licht unterstrichen. Selbst das Keyboard von Miss Legrand war in Watte (bzw. Kunstfell) gepackt!

Mann, was bin ich verknallt in die Musik von Beach House! Kein Wunder, daß selbst Robin "Fleet Foxes" Pecknold schwärmt und das neue Album Teen Dream schon jetzt zu einem der besten des Jahres 2010 auserwählt. Schade bloß, daß das Konzert nur gut eine Stunde dauerte und nur eine einzige Zugabe serviert wurde. Ich hätte noch stundenlang zuhören, schwelgen und schmachten können. Hach!

Das Strandhaus hat sich längst zu einem Wolkenkratzer entwickelt. Beach House is a skyscraper!

Pour nos lecteurs français:

Incroyablement beau et envoûtant ce concert des américains Beach House! Le duo de Baltimore (qui est un trio en live, parce qu'il y a un batteur) a fait rêver ses fans parisiens avec sa dream pop éthérée et planante. Melangeant très bien les classiques comme Gila ou Master Of None et les nouveaux morceaux comme Norway ou 10 Mile Stereo Victoria Legrand et Alex Scally ont vite mis le public dans leur poche. La voix sensuelle de Victoria était encore plus touchante que sur disque, ça allait vraiment droit au coeur. Je suis sous le charme!!

Setlist Beach House, La Maroquinerie, Paris:

01: Walking In The Park
02: Lover Of Mine
03: Gila
04: Better Times
05: Norway
06: Silver Soul
07: Master Of None
08: Used To Be
09: Zebra
10: Heart Of Chambers
11: Take Care
12: 10 Mile Stereo


Aus unserem Archiv:

Beach House, Paris, 24.05.08



Samstag, 20. Februar 2010

Chokebore, Paris, 19.02.10

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Konzert: Chokebore

Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 19.02.2010
Zuschauer: restlos ausverkauft
Konzertdauer: 70-75 Minuten


Petite chronique en français ci-dessous!


Boah, was für ein fulminantes Konzert! Die kultigen Hawaiianer Chokebore haben gerockt, als hätte es nie eine Pause gegeben. Troy von Balthazar war in Bestform! Sexy, charismatisch, wild und stimmlich voll auf der Höhe. Die Stimmung hätte logischerweise kaum besser sein können und am Ende ging unglaublich der Punk ab. An diesen sensationellen Auftritt werden wir uns hier in Paris noch in 100 Jahren erinnern! G-R-A-N-D-I-O-S !!!

Wer einen ausführlicheren Bericht wünscht:

Eine Sauerei von den Pariser Konzertveranstaltern Shearwater und Chokebore am gleichen Tag in verschiedenen Locations anzusetzen! Und dann spielte auch noch die vorzügliche englische Folksängerin Nancy Elizabeth im Espace B. Gemein!

Ein Listenplatz für Shearwater wartete bereits im Nouevau Casino auf mich, als mich meine Frau um 20 Uhr anruft, um mir mitzuteilen, daß Florent, der Betreiber des Chobebore- Forums, doch noch ein Gratis-Kärtchen für Chokebore für mich hat. War verdammt schwierig da ranzukommen, denn die gesamte Indie-Gemeinde von Paris wollte unbedingt beim Comeback der Band aus Hawaii dabei sein.

Ich also doch in die Maroquinerie zu Troy und Kollegen. Die ungemein talentierte Französin Le Prince Miiaou (auf dem Foto) ist leider schon mit ihrem Set durch, als ich eintreffe. Aber sie kommt ja bald wieder. Bei Chokebore weiß man das mit dem Wiederkommen nicht so genau. Die Sadcore Band legt immer mal wieder längere Pausen ein und eigentlich dachte fast jeder, daß der Ofen endgültig aus sei. Im November 2009 dann aber das Verkünden der Reformation und im Nu waren die Tickets für das Pariser Konzert ausverkauft.

Die Meute in der Maroquinerie ist aufgeheizt, wie ein Bulle, der in die Arena geschickt wird. Schon gleich beim ersten Lied wird gehüpft, gestoßen, mitgesungen. Troy von Baltahazar scheint Liebe mit seinem Mikrofon zu machen, so sinnlich und leidenschaftlich nähert er sich diesem an. Kein Gramm Fett auf seinem perfekten Körper und der Hintern ist nach wie vor knackig und straff. Kein Wunder, daß die Weiber auf ihn fliegen! Seine Bandkollegen sehen nicht mehr ganz so taufrisch aus. Gitarist Jonathan Kroll wirkt mit seiner Brille und seinem bedächtigen (und gekonnten!) Spiel wie ein Physik Professor, während sein Bruder James in Horst Hrubesch Manier grobgliedrig und imposant seinen Bass beackert und bei jedem Lauf seine immens langen, tätowierten Arme rumbaumeln lässt. Der langmähnige Drummer Christian Omar Madrigal Izzo kann seine Geheimratsecken ebenfalls nicht verbergen, aber er trommelt präzise und verdammt schnell. Einige Songs gehen gleich voll auf Ganze und treffen die Fans wie ein linker Aufwärtshaken, (It Could Ruin Your Day) andere Nummern kommen melancholisch und eher gemäßigten Tempos daher (Days Of Nothing). Alle Schaffensperioden werden durchexerziert und es gibt neben Klassikern auch Neuheiten und unveröffentliches Material, das man praktischerweise gleich nach dem fulminanten Konzert auf der Bühne kaufen kann. Die Scheibchen gehen weg wie frisch geschnittesnes Brot und fast alle sind sich hinterher einig, daß dieses Comeback kein Griff ins Klo war. Hier haben sich Musiker präsentiert, die noch einmal Bock hatten, zusammen Staub aufzuwirbeln und die Gitarren aufheulen zu lassen. Aber wer weiß wie lange dieses Comeback hält? Deshalb unbedingt am 24. Februar zum letzten Deutschland Termin im Festsaal in Kreuzberg, oder nach Prag ins 007 am 26. Februar!


Pour nos lecteurs français:

Un concert énorme avec une ambiance de folie. Chokebore sont bel et bien de retour!!
Emmené par un Troy von Balthazar sexy en diable, énergique et rageur* comme aux plus beaux jours du grunge le quatuor de Hawaii a prouvé qu'il y a des reformations réussies et bienvenues. Dès le premier morceau dans une Maroquinerie pleine comme un oeuf la foule était à fond et il ne fallût pas attendre très longtemps avant que les premiers slams ne commencèrent. Variant à merveille les titres puissants et rentre-dedans avec les chansons melancoliques et sombres (Troy:" this a depressing song, we live for that!") Chokebore a fait preuve d´élégance et de finesse musicale, contrairement à certains. C'etait bien rodé et sans faille malgré leur longue pause. Aprés le concert, il était possible de faire l'acquisition de quelques raretés au stand, ce dont le public ne s'est pas privé!! D'autant plus que les artistes étaient également présents pour répondre aux questions de leurs fans. Bref, tous les ingrédients pour une soirée mémorable!!

*un spectateur hurla même: "Troy you are a fucking rock star, you have to admit!" et Troy répliqua: "Oh no, I will never admit that"



Setlist Chokebore, La Maroquinerie, Paris:

01: Ciao L.A.
02: Little Dream
03: A Taste For Bitters
04: Pop Mod
05: Geneva
06: Narrow
07: Thin As Clouds
08: Days Of Nothing
09: Sections
10: Lawsuit
11: Police
12: Bad Things
13: Alaska
14: Get Blonder
15: Person You Chose
16: It Could Ruin Your Day
17: Perfect Date

18: One Easy
19: You Are The Sunshine Of My Life
20: Coat

- Merci beaucoup à Florent de Chokebore.net!
- Review, Photos & Video @ Rockerparis. Klick!
- Chronique et belles photos sur le hiboo.com. Ici
- Superbes photos chez Robert Gil. Ici
- Berauschender Konzertbericht über das Konzert von Chokebore in München auf dem Klienicum. Eine unglaublich anregende Lektüre!
- Viel mehr Photos von Chokebore, klick!



Everybody Was In The French Resistance Now & The Fiery Furnaces, Paris, 18.02.10

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Konzert: Everybody Was In The French Resistance Now & The Fiery Furnaces
Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 18.02.2010
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft
Konzertdauer: Everybody Was In The French Resistance Now etwa 40-45 Minten, The Fiery Furnaces circa 80 Minuten



Auch unter neuem Projektnamen ist Eddie "Art Brut" Argos ganz der Alte! Zusammen mit der höllisch attraktiven The Blood Arm Keyboarderin Dyan Valdes und einem ältlich wirkenden Gitarristen mit Hütchen (zuerst dachte ich, Michael J. Sheehy erkannt zu haben), haute der großgewachsene Engländer in der Pariser Boule Noire einen Kalauer nach dem nächsten raus und sorgte im Publikum für Lachkrämpfe. Everbody Was In The French Resistance Now heißt die neu formierte Band und natürlich klingt das Ganze auch ein wenig nach Art Brut. Logisch, schließlich gibt es auch hier den typisch argoschen Sprechgesang zu hören, aber anstatt eines gemeinen Basses und jaulender Gitarren vernimmt man erfeut das zuckersüße Stimmchen von Dyan Valdes und ihr flottesKeyboard Geklimper, das freilich ab und zu von einer rockigen Gitarre durchkreuzt wird. Eddie und Dyan formen wirklich ein reizendes Pärchen und sie lacht sich Rotwein trinkend am meisten kaputt, wenn er mal wieder vom Leder zieht, erklärt, daß My Way ein Song sei, der "very selfish" gemeint war und Späßchen über Avril Lavigne macht. Die vielleicht witzigste Szene ereignet sich, als plötzlich Strophen von With Or Without You gesungen werden und Eddie hinterher schmunzelnd kommentiert: "Unsere Version ist besser als das Original und zeigt Bono's Lied zum ersten mal von einer etwas menschlicheren und sympathischeren Seite." Sprüche diesen Kalibers gibt es gleich serienweise, aber ich werde mich hüten, jeden einzelnen Gag hier aufzulisten, denn Christoph wird Everbody Was In The French Resistance Now ja sehr bald in Köln begutachten und besprechen und die Gefahr ist hoch, daß Eddie dort genau die gleichen Jokes bringen wird. Aber das ist eigentlich egal, denn die Art und Weise wie er den Blödsinn erzählt, ist immer wieder komisch!

Unterhaltsam und auch musikalisch überhaupt nicht schlecht!

The Fiery Furnaces waren anschließend hingegen eher (gehobenes) Mittelmaß. Unfassbar bluesrockig udn somit ziemlich anders als auf den zahlreichen Alben klingend, ließen es Elanor Friedberger, ihr Bruder und zwei andere Musiker (darunter ein Bassist, der auch schon bei Sebadoh gewirbelt hat) von Anfang bis Ende krachen. Das war zu Beginn noch schwungvoll und bissig, auf Dauer aber zu eintönig. Viele Facetten, die es auf den Alben zu hören gibt, kamen hier kaum zur Geltung. Und irgendwann nervte auch die Stimme und die stets gleiche Mimik (der weltentrückte Blick, der ins Nichts geht) von Elanor ein wenig. Dennoch war es eigentlich kein schlechtes Konzert, denn die New Yorker sind schon eine coole Truppe. Elanor ist wahnsinnig lässig und wild wie eine streunende Katze und ihr Bruder smart und schelmisch. Letztlich hatte ich aber mehr Spaß mit der Vorgruppe.

Setlist Everybody Was In The French Resistance Now, La Boule Noire, Paris:

01: Creeque Allies
02: (I'm So) Waldo P. Emerson Jones
03: Coal die
04: Scarbeo
05: Superglue
06: Billie's Genes
07: My Way
08: Hey! It's Jimmy Mack
09: Think Twice (It's Not Alright)
10: G.I.R.L.F.R.E.N (You Know I've Got A)
11: Boyfriend


Setlist The Fiery Furnaces, La Boule Noire, Paris:

01: Rub-Alcohol Blues
02: Charmaine Champagne
03: Duplexes Of The Dead
04: Automatic Husband
05: Ex-Guru
06: Chris Michaels
07: The End Is Near
08: Keep Me In The Dark
09: Up In The North
10: Drive To Dallas
11: Evergreen
12: Crystal Clear
13: Chief Inspector Blancheflower
14: Cut The Cake
15: Ray Bouvier
16: Worry Worry



Freitag, 19. Februar 2010

The XX, Paris, 18.02.10

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Konzert: The XX
Ort: Fnac, Forum des Halles, Paris
Zuschauer: 300! Für einen Instore Gig!
Konzertdauer: etwa 35 Minuten



The XX ziehen die Massen magisch an. Selbst wenn sie wie heute nur einen Showcase in einem CD-Laden spielen, wollen sie alle Indie-Fans sehen. 300 Leute standen eine halbe Stunde Schlange, bevor sie in den separaten Konzertsaal der Fnac Les Halles durften, um ein Konzert zu genießen, daß nicht viel länger als die Wartezeit dauerte. Ich persönlich freue mich sehr für die junge englische Band, denn es ist doch wunderbar, daß man mit einem reduzierten, minimalistischen Sound Erfolge feiern kann. Fast alle Bands, die in den letzten Jahren auf der Welle des Post Punk- Revivals schwammen, versuchten sich in punkto Bombast zu überbieten und produzierten letztlich nur schwülstige Kacke. Ätzende Bands wie GlasVegas und The White Lies seien hier nur als abschreckende Beispiele genannt. Wohltuend also, Leisetreter wie The XX reüssieren zu sehen, die trotz ihres Runs erfeulicherweise alles andere als arrogant wirkten.

Drei in schwarz (und grau) gekleidete Leute ohne Allüren präsentierten sich den Pariser Fans und boten Kostproben ihres ausgezeichneten Debütalbums von 2009. Gleich zu Beginn feuerten sie schon ihren bisher größten Hit Crystalised ab. Ich stand in der ersten Reihe gleich neben einer sehr charmanten Schweizerin, die ich vorher angesprochen hatte und erfeute mich genauso wie sie und viele andere an den schwarzen Klängen und dem famosen Basslauf von Sänger Oliver. Mein Nachmittag hätte nicht besser sein können! Trotz der omnipräsenten Melancholie und Düsterheit des Sounds wirkte das Ganze eher berauschend als deprimierend. Romy, die gleich vor mir agierte, gefiel mir mit ihrer sanften Stimme ganz hervorragend. Träumerischen Blickes zupfte sie tolle Riffs aus ihrer hübschen Gibson Les Paul Gitarre, nahm aber fast nie Blickkontakt zu Oliver auf, der auf der anderen Seite spielte. Keyboarder Jamie war ebenfalls ausschließlich auf seine Aufgabe konzentriert. Mit Kapuze über dem Kopf, steuerte er ein paar prima Beats bei, die der Sache den gewissen Pfiff gaben. Am Ende trommelte er auch auf ein Becken ein.

Das gut 35 minütige Set flutschte wie geschmiert. Crystalised folgte das minimal sonnigere Islands, bevor bei VCR die Rede von Superstars war. Sind The XX das eigentlich wirklich schon? Nun, man sollte mit solchen Klassifizierungen immer etwas vorsichtig sein, aber ihr Weg geht wirklich steil nach oben. Fast schon schwindelerregend wie das Trio (ursprünglich Quartett) in luftige Höhen schießt. Aber wenn man solch hervorragend aufgebaute Stücke wie Basic Space hört, wundert man sich nicht darüber. Herrrlich wie hier auf subtile Weise die Intensität ganz langsam gesteigert wird, bevor gegen Ende ein bildhübsches Gitarrenriff durch den Song schwebt. Und gegen die profunde Schönheit von Night Time (mein Lieblingsstück) ist sowieso nichts auszurichten.

Kurzum: Der Erfolg von The XX ist gerechtfertigt. Ich drücke ihnen die Daumen, daß sie dem Druck und dem Tourstress standhalten und anschließend die Zeit finden, gewissenhaft ihren Sound weiterzuentwicklen.

Setlist The XX, Paris, Forum des Halles:

01: Crystalised
02: Islands
03: VCR
04: Basic Space
05: Night Time
06: Infinity

Aus unserem Archiv:

The XX, Frankfurt, 03.11.2009
The XX, Köln 15.10.2009


- The XX haben am 18.02.2010 auch ein Konzert in der ausverkauften Pariser Cigale gegeben. Es hat wohl kaum eine Stunde gedauert.

Setlist The XX, La Cigale, Paris (merci à Stéphane):

01: Intro
02: Crystalised
03: Islands
04: Heart Skipped A Beat
05: Fantasy
06: Shelter
07: Do You Mind? (Kyla Cover)
08: VCR
09: Teardrops (Womack & Womack Cover)
10: Basic Space
11: Night Time
12: Infinity

13: Stars



 

Konzerttagebuch © 2010

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