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Mittwoch, 18. Mai 2016

Troy von Balthazar, Düsseldorf, Kassette, 17.05.2016

5 Kommentare

Konzert: Troy von Balthazar
Ort: Düsseldorf, Kassette
Datum: 17.05.2016
Dauer: 65min
Zuschauer: 60


Vor ungefähr vier Wochen hatte ich die Gelegenheit genutzt, um mir Dirk von Lowtzow zusammen mit Hans Nieswandt bei einer Podiumsdiskussion in Bochum anzuschauen. Es wurde lebhaft über den Sinn von Kunst und das Leben an sich gesprochen, wie Texte entstehen und was ein Bandgefüge so alles aushalten muß.

Da mein Sohn gerade eine heftige Tocotronic-Phase durchlebt, kramte ich in alten Vinyl-Singles auf dem Dachboden und fand eine Split-Single der Tocos, die wir zur Unterschrift mitnahmen. Es handelte sich um ein Werk aus dem Jahr 1996, und die zweite Seite enthält Songs der Band Chokebore. Nach dem Abend verschwand die Single zunächst wieder im Schrank, doch gestern musste ich sie dann nach zuvor 20 Jahren Tiefschlaf, innerhalb weniger Tage, zum zweiten Mal in die Tasche packen.

Sänger der Band Chokebore, die 1994 sogar kurz mit Nirvana tourten, war Troy von Balthazar, der ein Konzert in der Düsseldorfer Kassette gab. Die Bar/Club/Kneipe ist eine der nettesten in Düsseldorf, regelmäßig finden hier Konzerte statt, meistens gratis, so auch gestern.

Der vermeintliche Inhaber Sebastian verkündet dann auch um Punkt 21:00 Uhr mit fast militärischem Drill die Regeln des Abends: "Kein Gerede während der Show, draußen leise sein und bitte eine großzügige Spende für den Künstler am Ende." 

Troy steht daneben, wirkt wie der netteste Mensch der Welt und beginnt nahtlos mit einem wie er betont „Happy Song“. Davon hat er nun wirklich wenige im Angebot, um so mehr freue ich mich über den fast schwungvollen Beginn. Troy hat hier vor zwei Jahren bereits ein Konzert gespielt, die meisten scheinen ihn zumindest zu kennen. Die „Kassette“ ist so gut wie voll.

Nach dem Opener ein Mix aus Songs der neuen CD (Knights of something), alter Soloalben, und sogar einigen Chokebore-Songs. Besonders schön gerät auch ein Cover von Leonard Cohen (Who by fire), hier reduziert auf Gesang und E-Gitarre.

Troy spielt zwar Solo, doch eigentlich ist er eine komplette Band. Immer wieder loopt er mit den diversen Fußpedals seine eigene Gitarre, schichtet die Aufnahmen übereinander und erzeugt so einen vollen und runden Sound. Toll geraten dabei die Enden der Songs, die er wie von Geisterhand bis zur vollständigen Stille faded. 

Obwohl fast alle Stücke und Texte tieftraurig und fast depressive Inhalte haben, klingt die Show live einfach toll. Vielleicht will diese Art der Musik auch einfach nicht zu dem Bild des Künstlers auf der Bühne passen. Immer wieder bedankt er sich, lacht und scherzt, bevor er sich wieder mit geschlossenen Augen in einem Song verliert. 

Jeder einzelne davon wird anders dargeboten, nie kommt Langeweile auf. Auch wenn er behauptet die Songauswahl sei „random“, hier ist alles auf den Punkt geplant, jede Verzerrung, jeder Schönklang hat seinen Platz und wenn er nur Sekunden dauert. Zwei Songs (Valentine, Wings) als lautstark geforderte Zugabe später ist dann leider schon Schluß. Sebastian sammelt fleißig für den Künstler und der Hut füllt sich schnell. Ein Gratiskonzert der Extraklasse mit einem Musiker der alle Facetten seiner Kunst beherrscht. Ein sentimentaler Genuss.

Aus unserem Archiv:
Troy von Balthazar, Darmstadt, 15.06.16
Troy von Balthazar, Frankfurt, 13.04.13
Troy von Balthazar, Karlsruhe, 12.04.13
Troy von Balthazar, Paris, 20.03.13
Troy von Balthazar, Karlsruhe, 28.11.12
Troy von Balthazar, Paris, 15.04.11
Troy von Balthazar, Paris, 31.03.11
Troy von Balthazar, Paris, 23.11.09*
Troy von Balthazar, Paris, 18.04.09
Troy von Balthazar, Paris, 04.12.06




Dienstag, 1. November 2011

Chokebore, Paris, 31.10.11

3 Kommentare

Konzert: Chokebore
Ort: La Machine du Moulin Rouge
Datum: 31.102.2011
Zuschauer: etwa 700, fast ausverkauft
Konzertdauer: 80-90 Minuten


Chokebore sind besser als Sex!

Nun ja, vielleicht nicht besser als Sex mit deren umwerfend aussehenden Frontman und Womanizer Troy von Balthazar, einem faden Bums mit einer im Halloween- Suff kennengelernten Person aber sicherlich vorzuziehen.

Am Tage der beleuchteten Kürbisse und der gruseligen Verkleidungen, hatten sich etwa 700 unmaskierte Fans in der Machine du Moulin Rouge eingefunden. Ein famoses Kennerpublikum, das leider aber zu 70 % männlich (und über 35 oder 40, so wie ich) war. Unter ihnen alte Anhänger wie der Kultfotograf Robert Gil, der Betreuer des Chokebore Forums Florent Dupont und die Fotografin Magali Boyer, die vor ein paar Monaten sogar einen richtigen kleinen Bildband über Troy von Balthazar herausgegeben hatte. Alle warteten sie gespannt wie die Flitzebogen auf das nun kommende Set der kultigen Sadcore Helden Chokebore. Die Band aus Hawaii hatte erst im Februar 2010 in der Pariser Maroquinerie ihr Comeback in Frankreich gefeiert und war seitdem wieder sehr aktiv. In den letzten 14 Tagen haben sie gar ununterbrochen gespielt und dabei auch Station in Nürnberg, Trier (Christoph, wo warst du am 19. Oktober??) und in Weinheim gemacht. Ein Wunder insofern, daß sie heute in Paris so unglaublich dynamisch und taufrisch agierten. Die Band selbst hat zur Begründung ihrer Stärke während und nach dem Konzert mehrfach in Richtung Publikum gesagt: "you guys gave us the energy to do this." Damit lagen Troy und Kollegen absolut richtig. Die Leute trugen Chokebore in der Tat durch ihr intensives und recht langes Set und motivierten die Gruppe durch ihre langen Beifallsbekundungen und ihre pogoartigen Tänze bis in die (teilweise schütteren) Haarspitzen. Eine Mannschaftsleistung, in der zwar der unfassbar charismatische Troy von Balthazar der uneingeschränkte Leader war, aber jeder seinen Teil zum Gelingen des Ganzen beitrug. Die baumlangen Gebrüder Kroll an Bass (James) und Gitarre (Jonathan) arbeiteten wie immer dezent, effizient und zuverlässig und Drummer Christian Omar Madrigal Izzo ließ hinten nichts anbrennen und peitschte mit seinen trockenen und schweren Hieben die Vorderleute an.

Es war ein Set wie aus einem Guss, indem explosive und grungerockige Stücke dominierten, aber auch ruhigere und melancholischere Songs ihren Platz hatten. Neue und alte Fans kamen diesbezüglich voll auf ihre Kosten, sieht man mal davon ab, daß der Klassiker Days Of Nothing nicht gebracht wurde.

Dafür aber gab es etliche Hits. Schon sehr früh wurde You Are The Sunshine Of My Life geschmettert und auch Pacific Sleep Patterns und Valentine fehlten nicht. Hinzu kamen Stücke von der nagelneuen Vinyl Ep Falls Best, allen voran Lawsuit, das einschlug wie eine Bombe. Ein für Chokebore Verhältnisse fast melodieseeliger Song, der mit schweren Riffs und der typischen tiefen Melancholie und inneren Zerissenheit (I never give you my heart, I'm using it, you never lend me your dog, I'm envious... we sometimes lose the love and we get used to it, healtyh dogs and smiling faces, this is what the world erases) aufwartete. Auch der Track Awesome stammte von dieser EP und hielt was der Titel versprach. Ein schwermütiger, pechschwarzer, fast suizidaler Psychoschocker, der auch mit kuriosen Lyrics überraschte: "Drinking champagne fast makes golden babies."

Das eingeschlagene Niveau und Tempo war fast durchgängig hoch, was dafür sorgte, daß den Zuschauern kaum Atempausen gegönnt wurden und die Zeit wie im Fluge verging. Man hatte sich gerade erst wunderbar in einen Rausch getanzt- und gebrüllt, da verließen die vier Helden nach etwa einer Stunde auch schon zum ersten Mal die Bühne. Aber Schluß sollte damit noch lange nicht sein. Was folgte war ein fulminanter Endspurt, in dem letzte Kräfte mobilisiert wurden. Valentine klang so herrlich wehmütig und leidenschaftlich, daß einem ganz warm ums Herz wurde. Wie immer schien Troy in einem hypnotischen Zustand, sang mit geschlossenen Augen und greinte langgezogen die Lyrics, daß es einem durch Mark und Bein ging. Mit Thin As Clouds wurde das Tempo dann noch einmal erhöht und von Balthazar riß seine Gitarre theatralisch in die Luft. Wahnsinn, wie elegant er sich auch bei wildesten Verrenkungen bewegte! Ein Perfomer vor dem Herrn. Geil auch Christian, der hinter seiner Schießbude den Fellen Peitschenhiebe überzog und die Gebrüder Kroll, die punktgenau und tight an den Seiten agierten. Das etwas vorgerückte Alter der Musiker schien nun keine Rolle mehr zu spielen, die Maschine war heiß geworden und lief auf Volldampf.



Die alten Haudegen dachten nichts ans Aufhören. Mehrere tolle und heißumjubelte Zugaben
reichten sich die Klinke in die Hand und als der zweite Block dieser "Encores" abgefeiert worden war, schien die Messe wirklich endgültig gelesen zu sein, Ordner befahlen den verschwitzten Zuschauern grimmigen Blickes, den Saal zu verlassen, das Konzert sei zu Ende. Dennoch kam aber nach langer Wartezeit und unermüdlichem Applaus die Band aus Hawaii noch einmal zurück und performte unter anderem noch den alten Klassiker A Taste For Bitters.

Ein sagenhafter Gig, den auch Fans der ersten Stunde hinterher als einen der allerbesten überhaupt bewerteten.

Lang lebe Chokebore!!

Aftershow:

Schon kurz nach dem Ende des Konzertes stürmen die Fans den von der Band und fleißigen Helfern betriebenen Merchandising Stand. Etliche T-Shirts werden abgesetzt und auch die Alben und die neue Vinyl LP erfreuen sich größter Beliebtheit. Drummer Christian ist nun zum ersten Mal richtig zu sehen. Während des Sets war er immer verdeckt und erst bei den Zugaben konnte man erkennen, daß er einen schicken schwarzen Adidas Jogging Anzug mit roten Streifen trägt. Christian lässt sich auch ganz relaxt abknipsen und als Basser James sieht, daß ich Fotos schieße, macht er eine witzige Grimasse.

Dann ziehe ich mit meiner guten deustchen Freundin Uschi ab und wir warten draußen vergeblich noch ein paar Minuten auf die Band. Da es kalt ist, beschließen wir die U-Bahn zu nehmen. Überall laufen einem verkleidete und krass geschminkte Halloween Zombies über den Weg. Bei der Haltestation Madeleine trennen sich meine und Uschis Wege. Dann aber überkommt mich eine große Lust, noch einmal nach Pigalle zurückzufahren, um zu sehen, was da noch so los ist und ob die Band inzwischen aus der Kabine gekrochen ist. Ich habe Glück und sehe schon von weitem Troy in einem stilvollen Mantel auf der Straße rumstehen. Wir begrüßen uns nett, plaudern (er erzählt mir u.a das er Filmmusik geschrieben hat) und überlegen, was wir noch machen können. Troy fragt, ob ich Lust habe, noch ein Bier mit ihm und der Band zu trinken. Da lasse ich mich nicht zweimal bitten und folge dem Tross in eine Brasserie auf der anderen Straßenseite gleich gegenüber von Moulin Rouge. Wir sitzen draußen, bibbern ein wenig und bestellen Bier. James hat eine richtige schöne Maß geordert, die ihm Troy aber alsbald abluchts. Ein großer Trinker ist der elegante Sänger aber dennoch nicht, er passt immer genau auf, was er zu sich nimmt und ist sicherlich auch auf seine fabelhaft schlanke Figur bedacht. Die Atmosphäre ist gelöst, eine nette Französin sitzt neben mir, die von Balthazr heute beherbergt und plötzlich kommt die Rede auf Berlin. Ich bekomme mit, daß alles Chokebore-Helden in Berlin leben. Da stelle ich (auf englisch) die Frage, ob sie denn auch deutsch könnten. Eine nette Blondine mit wundervollen blauen Augen antwortet mit ja. Sie ist Deutsche und mit James Kroll, dem Bassisten, verheiratet! Zwei Kinder (ein Junge, ein Mädchen) haben die beiden Sympathen schon zusammen und die wilden Racker durften heute sogar mit beim Konzert dabeisein. Witzigerweise ist aber der Bube ziemlich bald eingeschlafen! Bei dem Lärm!

Wir plaudern noch munter weiter und trinken in Ruhe unsere Gläser aus. Als der Kellner abkassieren will, kriegen wir alle einen kleinen Schock: die Maß kostet stolze 17 Euro! Gut insofern, daß alles Chokeborler in Berlin leben und von den dortigen günstigeren Preisen profitieren. In der Spreemetropole spielen sie am 15 November @ Marie-Antoinette. Save the date!

Setlist Chokebore, La Machine du Moulin Rouge, Paris, klick!

TROY VON BALTHAZAR Heroic Little Sisters @ Oliver Peel Session from stephaned on Vimeo.






Freitag, 1. April 2011

Troy von Balthazar, Paris, 31.03.11

4 Kommentare

Konzert & Photoausstellung: Troy von Balthazar

Ort: La Flaq, 36, rue Quincampoix, 75004 Paris

Datum: 31.03.2011
Zuschauer: vielleicht 80



In Paris passiert im Moment auch abseits der ausgetrampelten Konzertpfade so einiges. Heute zum Beispiel postete der Wirt vom Pop In bei Facebook ein Foto, das Will Sheff und einen anderen Musiker von Okkervil River beim Abjammen in dem kleinen Pub zeigte (klick!). Okkervil River gratis und akustisch, auch nicht schlecht, oder? Und dann war in den letzten Tagen auch noch Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten in der Stadt. Die Leute von der Blogothèque waren ihm auf den Fersen und am 30. November spielte er völlig umsonst in der Cigale. Ähnlich aktiv wie die Blogothekler sind auch die Jungs von Le Cargo, insbesondere Wirbelwind Renaud. Auch er filmt Musiker an ungewöhnlichen Orten und hat erst diese Woche eine Session mit Dark Dark Dark gedreht.

Und sein Kollege Micky Troy akustisch. Bitte sehr, brandaktuell:



Insofern auch nicht weiter verwunderlich, daß ich Renaud heute spätabend (gegen 23 Uhr) in einer neuen, sehr geschmackvoll dekorierten Bar names La Flaq unweit des Centre Pompidou traf. Er hatte mal wieder sehr früh spitz bekommen, daß Troy von Balthazar dort eine akustische Session spielen würde und das Ganze natürlich wieder für uns eingefangen. Zu dumm bloß, daß ich persönlich diesen kurzen Auftritt im wundervollen Gewölbekeller der Bar nicht gesehen habe. Mir ging es ohnehin in erster Linie darum, mir die Ausstellung der Pariser Fotografin Magali Boyer anzusehen, die von Balthazar seit über 5 Jahren auf Schritt und Tritt verfolgt und ihn unzählige Male abgeknipst hat. Selbst bei meiner Oliver Peel Session mit Troy war sie vor Ort, aber von dieser Veranstaltung schaffte es letztlich kein Bild in die Ausstellung.

TROY VON BALTHAZAR Heroic Little Sisters @ Oliver Peel Session from stephaned on Vimeo.



Dennoch gab es etliche absolut hochkarätige Fotos zu sehen, bis auf eine einzige Ausnahme alle schlicht und elegant in schwarz-weiß gehalten. Die Vernissage lief unter dem Motto "Troy magnified by Magali Boyer" und man kann die Pics noch bis zum 23. April in aller Ruhe ansehen.

Troy selbst wird man dann aber wohl kaum dort antreffen, er war nur heute zur Feier des Tages da und zeigte sich gewohnt höflich und natürlich. Als ich in die Bar kam, saß er gerade an einem der urigen Holztische und unterhielt sich. "Hey man, nice to see you!", raunte er mir zu, als er mich wiedererkannte und wir plauderten ein wenig über seine aktuelle Tournee, die ihn neben Frankreich auch durch Deutschland führen wird. Mit dabei ist sein Drummer von Chokebore, der charismatische Christian Omar Madrigal Izzo, und auch die süße französische Backgroundsängerin Adeline Fargier, der ich heute zum ersten Mal überhaupt begegnete. Sie wohnt im kalifornischen Passadena und ist deshalb nicht so oft in Paris anzutreffen. Ein total nettes Mädel, keine Spur arrogant und nun ja... sie hat eine super Stimme!

Morgen geht es für Troy, Christian und Adeline in die schöne Bretagne nach Lorient und bald werden sie auch in Germany aufkreuzen. Geht hin, es lohnt sich!

Zwei nette Ereignisse noch zum Anschied: zum einen gab es in der Ausstellung ein Foto der Zuschauer beim Festival in Evreux, wo man auch mich erkennen kann und dieses Bildchen wird auch im offiziellen Büchlein zur Ausstellung (Kostenpunkt: 25 Euro) drin sein. Und zum anderen schenkte mir Troy sein erstes Buch 3 Girls. Ja, ja, Buch, nicht CD! Der Mann ist auch Schriftsteller und arbeitet gerade schon an seinem zweiten Opus. Eigentlich wollte er es schon fertig geschrieben haben, aber das scheiterte aus einem einfachen und sehr gut nachvollziehbaren Grund: "Yeah, Oliver, when I was in Hawaii I wanted to finish my book, but then I went swimming all the time, you know?"

Foto- Ausstellung Troy von Balthazar:
La Flaq
36, rue Quincampoix
75004 Paris
Bis zum 23. April

Deutsche Konzerttermine Troy von Balthazar:

04.04.2011: Thalia Kino, Dresden
05.04.2011: Babylon, Berlin
07.04.2011: Jubez, Karlsruhe

und:

15.04.2011: La Machine du Moulin Rouge, Paris


Anmerkung: das hervorragende zweite Foto stammt von Micky alias L'esprit d'escalier
Mehr Fotos von dieser Show und einen französischen Bericht gibt es bei Le Cargo.

Aus unserem Archiv:

Troy von Balthazar, Paris, 23.11.09
Troy von Balthazar, Paris, 18.04.09
Troy von Balthazar, Paris, 04.12.06
Chokebore, Evreux, 27.06.10
Chokebore, Brüssel, 20.02.10
Chokebore, Paris, 19.02.10





Sonntag, 27. Juni 2010

Chokebore & The Black Keys & Caribou, u.a., Festival Le Rock Dans Tous Ses Etats, Evreux, 27.06.10

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Konzert: Chokebore & The Black Keys & Caribou, u.a., Festival Le Rock Dans Tous Ses Etats,
Ort: Hipodrome d'Evreux, Normandie, Frankreich

Datum: 27.06.10

Zuschauer: tausende
, aber leider weniger als in den letzten Jahren



Weiber, Weiber, Weiber! Obwohl glücklich verheiratet und seit 15 Jahren absolut treu, kann ich nicht davon lassen, hübschen Mädchen hinterherzugucken. Bei Festivals ist der Augenschmaus besonders groß und ich bin nicht der einzige Mann, der vom Kopfumdrehen einen steifen Nacken bekommt. Ein kleiner Tiger Woods schlummert irgendwo in jedem von uns. Und umgekehrt ist es ja genauso, bloß, daß die Mädels diskreter und weniger plump die Männer auf den Festivalwiesen inspizieren. An diesem heißen Juni Samstag war ich für einen Tag eine Frau. Sozusagen. Meine Augen waren nämlich zumindest eine gute Stunde lang auf den Womanizer Troy von Balthazar, seines Zeichens Frontmann der hawaiianischen Grunge/Sadcore Band Chokebore gerichtet. Wie gebannt beobachtete ich die Mimik und die auffällige Körpersprache des höchst charismatischen Sängers und Gitarristen. Was für ein Heißsporn! Dabei ist er zwischen den Songs so unglaublich höflich und wohlerzogen. Nie kommt ihm ein vulgärer Spruch über die Lippen, immer ist er anständig, sympathisch und kommunikativ. Wehe aber einer der unzähligen saumäßig traurigen und oft saumäßig harten Lieder von Chokebore wird angestimmt! Dann erkennt man ihn nicht wieder! Sein Blick wird diabolisch, der Körper bebt vor lauter Spannung und die Gitarre wird zur Waffe. Er scheint meistens einen Kampf gegen sich selbst zu führen, wimmert, brüllt, winselt wie ein geschlagener Hund. Ein Wechselbad der Gefühle, auch für die Fans. Nur Elliott Smith (der Allergrößte unter den Melancholikern) und Conor Oberst singen ähnlich weinerlich und voller Selbstmitleid, so daß man am liebsten gleich mitheulen möchte. Ein Troy Bruno von Balthazar verweilt aber nie lange im Jammertal, sondern begehrt mit aller Macht gegen die Depression auf. So als wolle er ausdrücken: "Ich lasse mich nicht von Dir unterkriegen, du verfluchte Schwermut! Nicht ich! Ich bin ein Held, ein Siegertyp, auch wenn ich manchmal hadere wie dereinst Boris Becker, der wie ein kleines Kind fluchte und schrie: "Miiissssssttt! Ich spiele mir eine Scheiße zusammen! Und so etwas in einem Wimbledonfinale!"

Sowieso seltsam und gleichzeitig ungemein faszinierend, wieso ausgerechnet ein blendend aussehender Sunnyboy wie Troy so traurig und verzweifelt sein kann. Man nimmt ihm seine Seelenpein dennoch ungeprüft ab, soviel Wut und Frustration kann man einfach nicht spielen. Oder aber Troy hat das Talent eines Hollywood Schauspielers. Alles ist möglich bei diesem ungekrönten Superstar der Indiemusikszene. Warum ist er eigentlich so unbekannt? Warum spielen Chokebore nicht im Stade de France wie die verfluchten Typen von Muse? Sind die Hawaiianer etwa nicht die famoseste Rockband der Welt? So dufte, daß Kurt Cobain himself Fan von ihnen gewesen sein soll? Hardcore Fans von Chokebore (und davon gibt es ein paar, selbst wenn es nicht allzuviele sind) wissen die Antwort. Klar ist das die beste Band der Welt! Man frage nur Florent, der sich seit Jahren um das Chokebore-Forum kümmert (auch in der Zeit, in der die Gruppe auf Eis lag) und natürlich heute auch wieder mit dabei war. Eine eingeschworene Anhängergemeinde haben die "alten Herren" also, aber Mainstream werden sie sicherlich nie werden. Zu wenig Kompromisse an die Massentauglichkeit machen die vier Mitvierziger und das ist auch gut so. Dennoch haben sie etliche Lieder, die als catchy zu bezeichnen sind (Days Of Nothing, You Are The Sunshine Of My Life, It Could Ruin Your Day etc.) ohne daß man aber wie bei fiesen Stadionrockern wie Muse oder Green Day mitgröhlen oder gar mitklatschen könnte. Pogo tanzen hingegen schon eher. Am Ende ging hier wirklich ziemlich der Punk ab und Troy gab noch einmal alles, strauchelte theatralisch über den Boden, schrie wie am Spieß und schleuderte wild mit seiner Gitarre durch die Gegend, bevor er nett lächelnd und "winke winke" machend mit seinen Jungs von der Bühne schlich. Eine Zugabe gab es noch, dann war Sense. Was für ein granatenhaftes Konzert! Oder wie der Franzose sagen würde: "Quel concert! Put... de sa mère!"

Setlist Chokebore, Festival Le Rock Dans Tous Ses Etats, Evreux (merci à Florent!!):

01: Narrow
02: Little Dream
03: Thin As Clouds
04: Alaska
05: Days Of Nothing
06: Popular Modern Themes
07: Lawsuit
08: Bad Things
09: Police
10: One Easy Pieces
11: You Are The Sunshine Of My Life
12: Coat

13: It Could Ruin Your Day

Es gab natürlich noch ein paar andere Bands beim Festival in Evreux. Viele kannte ich allerdings gar nicht. TV Glory, Shining, FM Belfast, wem sagen solche Namen schon etwas? Da hat man beim Line-Up im Gegensatz zu den letzten Jahren wo Headliner wie Franz Ferdinand, Gossip oder die Kaiser Chiefs aufgeboten wurden, doch deutliche Abstriche gemacht. Ein paar bekannte Formationen gab es aber doch:

Caribou: Elektro-Pop mit Grips, vorgetragen von einem nerdigen Vierer, der bühnentechnisch ganz kompakt aufgestellt war. Vorne links Ober-Caribou Dan Snaith, der ähnlich wie ein Konstantin Gropper ein Solokünstler mit Live Bandbegleitung ist und alle Fäden zusammenhält, rechts von ihm ein energischer Trommler und im Windschatten dahinter ein Bassist und ein Gitarrist. Die vier lieferten sich einen Wettkampf, wer am ehesten dem Klischeebild des einsamen, aber genialen Mathegenies entspricht, derart uncool wirkten sie. Einem Teil des Publikums gefielen sie trotzdem und wenn man sich auf die synthetische Musik einließ, konnte man in der Tat abtauchen und sich treiben lassen. Ich hingegen schwitzte bei über 30 Grad wie ein Blöder und wäre am liebsten Baden gegangen oder so. (witzigerweise heißt das aktuelle Album von Caribou Swim, das passt!) Da kein Schwimmbad oder See in der Nähe war, verweilte ich aber bei den Kritikerlieblingen und konnte dem ein oder anderen Song etwas abgewinnen. Zum wirklichen Fan werde ich aber wohl nie, weil die Kerle ihre verfluchten Gitarren nicht einsetzten, wie sich das für richtige Männer gehört. Ich hörte nur Computerklänge und zuweilen zwei Schlagzeuge auf einmal. Ein paar Titel kannte ich, so z. B. Melody Day vom Album Andorra oder auch Odessa vom neuen Longplayer. Innovativ und ideenreich sind Caribou ja, aber es gibt charismaterische Bands. Live also am besten mit geschlossenen Augen genießen...

The Jim Jones Revue: Was war das denn für ein Käse? Wild posende alte Herren, die klangen als hätten sie Jerry Lee Lewis oder Elvis mit der Muttermilch aufgesogen?! Vermutlich sollte das bluesiger Gargenrock oder Rockabilly sein und die jungen Leute im Publikum fanden das so stark, daß sie das Crowdsurfen anfingen, mir wurde es nach 5 Liedern aber zu bunt und ich ging eine Runde pinkeln. Pfui Teufel! Äh, ich meine natürlich den Zustand der Stehklos in Evreux. Obwohl...

The Black Keys:

Dan Auerbach sieht mit gestutztem Bart und kürzeren Haaren gar nicht so übel aus! Da fragt man sich, warum der Sänger und Gitarrist der Black Keys früher immer wie ein Waldschrat rumgelaufen ist. Wollte er sein wahres Gesicht verstecken? Wie auch immer, die Black Keys haben jedenfalls gerockt wie damals, als ich sie 2006 in der Pariser Cigale gesehen habe und von dem rohen, staubtrocken Bluesrock sehr angetan war. Seitdem sind sie Album für Album die Karriereleiter kontinuierlich heraufgeklettert, Dan Auerbach hat ein vielgelobtes Solowerk veröffentlicht und mit Brothers gibt es einen aktuellen Output. Um die neuen Stücken live umzusetzen, kamen heute zwei zusätzliche Musiker mit hinzu. Wozu genau die da waren, wußte ich allerdings nicht so recht, denn die Black Keys machen schon als Duo einen Höllenlärm und brauchen eigentlich keine Verstärkung, um ein Festivalgelände in Wallung zu versetzen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, daß ich die neuen Tracks vom aktuellen Opus Brothers vorher nicht kannte und so war es auch nicht weiter verwunderlich, daß mich ein altes Lied am Ende am meisten packte. Your Touch ist so herrlich auf den Punkt gespielt und so kompromisslos hart, daß ich noch eimal richtig in Fahrt kam.

The Black Keys sind cool, schaut sie euch an, wenn sie in eurer Nähe aufkreuzen!

Suicidal Tendencies: Genau das Gegenteil empfehle ich für Leute mit Geschmack, wenn Suicidal Tendencies in eurer Stadt spielen. Ein einziges Gehaue und Gesteche, feiste Typen die mit Football Shirts rumhüpfen wie verfluchte Rapper und mit diesem Käse natürlich beim Publikum super ankommen. Schauderhaft! Aber so ist das eben bei Festivals, da gewinnen immer die Krachmacher und Bulldozer die Sympathien und mir wurde hinterher zugetragen, daß am Ende jede Menge Leute auf die Bühne geholt wurden. Da war ich zusammen mit meinen beiden Kumpels längst schon im Auto Richtung Paris unterwegs. Wir waren uns einig: Chokebore allein waren die Anreise wert!


Aus unserem Archiv:

Chokebore, Paris, 19.02.2010
Chokebore, Brüssel, 20.02.2010 (bei Christophs Bericht blieb es leider bei einer Einleitung. Das Konzert hat ihm die Sprache verschlagen, gell?
Chokebore, München, 16.02.2010 von Eike vom Klienicum



Sonntag, 21. Februar 2010

Chokebore, Brüssel, 20.02.10

4 Kommentare

Konzert: Chokebore
Ort: Botanique, Brüssel (Orangerie)
Datum: 20.02.2010
Zuschauer: nicht ausverkauft aber recht voll
Dauer: 73 min


Ehrlich gesagt sind Chokebore in ihrer aktiven Phase vollkommen an mir vorbeigegangen. Mein Musikgeschmack war damals (noch deutlich) englandlastiger als heute, und zu der Handvoll US-Bands, die ich wirklich wahrgenommen hatte, gehörte die zu den "zehn unterbittlichsten und großartigsten Gitarren-Bands der ausgehenden neunziger Jahre" (spiegel.de) zählende Band nicht. Daher war weder Wehmut noch alte Verbundenheit Antrieb, das Brüsseler Comeback-Konzert der auf Hawaii gegründeten Indie-Band zu sehen. Es war ein mail bei last.fm, das ich für mich mit "warum eigentlich nicht?" beantwortete.

Meine Neugierde hatte aber natürlich vor allem die Tatsache geweckt, daß Chokebore Frontmann Troy von Balthazar vor kurzem eine Oliver-Peel-Session im mittlerweile in Paris sehr bekannten Wohnzimmer von Oliver gespielt hatte - (als erster Kumpel von Kurt Cobain).

Zum Konzert dann in Kürze!

Setlist Chokebore, Botanique, Brüssel:

01: Ciao L.A.
02: Little dream
03: A taste for bitters
04: Popular modern themes
05: Geneva
06: Narrow
07: Thin as clouds
08: Days of nothing
09: Sections
10: Lawsuit
11: Police
12: Bad things
13: Alaska
14: Get blonder
15: Person you chose
16: It could ruin your day
17: The perfect date

18: One easy pieces (Z)
19: You're the sunshine of my life (Z)
20: ? (Z)



Samstag, 20. Februar 2010

Chokebore, Paris, 19.02.10

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Konzert: Chokebore

Ort: La Maroquinerie, Paris
Datum: 19.02.2010
Zuschauer: restlos ausverkauft
Konzertdauer: 70-75 Minuten


Petite chronique en français ci-dessous!


Boah, was für ein fulminantes Konzert! Die kultigen Hawaiianer Chokebore haben gerockt, als hätte es nie eine Pause gegeben. Troy von Balthazar war in Bestform! Sexy, charismatisch, wild und stimmlich voll auf der Höhe. Die Stimmung hätte logischerweise kaum besser sein können und am Ende ging unglaublich der Punk ab. An diesen sensationellen Auftritt werden wir uns hier in Paris noch in 100 Jahren erinnern! G-R-A-N-D-I-O-S !!!

Wer einen ausführlicheren Bericht wünscht:

Eine Sauerei von den Pariser Konzertveranstaltern Shearwater und Chokebore am gleichen Tag in verschiedenen Locations anzusetzen! Und dann spielte auch noch die vorzügliche englische Folksängerin Nancy Elizabeth im Espace B. Gemein!

Ein Listenplatz für Shearwater wartete bereits im Nouevau Casino auf mich, als mich meine Frau um 20 Uhr anruft, um mir mitzuteilen, daß Florent, der Betreiber des Chobebore- Forums, doch noch ein Gratis-Kärtchen für Chokebore für mich hat. War verdammt schwierig da ranzukommen, denn die gesamte Indie-Gemeinde von Paris wollte unbedingt beim Comeback der Band aus Hawaii dabei sein.

Ich also doch in die Maroquinerie zu Troy und Kollegen. Die ungemein talentierte Französin Le Prince Miiaou (auf dem Foto) ist leider schon mit ihrem Set durch, als ich eintreffe. Aber sie kommt ja bald wieder. Bei Chokebore weiß man das mit dem Wiederkommen nicht so genau. Die Sadcore Band legt immer mal wieder längere Pausen ein und eigentlich dachte fast jeder, daß der Ofen endgültig aus sei. Im November 2009 dann aber das Verkünden der Reformation und im Nu waren die Tickets für das Pariser Konzert ausverkauft.

Die Meute in der Maroquinerie ist aufgeheizt, wie ein Bulle, der in die Arena geschickt wird. Schon gleich beim ersten Lied wird gehüpft, gestoßen, mitgesungen. Troy von Baltahazar scheint Liebe mit seinem Mikrofon zu machen, so sinnlich und leidenschaftlich nähert er sich diesem an. Kein Gramm Fett auf seinem perfekten Körper und der Hintern ist nach wie vor knackig und straff. Kein Wunder, daß die Weiber auf ihn fliegen! Seine Bandkollegen sehen nicht mehr ganz so taufrisch aus. Gitarist Jonathan Kroll wirkt mit seiner Brille und seinem bedächtigen (und gekonnten!) Spiel wie ein Physik Professor, während sein Bruder James in Horst Hrubesch Manier grobgliedrig und imposant seinen Bass beackert und bei jedem Lauf seine immens langen, tätowierten Arme rumbaumeln lässt. Der langmähnige Drummer Christian Omar Madrigal Izzo kann seine Geheimratsecken ebenfalls nicht verbergen, aber er trommelt präzise und verdammt schnell. Einige Songs gehen gleich voll auf Ganze und treffen die Fans wie ein linker Aufwärtshaken, (It Could Ruin Your Day) andere Nummern kommen melancholisch und eher gemäßigten Tempos daher (Days Of Nothing). Alle Schaffensperioden werden durchexerziert und es gibt neben Klassikern auch Neuheiten und unveröffentliches Material, das man praktischerweise gleich nach dem fulminanten Konzert auf der Bühne kaufen kann. Die Scheibchen gehen weg wie frisch geschnittesnes Brot und fast alle sind sich hinterher einig, daß dieses Comeback kein Griff ins Klo war. Hier haben sich Musiker präsentiert, die noch einmal Bock hatten, zusammen Staub aufzuwirbeln und die Gitarren aufheulen zu lassen. Aber wer weiß wie lange dieses Comeback hält? Deshalb unbedingt am 24. Februar zum letzten Deutschland Termin im Festsaal in Kreuzberg, oder nach Prag ins 007 am 26. Februar!


Pour nos lecteurs français:

Un concert énorme avec une ambiance de folie. Chokebore sont bel et bien de retour!!
Emmené par un Troy von Balthazar sexy en diable, énergique et rageur* comme aux plus beaux jours du grunge le quatuor de Hawaii a prouvé qu'il y a des reformations réussies et bienvenues. Dès le premier morceau dans une Maroquinerie pleine comme un oeuf la foule était à fond et il ne fallût pas attendre très longtemps avant que les premiers slams ne commencèrent. Variant à merveille les titres puissants et rentre-dedans avec les chansons melancoliques et sombres (Troy:" this a depressing song, we live for that!") Chokebore a fait preuve d´élégance et de finesse musicale, contrairement à certains. C'etait bien rodé et sans faille malgré leur longue pause. Aprés le concert, il était possible de faire l'acquisition de quelques raretés au stand, ce dont le public ne s'est pas privé!! D'autant plus que les artistes étaient également présents pour répondre aux questions de leurs fans. Bref, tous les ingrédients pour une soirée mémorable!!

*un spectateur hurla même: "Troy you are a fucking rock star, you have to admit!" et Troy répliqua: "Oh no, I will never admit that"



Setlist Chokebore, La Maroquinerie, Paris:

01: Ciao L.A.
02: Little Dream
03: A Taste For Bitters
04: Pop Mod
05: Geneva
06: Narrow
07: Thin As Clouds
08: Days Of Nothing
09: Sections
10: Lawsuit
11: Police
12: Bad Things
13: Alaska
14: Get Blonder
15: Person You Chose
16: It Could Ruin Your Day
17: Perfect Date

18: One Easy
19: You Are The Sunshine Of My Life
20: Coat

- Merci beaucoup à Florent de Chokebore.net!
- Review, Photos & Video @ Rockerparis. Klick!
- Chronique et belles photos sur le hiboo.com. Ici
- Superbes photos chez Robert Gil. Ici
- Berauschender Konzertbericht über das Konzert von Chokebore in München auf dem Klienicum. Eine unglaublich anregende Lektüre!
- Viel mehr Photos von Chokebore, klick!



 

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