Posts mit dem Label La Boule Noire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label La Boule Noire werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 27. März 2013

Troy von Balthazar, Julien Pras u.a., Paris, 20.03.13

0 Kommentare


Konzert: Troy von Balthazar (& Julien Pras & Luis Francesco Arena & The Electric Fresco)
Ort: La Boule Noire,Paris
Datum: 20.03.2013
Zuschauer: etwa 200
Konzertdauer: Troy etwa 1 Stunde,Julien Pras 50 Minuten, die anderen beiden kürzer



Troy von Balthazar ist ein unglaubliches Phänomen. Ein Mann voller Widersprüche. Optisch wirkt er wie der typische kalifornische (oder besser hawaiianische) Sunnyboy und man könnte sich ihn auch perfekt als leichtlebigen Surfer vorstellen. Musikalisch hat sein Schaffen aber so rein gar nichts mit unbeschwertem Strandleben und der Leichtigkiet des Seins zu tun. Da klingt alles schwerst traurig, wolkenverhangen und tödlich melancholisch.



Warum eigentlich fragt man sich? Und schiebt kurze Zeit später diese Frage wieder beiseite, weil man der Person Troy von Balthazar nicht zu Nahe treten und seine Privatsphäre respektieren will und weil man auch gar nicht wirklich das Mysterium um seine Person auflösen will. Lieber erhält man sich das Rätsel, benügt sich damit festzustellen, daß er ein sensibler und gefühlsbetonter Mann ist, der zufälligerweise in einem starken, drahtigen Körper steckt und hört seiner fragilen Musik zu.


 

Musik, die nie trauriger, allerdings auch nie schöner und nahegehender klang als an jenem 20. März in der Pariser Boule Noire. Etwa 60 Minuten lang hauchte der Hawaiianer seine suizidalen Songs theatralisch wie immer in sein Mikro, spielte dazu E- und ab und an akustische Gitarre und jagte mir damit ein riesiges Messer durchs Herz. Das war schonungslos emotional, schockierend trist, aber irgendwie auch wahnsinnig tröstlich.

Auf einen für depressive Stimmungen anfälligen Menschen wie mich wirkten die Stücke wie Balsam auf die Seele, ich fühlte mich verstanden und in Geborgenheit.

 

Da es nicht übermäßig voll war, enstand eine sehr intime Atmosphäre, zumal diejenigen die da waren, in der Mehrzahl zu den Hardcorefans zählten. Die waren nicht rein zufällig hier, sondern verfolgen die Karriere des Hawaiianers schon seit Jahren. Florent Dupont (vom Chokebore Forum), Magali Boyer (die Fotografin eines feinen Bildbandes über den Musiker), Oliver Peel (keine Ahnung, wer das ist), all diese Leute wissen genau, daß der ex (?)-Chokebore Sänger ein Ausnahmekünstler ist. Wer sich einmal mit diesem Melancholiker beschäftigt hat, kommt von ihm nicht mehr so leicht los. Zu groß ist seine Klasse, zu stark sind seine Songs, zu charismatisch ist der Bursche. Einmal Fan, immer Fan.

Zu recht, denn man hat das Gefühl, daß sich der Musiker immer noch weiter verbessert, noch weiter reift, noch bessere Lieder schreibt.


"C'est un tube- das ist ein Hit" schrie ein etwas verrückter Fan während des Konzertes immer mal wieder rein, wenn ein altbekannter Song erklang (z.B. Heroic Litte Sisters, immer noch sagenhaft) Aber die Lieder von Troy sind nie kommerzielle Hits geworden, sie waren es immer nur aus Sicht der Indie-Leute. Textzeilen wie "My life has no meaning", I drink to keep the tigers away oder "Days Of Nothing" (von Chokebore) sind halt nicht sonderlich radiotauglich. Der Mainstream mag es happy und unbeschwert.

Dabei finde ich persönlich gerade die stark schwermütige Seite besonders anziehend. Kaum einer vermittelt sie so glaubwürdig wie von Balthazar, wobei der Künstler mit dem Thema nie zu schwülstig umgeht, sondern immer auch ein gewisses, sehr sympathisches Augenzwinkern erkennen lässt. Symptomatisch dafür war Troy's Kommentar: "So now I wanna play a sad song, because the others before were so happy". 

Der "sad song" von dem der Ami sprach hieß dann Tone Clusters. Ich kannte das Stück vorher nicht, war aber von Anfang an total geplättet.  Melancholischste Gitarren, fast wie bei Balladen von Interpol, erfüllten den Raum und tänzelten im Sample-Modus das ganze Stück über sehnsüchtig vor sich hin. Troy sang dazu Zeilen wie: I want you to remember me this way oder I want you to remember the falling face" und wer bis dahin noch nicht den perfekten Song für seine Beerdigung gefunden hatte, wurde hier fündig. Das war ganz großes Kino, an Gefühl und Intensität kaum zu übertreffen.

Dennoch war auch das übrige Set kaum schwächer, wenngleich mit Tone Clusters in der Tat der emotionale Höhepunkt erreicht worden war.


Hatte Troy die ersten sechs Songs stehend bestritten, ging er nun in sein "Wohnzimmer" und spielte ein paar Lieder lang sitzend weiter. Ein Teil der Bühne war tatsächlich wie ein kleines Wohnzimer eingerichtet, es gab einen Sessel, eine Stehlampe und einen roten Vorhang. Etwas karg, aber man konnte es sich da durchaus bequem machen. Troy hätte jetzt eigentlich Passagen aus seinem neuen Buch This Poem Does Not Please Her vorlesen können, aber das hielt er für zu "pretentious", zu abgehoben, so zumindest hatte er sich am Vortag beim tollen akutischen Showcase in der Boutique der Balades Sonores hierzu geäußert. 

Es ging also mit Musik und keinem Buchvortrag weiter und wir hörten unter anderem nach dem Tigers- Intro mit unsäglich trister Frauenstimme  das suizidale White Sailboat, ein sehr sanftes, absolut wundervolles Lied, in dem auch die Songzeile "I'm with the demon", dem Titel des aktuellen Albums, vorkam. Den Song Applause performte Troy auf seinem kleinen Piano, musikalisch toller fand ich allerdings Santiago, ein Lied mit treibenden, fast militärischen Ryhthmen, verführerischen Gitarrenparts und einem langgezogenen, sehnsuchtserfüllten Gesang mit psychedelischer Note. Ein Kracher!



Auch Queen Of What empfand ich als Highlight. In einer Stelle hieß es textlich: let's go back to my place and I will perform for you", was Troy vorher kurz damit erklärt hatte, daß er in einem einem kleinen fürchterlichen Appartement im 14. Pariser Arrondissement gelebt hatte ("a horrible, little flat"), in dem er allerdings "nice times" erlebte.



Zum Song Tigers, stellte sich von Balthazar mit einem kleinen Gettoblaster und Percusssions in der jeweiligen Hand auf einen Stuhl und trug ihn mit geschlossenen Augen vor.



Die Schlußphase dann noch einmal ganz groß. Real Strong Love war catchy as hell und das anfänglich elektronisch pluckernde Heroic Litte Sister so etwas wie Troys größter Hit, der nichts von seiner Strahlkraft verloren hat und heute in einer herrlichen, leicht abgewandelten Form präsentiert wurde.

Dann war aber auch schon Schluß, zumindest fast. Es gab als Zugabe noch das wundervolle Wings und viele nette und höfliche Worte des ungemein gut erzogenen Hawaiianers an das Publikum. Für ihn sei es nach wie vor seltsam, daß Leute klatschen würden, bekundete er ganz aufrichtig. Das sei ein merkwürdiges, aber schönes Gefühl.

Nun, Applaus hatte er sich redlich verdient, denn dieses etwa einstündige Konzert machte deutlich, daß Troy von Balthazar einer der ganz großen Singer-Songwriter unserer Zeit ist. Die stürmische Phase von Chokebore scheint vorbei, heute das war harmonisch rund und sagenhaft schön.

Rätselhaft bleibt von Balthazar trotzdem und das ist auch gut so. Er ist eben ein unglaubliches Phänomen!

Setlist Troy von Balthazar, La Boule Noire, Paris

01: Took Some Dollars
02: Tiger Vs.Pigeon
03: Rainbow
04: Communicate
05: Tone Clusters
06: I Block The Sunlight Out
07: Intro: Keep The Tigers Away (Frauenstimme von Band)
08: White Sailboat
09: La Fatigue
10: Applause
11: Tropical
12: Santiago
13: Zeros
14: Queen Of What
15: Tigers
16: Real Strong Love
17: Heroic Little Sisters

18: Wings 

Deutsche Tourdaten Troy von Balthazar:

12.04.2013: Café Nun, Karlsruhe
13.04.2013: Bedroomdisco, Frankfurt
19.04.2013: Aalhaus, Hamburg
20.04.2013: TBA
21.04.2013: Bunker Ulmenwall, Bielefeld 
23.04.2013: Pretty Vacant/The Tube Club, Düsseldorf
26.04.2013: Jukufa, Brandenburg
27.04.2013: Schokoladen, Berlin

Nachtrag: vorher waren noch ein paar französische Acts aufgetreten, die wie von Balthazar auf dem tollen Label Vicious Circle beheimatet sind, das an jenem Tage seinen 20. Geburtstag feierte. Meine Aufmerksamkeit galt aber ausschließlich dem Hawaiianer.






Dienstag, 27. November 2012

Shearwater, Paris, 23.11.12

1 Kommentare


Konzert: Shearwater (Jesca Hoop)
Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 23.11.2012
Zuschauer: nur halb voll (ich bin Optimist), also etwa 200
Konzertdauer: gut 80 Minuten



Schon verflixt, wenn man die Qual der Wahl hat. Da spielen am 23. November in Paris doch ausgerechnet auch noch 'Allo Darin & Myra Lee gratis im International, aber ich bin schon mit Shearwater verabredet und halte mein Date auch ein.



Andere Fans der Texaner sind da weniger treu. War die Show von Shearwater im Februar 2010 in der 500 Leute fassenden Maroquinerie noch ausverkauft, so fanden sich heute optimistisch geschätzt nur etwa 200 Besucher in der Boule Noire ein. Eine Denkzettel für das weniger gemochte aktuelle Album Animal Joy, Ausdruck einer allgemeinen Krise bei  Indie-Konzerten oder zuviel Konkurrenz am heutigen Tage auf anderen Bühnen der Stadt? Hmm, ich denke eine Mischung aus allen drei aufgezählten Faktoren.



Den musikalischen Höhepunkt hat die Band von Sänger Jonathan Meiburg sicherlich im Jahre 2009 mit ihrem vorzüglichen Album Rooks erreicht, an das qualitativ bisher nichts mehr rankam. Schlecht waren The Golden Archipelago und das 2012 Werk freilich nicht, aber einen gewissen Abschwung muss man dennoch nüchtern konstatieren. Dabei war ich 2009 davon überzeugt, daß die Gruppe noch deutlich größer und bekannter werden und es nur noch nach oben gehen würde. Aber ich lag falsch, weiß ohnehin nicht was ein breiteres Publikum mag oder nicht.



Das wichtigste ist eh, daß Shearwater nach wie vor eins sind: toll. In der Boule Noire zu Paris haben sie dies wieder einmal bewiesen. Von Anfang an machten sie wahnsinnig viel Druck, feuerten aus allen Rohren und klangen nach saftigstem Indierock und viel weniger nach Folk als damals. Alle ruhigen Elemente und Instrumente sind inzwischen verschwunden. Es gibt keinen Kontrabass mehr, auch keine esoterischen Flöten, keine mysteriösen Töne, die dadurch entstehen, daß ein Geigenbogen durch ein Xylophon gezogen wird und viel weniger Pianotracks. Shearwater 2012 das ist Rock pur. Wer befürchtete, Jonathan würde mit seinen Pianoballaden Chris Martin immer ähnlicher, kann aufatmen, in diesem Jahr speit der schlaksige Bursche Feuer, schreit rum wie ein Gestörter. Und das ist auch gut so, denn live berauscht nur weniges so gut wie kompromissloser, auf den Punkt gespielter Indierock ohne Schnörkel. Leute, die es geil finden, wenn ihre Ohren hinterher rauchen, kamen hier voll auf ihre Kosten. Vor allem das Schlagzeug knallte brutal laut aus den Boxen und die Gitarren und verzerrten Synthieparts erreichten ebenfals enorm hohe Werte auf der Dezibel-Skala. Für Meiburg war es dennoch kein Problem, über diese Gitarrenwände drüber zu singen. Er hat ein solch lautes und kraftvolles Gesangesorgan, daß er sicherlich noch einen Presslufthammer übertönen könnte. Dabei beherrscht er natürlich auch die leiseren Töne perfekt und sein Falsettgesang verdiente sowieso Schönheitspreise. Meistens sah man ihn heute aber mit weit aufgerissenem Mund und kämpferischer Pose.



Das Publikum dankte ihm und seiner Band den vollen Einsatz, die 200 Besucher klatschten und johlten regelmäßig euphorisch, wenn ein Song beendet wurde und hinterher sprach Meiburg noch ganz angetan auf glaubwürdige Weise von der "great crowd in Paris".



Ich persönlich amüsierte mich ebenfalls gut und konnte auch ein paar Highlights benennen. Das früh gebrachte Animal Life hatte berauschende Wirkung und bewies, daß das neue Album so schlecht nicht ist, Castaways vom Vorgänger kam herrlich melancholisch rüber und Open Your Eyes entwickelte sich überraschend gegen Ende zu einem wahren Killersong mit einem umwerfenden Instrumentalpart.


You As You Were war schnörkelos, catchy und flott, während Insolence subtiler aufgebaut war. Der Schlagzeuger hatte hier zunächst einen sich ständig wiederholenden Trommelrhythmus zu spielen, bevor Meiburg mit sanfter Falsettstimme einsetzte. Erst später wurden die Gitarren lauter, der Gesang von Jonathan fordernder. Es war ein ständiger Wechsel zwischen leisen und lauten Passagen. Für Leute die nur direkte zündende Songs mögen, war das wohl eher nix, aber ich empfand dieses mindestens 8 Minuten dauernde Stück als eines der spannendsten.


Unbedingt hervorzuheben auch die (halbe) Ballade für Jesca Hoop, die auf vorzügliche Weise solo in den Abend eingeleitet hatte (Born To in der langsamen Akustikversion absolut traumhaft!) und das ungemein stimmungsaufhellende Star Of The Age, bei dem sich die Band in einen regelrechten Rausch spielte.



Die Hits von Rooks kamen erst gegen Ende, genauer gesagt im Zugabenteil,  dann aber geballt. Leviathan Bound solo am Piano war atemberaubend intim, The Snow Leopard mit Band traumhaft schön und Rooks, das nach Black Eyes vom Album The Golden Archipelago perfomt wurde, verdiente nach wie vor die Krone des besten Lieds im Set. Nie haben Shearwater ihre Stärken mehr zur Geltung gebracht als hier, nie klang der Gesang von Meiburg berührender, die Melodie einschmeichelnder als auf dieser Perle. Es folgte noch das rockige Century Eyes und die Messe war gelesen.

Toll war's, wie immer bei Shearwater! Diese Band ist live einfach eine Bank.



Freitag, 26. Oktober 2012

The Wedding Present, Paris, 24.10.12

0 Kommentare

Konzert: The Wedding Present
Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 24.10.2012
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: 90 Minuten



"The Girl from the DDR", schon amüsant, daß die (halb)- legendären ("semi-legendary" wie Frontman Dave Gedge zu scherzen pflegte) The Wedding Present aus Leeds in England diesen Song spielten und meine gute Kumpanin Claudia aus Cottbus gleich neben mir stand. Sie musste lächeln und meinte kichernd: "oh, damit bin ja ich gemeint?! 



Es schien ohnehin fast so, als sei ein bestimmter Teil des Sets unserer kleinen deuschen Gruppe gewidmet (neben Claudia war auch Uschi aus Dortmund da), die in der zweiten Reihe das schwungvolle Konzert verfolgte. Außer The Girl From The DDR* gab es nämlich mit dem Klee Cover Erinner' dich sogar ein ganzes Lied in der Sprache Goethes, vorgetragen von der heißen schweizer Bassistin Pepe Le Moko, die mir mit ihren sexy Tattoos an den Armen und der verruchten Strumpfhose den Atem raubte. "Knips nicht immer nur die Mädchen ab" meinte Claudia irgendwann einmal zu mir, denn sie konnte von hinten sehen, daß ich wie ein Gestörter fast ausschließlich die Bassistin fotografierte. "Der Dave ist mir eben zu alt" erwiderte ich schroff und hielt wieder wie so ein Weltmeister auf die Bassfrau drauf. Aber auch die Blondine, die Dave immer die neuen Gitarren brachte (und in einer witzigen Szene dem Gitarristen auch ein Bier), wurde Opfer meiner Knipserei. Sie saß hinten seitlich an der Bühne und ich versuchte krampfhaft, ihre hübschen blauen Augen und ihren noblen blassen Teint für die Nachwelt einzufangen. Ich fragte mich die ganze Zeit, ob sie Daves Frau oder Freundin sei.





Aber kommen wir nach diser yellowpressartigen Einleitung zum musikalischen Teil, denn der hatte es in sich. Vor allem die erste halbe Stunde, in denen Klassiker aus dem Repertoire der Band gespielt wurden, war hochklassig und fetzig. Gedge und seine Mitstreiter, neben der Bassistin Pepe LeMoko gehörten auch Patrick Alexander an der Gitarre und Charles Layton an den Drums zur Band, spielten volle Pulle und feuerten Hits wie My Favourite Dress oder Sports Car ab. 


Und dann gab es eben das oben zitierte Klee Cover, bei der die Bassistin ihre hübsche, wenngleich ein wenig dünne, Stimme unter Beweis stellen konnte und die agressiven Gitarren dafür sorgten, daß aus dem netten Popliedchen ein richtig guter Indierocker wurde (zumindest wenn man über den banalen Text hinweghörte). Super war auch Deer Caught In The Headlights von der aktuellen Platte Valentina. Da kamen die ganzen Stärken der Engländer voll zur Geltung. Das kompromisslos schnelle Gitarrenspiel, das explosive Schlagzeug und vor allem am Ende eine fulminante Tempobeschleunigung, die alles in den Schatten stellte, was später noch  folgen sollte. Zwar waren natürlich auch Dare, Suck und Corduroy (nach wie vor ein geiler Song!) von Seamonsters (um die erneute Vermarktung dieses alten Albums ging es ja heute im Wesentlichen) grandios, aber irgendwann, so etwa nach einer Stunde Spielzeit, verpuffte ein wenig die hohe Spannung und Intensität der Anfangsphase, gab es einen klitzekleinen Hänger, wo auch ein paar Leute, die vorne standen, nach hinten gingen, um ein Bier zu trinken oder aufs Kloo zu gehen.



Nach etwa einer Stunde und 15 Minuten war nach Octopussy Seamonsters dann abgearbeitet, Balladen hatte es natürlich keine gegeben und der Schweiß rann bei den Musikern in Strömen. Gedge wirkte aber nicht sonderlich erschöpft, im Gegenteil, sein in die Jahre gekommenen Körper schien drahtig, seine Leibesfülle hielt sich in Grenzen. Er war in Form, soviel stand fest und er hatte noch ein wenig Saft über. Genau wie in Köln gab es zunächts Click Click (von dem 1994 er Album Watusi), und dann das heiter wirkende What Have I Said Now? (Bizarro). Zwei Lieder, die nicht unbedingt zu den besten des Sets gehörten. Da hätte ich mir doch ein wenig mehr Fantasie und eine Abwandlung der Setlist gewünscht. The Wedding Present haben so viele stärkere Lieder, hätten mit Sachen wie Interstate 5, A Million Miles oder California aus einem guten Konzert ein sehr gutes Konzert werden lassen.



So aber verblieb unter dem Strich ein grundsolider Auftritt, der tausend mal besser war als das, was man von den meisten jungen britischen Bands so zu hören bekommt, der aber Luft nach oben hatte. Auf die Schule bezogen: es wäre eine eins drin gewesen, wurde aber "nur" eine zwei.

Die Höchstnote konnte allerdings für die Mimik des Drummers gezückt werden. Der wirkte wie ein Fisch im Trockenen, blies immer mal wieder die Backen auf, pumpte Luft in seinen Lungen, zog die Augenbrauen nach oben, glotzte debil aus der Wäsche. In einem Monty Python Film wäre er glänzend besetzt gewesen. "Die spinnen eben die Engländer", diese ständig wiederkehrende Aussage der Franzosen über ihre Erzfeinde stimmt zumindest immer ein wenig. Aber was wäre das Leben ohne britische Pomusik?

P.S. : Vorgruppe war eine junge japanische Girlgroup namens Toquiwa, die rotzigen Garagenrock spielte. Die Mädels waren nicht gut, aber sehr unterhaltsam, coverten am Ende sogar Wedding Present und soffen meinem Kumpel David das Bier aus.

Setlist The Wedding  Present, La Boule Noire, Paris

01: End Credits
02: Sports Car
03: Girl From The DDR
04: My Favourite Dress
05: Erinner Dich (Klee)
06: Don't Touch That Dial
07: Deer Caught In The Headlights

Seamonsters:

08: Dalliance
09: Dare
10: Suck
11: Blonde
12: Rotterdam
13: Lovenest
14: Corduroy
15: Carolyn
16: Heather
17: Octopussy

18: Click Click
19: What Have I Said Now?




* bei dem Pepe Le Moko wie auf der CD ein paar deutsche Brocken sang


Dienstag, 25. September 2012

V.O., Paris, 22.09.12

1 Kommentare

Konzert: V.O.
Ort: La Boule Noire, Paris (Le Nouvel An Belge)
Datum: 22.09.12
Zuschauer: etwa 200
Konzertdauer: zwischen 35 und 40 Minuten



Die Abkürzung V.O. steht im französischen für Version Originale. Die Band V.O. kommt allerdings nicht aus Frankreich, sondern dem belgischen Brüssel. Belgien war das Thema dieses Wochenendes, denn es wurde in Paris das "Nouvel An belge" gefeiert. In vielen Kneipen, Bars und Clubs traten belgische Künstler gratis auf und erfreuten die Herzen der Musikfans. Das kleine Nachbarland von Frankreich hat eine überaus reiche Musikszene zu bieten und kann durchaus mit den Schweden oder den Dänen mithalten. Es gibt nicht nur Deus, das wurde hier ganz deutlich.


Ein Symbol für die Kreativität Brüssels war der absolut gelungene Auftritt von V.O in der kultigen Boule Noire (in dem kleinen Laden spielten u.a. schon Metallica und Interpol). 



Es handelt sich um eine sechsköpfige Indie Popband, die von dem Sänger und Gitarristen Boris Gronemberger angeführt wird. Der schnauzbärtige Musiker, der bereits bei einer Oliver Peel Session geglänzt hatte, versammelt eine erlesene Band um sich herum. Klarinettistin und Vibraphonspielerin Aurelie Muller kennen Insider sicherlich noch von Soy Un Caballo, aber auch der kahlköpfige Drummer Frank Baya kam und kommt beispielsweise auch bei Mièle zum Einsatz und trommelte bereits für Françoiz Breut. Die anderen Musiker haben ebenfalls allesamt Erfahrungen in anderen Formierungen gesammelt. Es präsentierte sich den neugierigen Zuschauern also so etwas wie eine Supergroup der belgischen Indie Popszene und was man zu hören bekam, war zum mit der Zunge schnalzen.


V.O. spielten eine absolut innovative, komplexe und geistreiche Musik, die aber nie zu experimentell und kopflastig wurde. Lediglich auf das übliche Schema: Strophe-Refrain-Strophe wurde verzichtet und das war eine Wohltat. Stattdessen wurde mit Stimmungen, Texturen, Melodien und Tempowechseln laboriert und auch der Sprung in cinematografische Gefilde gewagt. Als Soundtrack zu einem Movie würde sich die Musik von V.O. jedenfalls definitiv eignen und wird auch in der Tat dafür eingesetzt (was ich aber erst später erfuhr).


Stilistisch werden V.O teilweise mit Brian Wilson oder Robert Wyatt verglichen, ich persönlich dachte beim Konzert manchmal an die Beta Band, John Cale, die Besnard Lakes, Grizzly Bear, Midlake oder auch Field Music. Es war wiklich ein spannender Ritt durch die Musikgeschichte der vergangenen 40 Jahre, zu dem die Band aus Belgien ein interessantes neues Kapitel hinzufügt. Harmoniegesänge, psychedelische Phasen, etwas Progrock, Indierock, Pop, hier gab es von allem ein bißchen, ohne das deshalb ein planloser Gemischtwarenladen draus wurde. Ein inneres Band hielt die famos arrangierten Songs meisterlich zusammen.

Die Tracks stammten meistens von dem dritten Album On Rapids. Man höre nur den exzellenten Track When You See Red, um meine Schwärmerei zu verstehen. Aber auch auf französisch wurde gesungen, wenngleich nur in Ausnahmefällen, so zum Beispiel bei dem sehr schönen Dans La Pénombre.

Kurzum,V.O. sind wirklich eine fantastische Gruppe, die ihr unbedingt für euch entdecken solltet. Und nun seht euch bitte die eingebunden Videos an. Danke!








Montag, 7. November 2011

Dog Is Dead & Dry The River, Paris, 06.11.11

0 Kommentare

Konzert: Dog Is Dead & Dry The River

Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 06.11.2011
Zuschauer: nicht ganz voll


Wenn Dog Is Dead der neuste heiße Scheiß, die spannendste neuste Band aus England sein soll, dann gute Nacht Great Britain!

Jungsche Typen, die noch nicht grün hinter den Ohren sind und aussahen wie eine Schülerband bedienten sich schamlos bei den Kooks (die gekünstelte Stimme des Sängers), den Mystery Jets (die Harmoniegesänge) und den Maccabees (die rasant schnellen, melodischen Gitarren). Auch von den Rumble Strips und Larrikin Love haben die Burschen aus Nottingham abgekupfert. Dennoch gefielen sie dem unkritischen Publikum in der Pariser Boule Noire wahnsinnig gut, was ich mir nur mit dem der Jugend geschuldeten ungestümen Auftritt erklären kann. Oder mochten die Leute etwa das Saxofon?

Setlist Dog Is Dead, La Boule Noire, Festival des Inrocks, Paris:

01: Head In Your Hands
02: ?
03: River Jordan
04: Glockenspiel Song
05: 2 Devs
06: Young
07: Hands Down
08: Teenage Daughter




Dry The River im Anschluß peppten ihre wunderbaren Folksongs mächtig auf und rockten wie Hölle. Ich hatte die Engländer im Januar bei einem akustischen Wohnzimmerkonzert bei einer Freundin kennengelernt und seitdem marschieren sie. Wie hoch geht es noch für Dry The River? Wann ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Sänger Peter Liddle hat eine an Guy Garvey von Elbow erinnernde Reibeisentimme und konnte damit mächtig beeindrucken, aber auch die feine, von Will Harvey gestrichene Geige, verfehlte ihre betörende Wirkung nicht. Die fünf Heißsporne spielten aus einem Guss, feuerten einen packenden Song nach dem nächsten ab und gaben ihr Allerletztes beim finalen Stück Lion's Den.

Ich denke sie haben sich eindrücklich beim Publikum empfohlen. Wir sehen sie sicherlich demnächst in einer größeren Location wieder.



Dienstag, 13. April 2010

Emilie Simon, Paris, 12.04.10

2 Kommentare

Konzert: Emilie Simon

Ort: La Boule Noire, Paris

Datum: 12.04.2010

Zuschauer: ausverkauft

Konzertdauer: 75 Minuten



Ein Konzert zu Gunsten von Haiti, selbstredend eine gute Sache!


Organisiert wurde die Veranstaltung von der Boule Noire und einer Hilfsorganisation, die ein ganz konkretes Projekt, den Wiederaufbau einer Schule in Port au Prince, fördert. Die Künstler des heutigen Abends, Gaspard Royant und Emilie Simon verzichteten löblicherweise auf ihre Gage, die Zuschauer erhielten Zugang zum kleinen Konzertsaal mittels einer frei bestimmbaren Spende. 20 Euro wurden empfohlen und diese Summe und teilweise mehr haben die Gäste natürlich auch der guten Sache zukommen lassen. Auf Grund der geringen Größe der Boule Noire war die Platzkapazität aber sehr begrenzt, man musste eine E-mail an die Boule Noire schicken und wer zu spät kam, schaute in die Röhre. Ich war einer der Glücklichen, der früh genug geschaltet hatte und erhielt eine Bestätigungsmail, die ich an der Kasse vorzeigen musste.

Als ich eintrat, war der Franzose Gaspard Royant noch zu Gange. Ein Songwriter, den ich schon einmal in der Flèche d'or gesehen hatte und der mir besonders durch sein Duett mit der Folksängerin Marie-Flore in Erinnerung geblieben war. Marie-Flore glänzte heute aber durch Abwesenheit und Gaspard trug seine ansprechenden Songs alleine auf der Gitarre vor. Gekommen waren aber alle für eine: Emilie Simon! Ich sah mich im Saale um und erblickte mit einer einzigen Ausnahme kein einziges bekanntes Gesicht. So etwas passiert einem Konzertnerd wie mir nur noch sehr selten, selbst in einer Großstadt wie Paris. Woher kamen die Leute? Was war das für ein Menschenschlag? Dem üblichen Indievölkchen war er jedenfalls schon mal nicht zuzuordnen. Die Allermeisten hier kannten die kleine Boule Noire noch nicht einmal. Vor der Tür äußerte ein Mädchen, daß sie noch nie hier gewesen sei, andere fragten sich dämlicherweise, ob die Boule Noire bestuhlt sei. Was waren das für Armleuchter? In der Boule Noire hatte ich persönlich das allererste Konzert der Kaiser Chiefs gesehen (ein sensationeller Gig!), die Libertines waren schon hier und auch zum regelmäßig sehr gut besetzten Festival des Inrocks erschien ich desöfteren in der schwarzen Kugel. Wer den Schuppen nicht kannte, outete sich also als Mensch ohne Indie-Musikkultur. Dementsprechend sah das Publikum auch aus. Von hübschen Mädchen, die ansonsten die kleinen Clubs der Kapitale bevölkern, war weit und breit keine Spur und die Männer hatten die Ausstrahlung von Büroklammern. Ein spießiges, langweiliges Publikum. Ob so die Fans von Emilie Simon immer aussehen? Leute mit Glamourfaktor 0, die sich eine Sängerin ansehen, die mit ihrem gülden klitzernden Kleid Glamour pur verkörperte. Als wollten die Leute durch das Ansehen eines Konzertes der bildhübschen und leicht durchgeknallten Chanteuse einmal ihrem grauen, langweiligen Alltag entfliehen. Falls meine klischeehafte und oberflächliche Einschätzung zutrifft, waren die Damen und Herren aber genau richtig hier. Emilie Simon bot nämlich durchgängig beste Unterhaltung und gefiel auch mir mit ihrem elektronisch angehauchten Pop und der stark an Kate Bush erinnernden Stimme ganz ausgezeichnet! Ein gewisse Überaschung, denn ich war ein wenig skeptisch an die Sache herangegangen. Hauptbeweggrund waren für mich der Gute Zweck - die Unterstützug der notleidenden Bevölkerung von Haiti -, und die Chance, die Künstlerin mal in einem kleinen Club (Kapazität 200 Plätze) zu erleben. Normalerweise bespielt die Simon nämlich deutlich größere Locations, zuletzt das 1000 Personen fassende Casino de Paris.

Mit dem Werk der charmanten Französin war ich wenig vertraut, in meinem CD Regal befindet sich kein einziger Silberling von ihr. Dabei hat sie inzwischen bereits vier Longplayer auf den Markt gerbacht und zusätzlich Filmmusik zum Streifen La Marche de L'empereur beigesteuert. Dennoch war ich nicht ganz unbeleckt an die Sache herangegangen, denn die beiden Singles des letzten Outputs, Dreamland und Rainbow laufen bei MTV in Dauerschleife. Natürlich spielte sie diese beiden Hits, aber zusätzlich auch etliches anderes Material, das immer von ihrer markanten heliumgetränkten Stimme und zackigen, tanzbaren Rhythmen dominiert war. Langweile kam bei mir keine Sekunde auf, dazu war außer der Musik die Sängerin einfach zu charismatisch und liebreizend (was für ein schönes Lächeln!). Ein echtes Showtalent, diese Emilie Simon, die neben dem Keyboard auch eine seltsame Ipad-ähnliche Schalttafel benutzte* und außerdem an einem Arm verkabelt war* und damit mir unerklärliche Wellen in Bewegung setzte. Am Anfang dachte ich sogar, sie sähe ständig auf die Uhr! Schon ziemlich abgefahren, das Ganze! Aber selbst wenn sie den ganzen Schnickschnack mal bei Seite ließ, machte sie eine gute Figur. Bei zwei Stücken an der Akustikgitarre bewies sie, daß sie nicht unbedingt den elektronischen Firlefanz braucht, um zu überzeugen. Ihre Stücke trug sie übrigens im Wechsel auf französisch oder englisch vor und hatte bei den englischen Songs fast keinerlei französischen Akzent, was sicherlich auch damit zusammenhängt, daß sie inzwischen in New York lebt.


Alles in allem ein rundum gelungener Abend, der nach 75 Minuten mit einer Zugabe auf der Akustischen endete und das Publikum frenetisch jubeln ließ.

Setlist Emilie Simon, La Boule Noire, Paris:

01: Intro
02: The Devil At My Door
03: Dreamland
04: Fools Like Us
05: Opium
06: Desert
07: Chinatown
08: The Way I See You
09: Closer
10: Flowers
11: I Wanna Be Your Dog (The Stooges)
12: The Cycle
13: Rainbow
14: Ballad Of The Big Machine
15: Rocket To The Moon

16: Fleure De Saison


* ein sogenanntes Tenori-On, ein von Japanern erfundenes elektrisches Musikinstrument, welches u.a. auch von Little Boots und Björk benutzt wird.

* das Teil heißt BRAAHS (Brissot Radio Acquisition for A Capella Hand Selector) und dient wohl als Stimmverzerrer, bzw. dazu, der Stimme einen besonderen Halleffekt zu verleihen
.

Nicht verpassen: Emilie Simon im Admiralspalast in Berlin am 17. April 2010!



Samstag, 20. Februar 2010

Everybody Was In The French Resistance Now & The Fiery Furnaces, Paris, 18.02.10

0 Kommentare

Konzert: Everybody Was In The French Resistance Now & The Fiery Furnaces
Ort: La Boule Noire, Paris
Datum: 18.02.2010
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft
Konzertdauer: Everybody Was In The French Resistance Now etwa 40-45 Minten, The Fiery Furnaces circa 80 Minuten



Auch unter neuem Projektnamen ist Eddie "Art Brut" Argos ganz der Alte! Zusammen mit der höllisch attraktiven The Blood Arm Keyboarderin Dyan Valdes und einem ältlich wirkenden Gitarristen mit Hütchen (zuerst dachte ich, Michael J. Sheehy erkannt zu haben), haute der großgewachsene Engländer in der Pariser Boule Noire einen Kalauer nach dem nächsten raus und sorgte im Publikum für Lachkrämpfe. Everbody Was In The French Resistance Now heißt die neu formierte Band und natürlich klingt das Ganze auch ein wenig nach Art Brut. Logisch, schließlich gibt es auch hier den typisch argoschen Sprechgesang zu hören, aber anstatt eines gemeinen Basses und jaulender Gitarren vernimmt man erfeut das zuckersüße Stimmchen von Dyan Valdes und ihr flottesKeyboard Geklimper, das freilich ab und zu von einer rockigen Gitarre durchkreuzt wird. Eddie und Dyan formen wirklich ein reizendes Pärchen und sie lacht sich Rotwein trinkend am meisten kaputt, wenn er mal wieder vom Leder zieht, erklärt, daß My Way ein Song sei, der "very selfish" gemeint war und Späßchen über Avril Lavigne macht. Die vielleicht witzigste Szene ereignet sich, als plötzlich Strophen von With Or Without You gesungen werden und Eddie hinterher schmunzelnd kommentiert: "Unsere Version ist besser als das Original und zeigt Bono's Lied zum ersten mal von einer etwas menschlicheren und sympathischeren Seite." Sprüche diesen Kalibers gibt es gleich serienweise, aber ich werde mich hüten, jeden einzelnen Gag hier aufzulisten, denn Christoph wird Everbody Was In The French Resistance Now ja sehr bald in Köln begutachten und besprechen und die Gefahr ist hoch, daß Eddie dort genau die gleichen Jokes bringen wird. Aber das ist eigentlich egal, denn die Art und Weise wie er den Blödsinn erzählt, ist immer wieder komisch!

Unterhaltsam und auch musikalisch überhaupt nicht schlecht!

The Fiery Furnaces waren anschließend hingegen eher (gehobenes) Mittelmaß. Unfassbar bluesrockig udn somit ziemlich anders als auf den zahlreichen Alben klingend, ließen es Elanor Friedberger, ihr Bruder und zwei andere Musiker (darunter ein Bassist, der auch schon bei Sebadoh gewirbelt hat) von Anfang bis Ende krachen. Das war zu Beginn noch schwungvoll und bissig, auf Dauer aber zu eintönig. Viele Facetten, die es auf den Alben zu hören gibt, kamen hier kaum zur Geltung. Und irgendwann nervte auch die Stimme und die stets gleiche Mimik (der weltentrückte Blick, der ins Nichts geht) von Elanor ein wenig. Dennoch war es eigentlich kein schlechtes Konzert, denn die New Yorker sind schon eine coole Truppe. Elanor ist wahnsinnig lässig und wild wie eine streunende Katze und ihr Bruder smart und schelmisch. Letztlich hatte ich aber mehr Spaß mit der Vorgruppe.

Setlist Everybody Was In The French Resistance Now, La Boule Noire, Paris:

01: Creeque Allies
02: (I'm So) Waldo P. Emerson Jones
03: Coal die
04: Scarbeo
05: Superglue
06: Billie's Genes
07: My Way
08: Hey! It's Jimmy Mack
09: Think Twice (It's Not Alright)
10: G.I.R.L.F.R.E.N (You Know I've Got A)
11: Boyfriend


Setlist The Fiery Furnaces, La Boule Noire, Paris:

01: Rub-Alcohol Blues
02: Charmaine Champagne
03: Duplexes Of The Dead
04: Automatic Husband
05: Ex-Guru
06: Chris Michaels
07: The End Is Near
08: Keep Me In The Dark
09: Up In The North
10: Drive To Dallas
11: Evergreen
12: Crystal Clear
13: Chief Inspector Blancheflower
14: Cut The Cake
15: Ray Bouvier
16: Worry Worry



 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates