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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Konzertankündigung Dawn Landes (mit Verlosung)

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Bislang hatte vom Konzerttagebuch-Team nur Oliver aus Paris die Gelegenheit Dawn Landes live zu erleben - und das gleich drei Mal. Nun kommt sie für zwei Konzerte nach Deutschland. Am 6.11. spielt sie im Hamburger Mojo-Jazz-Cafe und am darauffolgenden 7.11. im Berliner Privatclub.
Ich darf an dieser Stelle den euphorischen Bericht von Oliver zitieren, der wohl jeden Zweifel beseitigen sollte:

Das Konzert war traumhaft schön und Dawn Landes ist eine der hübschesten Sängerinnen, die ich je auf einer Bühne gesehen habe. Dazu ihr charmantes Lächeln, die überbordende Spielfreude und die sympathische Art...man sollte die charmante Frau für auf CD als auf live für sich entdecken, es lohnt sich!

Für das Berliner Konzert können wir 1x2 Gästelistenplätze verlosen. Um mitzumachen einfach eine Mail an markus ( at ) konzerttagebuch.de bis zum 5.11. schicken und Daumen drücken! Wir sehen uns dort!




Montag, 13. Oktober 2014

Alt-J, Berlin, 01.10.2014

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Konzert: Alt-J
Ort: Berlin Lido
Datum: 01.10.2014
Dauer: 80 Min.
Zuschauer: ca. 300



Bekanntschaft machte ich mit Alt-J das erste Mal im kleinen Comet Club - als Vorband von Big Deal - vor vielleicht 30 Zuschauern. Dass diese Band kurze Zeit später im Handumdrehen das Astra ausverkaufen würde, ist für mich zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellbar gewesen. Und so stehe ich zwei Jahre und ein Album später im Berliner Lido und bin Gast einer exklusiven Show. Um die Exklusivität noch weiter zu steigern, konnte man für dieses Event nur Gästelistenplätze gewinnen. Und so befand ich mich in der typischen Gesellschaft bei solchen Events: Euphorische Fans gepaart mit Leuten die bei der Lotterie einfach mal mitgemacht haben. 


Nur sehr selten bin ich bei Konzerten schon im Vorfeld so aufgeregt wie ich es bei Alt-J an diesem Abend war. Ihre Musik lief bei mir in den vergangenen Wochen rauf und runter - was vielleicht am ehesten vergleichbar mit meiner Depeche Mode Phase wäre - nur liegt diese schon Ewigkeiten zurück. 
Und so bin ich überglücklich, als Alt-J die Bühne betreten und mit Hunger Of The Pine den Abend gefühlvoll beginnen lassen. Sofort erliege ich dem Charme ihrer vielschichtigen Musik. Im rotgelben Halbdunkel kann man die Band kaum erkennen. Weiter geht es mit dem dynamischeren Fitzpleasure und Something Good. Die wenige Konversation mit dem Publikum, überlässt die Band, wie üblich, Gus Unger-Hamilton. Mich persönlich würde es auch eher verwundern, wenn die Band durch große Worte oder Gesten das Publikum „anheizen“ würde. Und so bleiben Alt-J sich treu und für mich authentisch. Und authentisch ist auch ihr eher statisches Auftreten. 

Bis auf Thom Green, der sich am Schlagzeug von Beginn an verausgabt, verharrt die Band an ihren Positionen. Mit Matilda folgt eines meiner Lieblingslieder ihrer ersten Platte gefolgt von Bloodflood Pt 1+2, die so wunderschön ineinander übergehen. Und so sauge ich jeden Ton in mich auf, als wäre ich musikalisch fast verdurstet und achte gar nicht mehr auf all die weltlichen Dinge - und sei es nur meine Jacke ausziehen in dem sich immer weiter aufheizendem Lido. 

Um mich herum schaue ich in selige Gesichter. Do not spray into eyes, I have sprayed you into my eyes ruft die Menge zu Taro. Gänsehaut macht sich auf meinem Rücken breiter und breiter. Mit The Gospel Of John Hurt endet das reguläre Set und wird nach großen Applaus mit dem Cover Lovely Day fortgesetzt. Nara und Leaving Nara folgen, um dann mit allen im Finale zu Breezleblock lautstark Please don't go, please don't go I love you so, I love you so zu rufen. 

Es ist erst Anfang Oktober und vielleicht verfrüht ein Konzert des Jahres festzulegen - aber bei Alt-J kann ich das ruhigen Gewissens tun, denn dieses Konzert wird dieses Jahr definitiv nicht mehr übertroffen werden können. Die Musik von Alt-J berührt mich nicht nur auf Vinyl. Es gelang ihnen ihre komplexen und sehr unterschiedlichen Musikstile mit ihrer sympathischen Authentizität und dennoch Professionalität so vorzutragen, dass ich immer wieder Gänsehaut bekam. Stimmlich bewegend und rhythmisch exzellent untermalt. 
Alt-J sind nicht diese typischen Modepüppchen, die mit viel zu viel Eyeliner ihren Weltschmerz daherheucheln. Alt-J sind für mich die Jungs, die man auf dem Schulhof beieinander stehen sah, ein wenig pummlig, mit Brille, unförmigen Klamotten und vielleicht auch ein wenig schüchtern. Und warum soll man die Bühnen nur lauter optischen Retorten überlassen, die in einer Gleichförmigkeit bei mir oft nur Langeweile auslösen. 
Wer sich selbst ein Bild von Alt-J machen möchte, der bekommt Anfang 2015 Gelegenheit dazu. In Offenbach, Köln, Hamburg, Berlin und München machen sie dafür Station.

Setlist:

Hunger Of The Pine
Fitzpleasure
Something Good
Left Hand Free
Dissolve Me
Matilda
Bloodflood
Bloodflood Pt. 2
Interlude I (SheSheShe)
Tessellate
Every Other Freckle
Taro
Warm Foothills
The Gospel Of John Hurt
-
Lovely Day
Nara
Leaving Nara
Breezeblocks


Donnerstag, 18. September 2014

Samaris, Berlin, 17.9.2014

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Konzert: Samaris
Ort: Berlin Privatclub
Datum: 17.9.2014
Dauer: 70 Min.
Zuschauer: ca. 100



Ach - die Isländer. Allesamt musikalische Wunderkinder. Dazu gehören meiner Meinung nach auch die wunderbaren Samaris, die ich an diesem Abend zum zweiten Mal in Berlin genießen durfte. Nach dem sehr vollen Konzert in der Berghain/Kantine nun im Privatclub, der sich allmählich auch füllte, bis es kurz nach halb neun losging. 
Samaris - das sind Sängerin Jófríður Ákadóttir, Klarinettistin Áslaug Rún Magnúsdóttir und der Mann an den Elektro-Reglern Þórður Kári Steinþórsson.

Nun - irgendwas mit Elektro und Stimme ist ja keine Seltenheit mehr. Dillon, Zola Jesus, Sohn und soley fallen mir da spontan ein. Was Samaris so besonders macht ist die Klarinette, die ihrer Musik die besondere Note verleiht und welche ich - im Gegensatz zu Christoph - auch schon unabhängig von Samaris zu schätzen wusste.
Als Samaris die karge Bühne des Privatclubs betreten, sind sie lustig kostümiert - wie auf einer Faschingsparty im Studentenklub. Besonders die Sängerin sieht mit ihrer Beindekoration doch arg nach einem Satyr aus. Meinen persönlichen Geschmack hat es nicht getroffen und so schiebe das Ganze dann doch noch auf die Suche nach dem eigenen Stil.
Aber, lieber Privatclub, was gar nicht geht ist, dass ihr einen hässlichen Tisch für die Technik in die Mitte der Bühne stellt und obendrauf eine Europalette legt. Nicht mal ein schnödes schwarzes Tuch war es euch wert, um dieses zu kaschieren. Es wirkte dann doch arg improvisiert. Schämt euch!

Die Band wird das ganze Konzert über nur von hinten angestrahlt. Das würde bei einer größeren Bühne sicherlich toll aussehen, in der intimen Atmosphäre des Privatclubs hat es etwas von Versteckspiel. Musikalisch können Samaris auch an diesem Abend überzeugen. Stimmlich ist die Sängerin genau wie Klarinettistin sehr überzeugend. Die Elektrorhythmen sind eindringlich, interessant, aber auf Dauer doch sehr ähnlich.  Die neuen Lieder reihen sich nahtlos zu ihrem Debütalbum ein. So dass es durchaus Sinn macht, wenn die "alten" Lieder auch als solche angekündigt werden. Die Dominanz der Elektrorhythmen walzt zwischendurch immer mal wieder alles nieder. Auch ist mir die Abhängigkeit an die vorgegebenen Samples zu groß und kreative Spielfreude kann nur begrenzt aufkommen. Das wirkte im Berghain noch anders, kann aber auch täuschen.

Ja - all das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Samaris sind etwas besonders Schönes und der Abend war mehr als gelungen. Gerade der Gesang in Landessprache hat für meine Ohren etwas angenehm einlullendes. Dennoch würde ich mir für künftige Konzerte einen weiteren Entwicklungsschritt wünschen. Ob es ein weiteres (klassisches) Instrument wäre oder eine zusätzliche Stimme, mag ich nicht beantworten. Das, was heute noch für mich besonders und schön ist, würde aber mit der Zeit verfliegen. Zu viele andere Musiker versuchen sich zur Zeit am Elektro-Kuchen.

Aus unserem Archiv:
Samaris, Köln, 16.9.14



Dienstag, 16. September 2014

Konzertankündigung Miss Kenichi und Lonski & Classen 22.9.2014

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Nachdem Lonski & Classen sowie Miss Kenichi schon unabhängig voneinander die ehrwürdige Volksbühne bespielen durften, werden sie sich nun gemeinsam am Montag, den 22.9. die Bühne des Berliner Lido teilen.
Die Volksbühne umschreibt die Musik von Lonski & Classen so vortrefflich, dass ich es nicht besser umschreiben könnte:

Mit Songs so reichhaltig arrangiert, den cleveren Texten so wohlbedacht gesät und in zwei starken Stimmen geeint, haben sich die beiden Freunde einen Stil zu eigen gemacht, der die gemeinsamen Anfänge in der ersten Grunge-Band Anno Mitte der 90er nicht mal mehr erahnen lässt. Ihre Songs sind emotional, ohne dem Kitsch zu verfallen, tangieren zwischen himmelhochjauchzender Euphorie und tieftrauriger Elegie. Maßgebend für diese Stimmungswechsel zeigen sich Felix Classens Schlagwerk und Lukas Lonskis behutsames Gitarrenspiel. Oft sind es aber auch die Details, dieses subtile Klavier, der Federhall und die wuchernde Elektronik, die ihre neueste Platte „All Tomorrow Is Illusion" von der klassischen Produktion abheben. Und dann ist da natürlich noch Lonskis Gesang, der nicht selten zu ähnlichen Höhen wie der Antony Hegartys abdriftet.

22.9. Lido Berlin



Sonntag, 3. August 2014

Konzertankündigung Neutral Milk Hotel in Berlin und Köln

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Während das Berliner Konzert von Neutral Milk Hotel hoffnungslos ausverkauft ist, sollten sich alle unentschlossenen Kölner unbedingt am Montag, dem 4.8. ins Gloria Theater begeben.
Keine Geringeren als die Originalbesetzung ist nach 15 Jahren endlich wieder zusammen.
Gerade mal zwei Alben reichten aus, um zu Legenden zu werden. Dabei beeinflussten Neutral Milk Hotel keine geringeren Bands als Arcade Fire und The Decembrists. 
Also - alle Berliner die noch ohne Ticket sind müssen darauf hoffen noch eins irgendwo zu ergattern - und alle Kölner sollten sich unbedingt am Montag ins Gloria begeben. Wer weiß wann wieder Gelegenheit dazu besteht diese Band live zu erleben.

Daten:
Köln: 4.8.2014 im Gloria
Berlin: 5.8.2014 im Postbahnhof



Montag, 23. Juni 2014

Tiny Fingers, Berlin, 22.06.2014

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Konzert: Tiny Fingers
Ort: Berlin Privatclub
Datum: 22.06.2014
Zuschauer: 40-50




Die Fussball WM hat auch Berlin Kreuzberg im Würgegriff und so erstaunt es mich kaum, dass der Privatclub fast leer ist, als wir ihn betreten. Ein doch eher seltener Anblick, brilliert dieser Club doch durch seine oft exzellente Auswahl an Künstlern.
An diesem Abend gastieren die isralische Band Tiny Fingers. Psychodelischer Rock oder wie es die Band passend formuliert Atomic Rock from Outer Space and beyond. Als die Band mit einstündiger Verspätung auf die Bühne kommt, haben sich 40-50 Zuhörer eingefunden. Eine angenehme Mischung von Menschen, die sich schnell von der Musik einfangen lässt. Zufällig, so erscheint es, ist an diesem Abend niemand dort. Auch ist der Frauenanteil ungewöhnlich hoch, bei dieser Art von Musik.
Tiny Fingers bestehen aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard. Alle Musiker sind symmetrisch auf der Bühne verteilt. Gitarrist und Bassist stehen sich gegenüber und alle gemeinsam schaffen von der ersten Minute an eine harmonisch aufeinander abgestimmte Klangwelt, die keines Gesangs bedarf.

Der Bass ist wuchtig, die Gitarre jault spacig wie Sirenen auf LSD. Das Publikum wippt wie hypnotisiert zu dieser radikalen Sinfonie. Ein Geisterzug rast durch die Wüste. Wo andere Bands live ein halbes Set brauchen, um ihre Energie zu entfalten, sind Tiny Fingers von Anfang an  mit voller Präsenz da. Entfernt höre ich Elemente des Ghostbusters Theme. Und so schnell wie die Geisterstunde begann, so schnell war sie auch schon vorüber. 
Ein für mich denkwürdiger Abend, der mir eine großartige Live-Band bescherte. Ich hoffe, dass Tiny Fingers beim nächsten Mal mehr Publikum finden werden. Ohne WM. Ohne Sommerloch. Und wieder mit mir im Publikum.

Links:
http://tifimusic.com/
https://www.facebook.com/fingersmusic/






Mittwoch, 12. Februar 2014

Samantha Crain, Berlin, 10.2.2014

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Konzert: Samantha Crain
Ort: Berlin - Monarch
Datum: 10.2.2014
Dauer: 60 Minuten
Zuschauer: 100


Oh, try not to disappear until the shadow 
Into a tunnel that doesn't where, doesn't nowhere to go 
so where is that ghost that was the most the best you find?


Ich habe es mir an der breiten Fensterfront des Monarchs bequem gemacht. Nach einer Weile stelle ich fest, dass ich mich wohl unwissentlich in eine Lache von Bier gesetzt habe. Das betrübt mich nicht weiter, denn das gehört zu dem rustikalem Charme dieses Kiezes. Ähnliche Erlebnisse hätte man auch gut im abgebrannten Festsaal Kreuzberg haben können. Und so bereite ich mich innerlich auf Choctaw-"Indianerin" Samantha Crain vor, welche an diesem Abend ihr einziges Solo-Konzert in Deutschland geben wird.
Währenddessen dudelt depressiver 70er Folk durch den Monarch, Zigarettenqualm wabert umher und durch das Fenster beobachte ich eine Drogenrazzia der Polizei. Ich fühle mich in diesem Moment selbst wie in einem dieser Filme über die Großstadtmelancholie. Eine gute Einstimmung.

Kid Face ist bereits ihr drittes Album - und auch eine Anspielung auf ihr  junggebliebenes Gesicht -  denn nach 27 Lebensjahren sieht Samantha Crain wahrlich nicht aus. Auch nicht, als sie die kleine Bühne betritt. Mittlerweile hat sich auch das Monarch gut gefüllt. Sofort das erste Lied gefällt mir, ihre anrührende Stimme ebenso. Bevor sie mit Never Going Back ihr zweites Lied anstimmt, erzählt sie noch, wie ein Reporter ihr tatsächlich glaubte, dass sie sich bei diesem Lied von Taylor Swift inspirieren ließ. Ein eigentlich auch interessanter Gedanke.
Mit geschlossenen Augen wippt sie mit ihrem Kopf und ihrer Gitarre rhythmisch umher. Ein schöner Anblick.

Das Monarch hat eine richtig schöne Wohnzimmeratmosphäre und was darf auf einem Folk-Konzert im Wohnzimmer nicht fehlen? Das Mitmach-Lied und so dürfen wir bei Songs In The Night uns mit Oh Oh Oh beteiligen. Aber so recht springt der Funke nicht über. Macht aber nichts, denn Samantha Crain kann das auch gut alleine.
Mit Paint spielt sie dann auch mein Lieblingslied ihres aktuellen Langspielers. Wie schön sie die Wörter langzieht - wie ein Wehklagen, dass dann im Verlauf wieder in souveräner Klarheit mündet.
Sie berichtet, wie das erste Mal aus der Provinz in New York ankam und gleich mit Scientology in Berührung kam, aber mangels Geld gleich wieder gehen musste. Es geht um Glückskekse, Träume mal eine Truck-Fahrerin zu werden oder zum Soundtrack eines möglichen zweiten Teils des 70er Jahre Schinkens Convoy (mit Kris Kristofferson) ein Lied beizutragen. 

For The Miner widmet sie ihren Idol und Vorbild Jason Molina, den der Alkohol mit nicht mal 40 Jahren dahingerafft hat. Dabei schiesst mir gleich wieder Peter Doherty in den Sinn, der gerade für diesen Lebensweg von einem Teil der Fans umjubelt und vergöttert wird.

Das Konzert endet nach der Zugabe The Dam Song, welches sie auch schon mit den "two hot tall swedish girls" zusammen gesungen hat.
Samantha Crain spielte ein schönes Wohnzimmer-Wohlfühlkonzert. Ich würde mich freuen, wenn sie das nächste Mal mit Band in Berlin spielen würde.








Montag, 25. Februar 2013

Sophie Hunger, Berlin, 19.2.2013

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Konzert: Sophie Hunger
Ort: Berlin Babylon
Datum:19.2.2013
Zuschauer: ausverkauft
Dauer: ca. 100 Minuten



Mein letztes Sophie Hunger Konzert liegt nur wenige Wochen zurück. In der damals ausverkauften Volksbühne hatte sie mich dermaßen begeistert, dass der Weg zum gegenüberliegenden Kino Babylon ein kurzer war, um dort direkt Kartennachschub zu organisieren.
So war ich bei diesem Konzert deutlich weniger skeptisch, ob sie denn in der Lage wäre mich auch live zu begeistern.

Für ihre Berlin Tour hat sie sich die kleinen und mittelgroßen Bühnen ausgesucht. Statt an zwei Abenden die Volksbühne auszuverkaufen, verteilte sie sich und ihr Können auf sechs Abende. Da vertraut sie nicht nur ihrer musikalischen Anziehungskraft, sondern auch das Publikum vertraut ihr, sich an jedem Abend neu verzaubern lassen zu können.

Schon vor Toresöffnung hat sich vor dem Eingang des Kinos eine größere Menschentraube gebildet, in der Hoffnung auf gute Plätze und freie Sicht. Die 1983 geborene Hunger spricht ein älteres Publikum an. Das mag an der Lokalität liegen (das einzige Konzert ihrer Berlin Tour mit Sitzplätzen), aber sicherlich liegt es auch an ihrer Musik, die mit ihrer verspielten Ernsthaftligkeit die ein oder anderen nostalgischen Rückblende auslöst.

Der Beginn ist mit 20:30 angesetzt - und nur wenige Minuten über der Zeit betritt Sophie Hunger mit ihrer Band die Bühne. Die Dekoration der Bühne beschränkt sich auf die stilvollen Leuchtkugeln im Hintergrund und rund um ihren Mikrofonständer. So richtig kommt das aber an diesem Abend nicht zur Geltung - ein wenig beengt wirkt das Ensemble auf der kleinen Bühne. Auch ist der Klang weniger ausgewogen und druckvoll.

Erst nach ein paar Liedern begrüßt sie ihr Berliner Publikum mit ihrem unvergleichlichen Charme. Dabei kokettiert sie mit immer mal wieder mit ihrer Schweizer Herkunft, welche auf die Deutschen wohl (im europäischen Vergleich) am wenigsten bedrohlich wirkt. Allen versteckten Millionen und in der Schweiz aufkeimenden Deutschenfeindlichkeit zum Trotz - mögen wir Deutschen unsere Schweizer Nachbarn. Und sie dürfen uns auch gerne den Spiegel vorhalten. Das macht Sophie Hunger auch - aber es wirkt nicht bedrohlich, sondern lustig.

Sie ist sich ihrer Außenwirkung dabei wohl bewusst und inszeniert ihre Lieder rund um ihre Persönlichkeit. Dabei "arbeitet" sie sich tugendhaft an ihrer Setlist ab. Meine Befürchtung, dass sie sich in ihren Ansagen und ihrem Humor zum Auftritt in der Volksbühne wiederholen würde, blieben unbegründet. Sie scherzte mit dem Publikum, dass sich wohl bewusst fürs Sitzen entschieden hatte, und hinterfragte dieses mit viel Ironie. Whitney Houston wird von ihr als Vorbild benutzt, um sie in wenigen Worten doch wieder gekonnt zu hinterfragen.


Ein Abend wie aus einem Guss. Dabei bleibt sie nicht langweilig vorhersehbar, sondern begeistert mit ihrer Musikalität und ihrem Talent besondere Akzente zu setzen.

Highlights an diesem Abend sind für mich viele gewesen. Besonders hervorheben möchte ich dabei D´Freiheitsstatue, Walzer für Niemand (lieber Oliver, sei nicht traurig, dass sie es dem Pariser Publikum vorenthält...) und die phantastische letzte von insgesamt drei Zugaben Speech.

So Sophie Hunger wieder in der Volksbühne auftreten sollte, werde ich versuchen möglichst nah an der Bühne dabei zu sein. Zu schön ist ihr Mienenspiel anzuschauen und ihre Interaktion mit ihrer hervorragenden Band. Der Auftritt im Berliner Babylon war zwar intimer, aber nicht so wirkungsvoll, wie die große Bühne.


Ein schöne Zusammenfassung des Abends hat Miriam formuliert:
Zum ersten Mal live gesehen, die Frau haut einen um! Super charmant, witzig, leicht, intelligent, unaufgeregt, sexy und zum verlieben exzellent. Spielerisch erwachsen, super Konzert und Präsentation! Tolle Musiker! Facettenreich und nie gezwungen. Zwischen allen Genres hat sie leichtfüssig ihre Leidenschaft zu Musik und Kunst transportiert und Freude fürs Leben geschenkt. Wirkt nach... Ein heller warmer Stern im Februar- Grauen.


Setlist:
1. Rererevolution

2. Can you See Me?
3. Manhattan
4. Holy Hells
5. Heharun
6. Spiegelbild
7. Le Vent
8. My oh My
9. Das Neue
10. 1983
11. Personal Religion
12. Citylights
13. D´Freiheitsstatue
-
14. Walzer für Niemand
15. Souldier
16. Like Like Like
-
17. Monkeys
18. The Fallen
19. Trainpeople
-
20. Speech 


 

Konzerttagebuch © 2010

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