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Mittwoch, 27. Mai 2015

Fotoalbum: sóley & Óbó, Berlin 25.05.2015

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Konzert: sóley (Support Óbó)
Ort: Volksbühne
Datum: 25.5.2015




Mein mittlerweile viertes Konzert der Isländerin sóley sollte an diesem Pfingstmontag in der Berliner Volksbühne stattfinden. Besonders gut in Erinnerung blieb mir ihr Konzert im mittlerweile geschlossenen Szene-Club Horst im Jahre 2012. Nun ist sie mit ihrem neuem Album "Ask The Deep" auf Tour und meine Erwartungen waren hoch angesetzt. Oftmals überlegen sich Musiker, die in die Volksbühne gebeten werden, etwas ganz besonderes für ihren Auftritt. Oftmals laden sie Gastmusiker ein oder kommen gleich mit Chor oder Kammerorchester auf die Bühne. Diesen "Luxus" gönnte sich an diesem Abend nur der Support Óbó, welcher mit großem Aufgebot sein gelungenes Debüt gab. sóley wiederum kam in gewohnter Manier mit ihren "Stammmusikern" am Schlagzeug und Gitarre. Sie selbst positionierte sich statisch hinter ihrem Keyboard nebst der gerne ausgiebig eingesetzten Loop-Station. Gefallen haben mir ihr Neuinterpretationen der alten Lieder. Dabei insbesondere "Kill The Clown", welches durch die Entschleunigung an Dramatik gewann. Auch die neuen Lieder gefielen beim ersten Hören. Aufgelockert wurde der Abend durch den sóley-typischen trockenen und selbstironischen Humor.
 Ein für mich grosser Kritikpunkt ihres Konzertes war die verpasste Chance in der Volksbühne etwas "besonderes" zu erschaffen - jenseits von gewohnter Tour-Routine. Aber vielleicht ist das nicht sóleys Weg. Vielleicht mag sie die Kontrolle über ihre intime Musik und den morbiden Pop behalten. Alles in allem ein gelungenen Abend.
Kurzentschlossene können sóley am 27.5. in Frankfurt und am 28.5. in Köln erleben.

Impressionen des Abends finden sich nach dem Seitenumbruch (weiterlesen):



Montag, 13. Oktober 2014

Alt-J, Berlin, 01.10.2014

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Konzert: Alt-J
Ort: Berlin Lido
Datum: 01.10.2014
Dauer: 80 Min.
Zuschauer: ca. 300



Bekanntschaft machte ich mit Alt-J das erste Mal im kleinen Comet Club - als Vorband von Big Deal - vor vielleicht 30 Zuschauern. Dass diese Band kurze Zeit später im Handumdrehen das Astra ausverkaufen würde, ist für mich zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellbar gewesen. Und so stehe ich zwei Jahre und ein Album später im Berliner Lido und bin Gast einer exklusiven Show. Um die Exklusivität noch weiter zu steigern, konnte man für dieses Event nur Gästelistenplätze gewinnen. Und so befand ich mich in der typischen Gesellschaft bei solchen Events: Euphorische Fans gepaart mit Leuten die bei der Lotterie einfach mal mitgemacht haben. 


Nur sehr selten bin ich bei Konzerten schon im Vorfeld so aufgeregt wie ich es bei Alt-J an diesem Abend war. Ihre Musik lief bei mir in den vergangenen Wochen rauf und runter - was vielleicht am ehesten vergleichbar mit meiner Depeche Mode Phase wäre - nur liegt diese schon Ewigkeiten zurück. 
Und so bin ich überglücklich, als Alt-J die Bühne betreten und mit Hunger Of The Pine den Abend gefühlvoll beginnen lassen. Sofort erliege ich dem Charme ihrer vielschichtigen Musik. Im rotgelben Halbdunkel kann man die Band kaum erkennen. Weiter geht es mit dem dynamischeren Fitzpleasure und Something Good. Die wenige Konversation mit dem Publikum, überlässt die Band, wie üblich, Gus Unger-Hamilton. Mich persönlich würde es auch eher verwundern, wenn die Band durch große Worte oder Gesten das Publikum „anheizen“ würde. Und so bleiben Alt-J sich treu und für mich authentisch. Und authentisch ist auch ihr eher statisches Auftreten. 

Bis auf Thom Green, der sich am Schlagzeug von Beginn an verausgabt, verharrt die Band an ihren Positionen. Mit Matilda folgt eines meiner Lieblingslieder ihrer ersten Platte gefolgt von Bloodflood Pt 1+2, die so wunderschön ineinander übergehen. Und so sauge ich jeden Ton in mich auf, als wäre ich musikalisch fast verdurstet und achte gar nicht mehr auf all die weltlichen Dinge - und sei es nur meine Jacke ausziehen in dem sich immer weiter aufheizendem Lido. 

Um mich herum schaue ich in selige Gesichter. Do not spray into eyes, I have sprayed you into my eyes ruft die Menge zu Taro. Gänsehaut macht sich auf meinem Rücken breiter und breiter. Mit The Gospel Of John Hurt endet das reguläre Set und wird nach großen Applaus mit dem Cover Lovely Day fortgesetzt. Nara und Leaving Nara folgen, um dann mit allen im Finale zu Breezleblock lautstark Please don't go, please don't go I love you so, I love you so zu rufen. 

Es ist erst Anfang Oktober und vielleicht verfrüht ein Konzert des Jahres festzulegen - aber bei Alt-J kann ich das ruhigen Gewissens tun, denn dieses Konzert wird dieses Jahr definitiv nicht mehr übertroffen werden können. Die Musik von Alt-J berührt mich nicht nur auf Vinyl. Es gelang ihnen ihre komplexen und sehr unterschiedlichen Musikstile mit ihrer sympathischen Authentizität und dennoch Professionalität so vorzutragen, dass ich immer wieder Gänsehaut bekam. Stimmlich bewegend und rhythmisch exzellent untermalt. 
Alt-J sind nicht diese typischen Modepüppchen, die mit viel zu viel Eyeliner ihren Weltschmerz daherheucheln. Alt-J sind für mich die Jungs, die man auf dem Schulhof beieinander stehen sah, ein wenig pummlig, mit Brille, unförmigen Klamotten und vielleicht auch ein wenig schüchtern. Und warum soll man die Bühnen nur lauter optischen Retorten überlassen, die in einer Gleichförmigkeit bei mir oft nur Langeweile auslösen. 
Wer sich selbst ein Bild von Alt-J machen möchte, der bekommt Anfang 2015 Gelegenheit dazu. In Offenbach, Köln, Hamburg, Berlin und München machen sie dafür Station.

Setlist:

Hunger Of The Pine
Fitzpleasure
Something Good
Left Hand Free
Dissolve Me
Matilda
Bloodflood
Bloodflood Pt. 2
Interlude I (SheSheShe)
Tessellate
Every Other Freckle
Taro
Warm Foothills
The Gospel Of John Hurt
-
Lovely Day
Nara
Leaving Nara
Breezeblocks


Sonntag, 3. August 2014

Konzertankündigung Neutral Milk Hotel in Berlin und Köln

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Während das Berliner Konzert von Neutral Milk Hotel hoffnungslos ausverkauft ist, sollten sich alle unentschlossenen Kölner unbedingt am Montag, dem 4.8. ins Gloria Theater begeben.
Keine Geringeren als die Originalbesetzung ist nach 15 Jahren endlich wieder zusammen.
Gerade mal zwei Alben reichten aus, um zu Legenden zu werden. Dabei beeinflussten Neutral Milk Hotel keine geringeren Bands als Arcade Fire und The Decembrists. 
Also - alle Berliner die noch ohne Ticket sind müssen darauf hoffen noch eins irgendwo zu ergattern - und alle Kölner sollten sich unbedingt am Montag ins Gloria begeben. Wer weiß wann wieder Gelegenheit dazu besteht diese Band live zu erleben.

Daten:
Köln: 4.8.2014 im Gloria
Berlin: 5.8.2014 im Postbahnhof



Mittwoch, 12. Februar 2014

Samantha Crain, Berlin, 10.2.2014

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Konzert: Samantha Crain
Ort: Berlin - Monarch
Datum: 10.2.2014
Dauer: 60 Minuten
Zuschauer: 100


Oh, try not to disappear until the shadow 
Into a tunnel that doesn't where, doesn't nowhere to go 
so where is that ghost that was the most the best you find?


Ich habe es mir an der breiten Fensterfront des Monarchs bequem gemacht. Nach einer Weile stelle ich fest, dass ich mich wohl unwissentlich in eine Lache von Bier gesetzt habe. Das betrübt mich nicht weiter, denn das gehört zu dem rustikalem Charme dieses Kiezes. Ähnliche Erlebnisse hätte man auch gut im abgebrannten Festsaal Kreuzberg haben können. Und so bereite ich mich innerlich auf Choctaw-"Indianerin" Samantha Crain vor, welche an diesem Abend ihr einziges Solo-Konzert in Deutschland geben wird.
Währenddessen dudelt depressiver 70er Folk durch den Monarch, Zigarettenqualm wabert umher und durch das Fenster beobachte ich eine Drogenrazzia der Polizei. Ich fühle mich in diesem Moment selbst wie in einem dieser Filme über die Großstadtmelancholie. Eine gute Einstimmung.

Kid Face ist bereits ihr drittes Album - und auch eine Anspielung auf ihr  junggebliebenes Gesicht -  denn nach 27 Lebensjahren sieht Samantha Crain wahrlich nicht aus. Auch nicht, als sie die kleine Bühne betritt. Mittlerweile hat sich auch das Monarch gut gefüllt. Sofort das erste Lied gefällt mir, ihre anrührende Stimme ebenso. Bevor sie mit Never Going Back ihr zweites Lied anstimmt, erzählt sie noch, wie ein Reporter ihr tatsächlich glaubte, dass sie sich bei diesem Lied von Taylor Swift inspirieren ließ. Ein eigentlich auch interessanter Gedanke.
Mit geschlossenen Augen wippt sie mit ihrem Kopf und ihrer Gitarre rhythmisch umher. Ein schöner Anblick.

Das Monarch hat eine richtig schöne Wohnzimmeratmosphäre und was darf auf einem Folk-Konzert im Wohnzimmer nicht fehlen? Das Mitmach-Lied und so dürfen wir bei Songs In The Night uns mit Oh Oh Oh beteiligen. Aber so recht springt der Funke nicht über. Macht aber nichts, denn Samantha Crain kann das auch gut alleine.
Mit Paint spielt sie dann auch mein Lieblingslied ihres aktuellen Langspielers. Wie schön sie die Wörter langzieht - wie ein Wehklagen, dass dann im Verlauf wieder in souveräner Klarheit mündet.
Sie berichtet, wie das erste Mal aus der Provinz in New York ankam und gleich mit Scientology in Berührung kam, aber mangels Geld gleich wieder gehen musste. Es geht um Glückskekse, Träume mal eine Truck-Fahrerin zu werden oder zum Soundtrack eines möglichen zweiten Teils des 70er Jahre Schinkens Convoy (mit Kris Kristofferson) ein Lied beizutragen. 

For The Miner widmet sie ihren Idol und Vorbild Jason Molina, den der Alkohol mit nicht mal 40 Jahren dahingerafft hat. Dabei schiesst mir gleich wieder Peter Doherty in den Sinn, der gerade für diesen Lebensweg von einem Teil der Fans umjubelt und vergöttert wird.

Das Konzert endet nach der Zugabe The Dam Song, welches sie auch schon mit den "two hot tall swedish girls" zusammen gesungen hat.
Samantha Crain spielte ein schönes Wohnzimmer-Wohlfühlkonzert. Ich würde mich freuen, wenn sie das nächste Mal mit Band in Berlin spielen würde.








 

Konzerttagebuch © 2010

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