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Sonntag, 19. September 2010

Plants & Animals & Yeti Lane, Paris, 18.09.10

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Konzert: Plants & Animals & Yeti Lane

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 18.09.2010
Zuschauer: recht gut besuchte Veranstaltung


Nachdem ich vergeblich versucht hatte, in das Konzert von Wolf Parade ins Point Ephémère reinzukommen, wischte ich mir den Mund ab, nahm meine trotzige: "Jetzt-erst-recht!" -Haltung an und stapfte wutschnaubend zur U-Bahn, um in die Flèche d'or zu fahren. Irgendein Konzert würde ich heute schon kriegen, verdammt! Zumal ja auch in der Flèche d'or mit Woodpigeon und Plants & Animals zwei kanadische Acts auf dem Programm standen, die nicht zu verachten waren.

Bis ich aber am Ort des Geschehens eingetroffen war, waren Woodpigeon schon durch. Nachdem mir jedoch Leute geschildert hatten, daß Bandleader ganz alleine mit seiner Klampfe angetreten war und die tollen Streicher und das ganze Drumherum fehlte, war meine Enttäuschung schon wesentlich kleiner. Nun galt es sich auf die Franzosen Yeti Lane zu konzentrieren. Die hatte ich zwar schon gefühlte 35 mal gesehen, aber erst zum zweiten mal in der Zweierformation, bestehend aus Ben Pleng (auch bei Herman Düne im Einsatz) und Drummer Charlie. Nachdem Sänger, Gitarrist und Keyboarder LoAc die Gruppe verlasen hatte, müssen die übriggebliebenen zwei Musiker improvisieren. Manche Lieder, vor allem den Überhit Lonesome Georg können sie gar nicht spielen, da LoAc diesen gesungen hatten. Aber Ben und Charlie machen das Beste draus. Sie experimentieren mit sphärischen Tönen und kredenzen eine düstere Mischung aus Krautrock, Indie-und Postrock. Nie waren sie so wenig massentauglich wie zur Zeit, aber ihr Mut, an einem ganz eigenen Sound zu feilen, ist höchst löblich. In einem aus vielen Neulingen bestehenden Set, gab es einen Oberknaller, der noch gar keinen Namen hat. Man darf also gespannt sein, wie es bei Ben und Charlie weitergeht. Ich bleibe ihnen auf den Fersen.



Mit den Kanadiern Plants & Animals ging es weiter. Ein Trio, daß sich freute, daß noch so viele Zuschauer da waren. Dabei dürften sie mit 3 Alben (letzter Output La La Land, 2010) auf ihrem Haben-Konto ja eigentlich gar nicht so unbekannt sein. Nicht nur für mich waren sie aber bis dato ein unbeschriebenes Blatt. Was sie auf diese weiße Blatt heute draufschrieben, konnte sich auf jeden Fall hören lassen. Die drei Jungs spielten forsch und druckvoll drauf los und klangen ein wenig wie Wolf Parade (arrg!), oder Shearwater. Nordamerikanische Indierockschule also, gewürzt mit heroischem Gesang, schrammelig-melodiösen Gitarren und einem fetzigen Schlagzeug. Wenn ich nicht so brutal müde gewesen wäre, hätte mich das Ganze sicherlich noch mehr mitgerissen. So aber musste ich kurz vor Ende aufgeben und die Heimreise antreten. Umsonst war der Ausflug in die Flèche d'or trotzdem nicht. Die nähere Beschäftigung mit Plants & Animals habe ich mir hinter die Ohren geschrieben. Keine schlechte Band, mitnichten! Aber auch ein adäquater Ersatz für Wolf Parade?

Setlist Plants & Animals, La Flèche d'or, Paris:

01: Tom Cruz
02: Sparks
03: Good Friend
04: Celebration
05: Nkol
06: Jeans Jeans Jeans
07: Game Shows
08: Faerie Dance
09: Mercy


10: The Mama Papa

Link:

Blogger-Titan Eike vom Klienicum ausführlich zum Album La La Land von Plants & Animals, klick!




Donnerstag, 26. August 2010

Tame Impala & Yeti Lane, Paris, 26.08.10

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Konzert: Tame Impala (Yeti Lane)

Ort: Le Nouveau Casino,Paris
Datum: 26.08.10
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: gut eine Stunde, Yeti Lane ungefähr eine halbe Stunde


Ein verrücktes Szenario: Kaum jemand kennt die Hauptgruppe des heutigen Abends und dennoch ist das Nouveau Casino trotz Sommerlochs in den Indieclubs ausverkauft. Dürstet es etwa die heimgekommenen Urlauber nach Konzerten, egal wer spielt? Fast könnte man das meinen, obwohl das natürlich keineswegs die Band Tame Impala aus Australien abwerten soll.

Der junge Vierer aus Down Under bot ein fetziges, psychedelisch angehauchtes Konzert, das musikalisch irgendwo zwischen Can, den Beach Boys, Blur, Pavement , Black Mountain und King Crimson anzusiedeln war. Krautrock, 60ies Pop, Indierock, Noise und Progrock, hier und heute waren fast alle Stilrichtungen vertreten. Ich kannte vorher kein einziges Lied, was mich aber nicht daran hinderte, einen guten Abend mit den Jungs zu verleben. Ob Tame Impala die kommende Musiksensation sind, vermag ich indessen nicht zu beurteilen. Immerhin spielen sie dieses Wochenende beim Leeds/Reading Festival, was ja bekanntlich keine so schlechte Referenz ist. Danach geht es aber erst einmal wieder für eine ausgedehnte Tour nach Australien. Wann Tame Impala in Deutschland aufkreuzen werden, steht noch in den Sternen. Wenn ihr nächstes Jahr den Namen irgendwo aufschnappt, erinnert euch bitte daran, daß ihr wie immer beim Konzerttagebuch den ersten Konzertbericht gelesen habt, wo auch sonst.

Yeti Lane aus Frankreich waren übrigens Vorband und gut wie immer, obwohl aus dem Trio ein Duo geworden ist und die Sensationssingle Lonesome George nicht mehr gespielt werden kann, weil der Sänger Loac (es gibt/gab bei Yeti Lane zwei Sänger, der andere ist Ben Pleng, der auch Gitarrist bei Herman Dune ist.) nicht mehr dabei ist.



Mittwoch, 7. Oktober 2009

Yeti Lane, Paris, 06.10.09

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Konzert: Yeti Lane, halbakustisch

Ort: Panic Room, Paris
Datum: 06.10.09
Zuschauer: in der Sitze zwischen 40 und 50
Konzertdauer: etwa 40 Minuten


Im Oberkampfviertel wird Paris zum Dorf. Zumindest was die Indieszene anbelangt. Man muss nur durch die Gegend zwischen Fille Du Calvaire und Saint Maur schlendern und schon trifft man ziemlich bald auf bekannte Geschichter des lokalen Musikmilieus. Nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, daß hier etliche Clubs beheimatet sind. Auf der Strecke (lose Aufzählung ohne geographische Rangfolge und Logik) befinden sich das Bataclan, das Nouveau Casino, die UFO Bar, die Alimentation Générale, das International und das Pop In. Und das Pop In war auch der Laden, in dem ich mich heute mit Musik berieseln lassen wollte. Vor der Eingangstüre war aber gegen 20 Uhr 30 noch nichts los, ganz im Gegensatz zum Panic Room, dem Schuppen, der bloß eine Tür weiter liegt. Die Menschenansammlung ließ mich neugierig werden. Würde hier heute etwas Besonderes stattfinden? Ich näherte mich und erkannte Remi Alexandre, den Gitarristen von Syd Matters. Dann sah ich auch die drei Burschen, die das Trio Yeti Lane bilden. Wie ich kurze Zeit später erfuhr, sollten sie heute im Panic Room auf dem Programm stehen. Das reizte mich, obwohl ich ja eigentlich zu Björn Kleinhenz ins Pop In wollte. Was also tun? Die Entscheidung wurde mir letztlich abgenommen, denn schon kurz nach neun bat man die Zuschauer, in den tunnelförmigen Keller hinabzusteigen, um das Konzert von Yeti Lane zu genießen. Ich wähnte mich als Glückspilz, denn ich glaubte in diesem Moment heute zwei Konzerte gratis spendiert zu bekommen. Yeti Lane im Panic Room und dann anschließend Björn Kleinhenz im Pop In. Aus Erfahrung weiß ich, daß die Gigs im Pop In selten vor 10 Uhr beginnen und es somit machbar war, beide zu sehen. Clubhopping nennt man das wohl neudeutsch, oder?

Ich sitze also kurz nach 21 Uhr auf einem Bänkchen im Panic Room und fühle mich trotz des Namens gar nicht so unwohl. Wie lange man es hier drin wohl aushalten könnte, wenn man die Tür zur Treppe aus Schutz vor Angreifern verriegelte? Dazu ist ein Panic Room doch da, um sich zu verschanzen. Oder nicht?

Aber da hier kein Hollywood Film nachgespielt wird, bleibt der Zugang nach oben und nach unten natürlich frei und es tröpfeln langsam aber sicher immer mehr Neugierige ein.

Vorne auf der kleinen Bühne sitzen vor einem Spiegel Ben Pleng und Loac. Zusammen mit dem Drummer Charlie bilden sie die Gruppe Yeti Lane. Charlie hat heute aber frei, da kein Schlagzeug vorgesehen ist und halbakustisch gespielt wird. Auch die Keyboards bleiben außen vor. Ich frage mich, ob es möglich ist, den hochkomplexen Sound der Truppe, der Einflüsse von Indierock, Postrock, Krautrock, Dreampop und Shoegaze vereint, lediglich mit zwei Gitarren und zwei Stimmen (Ben und Loac singen beide) hinzubekommen. Schon nach wenigen Minuten bekomme ich die Antwort auf dem Tablett serviert. Es ist möglich. Und wie! Es klingt in der abgespeckten Variante vielleicht sogar noch schöner, da die Melodien und Grundstukturen der Stücke besser zur Geltung kommen. Sogar der Opener Tiny Corrections, den ich auf dem Album am wenigsten mag, gefällt mir plötzlich. Noch stärker ist aber gleich anschließend Think It's Done von dem eine Musikzeitschrift behauptet, es klänge nach Elliott Smith. Und in der Tat: in der heutigen Konstellation kann ich wirklich gewisse Ähnlichkeiten mit meinem Lieblingssänger ausmachen. Toll! Glänzend ist auch das zunächst trüb dahinplätschernde Black Soul ("Every shade of blue suits you perfectly"). Ben und Loac verstehen es auf das Vorzüglichste Spannung aufzubauen, mit Stimmungen, Intensität und Tempo zu spielen und von ruhigen Fahrwassern auf stürmische See umzuschalten. Wunderschön auch die vielen tollen kleinen Melodien, die Loac aus seiner hübschen Gitarre rauskitzelt und das harmonische Zusammenspiel der beiden Stimmen. Es ist wahrlich eine Wonne den jungen Herren zuzuhören! Und als sie dann auch noch irgendwann ihren Sensationshit Lonesome Georg in einer neuen Version abfeuern, kennt meine Begeisterung keine Grenzen mehr. Am liebsten würde ich nach vorne stürmen und die Kerle umarmen, so unfassbar gut finde ich Lonesome Georg, die Geschichte über eine Schildkröte! Selbt der britische NME schwärmt davon in den höchsten Tönen und titelte unlängst: "Yeti Lane - Cult Parisian space cadets go hyper-drive."

Ach herrlich war's! Was für eine grandiose Band! Vergesst ab sofort Penny Lane und investiert euer Geld lieber in das Debütalbum von Yeti Lane anstatt es für die überteuerten Boxsets der Beatles zu vergeuden!

Und was war mit Björn Kleinhenz? Der kam nicht! Autopanne in Deutschland, sagte man mir. Untrügliches Zeichen dafür, daß das Konzert ausgefallen ist: zwei hübsche, blauäugige Schwedinnen betreten das Pop in und kommen ein paar Minuten später enttäuscht wieder rausmarschiert. Sie murmeln etwas in einer mir unverständlichen Sprache - wahrscheinlich "Mist, der Kleinhenz hat uns versetzt" - und ziehen unverrichteter Dinge ab...






Sonntag, 27. September 2009

Herman Dune & Yeti Lane & Kim & The Low Anthem, Paris, 26.09.09

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Konzert: Herman Dune & Yeti Lane & Kim & The Low Anthem

Ort: la Maroquinerie, Paris
Datum: 26.07.2009
Zuschauer: es war voll, aber nicht ausverkauft

Konzertdauer: jeweils 35-40 Minuten



Ein gutsortierter Plattenladen in Paris feiert fünfjährigen Geburtstag und wir sind natürlich dabei! Ground Zero, so wie das Loch im Herzen von New York, nennt sich der Shop, der von Franck Pompidor, dem Schlagzeuger der HushPuppies (Foto rechts) , mit viel Engagement betrieben wird. Der Name ist gut gewählt, bedenkt man, daß das Geschäft zu einem Zeitpunkt eröffnet wurde, wo der physische CD Umsatz stark eingebrochen ist. Dennoch hat es Franck (er wäre fast Profifußballer geworden, Vorbild: Alain Giresse) zusammen mit seiner tüchtigen Angestellten geschafft, sich eine Stammkundschaft aufzubauen und Indiemusikfans eine hervorragende Auswahl anzubieten. Er verteidigt nicht nur die besten internationalen Acts, sondern hat logischerweise auch viele Franzosen im Programm. Oft findet man bei Ground Zero CDs und Schallplatten, die es nirgendwo anders zu erstehen gibt. Das liegt zum Teil daran, daß er auch Werke von Künstlern verkauft, die per Selfrelease veröffentlichen, zum andern aber auch, daß er oft streng limitierte Sachen anbieten kann.

Besonders toll sind die Akustiksessions, die Franck in unregelmäßigen Abständen im urigen Gewölbekeller seines Ladens ausrichtet. Ich selbst kam auf diese Weise in den Genuß des hochcharmanten Konzertes von This Is The Kit und ihrer englischen Freundin Rachael Dadd und auch Peter von Poehl und Herman Dune haben schon im Ground Zero musiziert. Die Verbindung zur Familie Dune ist ohnehin sehr stark, denn niemand kann sich rühmen, mehr CDs von André Herman Dune, inzwischen unter dem Namen Stanley Brinks bekannt, im Angebot zu haben. Sie lagern in einem Pappkarton gleich an der Kasse und es gibt bestimmt 20 Stück davon!

Jaja, die Dunes sind Vielschreiber, es gibt Leute die behaupten, die Kerle würden jeden Tag ein neues Lied schreiben. Wahrscheinlich ist das gar nicht übertrieben, denn der umfangreiche Musikkatalog der Franzosen mit schwedischen Wurzeln wird ständig erweitert. Kein Wunder also, daß David-Ivar (Yaya) Herman Dune heute beim Konzert in der Maroquinerie keinen einzigen alten Song (oder doch es gab ganz genau einen. Aber wie hieß er?) spielte, sondern ausschließlich neues Material präsentierte. Ohne Band und Ukulele kam der kauzige Künstler angeschlurft und trug auf seiner Gitarre Stücke vor, die wohl zumindest zum Teil auf einem neuen Album erscheinen werden. Statt seines obligatorischen Hütchens trug er ein blaues Baseball Käppchen und auch der Bart und die Haare waren relativ kurz gehalten. Unprätentiös und natürlich sein Auftreten, in keiner Sekunde ließ er raushängen, daß er nicht nur in Frankreich große Erfolge hat - eine ausverkaufte Kultlocation wie das Olympia sprechen hierfür Bände, sondern auch international bekannt ist. Er ist also sprichwörtlich auf dem Teppich geblieben, obwohl er zur Betonung seiner mit Inbrunst vorgetragenen Lieder oft auf die Zehenspitzen ging und so noch ein paar Zentimeter größer zu schien, als ohnehin schon. Äuffälig war wie feingliedrig sein Gitarrespiel war. Mit seinen langen Fingern zupfte er ganz ohne Aufwand hübsche kleine Melodien aus der Klampfe heraus, die immer zwischen Euphorie und Melancholie hin- und her tänzelten. Zu der Musik von Herman Dune kann man lachen oder weinen, je nachdem in welcher Verfassung man gerade ist und die Stücke interpretiert. Witzig sind die oft ironischen und ungewöhnlichen Texte allemal, da wundert man sich, was Yaya so alles durch den behüteten Kopf schießt!(einmal rief er textlich mehrfach aus: "I was drunk, but not from the wine!") Der Kerl hat Komikertalente, keine Frage und zum Entertainer taugt er auch, obwohl er eigentlich keine großen Ansprachen hält. Er sagt es halt eben alles in seinen Liedern. Als schließlich noch sein Saxofon spielender Musikerkollege Q hinzukam, wurde es besonders komisch, denn der bärtige Glatzkopf hatte die Angewohnheit, beim Spielen ein Beinchen zu heben, wie ein Hündchen, das pinkeln muss. Die beiden nebeneinander, ein Bild für die Götter!

Bleibt abzuwarten, wie das neue Material schließlich klingen wird, wenn es mit der Band performt wird. Ich bin gespannt!

Nach kurzer Pause ging es mit dem einzigen nichtfranzösischen Act des heutigen abends weiter. Ob es eine konkrete Beziehung zwischen dem Ground Zero Plattenladen und The Low Anthem aus Providence, Rhode Island, gibt, entzieht sich meiner Kenntnis, Fakt ist aber, daß man mit den Amis ein Glückslos gezogen hatte! Sie bereicherten den ohnehin schon hochklassigen Abend ungemein. Eine feine Sache, wenn man bedenkt, daß die Karten für diese Veranstaltung überschaubare 13 Euro gekostet haben und daß man dafür über 3 1/2 Stunden Musikgenuß bekam. Und ein Genuß war es in der Tat, The Low Anthem zuzuhören! Teilweise bereits als die neuen Fleet Foxes etikettiert, zeigten die drei Musiker, daß sie stilistisch breitgefächert und eigenständig sind und ihr Repertoire sowohl sehr leisen und intimen Folk als auch stampfenden Bluesrock umfasst. Der erste Song erinnerte mich an Simon & Garfunkel, der zweite wiederum an Bon Iver. Welch betörendes Falsett bei diesem traumhaft schönen Lied namens Charlie Darwin! Ben Knox Miller schaffte es, mich emotional so stark zu berühren, wie es in letzter Zeit nur Justin "Bon Iver" Vernon vermochte. Ich fühlte mich wie in Watte gepackt und störte mich auch nicht mehr weiter daran, daß das Publikum wieder einmal auf dem Fußboden rumsaß, was ich nicht ausstehen kann. Mir schlafen davon nämlich die Füße ein und nach eingeschlafenen Füßen klangen The Low Anthem wahrlich nicht! Als sie mit Home I'll Never Be einen von Tom Waits inspirierten Blues-Stampfer abfeuerten, merkte man, daß sie auch rocken können. Aufstehen und im Takt mitwippen, wäre insofern die probate Antwort der Meute gewesen, aber die Leute blieben am Boden kleben. Mehr Bewegung gab es auf der Bühne, da wurden nämlich munter die Instrumente gewechselt. Die talentierte Jocie Adams fing zunächst am Schlagzeug an, spielte dann aber auch Gitarre, Klarinette und Crotales. Crotales, was iss'n das? Nun, das wußte ich vorher auch nicht, ich hielt das Instrument, daß Jocie mit einem Geigenbogen von unten nach oben strich, für ein Vibraphon, lag damit aber falsch. Ben Know Miller wiederum performte an der Akustikgitarre, spielte auch jeweils einmal Orgel und Horn und blies auch desöfteren in eine Mundharmonika. Jeff Prystowsky schließlich zupfte den riesigen Kontrabass und klimperte ab und an auf der Orgel.

3 Multitalente also, die mit Ticket Taker und To Ohio auch noch zwei formidable Lieder (und ich zitiere jetzt nur Beispiele, Ausfälle gab es nämlich keine) auf Lager hatten. Die muss man genau im Auge behalten, eine klasse Band!

Als dritter Starter wurde im Anschluß der aus Bordeaux stammende Franzose Kim ins Rennen geschickt. Ich hatte den Burschen mit der Prinz Eisenherz Frisur bereits einmal vor ein paar Monaten in einem Pariser Privatclub gesehen und er hatte mir recht gut gefallen. Sein Konzert wurde aber damals von einer laut plappernden Beth Ditto gestört, die im Baron zusammen mit ihrer Band Gossip eine Aftershow- Party abhielt. Kim hatte jedoch souverän reagiert und in einer Szene Beth mit seinem Banjo gejagt, um ihr zu signalisieren, daß Ruhe sein solle. Die Ditto redete aber trotzdem ungeniert weiter...

Mit mehr Disziplin und Aufmerksamkeit waren heute die Besucher in der Maroquinerie bei der Sache. Kim machte allerdings deutlich mehr Lärm als vor ein paar Monaten, als er unplugged gespielt hatte. Heute hatte er zwei Burschen der Band The Alb dabei und zu dritt rockten sie ziemlich wild ab. Die Songs von Kim sind catchy und schwungvoll und stimmlich erinnerte er mich zumindest gestern an Jack "The White Stripes" White. Stilistisch will er sich partout auf kein Genre festlegen, er wechselt zwischen Indie, Folk, Elektropop und Bluesrock wild hin und her. Ein Phänomen dieser Kim, der aus einer Musikerfamilie stammt und schon an die 20 (!) Alben (genauer gesagt 17, demnächst 18) veröffentlicht hat. Und dies mit 32! Kein Wunder, daß man da kaum nachkommt. Sicher erkannt habe ich deswegen auch nur den Hit When The River Turns Around und den eingängigen Neuling She's A Lion. Ein Großteil des fetzigen Sets dürfte letztlich vom neuen Album Mary Lee Doo gestammt haben.

Ich behalte Kim weiter im Auge, der Kerl ist umtriebig und spielt übrigens auch bald in Deutschland.

Konzerttermine von Kim in Deutschland:

14. Dezember, Lolita Bar, Kassel
15. Dezember, King Georg, Köln
16. Dezember, Cafe Galao, Stuutgart

Als letzte Band trat schließlich Yeti Lane aus Paris auf. Spaßvögel bezeichnen das rein männliche Trio auch gerne einmal als Ben sans Cyann, weil Yeti Lane aus den gleichen Musikern wie die Vorgängergruppe Cyann & Ben besteht, bloß ohne die Sängerin Cyann, die eine Solokariere starten möchte. Cyann & Ben waren bei Kritikern schon immer höchst beliebt und für alle drei Alben hagelte es Sterne in diversen Fachmagazinen. Auch die britische Musikjournaille liebte diese Formation und so wundert es nicht, daß in der aktuellen Ausgabe des NME die hochgradig tolle Single Lonesome George in den höchsten Tönen gelobt wird. "The debut single from this parisian trio sounds like Pavement playing a Neu! Song with Grandaddy. Oh, and it's about a tortoise. What's not to love?" riefen die Briten verzückt aus und liegen mit dieser Einschätzung goldrichtig. In der Tat ist Lonesome George ein unfassbar guter Song mit riesigem Suchtfaktor und man findet darin auch tasächlich Elemente des amerikanischen Indierocks, des Krautrocks und des poppigen Folksongs. Aber auch andere Stücke auf dem Debütalbum sind gelungen, wenngleich etwas weniger eingängig. Und die Liveumsetzung ist äußerst präzise und tight, Yeti Lane spielten wie immer wie ein schweizer Uhrwerk! Eine eingespielte Truppe, bestehend aus dem Gitarristen und Sänger Ben Pleng, der auch in der Band von Herman Dune dabei ist, dem zweiten Sänger LoAc, der neben Gitarre und Bass auch noch die Synthesizer bedient und dem stoischen Drumme Charlie, der mit einem unfassbaren Tempo und einer ungeheuerlichen Genauigkeit trommelt.

Neben Lonesome George ragte aus dem Set auch Twice heraus. Ein psychedelischer, düsterer, perkussiver Tornado, der ein wenig an die Dodos, aber auch Interpol erinnert und mit einer enormen Wucht daherkam. Viele Leute waren hinterher von dem Konzert sehr angetan, obwohl es auch Stimmen gab, denen der Stoff zu wenig greifbar war. Aber das ist ja gerade das tolle bei Yeti Lane. Genau wie damals bei Cyann & Ben gewinnen die Songs bei jedem Hördurchgang und werden igendwann zum ständigen Begleiter.

Ich bekenne mich hiermit zum Fan von Yeti Lane!

Fazit: Eine rundum gelungene Geburtstagsfete für einen Plattenladen, bei dem ich eigentlich noch viel öfter einkaufen sollte. Hier kocht Mutti nämlich noch selbst! Auf die nächsten fünf Jahre!

Setlist Yeti Lane, La Maroquinerie, Paris:

01: Solar
02: Only One Look
03: Twice
04: First-Rate Pretender
05: Black Soul
06: This Day
07: Space
08: Waiting
09: Lonesome Georg

10: Think It's Done (Z)



Für gute Sachen darf man ruhig werben:

Ground Zero
Disquaire Indé à Paris
23, rue Sainte Marthe,
75010 Paris



Montag, 22. Juni 2009

Maison Neuve & Yeti Lane, Paris, 21.06.09

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Konzert: Maison Neuve & Yeti Lane (Fête de la musique)

Ort: Le Point Éphémère, Paris
Datum: 21.06.2009
Zuschauer: mittlere Raumauslastung
Konzertdauer: jeweils ca. 45 Minuten



Du schreibst über fanzösische Band auf deutsch? Und wer liest das?

Fast wollte ich meinem französischen Bekannten, der mir die Frage gestellt hatte, antworten: Keine Sau!, aber man soll sich ja nicht selbst fertigmachen und die Franzosen haben's verbal auch nicht so mit den Schweinen*, wie wir Deutschen. "Pas un cochon" kann man also nicht sagen, es gibt lediglich die Redewendung "Il n y avait pas un chat (=Katze), wenn man ausdrücken will, daß eine Veranstaltung schlecht besucht ist, aber das ist ja nicht das Gleiche. Außerdem: Wäre das wirklich zutreffend? Liest wirklich niemand in Deutschland Konzertberichte über französische Bands? Sicherlich bediene ich da eine Nische und wenn ich über die famosen Newcomer Revolver aus Paris schreibe, bleiben dort deutlich weniger Leser hängen, als bei Christoph, wenn er detailgenau schildert, wie das Hemd von Morrissey zerrissen wurde und wer schließlich den durchschwitzten Stofffetzen des Großmeisters ergattert hat.

Aber ich kann damit sehr gut leben und wenn ich auch nur ein paar Leser auf französische Pop-und Rockmusik aufmerksam machen kann, ist das schon großartig! Und ich kann es gar nicht oft genug sagen: Paris brennt, Paris is Burning! Nein, nein, ich rede nicht von dieser Ladyhawke da, ich rede von der musikalischen Indieszene, wo im Moment unglaublich viel Dynamik drin ist. Fast wöchentlich entdecke ich neue, spannende Acts, dabei war ich selbst am Anfang kritisch als ich nach Paris gezogen bin. Ich weiß nicht genau, welche Band diesen kreativen Boom ausgelöst hat, wer den Stein ins Rollen brachte. Fakt ist aber, daß sich in den quirligen Bars und Cafés einiges getan hat, daß munter geprobt, musiziert und komponiert wird und daß teilweise Erstaunliches zu Tage gefördert wird. Ich liebe Syd Matters, H-Burns Pollyanna, Herman Dune (Franzosen, keine Schweden!), Marie-Flore, The Rodeo, Faustine Seilman, My Name Is Nobody, Mina Tindle (auf dem Foto rechts zu sehen), Toy Fight, Orouni, Milk & Fruit Juice, Please Don't Blame Mexico, Coming Soon, Revolver, My Girlfriend Is Better Than Yours, Reza, Fairguson, Soy Un Caballo, Pokett, Domingo, Moriarty, Cocosuma, die Rum Tum Tiddles und viele viele andere mehr, aber bei den Vorgenannten handelt es sich fast ausschließlich um Gruppen und Künstler, die auf dem Gebiet Folk oder Pop glänzen und selten einmal laut werden.

Dabei gibt es auch im rockigeren und noisigeren Genre in Frankreich erstklassige Formationen. Ohne großartig zu überlegen, würde ich Kim Novak, Arch Woodman, John & Jehn, Underground Railroad, Electric Electric, Nelson, Stuck In The Sound, Hushpuppies (auf dem Foto), Papier Tigre, La Terre Tremble, Le Prince Miiaou, Kid Bombardos und Eldia nennen, aber sicherlich vergesse ich da schon wieder einige.

Ganz vorne anzusiedeln sind aber jene zwei Bands, die es heute anläßlich der Fête de la Musique gratis und im Dopelpack gab.

Zum einen Maison Neuve, deren hocheleganter Sänger und Gitarrist aus dem Südwesten Frankreichs stammt und zum andern Yeti Lane, der Nachfolgeband der großartigen Cyann & Ben, die sich umbenannt haben, nachdem die Sängerin Cyann ausgestiegen ist.

Als Maison Neuve loslegten, war im Inneren des Point FMR nicht allzuviel los. Das lag aber vornehmlich daran, daß etliche Leute es vorzogen, auf den glitzernden Canal St. Martin zu schauen und sich draußen aufzuhalten, wo laute Musik vom Band dröhnte. Es war halt eben Fete de la Musique angesagt, ein riesiges Fest, bei dem die Musik in allen möglichen Formen zelebriert wird. In der ganzen großen Stadt gab es massenweise Konzerte, jedes Viertel wurde beschallt und vor dem Chateau De Vincennes trat sogar die Schweizerin Sophie Hunger auf (und Paolo Nutini, der den verhinderten Peter Doherty ersetzte, aber diese Geschichte ist zu ärgerlich, um näher darauf einzugehen...) Ich war überzeugt davon, am richtigen Ort zu sein und bekam auch schon nach ein paar Liedern die Bestätigung geliefert. Genau, hier spielte die Musik! Maison Neuve sind die Geilsten! Mit dem Indiehit Wrong Classes knipsten sie bei mir gleich zu Beginn alle Lampen aus. Ich war wie angefixt von dieser stimmungsvollen Nummer, wurde von den melodischen Dingel Dengel Gitarren wie auf Flügeln getragen und sang aus voller Kehle den Singalong-Refrain mit: Ohohohoh...

Wonach klang das? Etwa nach Folk- und Hippiegrößen wie Creedence Clearwater Revival oder Duncan Browne, die auf der MySpace Seite als Referenzen genannt werden? - Nicht die Spur, vielmehr wurden wohlige Erinnerungen an Joy Division, New Order und The Smith wach. Sagenhaft! Franzosen kriegen das viel besser hin als englische Nachahmer wie die White Lies oder Glasvegas! Und nicht wenige behaupteten (völlig zu Recht), das Maison Neuve vor ein paar Wochen die umjubelten Pains Of Being Pure A Heart im Batofar glatt an die Wand gespielt hatten. Und heute setzten die Burschen sogar noch eine Schippe drauf, waren noch tighter, noch mitreißender, noch packender! Schade, daß die Lieder auf der MySpace Seite nur sehr bedingt vermitteln können, wie unglaublich stark die Frenchies heute waren. Sie haben mich schwindelig gerockt, in völlige Ekstase versetzt und mein Urteilsvermögen benebelt. "Ihr seit die beste Welt der Welt!", war ich mehrfach geneigt reinzurufen, aber dann hätten sie vielleicht einen Sanitäter bestellt und gesagt: "Helft bitte mal diesem Deutschen da, dem geht es nicht gut!", denn die Jungs sind herrlich bescheiden geblieben, trotz des immer stärker werdenden Medieninteresses (ich rede jetzt hier natürlich von Fachpostillen und gut informierten Blogs, nicht von Mainstreampublikationen).

Aber Maison Neuve haben nun einmal jede Menge Hits zu bieten. Victor, mit seinem markanten Basslauf zu Beginn ist schon fast ein moderner Klassiker, das Buil To Spill angehauchte Under Skies Of Fire ist auch ganz vorzüglich und das französiche Coloré Par Le Soir hätte ich gerne auf meinem I-pod, es ist aber bisher unveröffentlicht. Wer sich ein wenig mit der Diskografie des Quartetts beschäftigen möchte, der besuche bitte die MySpace Seite des verantwortlichen Labels Sauvage Records, bei dem auch andere glänzende Acts wie Mina Tindle oder Please Don't Blame Mexico ein gemütliches zu Hause gefunden haben.

Setlist Maison Neuve, Point FMR, Paris:

01: You Are My Death
02: I Read, You Count
03: Au Large De La Ville
04: The Wrong Class
05: Victor
06: In The Branches
07: Love Favela
08: Under Skies Of Fire
09: Coloré Par Le Soir
10: Touched In The Heart
11: Lizzy

In der Pause konnte man sich am Canal St. Martin ein wenig erfrischen, mit Freunden plaudern oder die Frau oder den Mann für's Leben kennenlernen. Oder so. Praktisch, daß ich mein Frauchen schon gefunden habe und unter der Haube bin, so konnte ich mich ganz auf die Musik konzentrieren. Einen Kurs mit dem Slogan: "So kriegst Du jede rum", zu belegen wäre auch nichts für mich. Diejenigen, die gerade einen solchen Kurs absolvieren, hätten allerdings Gelegenheit gehabt, ihre frischerworbenen Kenntnisse praktisch anzuwenden, denn der Flirtfaktor (eigentlich ein scheußlicher Ausdruck!) war heute abend in dieser Gegend enorm hoch.

Zurück zur Musik. Die spielte zwar auch draußen, denn bei der Fête de la Musique dröhnt immer igendwo Musik aus irgendwelchen Boxen, aber drinnen war sie sicherlich besser. Das rein männliche Trio Yeti Lane hatte bereits losgelegt und inzwischen war es im Saal auch recht voll geworden.

Die Band besteht aus Charlie (Drums, Percussions, etc.), Loac (Gitarre, Keyboard) und dem Gitarristen Ben, der auch festes Mitglied von Herman Dune ist. Damals als die Sängerin Cyann noch dabei war, nannten sie sich Cyann & Ben, waren sensationell gut und veröffentlichten mehrere Alben, die auch in der britischen Presse beste Kritiken bekamen. Heute fehlt die Frau, aber die drei Männer sind immer noch sensationell gut und auch der Stil hat sich nicht großartig geändert. Melodisch - melancholischer Indierock ist angesagt, bei dem es auch post-und krautrockige Ansätze gibt. Ihre Stücke sind nach wie vor komplex aufgebaut, entwickeln sich teilweise recht schleppend, um gegen Ende förmlich zu explodieren und offenbaren ihre wahren Qulitäten oft erst nach mehrmaligem Hören. Kaum einem Album "Made in France" fiebere ich mehr entgegen, als dem ersten Album von Yeti Lane, das im September erscheinen soll. Bisher gab es lediglich eine Singelauskopplung des süchtig machenden Überhits A Lonesome George (ein Hammer erster Güte!) und den Hörgenuß des düsteren und psychedelischen Schockers Twice auf der MySpace Seite. Überflüssig zu erwähnen, daß A Lonesome George und Twice auch heute live die großen Abräumer waren. Aber ich bin sicher, daß sich auf dem Album noch mehrere Perlen finden werden. Großartig!

Und was höre ich sonst so? Natürlich auch Musik aus England, Schweden und den USA! Was mein momentan heißester Tip ist? Fredo Viola aus New York! Ich ärgere mich schwarz, daß ich den Mann mit der wunderbar pastoralen Stimme live in Paris verpasst habe. Sein Debütalbum The Turn sollte nicht nur die Fans der Fleet Foxes begeistern.Denkt an meine Worte, wenn ihr igendwann im Rolling Stone oder Musikexpress von Fredo Viola lest! Auf dem Konzerttagebuch wird man halt eben umfassend und nicht nur über tolle französische Bands wie Maison Neuve oder Yeti Lane informiert!

Setlist Yeti Lane, Point FMR, Paris (Merci à Sylvain!):

01: ?
02: Only One Look
03: First Rate Pretender
04: Black Soul
05: This Day
06: Think It's Done
07: Neu
08: Twice
09: A Lonesome George
10: Walk Around Sins

11: Architecture (Z)

* in Zeiten der schweinischen Grippe ja auch gar nicht so unvorteilhaft.

Video: Twice von Yeti Lane live. Gefilmt von Ludomatic; Only One Look live
- Maison Neuve- The Wrong Class live @ la Flèche d'or, Paris, Victor live

Pour nos lecteurs français:

Une chronique de ce concert en français va suivre très prochainement...




Samstag, 31. Januar 2009

The Zombies u.v.a., Saint Ouen, 30.01.09

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Konzert:
Mo'Fo Festival. Mit Pokett, Pollyanna, My Girlfriend Is Better Than Yours, The Nightcrawler, Yeti Lane, Fruitkey, Robin Leduc & The Pacemakers und dem kultigen Headliner The Zombies
Ort: Mains d'oeuvres, Saint Ouen bei Paris
Datum: 30.01.2009
Zuschauer: etliche, verteilt auf mehrer Räume
Konzertdauer: sehr unterschiedlich. Von circa. 20 Minuten (z.B. Pollyanna) bis 75 Minuten (The Zombies)



Auf diesen Abend hatten viele Pariser Konzertgänger gewartet:

Die legendären The Zombies, eine Sixties Band aus England, sollte nach vierzig (!) Jahren Frankreich-Abstinenz ein Konzert im Rahmen des Mo' Fo Festivals im Mains D'Oeuvres in Saint Ouen, einem Vorort von Paris, geben. "Achtung Event!" hatten die Veranstalter dieses wunderbaren Festivals für die in die Jahre gekommenen Knautschgesichter von der Insel geworben und hatten mit dieser vollmündigen Ankündigung natürlich nicht Unrecht, schließlich gilt das Album Odessey and Oracle aus dem Jahre 1968 als eines der besten Alben aller Zeiten. Amüsanterweise war der kommerzielle Erfolgs jenes hochgelobten Machwerks eher bescheiden, obwohl Kritiker es teilweise höher einschätzen als epochale Alben der artverwandten Beatles oder der Beach House. Es galt für die Zeit als zu progressiv.

Man fragt sich als neugieriger Konzertgänger schon, ob eine solche Reunion aus pekuniären Gründen zu Stande kam, oder ob die Freude am Musizieren im Vordergrund stand. Mit anderen Worten: Ging es den Zombies nur um die Kohle, um den Wohlstand ihrer Enkel zu sichern, oder fehlte ihnen das Feeling auf einer Bühne zu stehen? Falls es um die Knete ging, kann man das ja durchaus verstehen. Gebissreiniger sind schließlich teuer und die Alterheime in London werden auch immer unerschwinglicher!

Aber ganz egal weshalb die Altherrenriege hier bei Paris aufkreuzte, Musikfans und viele Pariser Musiker wollten sich das Ereignis nicht entgehen lassen! Allein im Publikum war alles versammelt, was auf lokalen Bühnen ansonsten selbst musiziert. Der Tahiti Boy war da, die reizende Pauline aka Mina Tindle, die von den Zombies gewiss nicht unbeeinflussten Da Brasilians, Go Go Charlton, das Pariser Original JP Nataf und viele andere mehr. Einige einheimische Künstler, mussten aber auch ein wenig arbeiten. Der Singer/Songwriter Pokett z. B., der auch an dem wundervollen Album On Concrete von Pollyanna als Produzent maßgeblich beteiligt war. Desweiteren der in Paris ansässige Südfranzose Robin Leduc und seine Pacemakers, dann Yeti Lane, das neue Projekt des Gitarristen Ben, der genau wie seine beiden Kollegen damals bei den Postrockern Cyan & Ben war und auch in der Band von Herman Dune seinen Mann steht und schließlich Fruitkey, eine in Paris lebende Folkrockband aus den USA, die eng mit Syd Matters befreundet sind. Zusätzlich traten auch noch Pollyanna und My Girlfriend Is Better Than Yours im oben gelegenen Forum im Rahmen eines kurzen Showcases auf.

Der erste Musiker, den ich zu Gesicht bekam, war Pokett. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich der Pariser Stéphane Garry, ein vollbärtiger Mann mit Gitarre und ausgeprägter Abneigung gegen den französischen Präsidenten (Pokett ist Mitglied der last.fm Gruppe France Against Sarkozy).

Seinen Protest gegen die aktuelle Politik bringt er handzahm zum Ausdruck (wenn es ihm überhaupt darum geht, meistens drehen sich Lieder ja um ein weitaus schöneres Thema: die Liebe), zumindest was die Lautstärke anbelangt. Seine Vorbilder heißen Elliott Smith, Nick Drake und Sufjan Stevens, aber er hat auch postrockige Einflüsse wie Slint, oder Idaho. Seine noisige Seite konnte er aber am heutigen abend nicht zur Schau stellen, denn er war neben seinem Bart nur mit seiner Akustikgitarre bewaffnet. Sein zweites Album (Debüt war Crumble 2004) Peak (2007) erhielt sehr gute Kritiken, vor allem die Zeitschrift Magic war angetan von den Kompositionen des Franzosen. Neben Allgemeinplätzen wie "das war hübsch" oder "er hat eine schöne Stimme", kann ich aber nicht viel mehr anmerken. Ich müsste mich erst in das Werk von Pokett einarbeiten, um ein solideres Urteil bilden zu können.

Im Publikum hatte ich schon Isabelle & David, die beiden Künstler der französischen Folkpop-Band Pollyanna ausgemacht. Dass sie ihrem Labelkollegen (Waterhouse Records) und Produzenten zusehen würden, hatte ich schon vermutet, ich wußte allerdings nicht, daß sie am heutigen abend auch selbst aktiv werden würden. Eine positive Überraschung! Die beiden spielten allerdings nicht auf einer der beiden Hauptbühnen, sondern eine Etage höher im Forum. Dort hatte man drei zusätzlich Bands für sogenannte Showcases, Kurzkonzerte, die nie länger als eine halbe Stunde dauern, verpflichtet.

Pollyanna machten den Auftakt. Schon bald stelle sich heraus, daß es zwar sehr erfreulich war, daß die Organisatoren diese Minikonzerte zusätzlich anboten, aber die Örtlichkeit alles andere als ideal für ein Konzert war. Schuld daran war die Tatsache, daß die Zuschauer an Tischen und Stühlen lungerten und während der Auftritte mampften, tranken und plapperten und dem Geschehen auf der Bühne nicht die allergrößte Aufmerksamkeirt schenkten. Sehr bedauerlich, denn was Isabelle und David von Pollyanna zu bieten haben, gehört zum Besten, was es in der französischen (allerdings englisch singenden) Folkpop- Szene gibt. Sie verfügen über Lieder voller zarter Melancholie und Poesie, die so ohrwurmig sind, das man sie gar nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Dabei sind ihre Kompositionen filigran und komplex und alles andere als simpel und einfältig. Für das heutige kurze Set hatten sie sich aber bewußt die eingängisgten Stücke ausgewählt, um die mampfenden Leute nicht zu überfordern.

Isabelle spielte stehenderweise Akustikgitarre, während ihr männliches Pendant David sitzenderweise die Elekrische zum Erklingen brachte und später auch auch an der Ukulele brillierte. Der bisher vielleicht größte Hit des sympathischen Duos ist mit Sicherheit Chocolate Jesus, eine Art Weihnachtslied mit süß saurem Text. Er stammte genauso wie das tolle In The Cornfields vom aktuellen Album On Concrete, ein Werk, das die beiden selbst als stärker instrumentiert und professioneller produziert (von besagtem Pokett) bezeichnen. Das erste Album Whatever They, Say I'm A Princess hatte Isabelle 2004 noch in ihrem Schlafzimmer selbst bewerkstelligt. Von jenem Opus kamen die beiden Songs Matador und das ungemein melodische Frankenstein. Die Ballade Tristan wiederum findet man auf... David und Isa haben dieses Lied auch schon einmal bei einer sogenannten Lavomatik Session zum Besten gegeben, einer Reihe kleiner, improvisierter Konzerte vor einer rotierenden Wäscheschleuder in einem Pariser Waschsalon.

Und demnächst werden sie in einer weiteren ungewöhnlichen Location spielen: Pollyanna haben mir nämlich eine Oliver Peel Session in unserem Wohnzimmer versprochen! Darauf darf man sich sehr freuen!

Auch die danach auftretenden My Girlfriend Is Better Than Yours haben schon grünes Licht für eine Oliver Peel Session gegeben. Wahrscheinlich ist unsere gute Stube auch der bessere Rahmen für ein Konzert mit Olivier und Laurie, dem witzigen Pärchen, das sich hinter dem tollen Bandnamen verbirgt. Der Lärm, den die Zuschauer während des kurzen Auftritts produzierten, war nämlich einem gelungenen Konzert nicht gerade zuträglich. Zudem gab es auch noch gewisse technische Probleme, das Keyboard von Laurie war kaum zu hören und einmal gab es auch eine fiese Rückkopplung inmitten des charmanten Vortrages des Gedichts der Erlkönig von Goethe. Auch das Sample, welches ansonsten beim Opener Before My Memory zum Einsatz kommt, musste ausfallen und somit konnten die beiden nicht ganz zeigen, was in ihnen steckt. Allerdings klappten die beiden Songs Like A Rebirth und From My Sofa nahezu perfekt. Stilistisch wandert das Ganze zwischen (Freak)- Folk, Postrock, Psychedelic und eingängigem Pop hin und her. Von dem ironisch gemeinten Bandnamen sollte man sich also nicht blenden lassen. Zwar wird alles mit einem Augenzwinkern gespielt, aber die Lieder haben auch Tiefgang und eine nur auf den zweiten Blick erkennbare Ernsthaftigkeit. Mich erinnert das Ganze ein wenig an Stereolab, obwohl die Musiker deren Songs gar nicht wirklich kennen und ansonsten auch Syd Matters, was nicht verwundert, da Olivier Marguerit auch bei denen Gitarre spielt. Ich bleibe hier am Ball!

Setlist My Girlfriend Is Better Than Yours, Mo' Fo Festival Saint Ouen:

01: Before My Memory
02: Like A Rebirth
03: Winterfarmland
04: Der Erlkönig
05: From My Sofa

Aufgrund meines Aufenthalts im Forumsbereich des Festivalgebäudes hatte ich die Show des unten auftretenden Künstlers The Nightcrawler (nicht zu verwechseln mit der Band The Nightcrawlers) verpasst. Schade, denn was man auf seiner MySpace Seite anhören kann, klingt durchaus vielversprechend und auch diejenigen, die dabei waren, fanden hinterher lobende Worte für den Mann mit der markanten und warmen Stimme.

Aber so ist das eben bei Festivals: Man kann nie alles sehen! Dafür ging es aber gut weiter, denn Yeti Lane standen nun auf dem Programm. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Pariser Trio um Ben, den ehemaligen Gitarristen von Cyann & Ben, der auch die Band von Herman Dune live verstärkt und mit seinen Freuden LoAc und Charlie (ebenfalls ehemalige Mitglieder von Cyann & Ben) sein neues Projekt auf die Beine gestellt hat. Fabelhaft, was die drei Herren hier und heute boten! Psychedelisch, melodisch und melancholisch und phasenweise noisig, die Beherrschung dieser Genres traut man ansonsten eher Amerikanern wie den Flaming Lips zu. Aber Yeti Lane, im Grunde genommen die Nachfolgeband von Cyann & Ben - minus die ehemalige Sängerin Cyann - gehören zum Allerbesten, was auf Frankreichs Bühne rumturnt. Man höre sich nur den Killersong Twice mitsamt seinen klackernden Percussions auf der MySpace - Seite der Franzosen an. Den hätten auch die Dodos nicht bessern hinbekommen! Geil, genau wie der überwiegende Rest des Sets!

Hier kann ich das Erscheinen des ersten Albums gar nicht abwarten, eine famose Band!

Ebenfalls einen zumindest guten Eindruck hinterließen auch Fruitkey bei mir. Obwohl sich kein konkreter Titel in meinen Gehörgang bohrte, bot die vielköpfige amerikanische Band um den uneingeschränkten Chef und Gitarristen Jason Glasser (eigentlich ist er die Band), ein sehr ansprechendes Konzert. Stilistisch wird das Ganze als Conutry, Folk, Rock und sogar Garagenrock beschrieben, eine weite Bandbreite also, die zeigt, daß sich Fruitkey auf kein bestimmtes Genre festlegen wollen. Nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, daß Jason ein Künstler mit einem breitgefächerten Interessengebiet ist. Er ist nämlich nicht nur Musiker, sondern auch anerkannter Bildhauer, dessen Werke in Galerien in New York und Paris ausgestellt sind. Darüber hinaus hat er sich auch um das gesamte Artwork des dritten Albums von Syd Matters, Ghost Days, gekümmert. Das hübsche Cover mit dem Einhorn stammt von ihm.

Zurück zu seinem musikalischen Schaffen. Hier gibt es die Existenz von zwei Alben, Beauty Is aus dem Jahre 2005 und Chevaline von 2007, zu vermelden. Der französische Titel des Albums legt es schon nahe. Jason, der eigentlich aus Brookly stammt, lebt seit ein paar Jahren in Franreich und spricht auch sehr ordentlich die Sprache. Toll, daß er auch seine niedliche Freundin für sein Projekt Fruitkey mit eingespannt hat. Die lockenköpfige Blondine spielte nämlich Schlagzeug und wirbelte so die Männerrunde etwas auf.

Fruitkey waren gerade mit ihrem Programm durch, da machten sich schon ihre Kollegen von Robin Leduc & The Pacemakers für ihren Auftritt fertig. Robin Leduc stammt ursprünglich aus Südfrankreich, ist aber inzwischen seit ein paar Jahren in der Pariser Indieszene fest verwurzelt. Wenn er nicht mit seinen Kumples von den Pacemakers Konzerte gibt, hilft er auch gerne einmal anderen Künstlern mit seinen Gitarren-und Banjokünsten aus. Ich persönlich sah ihn schon zusammen mit Constance Verluca und auch mit der sogar in deutschen Indiekreisen sehr bekannten Soko. Ein witziger Kerl dieser Robin, der mich mit seiner runden Brille und dem Dreitagebart ein wenig an den deutschen Liedermacher Reinhard Mey erinnerte. Und es gibt noch eine Parallele zu Reinhard Mey: Monsieur Leduc singt nämlich ebenfalls in seiner Muttersprache. Während fast die komplette Indiefolk-Szene von Paris und Frankreich englisch intoniert, bleibt der Südfranzose der Sprache Molière's treu.

Zu der Diskografie kann ich leider nicht allzuviel beisteuern, da man im Netz kaum Informationen zu dem Künstler findet. Allerdings habe ich selbst schon CDs von ihm im Laden gesehen und bei Amazon Deutschland kann man zumindest zwei Scheiben ordern, das erste Album "Tout Devient Tout" (2004), und das selbstbetitlete Robin Leduc (2007). Interessierten Lesern kann ich zumindest sagen, daß mir der Powerpop von Robin und seinen Pacemakers (darunter der Dauerbeschäftigte Drummer Jean) viel Freude bereitet hat. Die Jungs waren sehr eifrig bei der Sache und Olivier Marguerit, ansonsten in Diensten von Syd Matters, Chicros und My Girlfriend Is Better Than Yours, hatte einen stark umjubelten Gastauftritt an der Trompete. Am Ende wollten sie gar nicht mehr aufhören, obwohl sich ein Zuschauer nach dem anderen zu dem gegenüberliegenden Konzertssal aufmachte, wo The Zombies schon bereit standen.

Schließlich erklärte Robin das Konzert irgendwann für beendet, da auch er die Zombies nicht verpassen wollte.

Das wollte ohnehin wohl keiner hier. Dafür war man ja schließlich gekommen und hatte sich in den schönsten Farben ausgemalt, wie toll die Evergreens der englischen Sixties-Band, die so viele zeitgenössische Musiker beeinflusst hat, heute noch klingen würden. Der Beginn des Sets war aber gelinde gesagt eine Enttäuschung. Daß die Musiker mit ihren langen, schütteren Haaren und den spießigen Klamotten nicht unbedingt toptrendy aussahen, steckte man ja noch locker weg, schlimmer wog aber, daß gerade die Anfangsphase mit Titeln gespickt war, die nicht besonders gut gealtert sind. Alles klang irgendwie amerikanisch, wie bei einer Varietéshow, oder noch schlimmer: wie bei einer Altherrenband, die vor musikalisch völlig unbedarften Amis in Las Vegas auftritt! Mit anderen Worten: scheußlich! Allerdings war die Stimme von Sänger Colin Blunstone (Baujahr 1945) noch einwandfrei im Schuß, er traf so ziemlich jeden Ton. Störender waren hingegen die aus der Mode gekommenen langen Gitarrensoli, die zudem einen schwülstigen Beigeschmack hatten. Dann aber wurde es doch deutlich besser. Klassiker wie Care Of Cell 44, Time Of The Season, oder She's Not There wurden angestimmt und man bekam schon eine Idee davon, warum die damals recht erfolglose Band von Kritikern so gelobt wird. Die in die Jahre gekommenen Briten haben nämlich unbestrittenermaßen schon ein paar grandiose Songs geschrieben! The Way I Feel Inside ist zum Beispiel wundervoll und wer gegen eine tolle Schnulze nichts einzuwenden hat, kam bei A Rose For Emily, einem Song den eigentlich jeder kennt, voll auf seine Kosten. Herrlich hier die Chorgesänge, die ja seit dem Erfolg der Fleet Foxes wieder sehr populär geworden sind. Wenn ich sage, daß The Zombies ein paar grandiose Songs geschrieben haben, müßte ich eigentlich besonders erwähnen, daß Hauptsongwriter nicht der Sänger Colin Blunstone, sondern der heute graubärtige Keyboarder Rod Argent (wer sich intensiver mit der Bandgeschichte auseinandersetzen möchte, dem sei der ausführliche Artikel bei Wikipedia ans Herz gelegt) war. Rod war dann auch der expressivste Musiker am heutigen Abend, mehrfach puschte er das Publikum mit ausladenden Gesten und forderte die Leute auf, mehr mitzugehen. Seiner Aufforderung folgten schließlich auch einige Zuschauer, obwohl ein Konzert einer Sixties Band natürlich nie so rockig wie das einer aktuellen Gruppe wie z.B. den Wave Pictures ist, die eigentlich einen teilweise ähnlichen, allerdings moderner interpretierten Stil pflegen.

Und ganz zum Schluß wurde es es noch eimal schmusig: Mit einer Coverversion von Gershwins Summertime wurde das Publikum verabschiedet und die alten Säche genossen noch einmal sichtlich, im Mittelpunkt zu stehen. Wer Bock hat, kann ihre Live CDs, Odessey & Oracle (revisited)- 40th Anniversary Concert (2008), oder Live At The Bloomsbury Theatre (2005) überall käuflich erwerben und sich einen Eindruck davon verschaffen, was man heute in Paris und am Ende ihrer Tour noch einmal auf englischen Bühen hören kann.





 

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