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Samstag, 2. Juli 2011

The Weakerthans, Köln, 01.07.11

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Konzert: The Weakerthans (& Alamo Race Track)
Ort: Underground, Köln
Datum: 01.07.2011
Zuschauer: ca. 400 (ausverkauft)
Dauer: The Weakerthans 85 min, Alamo Race Track 30 min


Gestern war kanadischer Nationalfeiertag, Canada Day, der an die Gründung des Landes durch die Zusammenführung britischer Kolonien erinnert.* Da ein Großteil meiner Lieblingskünstler aus Kanada stammt, las ich den ganzen Tag schon bei Twitter "Happy Canada Day!"

Mit den gleichen Worten kamen die Weakerthans um zwanzig nach neun** im knallvollen und warmen Underground auf die Bühne. Das Konzert war seit einiger Zeit ausverkauft, die Weakterthans haben in Deutschland enorm treue Fans. Der Anteil des üblichen Kölner Indiepublikums, das am Wochenende zu irgendeiner hippen Band geht, schien mir recht überschaubar zu sein, die Leute waren gezielt (und im Gegensatz zu mir nicht zum ersten Mal) bei den Weakerthans.

Hip im klassischen Sinne sind die fünf Kanadier wirklich nicht. Aber sie sind verflucht sympathisch und haben ein scheinbar unerschöpfliches Repertoire an Krachern. Bands, die es schaffen, in anderthalb Stunden nur Hits zu spielen, sind entweder Kirmes-Cover-Bands oder verdammt gut. Da die Weakerthans weder Sunday, bloody sunday noch In the army now spielten, gehören sie zur zweiten Kategorie.

Die Musik der aus der Punkszene Winnipegs stammenden Band ist klassischer nordamerikanischer Indierock. Auf Platte klingt einiges deutlich folkig, manchmal sind Country-Anleihen zu entdecken. Diese ruhigen Töne waren live nicht
auszumachen, rockige Gitarren bestimmten die Stücke. Keyboard und Trompete gehören zwar auch zur Instrumentierung, allerdings waren meist drei Gitarren, Bass und Schlagzeug im Einsatz. Daß die vier Musiker vorne dabei großen Spaß daran hatten, ihre Gitarren mit Truckstop-Gesten in die Höhe zu reißen, fände ich bei anderen Bands eklig, den unglaublich sympathischen Weakerthans verzeiht man das ohne Zögern. Die fünf sahen nicht nur aus, als hätten sie viel Spaß beim Musizieren, das steckte auch an, das Publikum sang während des kompletten Sets lauthals mit!

Höhepunkte gab es nicht, das würde ja voraussetzen, daß es Hänger gegeben hätte, alles war toll und kurzweilig. Und als nach fast anderthalb Stunden Schluß war, hätte ich gerne noch mehr gehört. Die Chance wäre da, die Weakerthans spielen heute beim Traumzeit Festival in Duisburg!

"In Paris kennt die niemand," hatte Oliver zu den Weakerthans festgestellt. Ein Fehler, liebe Franzosen.


Setlist The Weakerthans, Underground, Köln:

01: Reunion tour
02: Tournament of hearts
03: Benediction
04: Reconstruction site
05: Aside
06: Leash
07: The reasons
08: One great city! (John K. Samson solo)
09: Bigfoot
10: Civil twilight
11: Plea from a cat called Virtute
12: Sun in an empty room
13: Left and leaving
14: This is a fire door, never leave open
15: (manifest)

16: My favourite chords (Z)
17: Confessions of a futon-revolutionist (Z)
18: Our retired explorer (dines with Michel Foucault in Paris, 1961) (Z)
19: Pamphleteer (Z)

20: Night windows (Z)


* allerdings noch nicht als souveräner Staat, das folgte erst gut 60 Jahre später

** Vor den Weakerthans hatten Alamo Race Track aus Amsterdam eröffnet. Auf die Niederländer hatte ich mich sehr gefreut, weil ich sie in Haldern vor zwei Jahren sehr gut erlebt hatte, und das Album, das ich von ihnen besitze, sehr mag. Der Auftritt im Underground war allerdings eine echte Enttäuschung, weil die Stimme von Sänger Ralph Mulder enorm schief und knarzig klang. Wenn alle sangen, waren die Lieder hervorragend, wenn keiner sang auch. Ralph schien einen sehr schlechten Tag erwischt zu haben und darunter litt der kurze Auftritt. Black Cat John Brown und ein Lied am Anfang (das dritte Stück) gefielen mir am besten, der Rest ging leider unter.




Freitag, 7. November 2008

Chumbawamba, Köln, 06.11.08

2 Kommentare

Konzert: Chumbawamba
Ort: Underground, Köln
Datum: 06.11.2008
Zuschauer: vielleicht 200
Dauer: Chumbawamba 80 min, Bettina Schelker 45 min


"So lange Jude nicht da ist, werden wir ihr für alle Fehler die wir machen, die Schuld geben!" Jude Abbott, Sängerin und Trompeterin des englischen Musikkollektivs Chumbawamba war noch auf der Anreise, als ihre Kollegen ihr Konzert im Underground begannen. Sie wußten offenbar nicht genau, wann Jude ankommen würde und starteten ihr Set daher erst einmal zu viert.

Chumbawamba gehörte schon immer zu meinen liebsten Bands. Weil ich aber lange Jahre keinen Spaß an Konzerten hatte und die Engländer danach nur an absurden Orten gespielt haben (in Osnabrück zum Beispiel), war es für mich eine späte Premiere. Ich kaufe zwar eifrig weiter Chumbawamba-Alben, hatte aber irgendwie schon abgehakt, deren mehrstimmige, wundervolle Lieder einmal live zu sehen. Vor Monaten war ich dann auf der Homepage des Underground, um zunächst festzustellen, daß da ausschließlich Bands spielen, die mir nicht(s) (zu)sagen, entdeckte ich plötzlich den an Kaugummi erinnernden Bandnamen. Obwohl an dem Tag starke Konkurrenz herrschte (Tomte im E-Werk, die Subways in der Live Music Hall, naja und Slayer im Palladium), war für mich nicht eine Sekunde unklar, was ich sehen wollte. Im Underground war ich auch ewig nicht mehr, zuletzt hatte ich da die jetzige deutsche Nummer eins, Polarkreis 18 gesehen.

Jude war also nicht da. Die übrigen Bandmitglieder, Sängerin Lou Watts, die Gitarristen Neil Ferguson und Boff Whalley und Akkordeonist Phil Moody bestritten also den Anfang alleine. Judes Trompete und Mikrophon standen unbenutzt zwischen den anderen, während sie Fade away anstimmten. Und wenn das Instrument der fehlenden Partnerin dran gewesen wäre, rief Neil "Jude, trumpet!" und Phil Moody übernahm die Bläserstellen mit dem Akkordeon! Wundervoll!

Oder danach: "Bei diesem Lied fehlt Judes Stimme besonders. Vielleicht könnte einer von Euch ihre Harmonie bei diesem Lied mitsingen. Aber Vorsicht! Die ist sehr hoch!" Diese Improvisionen hatten enorm viel Charme, klappten nicht immer, das tat aber überhaupt nicht weh.

Auch wenn es so schon hoch amüsant war, waren aber alle doch sichtlich erleichtert, als Jude nach einem improvisierten Homophobia endlich erschien. Die blonde
Sängerin entschuldigte sich in nahezu akzentfreiem Deutsch. "Guten Tag! Entschuldigung für meine Verspätung!", um dann mit Neil über den bisherigen Verlauf zu sprechen, insbesondere über das gerade gespielte Homophobia, bei dem ihre Stimme ersetzt werden musste. "Jahrelang habe ich versucht, Neil den Text von Homophobia beizubringen, endlich kann er ihn." - "Naja, nicht so richtig..." - "Ich weiß, ich habe es gehört. 'Lalalalala'!"

Auch wenn die Zeit der Improvisationen vorbei war, blieb es sensationell unterhaltsam! Zum einen, weil die Musik der so harmlos aussehenden und klingenden bitterbösen Anarcho-Punks mir so sehr am Herzen liegt, zum anderen aber auch, weil dauernd etwas passierte. Mal verpasste einer verträumt den Einsatz, ein anderes Mal erzählten die Musiker Anekdoten mit solch einem trockenen Humor, daß es eine reine Freude war. Bei der richtigen Band liebe ich es, wenn die Lieder vorher erklärt werden. Chumbawamba taten das bei fast jedem Stück. "Ich lese in der Zeitung immer wieder Geschichten über 'millionaire popstars', wie Bono oder Chris Martin, die klagen, wie schwer doch ihr Leben sei, wie hart die Arbeit am letzten Album gewesen sei, während diese millionaire popstars das Bett gemacht und ihr
Essen jeden Tag zubereitet bekommen. Auch wenn wir wirklich keine millionaire popstars sind, freue ich mich jeden Tag, daß ich meinen Lebensunterhalt mit etwas verdienen darf, was mir so viel Freude macht." Die besseren Gutmenschen.

Oder "es gibt zu wenig Lieder über die Evolutionstheorien von Charles Darwin. Wir möchten das ändern und haben ein Lied über seine Theorien geschrieben, es heißt 'Charlie'"

Charlie, um wieder zur Musik zu kommen, enthielt auch einen ganz besonderen Knüller. Mittendrin kam nämlich
"pissing the night away, pissing the night away", eine Zeile aus ihrem größten kommerziellen Erfolg Tubthumping, der sonst ignoriert wurde. Toll! Aber es wurde noch besser... Während wir lachten, spielte einer der Gitarristen das Charlie-Gitarren-Grundmuster weiter. "Standard backing for every Johnny Cash Song. Will jemand von euch mal hier seinen Lieblings-Cash-Song singen?" Leider traute sich niemand! "Einer macht das immer! Nein, das ist leider gelogen, es hat noch nie jemand gesungen. Aber das war in England. Hier sind wir in Deutschland, also los!" Niemand. Also stimmte Neil den Folsom Prison Blues an. "Ihr kennt es also doch!" Und nach minutenlanger Unterbrechung ging Charlie weiter...

Chumbawamba spielten Lieder aus allen Phasen ihrer langen Karriere. Die meisten Lieder stammten vom aktuellen Album The boy bands have won (das eigentlich einen längeren Namen hat, nämlich The Boy Bands Have Won, and All The Copyists
and The Tribute Bands and The TV Talent Show Producers Have Won, If We Allow Our Culture To Be Shaped By Mimicry, Whether From Lack Of Ideas Or From Exaggerated Respect. You Should Never Try To Freeze Culture. What You Can Do Is Recycle That Culture. Take Your Older Brother’s Hand-Me-Down Jacket and Re-Style It, Re-Fashion It to the Point Where It Becomes Your Own. But Don’t Just Regurgitate Creative History, Or Hold Art And Music And Literature As Fixed, Untouchable And Kept Under Glass. The People Who Try To ‘Guard’ Any Particular Form Of Music Are, Like The Copyists And Manufactured Bands, Doing It The Worst Disservice, Because The Only Thing That You Can Do To Music That Will Damage It Is Not Change It, Not Make It Your Own. Because Then It Dies, Then It’s Over, Then It’s Done, and The Boy Bands Have Won). Aber die Band spielte auch Stücke ihrer CD English Rebel Songs 1381 - 1914, ihr sensationell tolles Clash Cover Bankrobber, das nach Tubthumping wohl bekannteste Lied Timebomb oder das einem verstorbenen Sänger einer Nazi-Band gewidmete The day the Nazi died.

Bei einer Band wie Chumbawamba, die vierzehn (oder so) Platten veröffentlicht hat, auf denen teilweise mehr als zwanzig Lieder sind, fehlen natürlich live immer ein paar Lieblinge. Ich konnte mich aber nicht beschweren, denn jedes gespielte Stück war großartig!

Sensationell auch ihre Version des Beatles Songs Her Majesty ("Her Majesty is a pretty nice girl, but I hope she's the end of the line"). Bevor sie wieder in das Land des hübchen Mädchens verschwanden, sangen die Chumbawambas noch Bella ciao. Ich hoffe, es war nur ein Auf Wiedersehen! Diese fabelhafte Band habe ich viel zu lange nicht live gesehen, um sie nicht bald wieder live erleben zu wollen (macht das Sinn? Ich finde schon.)

Setlist Chumbawamba, Underground, Köln:

01: Fade away (I don't want to)
02: Song on the times
03: Add me
04: Homophobia
05: Jacob's ladder (not in my name)
06: Hanging on the old barbed wire
07: Timebomb
08: Bankrobber (The Clash Cover)
09: Stitch that
10: Sing about love
11: I wish that they'd sack me
12: Charlie (incl. einer Zeile Tubthumping)
13: The day the Nazi died
14: El Fusilado
15: On ebay

16: Buy nothing day (Z)
17: Her Majesty (Z)
18: Bella ciao (Z)



Donnerstag, 11. Oktober 2007

The Kilians, Köln, 10.10.07

12 Kommentare

Konzert: The Kilians

Ort: Underground Köln
Datum: 10.10.2007
Zuschauer: ziemlich viele (fast ausverkauft)


Wenn es die Strokes nicht gäbe, hätte ich heute das Konzert des Jahres gesehen. Daß der Riesenmagneto Widerstandseffekt (liebe Physikinteressierte, willkommen auf unserem Konzertblog!) von zwei Forschern unabhängig von einander entdeckt wurde, erscheint glaubwürdig, daß der strokessche Musikstil noch einmal, ohne von den Amerikanern und ihrer Musik zu wissen, in Dinslaken neu geschaffen wurde, nicht so richtig. Sei's drum, ich mag die Strokes, also war ich bei den Kilians genau richtig.

Sehr ungewöhnlich (gemessen an meinen bisherigen Konzerten im Underground) war die Güte der Vorgruppe. Mit Replico aus Koblenz war das nämlich eine richtig brauchbare! Die furchtbar junge Gruppe hatte ich schon einmal als Support von The View im Prime Club erlebt, und schon das hatte mir sehr gefallen. Sänger Felix (diesmal mit Lockenkopf) und seine Band (Bassistin, Schlagzeuger und Gitarrist - und ein Keyboarder, der nach Bedarf auf die Bühne kam), machen wirklich eine tolle Musik, die so ganz und gar nicht nach lokaler Vorgruppe klingt.

Besonders gefallen hat mir "X-Ray", ein Lied mit zusätzlichem Keyboard und Reingebrülle wie von Ex-Automatic Pennie. Das ist ein echter Hit! Und die Band kommt wirklich aus Koblenz! Ich stehe aber auch nicht alleine mit meiner Meinung, Replico kamen im Underground gut an. Selbst die Visions (allerdings noch unter dem alten Chefredakteur - dem mit der fehlenden Zeit für die Familie) bezeichnet die Band als "atemberaubend cool und stilsicher."

Setlist Replico Underground Köln:

01: Upstairs
02: X-Ray
03: Reflect
04: Kaskades
05: XXX
06: Split in pairs

Einen erstaunlich lässigen Soundcheck später kamen dann die Kilians. Gerade einmal das Schlagzeug wurde eingespielt. Auch kümmerte es wohl niemanden so recht, daß noch das Replico Transparent hinter der Bühne hing.

Die Aufstellung der Band erinnerte - richtig - an die Strokes. Drei Gitarren, Bass und Schlagzeug, die gleich ordentlich Krach machten. Aber eben tollen Krach! Den Stil der Band zu beschreiben, spare ich mir heute mal. Auf ihrer myspace-Seite sind allerdings drei Lieder zu hören, die sie gespielt haben.

Sänger Simon den Hartog (nach eigenen Angaben in Holland geboren, was plausibel klingt - der später aber auch behauptete, 32 und zweimal geschieden zu sein), plauderte furchtbar gerne und viel rum. Das war aber hoch unterhaltsam, vor allem dann, wenn er sich selbst damit unterbrach, daß sie ja zum Musikmachen und nicht zum Quatschen da wären. Er wirkte dadurch besonders sympathisch und man merkte ihm an, daß
ihm das, was sie da taten, wahnsinnig viel Spaß macht. Simon erzählte jedenfalls, daß er vor drei Jahren im Underground Mando Diao gesehen habe und daß es da nicht so voll war. Mich wundert das nicht, denn obwohl Mando Diao live toll sind (jedenfalls toller als die letzte Platte das erwarten ließ), haben mir die Kilians deutlich besser gefallen.

Später kam Simon noch einmal auf die Schweden (nachdem er noch einmal erwähnt hatte, wie stolz ihn das mache, daß sie den Underground besser gefüllt hätten). Er sagte, daß Björn Dixgård und Kollegen schon ziemlich gestylt seien: "Ich sag mal so: Wenn ich die selbe Hosengröße hätte, würde ich die auch anziehen. Aber wozu gibt es denn Essen? Und wozu gibt es denn Bier?"

Als er dann irgendwann auf die Frauenfußball Nationalmannschaft anstieß (und auf den 1. FC Köln), wunderte er sich, daß nur Frauen klatschten - aber hauptsächlich Männer da seien. "Da soll uns mal jemand noch mal den Vorwurf machen, wir wären eine Mädchenband. Aber wir wollen ja schon eine Mädchenband sein."

Das Album der Band vom Niederrhein kenne ich bisher nicht, nur einige Lieder (u.a. die EP "Fight the start"). Aber auch die mir unbekannten Songs haben mir sehr gefallen. Es klingt zwar nicht originell (kein Musiknobelpreis), dafür aber richtig gut. Daß die Band, die von Tomtes Thees Ulmann gefördert und gemanagt wird, professionell ist, obwohl es sie erst seit 2005 gibt, zeigten einige Kleinigkeiten. Es gab reichlich technische Probleme. Der bandeigene Mischer und zwei andere Tonmänner drehten und schraubten mehrfach am Mischpult. Aber auch Simons Gitarren funktionierten nicht so, wie sie sollten. Einmal lag das sicher an der Gitarre, vor "Dizzy" wollte er eigentlich auf einer akustischen spielen, die funktionierte aber nicht, ein anderes Mal wohl eher an ihm; als er nach "
Can't get along" rockstarlike das Ding wegschmiss, gab er zwar ihr die Schuld, sagte aber "wenn die Gitarre falsch spielt, liegt es immer an der Gitarre!" Aber trotz dieser Pännchen (das Wort gibt es nicht, oder?) war alles eben souverän.

Und es war ein fröhliches Konzert, obwohl Simon mehrfach betonte, daß das nicht so wäre. "Ist jemand verliebt? Ihr wißt schon, daß das ein Konzert für frustrierte Menschen ist?" Herrlich! Und: "Es geht weiter mit romantischer Musik - für alle Menschen, die wie ich im Kern unglücklich sind." Hach...

Eines der letzten Lieder bestritt Simon solo, "Fool to fool", vielleicht normalerweise (wenn sie funktioniert) mit Akustikgitarre gespielt, hier mit E-Gitarre. Danach kam die Band zurück, spielte noch ein Stück, um dann die Bühne vor den Zugaben für höchstens eine Minute zu verlassen. Die letzte der Zugaben war ein sehr gelungenes "Sunday bloody sunday" Cover! Allerdings war das nicht das beste gecoverte Stück Musik... Denn "Jealous lover" begann mit einer fabelhaften Scooter-Einlage (Scooter Fans: Wie heißt das Ding mit dem Text "Du du du du du duuuuu du du"? Ich glaube, das wurde auch bei der Märchenhochzeit von Gülcan und Sebastian Kamps gespielt), die sich später im Lied wiederholte. Großartig!

Setlist The Kilians Underground Köln:

01: Short life of Margott
02: Merely marginal juxtaposed
03: Little Billie, little brother
04: Dizzy
05: Can't get along
06: Enforce yourself
07: Jealous lover
08: Inside outside
09: Fight the start
10: Something to arrive
11: Fool to fool
12: When will I ever get home?
13: Sunday

14: P.L.E.A.S.U.R.E. (Z)
15: Dry your eyes (Z)
16: Sunday bloody sunday (Z) (U2-Cover)


Montag, 21. Mai 2007

Polarkreis 18, Köln, 20.05.07

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Konzert: Polarkreis 18

Ort: Underground Köln
Datum: 20.05.2007
Zuschauer: 3/4 voll


Vor einigen Wochen fand im Gebäude 9 in Köln ein intro-intim-Abend u.a. mit Polarkreis 18 statt. Ich hatte vorher nur von der Band gelesen (und kannte nur ein Lied) und war sicher, daß das nichts für mich wäre. Der Auftritt der Dresdner hat mich aber vollkommen überzeugt. Am Tag nach dem Konzert habe ich ihr Album bei iTunes gekauft und seitdem sehr oft gehört. So war es auch keine Frage, daß ich den heutigen Auftritt der Band, die in den letzten Tagen u.a. auch in Paris gespielt hat, sehen wollte.

Viertel nach acht kam ich im Underground an, die Vorgruppe sollte um halb neun beginnen. Wegen der sommerlichen Temperaturen war der kleine Club noch sehr leer. Das änderte sich langsam, und als die Vorgruppe (vier junge Frauen) auf die Bühne stieg, war der Raum einigermaßen gefüllt. Bis auf Sängerin Charlotte trugen die Musikerinnen Tartan-Miniröcke und sahen damit schon ein wenig punkig aus. Die Musik der Black Sheep ist Pop, der auch gut ankam, mir aber zu brav war. Daran änderte auch das Punk-Gewand nichts, das über die Pop-Songs gezogen wurde (z.B. das wilde Headbangen der Bassistin Aurora). Wie ich eben gesehen haben, waren The Black Sheep schon Vorgruppe von Silbermond. Das kann ich mir auch gut vorstellen. Charlotte stellte die Band übrigens vor mit den Worten "Wir sind The Black Sheep aus Köln und spielen heute als Support von Polarkreis 7." Obwohl das letzte Lied "Touching me" hieß, haben die Kölnerinnen mein vorgruppenphiles Herz nicht berührt. Allerdings ging das anderen anders, denn die Stimmung war durchaus gut.

Setlist The Black Sheep Köln:

01: My answer
02: Smash my heart
03: Use your wings
04: Try
05: Come out now
06: Touching me

Weil wohl das Mischpult zu klein war (ich könnte jetzt auch über albanische Grammatik reden, davon habe ich ähnlich viel Ahnung wie von Mischpulten), mußte Polarkreis 7 ähh 18 einiges neu ausrichten, wodurch sich der Auftritt verzögerte. Aufgebaut wurde von der Band selbst. Sänger Felix (in Flip Flops) und Kollegen erledigten alle Vorbereitungen selbst. Felix entschuldigte sich dann auch für die längere Vorbereitung. Sehr sympathisch alles.

Gegen viertel vor zehn kamen die Bandmitglieder dann umgezogen (wieder in weißen Hemden und Hosen, Christina) auf die Bühne. Polarkreis 18 treten live zu sechst auf. Ich hatte mehrmals gelesen, die Band bestehe aus fünf Mitgliedern (u.a. auf ihrer myspace-Seite). Heute jedenfalls waren neben Felix ein zweiter Gitarrist, ein Bassist, der Schlagzeuger und zwei Keyboarder dabei. Ich denke, daß das auch die Besetzung bei meinem ersten Konzert der Sachsen im Gebäude 9 war. Was ich im Gegensatz zu damals vermisste, war das Horn, das vor allem bei dem unfassbar guten "Dreamdancer" eingesetzt wurde. Hier übernahm Felix den Horn-Part mit seiner Stimme. Im letzten Konzertbericht habe ich die noch als Nervstimme bezeichnet. Das ist ganz großer Blödsinn gewesen, die Stimme ist fantastisch!

Ich glaube zwar weiterhin, daß Polarkreis 18 nicht massentauglich sind, dafür ist die Musik zu anspruchsvoll. Mich haben die traumhaften Melodien aber auch heute wieder fasziniert. Allerdings ist der kleine Club für diese Art Musik meiner Meinung nach schlecht geeignet, nicht nur, weil es auf der Bühne manchmal eng wurde. Ich denke, die Musik enfaltet sich in einem großeren Raum deutlich besser. Meine Vorfreude auf Haldern ist heute jedenfalls weiter gewachsen. Ich hoffe allerdings, daß Polarkreis 18 nicht zu früh angesetzt werden, denn das ist keine Nachmittagsband, die Musik paßt besser zu einem dunklen Abend als zu Sonne (ich war erst einmal in Haldern...)

Das Set bestand zum großen Teil aus Liedern der CD der Band. Beim vorletzten Stück verließen Felix und (soweit ich das gesehen habe) der zweite Gitarrist die Bühne und ließen den Rest der Band weiterspielen (laut Setlist "Trio song" aber zu viert gespielt). Der reguläre Teil endete dann mit dem tollen "Comes around". Zur ersten Zugabe kam Felix alleine auf die Bühne, setzte sich ans Keyboard und spielte die Stärke seiner Stimme (nur eben keyboardbegleitet) perfekt aus. Nach der zweiten Zugabe "Look" endete das Konzert nach gut einer Stunde. Eine wirklich tolle Band, die ich nur jedem empfehlen kann! Ich denke allerdings, daß die Kaugummis, die ich vorher an der Tankstelle gekauft hatte, mit Geschmackrichtung "Polar ice" nicht nach ihnen benannt sind. Da sind auch 14 Stück drin.

Setlist Polarkreis 18 Köln:

01: Somedays sundays
02: Dreamdancer
03: Stellaris
04: Crystal lake
05: Phil song
06: Under this big moon
07: Trio song
08: Comes around

09: Felix solo (Z)
10: Look (Z)

Links:

- Polarkreis 18 im Gebäude 9 (diese verdammten Zahlen alle)
- mehr Fotos


Sonntag, 25. Februar 2007

Tokyo Police Club, Köln, 25.02.07

2 Kommentare
Konzert: Tokyo Police Club
Ort: Underground, Köln
Datum: 25.02.2007
Zuschauer: leider nicht ausverkauft

Auf dem Weg nach Köln wollte ich wegen einer unglaublichen Müdigkeitsattacke im Vorbeifahren bei McDonald's einen großen Espresso kaufen. Als ich das der Dame gesagt hatte, antwortete sie "Expresso haben wir nicht." Statt des Expressos einen Espresso zu ordern habe ich mir dann verkniffen, denn vorher hatte ich "Be good" von Tokyo Police Club gehört und betrachtete das als Auftrag.

Leider war nicht Field Music Vorgruppe der kanadischen Band. Denn nach den ersten Takten der Band, die im leider spärlich besuchten Underground auf die Bühne trat, war ich nach gestern wieder desillusioniert, was die Qualität von Vorgruppen angeht. Das (Helicopter aus Köln) war nichts für mich.

Setlist Helicopter (to whom it may concern):

01: Schwalben
02: Backseat
03: Nix besser
04: Silberrücken
05: Wellen
06: Gasolin
07: Don't feel
08: Weg umsonst
09: Augenblick
10: 2/3 Herz

Um zehn nach neun (da war Samstag The View schon fertig) begann der Umbau. Alle Maßnahmen wurden vom Schlagzeuger von Tokyo Police Club detailliert auf Video festgehalten.

Die Band aus Ontario, die gerade ihre EP "A lesson in crime" veröffentlicht hat, trat dann um halb zehn auf. Als Begrüßung (und passend zu "Cheer it on" hielt die Band
sehr zusammengestümperte Schilder "Tokyo", "Police" und "Club" hoch). Tokyo Police Club besteht aus Sänger und Bassist David, Gitarrist Josh, Schlagzeuger Greg und Keyboarder Graham. Graham erinnerte mich an das aufgedrehte Keyboard Rumpelstilzchen von The Automatic. Er hüpfte zwar nicht so wild in der Gegend rum, scheint aber ähnlich durchgeknallt zu sein. Dabei sieht er eher wie ein echter Nerd aus. Stille Wasser...

Obwohl TPC 14 Lieder spielte, war das Konzert nach 40 Minuten und ohne Zugabe vorbei. Das zeigt schon, daß die Lieder nicht furchtbar lang sind. Aber sie funktionieren live wunderbar. Ich glaube nicht, daß viele Zuschauer mehr als ein paar Lieder kannten (es waren auch wohl wenig Engländer da, nur ein paar Amerikaner). Trotzdem war die Stimmung in dem kleinen Club prima.

Auf der Bühne stand vor dem Schlagzeug noch eine Extra-Pauke, auf der ab und zu
der Gitarrist oder der Keyboarder unterstützend mittrommelte. Irgendwann lief Josh mit einer roten Fahne über die Bühne, die er anschließend zwischen die Lüftungsrohre schmiß.

Ich hoffe, Tokyo Police Club wird erfolgreich sein. Denn die Band ist originell, unterhaltsam und sehr sympathisch. Sehr nett war nach dem Konzert Sänger David, der meine Souvenir-Setlist, auf der "TPC, Copenhagen Loppen, Feb 2007" stand, mit "Copenhagen Cologne David" unterschrieb.

Setlist Tokyo Police Club:

01: Cheer it on (auf der Setlist: "Cheese it on")
02: Graves
03: Tessellate
04: If it works
05: New song
06: Sixties remake
07: Box
08: Cut cut paste
09: Your english
10: Citizens of tomorrow
11: Shoulders & arms
12: La ferrasie
13: Nature of the experiment
14: Be good (Setlist "Brie Gouda")


 

Konzerttagebuch © 2010

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