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um
19:39
Konzert: The Kooks
Ort: Hurricane Festival
Datum: 24.06.2012
Dauer: 70 min
von Ursula (neulich als ich dachte) und Dirk (Platten vor Gericht)
Um 19:45 Uhr traten auf der Hauptbühne als nächstes The Kooks aus Brighton auf, deren erstes Album von 2005, „Inside In/Inside Out“, mich durchaus zu fesseln vermochte. Die beiden folgenden Werke schafften das weniger gut, aber wir hatten eben gerade Zeit. So ging es möglicherweise auch anderen Zuschauern, denn der Besuch des Kooks-Auftritts gewährleistete gute Stehplätze für das danach anstehende Ärzte-Konzert. Oder aber, auch The Kooks sind viel beliebter als ich dachte.
Der Regen, der beim Ende des Kettcar-Auftritts wieder leicht eingesetzt hatte, entwickelte sich während des Kooks-Konzerts zu einem richtigen Wolkenbruch. Auch mit Regenjacke und Gummistiefeln war es schwierig, echte Begeisterung dafür zu
empfinden, was auf der Bühne geschah, während es gleichzeitig von oben derart auf einen niederprasselte. Die Band gab sich jedoch redliche Mühe und speziell Sänger Luke Pritchard scheute sich auch nicht davor, am Bühnenrand herum zu turnen und selbst nass zu werden, um die Stimmung anzuheizen.
Auch meine Notizen hinsichtlich der Setliste litten unter dem Wolkenbruch, und so kann ich nur stückhafte Informationen liefern. Insgesamt war der Auftritt durchaus solide, und ich selbst überrascht, wie viele gute Songs die Kooks doch haben. Besonders gut gefiel mir die allein von Luke an der Gitarre gesungene Version meines Lieblingslieds „Seaside“. Aber für meine volle Konzentration war dieses Konzert einfach zu nass.
Auszüge Setlist The Kooks, Hurricane Festival, Scheeßel (mit Lücken):
Is it me?
See the World
Down to the Market
Sofa Song
Rosie
She Moves in Her Own Way
Seaside
Shine On
Junk of the Heart
Naïve
Links:
- aus unserem Archiv:
- The Kooks, Paris, 07.06.11
- The Kooks, Paris, 27.08.10
- The Kooks, Paris, 17.11.08
- The Kooks, Luxemburg, 21.06.08
- The Kooks, Köln, 17.06.08
- The Kooks, Köln, 12.04.08
- The Kooks, Paris, 02.07.07
- The Kooks, Köln, 03.12.06
- The Kooks, Paris, 10.11.06
um
01:11
Konzert: The Kooks (Das Pop)
Ort: La Cigale, Paris
Datum: 07.06.2011
Zuschauer: ausverkauft
Konzertdauer: etwa 70-75 Minuten
Ich habe nachgeguckt: am 15. Dezember 2005 habe ich die Kooks zum ersten Mal live gesehen. In der Pariser Maroquinerie war das und es war der allererste Auftritt der Brightoner in Frankreich. Damals gab es das Konzerttagebuch noch nicht (eine schlimme, erbärmliche Zeit!) und auch das erste Album der Kooks Inside In/Inside Out war noch nicht erschienen.
Sänger Luke Pritchard war 20 Jahre alt und die Mädchen im Publikum im Schnitt 16. Heute ist Luke 26 und die Mädchen im Publikum sind im Schnitt immer noch 16. Das dritte Album Junk Of The Heart ist noch nicht erschienen.Inzwischen habe ich die Kooks zum neunten Mal live gesehen und die alten Hits haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.
Bei den neuen Sachen bin ich hingegen skeptischer. Taugen sie was, oder haben die Engländer ihre besten Songs bereits geschrieben?Ich fürchte die zweite Alternative trifft zu. Ich habe tatsächlich das Gefühl, daß die Kooks schon ihr Pulver auf dem ersten und teilweise noch auf dem zweiten Album verschossen haben. Zu den Neulingen ist nämlich folgendes zu sagen:
Carried Away ist ein netter, aber ziemlich belangloser Song mit waberndem Elektropop-Intro, Eskimo Kiss radiotauglicher, recht schmalziger Sonnenscheinpop mit 70er Jahre Gitarrenparts und einem ziemlich einfallslosen lalala-Singalong am Ende, Mr Nice Guy ein basslastiges und durch Piano unterlegtes Stück, das nach Razorlight (eine Band, die sowas von out ist) klingt und das beatleske How'd'ya Like schleudert einem einen schwer erträglichen Bubblegum- Refrain in die Fresse und dies gleich mehrfach. Über die 70 er Jahre Rocknummer Saboteur hüllen wir am liebsten den Mantel des Schweigens.Daß es dennoch insgesamt ein ordentliches und unterhaltsames Konzert wurde,
lag an den alten Hits, dem Bühnentalent von Sänger Luke Pritchard und den mächtig Stimmung machenden Mädels im Publikum. Immer wenn Sachen von Inside In/Inside Out kamen, ging so richtig die Post ab und spitze Schreie ertönten schon bei den ersten zarten Klängen der Lieder. Ooh La, She Move's In Her Own Way, Naive und der Sofa Song klangen bereits wie moderne Evergreens und wurden zurecht abgefeiert.
Vom zweiten Opus fehlten allerdings mit Sway und Mister Maker die zwei besten Titel, an die auch das brauchbare Shine On nicht ran kam. Fast peinlich wurde es bei Do You Wanna (Make Love To Me?), bei dem etliche pubertäre Mädchen lauthals den Refrain mitsangen. Ich musste mich beherrschen, um nicht laut loszulachen, als ich teilweise wohl erst 14 Jährige Mädchen sah, die da etwas von "Liebe Machen" sangen und lüstern Richtung Luke Pritchard starrten. Gierig und wie auf Droge, knipsten sie mit ihren kleinen Kameras die Posterboys auf der Bühne tausendfach ab,
drehten verwackelte Videos und freuten sich wie Bolle. Manchmal fühlte ich wie Humbert Humbert, vor allem auch deshalb, weil eine unverschämt süße Blondine neben mir mit einem umwerfenden Schlafzimmerblick aufwarten konnte, allerdings nur Augen für die Musiker da vorne hatte. Ich stellte mir vor, wie es sei, mit ihr durch die USA zu fahren und wie Humbert mit Lolita in Motels abzusteigen. Andererseits passte ich höllisch auf, die Mädchen im Publikum nicht zu penetrant und zu offensichtlich anzuglotzen, weil ich nicht wollte, daß ich von der Security abgeführt und dem Haftrichter vorgeführt werde. Man liest ja heutzutage ständig, was mit hormongestörten Wettermoderatoren und Exbankern passiert, wenn sie ihren Verstand verlieren und der Abteilung unterhalb des Gürtels das Denken überlassen.
Das sollte jedem Mann Warnung genug sein. Man stelle sich die Schlagzeile in der Bildzeitung vor: "Blogger-Zar Oliver Peel bei Konzert der Kooks festgenommen. Vorwurf: unsittliches Annähern an Minderjährige."Brav wie ein Lamm schoß ich also nur Fotos von Luke, Hugh, Pete und Chris und verkniff mir Schnappschüsse der feiernden Girlies.*
Hinterher fragte ich mich, wie Luke Pritchard mit seinen 26 Lenzen mit seiner Popularität bei kleinen Schülerinnen umgeht. Nutzt er Annäherungsversuche schamlos aus (dies würde ich wahrscheinlich an seiner Stelle tun), oder lässt er alle abblitzen? Vor allem aber auf die Musik bezogen: sagt er sich nicht jeden Abend, daß es am besten wäre, nach dem dritten Album mit den Kooks aufzuhören? Dann könnte er noch mal ganz neu anfangen, müsste nicht ständig den Sofa Song und Ooh La wieder spielen müssen und könnte feine Akustiksongs auf seiner Gitarre schreiben. Da er eine ausgezeichnete Stimme und songwriterisches Talent hat, würde ihm das die Möglichkeit bieten, ein reiferes Publikum zu gewinnen und künstlerisch voranzukommen.Setlist The Kooks, La Cigale 2011:01: See The World02: Eddie's Gun03: Always Where I Need To Be04: Ooh La05: Carried Away06: She Move's In Her Own Way07: Nice Guy08: Do You Wanna09: Naive10: Shine On11: Eskimo Kiss12: Down To The Market13: How D'ya Like?14: Saboteur15: Stormy Weather16: Seaside17: Is It Me18: Sofa SongAus unserem Archiv:The Kooks, Paris, 27.08.10The Kooks, Paris, 17.11.08The Kooks, Luxemburg, 21.06.08The Kooks, Köln, 17.06.08The Kooks, Köln, 12.04.08The Kooks, Paris, 02.07.07The Kooks, Köln, 03.12.06The Kooks, Paris, 10.11.06* Bilder zwei und drei sind alt und stammen von einem Kooks Konzert von 2008.
um
20:40
Konzert: The Kooks
Ort: Domaine National de Saint Cloud, Festival Rock en SeineDatum: 27.08.10
Zuschauer: zigtausende
Konzertdauer: ungefähr 50 Minuten
Nicht sonderlich viel Neues gibt es über die Kooks zu berichten. Nach wie vor sind Luke Pritchard und seine Kollegen die Lieblinge der jungen, hysterischen Mädchen. Aus optischer Sicht verstehe ich das immer noch nicht ganz, in musikalischer Hinsicht ist es jdeoch durchaus legitim, die Kooks toll zu finden. Mit ihrem souligen Britrock haben sie zwar nichts Originelles erfunden,
aber ihre Sonsg sind dermaßen catchy und die Bühneshows dermaßen energiegeladen, daß einfach keine Langweile aufkommt. Ihre zahlreichen Hits kann man gut und gerne bereits jetzt als Klassiker der englischen Musikszene der letzten zehn Jahre bezeichnen.
Ob You Don't Love Me und Ohh La vom ersten, oder Sway und Shine On vom Zweitlingswerk, alles zündete. Das Stimmungsbarometer schlug aber eindeutig bei Do You Wanna (Make Love To Me)? am stärksten aus.
Ein Lied für das sich Luke, wenn er älter ist, vielleicht irgendwann mal schämen wird, daß aber hier und heute einschlug wie eine Bombe. Besonderer Clou war eine Mitmachaktion in der Mitte des Stücks, bei der sich das Publikum auf den Boden setzen sollte,
um beim Wiederaufnehmen des Refrains pfeilschnell in die Höhe zu schießen.Der prägnanteste neue Titel war eindeutig Sabateur, zu dem Luke hinter einem Piano Platz nahm.
Meine Befürchtung, er und die Kooks könnten jetzt auf den Pfaden von Chris Martin und Coldplay wandeln, wurde aber nicht war, denn das Ganze klang eher nach Radiohead.Auch neu: der Drummer. Er sah mit seinem kantigen, aus einem einzigen Holzblock geschnitzten Gesicht aus wie Renate Künast. Wahrscheinlich handelte es sich um Renato Künast oder so...The Kooks sind und bleiben eine Band mit Potential!
Setlist The Kooks, Festival Rock en Seine 2010:
01: Always Where I Need To Be
02: Eddie's Gun
03: You Don't Love Me (The Way That I Love You)
04: Sway
05: Strange One
06: Ooh La
07: She Moves In Her Own Way
08: Sabateur
09: Do You Wanna (Make Love To Me)
10: Naive
11: Shine On
12: Down To The Market
13: Stormy Weather
14: Sofa SongThe Kooks in Deutschland:
2. September, Sommergarten, Messe BerlinAus unserem Archiv:
The Kooks, Paris, 17.11.08
The Kooks, Luxemburg, 21.06.08
The Kooks, Köln, 17.06.08
The Kooks, Köln, 12.04.08
The Kooks, Paris, 02.07.07
The Kooks, Köln, 03.12.06
The Kooks, Paris, 10.11.06
um
02:08
Konzert: The Kooks & CSS (Mystery Jets, White Lies)Ort: Le Zénith, ParisDatum: 17.11.2008Zuschauer: nicht ganz ausverkauftKonzertdauer: White Lies: 28 Minuten (trotzdem noch zu lange!), Mystery Jets ca. 35 Minuten (viel zu kurz), CSS: 55 Minuten, The Kooks ca. 85 Minuten
Ob sie sich heute nicht alt gefühlt haben, möchte ich von zwei Konzertfreundinnen* nach dem Auftritt der Kooks im Pariser Zénith wissen. Schon Sekundenbruchteile nachdem ich den Satz ausgesprochen habe, ist mir die Frage peinlich, denn so etwas ist ja nicht gerade sehr galant, zumal eine der beiden schon eine 4 vor der Altersangabe hat. Die andere ist 31, also eigentlich noch jung, dennoch aber fast doppelt so alt, wie die anderen Mädels hier. Die sind nämlich größtenteils nicht älter als 16! Ich selbst fühlte mich mit meinen 37 ja auch schon wie ein Tattergreis,
empfand jedoch das jugendliche Publikum als sehr erfrischend. Los ging das Ganze bereits um 19 Uhr. Vor dem Zénith versuchten noch ein paar Schwarzhändler ein Geschäft zu machen, obwohl die Veranstaltung heute das einzige Event im Rahmen des Festival des Inrocks war, für das es noch bis zum Schluss reguläre Karten gab. Schon witzig diesen Schwarzhändlern zuzusehen! Stellen sie da mit einem Schild mit der Aufschrift "Cherche 2 places", also suche Karten, auf die Straße, obwohl doch eh jeder weiß, daß sie ihre eigenen Tickets verhökern wollen. Aber so kann ihnen die Polizei nichts, obwohl die die Kerle auch bestens kennen müßte, es sind nämlich immer die gleichen,
sei es bei Musikveranstaltungen wie heute, oder dem Tennisturnier in Roland Garros im Mai. Ich begegne auf dem Weg meinem Freund Philippe. Der Bursche hat es eilig und hetzt strammen Schrittes Richtung Eingang, weil er auf keinen Fall etwas von den Engländern White Lies verpassen möchte. Ich versuche ihn zu beruhigen, indem ich ihm sage, daß Hetze hier fehl am Platze sei, White Lies seien nämlich alles anders als gut, ich wisse das vom Haldern Pop Festival. Er reagiert eingeschnappt: "Dich sollte man in die deutsche Provinz zurückschicken, Du hast die White Lies nicht verdient!"
Soll mir Recht sein, denn ich verdiene in der Tat Besseres als junge englische Klone der Killers. In aller Ruhe drinnen angekommen, schallt mir schon diese eklige Brandon Flowers Imitator-Stimme entgegen und der Sound ist auch entsprechend bombastisch und schwülstig. Fehlende musikalische Qualität scheint man hier durch Lautstärke ersetzen zu wollen,
denn der Lärm im Zénith ist kaum auszhalten. Die zwei blonden Mädchen neben mir halten sich zu Recht die Ohren zu. Ein schlechter Auftakt, aber zum Glück ist nach gut 25 gräßlichen Minuten schon alles vorüber. Der Saal füllt sich ganz langsam, längst sind noch nicht alle Girlies angekommen, da die Kooks ja auch schließlich erst um 22 Uhr beginnen.
Vorher gibt es eine andere englische "Boygroup" zu hören und zu sehen. Die Mystery Jets habe ich noch von einem gelungenen Debütalbum in guter Erinnerung und auch ihr damaliger Auftritt in der Maroquinerie - zu der Zeit sogar noch mit dem weißhaarigen Vater des Sängers- war richtig gut.
Vor ein paar Monaten haben mich die sehr sympathischen und höflichen Jungs von den Mystery Jets im Vorprogramm von Kate Nash allerdings weniger begeistert. Nicht, daß ihr Kurzauftritt da schelcht gewesen war, aber der Funke wollte irgendwie nicht richtig überspringen. Das ist auch heute leider nicht großartig anders. Die ersten vier Lieder, darunter Young Love, das auf CD mit der famosen Laura Marling eingespielt wurde, plätschern an mir und dem Publikum weitestgehend vorbei. Erst mit Alas Agnes, das Sänger Blaine mit "A dancing song" angekündigt hatte,
kommt mehr Bewegung in die Geschichte. Zum ersten Mal spürt man so etwas ähnliches wie Stimmung. Das Konzert ist jetzt besser in Fahrt gekommen, flacht aber immer mal wieder ab, obwohl Flakes ziemlich schön ist. Überhaupt halte ich die Engländer, die auch gut französisch sprechen, für sehr talentiert, aber ihre Musik ist für den riesigen Zenith denkbar ungegeignet. Und dies obwohl sie inzwischen viel mehr Keyboardparts und tanzbare Element einbauen. Richtig gut gefällt mir zum Schluß Behind The Bunhouse, was dazu führt,
daß ich den erneut kurzen Auftritt der netten Briten als insgesamt brauchbar einstufe. Sännger Blaine verlässt als letzter die Bühne. Er ist bekanntermaßen gehandicapt und kann nicht ohne Krücken laufen. Ich bewundere seinen Mut und Optimismus und finde es toll, daß er trotz seiner Behinderung eine solch große körperliche Anstrengung wie das Geben von Konzerten bravourös meistert!
Flink auf den Beinen ist hingegen Stimmungskanone Lovefoxx, die dralle Sängerin der brasilianischen Fast-Girlgroup (der männliche Bassist versaut die Einstufung als 100%ige Mädchenband) CSS. Wie ein Wilde hüpft sie regelmäßig über die Bühne, das war bei den früheren Konzerten die ich von den Südamerikanerinnen geshen habe so und ist auch heute nicht anders. Dennoch hat es Veränderungen gegeben. Die Bassistin von früher ist nicht mehr dabei. Man hat sie aussortiert, angeblich weil sie ihr Instrument nicht richtig beherrschte, nach ihrer eigenen Ausage aber weil sie sich nun um ein Modestudium kümmere.
Wie dem auch sei, der bärtige und tätowierte Kerl im Bunde, spielt jetzt halt eben Bass und nicht mehr Schlagzeug, wie das vorher der Fall gewesen war. Dafür sitzt ein anderer Typ hinter dem Schlagzeug, so daß das Verhältnis Männlein zu Weiblein zumindest bei Liveshows 4:2 beträgt. Die extrem dürre Keyboarderin vor mir kenne ich noch von meinen damaligen 3 CSS Konzerten. Sie war immer schon so mager, da ist alles beim Alten geblieben. Neu ist allerdings, daß Lovefoxx selbst wesentlich schlanker erscheint. Ich hatte sie noch als ziemliche Wuchtbrumme in Erinnerung.
Sie dürfte mindestens 7 Kilo seit Rock en Seine abgenommen haben, ihr Bauch ist wesentlich flacher. Nach wie vor aber presst sie ihren Körper in hautenge Ganzkörperanzüge, die meistens grellbunt gemustert sind. Heute hat sie allerdings ein schlichtes schwarzes Teil mit imitierter weißer Knopfleiste und einer dazu passenden schwarzen Fliege an.
Ein tolles Outfit, das ihr wirklich gut steht, keine Frage! Wenn man genau hinguckt, kann man erkennen, daß ihre Augen sehr stark geschminkt sind und auch ihre Lippen schimmern bläulich-schwarz. Sie läuft diesbezüglich im Partnerlook zusammen mit dem Bassisten, der mit seinem geschminkten Gesicht fast wie ein Clown aussieht. Clownereien lesiten sich CSS sowieso am laufenden Band. Die Texte sind hochgradig vulgär und dürften Klosterschülerinnen die Sprache verschlagen, aber viele junge Leute im Zénith stehen auf solche derben Lyrics.
"The bitch said yeah, the bitch said yeah, the bitch said yeah yeah yeah yeah yeah", viele singen den Text des Liedes Paris Hilton lauthals mit. Die Stimmung ist gut, das kann man nicht anders sagen, auch wenn der Sound fürchterlich übersteuert aus den Boxen kommt. Verantwortlich für die Bewegung bei den Zuschauern ist eindeutig Lovefoxx, die wie für die Bühne geschaffen ist. Hyperaktiv, manchmal vulgär, rotzfrech und quirlig wie ein Flügelflitzer. Man hat große Probleme sie mit der Kamera einzufangen, sie entgleitet einem wie ein Aal in der bloßen Hand.
Die neuen Songs von zweiten Album Donkey ziehen gar nicht mal so übel und dies obwohl Musikkritiker das Werk weitestgehend verissen hatten. Beim Debüt hatten sie noch fast alle geschwärmt und jetzt lassen sie die Band fallen, wie eine heiße Kartoffel, seltsam! Schon klar, daß CSS möglicherweise maximal drei Alben machen werden, bevor Schluss mit lustig und vulgär ist, aber die Energie von Lovefoxx kann keiner leugnen. Und Left Behind und Rat Is Dead sind eigentlich ziemlich cool und keinesfalls schlechter als das Material vom Erstling. Dennoch zieht natürlich das sehnlich erwartete Lets Make Love And Listen To Death From Above am besten.
Überraschenderweise kommt dann mit Alala noch ein weiteres Stück von Cansei de Ser Sexy und die Sache ist gelaufen. Zwischenzeitlich hatte sich Lovefoxx ihres schwarzen Ganzkörperanzugs erledigt und ein gewohnt buntes, darunter befindliches Integralteil gezeigt. Wenn ihre Meinung dazu wissen wollt: Schwarz stand Lovefoox deutlich besser!
Nachdem CSS abgezogen waren, warteten alle gespannt auf die Kooks, denn dafür waren die meisten Zuschauer hier schließlich gekommen. Zuschauer? Eher Zuschauerinnen, denn das Publikum war wirklich zu 70-80% weiblich, so etwas sieht man selten!
Voller Vorfreude und in gespannter Erwartung auf das Kommende, rückten die Girlies ganz nah an die Bühne ran, um mit ihrem Handy Fotos von Luke, Paul und wie sie auch immer heißen, zu schießen. Auch ein großer Pulk an Fotografen hielt sich bereit, um so gut wie möglich positioniert zu sein.
Die Kooks im riesigen Zénith (6.400 Plätze), wer hätte das vor 2-3 Jahren gedacht! Ich erinnere mich noch genau an ihr allererstes Konzert, das sie in der recht kleinen (500 Plätze) Maroquinerie gegeben haben. Damals war noch nicht einmal ihr Debütalbum Inside In Inside Out auf dem Markt und am Merchandising- Stand verschenkten sie Promo- CDs von dem Sofa Song,
um auch außerhalb von England, wo man bereits sehr früh Notiz von ihnen genommen hatte, bekannter zu werden. Mit Paris verbindet die Band aus Brighton aber auch noch ein anderer Umstand. Die Weiberhelden haben nämlich das Video zu ihrem tollen Hit Ooh La ("Your pretty pretty petticoat") in der Stadt der Liebe gedreht und darauf wiesen die Wuschelköpfe während des Konzertes auch noch einmal hin. Auch live ist Ooh La nach wie vor eine der großen Zugnummern, das war schon zu Beginn ihrer Karriere so und auch heute nicht anders. "Go to Hollywood and pay the price", die Mädels neben mir sangen wirklich jede Songzeile lauthals mit und trafen dabei oft nicht die richtigen Tönen.
Es ist heutzutage kaum noch möglich, ein Konzert von den Kooks zu sehen, bei dem die Fans nicht schon die gesamten Strophen komplett selbst singen.Im Grunde genommen könnte sich Luke Pritchard, der mich nach wie vor an eine Miniaturausgabe von Thomas Gottschalk erinnert, als Dirigent betätigen und seinerseits eine ruhige Kugel schieben. Allerdings würde das Ergebnis dann wohl wirklich sehr schief werden, weshalb es besser ist,
wenn er ins Geschehen eingreift und den eingängigen Songs seine leicht soulige Stimme verleiht. Das Lobenswerte an den Kooks ist, daß sie keinen wuchtigen Gitarrensound brauchen, um auch große Konzerträume zu beschallen, sondern mittels packender Melodien und einem hyperagilen Sänger es schaffen, eine riesige Stimmung zu machen.
Und ihr jetzt schon beeindruckendes Material an guten Songs kann ihnen niemand mehr nehmen. Auch auf dem zweiten Album Konk, daß bei den Musikkritikern deutlich schlechter bewertete wurde als der Erstling, finden sich einige Perlen. Sway zum Beispiel ist ein beschwingtes, mitreißendes Stück britpopscher Prägung,
das ich schon von früheren Konzerten her kannte. Auch Mr. Maker ist ausgezeichnet und steht in der Tradition der Beatles, wie das so oft bei englischen Bands anzutreffen ist. Wahrscheinlich würden Paul Mc Cartney und John Lennon heutzutage wie die Kooks klingen, wenn sie noch zusammen auf der Bühne stehen könnten...Besonders gut gefällt mir das sonnige Element in den Stücken der Brightoner, die Songs klingen oft so, als seien sie bei strahlendem Wetter in Kalifornien und nicht unter englischem Regen entstanden.
Logischerweise war dann auch die Laune bei den entzückten Mädchen im Publikum bestens. Belustigt verfolgte ich, wie eine junge Brünette mit ihrer Freundin ausgelassen zu jedem Lied mittanzte, während ihr Freund schmollend und stocksteif in der Ecke stand. Vielleicht war er eifersüchtig auf Luke und konnte es nicht ertragen, daß seine Freundin nur noch Augen für den wuschelköpfigen Sänger hatte. Irgendwann fiel ihr dann auf, daß ihr Freund sauer war und als Reaktion darauf hatte sie wirklich einen cleveren Schachzug parat:
Nach jdem gespielten Stück lief sie zu ihrem gekränkten Lover rüber, gab ihm ein Küsschen und verschwand wieder tanzenderweise in der Menge. So hatte sie sich ganz geschickt ihres schlechten Gewissens entledigt. Ich amüsierte mich köstlich darüber, auch deshalb, weil das Mädel unzählige Male erfolglos versuchte, ihren Typen zum Tanzen zu bringen.Bei der Songzeile "Do you wann make love with me", ist er sicherlich innerlich vor Eifersucht geplatzt,
denn direkter hätte die Anspielung ja nicht sein können. Zugegeben: dieses Lied (Do You Wanna) und auch die solo vorgetragene Zugabe Jackie Big Tits wirken schon reichlich pubertär, aber die Kooks sind ja selbst noch jung und da ist so etwas normal. Und auch mit meinen 37 Jahren konnte ich dem Konzert musikalisch etwas abgewinnen, auch ohne für einen der süßen Boys auf der Bühne zu schwärmen.
Bei alten Hits wie She Moves In Her Own Way, Naive oder dem den regulären Teil abschließenden You Don't love me... hielt es ohnehin nur noch Miesmuffel auf den Sitzen. Die ersten drei balladesken Zugaben trug dann Luke ganz allein auf der Gitarre vor, bevor die Band wieder mit hinzustieß und noch einmal mächtig Dampf machte. Es gab sogar einen nagelneuen Track (Titel wird nachgereicht) und zum krönenden Abschluß den Sofa Song. Ausgerechnet jenes Lied also, daß ich auf einer Promo- CD vor zwei Jahren geschenkt bekommen hatte... Setlist Mystery Jets, Le Zénith, Paris:01: Hideaway02: Half In Love With Elizabeth03: Young Love (ohne Laura Marling)04: Alas Agnes05: Flakes06: Hand Me Down07: Veiled In Grey08: Two Doors Down
09: Behind The BunhouseSetlist CSS, Le Zénith, Paris:01: Jager Yoga02: Meeting Paris Hilton03: Left Behind04: Off The Hook05: Rat Is Dead06: Move07: Music Is My Hot, Hot Sex08: Give Up09: Beautiful Song10: Alcohol11: Air Painter12: Jamaican Flag13: Let's Make Love And Listen To Death From Above14: AlalaSetlist The Kooks, Le Zénith, Paris:01: Always Where02: Matchbox03: Eddie's Gun04: Ooh La05: Sway06: Time Awaits07: I Want You08: One Last Time09: She Moves In Her Own Way10: Mr. Maker11: Do You Wanna12: Naive13: Shine On14: You Don't Love Me...15: Seaside (Luke solo akustisch) (Z)16: Jackie Big Tits (Luke solo akustisch) (Z)17: Princess Of My Mind (akustisch) (Z)18: Stormy Wheater (Z)19: Sofa Song (Z)Merci beaucoup à Stéphane et Marguerite pour les setlists!Links:- aus unserem Archiv:
- The Kooks, Rock A Field, Luxemburg
- The Kooks, Palladium Köln, 17.06.08
- The Kooks, KulturKirche Köln, 12.04.08
- The Kooks, Olympia Paris, 02.07.07
- The Kooks, E-Werk Köln, 03.12.06
- The Kooks, La Cigale Paris, 10.11.06- Fotos von den Kooks hier- F
otos von den (meist weiblichen) Kooks Fans, der Atmosphäre und der Aftershow hier- Fotos von CSS hier- Fotos von den Mystery Jets hier- Fotos von den White Lies hier- Voici une chronique de ce concert en anglais, chez nous amis de rockerparis. com avec quelques très belle photos et des vidéos. - Lire une chronique amusante et personelle en francais sur le concert des Kooks. L'auteur se sentait un peu mal à l'aise... -
Photos magnifiques chez Photosandgigs.vom- Video The Kooks - See The Sun live, Le Zénith Paris, 17/11/2008- Video The Kooks - Jackie Big Tits live, Le Zénith Paris, 17/11/2008 (witzig sind die "I love you-Rufe der Mädchen)- Video CSS - Jager Yoga live Le Zénith Paris, 17/11/2008, keine dolle Qualität, aber man bekommt einen Eindruck von der Stimmung- Video Mystery Jets - Flakes live in München 16.11.2008, der Sänger hat den gleichen Glitzerfummel wie in Paris an.
um
02:06
Konzert: The Kooks
Ort: Rock A Field
Datum: 21.06.2008
Zuschauer: einige Tausend
Das war eine schöne Überraschung! Kurz vor Toresschluß präsentierten die Macher des Rock A Field Festivals mit den Kooks noch einen echten Knaller. Ich hatte die
Brightoner zwar vier Tage vorher schon im Palladium in Köln erlebt, freute mich aber sehr auf einen Nachschlag.
Da Mando Diao und die Kooks zum großen Teil die gleiche Zielgruppe ansprechen, leerte sich der Platz vor der Bühne nicht sehr, als die schwedischen Mädchenlieblinge ihr Set beendet hatten. Ein weiterer großer Vorteil des gelungenen Rock A Field Festivals sind die kurzen Umbaupausen. Bands nervt das ungemein. Die
fehlende Möglichkeit eines ordentlichen Soundchecks wird immer als großes Manko von Festivals genannt. Neben frühen Auftritten bei Tageslicht...
Die kurzen Pausen waren für uns dagegen sehr angenehm. Kaum hatten sich Mando Diao zum letzten Mal im großen Applaus gesonnt, erschienen die nächsten Sunnyboys, deren schnodderige Art, die zerrockten Klamotten - und vor allem deren Musik so viel echter cool wirkt, nicht aufgesetzt und vor dem Spiegel geübt.
Tageslicht gab es zu diesem Zeitpunkt noch reichlich. Das lag aber nur am längsten Tag des Jahres, die Uhrzeit des Kooks-Spots war mit 20 Uhr sehr prominent. Auch die angesetzten 70 Minuten
klangen gut. Dienstag hatten die jungen Briten mit Backstagezeit vor den Zugaben nur fünf Minuten länger gespielt.
Bei reichlich Sonne, angenehmer Wärme und großer Aufmerksamkeit fing es an wie im Palladium, mit "Always where I need to be". Mir fehlten allerdings die Kreischereien. In Luxemburg war die Stimmung zwar kein bißchen schlechter als in Köln, dieses Hintergrundpfeifen war aber nicht da. Natürlich bestanden die ersten Reihen fast ausnahmslos aus Mädchen (und hochgestreckten Kameras). Und kaum hatten die Kooks begonnen, machten sich die
ersten Crowdsurfer auf dem Weg nach vorne. Vor We Are Scientists hatte ich einen kurzen Plausch mit einem der Security Leute im Fotograben. Er bat, beim Knipsen nicht zu nah an die Gitter zu gehen, weil sie da Platz brauchten, um Leute rauszuziehen. Ich fragte ihn, ob er die Bands kenne und versprach ihm bei Mando Diao und den Kooks viel Spaß. Während der ersten drei Lieder der Band aus
dem englischen Seebad sah ich, daß er und seine Kollegen den hatten... Manchmal waren drei oder vier Crowdsurfer gleichzeitig unterwegs!
Luke Pritchard, der Sänger der Kieecks, trug einen goldenen Ring, ein Band oder eine Kette in den Haaren und sah aus wie eine antike Zeichnung oder eine Jugendstil-Statue. Als nächstes fiel mir auf, daß da plötzlich ein ganz anderer Schlagzeuger saß. Huch, das war neu. Ich muß allerdings gestehen, daß ich von meinem Platz im Palladium nicht sehen konnte, wer da am Schlagzeug saß. Der neue (vermutlich kurzfristige) Trommler sah nicht sehr nach einem Rockstar aus. Sein Bart, die zeitlose Frisur und der Nadelstreifenanzug ließen ihn eher wie einen schottischen Bankangestellten
aussehen. Vielleicht ist er das, mir kam sein Gesicht aber irgendwie trotzdem bekannt vor, ich weiß nur partout nicht, woher.
Während ich darüber nachdachte, waren die Kooks schon beim zweiten Lied. Denn so gut die Songs auch sind, so schnell sind sie auch vorbei. Das liegt nicht nur an der
physischen Kürze sondern auch an der Kurzweiligkeit der Stücke. Auch wenn Oliver hinterher nicht ganz zu unrecht davon sprach, daß sich einiges schon sehr ähnlich anhört, nimmt mir das nicht den Spaß an Auftritten der Engländer. Und damit war ich wirklich nicht alleine. Neben mir tanzte einige Zeit ein Typ in einem (Achtung!) Slipknot T-Shirt vollkommen begeistert und ausgelassen! Wenn er das nächste Mal zu diesen maskierten Schreihälsen im Kooks Hemd geht, wird er sicher ganz schrecklich verprügelt, der arme...
Aber der Slipknot Mann konnte sich eben auch nicht den großartigen Liedern wie "Ooh la" oder "One last time" oder "Mr. Maker" entziehen. Die Qualität dieser
Ohrwürmer war aber sicher nicht alleine schuld daran, daß die Mädels vorne Abkühlung brauchten. Die Security setzte dazu großzügig Schläuche ein und bewässerte den Platz.
Ziemlich in der Mitte des Konzerts wurde es aus zwei Gründen gruselig. Da ist erst einmal dieser immer wieder
beängstigende Effekt, wenn Tausende Mädchen "do you wanna, do you wanna, do you wanna make love to me, I know you wanna make love to me" singen und dabei den gelockten Sänger anschmachten.
Beängstigender war aber diesmal die Musik. Denn Ersatztrommler Nicholas hat dieses Lied vollkommen versaut. So oft, wie er daneben lag, wie er irgendeinen Rhytmus, aber nicht den des Songs spielte, entbehrte nicht einer großen Komik. Das haben sie dann vorher offenbar nicht geübt.
Das war aber musikalisch auch der einzige Kritikpunkt. Der Rest hat wieder sehr viel
Spaß gemacht und war nicht die Spur langweilig. Gleich nach dem verpatzten "Do you wanna" kam eines der Highlights, "Naïve". Dazu stieg ein Greenpeace Heißluftballon mit dem Motto "Stop global warming" auf. Luke sah das und zitierte nuschelnd die zweite Hälfte des Aufdrucks "Save the climate" - "Yeah, do it!" Während die Kooks "Shine on" sangen, erwärmte Greenpeace mit riesiger Flamme den Ballon und rettete damit die Welt! Wie symbolhaft!
Viel zu früh kam dann der "Sofa song", das "traditionelle" Schlußlied. Wie, jetzt schon? Es war doch gerade mal eine Stunde vorbei. Satte zehn Minuten (oder vier Lieder) zu früh waren die Kooks durch. Wie schade! Denn auch in Luxemburg waren die Engländer wieder extrem unterhaltsam! Mir ist es doch völlig egal, ob Brockdorff Klang Labor die Kooks meinen, wenn sie singen: "wenn das wirklich Musik ist, ist es Mädchenmusik!"
Setlist The Kooks, Rock A Field, Luxemburg:
01: Always where I need to be
02: Matchbox
03: Eddie's gun
04: Ooh la
05: Sway
06: I want you back
07: One last time
08: She moves in her own way
09: Mr. Maker
10: Do you wanna
11: Naïve
12: Shine on
13: See the world
14: Seaside (Luke solo)
15: See the sun
16: Stormy weather
17: Sofa song
Links:
- aus unserem Archiv:
- The Kooks, Palladium Köln, 17.06.08
- The Kooks, KulturKirche Köln, 12.04.08
- The Kooks, Olympia Paris, 02.07.07
- The Kooks, E-Werk Köln, 03.12.06
- The Kooks, La Cigale Paris, 10.11.06
- mehr Fotos von den Kooks bei Rock A Field
- und noch mehr Bilder aus Luxemburg
- Fotos vom Konzert im Palladium