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Mittwoch, 21. Januar 2015

Stars, Köln, 20.01.15

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Konzert: Stars
Ort: Luxor, Köln
Datum: 20.01.2015
Dauer: gut 90 min
Zuschauer: ziemlich volles Luxor (aber nicht ausverkauft)

   

"Please spin the fucking disco balls!" - "All my fucking dreams would come true." Die Discokugel über der Tanzfläche des Luxor beschäftigte Torquil Campbell die ganze erste Konzerthälfte über. Irgendwann reichte es ihm, er schickte einen Roadie los, dem Mann am Mischpult den Auftrag zu geben, das Ding endlich anzuschalten. Als sie lief, stieg seine Laune noch einmal deutlich. 



Sie fühlten sich wohl in Köln. Warum, wisse er nicht. Am Nachmittag sei er in der "massive terrifying cathedral" gewesen und habe da einen betrunkenen Mann beobachtet, der laut geschimpft habe und vermutlich Unfreundliches über Jesus gesagt habe. Ein Priester im "roten Cape" habe ihn daraufhin aus dem Dom geschmissen. "Ihr Europäer seid toll!" Dabei ist der Sänger ja eigentlich auch einer von uns, er hat einen englischen Migrationshintergrund. Vielleicht lag die gute Laune der Band an der ausgezeichneten Stimmung des ersten deutschen Konzerts in Frankfurt am Vorabend und am voll aussehenden Luxor heute - und nicht an den Pilzen, von denen Torquil so oft sprach (nach deren Einnahme er im Bus Footloose auf Deutsch gesehen habe).

Für mich fing der Abend genau wie der Montag an. Ich stand im Stau und verpasste die Vorgruppe Children aus Berlin, die ich heute unbedingt sehen wollte. Eine knappe Stunde Stau vor und in Köln versaute mir das. Dabei war ich extra früh losgefahren. Da ich diesmal noch nicht mal ein ganzes Lied mitbekam, kann ich nur das SMS-Update in den Stau teilen: "Leider sind Children supertoll"



Die Stars begannen ihren Auftritt 80 min früher als am Vortag - vielleicht ist das der Frankfurter Versuch, Millionenstadt-Coolness herzustellen. Mir war (trotz des Stau-Vorgruppen-Desasters) sehr recht, daß die Hauptgruppe bereits um fünf nach neun auftrat.

Das Konzert war eine Kopie von dem in Frankfurt. Die Kanadier spielten die gleichen Stücke, auch die "Bühnenshow" des Sängers war gleich. Bei mehreren Liedern, vor allem bei We don't want your body, umarmte er seine Gesangspartnerin Amy Millan (mit Rosenkleid) von hinten. Das macht er also dabei wohl immer, er äfft also nicht die Pärchen nach, die den ganzen Abend so verbrachten.



Das zweite Live-Hören der neuen Stücke zeigte, welchen von denen live etwas taugen und welche langweilig sind. You keep coming up ist einer der Langweiler. Bei der nächsten Tour taucht das Lied sicher nicht mehr auf der Setlist auf. Dagegen sind Titel wie From the night, Trap door oder No one is lost (trotz der Hände-in-die-Höhe-Animation) viel besser, als ich das am Anfang gedacht hatte. Bei Lieblingsbands, die irgendwann vor Jahren einmal Meisterweke veröffentlicht haben, habe ich mir angewöhnt, glücklich zu sein, wenn auf jeder neuen Platten ein, zwei Lieder sind, die bleiben und über die ich mich auch in ein paar Jahren bei einem Konzert noch freuen werde. Belle & Sebastian sind so eine Band. Als ich deren neue Platte Ende letzte Woche erstmals gehört habe und gleich die ersten beiden Lieder großartig waren, konnte also nichts mehr schiefgehen (aber auch der überwiegende Rest ist wunderbar!).

Große Unterschiede gab es heute nicht. Mit Ausnahme der Tatsache, daß die wenigen langweiligen Stücke langweiliger und die guten besser als am Abend vorher wirkten. Irgendwann wusste ich mal, was für psychologische Mechanismen für so etwas sorgen, habe ich aber vergessen.



Mich erfreuen eh eher die kleinen Dinge, die man so beobachtet. Bei Elevator love letter hatte Torquil in Frankfurt noch seine Melodica vergeblich gesucht, der Roadie hatte vergessen, sie ihm hinzulegen. Im Luxor war sie da, er musste nicht improvisieren (so wie bei seinem selbstgebastelten Band-Shirt, das er offenbach mit Edding selbstgemacht hatte). 

Auch beim zweiten Mal waren trotz der erstaunlich guten neuen Sachen natürlich die alten Gassenhauer (wie Take me to the riot) die besten Stücke! 

Und es endete auch gleich. Take me to the riot, Your ex-lover is dead mit Mitsing-Aufgaben und die beiden neuen Are you ok? und No one is lost ("put your hands up 'cause everybody dies"), dazwischen der Dank an uns, ihnen dieses Leben zu erlauben. "You spend money for art. Do you know how rare that is now? You're so civilized! We are Stars and so are you!" Hatte dieser berühmte Autoaufkleber-Poet und Cree-Prophet das nicht auch schon mal umschrieben? Irgendwas mit "...daß man Kultiviertheit nicht streamen kann"?

Statt der einen Zugabe What is to be done? von Frankfurt kamen die Stars danach noch einmal zurück. "That sounded like genuine enthusiasm!" Sie beschlossen den Abend mit No better place vom aktuellen Album - auch einem erstaunlich schönen Lied live!" Nein, ich bin nicht nur der Sucht und der vierwöchigen Konzertpause wegen zweimal nacheinander zu den Stars gegangen. Ich war da, weil sie Spaß machen und immer noch gute Konzerte spielen. Also in zwei Jahren dann wieder!

Setlist Stars, Luxor, Köln:

01: From the night
02: Ageless beauty
03: We don't want your body
04: Turn it up
05: Backlines
06: You keep coming up
07: A song is a weapon
08: This is the last time
09: Hold on when you get love and let go when you give it
10: Look away
11: Dead hearts
12: Trap door
13: One more night
14: Elevator love letter
15: Take me to the riot
16: Your ex-lover is dead
17: Are you ok?
18: No one is lost

19: What is to be done? (Z)

20: No better place (Z)


Tourdaten Stars:

21.01. Knust, Hamburg (Support: Children) 
22.01. Bi Nuu, Berlin (Support: Children) 
23.01. Strom, München (Support: Children)

Links:

aus unserem Archiv:
- Stars, Frankurt. 19.01.15
- Stars, Köln, 17.12.12
- Stars, Frankfurt, 12.12.12
- Stars, Indianapolis, 04.10.12
- Stars, New York, 24.09.10
- Stars, Köln, 09.09.10
- Stars, Köln, 11.02.08
- Stars, Köln, 27.09.07
- Stars, Berlin, 20.09.07






Dienstag, 20. Januar 2015

Stars, Frankfurt, 19.01.15

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Konzert: Stars
Ort: Zoom, Frankfurt
Datum: 19.01.2015
Dauer: 85 min
Zuschauer: 300 vielleicht



"Vielen Dank, daß Ihr uns dies hier ermöglicht!" - ich hasse solche theatralischen Plattitüden, Torquil Campbell, dem Sänger der Stars, nehme ich seine Dankesbekundungen aber ab - obwohl er im Nebenjob Schauspieler ist. Leider ist es immer weniger selbstverständlich, daß Bands Musik beruflich machen können. Wenn eine kanadische Gruppe, die immerhin live zu sechst auftritt, alle zwei Jahre nach Europa kommen kann, obwohl sich die letzten Alben vermutlich nicht schrecklich gut verkauft haben, und in fünf kleinen deutschen Clubs spielen kann, ist daran zwar sicher auch die kanadische Kulturförderung schuld, aber eben auch das seit Jahren aufgebaute Publikum, das immer wieder kommt, auch wenn die Platten nicht mehr die Brillanz früherer Veröffentlichungen haben. 


Die letzte Platte No one is lost (den Titel hatte ich wieder vergessen), hatte ich zwar im Herbst aus Gewohnheit sofort gekauft, nach einem Hören aber wieder weggelegt. Zu viel Disco, zu wenige Hits und zu viel spannendere Musik von anderen Künstlern. In den letzten Tagen habe ich das Album noch ein paar mal gehört und plötzlich mehr gemocht (bis ich den Fehler gemacht habe, zu Set yourself on fire, der Überplatte zu wechseln und die neue wieder belanglos zu finden).


Als ich im Zoom ankam, war der Club recht voll und die Vorgruppe Children bereits fast durch. Ich hatte die Berliner sehen wollen, eine gesperrte Autobahn verhinderte das aber. Also war mein erstes Livelied des Jahres das schauderliche Would I lie to you? von Charles and Eddie, allerdings in einer deutlich weniger scheußlichen Version. Die beiden eigenen Lieder danach reichten noch nicht für einen richtigen Eindruck, die Instrumentierung mit Querflöte gefiel mir aber schon einmal sehr. 

Die Stars sollten um zehn auftreten. Bis dahin war alles aufgebaut. nur die Band kam nicht. Erst gut zwanzig Minuten später kamen die Musiker auf die Bühne. "Wir haben nicht backstage gekokst, unser Bassist hat ein Bier nicht vertragen und musste ins Krankenhaus"; erklärte der Sänger. Hmmm, ein so aufgedrehter Torquil ist kein gutes Zeichen. Vor einigen Jahren hatte ich ihn so im Gebäude 9 in Köln erlebt. Das Konzert wurde entsetzlich, der gebürtige Brite traf keinen Ton, suchte vergeblich nach seinen Instrumenten und machte einen erbärmlichen Eindruck. Seitdem habe ich vor zu guter Laune des Mannes Angst. Seine Co-Sängerin Amy Millan guckte auch am Anfang recht mürrisch, stressfrei schien die Anreise von Amsterdam nach Frankfurt nicht gelaufen zu sein. Später erklärten die Frontleute, ihr Schlagzeuger Pat McGee (der heute mit Sonnenbrille, Latzhose, Kopftuch und Kappe darüber erstaunlich konservativ gekleidet war) habe am Vortrag Geburtstag gehabt und den habe man in Amsterdam gefeiert.


Als dann das erste Lied losging, waren es wieder die Stars, die ich so mag. Der Gesang von Amy und Torquil, der sich so wundervoll ergänzt und auch schwächere Lieder gut macht, hatte mich sofort wieder. Die Stimmen waren am Anfang ein wenig leise, das wurde aber irgendwann besser. 


Die Stars spielten fast alles vom neuen Album. Dadurch blieb viel zu wenig Platz für Lieblinge. Von ihren fünfzehn, zwanzig Welthits hatten sie leider nur Ageless beauty, Dead hearts, Your ex-lover is dead, Take me to the riot und Elevator love letter dabei. Das ist entschieden zu wenig, allerdings würde ich auch nur wegen eines davon zu einem Konzert gehen. Die neueren Sachen sind ok, stehen im Vergleich aber sehr blass da. Am besten waren von No one is lost Trap door und From the night.


Wäre es musikalisch nicht so gut gewesen, hätten mich die Dinge am Rande ziemlich gegruselt. Torquil, der am Anfang elegant mit Blazer (und Einstecktuch) gekleidet war, stand oft in seinen Singpausen am Bühnenrand und starrte einzelne Zuschauer an. Das war einschüchternd. Wenn er nicht guckte, umtanzte er seine Gesangskollegin. Das war teilweise herrlich absurd. Den Refrain von We don't want your body sang er unmittelbar hinter Amy stehend. Charmant war das nicht - aber komisch. Bei Elevator love letter suchte er verzweifelt seine Melodica, die irgendwo in Griffweite liegen sollte. Der Roadie, der zwar eigentlich in aller Seelenruhe aufgebaut hatte, hatte das Instrument offenbar vergessen. Also fehlte dieses Element und wurde durch merklich improvisierten abwechslenden Gesang von Amy und Torquil ersetzt. Der Roadie hatte seinen Fehler mittlerweile bemerkt und die Tastentröte bereitgelegt, für Elevator love letter reichte es nicht mehr, bei Your ex-lover is dead kam es dann aber zum Einsatz. 

So lange Konzerte der Stars so viel Spaß machen, werde ich gerne weiter mithelfen, ihnen zu ermöglichen, damit aufzutreten und immer wieder hingehen, egal wie viel weniger mir neuere Alben bedeuten. Was ich dabei aber sehr überraschend und beruhigend fand, war der hohe Anteil sehr junger Zuschauer. Die Kanadier locken also nicht nur weiter die Leute von früher an, sie scheinen auch für Zwanzgjährige attraktiv zu sein. Es wird hier also auch in der Zukunft immer wieder Stars-Berichte geben! 'tschuldigung.

Setlist Stars, Zoom, Frankfurt:

01: From the night
02: Ageless beauty
03: We don't want your body
04: Turn it up
05: Backlines
06: You keep coming up
07: A song is a weapon
08: This is the last time
09: Hold on when you get love and let go when you give it
10: Look away
11: Dead hearts
12: Trap door
13: One more night
14: Elevator love letter
15: Take me to the riot
16: Your ex-lover is dead
17: Are you ok?
18: No one is lost

19: What is to be done? (Z)


Tourdaten Stars:

20.01. Luxor, Köln (Support: Children) 
21.01. Knust, Hamburg (Support: Children) 
22.01. Bi Nuu, Berlin (Support: Children) 
23.01. Strom, München (Support: Children)

Links:

aus unserem Archiv:
- Stars, Köln, 17.12.12
- Stars, Frankfurt, 12.12.12
- Stars, Indianapolis, 04.10.12
- Stars, New York, 24.09.10
- Stars, Köln, 09.09.10
- Stars, Köln, 11.02.08
- Stars, Köln, 27.09.07
- Stars, Berlin, 20.09.07



Dienstag, 18. Dezember 2012

Stars, Köln, 17.12.12

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Konzert: Stars
Ort: Luxor, Köln
Datum: 17.12.2012
Zuschauer: sicher 300
Dauer: 100 min



Irgendetwas war anders als vor ein paar Tagen in Frankfurt. Vergangenen Mittwoch hatte ich die Stars dort gesehen und ein hervorragendes Konzert erlebt. Gestern im deutlich besser gefüllten Luxor lief der Auftritt zum großen Teil vollkommen an mir vorbei, langweilte mich und hätte - das ist für mich ungewöhnlich - wenn ich alleine da gewesen wäre, sogar fast dazu geführt, früher zu gehen. Das wäre allerdings eine schlechte Idee gewesen, weil die letzten Zugaben Reunion und das wundervolle What the snowman learned about love (in einer sehr schönen abgespeckten Version!), das ich wohl noch nie live gesehen habe, wieder viel rausgerissen haben - aber bei weitem nicht alles.

Ich weiß nicht, woran es lag, an Abnutzungen gegen Ende des Jahres vielleicht, Sportler nennen das Überspieltheit (unwahrscheinlich, da ich vergangene Woche nur zwei Konzerte weniger überspielt war) oder ganz banal an schlechterer Form der Band. Konzerte der Stars sind Gradwanderungen, die Duette, der hohe Frauengesang, die Abhängigkeit von gutem Sound, bergen großes Floprisiko. Ich habe in der Vergangenheit schon ein sehr schreckliches Konzert der Kanadier erlebt - dieses hier war nicht schrecklich, sondern belanglos. Und dann stören die Dinge, die an einem guten Abend unter den Tisch fallen, plötzlich sehr. Die schiefen Töne vor allem, die schlechteren Lieder von der aktuellen Platte. Bei ein paar Liedern lag Amy Millan auch in Frankfurt ein paarmal neben den Tönen, da machte es aber nichts, weil ich schnell begeistert war. Im Luxor stellte sich das nicht - höchstens aber kurz am Ende ein.

Und trotzdem liebe ich diese Band und wäre elendig traurig, wenn es sie irgendwann nicht mehr gäbe. Oder gibt.

Meine neu aufgeflammte Liebe hat nicht zuletzt mit einem Interview zu tun, das ich nachmittags mit Amy und Bassist Evan Cranley führen konnte. Die beiden erzählten, wie ihre gemeinsame Tochter (und Torquil Campbells kleine Tochter) das Touren verändert hätten, von ihrer gemeinsamen Arena-Tour mit Metric im Herbst, gaben mir Konzerttipps für die USA ("deinen nächsten Urlaub planst du so, daß du ins Fillmore in San Francisco gehen kannst!"), sprachen über ihre Liebe zu Europa und Glühwein. Am meisten Eindruck hatte bei einem Gang über einen der zahllosen Weihnachtsmärkte aber "a Weckmann" gemacht. Ein Mann zum Essen, das sei toll!

Eine kleine Besonderheit des Frankfurter Konzerts waren kleine Intro-Liedchen, die Amy und Torquil vor einigen eigenen Liedern angestimmt hatten. Vor Through the mines sang sie Dark as a dungeon, über das Arbeiten in Minen. Ich war mir nicht sicher, ob das geplant oder improvisiert war. Amy sagte, dass dies eine spontane Idee gewesen sei. Auch in Köln sangen die beiden immer mal wieder kurze, fremde Stücke als Einleitung, mir gefiel das wieder sehr gut. Ach, es hätte wirklich ein wundervoller Abend sein können, wenn sie oder ich in besserer Form gewesen wären.

Ich belasse es besser dabei. Ich hoffe sehr, daß es nicht die letzte Chance war, die Stars wiederzusehen, denn das will ich unbedingt. Damit sich so Momente wie bei Elevator love song, Soft revolution, Dead hearts, Reunion und What the snowman learned... wieder über Konzertlänge einstellen - große Popsongs zauberhaft vorgetragen! Gestern waren das leider die Ausnahmen.

Setlist Stars, Luxor, Köln:

01: The theory of relativity
02: Fixed
03: A song is a weapon
04: Ageless beauty
05: The north
06: We don't want your body
07: Midnight coward
08: Through the mines (mit Intro Dark as a dungeon - Harry Belafonte Cover)
09: Your ex-lover is dead (mit Intro Unhappy Birthday - The Smiths Cover)
10: Backlines
11: Die together
12: Soft revolution
13: Changes
14: Dead hearts
15: Elevator love song
16: Progress
17: Hold on when you get love and let go when you give it
18: Take me to the riot
19: Walls

20: The 400 (Z)

21: Reunion (Z)
22: What the snowman learned about love (Z)

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Stars, Frankfurt, 12.12.12
- Stars, Indianapolis, 04.10.12
- Stars, New York, 24.09.10
- Stars, Köln (Luxor), 09.09.10 
- Stars, Köln (Gloria), 11.02.08 
- Stars, Köln (Gebäude 9), 27.09.07 
- Stars, Berlin (PopKomm), 20.09.07

Tourdaten Stars:

18.12. München, Hansa 39 
20.12. Wien, Flex 


Donnerstag, 13. Dezember 2012

Stars, Frankfurt, 12.12.12

2 Kommentare

Konzert: Stars
Ort: Zoom, Frankfurt
Datum: 12.12.2012
Zuschauer: 150 bis 200
Dauer: Stars knapp 100 min, Zeus 35 min



"Please don't forget us."

Es scheint in den letzten Monaten nicht besonders gut für die Stars zu laufen. Die Hallen werden kleiner und kleiner und auch die verkaufen die Kanadier nicht aus. Das Frankfurter Konzert hatte in der Batschkapp stattfinden sollen, wurde aber heute morgen ins Zoom runterverlegt. Um halb zehn, als die Stars die Bühne betraten, war der Raum zwar ganz gut gefüllt, er war aber sichtbar weit weg von ausverkauft. Wie frustrierend muß das für eine Band sein, die vor zwei Jahren noch zigfach größere Säle gefüllt hat! Schon bei meinem letzten Konzert im Urlaub im Oktober hatten die Québecer vor ähnlich kleinem Publikum gespielt und waren merklich verunsichert. Daran scheinen sie sich mittlerweile gewöhnt zu haben, sie nahmen die Verlegung mit Fassung. "You're my only friends in Frankfurt!" - "Es bedeutet uns so viel, daß ihr uns unterstützt." Wie bitter für die wundervollen Stars! Für die Stars, die ich schon lange liebe, die mir aber noch nie so intensiv am Herzen lagen wie heute! "Wir kommen bald wieder, versprochen! Bitte kommt dann auch! Bitte vergesst uns nicht!"


Im Sport gib es all diese dämlichen Floskeln von dem angeschlagenen Boxer oder dem Team, das nichts mehr zu verlieren hat, bla bla bla... So wie die immer groß aufspielen, haben es die Kanadier auch getan. Das Konzert war fabelhaft. Über Nacht ist The North, das aktuelle Album, kein riesengroßer Wurf geworden, es ist immer noch das schlechteste bisher. Nach einigen Malen hören mag ich große Teile davon aber immer lieber. Progress, Through the mines und Hold on when you get love and let go when you give it gehören nicht dazu und waren die schwächsten Lieder des Abends. Dabei blieb es aber. 18 (zum Großteil) Riesenhits und dreimal Luftholen ist so viel besser, als ich mir ein Stars-Konzert nach Veröffentlichung von The North vorgestellt hatte.


Der Beginn des Abends hatte nicht nahegelegt, daß mich das Konzert so packen würde. Ich war müde, genervt und, um im Sportbild zu bleiben, überspielt. Dazu kam mit Zeus aus Toronto eine vierköpfige Vorgruppe, die ländlichen, nordamerikanischen Rock spielte, wie ich ihn auf Highschool Bällen erwartete. Zeus [die sich selbst Susss nennen] stehen wie ihre Flugbegleiter bei Arts & Crafts unter Vertrag und erinnerten mich in den besseren Momenten auch an Broken Social Scene. In den anderen klang von Paul McCartneys Live and let die (elegant hier untergebracht)* über 80er Rock bis Queen alles mögliche durch. Susss spielten eine gute halbe Stunde und wurden ganz gut angenommen. Wie wenig mich das beeindruckte, was sie ablieferten, merkte ich vorhin, als ich auch die Lösung dafür fand, woher ich den schnauzbärtigen Keyboarder kannte: ich habe diese Kanadier im April schon einmal als Dan Mangan Support gesehen und anschließend vollkommen verdrängt. Das passiert mir eigentlich nie. Beruhigend ist allerdings, daß ich es damals exakt genauso empfunden habe wie heute.


Als dann Torquil Campbell aufgedreht wie immer mit einem zu kurzen und sehr taillierten Pepita-Sakko mit schwarzen Revers und Kragen erschien (er trug aber immerhin darunter ein Meat is murder Shirt) und begeistert zur Hintergrundmusik von Aretha Franklin (?) tanzte und dem Soundmann sagte, er solle das ja nicht unterbrechen, ahnte ich Böses und fühlte mich falsch. Und dann lag Sängerin Amy Millan bei Fixed, das dem ersten Stück The theory of relativity folgte, einige Male deutlich neben den vorgesehenen Tönen; sie klang schief und ich fühlte mich noch falscher.

Das von mir erst in den letzten Tagen als toll entdeckte A song is a weapon und vor allem das seinen Namen so sehr verdienende Ageless beauty drehten den Abend glücklicherweise sehr früh um 180 Grad! Ageless beauty ist ja auch eines dieser Lieder, die ganz schnell furchtbar schief gehen, wenn einer der beiden Sänger außer Form ist. Torquil war heute stimmlich top und auch Amy hatte sich nach der amfänglichen Unsicherheit gut gefangen - das Stück war eines der besten des Abends!


Schon während Ageless beauty war Torquil zweimal von der Bühne verschwunden, ohne daß ich mir das erklären konnte. "Habt ihr hier vorne ein Tambourin gesehen, bevor wir auf die Bühne gekommen sind?" Seine Percussion-Instrumente blieben verschwunden, sein Instrumenten-Part beim kommenden Stück unbesetzt. Der Sänger kommentierte dies mit "da fällt mir wieder auf, wie wenig ich zu dieser Band beisteuere." Hinter all der Koketterie schien mir aber auch eine echte Portion Bitterkeit zu stecken.

Es ging wohl auch ohne Tambourin! Und es folgte mit We don't want your body eine Überraschung, weil das Lied so viel besser war als sonst. Ich mochte es plötzlich sehr!


Die nächste Überraschung folgte sofort: vor Through the mines stimmte Amy Millan kurz ein akustisches Lied an, das thematisch passende Dark as a dungeon von Harry Belafonte. Ob das geplant war? Vermutlich. Aber dieses Intro-Stückchen hatte den Charme einer Improvisation, und es sollten weitere folgen.

Nach den beiden Lieblingen Midnight coward und Your ex-lover is dead, Backlines mit erneut leichten Stimmwacklern der Sängerin kam wieder eines der Intro-Liedchen, All I have to do is dream von den Everly brothers, das Torquil, der in Kanada aufgewachsene Brite, in "all I have to do is die, die, die" umdichtete. Es leitete in Die together über! Vor Dead hearts sang dann wieder Amy ein kleines Cover: These foolish things remind me of you von Nat King Cole. Es war wunderbar!

Ach, es gab so viele fabelhafte Momente! Soft revolution! Take me to the riot, das nicht leiser klang als mit dem 10fachen Publikum im Terminal 5 vor zwei Jahren!


Oh, mitgesungen wurde viel. Hinter mir stand ein Fan, der laut mitschmetterte. Auch das kann - wir sind ja hier alle Konzertprofis - extrem nerven, weil Zuschauer in der Regel nicht zufällig nur im Publikum und nicht auf der Bühne stehen, sie können nämlich schlechter als die Band dort singen. Der Mann hinter mir klang aber gut, das war ok. Auch die laut redenden Freundinnen wurden irgendwann vom Zauber der Stars gepackt und unterbrachen ihre Gespräche. Irgendwie wurde aus dem häßlichen Entlein, das das Konzert am Anfang zu sein schien, ein richtig schönes Viech! A song can be a weapon!**

Nach der Zugabe The 400 (nur die beiden Sänger, der Gitarrist und der Keyboarder bestritten die - Bassist und Schlagzeuger fehlten), klatschten wir unsere Stars zu einer weiteren, offenbar ungeplanten zurück. Heart - lange nicht gehört - beendete den Abend. Wegen solcher Konzerte verbringe ich meine Freizeit in mehr oder weniger schönen Musikclubs und nicht auf dem Sofa. Lasst uns bitte Torquil folgen und seine Band nicht vergessen! Für so wundervolle Lieder wie Ageless beauty, Soft revolution, Midnight coward, Take me to the riot, The north, A song is a weapon und all die ungespielten Perlen. Ich möchte solche Abende noch oft erleben - zum Beispiel am Montag in Köln im Luxor - oder wo auch immer!

Klar, der Mann ist auch Schauspieler. Aber als er sagte, daß ihm das alles bedeute, daß wir da seien - "glaubt nicht, wir wüssten nicht, was ihr für uns tut" - nahm ich ihm das vollkommen ab. Leicht erzielbare Karma-Punkte!***

Setlist Stars, Zoom, Frankfurt:

01: The theory of relativity
02: Fixed
03: A song is a weapon
04: Ageless beauty
05: The north
06: We don't want your body
07: Through the mines (mit Intro Dark as a dungeon - Harry Belafonte Cover)
08: Midnight coward
09: Your ex-lover is dead
10: Backlines
11: Die together (mit Intro All I have to do is dream - The Everly Brothers Cover)
12: Soft revolution
13: Lights changing colour
14: Dead hearts (mit Intro These foolish things remind me of you - Nat King Cole Cover)
15: Elevator love song
16: Progress
17: Hold on when you get love and let go when you give it
18: Take me to the riot
19: Walls

20: The 400 (Z)

21: Heart (Z)

Links: 

- aus unserem Archiv:
- Stars, Indianapolis, 04.10.12
- Stars, New York, 24.09.10
- Stars, Köln (Luxor), 09.09.10 
- Stars, Köln (Gloria), 11.02.08 
- Stars, Köln (Gebäude 9), 27.09.07 
- Stars, Berlin (PopKomm), 20.09.07

Tourdaten Stars:

13.12. Aarau, Kiff 
17.12. Köln, Luxor 
18.12. München, Hansa 39 
20.12. Wien, Flex 



* nur Nirvana habe ich jetzt nicht noch reinpacken können
** Stars-Zauber wirkt leider aber nicht gegen Verdauungsprobleme. Irgendwer hatte sich nicht im Griff und furzte ganz fürchterlich. A fart can be a weapon, too
*** über den Rest der Band dann mehr am Montag vom Kölner Konzert




Freitag, 5. Oktober 2012

Stars, Indianapolis, 04.10.12

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Konzert: Stars
Ort: Deluxe at Old National Centre, Indianapolis
Datum: 04.10.2012
Zuschauer: ca. 200
Dauer: 95 min



"Es sind nicht viele Leute da, es bedeutet uns aber so viel, daß ihr heute gekommen seid!" Keine guten Vorzeichen für ein Konzert...

Stars-Sänger Torquil Campbell musste vor Beginn des Gigs seiner Band unvorhergesehen lange am Rand der Bühne warten, weil am Schlagzeug nicht alles funktionierte und hatte so Gelegenheit, den gut beleuchteten aber schlecht gefüllten kleinen Saal im Keller des Old National Centres am Rande der Innenstadt von Indianapolis näher zu betrachten. Vermutlich wissen Künstler eh immer vorher, wie viele Tickets abgesetzt wurden, den luftig belegten Raum dann selbst zu sehen, ist aber noch einmal deutlicher. In Indiana scheinen die Kanadier keine große Nummer zu sein - oder, viel schlimmer, sie haben sich mit ihrem neuen Album The North Freundschaften verspielt. Denn auch wenn die Platte mehr und mehr gewinnt, je öfter ich sie höre, ist The North mit Abstand das schwächste Stars-Album bisher.


Halbleerer (und kleiner) Saal, doofes aktuelles Album, eine immer wieder ziemlich schief singende Amy Millan - tolle Voraussetzungen für einen Konzertabend!

Aber mein Gott, das sind die Stars! Es war natürlich trotzdem fabelhaft! Die ursprüngliche Setlist wurde kräftig erweitert, die großen Hits zogen phänomenal gut und auch die eher schwächeren Momente waren noch viel zu gut, um Langeweile aufkommen zu lassen. Die lange Reise hat sich gelohnt!

Natürlich habe ich die Reise nicht der Kanadier wegen gemacht, auch wenn ich langsam unglaubwürdig werde. Schon vor zwei Jahren entdeckten wir nach Buchung einer USA Reise ein Stars Konzert am Urlaubsort; Amy, Torquil und Band spielten damals im Terminal 5 in New York, gleichzeitig mein bislang letztes Konzert der Stars. In New York hatte die Truppe aus Montreal den viel größeren Club noch locker gefüllt, obwohl New York ja eigentlich viel zu hip für solch klassischen Indiepop ist. Woran die Größenunterschiede liegen - ich kann es nicht erklären!


Was genau mich an The North stört, kann ich auch nicht beschreiben. Der Anteil der langweiligen, bald schon belanglosen Stücke wird von Platte zu Platte größer. Weil The North erst vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde, war davon auszugehen, daß viele Stücke davon gespielt werden würden. Das stimmte - fast alle Lieder des Albums standen auf dem Programm, aber sie blühten live ganz anders auf als im CD-Player. A song is a weapon, Walls oder The north waren gar nicht mehr verkehrt, auch wenn die Stars des Abends andere waren: Reunion, Take me to the riot, Ex-lover, Ageless beauty, Elevator love letter, also die üblichen Verdächtigen. Dazu gesellte sich Fixed, das mir wahrscheinlich heute am besten gefiel. Bitches in Tokyo und Midnight coward natürlich auch...


Man merkte keinem der Akteure an, daß sie nicht vor 2.000 Zuschauern spielten. Torquil und Amy schmachteten sich singend an, vor allem der gebürtige Brite schmetterte die Lieder mit einer Kraft durch den Saal, als ginge es um alles - und nicht darum, einen überschaubaren Haufen Menschen glücklich zu machen. Den Einsatz kann man nicht hoch genug anrechnen, manche Band hätte gemotzt und das Programm verkürzt, die Stars haben draufgepackt, sicher fünf Lieder waren ursprünglich nicht vorgesehen. Und weil eine Hand ja die andere wäscht, werde ich sie auf alle Fälle auch auf ihrer Deutschland-Tour in ein paar Wochen ansehen, das wird nämlich auch wieder toll!

Setlist Stars, Deluxe at Old National Centre, Indianapolis:

01: The theory of relativity
02: Fixed
03: A song is a weapon
04: Ageless beauty
05: The north
06: We don't want your body
07: Through the mines
08: Your ex-lover's dead
09: How much more
10: Do you want to die together?
11: Backlines
12: Soft revolution
13: Lights changing colour
14: Dead hearts
15: Elevator love letter
16: Midnight coward
17: Hold on when you get love and let go when you give it
18: Take me to the riot
19: Walls

20: Bitches in Tokyo (Z)
21: Reunion (Z)
22: The 400 (Z)

Links:

- aus unserem Stars-Archiv:
- Stars, New York, 24.09.10
- Stars, Köln, 09.09.10
- Stars, Köln, 11.02.08
- Stars, Köln, 27.09.07
- Stars, Berlin, 20.09.07


Samstag, 25. September 2010

Stars, New York, 24.09.10

1 Kommentare

Konzert: Stars (& Wild Nothing)
Ort: Terminal 5, New York
Datum: 24.09.2010
Zuschauer: 1.200 vielleicht (voll)
Dauer: Stars knapp 100 min, Wild Nothing 30 min


Wow, was für ein Erlebnis! Mein sechstes Stars-Konzert war das bisher beste. Nicht weil die kanadische Band eine ähnliche Hitdichte erzeugt hätte wie in Köln vor zwei Wochen, sie spielte nämlich vor allem Stücke des neuen Albums und unbekanntere Perlen, heute passte einfach alles zusammen. Der Sound im stylischen Terminal 5 war perfekt, der Laden wundervoll ausgeleuchtet (wen wundert das, gegenüber ist die Technik von CBS, drei Blocks weiter der Broadway), die Band hervorragend aufgelegt. Selbst das anstrengende und junge Publikum ("komm wir fotografieren uns mal") konnte den hervorragenden Eindruck nicht versauen. Wenn gut 1.000 Leute Your ex-lover is dead singen, gibt es wenig, was daran ranreicht. "We are Stars and so are you."

Das Terminal 5 liegt in der Nähe des Hudson River auf der New Yorker Westside, etwa auf Höhe des Central Parks. Wir hatten etwas sehr Hippes befürchtet, der Club erwies sich aber als weit weniger unangenehm cool als erwartet.

Nachdem Wild Nothing ein kurzes Set gespielt hatten, das wahrscheinlich dem in Köln ein paar Wochen vorher entsprach, mich aber trotz der viel besseren Umstände etwas weniger begeisterte, begann um 22.15 die eigentliche Show.

Wenn man das nervende Publikum ausblendet, war das Konzert perfekt! Amy und Torquil schienen gut aufgelegt zu sein, vor allem passten ihre Stimmen. Das eine schlimme Stars-Konzert, das ich einmal in Köln gesehen habe, bei dem die Einsätze furchtbar waren, wäre in der brillanten Akustik des Terminal 5 grausam gewesen. Aber heute war es so, wie man es sich wünscht, jedes der wundervollen Duette entfaltete seine Wirkung vollständig: es war ein Abend, der keinen Platz zum Nörgeln ließ.

Setlist Stars, Terminal 5, New York:

01: He dreams he's awake
02: Elevator love letter
03: The passenger
04: Fixed
05: Wasted daylight
06: Time can never kill the true heart
07: Bitches in Tokyo
08: Undertow
09: The comeback
10: Ageless beauty
11: The woods
12: Dead hearts
13: Take me to the riot
14: We don't want your body
15: Se yourself on fire
16: How much more
17: Your ex-lover is dead
18: One more night

19: Celebrations guns (Z)
20: I died so I could haunt you (Z)
21: Reunion (Z)
22: Midnight coward (Z)
23: Changes (Z)

Links:

- Stars, Köln (Luxor), 09.09.10
- Stars, Köln (Gloria), 11.02.08
- Stars, Köln (Gebäude 9), 27.09.07
- Stars, Berlin (PopKomm), 20.09.07




Freitag, 10. September 2010

Stars, Köln, 09.09.10

9 Kommentare


Konzert: Stars
Ort: Luxor, Köln
Datum: 09.09.2010
Zuschauer: restlos ausverkauft
Dauer: Stars knapp 90 min, Ikaria 26 min


Der Herbst ist die beste Jahreszeit für Konzerte. Man könnte jeden Abend in irgendeinem Club verbringen und Bands zuhören, und weil das natürlich nicht geht,
fallen viele Künstler raus aus dem Programm, weil da eben viel zu viel Konkurrenz auf irgendeiner anderen Bühne rumspielt. Die Stars habe da einen Startvorteil, sie sind bei mir absolut gesetzt, weil ihre Platten zu meinen absoluten Lieblingen zählen. Im Juni erschien mit The five ghosts das fünfte Album der Kanadier, mit dem sie jetzt auch endlich wieder in Deutschland unterwegs waren.

Köln ist glücklicherweise immer Station ihrer Deutschland-Touren, da waren sie heute zum
mindestens fünften Mal. Nach dem Gebäude 9 in den ersten Jahren und dem Gloria 2008 traten sie heute im Luxor auf. Da vor der Tür Leute Karten suchten, war klar, daß es ausverkauft sein würde. Es gibt zwar Schöneres als ein überfülltes Luxor, aber gut.

Vor den Stars trat eine Berliner Band namens Ikaria auf, der ich am Anfang gerne und aufmerksam zugehört habe. Irgendwann ließ mein Interesse an den schönen
Postrock-Songs aber nach, weil ich (wieder einmal) den Gesang nicht mochte. Da Ikaria aber nur eine knappe halbe Stunde spielten, und ich bei Minute 15 bis 20 ausgestiegen bin, werde ich wohl kein Fan. Dabei waren die Melodien der Berliner toll und die Band sehr sympathisch; bescheiden, dankbar, vor den Stars auftreten zu dürfen - und eben schnell fertig.

Die letzte Phase des Umbaus zu den Stars war das Dekorieren der Bühne mit Rosen. Vielleicht hatten die Kanadier Angst vor der Off-Stimme vom Perfekten Dinner, der die Dekoration so wichtig ist.

Mit wenig Verspätung und einem großen Becher Getränk in der Hand, das nur von weitem wie naturtrüber Apfelsaft aussah, betrat Sänger Torquil Campbell mit seiner Kollegin Amy Millan die düstere Bühne. Seine dunkle Sonnenbrille ließ Schlimmes ahnen, denn bei aller Liebe: ich hatte die Band auch schon einmal in einem fürchterlichen Zustand gesehen und wenig Spaß daran. Die Brille und die damit verdeckten, sehr kleinen Augen machten mir angst. Allerdings nur kurz, denn als Amy und Torquil zu singen begannen, war alles perfekt, da hätte der Sänger auch noch Pappnase und lustiges Hütchen tragen können.

Was bei den Stars auch live grandios ist, sind die wundervollen Stimmen der beiden
Sänger, die so perfekt harmonieren. Besonders, wenn es lauter wird, beeindrucken die beiden mich immer wieder.

Die leisen Stücke der neuen Platte sind mir zum Teil zu ruhig. Daß das Konzert trotz der vielen Lieder von The five ghosts keine Sekunde langweilig war, liegt zum einen an der tollen Livepräsenz der Sänger, zum anderen aber an der Hitdichte des Konzerts. Die letzten sieben Lieder
alleine (drei am Ende plus die vier Zugaben) waren so unglaublich gut! Oder das alte Going, going, going, Time can never kill the true heart oder Take me to the riot, bei dem Torquil auf der Box zwischen den Zuschauern stand und bei der Zeile "Come closer" noch einen Schritt nach vorne machte. Grandios!

Von den neuen Stücken gefiel mir auch
I died so I could haunt you ganz besonders gut. Sie scheinen es nicht zu verlernen, großartige Popsongs zu schreiben, egal ob einzeln oder von beiden gesungen.

Mein Liebling des Abends war aber ein Stück das ich gar nicht kannte, weil ich die Comeback EP von 2001 bisher nicht habe.
The Aspidistra flies klingt wie ein traditionelles irisches Lied und ist toll! Der leise Walzer war der krönende Abschluß eines hervorragenden Konzerts. Trotz kleiner Augen, trotz überfülltem Luxor, trotz all der fehlenden Riesenhits1, die noch mal ein eigenes Konzert füllen könnten!

Setlist Stars, Luxor, Köln:

01: He dreams he's awake
02: Set yourself on fire
03: The passenger
04: One more night
05: How much more
06: Time can never kill the true heart
07: Undertow
08: We don't want your body
09: Fixed
10: Going, going, going
11: Take me to the riot
12: I died so I could haunt you
13: Wasted daylight
14: Reunion
15: Elevator love letter
16: Your ex-lover is dead

17: Dead hearts (Z)
18: Ageless beauty (Z)
19: Calendar girl (Z)
20: The Aspidistra flies (Z)

Links:

- mehr Fotos
- Stars, Köln (Gloria), 11.02.08
- Stars, Köln (Gebäude 9), 27.09.07
- Stars, Berlin (PopKomm), 20.09.07
- fremde Tastaturen: Stars im Luxor bei Pretty-Paracetamol


1 The night starts here
, Bitches in Tokyo, What I'm trying to say, Life effect, Soft revolution, My favourite book, Midnight coward


Dienstag, 12. Februar 2008

Stars, Köln, 11.02.08

9 Kommentare

Konzert: Stars
Ort: Gloria Köln
Datum: 11.02.2008
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft


Nach einem Skiunfall soll man ja möglichst schnell wieder skifahren, um nicht für alle Zeiten Panik davor zu bekommen. Als psychologisch vollkommen unwissend (es reichte höchstens für eine dieser Lebensberatungsshows auf einem Privatsender), vermute ich die banale Ursache in der rasant steigenden und immer abstrakter werdenden Furcht. Irgendwann wird die dann nichts mehr mit dem ursprünglichen Unfall zu tun haben, aber verhindern, daß man je wieder eine Piste runterfährt.

Davor hatte ich Angst, und diese Angst war die Motivation ein Ticket für die Stars zu kaufen. Denn trotz Gloria und trotz eines guten Termins hatte ich mir nach dem letzten Auftritt der Kanadier im September im Gebäude 9 eigentlich geschworen, daß sich unsere Wege trennen. Aber Skifahren macht halt schon verdammt viel Spaß - und wäre dieses eine schreckliche Lied nicht auf "In our bedrooms after the war", wäre die letzte Platte der Stars ein Meisterwerk voller traumhafter Indie-Pop-Hymnen. Und die Vorgänger sind das natürlich auch, eine gekündigte Freundschaft hätte also auch gleich noch den Verzicht auf einige fabelhafte CDs bedeutet - albern!

Nun gut, Blick nach vorne. Neben der Konzertsaal-Perle Gloria sollte ein weiterer Aspekt einen lohnenswerten Abend gewährleisten: Als Vorgruppe waren Apostle of Hustle angekündigt worden, die Band um Andrew Whiteman, der auch Mitglied der Broken Social Scene ist. Oliver berichtete dann aber vor ein paar Tagen, daß offenbar Whiteman erkrankt sei und Apostle of Hustle daher nicht supporten könnten. Da Kanada aber wie Schweden eine nicht versiegende Quelle herausragender Indiebands sind, war mit der in Montreal lebenden Singer/Songwriterin Jade McNelis schnell Ersatz gefunden (Schweden und Kanada haben überhaupt verdammt viele Ähnlichkeiten, das scheinen nach der Geburt getrennte Länder zu sein: beide spielen gut Eishockey aber besser Curling, in beiden gehören Hot Dogs zu den
Grundnahrungsmitteln, beide haben ein Nachbarland, das eine ähnliche Sprache spricht, beide schreiben gerne Lieder darüber, wie kalt es bei ihnen ist...).

Das, was ich vorher von Jade McNelis bei myspace hören konnte, war wundervoll, meine Vorfreude war also entsprechend groß. Im Gloria war aber alles schon für die Stars aufgebaut: Auf der Bühne standen schon die Instrumente der Band aus Montreal - und jede Menge Blumen. Alles war mit Rosen dekoriert, die ich erst für Plastikblümchen hielt, die aber offenbar echt waren. Torquil Cambells Trompete, die er im Gebäude 9 mehrfach vergeblich gesucht hatte, als er wieder einmal nicht genau zu wissen schien, was da gerade passieren sollte, stand ordentlich neben seinen Keyboards.

Um kurz nach acht trat dann aber doch wie angekündigt die junge in Montreal lebende Amerikanerin Jade McNelis auf. Jade ist Taiwan geboren, wuchs in den USA auf und lernte
bereits als Kleinkind Klavier und Geige. Von den Stars wurde sie dann bei einem Supportauftritt entdeckt und kam so nach Montreal und ins Umfeld der Band. Die Lieder ihrer Debüt-EP, die man bei myspace hören kann, sind zwar im Prinzip ruhige Stücke, sie werden aber doch durch deutliche Gitarreneinsätze anders, als typische Songwriter-Lieder. So wunderte es mich auch nicht, als beim zweiten Stück ein Gitarrist zu Jade kam und sie begleitete. Diese Begleitung wurde immer intensiver, das war faszinierend zu beobachten. Der Musiker, der sich als Mitglied von Apostle of Hustle herausstellte, sang dann mit, spielte als vierten Song bereits ein eigenes Stück, zu dem ihn dann Jade auf dem Piano begleitete. Danach ging Jade von der Bühne (sie hatte vorher berichtet, wie fasziniert sie von unseren "immense shopping malls" sei, vielleicht hatte sie der Einkaufsbummel in Köln ermüdet) und ließ Julian Brown (ich vermute, daß er das war) alleine zurück. Julian spielte noch zwei weitere Lieder unter großem Jubel von Starsmitgliedern, die neben der Bühne zusahen. Dieses schillernde Vorprogramm war zwar kurz (25 Minuten), musikalisch aber fabelhaft.

Leider war es wieder unglaublich laut, weil viele den Ehrgeiz hatten, lauter zu sprechen als die Leute vorne singen. Und natürlich stand ich wieder neben den lautesten Menschen, das ziehe ich an. Dabei ist es doch ganz einfach: Sobald ein Konzert so leise ist, daß man sich unterhalten kann, sollte man es lassen. Bei allen anderen darf man sich gerne erzählen, wie der Tag so war.

Nach zwei, drei Paranoia-Attacken (Jade kam aus dem Backstagebereich, ging zu
einem Ordner und mit dem wieder in die Garderobe, dann passierte nichts, ein paar Minuten später kam Julian zurück und stimmte seine Gitarre, das sah verdächtig nach einer Starsabsage aus, obwohl ich alle Bandmitglieder vorher schon gesehen hatte) und ein paar Umbauten eines jungen Roadies fingen um Punkt zehn die ersten Takte von "The night starts here" an.

Torquil Campbell schien aber nicht so recht zu wissen, wo die Bühne ist, er erschien am Durchgang vom Backstagebereich zum Saal, guckte wunderlich und fand schließlich den richtigen Weg. Aber davon abgesehen schien er in guter Verfassung zu sein, denn schon der Eröffnungssong war so, wie die Stars live klingen sollen, nämlich wundervoll. Die Stimmen von Torquil und Sängerin Amy Millan ergänzten
sich vorzüglich, es war synchron - sprich, es war vollkommen anders als vor fünf Monaten. Leider war der Sänger in meinen Ohren bzw. an meinem Standort viel zu leise. Amy verstand man deutlich besser, Torquils Gesang ging oft unter. Vielleicht habe ich für einen Platz vorne den guten Klang hergegeben, hinten schien es aber auch nicht brillant gewesen zu sein. Das war wirklich schade an diesem Abend, denn auch wenn die Relationen der Stimmen und Instrumente zueinander nicht stimmten, war doch deutlich, daß es ganz vorzüglich gewesen wäre, wenn die Abstimmung gepaßt hätte.

Die Setlist (das Motto war "kolnic irrigation"!) war gut - aber nicht so gut wie im
Gebäude 9 im September. Gespielt wurden Lieder von allen vier Alben, wobei der Schwerpunkt natürlich auf der aktuellen CD lag. Selbst "Genova Heights" (kein Stars-Review ohne eine Unmutsäußerung über dieses fiese Stück Musik) war den Umständen entsprechend erträglich, die Justin-Timberlake-Passagen waren einfach schön leise.

Neben den Live-Lieblingen
"Take me to the riot", "Your ex-lover is dead" oder "Ageless beauty" war "Bitches in Tokyo" herausragend. Das Lied ist auf der Bühne ein ganz großes Highlight. Aber der Rest (naja fast...) war eben auch vorzüglich, weil die Stars eben ihren komplizierten Pop-Sound perfekt beherrschen. Die Melodica- und Trompeten-Einsätze saßen fast immer genau an den Stellen, an denen sie kommen sollten, die Duett-Passagen waren harmonisch, beide sangen sich an - die Band spielte eben so, wie ich es bisher meist erlebt habe. Und all das, obwohl nicht zu übersehen ist, daß nicht nur der Schlagzeuger ... nun ... sehr extrovertiert sind. So flogen zwei Wochen nach Karneval z.B. dauernd Blumen mit Schmackes ins Publikum...

Das Ding im September schien unter keinem guten Stern (oder was auch immer) gestanden zu haben, daher war es so enttäuschend. Während der Zugaben stellte der Frontmann die Band vor. Er selbst nannte sich David Hasselhoff, worauf Amy
erwiderte, dafür sei er nicht betrunken genug. Das war diesmal.

Als der Saal nach den drei geplanten Zugaben noch nicht zufrieden war, kamen Torquil und Keyboarder Chris zurück und spielten "Barricade" als kleines musikalisches Sahnehäubchen.

Ich bin versöhnt, keine Frage. Der Sound war nichts aber mein Gott, lieber eine gute Performance mit Tonproblemen als ein Totalreinfall in gutem Klang. Ob wir jetzt nur gute Freunde bleiben oder die Liebe wieder auflebt, weiß ich zwar noch nicht, ich habe aber ein gutes Gefühl.

Setlist Stars Gloria in Köln:

01: The night starts here
02: Elevator love letter
03: Soft revolution
04: Window bird
05: One more night
06: The ghost of Genova Heights
07: Bitches in Tokyo
08: Personal
09: The big fight
10: Going, going, gone
11: Midnight coward
12: Take me to the riot
13: Your ex-lover is dead
14: Ageless beauty
15: In our bedroom after the war

16: My favourite book (Z)
17: What I'm trying to say (Z)
18: The woods (Z)

19: Barricade (Z)

Links:

- Stars live in Berlin (PopKomm)
- gruselig im Gebäude 9
- Fotos aus dem Gloria


Freitag, 28. September 2007

Stars, Köln, 27.09.07

10 Kommentare

Konzert: Stars

Ort: Gebäude 9, Köln
Datum: 27.09.2007
Zuschauer: ausverkauft


Bei aller Liebe zu den Stars, das war nichts für mich. Ich hatte mich irre auf das Konzert der Band aus Montreal gefreut, vor allem nach dem Appetitanreger vergangene Woche auf der PopKomm in Berlin, einem Auftritt, der so war, wie ich die Stars live in Erinnerung hatte: Präzise, jeden Ton treffend, gut abgemischt.

Zuerst hatte ich die Kanadier vor anderthalb Jahren auch im Gebäude 9 in Köln gesehen. Das Konzert damals war für mich eines der schönsten der letzten Jahre. Die aktuelle Platte mit großen Hits wie "Take me to the riot" oder "The night starts here" hat mich auch bis auf eine Ausnahme vollkommen überzeugt. Und trotz hoher Erwartungshaltung war Berlin dann toll. Die vor allem von "In our bedroom after the war" und "Set yourself on fire" stammenden Lieder waren live atemberaubend, die Duette von Amy Millan mit Torquil Campbell wundervoll.

Meine hohe Erwartungshaltung und Vorfreude war offenbar kein Einzelfall, das Gebäude 9 war nämlich restlos ausverkauft. Ich kam ziemlich spät, weil ich die Vorgruppe, einen kanadischen Sänger namens Gentleman Reg., verpassen wollte. Leute, die sich selbst Gentleman nennen, sind mir zum einen nicht geheuer, zum anderen hatte ich den Musiker auch in Berlin gesehen, da hatte er die undankbare Aufgabe, Los Campesinos! zu ersetzen, die noch in Kanada ihre Platte fertigstellen (das läßt Raum für Verschwörungstheorien...) - und lieben gelernt hatte ich ihn nicht. Reginald spielte noch, als ich in den knallvollen Saal kam - und er gefiel mir zu meiner Beruhigung in Berlin nicht nur wegen der Los Campesinos! Sache nicht...

Am Anfang fand ich bei den Stars noch alles prima. "Take me to the riot", einer meiner Lieblinge, war gleich der Auftakt. Außer, daß das extrem laut dargeboten
wurde, was zu einigen verstörten Blicken im Saal führte, fiel mir nichts Negatives auf (und Lautstärke ist ja auch nicht böse). Anschließend kam aber immer mehr der Eindruck auf, die Band habe sich an die überall im Saal hängenden Rauchverbot-Schilder (im Namen der Stars) nicht gehalten und allerhand Zeugs vor dem Auftritt geraucht. Bassist Evan Cranley machte ganz merkwürdige, vollkommen übertriebene Posen, Schlagzeuger Pat McGee, der schon in Berlin wie die Karikatur eines Gangster-Rappers aussah (Jogging-Anzug, comichafte Riesengoldkette und Hut), wirkte auch gestern wieder ordentlich durchgeknallt und drehte ununterbrochen einen Drumstick mit seiner linken Hand im Kreis. Amy schien, als habe sie ein paar (das ist untertrieben) sehr kurze Nächte hinter sich, und Torquil wirkte absolut neben sich zu stehen. Mal suchte er seine Trompete, oft erwischte er die Einsätze nur ganz knapp, weil er vorher entweder irgendwo anders rumlief oder nicht so genau wußte, wie es weiterging, mal sang er los, merkte aber, daß das Mikro nicht da war und rekte sich dann zu ihm hin, mal spielte er auf seiner Melodica, merkte aber, daß das falsch war und nahm dann die Trompete stattdessen. Es war sehr deutlich, daß er absolut nicht auf der Höhe (zumindest musikalisch) war.

Von der Stärke der beiden Auftritte, die ich vorher gesehen hatte, von der wundervollen Umsetzung der großen Lieder, war da nicht viel zu hören. Schade! Ich habe mich schon während des Konzerts gefragt, ob ich überkritisch bin. Eigentlich
bin ich ganz leicht von Bands live zu begeistern. Wenn ich die Stars jetzt zum ersten Mal gesehen hätte, hätte ich vielleicht gedacht, live sind sie zwar bei weitem nicht so gut wie auf Platte - aber nun gut. Wegen der noch so frischen Erfahrung eines wirklich tollen Auftritts war es aber wie eine Karikatur dieses Berlin-Konzerts. Das war vor allem deshalb schade, weil das Set fantastisch war, es enthielt neben vielen neuen Sache auch einige liebgewonnene alte Lieder (z.B. "Reunion"). Es hätte also sicher eines der schönsten Konzerte sein können - so war es leider das, bei dem bei mir Erwartung und Realität am meisten auseinander lagen in diesem Jahr.

Die Zugabe "The night starts here" sagte Torquil an mit: "This one is about drugs and fear. Hope you enjoy it". Er meinte aber wohl doch nur das eine Lied damit...

Setlist Stars Gebäude 9 in Köln:

00: Intro
01: Take me to the riot
02: Set yourself on fire
03: Elevator love letter
04: The ghost of Genova Heights
05: Bitches in Tokyo
06: One more night
07: Personal
08: Soft revolution
09: Midnight coward
10: What I'm trying to say
11: Window bird
12: Your ex-lover's dead
13: Reunion
14: Ageless beauty
15: In our bedroom after the war

16: The night starts here (Z)
17: My favourite book (Z)
18: Calendar girl (Z)

Links:

- ein tolles Stars Konzert in Berlin (20.09.07)
- mehr schlechte Fotos




Freitag, 21. September 2007

Stars, Berlin, 20.09.07

1 Kommentare

Konzert: Stars (City Slang Night auf der PopKomm)
Ort: Fritz Club im Postbahnhof, Berlin
Datum: 20.09.2007
Zuschauer: sehr viele


Zu den Stars habe ich erst sehr spät gefunden, nach der Veröffentlichung ihres Albums "Set yourself on fire" lief im Radio "Your ex-lover is dead" und ich war hin und weg. Als die kanadische Band dann im Gebäude 9 in Köln gespielt hat, habe ich sie mit riesiger Begeisterung gesehen und seitdem gewartet, wieder ein Konzert der Stars zu sehen.

Die Band um Sänger Torquil Campbell veröffentlicht demnächst ihr neues Album "In our bedroom after the war." Weil es ihnen aber kräftig gegen den Strich ging, daß Musikjournalisten die Platte Monate vor den Fans haben, obwohl sie sich eigentlich nicht dafür interessieren (Ex-Visions Chefredakteur Carsten Schumacher war zwei Minuten im Saal), haben sie wenige Tage nach Ende der Aufnahmen das Album im Internet veröffentlicht. Ic
h liebe "In our bedroom after the war" - mit einer Ausnahme. "The ghost of Genova Heights", die Mischung aus den Scissor Sisters und Justin Timberlake finde ich scheußlich. Als Ausgleich sind auf der Platte aber einige Lieder, die zu den schönsten der Stars gehören: "The night starts here", den Titelsong oder auch "Take me to the riot". "Take me to the riot" war auch das erste Lied des viel zu kurzen Konzerts im Rahmen der City Slang Nacht im Berliner Postbahnhof. Und ich hatte den Eindruck, daß viele diesen großartigen Song kennen! Das hatte Torquil offenbar auch bemerkt. Als er irgendwann eim Lied "unserer bald erscheinenden Platte" ankündigte, fragte er anschließend: "Did you steal it?" Das war aber nicht Vorwurf sondern Aufruf, denke ich.

Im Vergleich zu 2005 war die Band umbesetzt. Die zweite Frau fehlte. Ich weiß nicht, ob sie vor zwei Jahren Gastmusikerin war oder zur Stammbesetzung gehört, jetzt war sie jedenfalls nicht mehr dabei. In Berlin standen die Stars (die wie Malajube aus Montreal kommen) zu sechst auf der Bühne. Im Mittelpunkt steht dabei neben Torquil natürlich Sängerin
Amy Millan. Amys Stimme ist wundervoll. Die für mich besten Lieder der Stars sind aber die, in denen beide Frontleute singen. Besonders herzerweichend wird das dann, wenn Amy und Torquil sich ansingen, sich anschmachten. Aber auch wenn das ein oder andere Lied auf Platte sehr ruhig und kuschelrockig klingt, ist es live schon eine Nummer härter.

Der Berlin-Auftritt der Stars war für mich ein perfekter Appetitanreger für Köln kommende Woche, selbst, wenn ich dann noch mal "Genova
Heights" hören muß.

Setlist Stars PopKomm:

01: Take me to the riot
02: Set yourself on fire
03: Elevator love letter
04: The ghost of Genova Heights
05: What I'm trying to say
06: My favourite book
07: Midnight coward
08: Soft revolution
09: Bitches in Tokyo
10: The night starts here
11: Ageless beauty
12: Your ex-lover's dead

Links:

- mehr Fotos



 

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