Freitag, 30. August 2019

alinae lumr Tag 1, Storkow, 23.08.19


1. Tag Alínae Lumr Festival - meine Auswahl
  John Moods 45 min
  Kliffs 45 min
  Charlotte Brandi 60 min
Ort: Storkow (Mark)
Datum:  23. August 2019



Im Vorausblick auf das Alínae Lumr Festival hatte ich schon von den besonderen Orten geschwärmt an denen meine Lieblingsmusik in Storkow dargeboten wird. Mit den Worten der Organisator*innen gesprochen: "alínæ lumr lädt ein zu einem ereignisreichen Urlaub auf dem Land. Auf der Burg, am Marktplatz, den Hinterhöfen, der Altstadtkirche, auf versteckten Wiesen und am See wartet ein sorgfältig kuratiertes Musik- und Kulturprogramm und die charmante Altstadt Storkow auf euch. Festivalbüro ist eure erste Station – hier könnt ihr euch eure Bändchen und ein Lächeln abholen."
 

Leider hatte ich in der Woche zuvor heftigst Streit mit meinem Rücken und deshalb auch einige kurze Nächte. So musste ich mein Musikprogramm ein wenig abkürzen und z.B. das mitternächtliche Konzert von Sophie Hunger weglassen.


Aber beginnend mit dem Lächeln im Festivalbüro am Markt hatte ich einen phantastischen ersten Tag. Auf dem Markt war noch der Aufbau der Essstände im Gange als das erste Konzert dort begann. Rückenfreundlich genoss ich es auf den Stühlen des Fair-Kaufladens bei einem schönen Tee (der selbstverständlich auch mit einem Lächeln serviert worden war). Im Rahmen des für mich nun schon dritten Besuches in Storkow fühlte es sich wie eine lieb gewordene Tradition an, dort jeden Tag einmal herein zu schauen. Das Konzert von John Moods war jedoch eher wenig mitreißend für mich.


Mein immer noch still in meinem Herzen hell leuchtender Höhepunkt war dann gleich anschließend das Konzert von Kliffs am Mühlenfließ. Hier stimmte einfach alles: ein ganz aufmerksames Publikum, das freundliche Grün ringsherum, die Abendsonne, das sympathische Duo auf der Bühne und die Musik. Und was ich an Festivals besonders toll finde: wenn sich auch Musizierende, die später erst dran sind (oder hier gar nicht auftreten), ins Publikum mischen.


Manches aus dem Set von Kliffs war mir vom im Frühjahr veröffentlichten EP schon recht vertraut und es gab auch Musik, die ich vor einem Jahr in Dresden - noch unter dem Namen Mark Berube - live von ihnen gehört hatte. Allerdings gab es auch Experiment mit ganz neuer Musik und die damit verbundene Nervosität auf der Bühne. Es ist immer ein bisschen wie ein großes Lob ans Publikum, wenn so etwas gewagt wird.


Besonders mochte ich diesmal Beyond my control, das diese phantastische Leichtigkeit des Sommertages wunderbar einfing und quasi die Essenz des Konzerts zusammenfasste. Aber auch Mississippi Prom mit der ausführlichen Geschichte dazu geht mir immer noch durch den Kopf. Bevor es für mich zum Burghof weiterging, gab es noch ein paar nette Begegnungen und Umarmungen von lieben Menschen. Es ist immer noch so wunderbar überraschend, wie sich aufgrund von Musik "meine Leute" aus nah und fern auf den Weg machen.


In der Burg hörte ich noch die letzten 10 Minuten von Night repair, die von etwa 20 Enthusiasten ordentlich abgefeiert wurden. Innerlich feierte ich dabei vor allem ab, wie unterschiedlich die Musik klingt, die für das Festival eingeladen worden war. 


Die Bühne im Burghof war schon für das Konzert von Sophie Hunger vorbereitet und ordentlich "voll gestellt", aber vorn in der Mitte fand Charlotte Brandi mit ihrem Trio Platz und spielte vor einem freundlich mitgehenden Publikum auf. Die Musik von der Burg hört man an vielen Orten im Ort mit und sie pulsiert durch interessante Echos immer wieder aus irreführenden Richtungen. Dieses lustige Hopsen durch den stillen Ort in der Mark stellte ich mir vor als ich dem Set lauschte.



Mit der untergehenden Sonne ging es dann für mich zurück ins Quartier - nicht ohne noch anderen lieben Leuten in die Arme zu laufen. Ich war auch nach dem verkürzten Tag randvoll mit wunderschönen Erlebnissen und einem still leuchtenden Glück im Herzen.

 


Aus unserem Archiv:
Berichte von 2016: Tag, 1, 2
Berichte von 2015: Tag 1, 2, 3


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