Mittwoch, 9. Juli 2014

Soul Remover, Edinburgh, 04.07.14


Konzert: Soul Remover und Black Swamp Villains
Ort: Bannermans Bar Edinburgh
Datum: 04.07. 2014
Dauer: 45 min
Zuschauer: 20



Ich bin in Edinburgh für ein besonderes Konzert: Neil Gaiman wird mit dem Four String Quartett am Sonntag in der Usher Hall konzertant lesen. Aus der Ferne hatte ich mir für die drei kurzen Tage Bars mit Livemusik herausgesucht. Und da sich Schottland als ziemlich perfekt organisiert erwies, war ich etwas mehr als eine Stunde nach der Landung schon drei Ecken von meinem Hostel entfernt in der Tartan Session mit schottischen Singer Songwritern und bei meinem ersten Cider (darüber wird noch zu berichten sein).


Der Plan war, sich hier etwas zu akklimatisieren um dann gegen 21 Uhr weiter in die Bannermans Bar zu ziehen, wo ich sehr gespannt war auf Black Swamp Villains.


 
Bannermans ist ein Pub wie aus dem Reiseführer. Von außen etwas plüschig bunt, innen urig, etwas chaotisch auf den ersten Blick aber an der Bar überraschend effektiv. Eindrucksvoll die Auswahl an Bier und Cider vom Hahn. Neben dem Barraum befindet sich eine ziemlich cool zurechtgemachte Höhle für Livemusik mit dem Namen Jägermeister Lounge. Die Decke im Vorraum mit Schallplatten gepflastert, Raum für etwa 100 Leute, eine Bühe am hinteren Ende und sehr gut gelüftet.


Hier war man bei meinem Eintreffen mit dem Soundcheck durch und bei der Lieblingsbeschäftigung der Schotten: sich über alles und jeden lauthals tot zu lachen. Aufgebaut war martialischer AC/DC Sound und damit war klar, ich würde hier "erst" die Soul Remover sehen bevor der Act auftreten würde für den ich eigentlich gekommen war. Die lokale Note des Hardrocks war vor allem der langhaarige bärtige Sänger in Springerstiefeln und Schottenrock. Die Band ist in Glasgow zu Hause und zur Zeit sehr oft mit Black Swamp Villains (auch aus Glasgow) im Doppelpack zu sehen. Sie ließ während ihrer Show keine Rockerpose aus. 


Das klingt aus meinem Mund vielleicht etwas böse, ist aber nicht so gemeint, denn es war absolut authentisch, sehr unterhaltsam und sogar richtig sympatisch, wie die fünf Musiker ihr Testosteron in den Raum pumpten. Das Publikum ging absolut ab. Nicht pogend, sondern tanzend, lachend, vor lachen umfallend und einfach absolut glücklich. Das sicher unter dem Einfluss von ein paar Bier, aber weit entfernt von betrunken. Es war auch in Summe nicht zu laut - ich brauchte für den Hardrocksound keinen Gehörschutz!



Der Umbau zu Black Swamp Villains verlief extrem fix und professionell und ich musste also nicht so lange warten. Leider war aber die Live Präsentation total anders als auf Tonträgern


 


und ich hatte dann nach drei Songs das Gefühl, es reicht mit Testosteron für einen Abend, zumal sie längst nicht so unterhaltsam waren wie die Soul Removers.


Etwas überrascht, stellte ich anschließend fest, dass es draußen um 22:30 Uhr noch heller Tag war (nach 2 Stunden in der Höhle). Und entschloß mich noch den Weg zu meinem Treffpunkt für Samstag zu erkunden: ein Pub um drei Ecken. Dort  fiel ich in eine fröhliche Gesangsrunde. Gerammelt voller Pub, zwei Gitarren und zwei tolle Männerstimmen mit einem unerschöpflichen Liedvorrat. Was für ein Spaß, der meinem ersten Abend in Edinburgh das Sahnehäubchen aufsetzte.





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