Montag, 1. Oktober 2012

Paper Beat Scissors, Paris, 27.09.12



Paper Beat Scissors
Ort: Le Môtel Paris
Datum: 27.09.12
Zuschauer: etwa 40
Konzertdauer: ungefähr 40 Minuten

Aus Kanada kommen die tollsten Musiker, das sollten wir eigentlich längst alle wissen. Zumindest Grammy-Gewinner Arcade Fire kennt ja auch jeder, allerdings nicht jene Musiker, die mit Mitgliedern von Arcade Fire kollaborieren und teilweise beachtliche eigene Alben herausgebracht haben. Mike Feuerstack alais Snailhouse ist zum Beispiel ein solcher. Hat etliche hervorragende Longplayer auf seiner Habenseite und hat neben Julie Dorion eben auch schon mit Jeremy Gara, dem Drummer von Arcade Fire zusammengearbeitet.

Mike Feuerstack spielt auch auf dem exquisiten Album von Tim Crabtree alias Paper Beat Scissors Gitarre und hat es sogar mitproduziert. Und gemixt hat das Ganze....klar, Jeremy Gara von Arcade Fire!


Tim Crabtree bräuchte aber dieses ganze Namedropping eigentlich gar nicht. Seine durch Mark und Bein gehende Stimme ist dermaßen markant, daß man sie einfach nicht mehr vergisst und seine Songs sind so gefühlvoll intensiv und brutal schön, daß man ihnen mit Haut und Haaren verfällt. Ging mir zumindest so. Schon nachdem ich die Killerballade Rest Your Bones zum ersten Mal gehört hatte, war ich süchtig nach ihr. Der greinende Gesang von Crabtree und die wunderschönen Hornarrangements setzten mich einfach emotional schachmatt.



Natürlich spielte Crabtree diesen Song und anderer ähnlicher Güte auch heute beim letzten Konzert seiner Europatour durch kleine Clubs, was im Pariser Môtel stattfand. Leider aber war die Wirkung nicht ganz so groß, was keineswegs an dem sehr engagierten Musiker, sondern den unverschämt laut schwätzenden Leuten lag. Die scherten sich einen Scheißdreck darum, daß kurz vor ihnen auf der winzigen Bühne jemand alles gab, sich die Seele aus dem Leib schrie, den Mund zur Grimasse verzog, um sein Werk den Leuten nahezubringen. Am liebsten hätte ich diesen Störenfrieden schallende Ohrfeigen verpasst oder sie per Fußtritt in den Arsch nach draußen befördert! Weil ich aber keine Krawalle wollte, hielt ich mich dann doch zurück. Das Set des Kanadiers war unterdessen phssenweise untergegangen. "Die Bedingungen waren einfach mies", redete er hinterher dann auch Klartext, war aber kurze Zeit später schon wieder besserer Dinge. Er weiß nun eben, daß man es als noch unbekannter Künstler in eienr fremden Stadt wahnsinnig schwierig hat, ist sicherlich nicht zum ersten Male mit Ignoranten konfrontiert gewesen. In Hamburg beim Reeperbahn Festival allerdings, da sei alles hervorragend gewesen, ließ er mich noch wissen, bevor er seine Sachen zusammenpackte.



Ich wünschte ihm noch eine gute Reise nach Halifax und bat ihn, Kanada von mir zu grüßen. Diesem Land der Ausnahmemusiker. Crabtree wird sicherlich seiner Heimat alle Ehre machen und definitiv in Zukunft noch bessere Shows mit einem aufmerksameren Publikum bekommen!

Setlist Paper Beat Scissors, Le Môtel, Paris

01: Folds
02: Once
03: Forgotten
04: Morning Theft (Jeff Buckley)
05: Flicker

06: Watch Me Go
07: Tendrils
08: Rest Your Bones
09: Be Patient


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