Sonntag, 2. Dezember 2007

The Yolks, Paris, 02.12.07


Konzert: The Yolks

Ort: In meinem Pariser Wohnzimmer (Oliver Peel Session # 1)
Datum: 02.12.2007
Zuschauer: 20


meinzuhausemeinblog proudly presents: die allererste Oliver Peel Session mit den vielverprechenden Pariser Nachwuchsmusikern The Yolks.

"Ruf mich mal dringend auf meinem Handy an!". Trotz der späten Stunde (nach Mitternacht am Samstag), schien mein Freund Philippe noch etwas Wichtiges besprechen zu müssen. Kurze Zeit später wußte ich auch, worum es ging. Seine Geburtstagsfete, die auf Grund des bei ihm vorherschenden Platzmangels bei Marguerite stattfinden sollte, würde bei uns zu Hause über die Bühne gehen! Auch bei Marguerite war es nämlich deutlich zu eng, zumal neben den ca. 20 geladenen Gästen auch den Musikern von The Yolks eine ihrem immensen Talent entsprechende Auftrittsfläche geboten werden mußte. Eingefädelt hatte diesen Coup das Geburtstagskind selbst, der dann auch in einer kurzen Ansprache, die "zur Zeit beste französische Band" verkündete. "Und wenn ihr das vorher noch nicht wußtet, werdet ihr es spätestens hinterher festgestellt haben". Philippe wußte zudem noch spannende Details (sozusagen Insider-Wissen) zu berichten. "Die Yolks werden möglicherweise in England ihr erstes Album produzieren und zwar mit Jim Abbis, der auch schon mit den Arctic Monkeys und zuletzt Jack Penate zusammengearbeitet hat." "Deshalb lassen wir hinterher einen Hut rumgehen, um ihnen die Reise nach London zu finanzieren".

Zunächst aber mußten uns die Yolks von ihrem Talent etwas zeigen.
Nachdem sie fleißig ein Keyboard aufgebaut und zwei Gitarren angeschloßen hatten, marschierten sie durch den Flur unseres Appartments ins Wohnzimmer ein und versprühten sofort mächtig Charm. Der mit seinem Schnäuzer sehr lustig aussehende Keyboarder Alex hatte sich einen flämisch aussehenden Hut mit schöner Krempe von Cécile ausgeliehen, die anderen beiden (Sänger Arno, Gitarrist Franz) kamen aber ohne Kopfbedeckung aus, obwohl wir ihnen auch gerne etwas Passendes angeboten hätten. Das Publikum hatte sich hinter dem weißen Sofa aufgebaut, auf dem unser Kater d'Artagnan friedlich schlummerte. Nur wenn die Rassel und das Tambourin zum Einsatz kam, spitze er zeitweise seine Öhrchen. Optimale Bedingungen also, für ein unglaublich intimes Konzert, das von Starfilmer Stéphane aufgezeichnet wurde, der schon alle Größen der Indie-Szene vor der Linse hatte. Seit sechs Jahren filmt er ununterbrochen beste Konzerte, zuletzt die Editors in Brüssel und Luxemburg. Und ich bin sicher, das dieses "Wohnzimmerevent" auch für ihn unvergesslich war.

Die drei Anwesenden Yolks (es fehlten der Drummer und der Bassist,
woraufhin ihnen später zum Trost ein Lied gewidmet wurde) waren aber auch wirklich spitze. Selbst unter den speziellen Bedingungen verfehlten ihre wunderschönen Chorgesänge im Stile der Beatles und Beach Boys ihre Wirkung nicht. Im Gegenteil, in dem lauschigen Ambiente waren sie Seelentröster an einem völlig verregneten und grauen Sonntag. Hört Euch doch nur einmal "Hey Little Fish" (welches unserem Kater gewidmet wurde) an, welches man auf der MySpace Seite entdecken kann. Ist das nicht traumhaft? Und die anderen Songs ("Night Walk", "Why", "I Don't Care") sind die etwa nicht dufte?

Verwöhnt wie wir an diesem Tage waren, kamen wir aber in den Genuß anderer Perlen,
wie "Lazy On Sunday" (passte thematisch sehr gut) und "Cab Driver" und auch eines Stückes, das entstanden ist, nachdem sich Nachbarn in ihrer Wohnung über den Lärm beschwert hatten. Damit sich dies heute nicht wiederholt, wollten die Jungs, die auch Belle & Sebastian, die Kings Of Convenience und Herman Düne sehr schätzen, dann auch nach circa. 40 Minuten Schluß machen. So schnell ließ das kleine, aber sehr fachkundige Publikum die Grünschnäbel jedoch nicht ziehen. Die geforderte Zugabe bekamen wir dann auch prompt noch geboten und waren hingerissen, von etlichen zauberhaften Liedern, die das Potential haben, 2008 für Furore zu sorgen. Philippe machte dann auch in seiner kurzen Dankesrede noch einmal deutlich, wohin die Reise für die Yolks gehen sollte. "Zuerst spielt ihr mal in der Flèche d'or, dann im Olympia und schließlich im Zénith!" Zu wünschen wäre es ihnen und das Zeug dazu haben sie auch!

Setlist The Yolks hier




1 Kommentare :

Magali hat gesagt…

ach. das's ja herrlich. jetzt gehen wir nicht einmal mehr auf konzerte, sondern die konzerte kommen zu uns! ja, find ich gerad mal sehr gut! also radiohead dann demnächst in sankt augustin kolpingstraße..=)

 

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