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Sonntag, 9. September 2012

Sound of Bronkow Festival Tag 3, Dresden, 02.09.2012

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Sound of Bronkow Festival - dritter Tag
Ort: Dresden (Societätstheater)
Datum: 2. 9. 2012 12:00 - 18:30 Uhr und 20:00-23:00 Uhr
Zuschauer: 50-300

Der dritte Tag des Festivals hatte zwei Teile: einen Singer Songwriter brunch im Garten und ein abendliches Konzert in der Dreikönigskirche.

Ab 12 Uhr spielte Desiree Klaeukens mit ihrem Gitarristen Florian Glässing locker und sympatisch und länger als geplant, da House of Wolves wegen Zugverspätung erst einen späteren Slot wahrnehmen konnte. Es war gerade richtig, um ruhig in den Tag zu kommen.

The Coloradas sprang dann noch spontan für ein kurzes Set ein und weckte uns doch etwas nachdrücklicher auf, bevor etwa 13:30 Uhr House of Wolves (das ist Rey Villalobos)
sein ätherisches Set beginnen konnte. Das Programmheft versprach hier: "Villalobos´ Stimme klingt, als würde eine männliche Elfe (jaja, solche Vergleiche darf man nich machen, wissen wir) tröstende Lieder singen und erinnert in manchen Momenten angenehm an Nick Drake oder Sufjan Stevens. Dazu betörende, entrückte Songs, die in ihren Videos völlig zu recht in Ozeane von Licht gebadet werden." Und dieses Versprechen erfüllte sich aufs schönste.


Richtig gespannt war ich auf das Projekt Redwood Red von Emma Gatrill und Cathy Cardin. Angekündigt hatten es die beiden Damen von Sons of Noel and Adrian als ihr Projekt mit Harfe und Gitarre. Es waren dann aber sogar 4 Leute auf der Bühne, weil es noch Unterstützung an Bass und Schlagzeug dazu gab. Gute Unterhaltung bot sich schon während des Soundchecks. Ich weiß nicht, wie viele Fotos ich von Emma gemacht habe, wo sie lacht und Witzchen macht. Es war dann aber auch musikalisch eine sehr gelungene knappe Stunde zusammen. Die künstlerischen Handschriften der beiden Damen waren deutlich zu unterscheiden, ergänzten sich hier aber sehr schön. Im Vergleich zur großen Band ging es hier ruhiger und nachdenklicher zu, auch rhythmisch nicht ganz so vielschichtig, aber es war schon eher artifizieller Folk. Die Harfe ist natürlich ein sehr schönes Instrument und gibt der Musik eine ganz eigene Note. Es kamen aber auch die Klarinette zum Zug und es gab eine Stepdance-Einlage von Emma. Als Gartenmusik zum Nachmittag ein besonderes Schmankerl.

Sons of Noel and Adrian lauschen Fenster
Als letzter regulärer Tagesordnungpunkt im Garten durften Fenster den Schlusspunkt setzen. Auch sie füllten die Bühne mit vier Musikern bis an die Grenzen. Sie haben einen sehr eigenen Stil zum Teil sehr energetisch und wechselnden im Set öfter die Instrumente. Häufig wurden elektronische Sounds als Fluchtpunkte der Musik eingesetzt neben Glockenspiel und Schlagwerk. Offensichtlich waren hier im Publikum viele Fans dabei und man sah ganze Pulks von glücklichen Gesichtern.



Das abendliche Konzert in der Dreikönigskirche war ein Novum und sozusagen ein Experiment. Es liegt eigentlich nahe, diesen Ort zu bespielen, weil ohnehin der Kirchturm der Dreikönigskirche auf keinem Fotoset des Sound of Bronkow Festivals fehlt. Er schaut so schön tröstlich in den Garten und zeigt die aktuelle Uhrzeit an. Naheliegend ist es auch aus dem Grund, dass die Dreikönigskirche ein Zwitterwesen ist zwischen Kirche und Veranstaltungsort (als Haus der Kirche). Die sakrale Atmosphäre einer Kirche ist nur mehr andeutend vorhanden. Da die Kirche in ihrer jetzigen Form (nach der Zerstörung im Jahr 1945) erst in den 1980er Jahren wieder wieder aufgebaut wurde, war man so klug, das Haus für verschiedene Nutzungen auszulegen, weil die evangelische Gemeinde der Dresdner Neustadt gar nicht so groß ist, dass sie das Gotteshaus sonst füllen kann. Ein gewisses Risiko bestand trotzdem durch die ungewohnte Akustik des Hallenbaus und die Art, wie das Publikum auf Distanz gehalten wird durch die Sitzordnung.

Ich denke aber, das Experiment verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Die drei Künstler Thos Henley, Tiny Ruins und Niels Frevert schafften es jeweils locker nur mit ihrer Gitarre bewaffnet den Raum einzunehmen und das Publikum für sich zu gewinnen. In einem ersten Teil waren sie ab 20 Uhr jeweils etwa 25 min Solo auf der Bühne. Nach einer 20 min Pause saßen dann alle Künstler vorn und wechselten das Podium untereinander.


Es war sehr sympatisch, wie Thos Henley zum überbrücken der Pausen beim Stimmen seine neu gelernten deutschen Sätze zum besten gab. Er ist seit einiger Zeit in Dresden und wird wohl auch wieder mit Oh, Othello unterwegs sein von Dresden aus. Er strahlte zunächst eine gewisse Nervosität aus, die er mit der langen Konzertpause begründete. Aber musikalisch gab es für diese Nervosität keinen Grund.

Tiny Ruins wurde hier schon sehr oft live begleitet. Sie hat die Gabe gleichzeitig zerbrechlich und kraftvoll zu singen. Ich glaube, in der Kirche kannten sie vorher nur sehr wenige. Es ist aber sicher keiner nach Hause gegangen, der nicht von dem Konzert aufs tiefste berührt und begeistert gewesen wäre. Nach dem Konzert hatten wir noch Gelegenheit uns ein wenig zu unterhalten. Sie wurde auf ihre Gitarre angesprochen, die in der Tat ein japanisches Fabrikat aus den 1970er Jahren ist. Mehreren Leuten war es ein Anliegen, sich persönlich für das Konzert zu bedanken und natürlich wurden auch CDs verkauft und signiert.

Niels Frevert hat ganz bestimmt schon viele verschiedene Konzertorte bespielt und trat doch auch etwas vorsichtig tastend auf, wie er mit der Atmosphäre des Raumes umgeht. Er hatte einen Barhocker dabei, dann wollte er doch lieber stehen. Aber ich denke, es hat ihm mit den Dresdnern doch auch Spaß gemacht.

Ein unbedingtes Highlight dieses ohnehin wunderbaren Konzertabends waren die Zugaben. Tiny Ruins akustisch aus dem Gang zwischen den Stühlen und Oh Othello vereint mit einem Lied "whiskey and fireworks", das sie im vergangenen Jahr zum Sound of Bronkow geschrieben hatten. Die Spielfreude der beiden zusammen zu sehen, war für mich ein ganz besonderes Geschenk. Sie befeuern sich gegenseitig und die Blitze gehen hin und her. Natürlich ist Thos Henley auch solo ein toller Künstler, aber mit Oh, Othello gewinnt Musik und Darbietung eine ganz andere Dimension.

So ging das Sound of Bronkow in der Ausgabe von 2012 zu Ende. Es hat mir viele Facetten gezeigt und wunderschöne Stunden geschenkt. Zeit mit musikalischen Freunden, Gelegenheit, neue Musik für mich zu entdecken und Zeit in einer so freundlichen Atmosphäre, dass ich 2013 sehr sehr gern wieder Anfang September nach Dresden fahren möchte und mich dann sicher wieder ganz als Gast von Kumpels and Friends bestens aufgehoben fühlen werde.



Mittwoch, 4. Juli 2012

Fête de la musique chez le Cargo, Paris, 21.06.12

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Konzert: Fête de la musique chez le Cargo, mit Redeye, Sir Alice & Gaspar Claus, Lidwine, Tiny Ruins, Maud Lübeck, The Dove and The Wolf, Erevan Tusk, aber ohne Jens Lekman

Ort: Innenhof von Renaud, irgendwo in Paris
Datum: 21.06.12
Zuschauer: 150




Der gute Renaud ist einer der ganz Großen der Pariser Indieszene. Seit nun schon ein paar Jahren filmt er mit seiner Videokamera die feinsten internationalen und französischen Acts für seine Seite Le Cargo, ist aber ungemein herzlich und bodenständig geblieben. Kein abgehobener Schnösel, sondern ein sehr lieber und umkomplizierter Kerl. Inzwischen ist es eine schöne Gewohnheit geworden, daß er am Tage der Fête de la Musique im Innenhof seines Mietshauses eine Party gibt, zu der er Freunde und Bekannte und tolle musikalische Gäste einlädt.

In diesem Jahr waren dies Redeye, Gaspar Claus & Sir Alice, Lidwine, Maud Lübeck, The Dove & The Wolf und Erevan Tusk. Eingeplant war ursprünglich auch der zuckerübergossene Schwede Jens Lekman, aber der war wohl ob der mittäglichen Regenfälle geschmolzen. Schade, ich hätte den Schmalz-Popper sehr gerne gesehen, aber dieses Highlight war uns Zuschauern leider nicht vergönnt. Stattdessen gab es die Ersatzfrau Tiny Ruins und für die hatte ich mich höchstpersönlich stark gemacht. Noch am Vortag hatte ich eine E-Mail an Renaud aufgesetzt und ihn inständig gebeten, Tiny Ruins in letzter Minute mit ins Line Up aufzunehmen und weil Jens ausfiel, passte das wunderbar. Wie inzwischen jeder (?!) weiß, bestehen Tiny Ruins aus der Sängerin Hollie und der Kontrabassistin Cass und die beiden Grazien aus Neuseeland waren vor der Fete noch auf unserer Terrasse vorbeigekommen und genoßen die seltsame Mischung aus Bier, Schokolade und Croissants (die auf meinem Mist gewachsen war). Gegen 19 h 30 brachen wir auf und sahen gerade eben noch den Schluß von Redeye, der mit diversen Musikern, darunter einer Violinistin, aufspielte. Kurze Zeit später hatte es sich ausgeredeyt und die improvisierte Bühne gehörte dem "blonden Gift" Sir Alice und dem hochbegabten Cellisten Gaspar Claus. Sir Alice ließ die frühe PJ Harvey raushängen und keifte sich mit ihrem französischen Akzent durch die englischen Texte. Die Stimmung der Songs war düster und angriffslustig, das Set ansprechend, aber auf Dauer etwas deprimierend.



Nun war Lidwine dran, die jeder von den Oliver Peel Sessions her kennt. Die talentierte Harfespielerin arbeitet inzwischen an ihrer zweiten EP und hatte auch neue Songs im Gepäck, die sehr vielversprechend klangen. Highlight war ein Duett mit The Rodeo, die hierzu (angeblich zum ersten Mal in ihrem Leben!) Harmonium spielte und auch Backvocals beisteuerte. Immer wieder schön, den beruhigenden und betörenden Klang einer Hafe zu hören, vor allem wenn sie von einer solch filigranen Künstlerin wie Lidwine gezupt wird. Der jungen Dame ist noch viel zuzutrauen, sie ist noch weitgehend unentdeckt, wird aber ihren Weg gehen.

Gleiches kann man natürlich auch von Tiny Ruins sagen und bei Hollie Fullbrook bin ich sogar noch optimistischer, sage ihr eine ganz rosige Zukunft und mindestens 400 er Locations voraus. Ich sehe in ihr eine der größten Singer/Songwriterinnen unserer Zeit. Sie verfügt über eine wahnsinnig schöne Stimme, poetische Texte und einen Sinn für subtile Songstrukturen, der verblüffend ist. Jedes einzelne ihrer Lieder liebe ich heiß und innig und die neuen Stücke, die nicht auf dem großartigen Album Some Where Meant For Sea drauf sind, klingen sogar noch verführerischer. Reasonable Man und She'll Be Coming Round sind zwei abolute Knüller, die zeigen, daß sie immer noch besser wird. Zusammen mit ihrer Kontrabassistin Cass spielte Hollie ein Traumset, daß mit sehr großem Beifall bedacht wurde.

Etwa 10 Minuten später klimperte die Französin Maud Lübeck gefühlvoll auf dem Piano und hauchte ihre französischen Chansons ins Mikro. Begleitet wurde sie teilweise an der Gitarre von Simon Beaudoux, den man auch von der Indierockband Exsonvaldes her kennt. Maud hatte genau wie Lidwine in der Vergangenheit eine sehr hübsche Oliver Peel Session gespielt und inzwischen ihr Debütalbum La Fabrique veröffentlicht, für das sie viel positive Kritik einheimsen konnte. Schönstes Lied in ihrem Set war heute Les Larmes Gelées, eine nahegehende Ballade mit sinnlichem Gesang.

Es war bereits dunkel geworden, als die beiden bluthungen Pariserinnen Louise und Paloma aka The Dove And The Wolf auf ihren beiden Akustikgitarren vom Leder zogen. Herrliche Harmoniegsänge und feine Melodien erfüllten den dunklen Innenhof und viele Zuschauer waren verblüfft, solche heimischen Talente zu entdecken. Louise und Paloma spielen erst seit ein paar Monaten zsuammen, werden aber von Tag zu Tag bekannter und immer häufiger gebucht. Ihre Musik erinnert an First Aid Kit und die Fleet Foxes, wirkt aber nicht kopiert, sondern sehr inspiriert und freiheitsliebend. Sie haben sogar schon einen richtigen Hit im Programm. Springtime heißt der und damit räumten sie bei dieser Fête de la Musique so richtig ab. Alle sangen begeistert den Refrain mit, so manch einer johlte gar.


Blieben die Headliner Erevan Tusk und schon nach einem Lied war klar, daß sie dieser Rolle voll und ganz gerecht wurden. Akustisch sind sie vielleicht noch stärker als elektrisch und erfreuten mit ihren berauschenden Chören, unwiderstehlichen Melodien und einer Energie und Spielfreude, die hochgradig ansteckend war. Hit reihte sich an Hit, zwei Sänger mit jeweils super Stimme wechselten sich ab und am Ende coverten sie sogar Gigantic von den Pixies. Die Stimmung hatte ihren absoluten Höhepunkt erreicht und wir alle hätten sicherlich noch stundenlang zu hören können.

Irgendwann ging aber auch diese Fête de la Musique zu Ende und nur mit Glück kam ich noch gegen halb zwei mit der U-Bahn wieder nach Hause. Nächstes Jahr gerne wieder!




* u.a. Laura Gibson, Alela Diane, Low, Sebadoh, Vic Chesnutt, Dan Mangan, First Aid Kit, Sharon van Etten, Veronica Falls, Dear Reader, Other Lives, My Brightest Diamond, Giant Sand, The Wedding Present, The Posies, Syd Matters, Nada Surf, O'Death, And Also The Trees...



Dienstag, 26. Juni 2012

Tiny Ruins, Paris, 24.06.12

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Konzert: Tiny Ruins & Andrea Perdue

Ort: ein Wohnzimmer und eine Terrasse irgendwo in Paris

Datum: 24.06.2012
Zuschauer: etwa 35

Konzertdauer: Andrea Perdue etwa 30 Minuten, Tiny Ruins etwa 50 Minuten + 35-40 Minuten


Traduction française en bas du texte!


Die Oliver Peel Sessions sind zurück!!! Yeah, baby!!!


Fast 8 Monate hat es gedauert, aber nun geht es in unserer Bude wieder hoch her, wird musiziert, gefeiert, gegessen und getrunken. Der Umzug war der Grund für die lange Pause. Wir waren (und sind) der Meinung, daß das Wohnzimmer der neuen Wohnung zu klein ist, um dort viele Gäste und Musiker zu empfangen. Deshalb haben wir extra gewartet, bis es wettertechnisch möglich ist, auf unserer schönen, großräumigen Terrasse mit Ausblick spielen zu können. Als wir die Session mit Tiny Ruins für den 24. Juni klarmachten, gingen wir sicher davon aus, daß das Wetter gut sein würde, oder es zumindest nicht durchgängig regnen würde. Aber wir waren zu optimistisch, am 24.06. schüttete es wirklich pausenlos. Es war zum Verrücktwerden! Das stellte mich vor ernsthafte Probleme, denn ich wusste beim besten Willen nicht, wo wir im winzigen Wohzimmer die Musiker und die ganzen Gäste unterbringen sollten.


Da kam mir plötzlich eine verwegene Idee. Ich ließ die als Vorgruppenact engagierte Andrea Perdue oben im Schlafzimmer auf dem Bett spielen und beorderte die Leute auf die feuchte und verregnete Terrasse. Ich hatte ihnen schon per mail gesagt, daß sie sich mit Regenschirmen und Trenchcoats eindecken sollten und da standen sie dann tatsächlich mit ihren Umbrellas, wurden von oben ordentlich bewässert und glotzten Richtung Schlafzimmer, wo die aus Amerika stammende Andrea so schöne Instrumente wie Harmonium, Ukulele und Keyboard spielte und dazu herzallerliebst sang.




Als es aber partout nicht zu schütten aufhören wollte, bat ich die Gäste zu der 15 Minuten später an den Start gehenden Tiny Ruins ins Wohnzimmer und plötzlich waren in jeder Ecke Leute. Auf dem Sofa, den Treppenstufen, dem Fußboden und in der Küche. Sie alle sahen (mehr oder weniger gut, je nach Standort) ein absolut wundervolles Konzert von Hollie Fullbrook und ihrer Kontrabassistin Cass, das Lieder vom famosen Album Some Where Meant For Sea und neue Songs bot.







Als das Konzert zu Ende war, zogen viele Leute ab und gegen 21 Uhr waren wir noch knapp zu zehnt. Da merkte ich plötzlich, daß es endlich aufgehört hatte zu regnen, lief zu Hollie hin und bat sie inständig, noch wenigstens ein Lied oben auf der Terrasse vor der atemberaubenden Kulisse (La Défense, Eiffelturm, Dächer von Paris) zu spielen. Hollie tat mir den Gefallen und aus einem Lied wurden 6 oder 7, davon zahlreiche unveröffentlichte und 2 Cover. Es waren magische Momente, die meinen Frust über den verregneten Tag mehr als wettmachten und mich und die Dagebliebenen euphorisch werden ließen. Wir waren alle total geplättet, schwärmten in höchsten Tönen vom Talent von Tiny Ruins und ließen den denkwürdigen Abend noch in Ruhe ausklingen.


Die Oliver Peel Sessions sind zurück und wie! Wir sind wieder zu allen Schandtaten bereit, hoffen aber natürlich beim nächsten Mal auf Sonnenschein und ein Konzert für alle auf der Terrasse!

P.S: Demnächst noch mehr Details zu dieser Session.

Pour nos lecteurs français:


Les Oliver Peel Sessions sont bel et bien de retour! Après une longue pause de huit mois due au déménagement nous accueillons de de nouveau de talentueux musiciens dans nos murs.

Mais que ce fut compliqué et (un peu) chaotique! Nous avions prévu une session sur notre spacieuse et belle terrasse au 8ème étage, avec une vue magnifique sur la Tour Eiffel, la Défense et le Sacré Coeur, mais ce dimanche 24 juin il pleuvait des cordes. Il n'y avait même pas une minute sans eau, c'était vraiment à désespérer! Pas question d'annuler ce concert tant attendu! Deux heures avant le début j'ai envoyé un mail à tous les invités pour leur dire de se munir de leurs parapluies et de leurs impers. Et cela avait un sens, puisque j'ai eu l'idée (assez folle avouons-le ) de faire jouer les artistes dans la chambre sur le lit et de placer le public dehors sur la terrasse et donc sous la pluie!! Pour la charmante Américaine exilée à Paris, Andrea Perdue, j'ai vraiment exécuté ce plan et c'est ainsi qu'une vingtaine de personnes scotchées les unes aux autres sous des parapluies ont vu le beau spectacle de la jolie fille du Kansas! C'était vraiment une ambiance très particulière de voir Andrea jouant avec sur ses genoux son harmonium et ses deux claviers électriques et les gens souffrant du froid en la regardant...

Mais cela valait le coup de souffrir un peu, parce que Andrea n'était pas seulement très souriante et prête à expliquer des anecdotes autour de ses titres, mais sa dream pop bricolée à sa manière sonnait aussi très envoûtante et délicieusement mélancolique. La douceur et la finesse de ces titres et sa voix un brin enfantine était un remède idéal pour cette journée pluvieuse.

Le temps ne s'améliorant pas, j'ai laissé tomber l'idée de faire jouer Tiny Ruins sur le lit aussi et j'ai prié tout le monde de revenir à l'intérieur bien au chaud et surtout à l'abri de l'eau. Soudainement il y avait des gens dans chaque coin de l'appartement. Sur le canapé, les marches de l'escalier et dans la cuisine (d'où on ne voyait rien). C'est donc plus confortablement que le public (une trentaine de personnes) ont eu le plaisir d'écouter et de voir (pour la plupart!) de près les sublimes chansons de la jeune néo-zélandaise Hollie Fullbrook, accompagnée de sa séduisante contrebassiste Cass Mitchell. Les deux demoiselles jouèrent des morceaux du fabuleux premier album Some Where Meant For Sea et aussi des nouveautés pas encore publiées.

Après quelques minutes d'écoutes il était évident que nous avions eu là un talent majeur devant nous. Avec beaucoup d'élégance et de nonchalance et sans jamais forcer sa magnifique voix, elle produit des chansons intemporelles d'une classe folle. On pouvait penser à Jude Sill, Sibylle Baier et Joni Mitchell, mais également au chanteuses folk contemporaines comme Erica Buettner Rachael Dadd ou Anna Ternheim. Comme ces filles Hollie a ce don d'écrire des chansons poétiques et hautement intimistes qui plongent les auditeurs dans un état presque hypnotique. Son écriture est déjà très mûre et à seulement 26 ans elle semble d'avoir déjà beaucoup d'expérience et de sérénité. Et d'une certaine manière c'est vrai, parce qu'elle a écrit les morceaux du premier album il y a 4 ou 5 ans et à sa sortie en Europe en 2012 (avec un an de retard par rapport à l'Australie et la Nouvelle-Zélande) elle a avancée et a plein de nouveautés sous son chapeau. On peut citer le sublime Reasonable Man, mais la chanson qui m'impressionne le plus est She'll Be Coming Round. C'est un titre qui commence très lentement et doucement, mais devient beaucoup plus dense et dramatique vers la fin et finit presque énervé. Une nouvelle direction prise par l'artiste qui a la volonté de faire un deuxième album un peu plus rock et dynamique, sans pour autant perdre la subtilité et la douceur du premier.

Mon favori du premier parmi plein de perles est Old As The Hills, un morceau terriblement accrocheur avec un singalong addictif. Mais c'est le titre Just Desserts que l'artiste me dédicace. Pour la petite histoire: j'avais acheté des chocolats pour elle et Cass, parce qu'elle m'avait dit qu'elle en rafollait.



Le concert dura finalement à peu près 50 minutes et j'ai eu l'impression que tout le monde avait passé un bon moment. En tout cas mon chat avait l'air content sur les genoux des gens.


Une heure plus tard la plupart des spectateurs étaient partis. Deux heures plus tard, vers 21h je voies par hasard que la pluie s'est enfin arrêtée et soudainement l'idée me vint de demander à Hollie de faire un morceau bonus sur la terrasse. Elle ascquiesa et d'un morceau on passa à 6 ou 7 (dont une reprise de Dylan) devant un ciel dramatique, d'une beauté incroyable. Hollie avait vraiment envie de jouer encore et elle ne s'arrêta que lorsqu'il n'y eut quasiment plus de lumière. Un tout dernier titre devant la Tour Eiffel illuminé et le concert s'acheva définitivement!

C'était magique et j'espère que la prochaine fois tout le monde pourra apprécier une prestation sous un beau soleil sur la terrasse!

Mehr Fotos (plus de photos) gibt es hier.



Freitag, 22. Juni 2012

Tiny Ruins, Paris, 20 & 21.06.12

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Konzerte: Tiny Ruins

Orte: Shakespeare & Company; Espace B; Féte de la musique chez Le Cargo

Daten: 20. & 21.06.2012
Zuschauer: 10 (Shakespeare) 30 (Espace B) 60-70 (Le Cargo)

Konzertdauer: jeweils etwa 40 Minuten



Total hin und weg von der absolut wundervollen Neuseeländerin Holly Fullbrook alias Tiny Ruins! Jawohl, das bin ich! Holly ist schon jetzt meine Sängerin des Jahres, ihr Debütalbum Some Where Meant For Sea unbeschreiblich schön und ihre intimen Konzerte entzücken mich im höchsten Maße. Wir Pariser haben das unfassbare Glück, sie die ganze Woche live erleben zu dürfen. Am Mittwoch spielte sie um 17 Uhr in dem berühmten englischen Bookshop Shakespeare & Company, danach gleich anschließend um 21Uhr im Espace B, am heutigen Donnerstag dann als (hervorragender!) Ersatz für den eigentlich eingeplanten Jens Lekman bei der Fête de la Musique im idyllischen Innenhof von Reno von Le Cargo und morgen geht es dann in der Fabrique der Balades Sonores weiter, bevor sie am Sonntag auf unseren Terrasse bei einer sicherlich denkwürdigen Oliver Peel Session zusammen mit ihrer charmanten Kontrabassistin Cass antreten wird.

Ich weiß noch nicht, ob ich ihre Konzertberichte abtrennen werde, oder in einem größeren Artikel belasse. Ein paar hochaktuelle Videos, entstanden bei Shakespeare & Company und der Fête de la Musique möchte ich euch aber nicht vorenthalten. Viel Spaß! Und wenn ihr genau hinhört, vernehmt ihr Vogelgezwitscher! Das letzte der drei Lieder ist übrigens neu und unveröffentlicht und heißt Reasonable Man.








Update: 22. Juni:

So, dann kommen wir doch noch mal ausführlich auf die wundervollen Konzertmomente zurück, die uns die junge Sängerin aus Auckland geschenkt hat.

Shakespeare & Company,Paris, 17 Uhr

Am 20 Juni ging es an einem sonnigen Mittwoch los. Hollie war aus dem nordfranzösischen Lille angereist und hatte es geschafft, gleich zwei Züge zu verpassen. Irgendwie kam sie dann aber doch noch in Paris an, musste aber ihren nachmittäglichen Instore Gig in der kultigen englischen Buchhandlung Shakespeare & Company ohne ihre Kontrabassistin Cass bestreiten. Cass war nämlich zu dieser Zeit unterwegs auf der Suche nach einem Leih-Instrument. Die überaus wuchtigen und schwer zu transportierenden Holzungeheuer besorgt sie sich immer vor Ort und schleppt nicht ihren eigenen Kontrabass aus Neuseeland durch ganz Europa.

Als ich in der Buchhandlung eintraf, hatte ich das Gefühl, das Konzert sei annuliert worden. Normalerweise finden die Akustikvorträge nämlich immer entweder draußen vor der Tür oder im Hauptraum unten statt. Auch die junge Dame an der Kasse schien überfragt, von einem Konzert wusste sie nur sehr vage zu berichten. Da entschied ich mich, die alten Holztreppen hochzuklettern und gelangte irgendwann in einen kleinen charmanten Raum aus dem zarte Musik drang. Hier fand das Ganze also statt! Gerade mal 10 Leute (viel mehr Platz gab es auch nicht) hatten es sich auf der Bank und den Stühlen bequem gemacht, darunter eine andere neuseeländische Sängerin names Flip Grater.

Hollie spielte bereits ihr zweites Lied, ich hatte also einen Song verpasst. Sie performte komplett akustisch, ohne Mikro und Strom für die Gitarre. Ihr Gesang war so wundervoll und naturrein, daß mein Herz augenblicklich raste. Mir war, als hörte ich den schönsten Vogel singen. Diese Natürlichkeit, diese Unverfälschtheit und Sanftheit in ihrer Stimme brachte meine Endorphine in Wallung. Es dauerte nicht lange, bis sogar kleine Tränchen in mir aufstiegen. Ich war total gerührt von diesem Vortrag, den traumhaften Songs, dem reifen Songwriting. Mir wurde bewußt, wie privilegiert ich war, hier zusammen mit 10 andern Fans der schönen Musik sitzen zu dürfen und diese unbezahlbaren Augenblicke miterleben zu können. So wahrhaft, ungekünstelt und authentisch wie hier, bekommt man Musik selten geboten. Es sind Momente, in denen man mit dem Künstler und seinem Werk eins zu sein scheint, wo man das Gefühl hat, er oder sie singe nur für dich. Direkter und trostspendender kann kaum etwas auf der Welt sein.


Songs voller Gefühl und (im besten Sinne) altmodischer Eleganz durchleuchteten den heißen und trockenen Raum, der mit Büchern nur so vollgestopft war. Die Atmosphäre passte perfekt zum klassischen und poetischen Stil der Neuseeländerin, die eigentlich englische Wurzeln hat und in Bristol geboren wurde. Sie performte Kleinode wie Old As The Hills, Little Notes, Bird on The Tyhme und Death Of A Russian, in dem es um den Tod eines berühmten Schriftstellers geht, der kurz vor seinem Tode noch Champagner trinken wollte (Dostojewski ist es übrigens nicht).

Zum Schluß brachte sie noch Adelphi Apartments (Apartments, die sich in ihrer Nachbarschaft in Neuseeland befinden, an denen sie oft wehmütig vorbeigewandert ist) und ein neues, unveröffentlichtes Lied namens Reasonable Man, das ebenso wundervoll klang wie die Titel des ersten Albums.



Mittwoch, 20. Juni 2012

Naked Song Festival, Eindhoven, 16.06.12

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Konzert: Naked Song Festival

Ort: Muziekgebouw Frits Philips, Eindhoven

Datum: 16.06.2012
Zuschauer: etwa 900

Konzertdauer: jeweils ca. 50 Minuten


Bericht von Uwe Runia, Fotos von Marcel Houweling


Wie hatte ich nach dem letzten Jahr geschrieben: "Kann man wiederholen." Gesagt, getan. Nach den ersten Programmankündigungen wurde die Karte bestellt und nach und nach wurde die Vorfreude größer.


Durch eine etwas zu späte Abfahrt und daraus resultierend eine (wenn auch nicht allzu lange) Schlange beim Einlass kam ich etwas zu spät zum ersten Auftritt, Tiny Ruins im kleinen Saal.

Dabei handelt es sich um das Projekt der Neuseeländerin Hollie Fullbrook. Sie wurde von einer Bassistin und einem Posaunisten begleitet. Die Posaune sorgte für eine Auflockerung der doch recht ruhigen Stücke, die mich nicht so ganz mitreißen konnten. Trotzdem ein schöner Anfang für den Tag.


Nach diesem Auftritt hatte ich erst mal "frei", der nächste geplante Auftritt war erst in zwei Stunden fällig und ich wollte die Zeit mit Essen/Trinken und ein paar Gesprächen verbringen. Aber beim Weg aus dem Konzertsaal kam ich an der sogenannten "Mix Stage" vorbei, wo jede Stunde ein Musiker interviewt wurde und ein paar Stücke akustisch spielte. Da fing gerade der Kurzauftritt von Jim White an, auf den hatte ich mich sehr gefreut und daher blieb ich stehen, hörte mir ein paar sehr schöne Stücke an (sofort am Anfang "Jailbird", eins meiner Lieblingsstücke von ihm) und erfreute mich wieder mal an den tollen Fragen die Journalisten manchmal auf Lager haben. Musikjournalisten sind anscheinend auch nicht besser als Sportjpurnalisten ("Erik Zabel, wieder nur zweiter. Woran lag's?", ein Klassiker) - nachdem Jim erzählte das er mehr als 10 Jahre in New York Taxi gefahren ist (und dabei alles erlebt hat von gestohlenem Geld bis zur Pistole am Kopf) bevor er mit der Musik anfing kam die Frage: "Do you miss that?". Ein konsternierter Blick und dann ein langsames und deutliches "No" mit einem sehr erstaunten Unterton in der Stimme.

Danach doch noch etwas essen, Smalltalk halten und ein halbes Stündchen der Belgierin Renée (schöner Pop-Folk mit Gitarre, Cello und Keyboards, kommt auf die Beobachtungsliste) zugehört und schon war die Pause vorbei.


Nach der Absage von Howe Gelb wurde Abigail Washburn in den großen Saal verlegt. Ich war zuerst ein wenig traurig weil das nicht unbedingt der intime Rahmen war den ich mir für ihren Auftritt eigentlich gewünscht hatte. Aber sie fegte mit ihrem Begleiter Kai Welch (Gitarre, Keyboards, Trompete, Gesang) alle Bedenken aus dem Raum. Tolle Musiker, die ihren Folk/Weltmusik-Mix (ein Lied sogar in Mandarin) überzeugend darboten. Ein Stück trauten sie sich sogar in diesem Riesensaal unverstärkt nur mit Gesang und Trompete vorzutragen ("because we can") und brachten den nicht ganz vollen Saal beim alten Gospelstück "Keys To The Kingdom" zum Mitschnippen und Mitsingen - Respekt! Mindestens ein Konzertbesuch beim nächsten Europabesuch steht auf dem Zettel.

Weil Abigail etwas zu lange Soundcheck hatte und verspätet anfing spielte sie konsequent auch 10 Minuten zu lang und dadurch wurde es mal kurz etwas ungemütlich weil ich schnell in den anderen Saal zu Jim White wechseln musste. Das klappte aber noch sehr gut und ich konnte einen Platz ziemlich vorne ergattern.

Zusammen mit seinen belgischen Begleitern an Kontrabass und Gitarre und einer Batterie an Pedalen zum Loopen und zum Abruf des elektrischen Schlagzeugers folgten sehr schöne 45 Minuten, der zweite Höhepunkt des Abends. Tolle Songs (obwohl naturgemäß wegen der Kürze des Festivalauftritts etliche Favoriten fehlten) in schönen Versionen und zwischendurch als Einleitung zu "If Jesus Had A Motorhome" die sehr lange Geschichte von etlichen Jesus Impersonators in seiner damaligen Heimatstadt Pensacola ("für Jesusse das was Memphis für Elvisse ist"), mit knochentrockenem Humor gewürzt. So etwas mag ich ja sehr und es ist schön das auch bei etwas größeren Konzerten zu hören. Zum (leider pünktlichen) Schluss ein rockendes "Handcuffed To A Fence In Mississippi" und dann war es leider schon vorbei.

Wieder Umsteigen in den großen Saal, als erste Headlinerin stand Agnes Obel auf dem Plan. Von ihr kannte ich nur den Namen und wusste das sie mit ihrer Musik sehr erfolgreich ist, gehört hatte ich von ihr aber noch nichts. Begleitet von einer Cellistin setzte sie sich hinter den aufgebauten Flügel und spielte ihre Musik, die ich spontan als Klassik-Pop bezeichnen würde. Sehr intensiv und sehr schön, leider mit einigen technischen Problemen bei ihrem Gesangsmikro (der einzige technische Zwischenfall, schade). Als einziges Stück erkannt habe ich die Coverversion von John Cales "Close Watch" mit abgewandeltem Schlussteil. Spannend war auch in diesem Musikzusammenhang der Einsatz von Loops beim Cello um ein Rhythmusfundament unter einige Stücke zu legen.

Nach drei großartigen Konzerten hintereinander war ich etwas geplättet und nicht mehr so recht aufnahmefähig. Daher schaute ich mir Doug Mcleod nur für zwei Stücke an, nahm mir Zeit für ein Bier und ein wenig Unterhaltung und verpasste gleichzeitig auch noch Gemma Ray (eigentlich sehr schade, aber zu viel ist zu viel). Als Ausgleich konnte ich aber eine tolle Lösung im Getränkebereich beobachten. Im "Meneer Frits", einem zum Muziekgebouw gehörenden Restaurant in dem auch Auftritte stattfanden, wurden die Getränke in Gläsern verkauft; im restlichen Gebäude in Plastikbechern. Was macht man nun wenn ein Besucher aus dem Restaurant zu einem anderen Auftritt möchte? Klar, am Ausgang saß eine junge Dame an einem Tisch mit Plastkbechern, wer mit Getränk rauswollte musste umschütten - so sind sie beim Bier, die Niederländer.


Zum Abschluss im großen Saal spielten die Tindersticks. Auf die hatte ich mich eigentlich auch gefreut, aber ihre Stücke plätscherten so vor sich hin, Stuart Staples ist keine Rampensau und von den Musikern riss es auch keiner raus. Vielleicht lag es daran das der Kopf schon voll war, aber die Band die ich zu Hause ab und an recht gerne von Konserve höre überzeugte live an diesem Abend nicht. Man sollte gehen wenn es am schönsten ist, leider weiß man bei einem Festival nicht wann dieser Punkt erreicht ist. Aber dieser kleine Dämpfer zum Abschluss ändert nichts am positiven Fazit auch für dieses Jahr: "Kann man wiederholen."



Dienstag, 21. Februar 2012

Tiny Ruins & Holly Throsby & Jordan Ireland, Paris, 20.02.12

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Konzert: Tiny Ruins & Holly Throsby & Jordan Ireland
Ort: L'Espace B, Paris

Datum: 20.02.12

Zuschauer: ungefähr 90


Für Konzertabende wie diesen lebt ein Blogger wie ich und zieht daraus seine ganze Motivation!


Handverlesene, exquisite Künstler, die in intimer Runde einem fachkundigen Publikum Glückgsgefühle en masse bescheren und sich so bescheiden und zugänglich geben, daß einem fast das Herz überläuft. Hach, war das wieder einmal schön! Künstler des australischen Labels Spunk gaben sich die Klinke (oder vielmehr die Akustikgitarre) in die Hand und stammten auch aus Australien und Neuseeland.

Die Neuseeländerin Hollie Fullbrook, die eigentlich im englischen Bristol geboren ist, machte den Anfang. Ihr Projektname lautet Tiny Ruins und unter diesem Moniker hat sie schon ein beachtliches Debütalbum namens Some Were Meant For The Sea herausgegeben. Natürlich stammten davon heute fast alle Stücke und die hatten es wirklich in sich. Lieder voller Wärme, Poesie und Zärtlichkeit, vorgetragen von einer unwirklich schönen Stimme, die an Reinheit und Klarheit kaum zu überbieten war. Ein zeitoser Charme wohnte diesem herrlichen Gesang inne und nicht nur deshalb erinnerte sie mich immer wieder an Erica Buettner.

Hollie dürfte höchstens Mitte zwanzig sein, ihr Songwriting und ihre klugen Texte deuteten aber auf eine für ihr Alter ungewöhnliche Reife hin. Das liebenswürdige Mädel war zum ersten Mal in Paris und hatte in lediglich 30 Minuten viele Herzen gewonnen und hinterher etliche Alben abgesetzt. Ich habe es mir auch zugelegt und bin auch von der Studioaufnahme, die mit Piano und Streicherklängen unterlegt ist, hellauf begeistert!



Auch von Holly Throsby, die aus Australien stammt und als nächste anstand, war ich sehr angetan. Die charmante Dame ist schon länger im Geschäft als Tiny Ruins, veröffentlicht bereits seit 2004 mit Kritikerlob versehene Alben und ist mit Team (2011) inzwischen bei Platte fünf angekommen. Davon spielte sie What I Thought Of You, When?, To See You Out aber auch ihr Erstling On Night und A Loud Call fanden Erwähnung. Auch ihre Stimme wundervoll und mit einem Zartschmelz versehen, der einen schmachten ließ. Die kreierte Atmsophäre war Country/Americana-gefärbt und hätte auch gut in Nashville, Tennessee entstanden sein können. Dabei war ihre Musik keineswegs hausbacken und bieder, sondern ebenfalls zeitlos und authentisch. Holly hatte bei einigen Stücken eine Drummerin dabei, die sehr behutsam und feinfühlig zu Werke ging und die Stücke mit dem Schneebessen leicht untermalte.

Die Australierin mit der lustigen Frisur war gehandicapt an den Start gegangen, plagte sich mit einer hartnäckigen Erkältung und Husten rum und gab dennoch ihr Bestes. Dem Wohlklang tat das keinen Abbruch, ihre Stimme klang samtweich.

In einem durchgängig exquisiten Set gefiel mir die Hauch-Ballade What I Thought Of You (first we live, than we die") besonders positiv auf. Sie war so herrlich anschmiegsam, butterweich, luftig, federnd.

Knapp 40 Minuten ging das so, bevor Holly mit dem Verweis auf ihren Husten das feine Konzert beendete und versprach, beim nächsten Mal länger zu spielen.

Setlist Holly Throsby, Espace B, Paris:

01: What I Thought Of You
02: To Begin With
03: Making A Fire
04: To See You At
05: Things Between People
06: We're Good People
07: When?


Aber die Messe war hiermit noch nicht gelesen, denn Jordan Ireland, der Sänger der inzwischen aufgelösten Band The Middle East war nun am Zug. Ein schelmischer Lausbub mit verwuschelten Haaren und einem sympathisch verpennten Gesichtsausdruck, der ebenfalls mit Akustikgitarre auflief, diese aber wesentlich aggressiver einsetzte, als die Mädels vor ihm. Bei ihm klang sie verzerrt und äußerst noisig und die Stücke waren bluesig und recht psychedelisch. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand ich mich immer besser in das Set von Jordan ein und genoß es irgendwann genauso sehr wie dies bei Tiny Ruins und Holly Throsby der Fall war.

Fraglich, ob er dauerhauft ohne Band oder zumindest Begleitmusiker unterwegs sein will und wird, oder ob er sich auf diese Solonummer einschießt. Jedenfalls spielte er zumindest ein Lied (das letzte) seiner Ex-Band The Middle East und endete dann ziemlich abrupt. Eine heftige geforderte Zugabe musste er ablehnen, weil er schlicht und einfach nicht mehr Songs in petto hatte.

Links:

- Das Klienicum sehr schön zu Tiny Ruins, klick!


Pour nos lecteurs français:

C'est d'une soirée comme celle-ci qu'un un bloggeur de concert comme moi tire toute sa motivation!


Des artistes exquis, choisi avec goût, qui, dans un cadre intimiste font rêver un public calme et connaisseur, que demander de plus? Non, franchement c'était d'une beauté et chaleur humaine rare! Le fabuleux label australien Spunk Records avait carte blanche et par conséquent les musiciens de ce soir venaient d'Australie et de Nouvelle-Zélande.

La jeune nouvelle zélandaise Hollie Fullbrook alias Tiny Ruins commença. Auteur d'un premier album acclamé par la critique nommé Some Were Meant For The Sea, l'aimable brune était pour la première fois de sa vie à Paris et y laissa une très bonne impression. Avec une très jolie voix surannée et pure, elle entonna les morceaux intemporels de son album et créa une ambiance chaude, intimiste et feutrée. C'était des chansons très poétiques et son songwriting était très mûr pour son jeune age. J'étais tellement emballé que je me suis procuré son album qui ne déçoit pas. Après l'avoir écouté plusieurs fois aujourd'hui à la maison je peux confirmer qu'il est très bon et enrichi de piano et des cordes.

Tiny Ruins - 'You've Got The Kind of Nerve I Like' from Spunk Records on Vimeo.



Après Hollie Fullbrook l'heure était arrivée pour une autre Holly. Holly Throsby cette fois-ci, une charmante demoiselle d'Australie qui a accumulé plus d'expérience que Tiny Ruins. Elle a déjà cinq remarquables albums à son compteur et nous jouait essentiellement son album actuel Team, mais aussi des morceaux de On Night et de A Loud Call.

Holly fut accompagnée pour la plupart des chansons par une batteuse qui joua avec grande subtilité et finesse. J'étais surtout impressionné par la sensibilité et l'authencité des ses compositions et de son caractère naturel et attachant. Handicapée par une toux agaçante, elle donna quand même le meilleur d'elle-même et dans l'ensemble on ne remarqua pas ce handicap car sa voix était comme du velours, très sensuelle et belle.

What I Thought of You - Holly Throsby (Official Video) from Yanni Kronenberg on Vimeo.



Mais la fin de soirée était reservée à un homme, le jeune Jordan Ireland plus connu comme chanteur du groupe The Middle East qui s'est dissous. Jordan joua également sur une guitare acoustique mais d'une manière beaucoup plus brut et noisy que les demoiselles avant lui. Le tout avait un son bluesy et psychédélique et plut par son coté direct et rentre-dedans. Ceux qui étaient venus pour des morceaux de The Middle East était peut être un peu déçus, mais le jeune homme malicieux les consola par un dernier morceaux de The Middle East et conclut ainsi une soirée complètement réussie! Presque 100 spectateurs satisfaits, pas mal de disques vendu au merch, un franc succès!






 

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