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Sonntag, 29. Mai 2011

Dean Wareham plays Galaxie 500, Barcelona, 28.05.11

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500
Ort: Primavera Sound Festival, Barcelona
Datum: 28.05.2011
Zuschauer: vielleicht 4.000 (proppenvoll)
Dauer: gut 55 min


Galaxie 500 Lieder, eine wolkenlose, warme Nacht, klarer Sound, Blick aufs Mittelmeer... so machen Festivals Spaß! Dean Wareham spielte auch beim Primavera Festival Stücke seiner alten Band Galaxie 500. Und obwohl ich ein ähnliches Programm schon gesehen hatte, war die Entscheidung, auch heute noch einmal Blue thunder, Flowers, Ceremony oder Fourth of July zu sehen, genau richtig! Nicht hip aber richtig!

Im Falle von Dean Wareham war das Entscheidungsproblem ein besonders kniffliges. PJ Harvey spielte Samstagabend auf der San Miguel Hauptbühne. Das
Konzert überschnitt sich mich Mercury Rev im Auditori und Dean Wareham, die nacheinander spielten. Also entweder ein Auftritt, der mich sehr stark lockte, oder zwei Konzerte, die beide enttäuschend sein könnten. Mercury Rev machte den Unterschied. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seine Deserter's Songs Aufführung in der fabelhaften Umgebung des Konzertsaals zu sehen. Außerdem spielt PJ Harvey demnächst zweimal in erreichbarer Nähe, also war das Motto zwei statt eins.

Galaxie 500 gehörte immer zum ganz engen Kreis meiner Lieblingsbands. Vor vielen Jahren hatte ich die Band in ihrer ursprünglichen Besetzung auch einmal gesehen, bis zum zweiten Konzert sollte es aber bis 2010 dauern. Seit einiger Zeit spielt Galaxie 500 Frontmann Dean Wareham nämlich das Programm seiner Band mit neuer
Besetzung, vor allem mit seiner Frau Britta Phillips, mit der er auch als Dean & Britta unterwegs ist. Wir hatten am Nachmittag bereits ein Minikonzert von Dean & Britta gesehen, in dem sie im Ray Ban Werbezelt drei ihrer Indiepop Stücke und Snowstorm von Galaxie 500 gespielt hatten, der Abend gehörte dann ausschließlich Galaxie 500.

Die Szenerie war toll! Barca hatte gerade die Champions League gewonnen, trotzdem waren massenhaft Leute zur ATP Stage gekommen, die in Dünen und sehr nah am Meer liegt und von Steintribünen begrenzt wird. Dean und Frau Britta hatten einen weiteren Gitarristen und einen Schlagzeuger dabei.

Sicher ist
diese Hilfsbesetzung nicht Galaxie Fire. Aber auch wenn Morrissey Smiths Lieder singt, bleiben es doch Smiths Lieder, auch wenn die ehemaligen Kollegen fehlen. Nur eben ein wenig anders. Der Unterschied zwischen Dean Wareham plays... und dem Original dagegen ist ehrlich gesagt für mich kaum spürbar. Das ist aber auch erst ein Rechtfertigungsversuch, der mit jetzt in den Sinn kommt, am Abend des Konzerts war das piepegal, da wurden Galaxie 500 Lieder gespielt.

Und die Stücke haben nichts an ihrem Charme eingebüßt! Es dauerte nur eine knappe Stunde, in der Zeit spielten die vier Musiker um Sänger Dean elf Hits, ohne einen Hänger, ohne eine langweilige Phase, so etwas wie der FC Barcelona musikalisch: mindestens an diesem Abend nicht und von niemandem besser zu machen.

Dean & Freunde spielten das beste der drei Alben der Band und zum Abschluß das New Order bzw. Joy Division Cover Ceremony. Das Konzert war ein Hauptgewinn des Festivals!


Setlist Dean Wareham plays Galaxie 500, Primavera Festival, Barcelona:

01: Flowers
02: Temperature's rising
03: Snowstorm
04: When will you come home?
05: Strange
06: Summertime
07: Don't let our youth go to waste
08: Blue thunder
09: Fourth of July 
10: Tugboat 
11: Ceremony

Links:

- Dean Wareham plays Galaxie 500, Paris, 19.02.11
- Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.10

Sonntag, 20. Februar 2011

Dean Wareham plays Galaxie 500 & Tu Fawning & Ringo Deathstarr

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500 & Tu Fawning & Ringo Deathstarr (La Route du Rock Sessions)

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 19.02.11
Zuschauer: viele, aber wohl nicht ausverkauft
Konzertdauer: Galaxie 500 gut eine Stunde, die anderen beiden Bands etwas kürzer


Erkenntnisse, Eindrücke, Beobachtungen , Fakten zu den Konzerten:

- Dean Wareham sieht irgendwie aus wie Ex- Tenniscrack Mats Wilander. Der alte Wilander wohlgemerkt. Also immer noch sehr gut.

- Und Britta wie Barbara Schöneberger. Wie Barbara Schöneberger in klug, ohne das Honigkuchenpferd-Grinsen.

- Britta singt wie Hope Sandoval von Mazzy Star. Finde ich zumindest. Toll!

- Galaxie 500 klingen nach Velvet Undergound. Lou Reed könnte ihre Lieder singen.

- Dean Wareham wirkte so müde und undynamisch. Ist der immer so? Verträumt? Auf Valium?

- Etienne Greib, Journalist des hervorragenden Printmusikmagazins Magic verlässt das Konzert von Galaxie 500 enttäuscht nach 20 Minuten. Ich glaube er ist eigentlich Fan. Das riecht nach Verriss.

- Dorothée, die Sängerin von The Rodeo, kennt Galaxie 500 überhaupt nicht und geht schon vorher.

- Aurélia, ihre ehemalige Gesangespartnerin bei Hopper und nun bei Game and Watch aktiv, kennt Galaxie 500 ebenfalls nicht.

- Auch Lucy, Mitglied der französischen Band Arch Woodmann, hat noch nie zuvor von Galaxie 500 gehört.

- Musiker haben keine Ahnung von Musik. Zumindest nicht von der von anderen Bands. Die sollten regelmäßig das Konzerttagebuch lesen, dann wüßten sie Bescheid.
- Ceremony, das Cover nach New Order (bzw. Joy Division) kriegen Dean und Britta super hin. Wow! Ich hörte Cermony heute zum dritten Mal live (vorher: Peter Hook & Section 25, Bad Lieutenant (Barney Sumner).

- Britta hat einen festen, knackigen Po in ihrer engen Jeans. Nur mal so am Rande.

- Wie waren Galaxie 500 also nun? Die einen sagen so, die anderen so. Gemischte Reaktionen. Was sagt Oliver Peel?: Gut, aber nicht überragend. Irgendwie zu routiniert runtergespielt. In Saint Malo bei der richtigen Route du Rock sollen sie kürzlich hervorragend gewesen sein, sagen Insider. Vielleicht haben sie zu viel gefeiert?

Setlist Dean Wareham plays Galaxie 500, La Flèche d'or, Paris:

01: Flowers
02: Pictures
03: Temperature's Rising
04: When Will You Come Home
05: Snowstorm
06: Decomposing Trees
07: Strange
08: Summertime
09: Don't Let Our Youth Go To Waste
10: Blue Thunder
11: Listen, The Snow Is Falling
12: Fourth Of July

13: IKIWM
14: Ceremony (Joy Divison, New Order)

- Tu Fawning gefallen den Zuschauern am Besten. Viele kaufen ihr Album Hearts On Hold auf Vinyl. Auch Florent, der Betreiber des Forums von Chokebore.net und Troy von Balthazar.net. Er äußert sich begeistert.

- Auch Lucie von Arch Woodman hat das Vinyl-Album von Tu Fawning gekauft

- Aurélie, ex-Hopper und nun Game and Watch trägt ebenfalls die Platte der Band nach Hause, sie allerdings die Session Ep.

- Tu Fawning sind vier Musiker, sie kommen aus Portland, Oregan, wie so viele andere. Gilt als liberalste Stadt Amerikas. Also was für Neo-Hippies. Musiker mögen George W. Bush (das ist der, wo sich an einer Brezel verschluckt hatte) nicht, you know? Gut, das weiß jeder. Ist ja auch verständlich. Ringo Deathstarr kommen ihrerseits aus Texas, aber der Texaner George W. Bush war (ist) für sie bestimmt auch ein rotes Tuch.

- An der Spitze von Tu Fawning steht Joe Haege von 31knots.

- Mich interessieren aber eher die Frauen in der Band. Die Keyboarderin hat einen süßen schwarzen Zopf. Sie spielt auch Geige, hält diese aber manchmal sehr seltsam. Wie ein Metaller der Luftgitarre spielt. Ist sie also Luftgeigerin?

Die zweite Frau ist Corrina Repp, eine Blondine mit PJ Havey Stimme.

- Tu Fawning sind stilistisch nicht leicht einzuordnen. Ihr Plattenschrank muss riesig sein, die Einflüsse kommen von überall her. Plattentets.de nennt:

White Magic; 90 Day Men; The Paper Chase; Espers; PJ Harvey; Soap & Skin; Samara Lubelski; Elizabeth Anka Vajagic; Diamanda Galas; The Creatures; Animal Collective; Akron/Family; The Acorn; CocoRosie; Maps & Atlases; Joan Of Arc; Beach House; Shannon Wright; Milenasong; Scarlatti Tilt; Wendy McNeil; Silje Nes; Valleys; 31Knots; Corinna Repp; Tom Waits; Nick Cave & the Bad Seeds; Element Of Crime; Siouxsie And The Banshees; The Cranes; Dead Can Dance; Slowdive; Monster Movie; A Mountain Of One; Arms And Sleepers; Mothlite; Sunset Rubdown; Talk Talk; The Flaming Lips; Destroyer; Arcade Fire; Interpol; Menomena; Islands; Tapes 'N Tapes; Mercury Rev; Lambchop; Elbow; The Beta Band

Reicht das zur Einordnung? Nennen wir es es einfach Dark-Ambient-Shoegaze-Folk. Oder so.

- Tu Fawning haben tausende Ideen, sind manchmal aber ein wenig anstrengend. Sie wollen unbedingt zeigen, wieviel sie künstlerisch drauf haben. Dauernd werden die Instrumente gewechselt, fast jeder darf mal Schlagzeug spielen, auch Corinna Repp. Angeberei. Aber machen ja jetzt alle Bands, um mit ihrer Vielseitigkeit zu prahlen. Musikjournalisten stehen auf so was.

- Tu Fawning klingen durchweg düster, mysteriös und verhuscht. Singt Corinna Hepp nicht auch ein wenig wie Anna Calvi? Nun ja, vielleicht nicht ganz so theatralisch.

- Der Trompeter rast in der Mitte des Sets in die Menge und spielt zwischen den verdutzten Zuschauern weiter.

- Ich brauche das Album von Tu Fawning nicht. Meine Katze mag sowieso lieber Metallica.

- Das Album von Ringo Deathstarr wiederum habe ich gekauft, ohne die Band live auf der Bühne erlebt zu haben. Bin wieder mal zu spät angeschissen gekommen.

- Mein Freund Pascal hat gesagt, ich solle das Album von Ringo Deathstarr kaufen. Sei feinster Shoegaze im Stile von My Bloody Valentine. Pascal hat 10 000 (!) Cds und genauso viele Platten, der weiß wovon er spricht!

- Ringo Deathstarr spielen bald in ihrer Heimat Texas beim SXSW. Sie fragen mich, ob ich auch komme. Schön wär's...

- Die französische Sängerin und Pianistin Cyann (Foto) war auch da. Sie macht solo weiter, nachdem sie Mitglied der sensationellen französischen Dream Pop-Band Cyann & Ben war.

- Ich kriege immer weiche Knie, wenn ich mit Cyann rede, weil ich solch ein riesiger Fan bin.

- Cyann hat herzerweichend gestrahlt, als ich vor allen Leuten sagte, sie sei einer der besten französischen Sängerinnen aller Zeiten. Aber es stimmt! Hört selbst.

Setlist Tu Fawning, La Flèche d'or, Paris:

01: Diamond In The Forest
02: Out Like Bats
03: Sad Story
04: Just Too Much
05: I Know You Know
06: In Silence, We Reached The Palisades
07: The Felt Sense
Ausgewählte Konzerttermine von Tu Fawning:

28.02.2011 München (DE), Feierwerk
01.03.2011 Heidelberg (DE), Karlstorbahnhof
02.03.2011 Nürnberg (DE), MUZ

03.03.2011 Schorndorf (DE), Manufaktur
04.03.2011 Hamburg (DE), Hafenklang
05.03.2011 Berlin (DE), Comet Club
07.03.2011 Amsterdam (NL), Paradiso
08.03.2011 Duisburg (DE), Steinbruch
09.03.2011 Brussels (BE), Maison Des Musiques
10.03.2011 London (UK), Camp Basement
11.03.2011 Offenbach (DE) Hafen 2
12.03.2011 Leipzig (DE), UT Connewitz
Fotos in Kürze!

Aus unserem Archiv:

Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.2010

- Champions League Blogger Klienicum zu Tu Fawning, klick!


Tu Fawning - I Know You Now (Official Video) from City Slang on Vimeo.




Dienstag, 14. Dezember 2010

Dean Wareham plays Galaxie 500, Bowlie 2, 11.12.10

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Konzert: Dean Wareham plays Galaxie 500
Ort: Butlins Minehead, Bowlie 2
Datum: 11.12.2010
Dauer: 45 min


Galaxie 500 haben mich musikalisch über die drögen späten 80er und frühen 90er Jahre hinweg gerettet. Der Stil der Band war damals für mich neu und faszinierend. Daß das irgendwann Dream pop heißen würde, wußte ich damals noch nicht, vermutlich hätte der Begriff mich wegen Assoziationen zu Einhörner und Wasserfallbildern abgeschreckt. Welch ein Glück, daß ich das vorher nicht mitbekommen hatte, mir wären drei grandiose Platten entgangen.

Galaxie 500 waren eine der Wunschbands von Stuart Murdoch. Jedes Belle & Sebastian Mitglied durfte fünf Gruppen wählen, die am Wochenende auftreten sollten. Eine der Wunschbands des Sängers waren die nach einem Ford-Modell benannten Amerikaner. Galaxie 500 in der damaligen Besetzung waren aber nicht realisierbar, ich kenne die genauen Gründe der Trennung nicht, daher weiß ich auch nicht, was gegen ein Comeback sprach. Alternativ wurde Sänger Dean Wareham eingeladen, die Musik seiner Band zu spielen.

Deans Stimme und diese wundervollen Gitarren hatten mich sofort wieder. Warum
höre ich eigentlich nicht jeden Tag Galaxie 500? Warum wird Nirvana immer noch überall als die Band unserer Generation gefeiert und nicht Galaxie 500?

Dean Wareham hatte drei andere Musiker mitgebracht, um die ich mich aber nicht weiter gekümmert habe. Neben ihm ein zweiter Gitarrist und eine Bassistin, dahinter
ein Schlagzeuger. Alle machten ihre Sache sehr ordentlich, Knackpunkt war aber natürlich der Frontmann, dessen perfekte Stimme aus "Dean Wareham plays Galaxie 500" schnell nur noch "Galaxie 500" machte.

Mein Gott, war das toll, noch einmal die grandiosen Songs dieser aufregenden Band in solch unpeinlicher, frischer und würdevollen Form zu erleben. Es gab überhaupt keinen kleinen Makel, es war perfekt. Auch der Sound in dem sicher schwer zu beschallenden Raum spielte mit und versaute es nicht.
Dean Wareham und Band spielten einen Querschnitt aus den beiden ersten Alben Today und On fire, u.a. das Joy Division Cover Ceremony. Ich hätte gerne viel mehr gehört...

Irgendwann sagte der Amerikaner, daß jetzt erstmal einige Lieder seiner alten Band
gespielt worden seien und das nächste Stück von der Bassistin gesungen würde. Bis dahin hatte ich nicht kapiert, daß Britta Phillips am Bass stand. Also kamen wir auch noch in den Genuß eines Dean & Britta Titels vom aktuellen Album 13 Most Beautiful: Songs for Andy Warhol's Screen Tests. Das war eigentlich nicht nötig, es war aber trotzdem ein Sahnehäubchen auf einem vorzüglichen Konzert.
 
Setlist Galaxie 500, Bowlie 2, Butlins Minehead:

01: Flowers
02: Snowstorm 
03: Strange
04: Blue thunder
05: When will you come home
06: Tugboat 
07: Don't let our youth go to waste
08: I'll keep it with mine (Dean & Britta)
09: Ceremony

 

Konzerttagebuch © 2010

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