Posts mit dem Label The coloradas werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label The coloradas werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 9. September 2012

Sound of Bronkow Festival Tag 3, Dresden, 02.09.2012

2 Kommentare

Sound of Bronkow Festival - dritter Tag
Ort: Dresden (Societätstheater)
Datum: 2. 9. 2012 12:00 - 18:30 Uhr und 20:00-23:00 Uhr
Zuschauer: 50-300

Der dritte Tag des Festivals hatte zwei Teile: einen Singer Songwriter brunch im Garten und ein abendliches Konzert in der Dreikönigskirche.

Ab 12 Uhr spielte Desiree Klaeukens mit ihrem Gitarristen Florian Glässing locker und sympatisch und länger als geplant, da House of Wolves wegen Zugverspätung erst einen späteren Slot wahrnehmen konnte. Es war gerade richtig, um ruhig in den Tag zu kommen.

The Coloradas sprang dann noch spontan für ein kurzes Set ein und weckte uns doch etwas nachdrücklicher auf, bevor etwa 13:30 Uhr House of Wolves (das ist Rey Villalobos)
sein ätherisches Set beginnen konnte. Das Programmheft versprach hier: "Villalobos´ Stimme klingt, als würde eine männliche Elfe (jaja, solche Vergleiche darf man nich machen, wissen wir) tröstende Lieder singen und erinnert in manchen Momenten angenehm an Nick Drake oder Sufjan Stevens. Dazu betörende, entrückte Songs, die in ihren Videos völlig zu recht in Ozeane von Licht gebadet werden." Und dieses Versprechen erfüllte sich aufs schönste.


Richtig gespannt war ich auf das Projekt Redwood Red von Emma Gatrill und Cathy Cardin. Angekündigt hatten es die beiden Damen von Sons of Noel and Adrian als ihr Projekt mit Harfe und Gitarre. Es waren dann aber sogar 4 Leute auf der Bühne, weil es noch Unterstützung an Bass und Schlagzeug dazu gab. Gute Unterhaltung bot sich schon während des Soundchecks. Ich weiß nicht, wie viele Fotos ich von Emma gemacht habe, wo sie lacht und Witzchen macht. Es war dann aber auch musikalisch eine sehr gelungene knappe Stunde zusammen. Die künstlerischen Handschriften der beiden Damen waren deutlich zu unterscheiden, ergänzten sich hier aber sehr schön. Im Vergleich zur großen Band ging es hier ruhiger und nachdenklicher zu, auch rhythmisch nicht ganz so vielschichtig, aber es war schon eher artifizieller Folk. Die Harfe ist natürlich ein sehr schönes Instrument und gibt der Musik eine ganz eigene Note. Es kamen aber auch die Klarinette zum Zug und es gab eine Stepdance-Einlage von Emma. Als Gartenmusik zum Nachmittag ein besonderes Schmankerl.

Sons of Noel and Adrian lauschen Fenster
Als letzter regulärer Tagesordnungpunkt im Garten durften Fenster den Schlusspunkt setzen. Auch sie füllten die Bühne mit vier Musikern bis an die Grenzen. Sie haben einen sehr eigenen Stil zum Teil sehr energetisch und wechselnden im Set öfter die Instrumente. Häufig wurden elektronische Sounds als Fluchtpunkte der Musik eingesetzt neben Glockenspiel und Schlagwerk. Offensichtlich waren hier im Publikum viele Fans dabei und man sah ganze Pulks von glücklichen Gesichtern.



Das abendliche Konzert in der Dreikönigskirche war ein Novum und sozusagen ein Experiment. Es liegt eigentlich nahe, diesen Ort zu bespielen, weil ohnehin der Kirchturm der Dreikönigskirche auf keinem Fotoset des Sound of Bronkow Festivals fehlt. Er schaut so schön tröstlich in den Garten und zeigt die aktuelle Uhrzeit an. Naheliegend ist es auch aus dem Grund, dass die Dreikönigskirche ein Zwitterwesen ist zwischen Kirche und Veranstaltungsort (als Haus der Kirche). Die sakrale Atmosphäre einer Kirche ist nur mehr andeutend vorhanden. Da die Kirche in ihrer jetzigen Form (nach der Zerstörung im Jahr 1945) erst in den 1980er Jahren wieder wieder aufgebaut wurde, war man so klug, das Haus für verschiedene Nutzungen auszulegen, weil die evangelische Gemeinde der Dresdner Neustadt gar nicht so groß ist, dass sie das Gotteshaus sonst füllen kann. Ein gewisses Risiko bestand trotzdem durch die ungewohnte Akustik des Hallenbaus und die Art, wie das Publikum auf Distanz gehalten wird durch die Sitzordnung.

Ich denke aber, das Experiment verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten. Die drei Künstler Thos Henley, Tiny Ruins und Niels Frevert schafften es jeweils locker nur mit ihrer Gitarre bewaffnet den Raum einzunehmen und das Publikum für sich zu gewinnen. In einem ersten Teil waren sie ab 20 Uhr jeweils etwa 25 min Solo auf der Bühne. Nach einer 20 min Pause saßen dann alle Künstler vorn und wechselten das Podium untereinander.


Es war sehr sympatisch, wie Thos Henley zum überbrücken der Pausen beim Stimmen seine neu gelernten deutschen Sätze zum besten gab. Er ist seit einiger Zeit in Dresden und wird wohl auch wieder mit Oh, Othello unterwegs sein von Dresden aus. Er strahlte zunächst eine gewisse Nervosität aus, die er mit der langen Konzertpause begründete. Aber musikalisch gab es für diese Nervosität keinen Grund.

Tiny Ruins wurde hier schon sehr oft live begleitet. Sie hat die Gabe gleichzeitig zerbrechlich und kraftvoll zu singen. Ich glaube, in der Kirche kannten sie vorher nur sehr wenige. Es ist aber sicher keiner nach Hause gegangen, der nicht von dem Konzert aufs tiefste berührt und begeistert gewesen wäre. Nach dem Konzert hatten wir noch Gelegenheit uns ein wenig zu unterhalten. Sie wurde auf ihre Gitarre angesprochen, die in der Tat ein japanisches Fabrikat aus den 1970er Jahren ist. Mehreren Leuten war es ein Anliegen, sich persönlich für das Konzert zu bedanken und natürlich wurden auch CDs verkauft und signiert.

Niels Frevert hat ganz bestimmt schon viele verschiedene Konzertorte bespielt und trat doch auch etwas vorsichtig tastend auf, wie er mit der Atmosphäre des Raumes umgeht. Er hatte einen Barhocker dabei, dann wollte er doch lieber stehen. Aber ich denke, es hat ihm mit den Dresdnern doch auch Spaß gemacht.

Ein unbedingtes Highlight dieses ohnehin wunderbaren Konzertabends waren die Zugaben. Tiny Ruins akustisch aus dem Gang zwischen den Stühlen und Oh Othello vereint mit einem Lied "whiskey and fireworks", das sie im vergangenen Jahr zum Sound of Bronkow geschrieben hatten. Die Spielfreude der beiden zusammen zu sehen, war für mich ein ganz besonderes Geschenk. Sie befeuern sich gegenseitig und die Blitze gehen hin und her. Natürlich ist Thos Henley auch solo ein toller Künstler, aber mit Oh, Othello gewinnt Musik und Darbietung eine ganz andere Dimension.

So ging das Sound of Bronkow in der Ausgabe von 2012 zu Ende. Es hat mir viele Facetten gezeigt und wunderschöne Stunden geschenkt. Zeit mit musikalischen Freunden, Gelegenheit, neue Musik für mich zu entdecken und Zeit in einer so freundlichen Atmosphäre, dass ich 2013 sehr sehr gern wieder Anfang September nach Dresden fahren möchte und mich dann sicher wieder ganz als Gast von Kumpels and Friends bestens aufgehoben fühlen werde.



Sound of Bronkow Festival Tag 2, Dresden, 01.09.2012

0 Kommentare

Sound of Bronkow Festival - zweiter Tag
Ort: Dresden (Societätstheater)
Datum: 1. 9. 2012 14:00 - 2:30 Uhr
Zuhörer: 100-200


Nach der Erfahrung 2011 wäre ich wahrscheinlich zum Sound of Bronkow 2012 gefahren ganz unabhängig davon, ob ich dort auf Bands treffen würde, die ich schon kannte und schätzte oder immer schon einmal gern sehen wollte. Aber es schadet natürlich beim vorfreuen auch nicht, beides zu haben. Für den 1. September freute ich mich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit September Leaves und Sea+Air. Ich war sehr neugierig, erstmals zu erleben wie Sons of Noel and Adrian sich präsentieren und Dropout Patrol hatte ich mir schon als CD Direkt Einkauf vorgemerkt. Zusätzlich klangen Masha Qrella, Die Heiterkeit und Kid Kopphausen für mich vielversprechend.

Es war also mit bekannten Gesichtern zu rechnen. Aber der Tag begann mit einem unerwarteten Wiedersehen mit Christian aus Göttingen der mich dort im Hostel so nett umsorgt hatte (*). Ich glaube, wir fanden es beide sehr witzig, uns ausgerechnet in Dresden zu treffen!

Im Publikum gab es außer Musikern vom Setup auch Sea of Love und George Jephson (zusammen mit Thos Henley ist er Oh Othello) und zum Sonntag Abend waren auch Garda aus der Schweiz zurück.

Der Samstag hatte 14 Uhr ohne mich mit Sebastian Witte begonnen. Für September Leaves waren gegen 15 Uhr etwa 60 Leute im Garten versammelt.

Er wirkte auf mich etwas angespannt. Es gab auch keine Trompete und kein Bogenspiel auf der Gitarre. Aber er präsentierte musikalisch wieder sehr frisch und neu ein grooviges ''Like a monarch'' mit abgefahrenen loops, eine ziemliche Schunkelversion von ''Chocolate stars'' und ein nicht enden wollendes ''everything is ok'' (in ''Distance is a monster''). Schließlich war eines meiner liebsten Lieder ''Mapletree'' ein schöner Schluss eines etwas zu kurzen Sets. Ich hatte das Gefühl, dass er das Publikum im Garten ganz für sich gewinnen konnte und es war ein sehr schöner Tagesauftakt für mich.
Nach kurzer Umbaupause nahm ein weiterer Herr mit Gitarre die Bühne in Besitz: Dad rocks! aus Island (Snævar Njáll Albertsson lebt jetzt in Dänemark und singt auch bei der Band Mimas). Er hatte seine Setliste auf die Gitarre geklebt und berichtete uns, dass er nun 4 Wochen mit dem Zug zu Konzerten fahren würde. Seine Lieder und sein Auftreten waren geerdet und ehrlich und handeln von alltäglichem. Damit hatte er mich im Handumdrehen. Seine Singstimme schaffte außerdem eine beeindruckende Höhe. Er veröffentlicht seine Lieder unter Creative Commons, um künstlerische Auseinandersetzung damit zu ermöglichen. Das Publikum wollte ihn nicht gern gehen lassen. Als er als zweite Zugabe spaßeshalber nur noch ein Metallica cover anbieten wollte, gab es auf Zuruf ''One''... Das gab einen besonders fröhlichen Abschied. Ich kann nur empfehlen, sich ein Konzert in der Nähe nicht entgehen zu lassen.

Tourdaten:
09.9. Bonn, das Nyx
10.9. Lüttich, L'an Vert
11.9. Mainz, Schon Schön
12.9. Zürich, Bar Rossi
13.9. Lyon, Périscope
14.9. Nyon, La parenthèse
15.9. Delémont, Collège
16.9. Porrentruy, Houseshow
18.9. Münster, Teilchen & Beschleuiger
20.9. Hamburg, Hasenschaukel
24.9. Paris, tbc
25.9. Rennes, House show
26.9. Lille, La Malterie

The Coloradas sind Roy Davis and Bernie Nye. In Dresden war es an diesem Tag aber Roy solo. Zu der Musik stellt man sich Squaredance und gute Laune vor. Damit war das Prinzip "Mann mit Gitarre" durch drei Vertreter sehr weit gespannt gewesen und sehr deutlich geworden, was selbst in dieser Verkürzung und kondensierten Form alles möglich ist. Die Performance machte gute Laune und es wirkte so, als ob er selbst auch Spaß am Konzert und am ganzen Festival hatte.

Ein großer Kulturschock war danach das Konzert von Die Heiterkeit im Saal. Die drei Damen aus Hamburg stellten ihre Musik sehr unterkühlt und spröde (fast eintönig) vor. Der markant tiefen Stimme hörte ich gern zu, aber es dauerte 30 min bis beim nachstimmen tatsächlich mal ein Lächeln über das Gesicht huschte. Es gab auch keine Zwischenansagen. Als live-Erlebnis haben sich dich Damen für mich nicht wirklich empfohlen.
Setliste, Die Heiterkeit, Dresden:
Alle Menschen
Alles ist so neu und aufregend
Hauptquartier
Die Liebe eines Volkes
Heiterkeit
Romeo
Alle Wege
Für den nächstbesten Dandy
Lane
Komm in meine Arme
Solange es Euch gut geht
Auf dem Gipfel des Erfolgs



Es ging anschließend in der kleinen Bühme mit William Morgan weiter, vielleicht DIE positivste Überraschung für mich im Festival. Er stammt aus Sydney und lebt seit einigen Monaten in London. Er gehört wie Nigel Wright zum Label Butterfly Collectors und hatte für sein Set in Dresden auch Unterstützung durch Clay Dean am Bass, der mit Nigel Wright tourt. Außerdem einen deutschen Drummer. In seinen expressivsten und emotionalsten Nummern erinnerte er mich an Muse. Er hat eine unglaubliche Stimme und Ausstrahlung und alle sollten sich unbedingt diesen noch sehr jungen Mann merken. Zwischendurch machte er sehr sympatische Ansagen zu seinen Liedern und es wechselte zwischen Stücken solo und mit Bandunterstützung. Wie sollte man auch solchen Worten widerstehen können: "you will fall for me or I will fall"? Im direkten Vergleich zu Nigel Wright würde ich sogar sagen, dass William Morgan für mich der überzeugendere Musiker war. Trotz der jungen Jahre wirkte seine Musik rund und reif und es gab musikalisch nichts zu wünschen.

Setlist, William Morgan, Dresden:
Your face
coping fine
shooting star
the painter
Into my arms
The floods
Fall
Tasti's Song
Morning theft
Where do you keep
Pulse




Nach diesem Set ging es im Saal weiter mit Sons of Noel and Adrian aus Brighton, die an diesem Abend neun Musiker auf die Bühne brachten: drei Gitarren, Cello, Bass, Schlagwerk, Klarinette und Trompete. Ich kannte Emma Gatrill. Sie hatte noch ein weitere Frau dabei und die beiden Damen machten mir besonders viel Freude. Es gab sehr viel zu sehen (inklusive Tanzeinlagen trotz der Enge auf der Bühne) und es ist ihnen garantiert gelungen, auf Jahre hin alle bösen Geister auszutreiben. Musikalisch war es eher anspruchsvoll und schwer einzuordnen. Ich würde aber immer wieder gern eine Stunde mit diesen Musikern verbringen und mich von ihnen überraschen lassen. Leider waren sie so spät zu Ende, dass ich den größten Teil des Konzertes von Sea+Air im Foyer schon verpasst hatte und Masha Qrella auf der kleinen Bühne (die gewartet hat) war dafür leider an diesem Tag kein Ersatz. Sie spielt ihr Set so rockig und rotzig, dass von der Musik nichts übrig blieb außer Schlagzeug. Nach vier Liedern habe ich es aufgegeben. Auch Kid Kopphausen hatten wohl einen riesigen Saal im Kopf und ich fühlte mich nur niedergebrüllt und kann eigentlich nichts berichten, weil ich geflohen bin.


Als wunderbaren Tagesausklang gab es aber noch Dropout patrol im Thalia Kino 1:30 (etwa 50 min). Sie spielten und präsentierten sich unglaublich sympatisch und in sich ruhend. Es wurde viel gelacht und zwischen Schlagzeuger und Jana Sotzko die Bälle zugeworfen. Die Stimme und Singhaltung erinnerten mich mitunter an die jungen Rainbirds (die ich immer noch sehr liebe). Ein wunderschönes Konzert und ein wunderbarer Ausklang des Tages. Hier also eine dicke Empfehlung, sich ein Konzert zu gönnen.

Tourdaten:
12.10. Chemnitz - AC17
13.10. Netschkau - Borwaerk
14.10. Karlsruhe - Halle 14
15.10. Marburg - Baari-Bar
16.10. Liege (BE) - Le Garage
17.10. Brüssel (BE) - Mme Moustache
18.10. Trier - Villa Wuller
19.10. Köln - Klub Genau

(*) http://meinzuhausemeinblog.blogspot.de/2012/05/rue-royale-gottingen-280512.html




 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates