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Mittwoch, 27. Mai 2015

Orange Blossom Special 19, Beverungen, 22. bis 24.05.2015

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Konzert: Orange Blossom Special 19
Ort: Beverungen, Ostwestfalen
Datum: 22. bis 24.05.2015
Dauer: 3 Tage
Zuschauer:ca. 2000 (ausverkauft)

von Claudia aus Stuttgart 


2005 bekommen Maggi, Pierce & E.J., eine völlig unbekannte Folkband aus Philadelphia einen Slot auf dem Orange Blossom Special Festival und haben auf der gleichen Tour, noch lange bevor Wohnzimmerkonzerte so schön populär wurden, Wohnzimmerkonzertpremiere in meinem Heim. Zu der Zeit war auch das OBS - zumindest mir - , trotz der damals schon 9. Auflage, kein Begriff, aber durch meine allerersten quasi wildfremden Wohnzimmergäste, die gekommen waren, weil sie die Amerikaner in Beverungen begeistert hatten, wurde mir schon vor 10 Jahren schnell klar, dass das Orange Blossom Special etwas für echte Liebhaber sein musste. Damals vielleicht noch nicht so ganz meine Musikliga, haben sich zwischenzeitlich unser beider musikalische Horizonte deutlich erweitert. Einige Stuttgarter Musikfreunde schwärmen in höchsten Tönen von „ihrem“ OBS und bekommen glänzende Augen, wenn sie davon berichten. Zeit sich also endlich mal mit eigenen Augen ein Bild zu machen.

Mit obligatorischer Campingausrüstung versehen, geht’s als OBS-Rookie über Pfingsten ins Weserbergland, in den Kreis Höxter, von dem ich an diesem Tag zum ersten Mal höre. Ein Kreis den keine bundesdeutsche Autobahn auch nur berührt. Schön ist es hier. Die Wege kurz. Das Campingareal wahnsinnig idyllisch direkt an der Weser gelegen. Duschen kann man zum Beispiel im Tennisheim, wo einem die akzeptable Anstehzeit durch Nutellabrötchen, Kaffee oder ein erstes Konterbier verkürzt wird. Familiär geht es zu auf dem Orange Blossom, auch im eigentlichen Wortsinn. Es ist ein Generationentreffen wie ich es noch auf keinem Festival erlebt habe. Kinderkopfhörer kann man sich ausleihen und selbst eine große Spielecke für die Kleinen ist eingerichtet. Auf dem Zeltplatz spielt uns des Nächtens ein bisher unentdecktes 19jähriges Songwritertalent seine Eigenkompositionen nebst ein paar coolen Ärztecovern vor. Dominik ist bereits zum dritten Mal auf dem OBS.  


So auch die beiden ebenfalls sehr jungen Mädels, die sich noch dazugesellen. Wir könnten theoretisch fast alle ihre Eltern sein. Aber auch Paare, die deutlich näher an unseren eigenen Eltern dran sind lassen sich nicht davon abbringen jedes Jahr erneut an die Weser zu kommen. Das ergibt tatsächlich eine perfekte Musikliebhabermischung, die vermutlich einmalig ist und die einen guten Teil des Charmes dieses Festivals ausmachen. Die musikalische Mischung ist auch in der Abfolge gelungen. Es ist ganz sicher für jeden etwas Ansprechendes dabei. Man merkt aber auch an jeder Stelle wie viel Liebe hinter der Organisation steckt. 



Seien es die jährlich wechselnden Maskottchen, das Motto und das neu vom lokalen Künstler gesprayte Bild am Geländeeingang, sei es bei den persönlichen Ansagen vor jeder Band, dem berühmtberüchtigten auf 3 Abende verteilt erzählten Witz von Macher Rembert Stiewe, den zum Teil an Bastelabenden vom OBS-Team gefertigten Merch für den guten Zweck, den Ladies vom Bäckerstand, der eine Wand des Gartens auskleidenden Bildergalerie und vielem mehr. An der langen Fotowand mit Bildern aus allen 18 Jahren OBS finde ich dann auch tatsächlich „meine“ amerikanische Band wieder.

Maggi beim OBS 9
Den sanften musikalischen Anfang machen am Freitagspätnachmittag Easy October aus Schweden mit hübschen folkpoppigen Songs. Klingt nicht schlecht, ist aber ein bisschen harmlos. Sie kriegen mich zu diesem Zeitpunkt im sonnigen Glitterhouse Garten nicht wirklich, aber sie bekommen nächste Woche in einem Stuttgarter Wohnzimmer auf jeden Fall nochmal eine Chance. Sollte deutlich besser funktionieren.

Easy October
Mit Tone Catalano und der zierlichen CC Spina aus San Diego betritt als nächstes Little Hurricane die Bühne. Die beiden spielen eigentlich recht klassischen Blues bzw. Rock und machen großen Spaß. Rotzige Männerstimme mit Dirtrockgitarre, perfekt - auch stimmlich - ergänzt vom Californiadarling an den Drums. Frau an den Drums reicht ja schon fast als Hinhörer.

Celeste Spina bei Little Hurricane

Schön krachig und noch etwas lauter wird es mit Money For Rope. Die fünf Jungs aus Melbourne, Australien haben gleich zwei Drumkits am Start und klingen live mit ihrem Garage Surfrock zehn Mal energetischer als mit ihren eigenen Studioversionen.

Money For Rope

Von den beiden Headlinern des ersten Abends bekomme ich nicht mehr sonderlich viel mit. Ausgesprochen nette Unterhaltungen und reichlich Bier drängen AnnenMayKantereit, bei denen ich mich sowieso wundere, warum sie ungelogen auf eigentlich jedem Festival dieses Jahr gebucht wurden und die zarten Klänge von Musée Méchanique in den Hintergrund.
 
Frontfrau Jessica Larabee von She Keeps Bees
Die rasenden Kopfschmerzen nach einer sehr frischen Zeltnacht an der Weser sind am nächsten Tag nicht ganz unbegründet. Da hilft auch der erste Kaffee zunächst wenig. She Keeps Bees, die ich im Herbst verpasst hatte, leisten mir Gesellschaft und sie machen das so gut, dass Müdigkeit und sonstige Nachwehen ziemlich schnell vergessen sind. Für viele sicherlich das Highlight des Festivals, trotz oder gerade auch wegen Jessica Larabees schrulligen Ansagen zu ungewaschenen Haaren und ausgehender Unterwäsche. Besonders beindruckend die beiden Lieder, bei denen sie ausschließlich mit Gesang beginnt und ganz langsam immer mehr Percussion dazukommt. Und dann bei weiteren Songs die dunklen, tiefen Töne auf der Gitarre, die zum Teil an eine Bassline erinnern. Alles eher reduziert, feines Singer/Songwriting. Erwähnenswert auch die Keyboard- und Gitarren- Liveunterstützung, des eigentlichen Duos aus Brooklyn durch eine recht aparte Französin, die wir letztes Jahr auf dem Maifeld Derby mit ihrem eigenen Projekt Scarlett O’Hanna lieben gelernt hatten. 
Scarlett O'Hanna als Unterstützung für She Keeps Bees
Die nachfolgenden Husky aus Australien hinterlassen dann keinen bleibenden Eindruck. Das nächste Brett gibt es von blutjungen Däninnen: Baby in Vain. Ob die überhaupt schon alt genug sind, um ein Bier zu trinken? Zornige Grungegitarren, spannender Noiserock am frühen Nachmittag.

Baby In Vain

Gleich viel melodischer und harmonischer wird’s mit den bärtigen Hosenträgerträgern aus dem Niemandsland in Kanada oder auch Regina, Sasketchewan namens The Dead South. Banjogeschwängerter moderner Blusgrass schallt durch den Garten und man muss einfach mitwippen.

The Dead South
Rocky Votolato hatte ich vor zwei Jahren nur aus der Ferne hören können, da die Parcour d’Amour-Bühne beim Maifeld Derby wegen Überfüllung geschlossen war. Ich hatte das etwas bedauert, weil sich die paar Takte, die ich damals mitgekommen habe so schön harmonisch klangen. Zu viel Harmonie wird aber auch ganz schnell langweilig und ein ganzes Konzert selbst mit Band hat mich eher weniger begeistert.

Rocky Votaolato
Auch die vielköpfigen East Camoron Folkcore zünden bei mir so gar nicht. Als es dann schon dunkel ist, gibt es wieder etwas für’s Gemüt. Ex-Madrugada Frontmann Sivert Høyem lässt seine epischen Folk- und Rocksongs mit seiner einmalig schönen Baritonstimme erklingen. Das passt ganz hervorragend und ist wunderschön. 

Sivert Høyem
Wohl seit einigen Jahren wird ein Überraschungsact ins Lineup aufgenommen und selbst enge Vertraute wissen zunächst tatsächlich nicht, um welche meist nicht völlig unbekannte, aber den Glitterhäuslern eng verbundene Band es sich handeln wird. Häufig kann man aber wohl schon vorher erahnen, wer es sein könnte, weil sich befreundete Musiker des Hauses auch nicht die ganze Zeit in der Glitterhouse Gründerzeitvilla versteckt halten wollen. So war mir am Samstagabend aus recht verlässlichen Quellen bereits zu Ohren gekommen, dass Gisbert zu Knyphausen mit der Kid Kopphausen Band den Sonntagsreigen eröffnen würde. Deutschsprachige Musik ist für mich immer eher eine Gradwanderung, wird schnell belanglos, zu befindlich, peinlich berührend und war schon häufig Diskussionsstoff ohne Einigungspotential. Ein echtes Highlight für mich am deutschen Plattenhimmel war vor bald 3 Jahren Kid Kopphausen. Ich hatte das immer mehr Nils Koppruch zugeschrieben, aber Gisbert zu Knyphausen schafft es auch alleine Schmunzeln und aufsteigende Tränen bei mir hervorzurufen. Vor ein paar Wochen beim Stuttgartkonzert waren die Neuarrangements der Lieder vielleicht noch zu ungewohnt, meine Stimmung wohl auch nicht ganz passend. Ich komme jedenfalls erstmal frischgeduscht und in der Erwartung nicht wirklich etwas zu verpassen ein wenig zu spät zur Matinee im Garten an. 11:50 h ist es da, brechend voll und mucksmäuschenstill. Gisbert und die hervorragende Band haben trotz der für Festivalverhältnisse frühen Stunde totale Lust zu spielen und die Bandarrangements sind beim zweiten Mal Hören großartig. Zum Teil scheinen ganz neue Lieder zu entstehen und für mich ergibt sich einer dieser magischen OBS-Momente, die sich schwer in Worte fassen lassen. "Lieben und lieben und lieben als wär’s das Leichteste der Welt!"
 
Gisbert zu Knyphausen
 Extrem charmant waren später noch Charity Children, ein neuseeländisches Pärchen, das seit einigen Jahren wohl überwiegend in Berlin lebt und dort von meinem Lieblingsradiosender Flux-FM auf der Straße entdeckt wurde. Zwischenzeitlich haben sie eine Multikultiband um sich geschart und setzen ihre hübschen Folksongs mit entsprechender Unterstützung großartig auf der Bühne um. 

Charity Children
Leider sind die Aufnahmefähigkeiten auch bei einem so angenehmen Festival wie dem OBS, bei dem man nicht von Stage zu Stage hetzen und sich im Zweifel sogar noch zwischen Band A und Sängerin B entscheiden muss, irgendwann erschöpft. Was aber neben Eisessen (sehr leckeres Demeterschafsmilchbauernhofeis), auf der Wiese lümmeln und sich dann doch nicht mehr für Festivalfood begeistern können von Sea Wolf noch bei mir ankommt, klingt so als sollte ich dringend darauf hoffen, sie bald mal wieder live sehen und hören zu können. Wunderbare, unaufgeregte mal ruhige folkigere mal rockigere Sounds der 5 Amerikaner mit der klaren Stimme eines Alex Brown Church sind es, die mich doch nebenbei noch ein wenig in den Bann ziehen können. 

Hätte ich mal lieber Kill It Kid ausgelassen. Wie unterschiedlich die Geschmäcker und Wahrnehmungen sein können zeigt sich als einer der Konzertkumpanen nach dem Auftritt vollkommen enthusiastisch zur etwas weiter hinten stehenden Freundesgruppe gesprungen kommt und sicher ist, dass man von dieser Band wirklich noch viel hören wird. Ich habe meine persönlichen Zweifel. Ich fand die Mischung zwischen simpel gestricktem Stadionrock, abwechselnd weiblicher und männlicher Stimme und ambitionierten Punkblues vollkommen unausgegoren und eher schlecht.



Aber ich wusste ja, dass The Slow Show, die die OBS-Macher ebenso wie ich letztes Jahr beim Haldern Pop entdeckt hatten, die mehr als perfekte Schlussband abgeben würden. Aufgeregt sind sie bei ihrem ersten Headline Slot auf einem Festival. Sänger Rob Goodwin mit seinem einnehmenden und unverkennbaren Bariton bedankt sich nach jedem Lied ausgesprochen demütig beim extrem aufmerksamen Publikum noch bevor die letzten Töne verklungen sind und Applaus einsetzen kann. Dabei machen sie ihre Sache hervorragend und die schönen, sich langsam steigernden Songs passen ganz wunderbar in die Nachtstimmung. Zum Abschluss ist es ein Leichtes den Glitterhouse Garten Chor zur Hookline des wunderbaren God Only Knows zu dirigieren: "Everybody's home ... now!" 

The Slow Show

OBS, es war mir ein Fest. Wir sehen uns bestimmt wieder. Und dann schaffe ich es auch zu den legendären Aftershowparties in den legendären Stadtkrug. Versprochen.

Sonntag, 9. September 2012

Sound of Bronkow Festival Tag 2, Dresden, 01.09.2012

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Sound of Bronkow Festival - zweiter Tag
Ort: Dresden (Societätstheater)
Datum: 1. 9. 2012 14:00 - 2:30 Uhr
Zuhörer: 100-200


Nach der Erfahrung 2011 wäre ich wahrscheinlich zum Sound of Bronkow 2012 gefahren ganz unabhängig davon, ob ich dort auf Bands treffen würde, die ich schon kannte und schätzte oder immer schon einmal gern sehen wollte. Aber es schadet natürlich beim vorfreuen auch nicht, beides zu haben. Für den 1. September freute ich mich ganz besonders auf ein Wiedersehen mit September Leaves und Sea+Air. Ich war sehr neugierig, erstmals zu erleben wie Sons of Noel and Adrian sich präsentieren und Dropout Patrol hatte ich mir schon als CD Direkt Einkauf vorgemerkt. Zusätzlich klangen Masha Qrella, Die Heiterkeit und Kid Kopphausen für mich vielversprechend.

Es war also mit bekannten Gesichtern zu rechnen. Aber der Tag begann mit einem unerwarteten Wiedersehen mit Christian aus Göttingen der mich dort im Hostel so nett umsorgt hatte (*). Ich glaube, wir fanden es beide sehr witzig, uns ausgerechnet in Dresden zu treffen!

Im Publikum gab es außer Musikern vom Setup auch Sea of Love und George Jephson (zusammen mit Thos Henley ist er Oh Othello) und zum Sonntag Abend waren auch Garda aus der Schweiz zurück.

Der Samstag hatte 14 Uhr ohne mich mit Sebastian Witte begonnen. Für September Leaves waren gegen 15 Uhr etwa 60 Leute im Garten versammelt.

Er wirkte auf mich etwas angespannt. Es gab auch keine Trompete und kein Bogenspiel auf der Gitarre. Aber er präsentierte musikalisch wieder sehr frisch und neu ein grooviges ''Like a monarch'' mit abgefahrenen loops, eine ziemliche Schunkelversion von ''Chocolate stars'' und ein nicht enden wollendes ''everything is ok'' (in ''Distance is a monster''). Schließlich war eines meiner liebsten Lieder ''Mapletree'' ein schöner Schluss eines etwas zu kurzen Sets. Ich hatte das Gefühl, dass er das Publikum im Garten ganz für sich gewinnen konnte und es war ein sehr schöner Tagesauftakt für mich.
Nach kurzer Umbaupause nahm ein weiterer Herr mit Gitarre die Bühne in Besitz: Dad rocks! aus Island (Snævar Njáll Albertsson lebt jetzt in Dänemark und singt auch bei der Band Mimas). Er hatte seine Setliste auf die Gitarre geklebt und berichtete uns, dass er nun 4 Wochen mit dem Zug zu Konzerten fahren würde. Seine Lieder und sein Auftreten waren geerdet und ehrlich und handeln von alltäglichem. Damit hatte er mich im Handumdrehen. Seine Singstimme schaffte außerdem eine beeindruckende Höhe. Er veröffentlicht seine Lieder unter Creative Commons, um künstlerische Auseinandersetzung damit zu ermöglichen. Das Publikum wollte ihn nicht gern gehen lassen. Als er als zweite Zugabe spaßeshalber nur noch ein Metallica cover anbieten wollte, gab es auf Zuruf ''One''... Das gab einen besonders fröhlichen Abschied. Ich kann nur empfehlen, sich ein Konzert in der Nähe nicht entgehen zu lassen.

Tourdaten:
09.9. Bonn, das Nyx
10.9. Lüttich, L'an Vert
11.9. Mainz, Schon Schön
12.9. Zürich, Bar Rossi
13.9. Lyon, Périscope
14.9. Nyon, La parenthèse
15.9. Delémont, Collège
16.9. Porrentruy, Houseshow
18.9. Münster, Teilchen & Beschleuiger
20.9. Hamburg, Hasenschaukel
24.9. Paris, tbc
25.9. Rennes, House show
26.9. Lille, La Malterie

The Coloradas sind Roy Davis and Bernie Nye. In Dresden war es an diesem Tag aber Roy solo. Zu der Musik stellt man sich Squaredance und gute Laune vor. Damit war das Prinzip "Mann mit Gitarre" durch drei Vertreter sehr weit gespannt gewesen und sehr deutlich geworden, was selbst in dieser Verkürzung und kondensierten Form alles möglich ist. Die Performance machte gute Laune und es wirkte so, als ob er selbst auch Spaß am Konzert und am ganzen Festival hatte.

Ein großer Kulturschock war danach das Konzert von Die Heiterkeit im Saal. Die drei Damen aus Hamburg stellten ihre Musik sehr unterkühlt und spröde (fast eintönig) vor. Der markant tiefen Stimme hörte ich gern zu, aber es dauerte 30 min bis beim nachstimmen tatsächlich mal ein Lächeln über das Gesicht huschte. Es gab auch keine Zwischenansagen. Als live-Erlebnis haben sich dich Damen für mich nicht wirklich empfohlen.
Setliste, Die Heiterkeit, Dresden:
Alle Menschen
Alles ist so neu und aufregend
Hauptquartier
Die Liebe eines Volkes
Heiterkeit
Romeo
Alle Wege
Für den nächstbesten Dandy
Lane
Komm in meine Arme
Solange es Euch gut geht
Auf dem Gipfel des Erfolgs



Es ging anschließend in der kleinen Bühme mit William Morgan weiter, vielleicht DIE positivste Überraschung für mich im Festival. Er stammt aus Sydney und lebt seit einigen Monaten in London. Er gehört wie Nigel Wright zum Label Butterfly Collectors und hatte für sein Set in Dresden auch Unterstützung durch Clay Dean am Bass, der mit Nigel Wright tourt. Außerdem einen deutschen Drummer. In seinen expressivsten und emotionalsten Nummern erinnerte er mich an Muse. Er hat eine unglaubliche Stimme und Ausstrahlung und alle sollten sich unbedingt diesen noch sehr jungen Mann merken. Zwischendurch machte er sehr sympatische Ansagen zu seinen Liedern und es wechselte zwischen Stücken solo und mit Bandunterstützung. Wie sollte man auch solchen Worten widerstehen können: "you will fall for me or I will fall"? Im direkten Vergleich zu Nigel Wright würde ich sogar sagen, dass William Morgan für mich der überzeugendere Musiker war. Trotz der jungen Jahre wirkte seine Musik rund und reif und es gab musikalisch nichts zu wünschen.

Setlist, William Morgan, Dresden:
Your face
coping fine
shooting star
the painter
Into my arms
The floods
Fall
Tasti's Song
Morning theft
Where do you keep
Pulse




Nach diesem Set ging es im Saal weiter mit Sons of Noel and Adrian aus Brighton, die an diesem Abend neun Musiker auf die Bühne brachten: drei Gitarren, Cello, Bass, Schlagwerk, Klarinette und Trompete. Ich kannte Emma Gatrill. Sie hatte noch ein weitere Frau dabei und die beiden Damen machten mir besonders viel Freude. Es gab sehr viel zu sehen (inklusive Tanzeinlagen trotz der Enge auf der Bühne) und es ist ihnen garantiert gelungen, auf Jahre hin alle bösen Geister auszutreiben. Musikalisch war es eher anspruchsvoll und schwer einzuordnen. Ich würde aber immer wieder gern eine Stunde mit diesen Musikern verbringen und mich von ihnen überraschen lassen. Leider waren sie so spät zu Ende, dass ich den größten Teil des Konzertes von Sea+Air im Foyer schon verpasst hatte und Masha Qrella auf der kleinen Bühne (die gewartet hat) war dafür leider an diesem Tag kein Ersatz. Sie spielt ihr Set so rockig und rotzig, dass von der Musik nichts übrig blieb außer Schlagzeug. Nach vier Liedern habe ich es aufgegeben. Auch Kid Kopphausen hatten wohl einen riesigen Saal im Kopf und ich fühlte mich nur niedergebrüllt und kann eigentlich nichts berichten, weil ich geflohen bin.


Als wunderbaren Tagesausklang gab es aber noch Dropout patrol im Thalia Kino 1:30 (etwa 50 min). Sie spielten und präsentierten sich unglaublich sympatisch und in sich ruhend. Es wurde viel gelacht und zwischen Schlagzeuger und Jana Sotzko die Bälle zugeworfen. Die Stimme und Singhaltung erinnerten mich mitunter an die jungen Rainbirds (die ich immer noch sehr liebe). Ein wunderschönes Konzert und ein wunderbarer Ausklang des Tages. Hier also eine dicke Empfehlung, sich ein Konzert zu gönnen.

Tourdaten:
12.10. Chemnitz - AC17
13.10. Netschkau - Borwaerk
14.10. Karlsruhe - Halle 14
15.10. Marburg - Baari-Bar
16.10. Liege (BE) - Le Garage
17.10. Brüssel (BE) - Mme Moustache
18.10. Trier - Villa Wuller
19.10. Köln - Klub Genau

(*) http://meinzuhausemeinblog.blogspot.de/2012/05/rue-royale-gottingen-280512.html




 

Konzerttagebuch © 2010

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