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Sonntag, 26. Juni 2011

Syd Matters, 25.06.11

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Konzert: Syd Matters

Ort: Hippodrome de Longchamps, Paris (Festival Solidays)
Datum: 25.06.2011
Zuschauer: tausende
Konzertdauer: etwa eine Stunde


"Sag doch einfach, du seist an Aids erkrankt, dann lassen sie dich bestimmt umsonst rein".

Mein Bekannter Maxime (Name von der Redaktion geändert), den ich zufällig vor dem Eingang zum Festivalgelände traf, war mal wieder zu makabren Scherzen aufgelegt. Frei nach dem Motto: Aidskranke haben bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Aidshilfe freien und unbeschränkten Zugang, auch ganz ohne Karte oder Listenplatz. War natürlich nicht so und selbst wenn, dann galt das nicht für mich, denn ich bin HIV-negativ.

Somit musste ich also bei den Solidays 2011 draußen bleiben. Wie ein Hund in einem feinen Restaurant. Wie so oft zahlte ich den Preis für mein extremes Bedürfnis nach größtmöglicher Flexibilität und Spontaneität. Einen 3 Tages -Festivalpass hatte ich mir nämlich für die Veranstaltung nicht besorgt und mich erst ganz kurzfristig entschieden, heute am 2. Tag gegen 22 Uhr aufzukreuzen. Nur für Syd Matters. Der Rest des Line-Ups interessierte mich nicht sonderlich, da wollte ich Prioritäten setzen. Eine Akkreditierungsanfrage war deshalb für mich auch nicht in Frage gekommen.

Zu meiner Enttäuschung musste ich dann feststellen, daß auch keine Tageskarten mehr verkauft wurden, weil diese restlos ausverkauft waren. Und Leute, die überschüssige Tickets verscherbeln oder gar Schwarzhändler waren auch weit und breit nicht zu sehen. Mit Sicherheit lag das daran, daß der Festivaltag quasi gelaufen war und niemand mehr mit Nachfrage für ein Konzert um 10 Uhr abends rechnete.

Was nun tun? Unverrichteter Dinge die Rückreise antreten? Das wäre wohl die logische Lösung gewesen. Da ich aber vom Gelände kommend Töne vernahm, die eindeutig nach Syd Matters klangen, entschied ich mich, draußen vor dem Zaun einfach ein wenig zuzuhören. Wie damals in der DDR, als die Musikfans das Konzert von Michael Jackson vor dem Reichstag (19. Juni 1988) auf der falschen Seite der Mauer mitverfolgten, um wenigstens ein klein wenig das Gefühl zu haben, sie seien dabei gewesen.

Die ersten Lieder kamen ziemlich verschwommen herüber, aber Hi-Life konnte ich klar erkennen und sogar auf die Distanz fast genießen.


Syd Matters - Hi Life par val3rie-live

Mann, wie ich Syd Matters liebe! Für kaum eine andere Band auf dieser Welt würde ich wie ein räudiger Hund vor einem Zaun lungern, um wenigstens kleine Reste von einem Konzert zu erhaschen. Aber für diese sensationelle Gruppe machte ich gerne eine Ausnahme und konzentrierte mich enorm, um Liedfetzen zu erkennen. Keine so leichte Übung, denn ich musste den Krach, der von den anderen Bühnen kam, so gut es geht ausblenden. Was hörte ich da? Ach genau, Watcher! Ein Song vom zweiten Album, der lange Zeit ein Schattendasein fristete, aber in diesem Jahr live eine Rennaissance bzw. vielmehr eine absolut packende Neuinterpretierung erlebte. Eine psychedelische Bombe mit hypnotischer Sprengkraft, die auch auf die Distanz hin wirkte. Es galt die Phantasie zu bemühen, sich wieder dass umwerfende Konzert vom Olympia ins Gedächtnis zu rufen, wo sie diesen Song so faszinierend dargeboten hatten. "I'm just a watcher, trying to catch her, waiting for shadow behind the window...". Wahrlich der Hammer.

Und es wurde noch nachgelegt. Nach It's A Nickname erklang nun Bones, ein bedächtig startendes Stück vom ersten Album, daß 2011 ebenfalls ganz neu arrangiert wurde und mir im Olympia ein ekstatisches, postrockiges Ende par excellence beschert hatte. Auch heute wurde der Track bis zum Geht-nicht-mehr ausgereizt und dauerte sicherlich fast 10 furiose Minuten.


#31 Syd Matters - Bones par lecargo

Das Thema erstes Album war damit aber noch nicht erledigt, denn kurze Zeit später wurde auch der Stone Man zum Besten gegeben und auch dieser klang anders und aufregend, so als handele es sich um einen neuen Titel. Wahnsinn, dieses Talent von Syd Matters, dem alten Material neues Leben einzuhauchen und es frisch und quicklebendig zu performen!

Mit Anytime Now! wurde schließlich nach circa einer Stunde ein Festivalauftritt beschlossen, denn ich zwar nicht gesehen, dafür aber (halbwegs) gehört habe. Und nur ein paar Fitzel der genialen Syd Mtters sind immer noch besser als nichts.

À propos Fitzel. Nur ganz wenig Stoff hatten die Damen an, die mir auf meinem Fußweg zur nächsten U-Bahn über den Weg liefen. In dieser südlichen Gegend von Paris orientierungstechnisch nicht unbedingt sattelfest, wußte ich nicht, daß das Waldstück, in das ich eingebogen war, extrem lang war und von Damen (oder Transsexuellen?) des horizontalen Gewerbes bevölkert wird. Überall standen sie da, diese spärlich bekleideten Ladies (?) und hielten mich sicherlich für einen potentiellen Kunden. Statt sie eines Blickes zu würdigen, stapfte ich allerdings im Laufschritt an ihnen vorbei, den Kopfhörer mit Musik von Syd Matters auf den Ohren. Die französische Ausnahmeband bedeutet mir soviel mehr als käufliche Liebe. Ihre Songs sind schlechtweg unbezahlbar.

Das nächste Mal möchte ich sie allerdings auch wieder von Nahem sehen, meine Rolle als Zaungast soll keine dauerhafte bleiben...

Setlist Syd Matters, Solidays:

01: Obstacles
02: Wolfmother
03: Hi-Life
04: Watcher
05: It's A Nickname
06: Bones
07: Hadrian's Wall
08: Halalscillag
09: Stone Man
10: Anytime Now!
11: Me & My Horses

Fotos: Archiv.



Montag, 7. Juli 2008

Rose, Solidays, Paris, 04.07.08

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Konzert: Rose
Ort: Solidays, Paris

Datum: 04.07.2008

Zuschauer: volle Hütte im Zelt "Domino"
Konzertdauer: eine knappe Stunde




Mensch hat diese Rose einen süssen Hintern! Nein, reden wir sofort Klartext: die Frau hat einen geilen Arsch! Meine Fresse!

Das weiss die brünette Pariserin* aber wohl auch, sie dreht sich manchmal kokett um und wackelt mit ihrem knackigen Po, der in der engen Jeans optimal zur Geltung kommt. Eine Augenweide!

Sex, Drugs and Rock'n Roll also bei den Solidays, der Aids-Wohltätigkeitsveranstaltung?

Nicht ganz! Sex gibt es nicht, jedenfalls nicht für mich, obwohl die Künstler auf den diversen Bühnen immer wieder davon reden, wie wichtig Kondome seien. Wenn ich die Dinger doch bloss mal in der Praxis einsetzen könnte!

Drugs brauch ich persönlich nicht, um in Stimmung zu kommen und Rose bleibt bei ihrem Auftritt auch nüchtern.

Und Rock n' Roll? Den gibt es als Zugabe, obwohl ich das rockige englische Stück, das eher mies ist, nicht gebraucht hätte, ansonsten dominiert eher Folk-Pop.

Anstatt Sex Drugs and Rock n' Roll gibt es bei Rose jede Menge Charme, einige hübsche Melodien und andächtig zusehende Besucher, die oft einen festlichen Glanz in den Augen haben.

Hach, Rose, Du bist bezaubernd, wickelst mich um Deinen hübschen kleinen Finger! Wie machst Du das eigentlich? Liegt es an Deiner Musik? Hmm... - Auch da sollte Klartext geredet werden, die Kompositionen der hübschen Frau flirten heftig mit dem Mainstream und laufen im kommerziellen Radio rauf - und runter.

Aber ist das wirklich ein Problem? Eigentlich nicht! Falls es peinlich sein sollte, als Indiemusik-Fan Rose zu mögen, dann ist das halt eben mein "Guilty-Pleasure", oder Péché mignon, wie die Franzosen sagen. Was das nun schon wieder ist? Nun, es handelt sich um ein Verhalten, das man nicht so gerne zugibt, weil man ein wenig Angst hat, dass die anderen einen für diese "Schwäche" auslachen.

Aber wenn wir hier schon beim Klartextreden sind, kann ich ja meine Leiche aus dem Keller holen: Ich habe das Debütalbum von Rose extrem oft auf meinem i-pod laufen lassen! Ich liebe es! Wäre ich bei last.fm angemeldet, würde es in meinen persönlichen Top Ten stehen!

Und die einzelnen Hits davon, wie z.B. "La Liste", "Cia Bella" oder Sombre Con" fänden sich auch weit vorne. Dabei ist alles so simpel gehalten, fast banal, textlich wie musikalisch. Aber diese leicht rauchige Stimme der jungen Frau und die unschuldig-süssen Kompositionen sorgen bei mir immer wieder für Hochstimmung.

Das ging mir beim Konzert bei den Solidays nicht anders, ich war gerührt und begeistert! Dieser umwerfende Charme der brünetten Schönheit ist aber auch gemein! Was soll ich dagegen schon ausrichten?

Nichts! Ich schwelge, träume (und zwar nicht nur von dem hübschen Po!) und schweige...

Hach...




Links:

- Rose live in Lüttich. Welch prächtige Stimmung!
- Videoclip Ciao Bella
- Videoclip La Liste

- viel mehr Fotos von der schnuckeligen Rose


* ursprünglich kommt sie aber aus Nizza




Samstag, 5. Juli 2008

Vampire Weekend, Solidays, Paris, 04.06.08

8 Kommentare

Konzert: Vampire Weekend

Ort: Solidays, Paris
Datum: 04.06.2008
Zuschauer: viele
Konzertdauer: 45 Minuten



Mama, ich gehe heute mit Claudia auf ein Rock-Festival, o.k.?

Kommt gar nicht in Frage! Ausserdem, wer spielt denn da? Hoffentlich nicht diese komischenBabyshambles, ich hab' in der Bild-Zeitung gelesen, das dieser Pete Doherty Drogen nimmt! Wenn der da auftritt, lass ich Dich nicht gehen, denk dran Du bist erst sechzehn!

Nein Mama, Pete Doherty spielt da nicht!

Aber vielleicht diese Amy Winehouse? Die ist doch auch abhängig und ausserdem magersüchtig, gar kein guter Einfluss für Dich!

Nein, Mama, Amy Winehouse spielt da auch nicht!

Wer denn dann?

Eine ganz tolle neue Gruppe, Vampire Weekend heissen die!

Vampire Weekend? Klingt ja schrecklich! Sind bestimmt gothisch drauf, so ganz in schwarz gekleidet und gehen nachts auf Friedhöfe und so. Kommt nicht in Frage, da gehst Du mir nicht hin!

Aber Mama, alle aus meinem Tennisclub gehen da hin und ausserdem sind das ganz nette, artige Jungs, mit frischgebügeltem Hemd und so. Die kommen alle aus guten Verhältnissen und hatten auch in der Schule tolle Noten!

Wirklich? Gibt es sowas im Musik-Business? Wenn das so ist, dann darfst Du dahin! Wie heisst denn der Sänger?

Ezra Koenig, der ist gaanz süss!!

Hast Du ein Foto?

Ja, der war sogar neulich in der Bravo! Hier Mama, guck mal!

Mensch, der sieht aber wirklich mal fesch aus! Und wie nett der lächelt! Na dann, viel Spass! Vielleicht lernst Du ihn ja kennen! Dann mach' aber mit Deinem Handy mal ein paar Fotos!

Danke, Mama, mach' ich!

Laura ist ausser sich vor Freude! Beim Konzert von Vampire Weekend steht sie logischerweise in der ersten Reihe, um alles aus nächster Nähe verfolgen zu können.

Sie hat sich gleich vor mir aufgebaut bei den Solidays in Paris, wo Vampire Weekend ihren ersten Festivalauftritt in Frankreich haben. Vom Konzert in Köln hat Laura lauter euphorische Berichte gehört und jetzt da sie mit ihren Eltern und dem Düsseldorfer Tennisclub für ein verlängertes Wochenende in Paris ist, bekommt sie eine zweite Chance, die neuen Girlie-Lieblinge live zu erleben.

Sie platzt vor Spannung, ich als alter Konzert-Haudegen bin da schon etwas cooler. Süsse Jungs sind mir eh egal, ich bin nur wegen der Musik hier. Ist das jetzt wirklich die neue Indiepop-Sensation, von der alle in den höchsten Tönen schwärmen? Hmm, "schau mer ma", wie Kaiser Franz immer so schön sagt...

Zuerst ist aber warten angesagt. Die Boys haben wohl schon Starallüren, was? Bei Festivals wird doch normalerweise pünktlich angefangen! Aber gut, seitdem das amerikanische Spin Magazin die Senkrechtstarter im März (!) zur Band des Jahres 2008 auserkoren und dabei einen meiner Schnappschüsse vom Pariser Konzert im November 2007 verwendet hat (wirklich wahr!), als sie die Shins supporteten, geht es stetig bergauf für die netten Jungs von der amerikanischen Ostküste. Da darf man schon mal etwas später loslegen...

Cape Cod, das klingt schon vornehm und ist es auch! Die Kennedys haben da ein nettes "kleines" Anwesen auf Hyannisport, ich war selbst schon auf der schicken Insel. "Hyannisport (ein Ort innerhalb der Insel) is a ghetto" singen Vampire Weekend auf Walcott, einem ihrer zahlreichen Hits vom Debütalbum. Klingt nicht so, als würde sie es dort noch länger halten, zumal sie auf dem Lied ständig wiederholen: "Don't you want to get out of Cape Cod tonight?

Auch bei "Cape Cod Kwassa Kwassa" geht es textlich um die mondäne Insel.

Natürlich werden diese beiden Lieder auch heute bei den Solidays gespielt. Zu dumm nur, dass "Cape Cod Kwassa Kwassa" nicht so richtig zünden will! Wenn man ehrlich ist, handelt es sich um einen gepflegten Langweiler. Überhaupt: die ersten 20 Minuten des Konzertes sind eher mau, zumindest angesichts der riesigen Vorschusslorbeeren, die an die junge Truppe verteilt wurden. Natürlich gibt es hübsche Melodien, afrikanisch anmutende Rhythmen und einige gute Ideen, aber soll das jetzt wirklich die Indie Pop Sensation schlechthin sein?

Laura scheint das egal zu sein, sie findet jedes Lied toll und die Jungs soo süss! Hach, dieser Ezra! Ist er nicht niedlich in seiner Jeansjacke und den College-Slippern, zu denen er gelbe Söckchen trägt? Man könnte fast glauben, er sei modetechnisch in den 80 ern steckengeblieben, die er aber gar nicht am eigenen Leibe erlebt haben kann. Damals trug ja jeder eine Jeansjacke, bis auch der letzte Vollhorst merkte, dass die Dinger doof aussehen und eigentlich niemandem stehen. Herr König hat das noch nicht geschnallt, aber in spätestens 10 Jahren will er bestimmt die Fotos, die heute von ihm geschossen wurden, verbrennen!

Der Keyboarder Rostam Batmanglij hat sich da geschickter angezogen,er trägt ganz brav ein weisses Hemd, wie eigentlich bei jedem ihrer Konzerte (bei Wikipedia gibt es ein Foto vom Hamburger Moltow und was trug der Kerl da? -Richtig, ein weisses Hemd!). Er lächelt auch immer höflich und wohlerzogen. Er sieht aus wie ein Junge, der sich mit 14 schon fest vorgenommen hat, dass er erst dann mit einem Mädchen schläft, wenn er es wirklich von ganzem Herzen liebt. Der Romantiker! Hach schön, dass es sowas heutzutage gibt! Männer sind also doch nicht alle Schweine! Rostam versteht die Frauen! Und wie schön er Keyboard spielt! Tolle Melodien holt er da aus dem Kasten raus, alle Achtung!

Der Bassist Chris Bajo fällt mir weniger auf, er agiert am rechten Bühnenrand und erinnert mich an einen Kommilitonen aus dem Jura-Studium, der jedem der es wissen wollte, erzählte, wie schön fleissig er schon wieder 8 Stunden am Stück fürs Examen gepauckt hat. Aber es steht ja schon in der Bibel: mache Dir kein Bild von deinen Mitmenschen, bevor Du sie nicht kennst!

Vielleicht sind die Jungs von Vampire Weekend (den Drummer kann ich übrigens nicht sehen, der ist meistens verdeckt) ja richtig wilde Draufgänger! Aber immer auf Sicherheit bedacht! Deshalb empfehlen sie beim Sex auch Kondome zu verwenden, wir sind ja schliesslich auf einer Aids-Veranstaltung!

Aber jetzt Schluss mit diesen oberflächlichen Betrachtungen, wie ist denn die Musik? Wie schon erwähnt, floppt die Single "Cape Cod Kwassa Kwassa", obwohl das Magazin Rolling Stone sie bereits 2007 zu den 100 besten Liedern des Jahres zählte.

"Campus" erfeut mit schönen Gitarren im Stile der Strokes erreicht aber nicht die Wucht der Band um Sänger Julian Casablancas. "Mansard Roof" hoppelt hübsch vor sich hin, aber ausser dem hinreissenden Gitarrensolo hat es nicht arg viel zu bieten. Auch das eigentlich tolle "M 79" bleibt eher am Boden kleben, die Band spielt einfach zu lahm, obwohl sich Sänger Ezra gesanglich und körperlich ganz schön ins Zeug legt. Irgendwie können die anderen seinem Tatendrang nicht ganz folgen. Aber dann endlich: Mit "A Punk" geht nach 20 Minuten zum ersten Mal wirklich der Punk ab! Das ganze Zelt tanzt, die Stimmung hat jetzt ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Komischerweise kann sie mit dem Lied, das ich auf dem Album eigentlich am wenigsten mag, nämlich "One"( Blake's Got A New Face) mühelos gehalten werden, jeder singt den Refrain mit. Für Dampf sorgen dann auch noch "I Stand Corrected" und "Oxford Coma", während "The Kids Don't Stand A Chance" den Preis für das romantischte Lied des Abends abräumt.

Absoluter Bringer ist aber das abschliessende "Walcott" bei dem die Gitarre von Ezra hochmelodische Kapriolen schlägt und auch endlich mal der Drummer Vollgas gibt. Das Publikum dankt es mit ausgelassenem Tanz und langanhaltenden Applaus. Eine Zugabe gibt es aber nicht mehr, die Jungs müssen früh ins Bett!

Laura auch, es ist schon 11 höchste Zeit für sie aufzubrechen, sie ist doch erst 16!

Ich hingegen bleibe noch ein wenig und beurteile das stattgefundene Konzert als gut, wenngleich nicht als absolut überragend. Eine Sensation sind Vampire Weekend also nicht, aber eine junge, talentierte Band mit einem Sinn für hübsche Melodien und charmante Arrangements. Und so höflich und guterzogen!

01: Mansard Roof
02: Campus
03: Cape Cod Kwassa Kwassa
04: M79
05: White Sky (neu)
06: A-Punk
07: Bryn
08: One (Blake's Got A New Face)
09: The Kids Don't Stand A Chance
10: I Stand Corrected
11: Oxford Coma
12: Walcott




The Hoosiers, The Dodoz, Moriarty, Solidays, Paris, 04.07.08

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Konzert: The Hoosiers, The Dodoz, Moriarty (Micky Green)

Ort: Solidays, Paris
Datum: 04.06.2008
Zuschauer: tausende
Konzertdauer: jeweils ca. 50 Minuten



Eine Wohltätigkeistveranstaltung zu Gunsten der Aidshilfe ist eine gute und unterstützenswerte Sache. Das dachten sich auch viele andere Besucher und so war die Jubiläumsveranstaltung der Pariser Solidays (10. Geburtstag) schnell ausverkauft, zumindest was den Pass für alle 3 Tage anbelangt. Trotz (oder wegen?) eines recht unausgewogenen Line-Ups (ein paar spannende Bands, aber etliche - wenngleich kommerziell erfolgreiche - Langweiler), strömten die Zuschauer in Massen nach Longchamps, wo ansonsten überzüchtete (und vermutlich gedopte) Rennpferde gallopieren.

Wie schon in den letzten Jahren kamen die Veranstalter wieder nicht so recht mit dem Anstrom klar. Fast 2 Stunden musste ich deshalb bei brütender Hitze und zwischen qualmenden und schwitzenden Menschen in der Schlange vor dem Eingang ausharren, bevor ich endlich auf das Gelände kam. Meine Laune war dementsprechend mies und hinzu kam, dass ich die Belgier Girls In Hawaii verpasste, die ich eigentlich fest eingeplant hatte.

Aber was will man machen, bei Festivals muss man immer irgendwie Abstriche machen! Man kann nie alle Gruppen sehen, die einen interessieren.

Die Engländer The Hoosiers bekam ich aber in ganzer Länge mit, obwohl ich darauf eigentlich nicht sonderlich scharf war. Mein Standort spielte dabei auch eine Rolle, ich war gerade in der Nähe der grossen Bühne mit dem originellen Namen "Paris" und so lauschte ich dann den poppigen Klängen der kommerziell unglaublich erfolgreichen Band (das Album war in England auf Platz 1!).

Und siehe da, es gefiel mir sogar recht ordentlich! Gutelaune-Musik bei herrlichem Sonnenschein, unpassend kam der fröhliche Pop der Hoosiers nun wirklich nicht! So ertappte ich mich dann auch dabei, wie ich zu "Goodbye Mr A" mitklatschte und mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Das lag nicht nur an der heiteren Musik, sondern auch an den ausgefallenen Bühnenoutfits. Der Keyboarder trug ein Spiderman-Kostüm und die Trompeter hatten einen Ganzkörper-Skelettanzug an. Auch der Bassist mit Bommelmütze sah lustig aus und trug zur Unterhaltung bei. Sind die Hoosiers also doch nicht so schlecht, wie ich das in Erinnerung hatte? Jein! Schon nach ein paar Liedern wurde es wieder zu süsslich und kitschig! Die Falsettstimme von Sänger Irwin Sparkes kann ich nur in homöopathischen Dosen vertragen.

Aber es gibt auch immer wieder Ausreisser nach oben, meistens dann wenn schnell und schmissig gespielt wird, wie z.B. bei "Cops And Robbers", die Balladen hingegen sind üble Kost. Und auch die Coverversion von Billl Joel, "We Didn't Start The Fire" ist eher Ohrenquälerei. Den Hit "Worried About Ray", der das Set logischerweise abschloss, muss man den Hoosiers aber lassen. Hier finden sie die richtige Mischung aus guter Melodie, Herzschmerz und Tanzbarkeit. Ein tolles Lied, das wunderbar zum Sommer passt!

Nachdem die Hoosiers fertig waren, ging es mit der Australierin Micky Green im Zelt namens "Dôme" weiter. Auch sie hat zumindest einen Hit zu bieten und zwar das leicht soulige "Oh!", das so ähnlich auch von Feist stammen könnte. Da enden allerdings die Parallelen. Während die Kanadierin weit mehr als eine Zugnummer zu bieten hat, scheint die blonde Micky, die fast aussah wie ein Marilyn Monroe- Double, ein One-Hit Wonder zu sein. Ein Lied wie "White T-Shirt" zum Beispiel sorgte bei mir nur für gepflegte Langeweile und die neue Single "Shoulda" kommt trotz eines gewissen Grooves auch nicht an "Oh!" heran.

So hing mir die blonde Matrosin (dieses Schiffchen!) schon bald zum Halse heraus und auch ihre rosa Hello-Kitty Gitarre und der hübsche rote Nagellack hielten mich nicht mehr in dem Zelt.

Stattdessen wechselte ich in den "Cesar Circus" der ebenfalls überdacht war, obwohl das Wetter nach wie vor prächtig war. Dort spielten die blutjungen Franzosen The Dodoz, die ich auch schon einmal in der Pariser Maroquinerie gesehen hatte und die sogar schon die Ehre hatten, Pete Doherty zu supporten.

Und siehe da, schon war die Langweile, die Micky Green zuvor versprüht hatte, wie weggeblasen! Die kesse Sängerin Geraldine wirbelte aufgedreht über die Bühne und hatte richtiggehendes Sex-Appeal, das auch von ihrer coolen Stimme ausging. Ihre drei männlichen Mitstreiter begleiteten sie sehr gut und so schafften es die vier Grünschnäbel mit ihrem englisch klingenden Garagenrock (The Subways lassen grüssen) die jungen Leute im Publikum richtig aufzumischen. Es wurde sogar Pogo getanzt! Abgefahren!

Die Dodoz erfinden zwar nichts Neues, aber ihr frecher Rock ist so erfrischend, dass dieses Manko an Originaltät kompensiert wird. Und "Werewolf In Love" und vor allem das abschliessende "Do You Like Boys" sind richtige Hits!

Wesentlich reifer als die Dodoz sind Moriarty. Die französisch-amerikanische Band feiert seit ein paar Monaten in Paris und ganz Frankreich richtiggehende Triumphe, was neben dem guten Songmaterial auch an den vorzüglichen Bühnenauftritten liegt, wo neben der originellen Deko auch das theatralische Spiel der Akteure sofort ins Auge sticht.

Um davon etwas zu sehen, musste ich mich allerdings erst einmal nach vorne durchkämpfen, das Zelt "Domino" erwies sich als viel zu klein, um dem grossen Publikumsinteresse gerecht zu werden.

Songs wie "Private Lilly" und "Cottonflower" sind aber auch wirklich spitze! Und die Stimme von Sängerin Rosemary ist einprägsam und prägnant und wird von ihrer Band bestens unterstützt. Eine fabelhafte Mischung aus Folk, Country, Bluegrass, Swing und Pop, die das Kunststück schafft, gleichzeitig eingängig aber keineswegs flach zu sein. Einer der Highlights im Programm von Moriarty ist regelmässig das Depeche Mode Cover "Enjoy The Silence", das man auf dem Debütalbum "Gee Whiz But This Is A Lonesome Town" allerdings vergeblich sucht.

Live trägt Rosemary das Lied stets mit einer Reh-Trophäe in der Hand vor, was immer wieder für erstaunte Gesichter im Publikum sorgt.

Der nach wie grösste Hit ist aber immer noch "Jimmy", bei dem die Mundharmonika Lagerfeuerfeeling aufkommen lässt und die Zuschauer stets zum Mitsingen bewegt. Zweifelsohne einer der Songs dieses ersten Festivaltages, der die jungen Amerikaner Vampire Weekend als Headliner zu bieten hatte. Von diesem Konzert berichte ich im Anschluss gesondert!





Sonntag, 8. Juli 2007

The Magic Numbers, Paris, 08.07.07

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Konzert: The Magic Numbers

Ort: Paris (Solidays Festival)
Datum: 08.07.2007
Zuschauer: Tausende


An einem völlig verregneten Sonntag, den wir vor der Glotze verbracht haben, um das spannende Wimbledon-Finale zwischen Roger Federer und Rafael Nadal zu verfolgen, sollte am Abend noch etwas Sonnenschein in unsere Herzen gelangen. Ein probates Mittel gegen regenbedingte Sommer-Trübsal schien uns da der Besuch des Konzertes der knuddeligen Magic Numbers zu sein, die am letzten Tag der Solidays im gemütlichen Zelt namens "Domino" auftreten sollten. Da die Herren Federer und Nadal aber nicht zum Ende kamen, hatten wir unsere liebe Mühe und Not, noch rechtzeitig auf der weitläufigen Anlage von Paris-Longchamp einzutreffen. Aber wir hatten Glück: es gab wohl kleinere Verzögerungen im Ablauf und deshalb kamen wir fast pünktlich zum ersten Lied "This Is A Song" in dem gut gefüllten Zelt an.

Vorher gab es wirklich kein sonderlich gutes Programm zu bewundern, die Magic Numbers waren das erste (und einzige!) Highlight des Tages! Überraschend schnell schafften es die beiden Geschwisterpaare dann, uns in Konzertstimmung zu bringen. Schon bei "Take A Chance" klatschten etliche Leute mit. Auch ich ließ mich nicht
lumpen, schließlich waren wir ja ausschließlich für die fülligen Engländer gekommen, da blieb keine Zeit zum Rumstehen...

Mit "Forever Lost" brachten sie in der Folge schon sehr frühzeitig einen ihrer ersten Hits. Mit diesem Song habe ich damals Romeo (Gesang, Gitarre) und Michele Stodart (Bass, Gesang) und Angela (Keyboard, Tambourin, Klavierflöte, u.a., Gesang) und Sean Gannon (Drums) kennen und lieben gelernt!
Besonders das reizend gemachte Video, indem die Band als Spielzeugfiguren durch das Bild geistert, hatte es mir angetan. So setzt man gekonnt einen Gegenpol zu Slipknot oder Marilyn Manson! Anstatt zu schockieren, bietet man einfach Liebenswürdigkeit an. Und liebenswürdig und im positiven Sinne nett sind sie, diese Pummelchen, die man gerne mal fest drücken möchte, wenn sie da so charmant gute Laune versprühen! Aber nicht nur mit einem angenehmen Wesen können sie punkten, sondern auch und vor allem mit einer positiven und mitreißenden Musik. Die Maschinerie der Magic Numbers ist gut geölt, da sitzt jedes Gitarrenriff von Romeo, jeder Basslauf von Michele und auch die Familie Gannon trägt zum Gelingen dieser euphorisierenden Mischung bei! Immer wieder verblüffend toll finde ich die Stimme von Angela, wenn sie zusammen mit Romeo die Schnulze "I See You, You See Me" zwitschert, da muß man wirklich schon ein Herz aus Stein haben, um da nicht weich zu werden...

Neben zuvor erwähnten Liedern, die zum Standard-Repertoire der Briten gehören, erfreuten sie die Solidays aber mit einem besonderen Leckerli, es gab nämlich die nagelneue Single "Fear Of Sleep" zu bewundern, die noch gar nicht erschienen ist und erst im Herbst in Form einer EP in die Läden kommen soll. Ich spreche hiermit eine Kaufempfehlung aus, denn das Stück hat wieder alles, was die Band auszeichnet,
menschliche Wärme inklusive! Wir waren ja auch schließlich auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung, was Romeo an einer Stelle gestenreich goutierte. Wie ein Priester breitete er seine kräftigen Arme aus und machte deutlich, wie erfeulich es für sie sei, beim Kampf gegen Aids mithelfen zu können und daß es toll sei, daß auch die Anwesenden zur Linderung des Leids beitrügen. Weitere - musikalische - Höhepunkte waren die flotten Songs "Love Me Like You Do" und "Mornings Eleven", während "Undecided", welches von Angela vorgetragen wurde, mir eine Spur zu süßlich war. Ich bevorzuge eindeutig die schnelleren Stücke der Band!

Wie schon beim fabelhaften Konzert im Pariser Elysée Montmartre vor ein paar Monaten wurde der Abschluß dann wieder von dem unglaublichen "There's A Bar In Every Highway" gesetzt. Bei dieser fetzigen Country-Nummer spielten sich die magischen Nummern noch mal in einen wahren Rausch, verlangsamten und beschleunigten Tempo und Rhythmus nach Belieben und erzielten somit auf der Begeisterungsskala Höchstwerte beim Publikum. Viele Leute, die die Band zum ersten Mal sahen, dürften das Konzert als Fan verlassen haben. Cécile und ich sind dies schon lange!

Setlist The Magic Numbers, Paris, Solidays:

01: This Is A Song
02: Take A Chance
03: Forever Lost
04: Long Legs
05: Fear Of Sleep (neu)
06: I See You, You See Me
07: Running Out
08: Undecided
09: Love Me Like You
10: Mornings Eleven
11: There's A Bar In Every Highway

Links:

- The Magic Numbers in Paris 2007
- The Magic Numbers in Köln 2007



Samstag, 7. Juli 2007

Kaiser Chiefs, Paris, 06.07.07

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Konzert: Kaiser Chiefs

Ort: Paris (Solidays Festival)
Datum: 06.07.2007
Zuschauer: etliche Tausend


Wie schon beim O2 Wireless Festival im Londoner Hyde Park, sollten die Kaiser Chiefs nach den Editors die großen Headliner auf der Hauptbühne sein. Zuvor
schauten wir aber noch ein wenig beim Auftritt der Franzosen von Eiffel zu, die einen sehr stark an Noir Desire erinnernden, auf französisch gesungenen Dunkel-Rock präsentierten. Das war zwar nicht richtig schlecht, aber auch ziemlich weit von dem entfernt, was ich als gut bezeichne. Also war die Devise, schnell von dem Zelt abzuhauen und gute Plätze für den Auftritt der Kaiser Chiefs zu sichern. Von der Bühne prangte schon der riesige Las Vegas Schriftzug der Band und ziemlich bald sollte es zum Glück auch losgehen. Opener war - wie schon in London - "Everyday I Love You Less And Less", das gleich die Richtung vorgab: volle Pulle von Anfang bis Ende! Sänger Ricky Wilson war wie immer in Höchstform, sprang von der Plattform der erhöht angebrachten Drums von Nick herunter und heizte mit feuerrotem Kopf den Parisern mächtig ein. "Nous sommes Kaiser Chiefs", ließ er verlauten, falls es immer noch Leute geben sollte, die das Quintett aus Leeds nicht kennen...

Witzig war hierbei, daß Ricky das "es" bei "sommes" am Ende immer betont, obwohl
man diese Silben im Französischen richtigerweie verschluckt. Aber gerade dieser charmante Akzent schien bei den Franzosen gut anzukommen, überhaupt ist hier jeder herzlich willkommen, der sich bemüht, ein paar Brocken auf französisch zu brabbeln...

Aber wer kann dem Lausbubencharme des quicklebendigen Sängers schon widerstehen? Eine wahre Rampensau ist das, immer in der Lage auch noch das lahmste Publikum zum
Klatschen oder Tanzen zu bewegen! Ein paar auffordernde Gesten mit der freien Hand, ein Sprung ins Publikum, oder die Aufforderung: "sing louder, i can't hear you!", hat bisher noch jede Schnarchnase in Wallung gebracht und so war es auch heute wieder. Zwar zog das bereits zum Klassiker avancierte "Ruby" etwas weniger als noch in London, aber trotzdem schriehen auch in Paris zahlreiche Kehlen: "Ruby, Ruby, Ruby" mit. Auch "The Angry Mob" ist gerade in seiner stärkeren zweiten Häfte schon nicht mehr von einem Kaiser Chiefs Konzert wegzudenken. Eigentlich unglaublich, wie sie in der "Employment" -Phase ohne diese Zugnummern ausgekommen sind!

Höhepunkt der heutigen gewohnt wilden Show von Ricky, war das Erklettern des
rechten Begrenzungsgerüstes, bei dem sich der Blondschopf in luftige Höhen schwang. Weitersingen konnte er trotzdem, obwohl es in dieser Phase ein kleine technische Panne gab, die aber schnell behoben war.

Insgesamt hatte man bei dem Konzert den Eindruck, eine Best Of - Sammlung geboten zu bekommen, dermaßen konzentriert und auf den Punkt gespielt waren sämtliche Stücke. Da funktionierte mit dem inzwischen zum
ständigen Set gehörigen "Take My Temperature" selbst eine B-Seite! Keine Frage, die Kaiser Chiefs sind auf der Höhe ihres Erfolges angekommen! Da würde es schon stark verwundern, wenn sie sich plötzlich zurückziehen sollten, wie es der Titel "Retirement" nahelegt. Nein, nein, die Show der Briten wird wohl noch eine Weile so weitergehen, wer könnte daran zweifeln, vor allem, wenn ein Smash Hit wie das abschließende "Oh My God", nichts, aber auch wirklich gar nichts von seiner Zugkraft eingebüßt hat? ...

Setlist Kaiser Chiefs Solidays Paris:

01: Everyday I Love You Less And Less
02: Heat Dies Down
03: Everything Is Average Nowadays
04: Na Na Na Na Na
05: Ruby
06: I Can Do It Without You
07: Modern Way
08: Thank You Very Much
09: The Angry Mob
10: Learnt My Lesson Well
11: I Predict A Riot
12: Take My Temperature
13: Retirement
14: Oh My God

Links:

- Kaiser Chiefs 2007 beim Wireless Festival in London
- Kaiser Chiefs 2007 im Olympia in Paris
- Kaiser Chiefs 2007 in Wuppertal
- Kaiser Chiefs 2006 in Paris


Editors, Paris, 06.07.07

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Konzert: Editors
Ort: Paris (Solidays Festival)
Datum: 06.07.2007

Nach dem Auftritt von The Sunshine Underground blieb im Grunde genommen
keine Zeit zu verschnaufen, denn man mußte zügig den Fußmarsch Richtung Hauptbühne antreten, um nichts von den Editors zu verpassen. Wäre aber auch zu schade gewesen, denn die Engländer begannen ihr Set mit einem der besten Lieder des neuen Albums, dem treibenden "Bones". Als fleißiger Editors-Konzertgänger (ich bringe es nach dem heutigen Tage auf 8!) ist mir der Hit bereits seit einiger Zeit wohlbekannt, zum ersten Mal gehört habe ich ihn vor ziemlich genau einem Jahr beim Furia Sound Festival in Cergy-Pontoise bei Paris. Damals dachte ich noch, das Stück hieße "Retreat", aber inzwischen ist ja das zweite Album "An End Has A Start" auf dem Markt und da werden jegliche Zweifel hinsichtlich des genauen Namens beseitigt...

Das anschließende "All Sparks" stammte dann vom gelungenen Debütalbum der Briten und es gefiel mir nach wie vor gut. Besonders neugierig war ich aber vor allem darauf, wie die neuen Lieder ziehen würden. Um es vorwegzunehemen: leider nur mittelmäßig, wie das schon beim O2 Wireless Festival
in London zu beobachten war. Obwohl die Editors ihren Sound mittlerweile deutlich aufgeblasen haben, eignet er sich nicht wirklich für die ganz großen Bühnen dieser Welt. Und wenn ihr meine Meinung dazu wissen wollt: das ist auch gut so, das Wembley-Stadion sollte die symphatische Band lieber Muse und U2 überlassen!

Die Editors haben halt nun einmal ein kontemplatives, zuweilen melancholisches Element und gerade das gefällt mir so gut an ihnen, auch wenn das die Begeisterungsstürme im Publikum immer etwas abflachen lässt...


Am ehesten massentauglich war dann in der ersten Häfte "Blood", welches aufgrund der Eingängigkeit des Refrains für Stimmung sorgte. Von dem neuen "Escape The Nest" konnte man das weniger behaupten, aber gerade dieses Stück hat es in sich! Wahre Gitarrenwände werden hier hochgezogen, ein prägnantes Riff zieht sich durch den gesamten Song und zusammen mit der unfassbar eindringlichen Stimme von Tom Smith verfehlte es nicht seine Wirkung bei mir. Mir
lief eine Gänsehaut über den Rücken! Diese legte sich auch in der Folge nicht, denn der inzwischen langhaarige junge Mann setzte sich an sein Piano (später legte er sich regelrecht darüber!) und brachte nach dem guten "The Racing Rats" die herzerweichende Schnulze "The Weight Of The World". Hat er wirklich so schwer an dem Leben zu tragen? Wenn man ihn da so beim Schmachten zuhörte, konnte man diesen Eindruck durchaus gewinnen. Bereits mit "You Are Fading" war aber Schluss mit den Balladen und spätestens bei "Munich" war wieder Partystimmung angesagt. Nach wie vor eignet sich dieser alte Hit für Festivals am besten, zahlreiche Hände reckten sich dabei in den sonnigen Pariser Himmel. Auch die aktuelle Single "Smokers Outside The Hospital Doors" verfehlte danach nicht ihre leicht morbide Wirkung.

Mit "Fingers In The Factory" kam schließlich der traditionelle Abschluss und es wurde wieder deutlich, daß die Editors eine phantastische Band sind, die aber vor allem auf mittelgroßen Bühnen ihre Stärken ausspielen können.

Setlist Editors Solidays Paris:

01: Bones
02: All Sparks
03: An End Has A Start
04: Blood
05: Escape The Nest
06: Bullets
07: The Racing Rats
08: The Weight Of The World
09: You Are Fading
10: Munich
11: Smokers Outside The Hospital Doors
12: Fingers In The Factory

Links:

- Editors 2007 beim Wireless Festival in London
- Editors 2007 in Köln
- Editors 2006 bei Rock en Seine in Paris


 

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