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Montag, 3. November 2025

My sister grenadine

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Konzert: My sister grenadine
Ort: Wohnzimmer im Europaviertel
Datum: 31. Oktober 2025
Dauer: 80 min
Zuschauer: 23
 

Bericht von Renate, Fotos von Mathias und Martin (vielen Dank!)
 
My Sister Grenadine waren neben Vince Kokot (mit Ukulele, Gitarre, Metronom, Kassettenrecorder, Blasharmonika) diesmal auch Andreas Neumann (Klarinette, Bass Klarinette, Xylophon, Keys, Objekte). Mit Rucksäcken, Taschen und einer Lastenkarre trafen sie am Nachmittag am Hauptbahnhof in Karlsruhe ein, all das Gepäck passte gerade in den Kombi. In unserem Wohnzimmer eingetroffen, wurde ausgepackt, sorgfältig Instrumente und Lautsprecher aufgebaut, Beleuchtung ausgerichtet, dann wieder etwas gedimmt, damit sie das Publikum besser sehen können. Dann ein letzter Soundcheck und Pause für die beiden Musiker. 
 


Die ersten Gäste trafen ein, zwischendurch kamen Kinder an die Tür und wollten Süßes oder Saures, ein Schild an der Tür bat um Ruhe ab 20 Uhr, die Klingel wurde ausgeschaltet, jetzt ist Bühne frei für „My Sister Grenadine“. Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so ruhig wurde es. Das Metronom schlägt, mit deutlicher Stimme hören wir von Vince „Sonne“... „Regen“...“Jahr“, die Worte aneinandergereiht, minimalistisch, im Hintergrund Geräusche aus dem Kassettenrecorder. Zunächst eine befremdliche, dann geheimnisvolle Atmosphäre, alle sind gespannt, was jetzt kommt. Jedes Stück ist anders, mal düster, mal melodiös, mal eindringlich, mal bedrohlich, die Spannung und Aufmerksamkeit bleiben und beherrschen den Raum.
 


Vince ist nicht nur Musiker, von ihm sind auch die Texte. Vieles in englischer Sprache, weil ihm das besser mit der Musik klingt, aber Sprechtexte auch in Deutsch. Nur „leuchtende Vögel“ ist keine eigene Lyrik. Sie verarbeiten damit ein Stück von Thomas Brasch und setzen die Worte in szenische Klänge. My Sister Grenadine entstand 2007 als akustisches Projekt von Vince Kokot. Nach Stationen unterschiedlicher Besetzungen stehen Vince und Andreas Neumann (Andy) seit 2023 als Duo auf der Bühne. Andy kann Klarinette und Bass Klarinette und ist außerdem der IT‘ler und Techniker. Er schließt die Augen, dreht an Knöpfen damit der Sound genau so ist wie er ihn will. 
 
 
Plötzlich titscht ein Tischtennisball durch den Raum, danach ein anderes Objekt. Andy spielt mit scheinbar banalen Objekten und setzt sie auf den Punkt musikalisch ein. Mit wechselndem Einsatz ihrer Instrumente singen sie mal solo, mal zweistimmig, meist beide von vorne, dann geht mal Vince, mal Andy hinter das Publikum und singt und spielt von dort, um ein ganz anderes Hörerlebnis zu schaffen. Sie haben keinen Manager, aber ein imaginäres Management, das ihnen immer wieder mit Rat zur Seite steht. Sie sollen mehr „happy Musik“ spielen, dann trifft das mehr Publikum. Tatsächlich haben sie eine Kiste mit solchen eingängigeren Stücken komponiert, wie vom Management empfohlen. Damit gehen sie aber sehr bedacht um. Sie machen und sie spielen die Musik, die aus ihnen kommt, sie komponieren nicht nach Erfolgschancen. Kein Mainstream.
 

Doch aus dem Publikum ruft doch einer nach „happy musik“, und sie erfüllen diesen Wunsch. Das imaginäre Management hat auch empfohlen, die Stücke zu erklären und so dem Publikum die Story dahinter mitzugeben. Das machen sie auch und auch das kommt gut an. So erfahren wir, dass sie Hauskonzerte lieben, weil sie da in Hausschuhen auftreten können, in jedem Haus andere. Wir erfahren auch dass sie für Engagement und Einsatz gegen Rassismus stehen, wohlwissend dass es ein mühsamer Prozess ist und dass sie die Ergebnisse vielleicht gar nicht mehr erleben werden. Zum Schluss gibt es noch eine Zugabe und dann einen regen Austausch mit den Gästen, es ist ein gelungener Abend.


Setlist
Intro / poem
to a void
the journey
leuchtende Vögel (Text Thomas Brasch)
those icicles
fireworks
lee
pour les oiseaux
8:46
future flames
ballad of daylight saving
fixing a riddle

interlude / poem#ballad of joy

a trivial pursuit
emma
equinox / deutscher Herbst

shelter song (Zugabe)
 


Montag, 25. November 2024

Meimuna, 21.11.24, Karlsruhe

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Konzert: Meimuna
Ort: Wohnzimmer in Karlsruhe
Datum: 21.11.2024
Dauer:  80 min
Zuschauer: 25

Bericht von Renate und Matthias - vielen Dank!

Die Band kam mit dem Tourbus direkt von Köln, wo sie einen Auftritt im Club „die Wohngemeinschaft“ hatte. Karlsruhe war der letzte Auftritt ihrer Tournee durch Deutschland. Mit dabei waren diesmal Jeff Albelda an der E-Gitarre (The Company of Men), Antoine als Techniker und ihr Manager Dominic Stämpfli. Cyrielle und Jeff spielten virtuos auf ihren Instrumenten, dazu sang Cyrielle mit glasklarer Stimme. 

 

Jeff stimmte fast unbemerkt mit ein, bis es eine leicht dissonante Zweistimmigkeit wurde, so schön als hätten sie schon immer so zusammen gesungen. Der Klang füllte den Raum bis in die letzte Reihe, wohl austariert von Antoine am Mischpult. Die Musik machte gute Laune, obwohl es doch melancholische Geschichten sind. Cyrielle erzählte wie sie als Kind mit ihren Geschwistern den Sturm Lothar erlebte. Ihre Hände klebten an der großen vibrierenden Glasscheibe, angsterfüllt stand neben ihr die große Schwester und als ihre Mutter die Situation auch gefährlich fand, gingen sie alle in den Keller. Die Konzertgäste lauschten aufmerksamen den sanften und blumigen Klängen und versuchten - je nach Sprachkenntnissen - der französischen und englischen Lyrik zu folgen. Aber auch als Muttersprachler versteht jeder etwas anderes, die Inhalte lassen genügend Interpretation zu. „Traurige Eltern haben traurige Kinder“, soll keine Aussage, sondern eine Frage sein, die jeder für sich beantworten kann. 

 


Cyrielle komponiert nicht nur Musik und Lyrik, sie setzt ihre Gedanken auch in Bilder um. Mit über 2500 Zeichnungen hat sie zu ihrem Song „Tomber de Haut“ einen Film gemacht, der wie ein Daumenkino anmutet. Als Zugabe spielten sie ein Stück aus Cyrielles Kindheit im Kanton Vallis, ihrer geliebten Heimat. So schön es dort ist, es wurde ihr zu eng, zu konservativ. So ging sie dahin wo sie sich besser entfalten kann. Der letzte Song ist ihrer Katze Spoutnik gewidmet. 


 

Spoutnik ist wild und legt sich mit anderen Katzen an und verliert fast immer, was der Katze immer wieder Gefechtwunden einbringt und Cyrielle mit Spoutnik teure Besuche beim Tierarzt. In dem Stück redet Cyrielle ihrer Katze ins Gewissen, dass sie aufhören soll, sich mit allen anzulegen. Ob Spoutnik so klug ist und das versteht? Wir haben diesen Abend sehr genossen und bestimmt trugen so einige die gute Stimmung mit nach Hause.


Setlist:




Mittwoch, 30. November 2022

Anna Shevchenko, Karlsruhe, 28.11.22

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Konzert: Anna Schevchenko
Ort: Europaviertel in Karlsruhe
Datum: 28. November 2022
Dauer:  60 min
Zuschauer: 18

 
Oft ist es eine Aneinanderreihung von Zufällen, die Menschen zusammenbringt. Seit April wohnt Nataliia bei uns. Sie kam aus Dnepro (Ukraine), als dort im Februar die ersten Bomben fielen. Einmal wurde sie an einer Straßenbahnhaltestelle von einer Frau nach dem Weg gefragt. Nataliia verstand noch kein Deutsch und musste abwinken. Irgendwie haben die beiden Frauen dann herausgefunden, dass beide aus derselben Stadt kommen. Nun sind sie Freundinnen und durch Nataliia durften auch wir Anna kennenlernen. Auf Nataliias Geburtstag hat Anna spontan ihr jüngstes Stück gespielt und das hat uns so inspiriert dass wir sie unbedingt nochmal hören wollten. Und so kam es dann auch.

Anna Shevchenko kam 2007 nach Deutschland. Bis 2010 musizierte sie mit dem "Raduga Jazz Trio" und war im Jahr 2011 als "Duett Muset" mit der Interpretation von klassischen Highlights der Musik bei verschiedenen Konzerten zu hören. Im Jahr 2012 hat Anna in Karlsruhe die Musikschule ANNAVIO gegründet. Obwohl Annas erstes Instrument ist die Violine ist, hat sie sich für diesen Abend für ein Klavierkonzert entschieden. Klavier ist für sie mit den vielen Akkorden wie ein Orchester. Alle Werke waren ihre eigenen Kompositionen - es gibt noch keine
offiziellen Tonaufzeichnungen und auch noch keine Noten. Aber es gibt zu jedem Werk eine kleine Geschichte:

1. ohne Titel - Die neueste Komposition, der Titel muss sich noch finden.

2. So ein schöner Tag - Es ist alles gelungen, man ist glücklich und frei, man spürt die Leichtigkeit
 

3. Dämmerung - etwas tiefer, langsamer und dunkler
4. Liebesgeschichte
5. Träumerei
6. Fahrradfahrt zum Strand - Die Musik erzählt, was man alles erleben kann, wenn man mit dem Fahrrad zum See oder zum Meer fährt, es gibt Gefahren, aber Anna will zeigen es ist alles gut, man hört die Bäume im Wind, sieht die Berge
 
7. Am Meer - Man geniesst den weißen Strand, türkisblaues Wasser mit wunderschönen Tieren ... d dur ohne cis...

8. Glücksgefühl - Ruhig, hell, positiv, von Herzen

9. Sommerregen - Mit der Musik hören wir ein Quietschen, es ist ungewollt und kommt von der Pedale
 
 
10. Feuerwerk - Das Quietschen geht nicht weg. Aber es gibt auch Konzerte mit Orchester und Staubsauger, wir hatten auch schon eine singende Säge in unserem Wohnzimmer. Warum nicht.
 
11. Spieluhrmelodie - Anna hatte mal den Auftrag, ein Jingle zu komponieren. Daraus entstand die Idee dieses Stücks, das mit starken Bässen den Raum füllt.

12. Computerspiel - Der Titel entstand erst, als das Stück schon fertig komponiert war. Es erinnert etwas an die elektronischen Klänge der frühen Computerspiele. 

13. Weihnachtsgeschichten - Ein Chor in einer Kirche, dann Schaufenster, ein Mädchen steht davor und sieht etwas, was sie sich sehnlichst wünscht und dann zu Weihnachten geht ihr Wunsch in Erfüllung.

14. Weihnachtslied - Für Anna ist Weihnachten so wie es in Deutschland üblich ist, wie ein Kindheitstraum. Vorsicht, Anna hatte mit diesem Stück schon Zuhörer zum Weinen gebracht.

15. Weltreise - Die Musik beginnt melancholisch, wird mit einem Flamenco impulsiv, dann wird es orientalisch, dann ein Zitat aus dem Chinesischen, dann Elemente aus einem russischen Kriegslied, den Schluss mit ukrainischer Hymne hat Anna erst später hinzugefügt, es ist ein Ende mit Fragezeichen.

16. Hoffnung -  sie stirbt zuletzt
17. Alles wird gut - Zugabe

Anna hat uns an diesem Abend in ihre musikalische Welt mitgenommen und verzaubert. Nach ihrem Konzert waren wir berührt, inspiriert und gut gelaunt.




Samstag, 26. Oktober 2019

Mt Linea, Karlsruhe, 13.10.19

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Konzert mit Mt Linea im Europaviertel Karlsruhe
Datum: 13. Oktober 2019
Dauer: 70 min
Zuschauer: 19


Bericht und Bild von Renate und Mathias - Vielen Dank!!

Angekündigt als Mt Linea kannten wir doch diese Stimme! Ja richtig, es ist Annalena Bludau. Wir waren 2015 auf ihrem Konzert in Gudruns Wohnzimmer. Danach gab sie für eine Weile keine Konzerte. Jetzt ist sie wieder auf Tour, und schon mit ihrem dritten Konzert wieder in Karlsruhe.
Sieben Stunden Autofahrt und ewige Staus, 18 mal Blaulicht, von Attendorn im Sauerland nach Karlsruhe. Dann endlich um 17:30 Uhr war sie da. Teppich für die Bühne auslegen, Beleuchtung, Soundcheck, noch ein kurzes Verschnaufen beim Abendessen und dann warteten 19 gespannte Zuhörer. 



Sie singt wie sie ist. Repetitive Songstrukturen, die Lyrics bis ins Feinste gereift, die Stücke so ausgewählt, dass sie musikalisch zu einem Spannungsbogen werden. Aber auch die von Anna-Lena gestaltete Beleuchtung trägt viel zur mystischen Stimmung bei. Ausgewählte alte Dias, aufgenommen von ihrem Großvater, projiziert auf ihr Gesicht und den Hintergrund, unterstreichen die Musik und die lyrischen Texte. Musikalisch begleitet durch die elektrische Gitarre, aber die Stimme ist im Vordergrund, ganz zum Schluss noch ein Stück zum Ausklingen, mit elektrischen Piano.  Danach plauderten die Konzertbesucher noch eine Weile und gingen dann beschwingt und beseelt nach Hause.

 

Aus unserem Archiv:
Annalena Bludau, Karlsruhe, 07.02.15
Annalena Bludau, Stuttgart, 11.10.13

Dienstag, 13. November 2018

Port Almond, Karlsruhe, 11.11.18

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Konzert: Port Almond
Ort: Wohnzimmer im Karlsruher Europaviertel
Datum: 11. November 2018
Dauer: 60 min
Zuschauer: 26


Bilder und Bericht von Matthias und Renate - vielen Dank!!
Rune Simonsen und Erik Nilsson von „Port Almond" kommen aus Norwegen, der Stadt  Tromsö - die liegt 300km nördlich vom Polarkreis. Als sie am Mittag am Hauptbahnhof ankamen, ist es in Karlsruhe ein wunderbarer Herbsttag und wir sind nicht die einzigen, die einen Sonntagspaziergang machen: 18°C im November, sowas erlebt man in Tromsö nicht.



Auf der Fahrt durch die Stadt möchte Rune so viel wissen. Wir hoffen, dass wir seine Fragen auch richtig beantworten können, wie heißt die Kirche nochmal? Schloss, Kunsthalle, Bundesverfassungsgericht, Rune ist gleich interessiert an geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Er studierte Geschichte in Berlin, liest viel, nimmt auf…..und komponiert und schreibt die Lyrics für seine Musik. Ein echter Singer-Songwriter. 



Das Wohnzimmerkonzert war gleich ausgebucht, so verlockend war die Vorschau im Internet. Die Stimme von Rune überzeugt, dringt ein, und schafft eine wunderbare Atmosphäre. Wir würden gerne die Lyriks besser verstehen oder erklärt bekommen. Rune ist da ganz entspannt. Es soll gut klingen und inspirieren.

 

Begleitet wird Rune von Erik am Piano. Virtuos tanzen seine Finger über die Tasten, es klingt ein bischen nach Jazz, einige Passagen erinnern an das Köln Konzert von Keith Jarreth. Erik ist mit dem Klavierspielen aufgewachsen hat die Leidenschaft dafür von seinem Opa. Dieser war ursprünglich Seemann, danach verdiente er sein Geld mit Klavierspielen in Kneipen und Bars.
 


Erik legt seine Hand aufs Herz, man sieht ihm an, dass er die kleinen Auftritte und die Nähe zum Publikum genießt ... und das Puplikum ist begeistert.


Rune spielt einzelne Stücke aus seiner Zeit als Leadsänger bei Mount Washington und gemeinsam spielen sie Songs von ihrer neuen Platte. Diese ist rein analog in Berlin aufgenommen und nur in Vinyl erhältlich, höchste Qualität.
 


Setlist:
01: Maybe Elephant
02: Destinations
03: Sea of Mine
04: The River Ankh
05: Isle Finding
06: Proxy Boy
07: Send Your Love
08: Lisboa
09: Next Year
10: Walking Man

11: Black Wine (Z)
12: Cliff Diver (Z)

Aus unserem Archiv:
Port Almond, Karlsruhe, 11.11.18 (Gudruns Bericht)


Montag, 25. Juni 2018

Nicolai Köppel, Karlsruhe, 23.06.18

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Konzert: Nicolai Köppel
Ort: Karlsruhe Europaviertel
Datum: 23. Juni 2018
Dauer: 90 min
Zuschauer: 13



Bericht und tolle Fotos von Renate & Matthias - Vielen Dank!!

Im Theater „Die Käuze“ bei Kleinkunst im Wald“ haben wir Nicolai Köppel zum ersten Mal auf der Bühne erlebt. Wir waren ganz angetan von den Texten, seiner Mimik und Wortakrobatik sowie seiner frech-fröhlichen Art. Mit seinen Knalltüten – das ist die aktuelle CD -  gingen wir nach Hause. „Gibt er wohl auch Wohnzimmerkonzerte?“ sinnierten wir, “das wäre doch toll, wenn wir ihn bei uns begrüßen dürften….. nein, er ist bestimmt viel zu berühmt, das macht er nicht“. Schließlich schrieben wir ihm und bekamen prompt eine positive und so sympathische Antwort. 


Dass am vereinbarten Konzerttermin Fußballweltmeisterschaft ist und Deutschland gegen Schweden spielt, hatten wir nicht bedacht. Treue Konzertbesucher haben sich trotzdem für Nicolai Köppel entschieden, und das haben sie sicher nicht bereut! 



Eigentlich schreibt er Lyrik, Geschichten, Bücher, Shorties, Musicals und Drehbücher. Noten kann und braucht er nicht. Mit Gitarre, Mundharmonika und seiner ausdrucksvollen Mimik zog er uns in seinen Bann. Bis zur Pause waren alle mucks-mäuschenstill, niemand wollte etwas verpassen. Wir hingen ihm an den Lippen, lauschten seinen Liebesliedern, den traurigen und den  glücklichen sowie den Quatschliedern. Wir finden, dass sie sowohl musikalisch als auch textlich aus der Feder von Funny van Dannen sein könnten.


Nach der Pause kam der Zahngesundheitshamster, der allgemein für herzliche Lacher sorgte. Die Kinder lieben ihn und die Lehrerinnen finden ihn ganz niedlich. Fühlt er sich wirklich wohl in seiner Rolle? Die Stücke geben Rätsel auf. Warum war der Käfig leer und der Zoowärter wusste von nichts? Im Graben liegt ein Mensch, warum ist er gefesselt und nur mit Blättern bedeckt? Es bleibt Raum für Phantasie, Interpretation. Wer hat die schönste Freundin, ist es David, oder Johannes, oder Lutz, er oder Thorsten? Was bringt Schönheit, wenn das Licht ausgeht? Die Freundin soll auch schlau sein und auch viel Geld verdienen. Ganz praktische Tipps gab er in seinem Stück Ich verlieb mich in Dich.



Der Klassiker ist immer noch der Gnom auf dem Balkon. Da geht es um beobachtet werden, um mögliche Gefahren oder doch verpasste Chancen? Viele Werke sind noch unvollendet und wir sind schon gespannt, wann sie auf die Bühne kommen. Zum Beispiel das von der Fußballweltmeisterschaft in Russland. Einige Takte hat er uns vorgespielt, das Ende ist aber noch offen! Verraten hat uns Nicolai schon von seiner Idee, bekannte Musikstücke anderer Interpreten ins schwäbische zu übersetzen. Die exklusive Kostprobe in der Pause war schon mal vielversprechend. Wir sind gespannt.

Setlist:
01: Verlieb dich in mich
02: Der Gnom
03: Küche Richtung Stadt
04: Ausgeheult
05: Mein Mädchen
06: Traum nach schwerem Essen (Tl. 2 der "Bruce-Trilogie")
07: Maßholderbach
08: Fangfrage

09: Seit du mich verlassen hast
10: Das Viech
11: Nachgefragt
12: Die Freundin von Torsten
13: Der Hamster
14: Schleichweg
15: Überreagiert
16: Schachhooligan
17: Knalltüten

Dienstag, 3. April 2018

Kirsty McGee, Karlsruhe, 01.04.18

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Konzert: Kirsty McGee & Quiet Loner
Ort: Karlsruhe Europaviertel
Datum: 1. April 2018
Dauer: 120 min
Zuschauer: 26


Bericht und die tollen Fotos von Renate & Matthias - Vielen Dank!!

Kirsty McGee und Matt Hill kennen sich schon seit über 20 Jahren, aber zusammen auf Tournee sind sie erst jetzt. Bisher gibt es auch noch keine gemeinsamen Musikproduktionen. Warum eigentlich nicht?


Während Kirsty sich schon lange auf ihre Musik konzentrierte, führte Matt noch ein bürgerliches Leben: „Nine to five“, meist wurde es „seven to seven“. Dabei fehlte ihm die Zeit für seine Musik. Erst mit Mitte 40 - wenn viele Männer auf schnelle Autos schwören -  wurde er zum „Museum Songwriter“,  zum Musician. Matt Hill nennt sich „Quiet Loner“, ist aber alles andere als ruhig und einsam.



Wohnhaft in Manchester,  beschäftigt er sich mit den Nöten der Menschen: Im geschichtlichen Kontext, z.B. Wahlkorruption Anfang des 19. Jahrhunderts, genauso wie heute, wenn Menschen arbeiten, aber so wenig Lohn bekommen, dass sie sich kaum eine Wohnung leisten können.  Verarbeitet hat er das in seinem Song „Manchester Rain“: … the  Manchester Rain that falls on us all
Rolls off the wealthy as it soaks through the poor...

 

In einem Song begleitete ihn Kirsty mit einer ganz langen Bassflöte, die zum Mundstück hin um 180 ° gebogen ist. „Das ist noch eine kleine Flöte, die ist aus den Niederlanden. Dort gibt es in einer Flötenakademie noch viel größere!“ kommentierte Kirsty. Unaufdringlich aber sehr präsent begleitete sie Matt, bis zur Pause, danach übernimmt Kirsty die Hauptrolle, Matt begleitet.



Kirsty findet in allem Musik. Im Stück „The Ghosts“ holte sie aus einer Säge die heulenden Gesänge der Geister ins Wohnzimmer. Für einen anderen Song wurde sie vom Gesang einer Amsel inspiriert. Die immer gleichen kurzen Tonfolgen wurden zur Titelmelodie von „Copenhagen“, die Stadt wo sie sich hingezogen fühlt, der Liebe wegen. Überhaupt geht es in ihren Songs viel um Liebe, Freundschaft und Beziehungen.



Einmal bekam sie eine mail von einem Filmproduzenten. „Das ist Spam“ dachte sie. Das war es aber  nicht, es war echt  und ihr Song „The Sandman“  wurde damit zur Filmmusik in Trance von Dany Boyle.

 


Setlist - Quiet Loner:
There go the ghosts
Save your pity
Tourniquet
Lucky old sun (cover)
Manchester Rain
If love should rise on the winter tide
A lonely heart just knows
Stone and Bone
Roll me out
The Cape (cover Guy Clarc)
 


Setlist - Kirsty McGee
Pray
Trick of the Light
Electricity
If I had a Dollar
Survival
Running with the Blues
Fireworks
Blue Sugar
Little Stars
Copenhagen
Sandman
Setting of The sun
Island in the stream



Aus unserem Archiv:
Kirsty McGee, Karlsruhe, 19.10.14  
Ocotillo, Frankfurt,  22.03.16
Kirsty McGee & Quiet Loner, Karlsruhe, 31.03.18
 


Freitag, 1. Dezember 2017

She Owl, Karlsruhe, 29.11.17

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Konzert mit She Owl im Europaviertel in Karlsruhe
Datum: 29. November 2017
Dauer: 100 min
Zuschauer: 20


Bericht von Renate mit Fotos von Matthias - vielen Dank!!

Es war schon dunkel - der ein oder andere Konzertbesucher sagte noch zu oder ab, aber die Band She Owl war noch nicht in Sicht. In unserer Phantasie fuhren sie durch dichte Wälder über kurvige Strassen, die Scheibenwischer kratzten den Eisregen von der Windschutzscheibe. Endlich waren sie da, nach sechs Stunden Autobahn, Stau, Wintereinbruch in Bochum, wo sie am Vorabend in der Bastion gespielt hatten.


Schnell war alles ausgepackt und aufgebaut, nur noch ein kurzes Abendessen, da spielten und sangen sie schon. Die anfängliche Erschöpfung von der Reise mündete bald in intensives Ausleben ihrer Musik. Jolanda setzte virtuos ihre Stimme ein, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Sie am Piano, begleitet von Damian mit Gesang und Gitarre, wechselten sie sich ab mit Harfe, Schellen und Trommel.



Es war im Jahr 2014, als der Anruf kam. Sie waren gerade in den Alpen in Norditalien, in einem Haus mit ganz vielen Katzen. Ein Angebot aus Californien sollte ihr Leben verändern. Der Drummer von Rage against the machine wollte Jolanda am Piano der Band Last Internationale. So zogen sie für drei Monate für Aufnahmen und Konzerte nach L.A. . Aber das war nicht ihr Leben, nicht diese Stadt. Zu viele Eindrücke erdrückten sie, dieses für sie rauhe Leben, das konnten, wollten und brauchten sie nicht. Verarbeitet haben sie ihre Erlebnisse mit dem Stück Mimla.



Sie spielen lieber auf kleinen Bühnen und erleben ihr Publikum hautnah. Auftritte wie auf dem Nürnberger Brückenfestival mit 500 Zuschauern sind auch mal gut, genauso schön war das Konzert am Vorabend in der Bastion, einem kleinen Theater in Bochum, mit 16 Zuhörern. Bei Animal Animal animierten sie uns zum Singen des Chorus. Nach einem Repertoire ihrer eigenen Stücke coverten sie als Zugabe Brian Eno und Brendan Perry: Da war Damians Stimme - in allen bisherigen Stücken nur die Begleitung - ganz präsent. Schade, warum nur bei Saturdayˋs Child?


Später habe ich erfahren, dass Damian zehn Jahre lang Frontsänger war und nun Jolanda beim Gesang den Vortritt lassen möchte. So ein Gentleman! Jolanda findet, dass die Musikszene männlich dominiert ist und möchte dem entgegenwirken, mit Projekten wie dem HERfest (2015 in San Francisco und 2016 in Halle/Saale).
 

Die nächste Tour führt die beiden im Dezember durch Italien. Im März 2018 gehen sie als Band-Trio (wieder) gemeinsam mit Gus Ring auf Tour.

Setlist:
01: Fisherman Queen
02: Over the bones
03: About the Sea
04: Wolf Tale
05: She cries a river
06: War Within
07: Before the night
08: Glass
09: Behind the stars
10: She Owl
11: Mimla
12: Animal Animal


13: By this River (Z, Brian Eno)
14: Saturday's Child (Z Brendan Perry from Dead Can Dance) 


Aus unserem Archiv:
She Owl, Adorf, 02.07.16
She Owl, Karlsruhe, 25.05.15



Samstag, 8. Juli 2017

Rianóir, Karlsruhe, 09.06.17

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Konzert: Rioanóir
Ort:  Wohnzimmer im Europaviertel Karlsruhe
Datum: 9. Juni 2017
Dauer: 80 min
Zuschauer: 25


Bericht und Fotos von Renate und Matthias - Vielen Dank!!

Auf einen Tipp unserer Freundin Anne waren sie nun in unserem Wohnzimmer, die beiden Iren Ari Sheehan und Mick Hoey. Zusammen bekannt als Rianóir. Ari ist Gitarrenbauer, Mick war jahrzehntelang Fischer und Jäger. Es sollte diesmal ein ganz anderes Konzert werden, rein instrumental, nur mit zwei Gitarren. Wir hatten trotz Vorschau auf YouTube keine Ahnung wie das werden sollte. Schon nach den ersten Tönen und Rhythmen wurden unsere Vorstellungen weit übertroffen.
 


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, bei den Kompositionen von Ari und Mick trifft das - übertragen auf Musik - genau.  Gespannt lauschten alle den Tönen und wechselnden Rhythmen, die ganze Geschichten erzählen. Es wäre nicht notwendig gewesen, dass Mick das Stück „Galopp“ ansagte. Gleich bei den ersten Zupfen und Schlägen hörte man die Pferde durchs Wohnzimmer galoppieren.  



Eine Höchstleistung auch für die Finger, die virtuos über die die Saiten eilten. Bei den Zuschauern, die selbst Gitarre spielen, war die Bewunderung besonders groß. Nach 80 Minuten Konzert und rauschendem Applaus wurde noch viel geplaudert und geschwärmt von den beiden virtuosen Iren, so konnte der Abend gemütlich ausklingen.
 

Setlist:
01: Watching the waves
02: Ancient shadows
03: The chase
04: Adrift in a sea of dreams
05: Adagio
06: The Road you take
07: The gallop
08: Meeting of minds
09: Forbidden Passion
10: Break in the clouds
11: Chicken head



Montag, 1. Juni 2015

Kathy Freeman, Karlsruhe, 30.05.15

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Wohnzimmerkonzert #3 bei Renate und Matthias
   mit Kathy Freeman
Ort:  Karlsruhe
Datum:  30. Mai 2015
Dauer: 90 min
Zuschauer: 20


Ein Bericht von Renate mit Fotos von Matthias - vielen Dank!
 

Frisch von einem Konzert in Freiburg kam die Wahlberlinerin, mit leichtem Gepäck und Gitarre am Karlsruher Hauptbahnhof an. Nach einem gemeinsamen Abendessen war noch etwas Zeit für Gespräche und einen Spaziergang im Wald.


Angekündigt war, dass es diesmal etwas lauter wird. Ihre Stimme mit Gitarre (leicht verstärkt) füllte genau den Raum.  Geprägt aus der Musik der 50iger Rockabilly und 70iger Punk spielte sie ihre eigenen rockigen Songs und ein paar ausgewählte Covers von Elvis bis Johnny Cash. 

   
Mit ihrer einzigartigen Art, die Musik zu interpretieren, überzeugte sie schnell und nahm die Zuhörer mit.
Es ging um schlaflose  Nächte; alte Freunde, die einen mit Facebook wiederfinden - ob man will oder nicht -, um Alkohol (obwohl sie selbst gar nicht so viel davon trinkt) und zum Schluss ihren Song „O.V.E.R.“. 
Schluss war damit aber noch nicht, es gab zum Glück noch ein paar Zugaben.


Danach hatten wir Gelegenheit, die Künstlerin auch persönlich kennenzulernen. 



Die Musik von Kathy Freeman findet sich auf Bandcamp zum anhören und kaufen. 


 

 

Konzerttagebuch © 2010

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