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Montag, 10. Dezember 2018

Marla & David Celia, Karlsruhe, 25.11.18

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Konzert mit Marla und David Celia in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 25. November 2018
Dauer: 120 Minuten
Zuschauer: 34


Bilder und Bericht von Gabriele - vielen Dank!

Diesmal spielten Marla und David Celia schon zum dritten Mal im Kirchfeld in Karlsruhe. Nach 40 Konzerten zur Präsentation ihres neuen Albums Daydreamers in acht Ländern war dies nun der letzte Abend der aktuellen Tour. Sie haben wirklich alles gegeben, um wieder die für sie typische intensive Atmosphäre entstehen zu lassen: gute Laune und Humor, wunderbaren Duo-Gesang mit souveräner Gitarrenbegleitung, ein virtuoses Gitarren-Solo von David, Zugaben nach Publikumswünschen (darunter beeindruckende Cover-Versionen!). Sogar ein weihnachtliches Mikrofonständer-Wunder hat nicht gefehlt.
 


Eindrücke einiger Gäste:

Karin: Ein schöner Abend mit entspannter Musik von Marla und David. Wunderbar weiche, warme, schön zusammen passende Stimmen. Auch bei diesem Konzert herrschte wieder eine besondere Atmosphäre. Marla und David verstehen es, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Die charakteristische Stimme von Marla, die gemeinsamen Lieder, das Zusammenspiel der beiden - einfach ein tolles Erlebnis!


Gabriele: Zunächst vielen Dank für die Einladung, auch im Namen meiner Mutter und ihrer Freundin! Es waren drei sehr schönen Stunden bei dir! Als ich meine Mutter fragte, ob es doof war, dass die Texte alle englisch sind, sagte sie: Ich musste die Texte gar nicht verstehen, die Melodie der Lieder war das, was ich hörte und die war sehr, sehr schön!

Chris & Heike: Charmantes Duo - fantastischer Harmoniegesang - beeindruckendes Gitarrenspiel - sehr netter Humor - coolstes Auto (auch auf dem neuen Albumcover) - sangesfreudiges Publikum - besondere Coverversion: "Black(Banana)bird" -  beste Kazoo-trötende Gastgeberin aller Zeiten!
 


Setlist:
01: Warmind Words
02: Infinity
03: Lover of Mine
04: Luddite Blues
05: Marais
06: Thulani
07: Don’t Keep It All Inside
08: Faker Baker
09: Village Life
10: Follow Me
11: Where Are You?
12: Carry It On


13: Heart Like A Dove
14: Running
15: Cactus
16: The Wind
17: Follow Me
18: Brave New Land
19: In The Wind
20: Only Love Can Break Your Heart
21: This Isn't Here
22: Daydreamers

Zugaben u.a.
Blackbird
Halleluja



Montag, 30. April 2018

Café Negro, Karlsruhe, 27.04.18

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Konzert mit Café Negro in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 27. April 2018
Zuschauer: 42
Dauer: 125 min
 

Bericht und Bilder von Heike/Gabriele und Olaf - vielen Dank!

Ein deutsch-kolumbianisches Freundschaftsprojekt stand am 27. April im Mittelpunkt eines Wohnzimmerkonzerts bei Gabriele im Stadtteil Neureut-Kirchfeld. Das Karlsruher Duo Café Negro, bestehend aus Cristhian de Vries Panesso (Gesang) und Günter Hellstern (E-Piano), wurde 2017 ins Leben gerufen. Ihr Repertoire reicht von argentinischem Tango über brasilianischen Samba und karibischen Reggae bis hin zu bekannten kolumbianischen Pop-Balladen.


Günter und Chris holten das Publikum zu Konzertbeginn mit zwei gefühlvollen Stücken ab, um anschließend mit heißen Rhythmen die Tanzlust zu wecken. Da das Wohnzimmer bestuhlt und mit vielen Zuhörern gefüllt war, bot sich die Küche als gerne genutztes Parkett an. 



Mit seiner ausdrucksstarken Stimme, die mal weich und traurig, mal intensiv und lebendig klingt, nahm Cristhian das Publikum schnell für sich ein, während Günters virtuoses Klavierspiel zwischen jazzigen und lateinamerikanischen Elementen für Begeisterung sorgte – mit seinen Solis riss er die Gäste mehrfach zu spontanen Beifallsstürmen hin.
 

Dank mehrerer Zugaben spielte Café Negro über zwei Stunden, unterbrochen von einer etwa 20-minütigen Pause, die das altersmäßig bunt gemischte Publikum mit den beiden Musikern in Kontakt brachte. Mit viel Humor beugten sie sich zum Abschluss scheinbar widerwillig den hartnäckigen Forderungen nach dem Sommerhit „Despacito“ und entließen so viele begeisterte Zuhörer nach einem energiegeladenen und stimmungsvollen Wohnzimmerkonzert ins Wochenende.

Setlist:
01: Vuelvo al Sur
02: Locura Mía
03: Amar Pelos Dois
04: Mujer Divina
05: Besame Mucho
06: Garota de Ipanema
07: Mas Que Nada
08: Dulcito de Coco
09: Fly Me to the Moon
10: Quizaz
11: Ojalá
12: El Raton
13: Malena
14: Besos Usados
15: Un Monton de Estrellas
16: Lagriamas Negras
17: El Cantante
18: Despacito



Samstag, 24. März 2018

Loch Lomond, Karlsruhe, 21.03.18

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Konzert mit Loch Lomond in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 21. März 2018
Dauer: 90 min
Zuschauer: knapp 30


Bericht und Fotos von Simon - Vielen Dank! 

Loch Lomond sind momentan in Europa unterwegs und touren mit Typhoon. Ich verfolge die Band schon ein paar Jahre lang, jedoch waren sie bisher leider nur selten in Euroa zu Gast. Zuletzt hatte ich die Loch Lomond (viel mehr Ritchie Young solo) vor über dreieinhalb Jahren gesehen. Das aktuelle Album Pens From Spain ist inzwischen immerhin auch schon wieder fast zwei Jahre alt.
 


Heute war es dann endlich soweit: Loch Lomond aus Portland, Oregon spielten in Karlsruhe. Genauer: im Wohnzimmer von Gabriele, die uns zu diesem tollen Konzert eingeladen hat. Wenn ich es richtig überschlagen haben, dann waren es 25 - 30 Leute, die den Weg in Gabrieles Wohnzimmer gefunden haben. Dort wurde es ganz schön eng, zumal Loch Lomond in einer Vierer-Besetzung auftraten: Ritchie Young spielte hauptsächlich Gitarre und Ukulele, dazu wippte er mit viel Gefühl im Fuß noch auf einem Schellenring, was für eine detailreiche Untermalung der Songs sorgte. Die zweite Gitarre spielte Pete Bosack.
 


Die beiden Musikerinnen - Brooke Parrott und Anna Hoone - wechselten sich während des gesamten Konzerts regelmäßig an Ihren Instrumenten (hauptsächlich Keyboard und Xylophon) ab. Das war in dem dicht besiedelten Wohnzimmer gar nicht so einfach, hat jedoch ganz gut geklappt. Aus den Songs von Loch Lomond sticht der Gesang von Ritchie Young - der im Gegensatz zu seinen Bandkollegen komplett in weiß gekleidet war (der Rest spielte komplett in schwarz) - heraus. Ritchie hat eine sehr markante Stimme und verleiht den Songs dadurch einen ganz besonderen Charakter. Ergänzt wurde der Gesang bei vielen Songs zusätzlich durch den Einsatz der weiteren Bandmitglieder, was sehr harmonisch und wohlklingend war!
 


Das Konzert war in zwei Teile aufgeteilt, dazwischen eine Pause von etwa 15 Minuten. Mein Highllight des ersten Sets war A Field Report. Den Song hatte ich schon lange nicht mehr gehört, obwohl er zu meinen Loch Lomond Lieblingen gehört. Dazu gesellte sich ein Coversong von den Magnetic Fields und eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Nach der Pause fanden sich unter anderem Tiny Steps, Tic und der wohl bekannteste Song Wax and Wires in der Setlist. Auch hier gab es mit The Book Of Love erneut einen Song von den Magnetic Fields. Richtie hat sich in der zweiten Konzerthälfte gleich mehrfach bedankt und dabei auch die ein oder andere Anekdote zur laufenden Tour erzählt.
 

Zum Abschluss erhielten wir kurz nach 22 Uhr noch den Egg Song aus dem Album Little Me Will Start A Storm als Zugabe. Wie bei so vielen schönen Konzerten, hätte der Abend gerne  länger sein dürfen, denn ich habe mich in der Wohnzimmergesellschaft sehr wohl gefühlt. So blieb aber noch Zeit für ein paar Worte der Band und dem obligatorischen Kauf einer Schallplatte (natürlich mit Unterschriften der Band - das gehört dazu).


Berichte von Ursula zu Tourstationen 2018:
Loch Lomond in Wetzlar
Wohnzimmerkonzert Loch Lomond in Montabaur 

Aus unserem Archiv:
Loch Lomond, Paris, 23.02.13
Loch Lomond, Paris, 04.03.12



Donnerstag, 20. Juli 2017

Anne Pe, Karlsruhe, 01.07.17

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Konzert mit Anne Pe in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 1. Juli 2017
Dauer: 70 min
Zuschauer: 23


Ein Gastbericht von Johannes mit Fotos von Gabriele. 
Vielen Dank!!

Ein weiteres Konzert in Gabrieles schönem Wohnzimmmer. Diesmal füllte Anne Pe diesen Raum und es kamen rund 23 Leute. Die aus Offenburg kommende Künstlerin spielte aus ihrem erst kürzlich veröffentlichten Debut-Album Glowing Seas. Für Hauskonzerte eher schon unüblich spielte sie ohne jegliche Technik wie Verstärker, nur mit ihrer schönen Gitarre. Bei anderen Konzerten ist sie in Begleitung eines Basses zu hören - sein Fehlen tut ihren künstlerischen Qualitäten aber keinen Abbruch.
 


Sie spielte schöne, ein wenig melancholische Lieder, wenn auch manche Texte durch das Fehlen einer Verstärkung ihrer Stimme schwer verständlich waren. Interessant war die Mischung von deutschen und englischen Texten.
 


Das Konzert selbst war in zwei Teile geteilt, mit einer längeren Pause dazwischen. Am Ende gab es dann noch zwei schöne Cover Stücke als Zugabe zum Mitsingen. Alles in allem war es ein gelungener Abend mit schönem Indie-Folk.


Montag, 1. Mai 2017

Brenda Xu, Karlsruhe, 28.04.17

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Konzert: Brenda Xu
Ort: Karlsruhe Kirchfeld
Datum: 28. April 2017
Dauer: 80 min
Zuschauer: etwa 25


Nach manchen Wohnzimmerkonzerten bin ich ganz besonders froh, dass mich die Launen des Schicksals auf diesen Weg geschubst haben. Als die in Seattle beheimatete (*) Brenda Xu mit ihrem Kollegen Kacy Sommers in Kirchfeld zwei Gitarren auspackten, deutete für mich nichts darauf hin, dass sich kurz darauf eine so ergriffene Stille über das Publikum senken würde, das wir hinterher von einem fast religiösen Erlebnis sprachen. 


Schwerpunkt der ersten Hälfte des Abends waren die Lieder des Albums For the Winter (2014). Ich war ihnen schon in der veröffentlichten Albumversion begegnet, aber die sehr, sehr zurückgenommende Live-Umsetzung war ganz anders und wirkte unfassbar kostbar. Die Stimme von Brenda mit ihrem ganz eigenen tiefen und modulierbaren Timbre stand ganz im Mittelpunkt und Kacy beherrschte die Kunst, mit seiner Stimme und der zweiten Gitarre so mitzumusizieren, dass man nie einen Einsatz hörte, sondern sich nur über wechselnde Farben und Nuancen der Musik freute.


Was nicht heißt, dass hier nur die leisen Töne dominierten, denn z.B. Light Of The Moon war zwischendurch ordentlich laut und nachdrücklich rufend. Im Trumpet Song sollte man ja befürchten, dass ohne Trompete das wichtigste verloren geht, aber mit den typischen rhythmischen Akkorden und dem fast gesprochenem Text darüber ist das Lied einfach ein Instant-Aufhorcher. Mit dem lockenden und tänzelnden Gesangsteil wird die Spannung schließlich so aufgelöst, dass man wohl von einem potentiellen Radiohit sprechen muss, der sofort im Ohr hängen bleibt. Dagegen hatte Cold In Virginia ein sich einschmeichelndes Gitarren-Intro bevor es tänzelnd Fahrt aufnahm.


Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist mir auch das Lied We Die From It, das auch schon als Filmmusik in einem Coming-of-age-drama gedient hat. Sehr gute Wahl! In der besonders intimen Zweistimmigkeit hatte ich das Gefühl, dass sich die Stimmen punktuell regelrecht umschmiegten. Das ging allen ans Herz und unter die Haut. Außerdem kam es auch noch nie vor, dass in einem Konzert ein The National-cover geboten wurde - hier mit Start a war. Brenda konnte ja nicht wissen, dass wir im Konzerttagebuch 25 Konzertberichte aus 10 verschiedenen Ländern haben...



In der zweiten Hälfte des Konzertes standen die Lieder des gerade Ende März erschienenen Albums Overflow im Zentrum. Der Track Overflow ist rein a capella und wurde im Konzert wie auf der Platte gleich übergeleitet zu Officer mit einem ganz feinen Gitarren-Picking. Auch auf dieser Platte gibt es mit Real Sick Man einen sehr treibenden Song, aber die ruhigen und innigen Töne wie in I Can Visit You oder Flying  und Just For Us überwogen.


Nach dem wunderbaren Erlebnis klatschten wir natürlich um eine Zugabe. Brenda und Kacy lächelten sich und uns an und kommentierten: Die Deutschen würden am Schluß immer so lang klatschen! Niemand vorher hatte ihnen also verraten, dass wir damit den Wunsch nach einer Zugabe ausdrücken - erst auf der letzten Deutschlandstation wurde das Rätsel des deutschen Dauerklatschens für sie aufgelöst...

Im von Brenda schließlich spontan als Zugabe gewählten Solostück von einem der älteren Alben klang dann erstmals an dem Abend tatsächlich auch für mich die in den Besprechungen oft erwähnte Ähnlichkeit zu Aimee Manns Stimme an.

Inzwischen entfliehen Brenda und Kacy dem Winter in Italien, um in Moncalieri, Turin, Mailand, Bologna, Lester, Rom und Neapel ihre musikalische Version von Überfluß zu teilen.

(*) geboren in China und in den USA aufgewachsen.



Freitag, 30. Dezember 2016

Luckless, Karlsruhe, 06.12.16

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Konzert mit Luckless bei Gabriele
Ort: Karlsruhe Kirchfeld
Datum: 6. Dezember 2016
Dauer: 75 min
Zuschauer: knapp 20


Der dritte Abend in weniger als 18 Monaten - Luckless-Konzerte sind in Karlsruhe wirklich beliebt! Tatsächlich schaffte es die Neuseeländerin Ivy Rossiter mit ihrer intensiven Musik und ihrer freundlichen Art, auch das Publikum in Gabrieles Wohnzimmer binnen weniger Minuten ganz in ihren Bann zu ziehen. Es begann raunend und elektronisch schwingend mit dem Telephone song, der auch für alle Neulinge gleich ihre zweite Stärke - diese Stimme! - schön in den Fokus stellte.
 

Auch die nächsten zwei Songs Hummbird heart und When you asked her to stay waren für mich inzwischen ganz vertraute Songs. Aber anschließend gab es ganz neues Material und insbesondere No civil war traf bei mir voll ins Schwarze. Eine persönliche Antwort darauf, als nun in Europa lebender Mensch näher am Nachrichten-Weltgeschehen zu sein. Wir hatten im letzten Winter schon darüber geredet, dass Neuseeland etwa so viele Flüchtlinge aufnimmt, wie im Studentenwohnheim wohnen, wo wir ihren letzten Karlsruher Auftritt organisiert hatten und man sich da in Deutschland viel unmittelbarer am Puls des Geschehens befindet.
 

Nach der zum reden und ausfragen genutzten Pause erhielten wir noch drei weitere neue Lieder, die mich ganz gespannt auf ein neues Album machen. Bei Friend/Foe schmolz mir das Herz in der einen romantischen Wendung. Ich glaube, den anderen ging das nicht viel anders, denn  wir konnten das Konzert nicht einfach mit Better than being blue enden lassen sondern baten um eine Zugabe. Mit Cities of salt endete der Abend dann auf einer überraschend melancholischen Note. Trotzdem gingen alle im Herzen voller Freude und mit einer neuen Lieblingsmusik nach Hause. 

Vielen Dank an Gabriele und Ivy!


Setlist:
01: Telephone Song
02: Hummingbird heart
03: When you asked her to stay
04: Palpitations (neu)
05: No civil war (*)
06: The Marble & you
   Pause
07: All I want is sleep
08: Get lucky (neu)
09: This years (neu)
10: Friend/Foe (neu)
11: Better than being blue

12: Cities of salt (Z)

Luckless - Full Live Session @Uebersehcontainer/BI 11. Juni 15 

(*) All proceeds from sales of this track will go to Medecins Sans Frontieres


Aus unserem Archiv:
Luckless, Karlsruhe, 28.10.15
Luckless, Adorf, 20.06.15

Luckless, Karlsruhe, 09.06.15




Montag, 26. September 2016

Familiar Wild, Karlsruhe, 25.09.16

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Konzert: Familiar Wild
Ort: Wohnzimmer in Karlsruhe-Kirchfeld
Datum: 25. September 2016
Dauer: 65 min
Zuschauer: 18


Unser Kennenlernen in Reykjavík entbehrte nicht einer gewissen Dramatik - wegen des fremden Ort für uns beide und wegen der wirklich guten Ratschläge von Isländern, die ich erhalten hatte. Nichtsdestotrotz war die dort ausgesprochene Einladung nach Karlsruhe nicht dem Überschwang des Moments geschuldet sondern von Herzen und sehr ernst gemeint und ich war sehr froh, als wir (endlich...) tatsächlich anfingen, das im Detail zu planen. Es ging ein wenig hin und her, weil sich der Süden Deutschlands ein wenig gegen Konzerte mit Familiar Wild sträubte und so machten wir aus der Not eine Tugend und beraumten einfach zwei Konzerte für Karlsruhe an.


Am Sonntag machte Gabriele die Gastgeberin in Kirchfeld und für den Montag hatte ich mir einen Abend in der Waldstadt gesichert. Im Vorfeld war einige Überzeugungsarbeit nötig, um zu versichern, dass sich die beiden Konzerte keine Konkurrenz machen würden und der ultimative Beweis wird wohl auch erst durch das zweite Konzert erbracht werden können. Aber trotz Marathon-Läufern, die sich auf den Abend des Badenlaufes nichts vornehmen wollten, war das Wohnzimmer von Gabriele auf alle Fälle sehr gut gefüllt! Und es lag eine erwartungsvolle Stimmung in der Luft.
 

Zunächst dachten wir schon, es wird eine reine Frauenrunde, aber dann änderte sich das Bild doch noch ein wenig bevor Melissa mit ihrer E-Gitarre den Platz am Mikro und vor der Loopstation einnahm. Es ist immer wieder überraschend für mich, wie viele Leute so einer Einladung vertrauensvoll folgen, ohne vorher zu prüfen, was sie eigentlich erwartet. Aber so hatte die Kanadierin wirklich leichtes Spiel, alle gründlich zu überraschen und viele neue Fans zu gewinnen. Sie spielte eine Mischung aus den Songs ihres Album Dark Dreams, das im letzten Jahr erschienen ist und des aktuell sich der Fertigstellung nähernden Albums, von dem bisher nur Singles wie You better run oder - sehr toll!! - Every cloud zu finden sind.


Auf dem neuen Album kreist sie vor allem um den notwendig gewordenen Umzug von Vancouver nach Victoria. Notwendig geworden durch unerschwingliche Mieten aber auch durch den Druck, den so eine Millionenstadt ausübt. Und wie es sich anfühlt, sich im neuen Umfeld das zu schaffen, was sie in ihrem Leben haben möchte: Things we forgot. Da das alte Album nun schon etwas mehr als ein Jahr bei mir zu Hause ist, fand ich natürlich die vertrauten Songs besonders schön: Oregon, Fall und Two sheets kamen live einfach voll innig rüber und öffneten alle Herzen. Insbesondere letzteres ein totaler Fall von *hach*! Sehr schön fand ich auch, dass sie mit dem Tom Waits cover Green Grass endete, das mir schon in Reykjavík so gut gefallen hatte. Natürlich baten wir sie dann noch einmal zurück und durften ein wenig ausschunkeln bei Not so fast. Alle Konzertbesucherinnen gingen mit einem Lächeln im Herzen nach Hause und ein ganzes paar mit CD und einem T-Shirt als Erinnerung und zum Herz warm halten.
 

Aus unserem Archiv: 
Familiar Wild, Reykjavík, 01.07.15

Tourdaten: 
17.09. Aachen (private wedding)
18.09. Köln (Cafe Lichtung)
21.09. Sint Niklaas (Cafe Bleek)
22.09. Antwerp (Podium Cafe Ami)
23.09. Brüssel (Piolalibri)
24.09. Düsseldorf (Where the Birds Fly presents: house concert)
25.09. Karlsruhe (house concert)
26.09. Karlsruhe (house concert)

27.09. Chemnitz (house concert)
30.09. Berlin (Cafe Engels) with Jason Saint
01.10. Aachen (house concert)




Dienstag, 30. August 2016

The Great Park, Karlsruhe, 11.08.16

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Konzert: The Great Park
Ort: Gabrieles Wohnzimmer in Karlsruhe Kirchfeld
Datum: 11. August 2016
Zuschauer: 25


Vielen Dank für den Bericht an Johannes und für die Fotos und die Organisation des Konzertes an Gabriele!


Ich bin mir Anfangs recht unsicher, was man von Stephen Burch, alias The Great Park, erwarten soll. Ist es wieder der "typische" Singer-Song-Writer, mit Vollbart und Westerngitarre? 



Nein, denn seine Lieder sind nicht "typisch". Er singt von seiner Sehnsucht nach dem Norden, von Erlebnissen in Berlin und eigenen Erinnerungen. Dabei kokettiert er mit dem Anfangs erwähnten Klischee in dem er einige seiner Stücke als "really, really depressive" ankündigt. 
  

Doch das sind sie nicht, im Gegenteil, sie sind eine schöne Mischung aus ruhig, melancholischen und inspirierenden Liedern, welche durch seine besondere Art der Darbietung noch an Tiefe gewinnen. Nebenbei bemerkt lässt er sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ihm eine Saite seiner Gitarre reißt oder eine Stechmücke durch die gegen schwirrt.
 


Alles in allem war das Konzert in Gabrieles gemütlicher Wohnküche ein schöner Abend, die mit 25 Zuhörer und einem Künstler gut gefüllt war.


Setlist:
01. Delia
02. The Royal Canal
03. Here
04. Lover O Lover
05. If You’re Looking To Get Lost In The North That’s What We Got
06. Deserter
07. Portugal

08. I Do Wrong
09. When I Was Away
10. We Could Have, We Should Have, We Didn’t
11. Cavalry Coming
12. Song For A Coalman
13. SUPER GOOD ADVICE
14. So Long Song

15. Five Miles Down The Lane (Z)

 


Aus unserem Archiv:
The Great Park, Karlsruhe, 10.03.13


Dienstag, 26. April 2016

Bernhard Eder, Karlsruhe, 24.04.16

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Konzert:  Bernhard Eder
Ort: Karlsruhe Kirchfeld
Datum: 24. April 2016
Dauer: 90 min
Zuschauer: etwa 25


Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass dieses Konzert mit Bernhard Eder für mich in eine Art Konzertmarathon eingebettet war, mein Konzert-Weihnachten. Einerseits, weil ich kein Fest weiß, an dem man vier Tage am Stück feiert und andererseits, weil alle Künstler dieser vier Tage für mich eine ganz besondere Rolle spielen. Und auch, weil ich am Samstag zu anderen fast genauso guten Konzerten nicht auch noch gehen konnte - so wie Weihnachten, wo man sich zwischen seinen Lieben immer irgendwie entscheiden muss...

(c) Gabriele Pfeiffer
Nun gut - lange Vorrede, kurzer Sinn. Man könnte denken, ich war nach drei Tagen mit erstklassiger Ohrennahrung eigentlich schon ein wenig satt oder fertig oder beides. In Wirklichkeit war ich aber tatsächlich in Hoch-Stimmung und durch die Fahrerei und Glückshormone der Vortrage ziemlich aus meinem Alltag herausgetreten. Ich freute mich tatsächlich sehr auf den Abend bei Gabriele und einzig, als ich aus der Tür trat um mein Fahrrad zu holen und es just in dem Moment zu schütten anfing, drohte es doch noch schief zu gehen...  Hier rettete mich zum Glück meine bessere Hälfte mit dem Angebot, dann doch wohl besser zu zweit und mit dem Auto zu fahren ...

Ab da war alles perfekt. Das schwatzen davor, die erwartungsfrohe Stimmung der Auskenner wie der Neulinge (jede/r aus anderem Grund) und nachdem Bernhard ein Rhythmus-Ei an die Glitzertreter getaped hatte, startete er eher ruhig melancholisch, was mich freilich beim Mann der tröstlich traurigen Töne nicht so arg überraschte. 


Derweil musste wahrscheinlich auch noch ein wenig auf Solomodus umgeschaltet werden (vor allem weil es gerade am Vorabend in Trier mit den Melodicaleuten gar so nett gewesen war) - darüber hinaus ein abtasten des Publikums und horchen ins eigene, wo der Abend hingehen sollte, um zu gelingen. Derweilen war hinter ihm der Himmel erst hellblau (der Wolkenbruch nicht mehr zu erahnen) und färbte sich dann über ein harmloses rosa langsam in Nachtbläue.


Das zweite, von ihm als sein Beitrag zum Soul angekündigte Lied wurde mit Mundharmonika aufgepeppt. Die österreichischen Sprechgewohnheiten versteh ich ja eh nicht recht (das ist ok!). Bei uns gibt es sogar eine stehende Redewendung, wenn Leute Stuß reden: "Österreichisch nur so..." - mit eingbautem Augen verdrehen (*). Wahrscheinlich war das auch so ein Soul auf österreichisch? Passend zur Textzeile Someone is missing tröpfelte gar noch ein Gast nach und Herr Eder schien schmunzelnd langsam richtig im Konzert anzukommen. Er mochte z.B. erzählen, wie er im Video zu Queen and the knight kurzfristig vom knight zur Queen befördert wurde oder wie (obwohl ohne Trompete) das Johnny Cash Cover Ring of Fire das Herz der Mama erfreute.


Ich versuchte, irgendwelche irgendwie brauchbaren Bilder zu machen für den Bericht (schwarzer Schatten vor Abendlicht dahinter...) und war deshalb doppelt verdattert, als es auf einmal als spontane Idee Lisbon für uns gab, mein absolutes Lieblingslied vom Herrn Eder! Inzwischen war es so dunkel, dass Gabriele versuchte, wie wir es mit dem Licht geschickt anstellen. Nicht, dass es nicht von der Bühne her leuchtete, aber die Leute wollen ja schon was sehen für ihr Geld... Ein großes Ausrufezeichen erhielt an dem Abend auch wieder Sad ballad man mit diesen so hinreißend understatementmäßig verminderten Akkorden und hier drehte Eberhard sogar mal stimmlich voll auf. Das durften wir dann auch für Es is zum rearn. Er hatte uns den Text schön groß aufgeschrieben (auch dafür war dann etwas Licht doch ganz willkommen...)


Hoits doch de Goschn
I kaunn den Schwochsinn nimma hean
des gaunze G'hetzat
von eich des is nua mehr zum rean


Und nachdem wir uns da bewährt hatten, bekamen wir auch den tricky Rhythmus von Now is the time  anvertraut. Was ein duftes Ende war - beschwingt und mit viel lachen. Aber natürlich klar im Kontext das Abends noch nicht genug. 

 
(c) Gabriele Pfeiffer
Wir baten um mehr (Ehrensache!). Wir durften (nochmal) Lieder wünschen und es wurde knallhart verhandelt was  geht und was nicht oder vielleicht doch - und vielleicht würde es auch ein gaaanz neues Lied geben über einen Fußballer, nämlich George Best... Wobei eben diese zweite Stimme beim gewünschten Lied Left on my own (von vor Urzeiten), die müsste der Mario dann vielleicht doch selbst singen. Wenn das jetzt etwas sprunghaft klingt, so gibt das nur wieder, wie es war. Und wir hatten auf die Art und Weise den Künstler schön aus der Reserve gelockt und bekamen alles - schließlich auch noch die Livepremiere inklusive schnipsen und dududu singen. Ja freilich war das ein wunderbar passender Ausklang für mein Konzertweihnachtsfest. Noch viel feiner als erhofft würde ich sagen. Lieben Dank an Gabriele, Eberhard und alle lieben Gäste!


(*) Grund hierfür ist, dass wir früher tatsächlich gern im Duden nachgeschaut haben, wie etwas richtig heißt oder geschrieben wird. Sehr häufig gab es dabei zwei oder mehr Varianten für Artikel oder Partizipien und, die am wenigsten richtig klingende hatte dann oft die Bemerkung dabei "österreichisch nur so". Was hieß, die ÖsterreicherInnen finden, dass diese Variante die eigentliche ist.

Setlist:

01: Nonsleeper
02: Deeper
03: The queen and the knight
04: Ring of fire (Johnny Cash cover) 
05: Long way to run
06: Lisbon
07: Cute
08: Nibelungenlied
09: Sad ballad man
10: Turn on 
11: S' is zum Rearn 
12: Now's the time  

13: Buried in Oblivion (Z)
14: Left on my own (Wa:rum, Z)
15: George Best (Z)


Auch wenn ich meinen Bericht zu diesem Abend 2012 im KOHI leider schuldig geblieben bin, der Mario hat es aufgeschrieben und ich finde, er hat das ziemlich gut getroffen.




Aus unserem Archiv:
Bernhard Eder, Karlsruhe, 08.04.15
Bernhard Eder, Karlsruhe, 16.04.13
Bernhard Eder, Wien, 15.05.11 

Sonntag, 13. März 2016

Le-Thanh Ho, Karlsuhe, 11.02.16

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Konzert:  Le-Thanh Ho
Ort: Wohnzimmer Karlsruhe Kirchfeld
Datum: 11. Februar 2016
Dauer: 55 min
Zuschauer: etwa 20

(c) Yvonne
Da ist so einiges passiert seit dem letzten Konzert mit Le-Thanh Ho. Die Platte Elephant ist nun seit Juni 2015 offiziell und toll produziert raus und wurde für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Trotz aller Bescheidenheit fällt auf, was sie tut. Umso schöner, dass sie wieder nach Karlsruhe kommen mochte und dass Gabriele den Ball fing und sich das Wohnzimmer in Kirchfeld mit ihren Freunden füllte.

Da packte Le-Thanh ihre Lieder aus wie den Elefantenwalzer, die kleinen und großen Geschichten um Gift und rote Äpfel, um einen Konzertabend mit Angelo Branduardi und Konstantin Wecker oder um ein unerwartetes Geschenk (eine Reise ans Meer). Man spürte in diesen Geschichten, wie sehr sie in ihrem Leben genau zuschaut und zuhört und sich freuen kann über das, was dann passiert, wenn man sich auf das einlässt, was sich bietet - wie z.B. ein gemeinsames Musizieren nach dem großen Konzert u.a. mit Solo zu Viert  aus Österreich.


In besonderer Erinnerung blieben und bleiben die Kircherorgien im Publikum über die auf dem Balkon geschlachteten Hasen (dazu gab es vor Ort nämlich auch eine Geschichte zu weißen Hasen...) und die tollen Live-Versionen von Regen und Zellophan.

(c) Le-Thanh Ho

Aus unserem Archiv:
Le-Thanh Ho, Karlsruhe, 29.01.15 


 

Konzerttagebuch © 2010

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