Freitag, 5. September 2008

Mud Flow und Friendly Fires, Paris, 04.09.08


Konzert: Mud Flow und Friendly Fires (Junesex)

Ort: La Flèche d'or, Paris
Datum: 04.09.2008
Konzertdauer: Mud Flow ca. 30 Minuten, Friendly Fires mindestens 40 Minuten



Ein Konzertjunkie wie ich kriegt nie den Rachen voll genug. Deshalb musste ich auch nach dem kurzen Auftritt von Metronomy noch unbedingt in die Flèche d'or. Dort auf dem Programm: Die Belgier Mud Flow und die gehypten jungen Engländer Friendly Fires, die ich schon auf dem Melt! Festival begutachtet hatte.


Bei dunkelstem Licht spielten zunächst die Belgier auf. Ihr melodisch-melancholischer Gitarrenpop gefiel mir auf Anhieb. Last Fm schreibt, dass ihr Stil irgendwo zwischen Sonic Youth, Radiohead, Interpol, Echo And The Bunnymen, Deus und Pink Floyd angesiedelt ist. Damit liegt das Internetradio gar nicht mal so falsch, denn in der Tat ist der Sound düster und sentimental und der leicht rauchige Gesang des Sängers Vincent Liben weist Parallelen zu Tom "Deus" Barman auf. Schade, dass der Auftritt so kurz war, ich hätte von der Band, die bereits vier Alben auf der Habenseite zu verbuchen hat, gerne mehr gehört.

Setlist Mud Flow, La Flèche d'or, Paris:

01: My Fair Lady Audrey
02: Monkey Doll
03: Trampoline
04: Oh Yeah
05: In Time
06: Five Against Six
07: Chemicals
08: Today

Danach kam die französische Band Junesex auf die Bühne und der zweite Teil ihres Namens war Programm. Leider war die stark auf Elektro-Disko fixierte Musik nicht so toll wie die langen Beine der beiden unverschämt sexy aussehenden Sängerinnen...

Dann wurde erst einmal ewig lange umgebaut, eine Unsitte, die neuerdings in der Flèche d'or grassiert. Mindestens einen halbe Stunde stand man sich die Füße platt und glotzte Löcher in die Luft.

Doch irgendwann ging endlich der rote Vorhang auf und die "freundlichen Feuer" (kann man das so übersetzen?) stürmten die Bühne.

Von Anfang an im Mittelpunkt: Ed Macfarlane, der hyperaktive Sänger, der auch ab und zu Bass spielt und auf Kuhglocken eindrischt. Ein fescher Bursche, dieser Ed, mit blonden Engelslöckchen, stahlblauen Augen und einem kindlichen Unschuldsgesicht. Sein Bühnenoutfit scheint immer gleich zu sein, er trug den gleichen engen (und recht häßlichen) Pullover, wie beim Melt!, eine sehr körperbetonte graue Anzugshose, in der man gut seinen straffen Po erkennen konnte und dazu feine, schwarze Schuhe. Ein Hansdampf in allen Gassen ist dieser Kerl, wer glaubt, Tom Smith von den Editors sei ein Zappelphilipp, der hat Ed noch nicht gesehen!

Die anderen drei Musiker wirken gegen den Leader unscheinbar, ihr Aussehen hatte ich hinterher schnell wieder vergessen. Ist aber auch nicht weiter erstaunlich wenn sich der Sänger so in den Vorgergrund spielt. Ed hüpfte von links nach rechts über die Bühne, stattete auch dem Publikum einen Besuch ab und kletterte oft auf die Box in der Mitte, um zu posen.

Seine Stimme (um endlich auch einmal etwas zur Musik zu sagen) klang, ... nach Bono! Zumindest manchmal. In anderen Momenten hatte er auch ein astreines Falsett drauf. Kein Wunder, laut Wikipedia soll Prince ein Vorbild für die Friendly Fires sein!
Das merkt man auch an dem unglaublichen funkigen Sound, der schnell dafür sorgte, dass alle tanzten.

Einer der der ersten Kracher im Programm war das Punk-Funk Stück I Need Your Love (I can't let go), das einen unglaublichen Groove hatte und an Bands wie The Rapture, oder auch die Gang Of Four erinnerte (aber natürlich nicht so gut).

Die nächste richtige Zugnummer war dann Jump In The Pool, ein Lied, das manchmal etwas von den Klaxons hatte, während On Board danach eine Kreuzung aus Another One Bites The Dust von Queen und Stücken von Hot Chip war.
Der Song ist der bisher zweiterfolgreichste der jungen Band, wurde auch schon in der Werbung eingesetzt und wird eigentlich nur noch von Paris getoppt.

"One day we gonna live in Paris", wo wenn nicht hier passte die Textzeile aus der Hitsingle besser? Die Flèche d'or tobte, es war heiss, wild und laut. Die Engländer hatten es ohne Zweifel geschafft,
ein Feuer in der französischen Metropole zu entfachen.

Fragt sich nur noch, ob die jungen Hüpfer nur ein Strohfeuer sind, oder auch noch in ein paar Jahren in der modernen Popmusik eine Rolle spielen. An der Energie wird es jedenfalls nicht liegen, falls es mit der langen Karriere nichts werden sollte.


Setlist Friendly Fires, La Flèche d'or, Paris:

01: Photobooth
02. Your Love
03: Skeleton Boy
04: White Diamonds
05: In The Hospital
06: Jump In The Pool
07: On Board
08: Strobe
09: Paris
10: Ex Lover


Links:

- mehr Fotos (Paris) von den Friendly Fires hier
- Fotos von den Friendly Fires vom Melt! Festival

- Originalvideoclip Paris
- Videoclip On Board





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