Sonntag, 13. Mai 2007

Noisettes, Köln, 13.05.07

Konzert: Noisettes & The Taste
Ort: Gebäude 9 Köln

Datum: 13.05.2007

Zuschauer: viel zu wenige


Zum ersten Mal habe ich von den Noisettes im vergangenen Jahr gehört. Auf einem Sampler im NME ("The best new bands from the Reading Festival 2006") war das fabelhafte "Scratch your name", das ich seitdem zigmal gehört habe. Aber irgendwie fiel es mir danach schwer, mir vorzustellen, wie denn eine Platte der Noisettes klingen könnte. Die erschien dann Ende April und hat mich auch wieder sehr begeistert. Stilistisch ist die Musik schwer zu greifen, finde ich, sie ist wirklich kaum mit anderen Indie-Bands zu vergleichen. Nun denn, ich hatte jedenfalls gute Gründe, mir die Band einmal live anzusehen.

Auf dem Ticket stand Einlaß 20.00 Uhr, Beginn 21.00 Uhr pünktlich. Das klang für mich, als spielten die Noisettes ohne Vorgruppe, was im Gebäude 9 ganz toll oder ganz schlimm sein kann. Denn zum einen habe ich da die fantastischen Tellers gesehen, dann aber auch Panda ("Dit nächste Lied handelt über Euch: Männer & Frauen"). Als ich in den Saal ging, war da aber ein Merchandising-Stand, an dem es neben Noisettes Sachen auch T-Shirts und eine Single einer Band The Taste lagen. Auf der Single stand, ein Lied erscheine demnächst auf einem Sampler "Dance to the radio Leeds" (des gleichnamigen Labels). Das klang also endlich mal wieder nach einer guten englischen Vorgruppe.

Der Raum war noch furchtbar leer (nur hinten saßen ein paar Leute), als ich langsam zur Bühne gegangen bin. Gleichzeitig mit mir kamen drei Musiker an, die sich verwundert umsahen, weil keiner da war. Licht war auch keines da. Als das behoben war, stellten sich die drei als The Taste aus München vor und begannen ihr Konzert - vor glücklicherweile mittlerweile mehr Leuten. Die Lieder von The Taste gefielen dem Publikum offenbar sehr gut, denn ziemlich schnell wippten die meisten mit und schienen wie ich sehr angetan. Leider war die Stimme von Sängerin Maria Pattusch da wo ich stand etwas leise, das ändert aber nichts daran, daß die Musik der Münchener wirklich toller Alternative Rock ist. So ganz alleine scheine ich mit der Meinung nicht zu sein, denn neben Dance to the radio schätzt auch Travis Sänger Fran Healy The Taste. Auf der Single ist ein Zitat von ihm: "Fantastical. I would actually love to make an album with you all... I could just sit in the corner and marvel at your genius. Your stuff is excellent." The Taste haben auch schon We are scientists, Forward Russia! und Duels supportet - und die Noisettes in Birmingham. Demnächst werden sie mit Jamie T. auf Tour gehen. Als Schlagzeuger Nick am Ende dann viel Spaß bei den Noisettes wünschte und uns zu unserem guten Geschmack gratulierte, brüllte eine Frau aus der Mitte des Saals: "You're fucking lying!" Das war Shingai Shoniwa, die Sängerin der Noisettes, die sich The Taste angesehen hatte!

Setlist The Taste:

01: Can't get enough of your dang-da-dang
02: Everybody but you
03: Do you love me?
04: I know that you hate me
05: 123 what can you see from up the hill when life stands still
06: Contradiction
07: You should have danced
08: Till there was you*

Als die Noisettes dann auf die Bühne kamen, humpelte Shingai mit Krücke und verletztem Fuß auf die Bühne. Sie erklärte das mit einem "Rock'n'roll accident last night in Hamburg." So richtig eingeschränkt war sie, nachdem die Krücke erstmal in der Ecke lag, aber nicht. Weil der Fuß wohl wehtat, hüpfte sie eben auf dem anderen rum, mit einer Energie, die unfassbar war. Das Set begann gleich mit dem Hit "Scratch your name" gefolgt von einem meiner anderen Lieblinge "Nothing to dread". Es ist erstaunlich, was für eine großartige Stimme dieses Persönchen hat. Mich hat das auf der Platte schon fasziniert, live war die Einzigartigkeit des Gesangs keinen Deut schlechter. Dazu platzt Shingai fast vor Energie. Sie hüpfte und rannte hin und her (immer mit Bass und mit Strumpf an einem Fuß). Unverletzt muß das wirklich sehr wild sein.

Erst bei "The count of Monte Christo", einem der ruhigeren Stücke (bei dem ihre Stimme sehr sanft klingt), setzte sich Shingai auf einen Barhocker (und spielte Gitarre). Zu den Noisettes gehören noch Schlagzeuger Jamie und Gitarrist Dan. Dan trug das wohl schrecklichste Hemd, das ich bisher auf einer Bühne gesehen habe. Aber auch da stand er im Schatten seiner Frontfrau, denn Shingai hatte ein kurzes Kleid mit einer mintgrünen Strumpfhose an. Auf das Kleid war ein Stoff-Kampfflugzeug genäht (wenn ich es richtig erkannt habe).

Nach elf Liedern (zehn vom Album plus "Signs") erschienen die drei Londoner noch einmal für drei Zugaben. Danach schien Shingai doch ziemlich mitgenommen und humpelte mit Krücke von der Bühne. Leider ist die Deutschland-Tour damit beendet. Wer die Chance hat, die Band bald einmal live zu sehen, sollte das aber unbedingt machen!

Setlist Noisettes Köln:

01: Scratch your name
02: Nothing to dread
03: I we
04: Signs
05: Cannot even (break free)
06: Don't give up
07: The count of Monte Christo
08: Bridge to Canade
09: Hierarchy / Never fall in love again
10: Mind the gap
11: Sister Rosetta

12: The wind blows hot
13: Beg, steal, borrow
14: Rifle song**

Links:
- mehr Fotos hier
- Noisettes live in Paris

* Vielen Dank an Nick von The Taste!
** Und anschließend vielen Dank an Dan von den Noisettes!




8 Kommentare :

Christina hat gesagt…

Wie jetzt? Es gibt deutsche Bands, die hip in England sind und ich kenn die nicht mal vom Namen her? Seltsam...

Und dieses Hemd ist wirklich scheußlich!

Christoph hat gesagt…

Das wundert mich jetzt auch ein wenig!

oliver r. hat gesagt…

Das Hemd ist klasse! ;-)

Christoph hat gesagt…

Du hast ja bald Geburtstag. Ich werde mal mit Cécile reden! (Das ist eine Drohung!)

oliver r. hat gesagt…

Ich wünsche mir das gleiche Hemd!

Christoph hat gesagt…

Ich leite es weiter!

(wenn ich den dafür notwendigen Schatten überspringen kann)

oliver r. hat gesagt…

Bitte nicht witerleiten, finde es auch abartig!

doris hat gesagt…

Ich finde den Aufbau der Seite sehr gut. Macht weiter so.

 

Konzerttagebuch © 2010

Blogger Templates by Splashy Templates