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Samstag, 14. November 2015

Eliza Rickman, Chemnitz, 12.11.15

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Konzert: Eliza Rickman
Ort: Weltecho Chemnitz
Datum: 12.11.2015
Dauer: 65 Min
Zuschauer: 33



Chemnitz war die zweite Station der Europa-Tour von Eliza Rickman. Eliza war bereits im April dieses Jahres in meinem Wohnzimmer zu Gast gewesen und hatte damals einen tiefen Eindruck bei mir und dem Publikum hinterlassen. Und schon im Frühjahr hatten wir abgesprochen, dass sie für die Tour zu ihrem neuen Album wieder nach Chemnitz kommen sollte. Diesmal konnte ich das Weltecho als Veranstaltungsort gewinnen. Für diese sehr intime Art von Konzerten wird dort die große Bühne verhüllt und eine kleine direkt vor den Tischen des Publikum installiert. Für das Weltecho wurde dieses Konzert zu einer besonderen Premiere: Wir hatten uns gemeinsam mit Eliza entschlossen, den Abend pur und rein akustisch zu gestalten - kein Mikrofon, kein Verstärker und auch kein Rauschen. 



Als die Besucher eintrafen, hatte Eliza die Bühne bereits dekoriert mit ihren Instrumenten: Toy Piano, Auto Harp, Glocken, Ukulele und ein kleines Glockenspiel. Später im Konzert erzählte Eliza, dass sie gern verschiedene Instrumente spielt, jedoch soweit es irgend geht auf Gitarre verzichtet. Nur auf ihrem neuen Album „Footnotes for the Spring“ kann man Gitarren hören, weil ihr Produzent diese für eine bestimmte Stelle als unverzichtbar empfand. Die mehr als 30 Gäste im Publikum erlebten in der reichlichen Stunde wie Eliza Rickmans Stimme den Raum verzauberte - in ein Schloss voller Klänge und Stille über denen Elizas Stimme thronte wie eine feenhafte Prinzessin. Sie zog alle im Raum in ihren Bann, während ihrer Lieder war die Stille und Gespanntheit spürbar und selbst der Applaus setzte erst ein, als auch der wirklich letzte Ton nicht mehr hörbar war.




Eliza Rickman spielte Titel ihres ersten Albums „O, You Sinners“ sowie Songs aus ihrem aktuellen Album, welches sie in den vergangenen Wochen in den USA und Kanada vor großem Publikum vorgestellt hat und mit dieser Tournee nun in Europa bekannt machen möchte.




Wer im Südwesten Deutschlands wohnt hat im Dezember die Chance, Eliza Rickman zum Torabschluss in 3 Orten zu erleben. Denn der Vergleich zwischen Album und Konzert kann größer nicht sein. Die CD ist sehr abwechslungsreich arrangiert und entstand unter der Mithilfe von befreundeten Musikern wie Jherek Bishop, opulent produziert von Jason Webley. Ein Konzert mit Eliza Rickman bietet den Kontrast der auf die reine Stimme und eines ihrer exotischen Instrumente reduzierten Songs. In Chemnitz wurden ihre Lieder begeistert aufgenommen und so musste Eliza nach einer knappen Stunde noch zweimal für eine Zugabe auf die Bühne.




Aus unserem Archiv:
Eliza Rickman, Karlsruhe, 18.04.2015 
Eliza Rickman, Adorf, 19.04.2015 
Eliza Rickman, Stuttgart, 24.04.2015 

Webseite mit Tourdaten


Sonntag, 27. September 2015

Caitlin Mahoney, Chemnitz, 26.09.15

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Konzert: Caitlin Mahoney
Ort: Weltecho, Chemnitz
Datum: 26. September 2015
Dauer: 75 min
Zuschauer: 27



Caitlin Mahoney und Maximilian Bruederl kennen sich bereits von früheren gemeinsamen Konzerten. Maximilian begleitet Caitlin auf einigen ihrer diesjährigen Deutschlandkonzerte. Durch eine Termindopplung in der Scala Adorf habe ich dieses Konzert ins Chemnitzer Weltecho gelegt. Dafür gilt ein großer Dank den dortigen Organisatoren, dass sie dies möglich gemacht haben. Wir hatten uns mit dem Weltecho schnell auf einen Rahmen für dieses Konzert geeinigt. Ich wollte etwas von der Wohnzimmer-Atmosphäre auch dort haben und wusste aus früheren Konzerten, dass dies im Weltecho mit wenig Aufwand möglich ist. So bauten wir eine kleine Bühne vor die große. Ein Sofa wurde direkt davor platziert und gleich von den ersten Gästen angenommen, Tische, Stühle und Kerzen vervollständigten das Gesamtbild. 20:45 Uhr hatten es sich 27 Gäste im Saal bequem gemacht.



Caitlin mit Gitarre und Ukulele und Max am Cajon und diversen Perkussionsinstrumenten betraten die Bühne und es wurde still im Raum. Mit „Keep Looking Back“ vom aktuellen Album „Spin“ und „Wrong“ von der 2013er EP „West Fo A While“ gab es gleich zwei treibende Opener. „Sweet Sweet You“ und „Dancing In The Dark“ im Anschluss waren dann zwei sehr zurückhaltende Titel und letzterer eine sehr intime Interpretation des Springsteens-Klassikers.




So sang sich Caitlin Mahoney durch ihr Werk unter dem begeisterten Applaus des Publikums, welches die Künstler im Laufe des Abends immer euphorischer aufnahm. Dabei spielte Caitlins Stimme eine nicht unmaßgebliche Rolle. Sie ist so wandlungsfähig und bringt sehr ruhige, fast intime Stimmungen auf die Bühne. Manches Mal wechselt - teilweise mitten im Song - die Stimmung auf eindringlich, kraftvoll und laut. Da passt natürlich die percussive Unterstützung von Maximilian Bruederl perfekt, die die Wechsel musikalisch einleitet und begleitet. Wir erlebten ein zweiteiliges Set mit allen Songs der EP und des Albums sowie neben Springsteen auch Songs von Joni Mitchell und Leonard Cohen. Wie Caitlin später erzählt, ist Joni Mitchells Song „A Case Of You“ der Song gewesen, der Caitlin bestärkte und versicherte, ihre eigene Stimme auch bewusst als Instrument einzusetzen. Nach zwei Zugaben beschloss sie den Abend mit Cohens „Halleluja“ in der leisesten und intensivsten Version, die ich je gehört habe. Das Publikum flüsterte den Refrain mit und war am Ende des Abends doch recht glückselig!



Caitlin Mahoney spielt noch ein Konzert in Berlin, bevor sie am 28.09.2015 zum UK-Ableger ihrer Europatour aufbricht.



Ein gelungener Abend für Konzerte dieser kleinen Besetzungen im Weltecho.



Setlist:




Sources:
Video: Spin
Caitlin Mahoney Webseite
Weltecho Webseite



Samstag, 27. Dezember 2014

Men Of North Country, Chemnitz, 18.12.14

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Konzert: Men Of North Country
Ort: Weltecho, Chemnitz
Datum: 18.12.2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: ca. 50


Zum letzten Konzert des Jahres im Weltecho ging ich ohne mich vorher auf der Bandseite zu informieren oder einzuhören. Angekündigt waren Men of North Country als SoulJazz aus Tel Aviv und das allein war Grund genug für mich, mir das Konzert nicht entgehen zu lassen. Bis zum Konzertbeginn in der regnerischen Chemnitzer Nacht füllte sich der Saal doch mit rund 50 Zuschauern und pünktlich 21 Uhr betraten die 7 Musiker die Bühne und begannen mit dem ersten Takt, dem Haus ordentlich einzuheizen. Soul DJ Yashiv Cohen war Anlass und Grund, dass es die Band gibt. Er ist als Sänger der kleinste der Band, gibt auf der Bühne alles und hält die Band mit Blicken und Gesten auf Trab. 



Die gemeinsame Basis der Band ist nach eigenem Bekunden der Soul der 1960er Jahre und bildet das Fundament ihrer Songs. Für mich kamen sofort Erinnerungen an meine ersten Begegnungen mit dieser Art Musik über die Amiga-Schallplatten von Chicago und Blood Sweat & Tears. Die Musik von Men Of North Country strotzt nur so von Einflüssen aus Punkt, Rock und Pop und fühlt sich dermaßen frisch und mitreißend an, dass selbst das eher zurückhaltende Chemnitzer Publikum ganz schnell zu zappeln anfing und die Vor-Bühne in eine Tanzfläche verwandelte. Die funkigen Rhythmen und die schnellen und staccato-artigen Bläsersätze trieben Publikum und Musikern der Schweiß aus allen Poren. Nach 40 Minuten verließ die Band die Bühne, alle waren dankbar über eine wohlverdiente Pause für Musiker und Tänzer. Nur die kundigen Veranstalter wussten, dass es jetzt schon auf die Zugabe-Rufe ankam, in die das Haus schnell mit einfiel und denen die Band gern Folge leistete. Yashiv und seine Kollegen legten ein weiteres knapp 40-minütiges Set nach und ließen sich auf der Welle der Tanzekstase immer weiter tragen. Die Band fuhr ein Höllentempo und so war dieser Dezemberabend wohl eine der heißesten Konzertnächte des Jahres im Weltecho.



Auf der Webseite der Band steht "north country is a state of mind". Ich möchte hinzufügen "men of north country are daredevils of southern funksouljazz"!

Setlist
01. Forever
02. Running
03. Magic
04. Coming
05. Monc
06. Teenage
07. Pandora
08. Tobacco
09. Wendy
10. Permanent
11. People
12. Rari


Samstag, 25. Oktober 2014

And The Wiremen, Chemnitz, 24.10.14

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Konzert: And The Wiremen
Ort: Weltecho, Chemnitz
Datum: 24.10.2014
Dauer: 90 min
Zuschauer: ca. 25


Vorweg: Das Weltecho in Chemnitz ist mein persönlicher Anwärter für den diesjährigen Preis der besten Konzertstätte in Chemnitz. An diesem Abend ist die in New York beheimatete Band And The Wiremen angekündigt. Ich hatte mich mit dem 2011er Album ausgiebig vorbereitet. Beim Betreten des Saals sehe ich 2 Mikrophone auf der Bühne und 2 Musiker am Soundcheck für Gitarre und Violine basteln. Zum Techniker des Hauses gewandt beenden sie den Check mit den Worten "I don't need more, if it's ok for you it's ok for me".


20:30 Uhr beginnt das Konzert und ich bin gespannt, wie sich der Abend entwickelt, schließlich habe ich auf dem Album eine komplette Band gehört. Lynn Wright an der Fender und Simon Goff beginnen mit Devil's Daughter, einem Song ihrer aktuellen EP und schnell wird klar, dass sich hier ein sehr intimes und zugleich intensives Konzerterlebnis eröffnet. Lynn Wright hat eine wunderbare Stimme, die sehr dunkel klingen kann und sich in Bereiche schwingt, die mich an einen jungen Bryan Ferry erinnern. Manchmal lässt Lynn die Stimme vibrieren und zerbrechlich wirken. Dann wieder spielt er mit dem Mikro, singt schon auch mal an leisen Stellen aus dem Hintergrund der Bühne und ist doch im Saal präsent. Das Publikum übrigens ist gebannt und still, wie es heutzutage nicht selbstverständlich ist. Was ich als Zeichen dafür interpretiere, dass die Musik alle im Raum fesselt.


Die technischen Probleme am Anfang sind idealerweise diesmal sogar dienlich, weil Simons Violine in den ersten beiden Titeln fast nur akustisch zu hören ist. Lynn nimmt sich dabei so zurück, dimmt die Fender und schon allein diese Momente sind unglaublich faszinierend in ihrer Purheit und Intensität. Es ist ein Genuss, den beiden zuzusehen und zuzuhören. Sie verstehen sich bis auf die Note und sind doch so frei, sich gegenseitig in die Freiheit von Improvisationen zu entlassen und sich wieder einzufangen.


Auch mit Strom bleibt das Erlebnis ein kurzweiliges, die Zeit verfliegt und die Erkenntnis reift, dass es ein unglaublicher Abend ist, an dem zwei Musiker das Publikum fesseln. Wie erwähnt ist es zum einen das Erleben und Verfolgen des Zusammenspiels von Lynn und Simon, genauso aber auch die individuellen Stärken. Lynn kann mit seiner Stimme Stimmungen (sic!) erzeugen, die auch ohne Textkenntnis ein Gefühl des Songs herüberbringen und Filme im Kopf in Gang setzen können. Simon ergänzt die Kompositionen gefühlvoll und zurückhaltend und bricht sich Bahn, wenn die Zeit für seinen Soloeinsatz gekommen ist. Die Musik möchte ich nicht in eine Schublade stecken, höre aber Einflüsse von Blues sowie  spanische/mexikanische Anklänge, ein bisschen Improvisationen und kurze Ausflüge in den Jazz. 
So spannen die Lieder einen Bogen über das Album And The Wiremen bis zur EP Send me low und dem Abschluss des Sets, einem unter die Haut gehenden Song einer viel zu früh verstorbenen spanischen Liedermacherin, wenn ich Lynn richtig verstanden habe.


Ich vergesse, dass ich eine Band mit Schlagzeug, Trompete und Bass erwartet habe, so beeindruckend ist das Konzert und trotz zweier Sets und einem 90 minütigen Stillesitzen ist alles viel zu schnell vorbei. Damit war der Abend aber noch nicht zu Ende, wir haben uns noch über die Musik und Band unterhalten und ein paar Pläne geschmiedet. Lynn und Simon sind den Rest der Woche in Leipzig und zweimal in Berlin. Im nächsten Mai wollen sie mit der kompletten Band wieder nach Deutschland kommen, sicher auch nach Chemnitz. Die Vorfreude ist groß und die Neugier, wie die Musik dann wirken wird.

Setlist

Set One
1. Devil's Daughter
2. Sleep
3. Everybody wants to hear a caged bird sing
4. Pick Myself Up Slowly
5. How Low The Sea
6. Before he gave up he ghost
7. Send me low

Set Two
1. In The Well
2. Ten Paces
3. Rattle
4. Mad Love
5. Sharpen Your Knives
6. Pa llegar a tu lado

Encore
Lost and lookin' (Sam Cooke)

And The Wiremen auf

Bandcamp
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