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Mittwoch, 27. Dezember 2017

Sleeper, London, 05.08.17

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Konzert: Sleeper
Ort: Kentish Town Forum, London (Star Shaped Festival)
Datum: 05.08.2017
Dauer: gut 60 min
Zuschauer: 2.300 (ausverkauft)



Je näher der Termin rückte, desto schlechter erschien mir die Idee, zu einem Britpop-Melancholie-Festival nach London zu fahren. Am Wochenende vorher hatten wir (wie immer) die drei besten Musiktage des Jahres in Derbyshire verbracht. So kurz nach dem Indietracks muß schon eine ganz besondere Band spielen, um mich zu treffen. Daß das einer der Britpop-Zombies des Star Shaped Festivals sein würde, schien mir auf den Weg aus den Midlands in den Süden unwahrscheinlich.


Das Festival im Kentish Town Forum brachte Bands von damals und Fans von damals zusammen. Es begann um 14:50 Uhr mit Salad in Zweierbesetzung ("Salad Undressed"), danach kamen die sehr guten My Life Story, Dodgy, Space (schlimm!), Sleeper und die Bluetones.



Salad und My Life Story hatten meine Bedenken schon weggewischt, daß das Festival ein Ärgernis werden würde, Sleeper machten dann als vorletzte Band so viel Spaß, daß ich sie zum Headliner machte und die Bluetones einem Supermarkt-Abendessen opferte.

Sleeper existierten zwischen 1993 und 98, veröffentlichten in der Zeit drei Top-10-Alben und spielten bei den vier Star Shaped Festivals (die an vier Wochenenden nacheinander in britischen Großstädten stattfanden) ihre ersten Konzerte seit 98.

Beim Konzert machte ich den gleichen Fehler wie alle in den 90ern. Ich achtete nur auf Frontfrau Louise Wener, die aus einem Top Of The Pops Video von 1996 hätte entsprungen sein können. Louise war zur aktiven Zeit von Sleeper eines der Postergirls des Britpop. Ich habe Sleeper damals nie gesehen, sie ist aber auch heute noch so charismatisch auf der Bühne, daß ihre ruhigen Bandkollegen daneben kaum auffielen.



Das Set bestand aus Liedern der drei Platten und ihrem vermutlich bekanntesten Stück, dem Blondie-Cover Atomic vom Trainspotting-Soundtrack.

Auch das Sleeper-Konzert wurde von der Nostalgie getragen, es war aber trotz der alten Songs nicht nur eine Stunde "ach schön, das noch mal zu hören", dafür war Louise zu sehr Popstar. Das Konzert war das einer gut gealterten Band, obwohl sie das ja eigentlich nicht ist, weil es sie vor den Star Shaped Wochen im Juli und August gar nicht mehr gab.

Obwohl Sleeper toll waren und obwohl ich seit August immer wieder Sale of the century im Ohr habe, werde ich mir künftige Ausgeben des Star Shaped Festivals aber wohl sparen, es sei denn, Elasti...

Setlist Sleeper, The Forum, London:

01: Pyrotechnician
02: Dress like your mother
03: Delicious
04: What do I do now?
05: Lie detector
06: Statuesque
07: Vegas
08: Nice guy Eddie
09: Atomic (Blondie Cover)
10: Inbetweener
11: She's a good girl

12: Miss you (Z)
13: Lady love your countryside (Z)
14: Sale of the century (Z)



Sonntag, 28. Dezember 2014

Slowdive, London, 20.12.14

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Konzert:  Slowdive
Ort: The Forum, London
Datum: 20.12.2014
Dauer: Slowdive 90 min, Hookworms knapp 45 min
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft aber recht voll 



Ich habe schon lange aufgegeben, Freunden zu erklären, warum ich z.B. nach London zu Konzerten von Bands fahre, die keiner kennt. Vermutlich wäre es leichter, einen Ausflug zur Dart-WM zu rechtfertigen, wenn ich es denn rechtfertigen müsste. Mir reicht es als Rechtfertigung, Lieder wie Machine gun in Konzertlautstärke zu hören. Und mich über die unfassbare Anmut der Slowdive-Lieder zu freuen.


Richtig oft habe ich keine Band gesehen. Am häufigsten vermutlich Get Well Soon, allerdings nicht viel öfter als zehnmal. Einer Band nachzureisen fände ich langweilig. Außerdem entstände dabei die Gefahr, sich sattzusehen. Meine freiwillige Selbstkontrolle ist die Obergrenze von zwei Konzerten pro Band und Jahr. Warum das alles? Weil das zweite Londoner Slowdive-Konzert mein sechstes dieses Jahr war. Und hätte die Band noch fünf Ende Dezember drangehängt, hätte ich die auch sehen wollen!

Das Konzert am Samstag im Forum in Kentish Town wurde von Hookworms eröffnet. Die Band stammt aus Leeds und klang (Kurzversion) wie Ça plane pour moi mit einer Schreihals-Stimme. Die Ambient-Band Deaf Center am Vorabend war deutlich besser!

Slowdive spielten im Prinzip das gleiche Konzert noch einmal. Die Setlist war bis auf die erste Zugabe identisch. Bei jeder anderen Band hätte mich das am zweiten Tag gestört, Slowdive hätten meinetwegen auch nur eines ihrer Lieder immer wieder spielen können. 15 mal Alison? Wundervoll! Das wäre ein Top-10-Konzert geworden!


Nach diesem irren Ende, das mich am Abend vorher schon sprachlos zurückgelassen hatte - She calls, Dagger, Alison (einmal) und Golden hair - begann die Comeback-Band des Jahres die Zugaben mit Rutti statt mit Albatross. Klar wären mehr Variationen einfallsreich gewesen, neue Lieder, Raritäten schön gewesen. Aber ganz ehrlich, ich brauchte nichts davon. Ich brauchte nur das:

Setlist Slowdive, The Forum, London:

01: Slowdive
02: Avalyn
03: Catch the breeze
04: Crazy for you
05: Machine gun
06: Souvlaki space station
07: Blue skied an' clear
08: When the sun hits
09: Morningrise
10: She calls
11: Dagger
12: Alison
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: Rutti (Z)
15: 40 days (Z)

Links:

- Slowdive, London, 19.12.14
- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14  
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14

(Fotos stammen vom ersten Konzert)



Samstag, 20. Dezember 2014

Slowdive, London, 19.12.14

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Konzert:  Slowdive
Ort: The Forum, London
Datum: 19.12.2014
Dauer: Slowdive 90 min, Deaf Center 30 min
Zuschauer: nicht ganz ausverkauft aber recht voll




Genau vor sieben Monaten saß ich in einem Billigflieger am Flughafen von Bratislava und wartete auf meinen Flug nach London, um am Abend Slowdive zu sehen. Ich hatte die Band in ihrer Hochzeit, die gar nicht so hoch war, weil die echten kommerziellen Erfolge ausblieben, nie gesehen. Ich kannte die Platten, ich kannte aber auch Aussagen, daß Slowdive in den 90ern live keine Lichtgestalten gewesen seien. Ob all der Aufwand es also wert sein würde, war mehr als fraglich.

Hätte ich Slowdive an diesem Abend im Village Underground nicht gesehen, hätte ich sie sicher auch (beinlädiert) beim Primavera ausgelassen, wäre ganz sicher weder zum Best Kept Secret Festival noch nach Genf gefahren, um sie wiederzusehen. Und das London-Wochenende vor Weihnachten wäre vermutlich auch nur eines wegen zweier The Cure Konzerte geworden. Der Auftritt im Village Underground war brillant, die drei anderen alle atemberaubend gut. Wie kann eine solche Band nicht in allen Bestenlisten auftauchen und alle Indie-Festivals headlinen? 

Am Tag nach der Rückkehr vom Genf-Konzert im September, habe ich meinen Flug für London gebucht. Die Tickets für die beiden Abende im Forum hatte ich schon lange, mit dem Drumherum hatte ich aber gewartet, weil ich nicht sicher war, ob mir die Band nicht nach dem Sommer irgendwann zum Hals raushängen würde.


Das Forum in Kentish Town ist ein von außen unspektakulärer Bau, der nicht ahnen läßt, was für ein schöner Saal sich hinter der eher modernen Fassade versteckt. Die Bühne mit ihren Holzapplikationen am Rand erinnerte mich an die Säle, in denen die großen Sitzungen des Kölner Karnevals stattfinden. Die Wände am Balkon waren mit goldenen Reiter-Figuren auf blauem Grund dekoriert, die sich ähnlich im Pergamon-Museum wiederfinden. Ein herrlich kurioser Theater-Saal!

Um acht traten zwei Musiker als Vorprogramm auf - Deaf Center. Einer der beiden saß am Keyboard, der andere mit E-Gitarre auf einem Stuhl daneben. Die beiden spielten ein halbstündiges Stück, das eher waberndes Geräusch denn Lied war. Wenn ich Science Fiction Filme vertonen müsste, wäre das das Geräusch, das auf dem Raumschiff immer im Hintergrund zu hören ist. Der Auftritt war nicht spektakulär, nicht im strengen Sinn unterhaltsam aber eben auch gar nicht unpassend. Hätte nichts dagegen, sie beim zweiten Konzert noch einmal zu sehen, aber da wird es einen anderen Support geben.


Um kurz nach neun begann der eigentliche Abend. Rachel Goswell hatte sich besonders chic gemacht, ihre männlichen Kollegen waren wie üblich leger gekleidet. Auch was die Gemütsregungen angeht, unterscheidet sich die Sängerin von den anderen Mitgliedern. Man sieht bei ihr immer wieder ein Strahlen im Gesicht, wenn sie nicht singt. Die Reunion scheint nicht nur den Fans Spaß zu bereiten.


Musikalisch war dieser erste von zwei Abenden im Forum zunächst nicht überraschend. Aber warum auch? Slowdive, Avalyn, Catch the breeze zum Beginn, das ist schon ein nicht so verkehrt.  



Zu den wundervollen Liedern, den beiden tollen Stimmen von Rachel und Neil Halstead und den sagenhaften Gitarren kommt noch eines, das alle Konzerte der Band vereint. Egal ob im Zelt, auf Festivals oder im verwinkelten Konzertsaal: Slowdive klingen immer brillant! Der Soundmann ist das heimliche sechste Mitglied der Gruppe! Auch als When the sun hits am Ende irre laut wurde, war es ein Wahnsinns-Vergnügen für die Ohren! Wundervoller Krach von erhabener Schönheit. 

Bis Morningrise war es ein fabelhaftes Konzert. Dann wurde es besser. 


She calls, saulaut, das klasse Dagger, diese ganz ruhige Duett danach und dann Alison und Golden hair, bei dem - Slowdive Folklore - Rachel nach ihrer Gesangsaufgabe von der Bühne ging und den Jungs die letzten 5 1/2 Minuten zum Austoben überließ, das war perfekt! 

Albatross und 40 days als Zugaben waren die Kirsche auf dem Sahneklecks. Und als es nach anderthalb Stunden vorbei war, begann meine Vorfreude auf das zweite Konzert. Gleich noch mal genauso, bitte!

Setlist Slowdive, The Forum, London:

01: Slowdive
02: Avalyn
03: Catch the breeze
04: Crazy for you
05: Machine gun
06: Souvlaki space station
07: Blue skied an' clear
08: When the sun hits
09: Morningrise
10: She calls
11: Dagger
12: Alison
13: Golden hair (Syd Barrett Cover)

14: Albatross (Z)
15: 40 days (Z)

Links:

- Slowdive, Genf, 09.09.14
- Slowdive, Hilvarenbeek, 21.06.14  
- Slowdive, Barcelona, 30.05.14
- Slowdive, London, 19.05.14



 

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