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Montag, 14. November 2016

The Soulboy Collective, Stuttgart, 12.11.16

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Konzert: The Soulboy Collective
Ort: Claudias Wohnzimmer in Stuttgart-Feuerbach
Datum: 12. November 2016
Dauer: knapp 40 min
Zuschauer: 30



The Soulboy Collective ist eine äußerst selten auftretende und dann auch noch hoch flüchtige Substanz, die sich anscheindend nur unter ganz besonders günstigen Umgebungsbedingungen materialisiert. Zuletzt gelungen ist dies an dem - zumindest nach Christophs Meinung - magischsten Ort überhaupt, nämlich vor etwa drei Jahren beim Indietracks-Festival in Ripley und nun zur großen Freude aller anwesenden an einem nicht minder magischen Ort in Stuttgart-Feuerbach. Besonders hervorgehoben werden muss, dass die Erscheinung bemerkenswert lang andauerte. Ganze zehn Songs fröhlich wippenden Twee-Pops oder wie sonst man das aus der Zeit gefallene Hüften-schubsende Evergreengenre nennen mag.


Sicher Teil (wenn man auch nicht mit Sicherheit weiß zu welchem Anteil) der günstigen Konstellation am Samstag war, dass das Hauptagens Jürgen Dobelmann aus dem in Spuckweite liegenden Kornwestheim stammt. Die Feuerbacherer Inkarnation des Kollektivs bestand nicht nur aus den Soulboys Felix Homeier an der Gitarre und Bernd Hartwich am Bass sondern auch aus der Sängerin Lexa und einem Computer-Simulanten, der bei Bedarf reichlich Drums, Bläser und jeder Menge Babababadabab bereit hielt. Wer sich in aller Vorsicht den musikalischen Rückständen der Soulboys nähert, wird Songs wie  Happily married (but not to each other) oder Boy Gets Girl Boy Loses Girl Boy Gets Girl Again und wie sie nicht alle heißen, nicht so schnell wieder aus dem Ohr bekommen. Da ist wohl wirklich allerhand unerklärliches im Spiel oder kurz gesagt: Magie! Und da ist es selbst mir oft krittelndem Goldöhrchen irgendwie egal, wenn nicht jeder Ton sitzt und ein Sicherheitsabstand zu Perfektion eingehalten wird. Die lächelnden Gesichter ringsum sind Beweis genug für den Zauber.



Aus unserem Archiv:
The Soulboy Collective, Ripley, 28.07.13  

Die schönsten Bilder vom gelungenen Experiment hat der Gig-Blog online!


Montag, 26. September 2016

Kristoffer Bolander, Stuttgart, 20.09.16

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Konzert: Kristoffer Bolander und Band
Ort: Stuttgart Feuerbach
Datum: 20. September 2016
Dauer: 60 min
Zuschauer: knapp 50

(c) Claudia
Im Jahr 2012 hatte ich mich heftigst in eine Platte verliebt: Burning Bridges der schwedische Band Holmes. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie mir beim ersten (online) hören spontan die Tränen liefen und ich so angefixt war, dass ich bis die CD endlich per Post ankam, nicht ohne die Streaming-Funktion auf Bandcamp ausgekommen wäre. Anschließend bin ich allen Leuten damit auf die Nerven gegangen und sie landete auf Platz 3 meiner Jahrescharts in einem sehr starken Jahrgang. Leider wurde das einzige Konzert von Holmes, das ich seitdem - also in den letzten vier Jahren - hätte besuchen können, aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

So hatte ich im April schon besonders neidisch nach Dresden geschaut, als ich sah, dass der Sänger von Holmes nun unter seinem bürgerlichen Namen als Kristoffer Bolander dort auftrat. Aber kurz danach kam eine Nachricht von Claudia aus Stuttgart, ich könnte mir schon einmal den 23. September vormerken... Seitdem habe ich mich sehr auf diesen Tag gefreut, was sich auch nicht dadurch änderte, dass daraus kurzfristig noch der 20.09. wurde, was leider eine ziemlich kurze Nacht unter der Woche statt am Wochenende bedeuten würde.


Als ich in Feuerbach ankam, fand ich das halbe Wohnzimmer schon belegt mit den Utensilien der Band: Ein mittleres Drumset, eine Korg-Orgel, ein indisches Harmonium, ein E-Bass, eine akustische und zwei E-Gitarren standen bereit neben den diversen nötigen Boxen. Holger wollte noch etwas Licht dekorieren, aber es fiel ihm echt schwer, dazwischen noch Raum zum durchschlüpfen zu finden... Derweilen saßen die jungen Männer noch in der Küche und ließen das Abendessen ausklingen mit einem Erfahrungsaustausch über die Feinheiten der Popcornzubereitung, denn neben Kristoffer selbst gab es noch weitere erfahrene Kinovorführer in der Runde.  
  

So traf ich neben Kristoffer Bolander auch Michael Björklund, der dann später für die Drums zuständig war (sein Bruder Johann gehört eigentlich auch zum Kern der Band, war aber diesmal nicht mit von der Partie - er steuert sonst die Lap Steel Gitarre bei). Außerdem Kristoffers jüngeren Bruder Pontus, der vor allem an den Tasten beschäftigt war und mit Rasmus Sjöstedt und Casper Tengberg zwei (wohl kaum der Schule entwachsene) junge Männer, die später an E-Gitarre und Bass ihren Mann standen bzw. das indische Harmonium sehr liebevoll spielten.
 
(c) Claudia
Das Großaufgebot ließ vermuten, dass es wohl eher laut werden würde - ein Verdacht, der auch immer wieder von den nach mir ankommenden Konzertgästen geäußert wurde, der sich aber nicht so bewahrheitete. Tatsächlich begann das Konzert eher gedämpft, nämlich nur zu dritt mit dem Eröffnungstitel Duet for Tourettes des aktuellen Albums I forgive nothing. Tatsächlich stellte ich nach dem Konzert fest, dass wir diesem Album track für track bis zur Hälfte des Konzerts folgten. Besonders leise Töne gab es auch später im Konzert mit Home (nur mit Pontus am Korg und etwas Mundharmonika) oder ganz Solo mit Akustikgitarre. Hier wucherte vor allem das Pfund von Kristoffers einzigartiger Stimme, die mir auch schon auf dem 2012er Album so sehr ans Herz gegangen war.
  



Aber die vielen Utensilien und die vielen Musiker hatten natürlich auch ihre Bestimmung und so wurde sowohl mit drei Gitarren I forgive nothing und danach mit ordentlich Bass-Bumms Running man zelebriert. Und das passte, war nicht zu laut und riss innerlich sehr mit. Total meditativ folgte schließlich Rooted, das zum Glück jemand archiviert hat. Auf einmal verstand ich, dass die so geliebten Lieder ganz schön viele musikalische Zutaten hatten und dafür alle Hände auf der Bühne gebraucht wurden. Das hatte die mir so vertraute melancholische Färbung, war betörend und beschwörend, hatte prominente Gitarrenmelodien und eins ums andere Mal auch einen Dreiertakt zum wiegen.
  

Als schon nach 40 min das letzte Lied angesagt wurde, konnte ich es gar nicht fassen. Aber es gab einen Höhepunkt mit In vain und totale Gänsehaut beim Einsatz der vollen Band. Wow! Das schlug ein und begeisterte alle Anwesenden noch einmal restlos. Es musste also Zugaben geben und wir bekamen zwei weitere Stücke, die dann die Konzertstunde voll machten. Vor allem ein fantastisches Breathing als Schlußpunkt und nur allzu gern hätte ich den angebotenen freien Sitz im Bandbus für den nächsten Abend nach Reutlingen angenommen! Erst zu Hause stellte ich bei der Analyse der Setlist fest, dass tatsächlich von meinem heißgeliebten Album kein einziger Song gespielt worden war...
 


Setlist:
01: Duet of tourettes 
02: I forgive nothing 
03: Running Man 
04: Rooted 
05: Home 
06: Starlight (bis hierher wie auf aktueller CD)
07: Storm (Wolves-CD)
08: Malysz (Have I told you lately)
09: The rings above (aktuelle)
10: In vain (aktuelle) 

11: True lies (Have I told you lately)
12: Breathing (Have I told you lately)



Tourdaten:

 


Dienstag, 30. August 2016

Colour Me Wednesday, Stuttgart, 19.08.16

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Konzert: Colour Me Wednesday
Ort: IndieWohnzimmer, Stuttgart
Datum: 19.08.2016
Dauer: knapp 40 min
Zuschauer: etwa 35



Manchmal muß ich mir Dinge aufmalen. Als ich nach dem Konzert von Colour Me Wednesday in Stuttgart noch mit Laura Ankles, der zweiten Gitarristin sprach, kamen wir irgendwie auch auf andere Bands, in denen ich sie schon erlebt habe. Beim Indietracks hatte ich sie als Bassistin von ¡Ay, Carmela! und am Banjo gemeinsam mit Teilen von Wolf Girl gesehen. "Did you see our show with Chrissy Barnacle, too?" Nein, hatte ich leider nicht. Als ich Laura dann damit aufziehen wollte, daß sie ja eine sehr beschränkte Instrumenten-Auswahl habe, sie spiele ja schließlich nicht Schlagzeug, erwiderte sie, daß sie auch in Bands als Drummerin auftrete. Mist!

Die Musikszene um die Tuts (die ich als erste Band aus diesem Kreis kennengelernt hatte) ist eine Art Miniversion der Strukturen in Glasgow, wo jeder in der Band des anderen spielt und dadurch aufwendige Diagramme nötig sind, um alle Verbindungen innerhalb der schottischen Indieszene abzubilden. In Stuttgart standen vier Bands gleichzeitig auf der Bühne: neben Colour Me Wednesday bilden Laura gemeinsam mit Carmela Pietrangelo und Jaca Freer ¡Ay, Carmela!, Laura hat noch ihre eigene Band Bring Your Own Banjo, Jennifer Doveton Baby Arms. Bei Colour Me Wednesday ist Jennifer Frontfrau, ihre Schwester Harriet (The Tuts) spielt Gitarre. Gemeinsam managen sie die Band, schreiben die Stücke und betreiben das Label (Dovetown). Laura spielt Gitarre, Carmela Bass und Jaca Schlagzeug. Ach, und der Chef des Labels, auf dem die aktuelle EP aus Vinyl erschienen ist, war als Fahrer und Booker der Tour auch dabei.


Zu kompliziert? Machmal muß ich mir Dinge aufmalen...


Colour Me Wednesday hatte ich im vergangenen Jahr als Vorgruppe meiner alten Liebe Darling Buds gesehen. Im Sommer danach spielten sie beim Indietracks. Beide Konzerte waren wundervoll, die Masse an großartigen Popsongs beeindruckend. Jennifer Doveton hat die perfekte Stimme für die Stücke ihrer Band.  

Obwohl des Wohnzimmer, in dem das Konzert stattfand, sehr groß ist, wurde es auch der Bühne eng vor lauter Bands. Colour Me Wednesday begannen mit Shut, ihrer ersten Single, danach kam Horror story von der neuen EP Anyone and everyone, die es als Vinylsingle und als selbstgebastelte CD gibt (die Doveton-Schwestern sammelten hinterher noch Pizzaverpackungen ein, aus denen eine neue Auflage entstehen wird).

Nach Horror story kamen nur noch Riesenhits, einer besser als der andere. Wahnsinn! Besonders gut an Colour Me Wednesday gefällt mir, daß ich die neuen Veröffentlichungen noch mehr als die alten mag. Das klingt banal, ist aber wichtig. Ein erstes Album einer Band reift über Jahre. Das bekommt jede gute Gruppe hin. Dann im Jahr danach das Niveau zu halten, ist sehr viel schwieriger. Besser zu werden, die ganz große Kunst. Das Album ist toll, die EP danach (eine Split-EP mit Spoonboy) und die neue aber eine Ecke besser. Da kommt also noch mehr.

Leider war das Konzert zu schnell vorbei. Nach knapp 40 Minuten war Schluß. Aber die Band(s) musste(n) am nächsten Tag ein Festival am Gardasee spielen und fuhr(en) um zwei Uhr los.


Wir Weiterangereiste waren uns hinterher einig, daß sich der Ausflug nach Stuttgart sehr gelohnt hatte. Trotzdem schön, daß Colour Me Wednesday beim nächsten Mal auch nach Köln kommen wollen.

Setlist Colour Me Wednesday, IndieWohnzimmer, Stuttgart:

01: Shut
02: Horror story 
03: Sugar coated
04: Half a life
05: (I'm not coming to your) BBQ
06: Two-fifty for you girls
07: Don't tell anyone
08: Sweaters (glaube ich)
09: Purge your inner Tory

10: Bitter boys (Z)

Links:

- aus unserem Archiv:
- Colour Me Wednesday, London, 04.04.15
- The Tuts, Stuttgart, 04.10.15
- The Tuts, Köln, 29.09.13
- ¡Ay, Carmela!, Ripley, 31.07.16





Dienstag, 8. März 2016

Karla-Therese & Christian Kjellvander, 07.03.16, Stuttgart

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Konzert: Karla-Therese & Christian Kjellvander
Ort: Claudias Wohnzimmer in Feuerbach
Datum: 7. März
Dauer: 75 min
Zuschauer: knapp 40


Es gab eine Zeit, da ich Christian Kjellvander zu Hause viel gehört habe. Seine beiden Albem Songs from a two room chapel (2002) und  Introducing the past (2003) stehen auch noch in meinem Regal, wenngleich die Phase mit den traurigen Männerliedern dann doch irgendwie durch ist. Es ist ja mitunter doch etwas verwunderlich, wieviel reinste amerikana Musik aus dem nordischen Schweden kommt, allerdings liegt der Fall bei Herrn Kjellvander etwas anders, weil er seine Schulzeit in Seattle verbracht hat und somit die Kultur ein großer Teil von ihm geworden ist.


Vor einiger Zeit hatte er schon einmal Station in Stuttgart gemacht im Wohnzimmer. Aber an dem Abend hatte ich selbst musikalische Gäste. Umso mehr freute ich mich auf diesen Nachholtermin bei Claudia und Chrissie. Die Freude wurde noch größer nachdem ich sein Konzert letzte Woche in Karlsruhe (im jubez) hatte verpassen müssen. Sicher prägend für die Musik des Schweden sind seine warme Stimme und die sehnsuchtsvolle Melancholie, die doch nie in Trostlosigkeit umschlägt. Der Blick geht nach innen und damit in die Weite und lädt dazu ein, sich im Rahmen so einer gemütlichen Konzertstunde einfach mal fallen zu lassen.


Zur Zeit ist er in Deutschland im Duo mit seiner Frau unterwegs und am Bühnenrand saß dann auch ein kleiner Mann gebannt über sein Spielzeug gebeugt. Dieses Setting gab der Musik zugleich einen mehr geerdeten Touch. Die Frage: Warum so ein Gegrübel? beantwortet sich wohl auch leichter damit, dass man auf sein Kind schaut und die Reihe der Vorfahren entlang in die Zukunft fortgesetzt blickt mit Liebe und Bangen im Herzen.

(c) Isi
Schon das erste Lied erfüllte meine Erwartungen an den Abend ganz und gar: ein stimmlich warmes Duett. Die weibliche Stimme perfekt passend und dabei mehr wie skizziert. Einmal mischte sich sogar ganz beiläufig als dritte Stimme der Sohnemann dazu, woraufhin der Refrain zum mitsingen freigegeben wurde. Ein sehr sympatischer Moment. Das Gitarrenspiel war sparsam und fast zurückhaltend aber auf den Punkt eingesetzt.


Es gab eigentlich wenig Ansagen im Laufe des Abends - was aber auch irgendwie passte. Die Stimmung war nämlich: Wir sind uns ohne große Worte einig. Die Geschichte über Karsten aus München
mit dem gerahmten Townes van Zandt Plakat war eine Abweichung von der Regel, die aber auch gleich überleiten half zum Coversong: If I needed you would you come to me... .

In diesem Moment konnte man das eigentlich nur mit JA! beantworten. Und der Song für sein Kind gab mir einen kleinen Stich ins Herz. Wir verletzlichen Menschen sollten wohl noch viel besser zusammenhalten! Das passte innerlich auch zu einen traurigen Gedenktag.


Tourdaten
09.03. Schwäbisch Hall Anlagencafé
10.03. Jena Brandmarken
11.03. Dresden Dreikönigskirche
12.03. Weilburg LindenCult
13.03. Münster Fachwerk
14.03. Hannover TAK



Sonntag, 21. Februar 2016

The Grand Bay, Stuttgart, 20.02.16

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Wohnzimmerkonzert bei Claudia und Chrissie mit 
   The Grand Bay
in Stuttgart-Feuerbach Datum: 20. Februar 2016
Dauer: 50 min + x
Zuschauer: knapp 60


Stuttgart Feuerbach ist mein Home away from home in Bezug auf Wohnzimmerkonzerte. Viel mehr als sich durch hier erlebte neun Konzerte begründen ließe zumal dieses Gefühl schon am ersten Abend so präsent war...  Und wieder war es ein besonderer Abend. Auch wenn ich beim Ausflug zu Motorama nach Strasbourg vor rund einem Jahr nicht dabei war, teilte sich mir doch die Vorfreude mit, die man hat, wenn man ein Licht unter dem Scheffel vorlugen sah und es nun richtig auf die Bühne bringen kann.


Und das ist voll aufgegangen. Die vier jungen Herren aus Strasbourg unter dem Bandnamen The Grand Bay hatten sich im Wohnzimmer schon musikalisch heimisch gemacht mit extensivem Soundcheck, der noch nicht ganz vorbei war, als wir ankamen und zu dem überaus erfreulichen Ergebnis führte, dass ihre Musik in Wohnzimmerlautstärke ihre ganze hinreißende Macht entfalten konnte, dabei rund und voll war und doch keinem ins Ohr biss. 


Dicht an dicht gepackt war es diesmal und niemanden hielt es zum schwatzen in der Küche. Die dunkle und gerade in der richtigen Weise empfindsame Stimme von Lukass Edgar durfte uns mit auf melancholische Traumreisen nehmen z.B. in Faces und die eingebauten Raps ein wenig beim stillen mittanzen anfeuern. Für lettischen Text (*) gab es genauso anfeuernden Applaus wie für die englischen und zur großen und freudigen Überraschung der Band wurde das letzte Stück Cosmos Pool ordentlich mitgesungen und abgefeiert wurde, denn wir waren natürlich vorbereitet.


Anschließend konnte unmöglich schon Schluss sein und so musste die Band sich zunächst wiederholen und anschließend noch ein Kayne West Stück covern. Die Stimmung ist bei Claudia und Chrissie immer toll, aber diesmal gab es zu später Stunde noch eine Serenade am Klavier mit Gästen am Schlagzeug und mit einem übergroßen Glücksgefühl im Herzen rannte ich nach der U-Bahn im Tal. Vielen Dank - von ganzem Herzen!

Vielleicht gibt es ja einen Konzertbericht aus Luxemburg?!


(*)

Balti palagi kā mākoņi debesīs.
Tu un es zem vienas segas slēpsimies.

Tu būsi mana, es būšu tavs,
Mēs dalīsimies ar spilveniem,
Mes gulēsim lielā gultā
Un peldēsim pa mākoņiem.
 

Tourdaten
11.03. La Chaouée    Metz             
12.03. Le Rocas    Luxembourg             
07.04. Noumatrouff    Mulhouse             
08.04. Festival Coexister    Strasbourg

 
Alle Bilder



Aus unserem Archiv:
The Grand Bay, Strasbourg, 14.02.15 



Montag, 5. Oktober 2015

The Tuts, Stuttgart, 04.10.15

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Konzert: The Tuts
Ort: InDieWohnzimmer, Stuttgart
Datum: 04.10.2015
Dauer: gut 50 min
Zuschauer: etwa 50 



Immer Ende Juli findet in Ripley (Derbyshire) ein Indie- bzw. Twee-Pop-Festival statt, dem ich seit meinem ersten Besuch 2013 restlos verfallen bin. Als erste Band meines ersten Indietracks traten vor zweieinhalb Jahren The Tuts aus London auf. Die drei jungen Musikerinnen waren im Gesicht bunt bemalt und spielten ein kurzes, knackiges und vor allem punkiges Set. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir aber die Wirkung, die die Tuts damit offenbar erzielt hatten. Während des ganzen Festivals sah ich nämlich immer mehr Menschen mit Tuts T-Shirts oder Taschen rumlaufen. "Und die haben wir damals alle selbst gemacht, absolut DIY!" erzählte Sängerin Nadia beim Essen vor dem Wohnzimmer-Konzert in Stuttgart.

Meine zweite Begegnung mit den Londonerinnen war ein paar Monate nach dem Indietracks an meinem anderen Lieblings-Konzertort: die Tuts waren Support für Kate Nash im Gebäude 9 in Köln und begeisterten mich dabei vollkommen!

Im März 2015 mein nächster Tuts-Moment... Ich hatte mir einen Uralt-Traum erfüllt und ein Ticket für meine früheren Lieblinge The Darling Buds in London gekauft. Erster Support war eine weitere dieser vielen liebenswerten Indietracks-Bands, Colour Me Wednesday (liebenswert wie gesagt...). Deren Bassistin kam mir bekannt vor, ich wusste aber nicht woher. Als ich die beiden anderen Tuts jubelnd zwei, drei Reihen vor mir entdeckte, erkannte ich Harriet Tut wieder. Nach dem wundervollen Konzert von Colour Me Wednesday verteilten die drei Musikerinnen Werbung für ein Tuts-Konzert in London. Dafür haben die meisten Bands vermutlich eigene Agenturen, bei den Londonerinnen war alles do-it-yourself. 

"Hast du uns denn auch dieses Jahr beim Indietracks gesehen?" - "Nein." - "Nein?" - "Ich habe die Darling Buds stattdessen gesehen..." - "Und? Wie war das?" - "Total leer, das waren kaum Leute!" - "Ha! Und bei uns war es vollkommen überfüllt! Super!"

Nach ein paar weiteren Indiepop-Fachgesprächen beim Essen ("wen hasst du am meisten in der Indiepop-Szene?"...) trudelte ab sieben langsam die Stuttgarter Musikszene ein. Es ist erstaunlich, was für eine aktive Indie-Community in Stuttgart existiert. Das, was es in Frankfurt und im Ruhrgebiet so gar nicht zu geben scheint. Die Veranstalterinnen hatten im Vorfeld die Gästeliste bei 60 schließen müssen, das Interesse an den Tuts war riesig! Als die Engländerinnen ihre ersten Lieder gespielt hatten, tanzte das Wohnzimmer. Das Interesse war also durch und durch gerechtfertigt.


Die Tuts haben bisher nur eine Handvoll digitaler und zwei 7" Singles veröffentlicht. Obwohl die Band seit 2011 besteht und sie eine ganze Reihe Songs hat, gibt es bisher noch kein Album. Erst seit dem Sommer haben die Tuts einen Manager, vorher lief alles durch die Hände der drei Frauen, vom Booking über die Merchplanung bis zu den Aufnahmen der Lieder. Der DIY-Gedanke im Indipop ist wundervoll charmant, er verhindert aber vielleicht oft auch den verdienten (und bitter nötigen) Erfolg einer Band. Bevor ein Album irgendwann kommt, veröffentlich die Tuts demnächst eine weitere Single (über den Tierfreund David Cameron - Something worth voting for), die sie neben den meisten Stücken der bisherigen Veröffentlichungen spielten. Klingen The Tuts auf Aufnahmen noch recht popig, sind sie live so, wie das auch ihrem Selbstverständnis entspricht - deutlich punkiger. Nadias Stimme war ziemlich verzerrt, vermutlich absolut gewollt. Die Instrumente waren eh krachig, die Band war selbstverständlich mit kompletten Schlagzeug angereist. 

Gegen Ende des Konzerts spielten Beverley, Nadia und Harriet zwei Cover kurz nacheinander. Das erste - Rudie can't fail von The Clash - passte musikalisch wie die Faust aufs Auge. Für das zweite sind die Tuts viel zu jung. Sie suchten für Two Princes von den Spin Doctors ("we love it, it's our favourite song!") erst vergeblich einen Gastsänger aus dem Publikum, spielten es aber dann doch alleine und machten aus dem alten Schinken einen echten Kracher. Aber bei guten Bands sind die Cover immer schlechter als die eigenen Songs. Die beiden Zugaben der Tuts bestätigten das.

Ein perfekter Konzertabend! Ich war nicht sicher, ob der Tuts-Punk in einem Wohnzimmer ankommen könnte und beweise dadurch wieder einmal vollkommene Ahnungslosigkeit! Mehr Ahnung haben die: "Played the most AMAZING show last night in a beautiful house in Stuttgart with a bunny mansion in the living room. As we were getting ready upstairs little did we know the house was FILLING up with people eagerly waiting to see us. We walk down the stairs and are greeted with cheering and welcoming whoops. We played to a packed out room, all clapping along to our rendition of the Spin Doctors two princes followed by an ENCORE, SOLD OUT of vinyl and then got back into our trackies to hang out with our new German friends doing illegal things. The night ended with us saying goodbye to everyone from our beds. What a show!"

Danke Claudia und Christine! 

Setlist The Tuts, InDieWohnzimmer, Stuttgart:

01: Beverley
02: Tut Tut Tut
03: I call you up
04: Worry warrior
05: All too late
06: Dump your boyfriend
07: Something worth voting for
08: What's on the radio?
09: Do I have to look for love?
10: ?
11: Rudie can't fail (The Clash Cover)
12: Always hear the same shit
13: Two princes (Spin Doctors Cover)
14: Back up

15: Loving it (Z)
16: 1, 2, 3 (Z)

Links:

- The Tuts, Köln, 29.09.13


Freitag, 21. August 2015

Hymn for her, Stuttgart, 17.08.15

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Wohnzimmerkonzert bei Claudia und Chrissie mit 
   Hymn for Her & Miriama
in Stuttgart-Feuerbach 
Datum:  17. August 2015
Dauer: 100 min + 20 min
Zuschauer: 40-50


Am Anfang waren Hymn for Her. So beginnt die Geschichtsschreibung der Wohnzimmerkonzerte in Stuttgart-Feuerbach.  Und so beginnt auch meine Geschichte mit Claudia. Vor vielen (zehn?) Jahren waren die US-Amerikaner schon in Claudias Wohnzimmer zu Gast gewesen, als diese Art von Musikevent in Deutschland noch unerhört war. Und dann vor knapp drei Jahren hatte ich die Einladung zum zweiten Wohnzimmer-Konzert mit Hymn for Her bekommen von einer mir bis dahin fremden Person. Ich hatte große Lust, aber hatte es an diesem Abend damals nicht nach Feuerbach geschafft. Insofern war das schon ein besonders besonderer Abend.


Die Musik von Wayne Waxing und Lucy Tight ist eine ganz eigene Mixtur. Ein bisschen schnoddrig, oft treibend und ab und zu auch ganz melancholisch, jedenfalls voller Spielfreude. Die ging sogar so weit, dass Wayne auch noch die ganze Pause durchspielte und im Anschluss an den Gig mit seiner eigenen Interpretation von Lounge-Musik weitermachte. Ein besessener. Mit Gitarre, selbst gebauten Bass, Basedrum und Becken kann man anscheinend schon so allerhand Klang (und herrlichen Krach!) erzeugen.


Der Einladung nach Feuerbach waren trotz Montagstermin in den Ferien wieder erfreulich viele Leute gefolgt. Viele neugierige Gesichter - ein paar Insider (immerhin war das ja schon ein drittes Mal!) und damit ein volles Wohnzimmer. Es ging dann auch erstaunlich pünktlich los mit 20 Minuten Songs von Miriama, die mit Wayne und Lucy und deren Tochter unterwegs ist. Sie scheint so eine Art Mädchen für alles zu sein - Freundin, Kindertante, Merchfrau, Fotografin und Musikerin. Ein Multitalent!


Dieser Teil war eher Liedermachermäßig, fand aber ein aufmerksames Publikum. Mit ganz wenig Umbau ging es 21 Uhr dann in die vollen und das Programm nahm sofort ordentlich stampfend Fahrt auf. Die Zuhörer wurden zu Tänzern und Mitwippern und es wurde enthusiastisch Applaus gespendet. Eins fix drei war ein  Stündchen um und Zeit für Innehalten. In der Pause fanden CDs neue Besitzer und es wurde ein Schwätzchen gewagt. 


Nach der Pause ging es - inklusive der Zugaben - fast noch einmal eine Stunde weiter und im Finish des regulären Sets durfte auch das Töchterchen zeigen, wie wunderbar es schon in die Fußstapfen der Eltern tritt. Wieder ein wunderbar erfrischender Abend mit frischer Musik und einer Attitüde, die mir sehr gut gefiel. Und wer sagt, dass Coolness von den ganz jungen gepachtet ist?




Sonntag, 26. April 2015

Eliza Rickman, Stuttgart, 24.04.15

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Wohnzimmerkonzert bei Claudia und Chrissie mit 
   Eliza Rickman und Stanley Roy 
in Stuttgart-Feuerbach 
Datum:  24. April 2015
Dauer: 20 min + 70 min
Zuschauer: knapp 40

There's only two types of people in the world
The ones that entertain, and the ones that observe

(from Circus)

Es ist schon länger her, dass ich mich auf einen Konzertabend außerhalb von Karlsruhe einfach so gefreut habe ohne Sorgen und ohne Hin- und Herbarmen. Es war keine Frage, ob ich nach Stuttgart fahren würde oder nicht - auch wenn es sich  anderen Leuten immer schlecht erklären lässt, dass ich mir über zwei Stunden Fahrt antue für eine Künstlerin von der ich gerade ein wunderbares Konzert in Karlsruhe erlebt habe. Im letzten Moment fand ich sogar noch heraus, dass ausnahmsweise gegen 23 Uhr ein Zug nach Karlsruhe zurück fahren würde (Frühlingswasen sei Dank!).


So kam ich im schönsten Frühling in Feuerbach an mit allerbester Laune und voller Vorfreude. Alle Gäste die kurz später eintrafen, brachten ein Lächeln und damit ein Stück des Frühlings von draußen mit herein. So mancher ging noch auf die Terasse für ein bisschen der wunderbaren Abendstimmung und musste dabei an den Instrumenten vorbei, die schon auf Eliza Rickman warteten. Der eine oder andere Blick verriet Neugier und die zweifelnde Frage, was sie da nur erwarten würde... Besonders das rosa Spielzeugklavier lockte zum rumklimpern.
 
(c) Claudia Zielfleisch
Schließlich suchten sich alle einen Platz und Stanley Roy eröffnete den Abend. Mit seinem kunterbunten Outfit und überschäumenden Temperament hatte er das Publikum vom ersten Moment an in der Hand. Es hing ihm an den Lippen und hatte folglich auch gleich das Britney Spears cover "entlarvt". Auch wenn die Zeilen so klingen, als wären sie für Stanley geschrieben. Für mich stachen aus dem Set Circus und Versatile heraus. Aber eigentlich waren die ganzen 20 Minuten wieder ein einziger Spaß. So sehr wirkte Stanley Roy in seinem Element und bekam das mit herzlichem Applaus vom Publikum gespiegelt. Und vielleicht finden sich bald einige von den anwesenden unter denen, die ihm sein neues Album ermöglichen.

Setlist:
01: Imaginary friend 
02. Circus (Britney Spears cover)
03: Disco light
04: Realness
05: Versatile 


Gleich im Anschluss übernahm Eliza die Bühne und begann ihr Programm mit der Autoharp und Fools rush in. Es war wieder ergreifend zu erleben, wie sie sofort die Aufmerksamkeit des Publikums band und ein richtiger Stecknadelmoment entstand als die Spieluhr den Schlusspart des Songs spielte. Ich hatte ja das Konzert in der Kellerhalle schon für wirklich toll gehalten, aber an diesem Abend in Stuttgart war Eliza zum schwatzen und scherzen aufgelegt. Sie empfahl uns z.B. wärmstens, ihre tollen Videos zu einigen Songs anzusehen.


Anscheinend gefiel es ihr mit uns wirklich gut. Oder es waren die Schildkröten, die hinten auf der Bühne Zeugen des Konzertes werden durften? Eliza schien sie jedenfalls ganz in ihr Herz geschlossen zu haben und hat ihnen später noch ein Gute-Nacht-Lied gesungen. Das Programm des Konzertes folgte der gleichen Setlist wie in Karlsruhe (es fehlte nur Black Rose) mit den Wechseln zwischen Klavier, Spielzeugklavier, Glockenspiel, Glocken und schließlich der Ukulele. Trotzdem war jedes einzelne Stück für mich wieder frisch eindrucksvoll und was man vielleicht im ersten Konzert noch unter Spielerei und Versuch zu übertünchen, dass nur eine Person auf der Bühne ist, hätte abtun können, gewann an Gewicht für mich.

(c) Claudia Zielfleisch
Ich hatte seit dem Konzert in Karlsruhe tatsächlich jeden Tag eines ihrer Lieder als Begleiter im Ohr. Sehr lang ausgerechnet Lark of my heart (vom Margaret-Projekt), dem ich solche Ohrwurmqualität nicht zugetraut hätte, und dann Start with goodbye, Stop with hello. Für die Anreise war es dann auf einmal Pretty little head. In Stuttgart erzählte sie uns, dass sie diesem Song sogar ein kleines Bankguthaben verdankt... Sehr schön, dass es Eliza bisher so gut in Deutschland gefällt, dass sie wohl im Herbst mit ihren neuen zwei Alben wieder auf Tour kommen will und sich schon darauf freut. Und sehr schön auch, dass Claudia sich als Zugabenzugabe noch Into my arms erbeten hatte. Ein Moment zum dahinschmelzen und lange im Herzen halten.

Setlist:
01: Fools rush in
02: Devil's flesh and bones
03: Dove of mine
04: Start with goodbye, Stop with hello
05: Pretty little head
06: Moon river (cover)
07: Lark of my heart
08: Only for today
09: Waiting around again

10: Dark horse (Kate Perry cover, mit Stanley Z)

11: Into my arms (Nick Cave cover, Z)
 

Aus unserem Archiv:
Eliza Rickman, Karlsruhe, 18.04.15
Eliza Rickman, Adorf, 19.04.15

Tourdaten im deutschsprachigen Raum:
14.04. Berlin  House Concert
15.04. Berlin Ä
16.04. Berlin Madame Claude
17.04. Frankfurt Cowhide House Concert
18.04. Karlsruhe Kellerhalle
19.04. Adorf Scala Adorf

20.04. Leipzig Basislager
21.04. Köln Kulturlichtung
22.04. Duisburg Ketan & Petra’s Living Room
23.04. Wuppertal Bürger Bahnhof
24.04. Stuttgart In die Wohnzimmer
25.04. Bern Theaterplatz 2
29.04. Zürich Kafi für Dich
30.04. La chaux de fonds Le Entree’ Deux
01.05. Bern Progr
03.05. Zürich Wohnzimmer Bar


Alle Bilder:


Samstag, 27. Dezember 2014

Adventsgala, Stuttgart, 18.12.14

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Chantal Fatale, Marie Louise, Roman Wreden, Hawelka  u.a.
Ort: Claudias Wohnzimmer in Stuttgart- Feuerbach
Datum: 18. Dezember 2014
Dauer: 120 min
Zuschauer: etwa 100


Man soll die Feste feiern wie sie fallen ist so ein Spruch, an den ich mich halte. Dass Claudia und Chrissi da mit mir auf einer Wellenlänge sind, zeigte sich u.a. in ihrer Idee zu einer Adventsgala nach Stuttgart-Feuerbach einzuladen. Eine Zeit voller Vorbereitungen auf die große jahresendliche  Auszeit sollte auch ein Wohnzimmerkonzert haben. Damit man in Ruhe zurückschauen kann und zusammen auf die Feiertage einstimmen. Und wenn zufällig gerade keine Künstlerinnen anfragen, dann findet man eben welche, die auch Lust darauf haben, in der Nähe.


Der Plan stieß auf so große Resonanz, dass diesmal gar nicht alle dabeisein konnten, die um Teilnahme angefragt hatten. Auch ein Zeichen dafür, dass das Jahr 2014 Stück für Stück die Lust an dem Format Wohnzimmerkonzert geweckt hatte und die Initiatoren etwas wichtiges tun, wenn sie die Wohnzimmer für Musik öffnen. Sei es im Schellenkönig oder in Feuerbach oder den anderen Orten in Stuttgart, an denen ich noch nicht selbst dabei gewesen bin.


Der Abend war einerseits wie jeder andere Konzertabend in Feuerbach: Viele Leute fanden sich ein, mischten sich schwatzend mit den Künstlern, hörten später andächtig zu und waren mit Beifall nicht sparsam. Und dann war er andererseits doch ein besonderer Abend, weil eine ganze Gruppe Stuttgarter Künstlerinnen sich mischten und immer wieder umformierten, um Material von Chantal Fanfale, Marie Louise, Roman Wrede und schließlich auch ein ganz klein wenig Hawelka zu präsentieren.



Dabei, waren Hawelka ja nur in Zweidrittelmannstärke angetreten. Anders war auch, dass es schließlich in einer fast übermütigen Stimmung kulminierte. Das erste Mal bei Last Christmas wurde sangesfreudig mitgeschmettert und mitgelacht im Wechsel zwischen Original und deutscher Erdmöbel-Nachdichtung. Da war es ja vielleicht noch Jux und Dollerei geschuldet. Und dem Fluch, der diesem Lied eingewebt ist, der dazu führt, dass es direkt ins Rückenmark eindringt und sich dort festsetzt.


Aber die Sangesfreude zeigte sich später auch in der Runde der echten Weihnachslieder - man konnte das nicht anders als "geschmettert" bezeichnen. Alle Strophen voller Enthusiasmus! Sogar noch zwei neue Lieder lernend und mehrstimmig im Kanon mitsingen. Das hat man nicht so oft...


Mitgenommen haben viele den Impuls, die Musik der einen oder anderen Künstlerin des Abends näher kennen zu lernen. Meine musikalische Entdeckung des Abends war Marie Louise, deren Schallplatte seitdem bei mir unentwegt die Runden machen darf. Aber darüber hinaus waren wohl am Ende alle dem Charme der Veranstaltung an und für sich erlegen und werden als Vorsatz ins Neue Jahr mitnehmen, sich 2015 kein Wohnzimmerkonzert entgehen zu lassen.




Claudias und Chrissis Konzerte 2014 
in unserem Archiv:
She makes war, 29.10.14 (Kohi, Karlsruhe)
Eric Pfeil, 25.10.14
Moscow Metrow, 27.05.14 im Tiefbunker (Maifeld Derby)
French for Rabbits 25.05.14
Zoe Boekbinder, 29.04.14
Lost Lander, 04.02.14
Bethany Weimers, 06.01.14


Links: 
Bericht vom Gig Blog
Chantal Fatal
Marie Louise
Roman Wreden
Hawelka



Montag, 26. Mai 2014

French for Rabbits, Stuttgart, 25.05.14

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Wohnzimmerkonzert bei 
   Claudia mit French for Rabbits 
in Stuttgart-Feuerbach
Datum:  25. Mai 2014
Dauer: 80 min
Zuschauer: knapp 50



Für diesen Maisonntag hatten Claudia und Chrissi wieder in das Wohnzimmer in Feuerbach eingeladen. Die Neuseeländer Brooke Singer und  John Fitzgerald aka French for Rabbits waren schon 2013 in ganz Europa unterwegs gewesen und hatten in Paris Oliver und in Karlsruhe z.B. Claudia, Chrissi und mich begeistert. So begann der Abend damit, dass Brooke uns Fotos zeigte, die im Oktober 2013 in meinem Wohnzimmer entstanden waren und die sie über Freunde von Freunden am Vortag von ihrer Supportband aus Karlsruhe überreicht bekommen haben.


Der Sonntag hatte sich in Stuttgart als überwiegend sonnig gezeigt und so kamen die Gäste alle noch mit einem Widerschein der Freude auf einen leuchtenden Abend nach Feuerbach. Es gab zu erzählen, neue Gesichter zu begrüßen, Wein zu probieren und schließlich Plätze zu finden und als Brooke ihre Stimme gegen 20:15 Uhr das erste Mal erhob, legte sich über alle eine erst erwartungsvolle und bald ehrfurchtsvolle Stille. Nur einige hatten ja schon einmal erlebt, was die zarte Frau mit ihrer Stimme vermag und auch, wie schlagfertig und lustig sie in ihren Zwischenansagen sein kann.


Für uns Insider gab es einige vertraute Songs, aber überwiegend neues Material. Vorgetragen an Gitarre und Klavier von Brooke und stets empfindsam begleitet von John mit einer E-Gitarre, die häufig wie eine zweite Stimme eingesetzt wurde. Das Publikum ließ sich nicht lange um Applaus fragen, sondern war mit ganzem Herzen dabei, sodass Brooke schließlich sogar bemerkte: Ihr klatscht aber ganz schön lange nach jedem Lied...


Außer viel Material von der neuen Platte gab es auch Hunter's Lullaby - ein sehr intimes und gut gelungens Leonhard Cohen cover und gegen Ende des Abends einen Mazzy Star Song.

Wie immer bei den Konzerten hatten die sonst im Wohnzimmer untergebrachten Kaninchen Platz gemacht und waren mit ihrem Haus in der Küche untergekommen. Brook versprach, ihnen dafür tatsächlich ein bisschen französisch beibringen zu wollen - ich würde es ihr zutrauen!


Nachdem schon im Oktober 2013 die Rede davon war, dass das neue Album gerade gemastert wird, soll es nun definitely im September 2014 erscheinen. Ich halte die Daumen, dass es klappt, denn ich freue mich schon sehr darauf.


Tourdaten:
26.05. Volver – Bern
27.05. Marta Bar with Siôn Russell Jones - Bern
28.05. Radio 3fach Voliere – Luzern
29.05. Badeshiff – Wien
30.05. Klub Mocvara – Zagreb
05.06. De Peisnitzhaus – Halle (Saale) 

07.06. Festival - Prag
08.06. Hauskonzert - Nürnberg
09.06. Hauskonzert - Bonn
10.06. Cafe Henrici – Zürich  



Aus unserem Archiv:
French for Rabbits, Karlsruhe, 15.10.2013 
Olivers Konzertankündigung 2013

Mehr Fotos:





 

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