Donnerstag, 27. September 2012

House Of Wolves, Paris, 24.09.12


Konzert: House Of Wolves
Ort: L'International, Paris
Datum: 24.09.12
Zuschauer: etwa 60-70
Konzertdauer: ungefähr 35 Minuten



Im Wettbewerb um das Schreiben des traurigsten Lieders der Welt dürfte Rey Villalobos aka House Of Wolves gute Chancen auf den Titel haben. Die äußerst sanften Melancholiker Damon & Naomi hatten in der Vergangenheit bei einem Konzert mal geäußert, daß genau dies ihr Ziel sei: "we try to write the sadest songs in the world", Nun liefern sich die Künstler unbewußt ein Wettrennen.


Auch sonst ist House Of Wolves in bester Gesellschaft. Elliott Smith, Matt Ward, Sufjan Stevens, Chris Garneau, Sparklehorse, Barzin, die Elite der depressiven Leisetreter dürfte zumindest als Einfluss für das besinnliche Ouevre des Singer/Songwriters gedient haben.

Aber Villalobos hat seine ganz eigene Geschichten zu erzählen und seine Stimme hat ein wunderbares, sehr spezielles Timbre, das einem sanften Wimmern gleicht. Gerade wegen dieser Fragilität und der Stille des Vortrages hätten die Zuschauer mucksmäuschenstill sein müssen. Dem war aber leider nicht so. So einige Störenfriede plauderten ungeniert laut und beeinträchtigen so massiv das Konzert. Vielleicht spielte Villalobos auch deshalb ein solch kurzes Set.

Aller widrigen Umstände zum Trotz konzentrierte ich mich genau auf die bewegende Musik, setzte mich direkt hinter die Box am Bühnenrand und versuchte so gut es geht, die lauten Geräusche auszublenden. Es war einfach himmlisch, wie schön der Amerikaner sang, geradezu atemberaubend, wie viel Wehmut er seiner Stimme zu verleihen mochte.

Viele Lieder stammten von dem ersten Album Fold In The Wind, so auch das Highlight des Sets 50's. "Kiss me like it's the 50's" sang Rey so eindringlich, daß mir ganz warm ums Herz wurde. Dieser Titel, eine Art kleine Schwester von Between The Bars von Elliott Smith hätte allein das Kommen gerechtfertigt. Er endete textlich mit dem Bekenntnis: "it's the bitter side of life that I like".

Aber auf Fold In The Wind sind gleich mehrer solcher Kleinode drauf. Das grandiose Label Fargo aus Paris wird das Album deshalb im November noch einmal neu herausbringen. Darauf darf man sich freuen, es ist perfekt für kalte Herbst/Wintertage, von denen wir in nächster Zeit ja sicherlich noch einige bekommen werden.

Anmerkung: Vor House Of Wolves spielte Angela Correa alias Correatown. Auch dies war ein schönes Konzert. Da ich sie aber am nächsten Tag noch einmal im Espace B gesehen habe, werde ich ihre beiden Konzerte in einem Bericht zusammenfassen. 

Aus unserem Archiv:

House Of Wolves, Paris, 17.10.11


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