Donnerstag, 18. August 2011

Cults, Köln, 17.08.11


Konzert: Cults
Ort: Studio 672, Köln
Datum: 17.08.11
Dauer: ca. 35 Minuten
Zuschauer: ca. 70


von Dirk von Platten vor Gericht

Der Kölner Stadtgarten empfing uns nicht nur mit einem strahlenden Regenbogen, sondern auch mit einem Parkplatz direkt vor dem Eingang des Studio 672. Die Parkgebühren grenzten jedoch schon fast an Wegelagerei und nachdem der Automat all' unsere Münzen geschluckt hatte - kleinere Beträge als 50 Cent weigerte er sich generell zu nehmen - wies unser Ticket gerade einmal eine Parkdauer von 90 Minuten aus. Da wir kurz vor Einlass erschienen waren, musste also jemand wohl oder übel während des Konzertes nachzahlen gehen.

Im noch recht spärlichen besuchten Kellerraum des Studios betraten um 20:30 Uhr drei Jungs die Bühne, die wohl eins gemeinsam mit uns hatten - nämlich am Vormittag noch Unterricht. Wenn auch auf der anderen Seite des Pults. Die Drei stellten sich als List aus Traunstein vor und schienen daher tatsächlich nur aufgrund der derzeitigen bayerischen Sommerferien mit Cults auf Tour sein zu können. Möglicherweise sahen wir die Teilnehmer der AG "Indierock-Band" des Traunsteiner Gymnasiums - definitiv aber die beste Band der Stadt. In ihrer Arbeitsgemeinschaft hatten die Jungs wohl alles von der richtigen Indiefrisur bis zur angesagten Klamotte und lässigen Posen gelernt und uns so eine knappe halbe Stunde im Stil von Muse (nur ohne Piano und weniger hysterisch) gut unterhalten. Von mir hätten sie den Zeugnisvermerk "...hat an der Arbeitsgemeinschaft Indierock-Band mit Erfolg teilgenommen" erhalten.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten Madeline Follin und Brian Oblivion, alias Cults, die Bühne. Für seine Live-Auftritte wurde das Duo um einen Schlagzeuger (Marc Deriso), Bassisten (Nathan Aguilar) und Keyboarder (Gabriel Rodriguez) zu einem Quintett erweitert worden, dessen markantestes Merkmal brustlange, strähnige Haare waren. Eine Einheitsfrisur, der sich nur Rodriguez, der auch für das tolle und für den Cults-Sound so typische Glockenspiel zu sorgen hatte, widersetzte.

Nach dem Opener "Abducted" folgten mit "The Curse" und "Slow Song" zwei Titel, die sich nicht auf dem Debütalbum "Cults" befindet, so dass wir die Hoffnung hatten, vielleicht doch mehr Songs als die uns 11 bekannten zu hören.

Die Musik wurde deutlich gitarriger und noisiger dargeboten als der süßlich-charmante Indie-Girl-Pop auf Platte, besonders klar wurde dies beim eigentlich fast zu lieblichen "Never Saw". Die Temperatur im mittlerweile gut gefüllten Kellerraum stieg unaufhörlich, so dass Brian Oblivion wiederholt das Ausschalten der Scheinwerfer einforderte, so dass sich die Band nach und nach in Dunkelheit hüllte. Er selbst fand es surreal in Deutschland Konzerte spielen zu können und zeigte sich positiv überrascht über den Zuschauerzuspruch.

Einige Jungs vor uns waren vor dem Konzert gespannt auf "die charismatische Sängerin" und dürften sicherlich nicht enttäuscht worden sein, denn Madeline Follin gab in einem äußerst kurzen schwarzen Kleid aus Spitze - genau so wie stimmlich - eine gute Figur ab.

Den frischesten Eindruck hinterließen Cults an diesem Abend jedoch nicht, gaben aber auch selbst an, seit 72 Stunden in Deutschland zu sein, kaum Schlaf gefunden, aber viel Bier getrunken zu haben - und damit auch recht zufrieden zu sein. Wir wären dies auch gewesen, wenn die New Yorker nach den abschließenden "Go Outside" und "Oh My God" noch zu einer Zugabe erschienen wären.

Doch so ging es für uns nach gerade einmal 10 Titeln doch früher als erwartet, nur über die Kürze eines tollen Konzertes ein wenig enttäuscht, zurück zum Auto, und das ohne weitere Münzen in die Parkuhr werfen zu müssen.

Setlist Cults, Studio 672, Köln:

01: Abducted
02: The Curse
03: Slow Song
04: Most Wanted
05: You Know What I Mean
06: Bumper
07: Never Saw The Point
08: Go Outside
09: Rave On
10: Oh My God

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