Dienstag, 23. Januar 2007

The Fratellis, Gebäude 9 Köln, 22.01.07

Konzert: The Fratellis
Ort: Gebäude 9, Köln

Datum: 22.01.2007

ausverkauft


Es gibt CDs, die brauchen eine Weile, um ihre wahre Qualität zu zeigen. Beim ersten Album der Fratellis ging es mir so. Erst nach dem fünften, sechsten Hören war ich vollkommen begeistert von der schon eigenen Musik der schottischen Band. Entsprechend gespannt war ich, wie die Wirkung denn dann live sein würde. Die Fratellis traten in einem meiner liebsten Clubs auf, im Gebäude 9 in Deutz. Auch wenn ich langweile: Schon auf dem Weg zum Saal waren mit mir viele Engländer unterwegs.

D
rinnen wurden wir - eine schöne Gebäude 9 Einrichtung - von toller Musik begrüßt: Die Yeah Yeah Yeahs liefen rauf und runter.

Pünktlich um neun trat dann eine mir bis dahin unbekannte Band auf: Panda aus Berlin. Ich mag ja Vorgruppen, ich mag auch deutsche Bands, die hier war aber ein
Ausfall. Die Sängerin, zur Musik vorher passend optisch eine Karen O für Arme, hatte zwar ein zu leise eingestelltes Mikro, brüllte in das aber schrecklich rein. Mich erinnerte das etwas an Grossstadtgeflüster, war aber viel weniger unterhaltsam. Das, was Karpatenhund vor Razorlight geschafft hatten, nämlich das Publikum schon mal in Fahrt zu bringen, gelang Panda und Kathleen O überhaupt nicht. Außer höflichem Applaus war da kaum Stimmung. Nett war eine Ansage: "Ick seh hier viele Frauen und viele Männer. Dit nächste Lied handelt über Euch: 'Frauen und Männer'." Der vorletze Song war eine Mottomusik: "Dinge, die die Welt nicht braucht."

Aber dann um zehn wurde es richtig gut. Wirklich richtig gut! Die drei Fratellis
(Gitarre, Bass und Schlagzeug) fingen gleich mit dem wahnsinnigen "Henrietta" an, dem ersten Lied der CD. Nach den ersten Takten war die von der Vorgruppe mühsam niedrig gehaltene Stimmung überschwenglich und der ganze Saal brüllte mit. Als drittes Lied dann schon das nächste Highlight: Die Single "Flathead". Auch wenn ich die CD mittlerweile sehr mag, hatte ich nicht so ein grandioses und vor allem flottes Konzert erwartet.

Nach fünf Liedern war aber der flotte Teil erst einmal vorbei, es wurde nämlich akustisch. Schlagzeuger Mince Fratelli (die drei sind keine Brüder, auch wenn die deutsche Bedeutung des italienischen Bandnamens das vermuten ließe) schnappte sich eine Gitarre, um für zwei Lieder vorne mit seinen beiden Kollegen ruhigere Musik zu machen. Sven Regener würde sagen, daß das stark war. Für zwei Lieder stimmt allerdings nicht ganz, denn während "Creeping up the backstairs" riß eine der Saiten von Minces Gitarre, der dann beim akustischen "Cigarello" (von der Flathead EP) nur mitsang und erst für die letzten Takte seine Gitarre zurückbekam.

Anschließend kamen mit "Baby Fratelli", "Whistle for the choir" und vor allem "Chelsea dagger" drei mitreißende Kracher, die dem Publikum den Rest gaben. Die Reihenfolge der Songs war perfekt ausgesucht. In freudiger Erwartung hatte der Saal aber vorher schon den lalala-Part von "Chelsea dagger" gegröhlt.

Nach zwölf Liedern kam erst Sänger Jon Fratelli alleine auf die Bühne zurück, um eine wunderschöne Akustik-Version von "For the girl" zu singen. Abschlußsong war "Ooh la la."

Wow! Das war ein erstes echtes Highlight des Jahres. Geht hin, seht Euch die Fratellis an, es lohnt sich sehr.

Setlist:
01: Henrietta
02: Everybody knows you cried last night
03: Flathead
04: Vince the loveable stoner
05: Doginabag
06: Creeping up the backstairs
07: Cigarello
08: Ole black 'n' blue eyes
09: Baby Fratelli
10: Whistle for the choir
11: Chelsea dagger
12: Got ma nuts from a hippy

13: For the girl (Z)
14: Oh la la (Z)



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